Mittwoch, 25. April 2012

Rezension "Die einzige Zeugin"

Titel: Die einzige Zeugin
Autor: Anne Cassidy
Verlag: Fischer
Seitenzahl: 278
ISBN: 978-3-596-85494-3
Einbindungsart: Broschiert
Preis: 14,99 €
Hier kaufen *klick* 

Zum Inhalt:
Vor 10 Jahren musste die heute 17-jährige Lauren mitansehen, wie ihre Schwester und Mutter starben. Aufgrund ihrer Aussage wanderte damals ihr Vater für diese Taten ins Gefängnis. Als Lauren an ihren alten Heimatort und somit auch an den Tatort zurückkehrt, scheint die Welt einen Moment aufzuhören sich zu drehen. Durch einen Zufall lernt sie, den jetzt in ihrem alten Haus wohnenden, Nathan kennen und freundet sich mit ihm an. Durch ihn erhält sie Zugang zu ihrer alten Wohnstätte und plötzlich stürzen die Erinnerungen nur so auf sie ein. Sie beginnt zu zweifeln, ob sich wirklich alles so abgespielt hat, wie sie damals erzählte. Als die Anwältin ihres Vaters sie anspricht und eine elementare Frage stellt, beginnt Lauren zu begreifen, dass vieles oft nicht so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.  

Meine Meinung:
"Die einzige Zeugin" verspricht beim Lesen des Klappentextes einen spannenden Plot. Zunächst schafft es die Autorin auch wirklich gut, das umzusetzen. Aufgrund ihrer leicht zu lesenden Schreibweise lässt sich das Buch praktisch in einem Rutsch lesen.

Als Leser weiß man natürlich von Anfang an, dass irgendwas an der Geschichte, wie sie sich abgespielt haben soll, so nicht stimmen kann. Ständig wartet man, das irgendetwas passiert, dass die Geschichte ins Wanken bringt.

Doch bevor irgendetwas großes passiert, beginnt die Geschichte ein bisschen getragen, was ich aber gar nicht so schlecht finde. Als Leser hat man genug Zeit Lauren und Nathan kennenzulernen und vorallem auch Laurens Geschichte, welche in kurzen Rückblenden erzählt wird, zu verstehen. Auch 10 Jahre nach dem schrecklichen Vebrechen merkt man, dass Lauren keineswegs darüber hinweg ist, sondern dass alles ein ständiger Begleiter ihres Lebens ist. Kein Tag vergeht, an dem sie nicht an das was geschah denkt, kein Tag an dem sie nicht trauert. Ich finde, auch das hat die Autorin wirklich gut umgesetzt. Man fühlt richtigehend mit Lauren und wünscht ihr so sehr, dass ihr Leben eine positive Wendung nimmt und sie für sich mit dem Fall abschließen kann.

Im weiteren Verlauf, wird die Geschichte dann so langsam spannend. Nathan kommt hinzu und Lauren beginnt ihre Vergangenheit zu bewältigen indem sie vieles hochkommen lässt, was damals geschah. Dabei bleibt die Spannung die ganze Zeit auf einem hohen Niveau, da die unterschwellige Spannung und "Bedrohung" praktisch greifbar ist.

Leider wars das dann aber auch mit den positiven Aspekten. Als dann die ersten Verdächtigungen aus dem Hut gezaubert wurden, begann die Geschichte zu kippen. Ich hatte das Gefühl die Autorin möchte hier zwanghaft irgendetwas total spannendes, leider aber zumindest für mich auch sehr abwegiges, machen. Ich war das ein oder andere Mal kurz davor die Augen zu verdrehen, weil mir das ganze irgendwie "too much" und zu weit hergeholt war. Aber gut, ich war schon dabei mich damit abzufinden und dachte der Täter wäre gefunden, die Geschichte hätte einen positiven Abschluss, wenn ja, wenn die Autorin nicht ganz zum Schluss nochmal eine krasse Wendung in die Geschichte einbaut.

Im Prinzip mag ich das total gerne, wenn ich auf der falschen Fährte bin, wenn ich mir sicher bin zu wissen was geschah und der Autor mich dann ganz zum Schluss nochmal richtig überrascht. Auch hier ist das der Autorin zwar gelungen, nur fand ich die Verdächtigungen ja auf den vorrigen Seiten schon etwas weit hergeholt. Das Ende war dann in meinen Augen ein bisschen haarsträubend. Leider hatte ich auch hier das Gefühl, dass die Autorin  zu viel wollte. Das machte das Ende in meinen Augen leider völlig unglaubwürdig. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass die Polizei so wichtige Dinge so viele Jahre einfach übersehen konnte. Schade, denn die Autorin hätte aus dem spannenden Plot deutlich mehr machen können.

Fazit:
Ein Thriller, mit einer tollen Protagonistin, der zu Anfang mit hoher Spannung punkten kann, zum Ende hin aber schwer nachlässt und etwas zu abgedreht und unglaubwürdig wird.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Dani von Buchbegegnungen und dem Fischerverlag für die Bereitstellung des Leseexemplars.

Eigentlich 2,5, aber hier runde ich, aufgrund des sehr enttäuschenden Endes ab!

Kommentare: