Dienstag, 26. Juni 2012

Rezension "Brennen muss die Hexe"

Titel: Brennen muss die Hexe
Autor: Sven Koch
Verlag: Knaur
Seitenzahl: 416 Seiten
ISBN: 978-3426508558
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 8,99 €
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Zum Inhalt:
"Brennen muss die Hexe", dass scheint auch der Täter in dem gleichnamige Buch zu denken. Denn immer wieder finden die Ermittler eine tote Frau, die zuerst gefoltert und dann qualvoll auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Was treibt den Täter dazu? Und warum nur nennt er sich A.G. nach dem Mann August Giesenbier, der in der Vergangenheit Urteile vollstreckte und als Hexen verurteilte Menschen verbrannte? Diesen Fragen geht die Polizeipsychologin Alex zusammen mit ihren Kollegen nach und stößt dabei auf immer mehr grausige Details. Und so nah ihnen der Täter auch zu sein scheint, eine richtige Spur können sie nicht vorweisen. Und dann gerät Alex selbst in sein Visier und ist nicht mehr sicher.  

Meine Meinung:
"Brennen muss die Hexe" ist ein sehr spannendes Buch, bei dem es sich nicht, wie von mir zunächst fälschlicherweise angenommen, um einen historischen Roman handelt , sondern um einen Kriminalroman, der in der heutigen Zeit spielt.

Und hier muss auch hinzugefügt werden, dass es definitiv kein Krimi für schwache Nerven ist. Denn der Autor lässt durchaus mal das ein oder andere grausige Detail durchblitzen, was aber auch zu der Geschichte passt. Ein Mörder als selbsternannter Hexenjäger und eine Glaubensgemeinschaft in Angst. Hier schafft der Autor ein Szenario, welches regelrecht bildhaft beim Leser ankommt. Man weiß genau, dass alle Mitglieder der Gruppe in Gefahr sind und doch scheinen sie immer das Falsche zu tun. Man möchte in das Buch reinspringen, die Leute schütteln und aufrütteln, so sehr macht einen die ständige Nervosität wahnsinnig.

Zudem weiß man als Leser auch oft, was der Mörder als nächstes plant, da es einige Abschnitte gibt, die aus seiner Sicht geschrieben sind. Ich finde sowas in Büchern ja immer echt toll, da man so einen noch tieferen Einblick in die Geschichte erhält. Und trotz der Abschnitte in denen der Mörder selbst zu Wort kommt, hatte ich bis zum Ende nicht die leiseste Ahnung, um wen es sich dabei handeln könnte. Das war mit ein Grund, wieso am Ende die Seiten regelrecht dahinflogen. Ich wollte unbedingt eine Auflösung und war von dieser auch mehr als überrascht. Zudem ist die Auflösung sehr logisch durchdacht und wenn man dann zurückblickt, weißt im Buch auch alles auf diesen einen Täter hin bzw. passt dann auch alles zusammen!

Die Protagonisten haben mir gut gefallen, besonders Alex ist mir echt ans Herz gewachsen. Sie hat schnell den richtigen Riecher und lässt sich auch von ihren männlichen Kollegen, die sie immer wieder ein bisschen auf die Schippe nehmen, nicht von ihrem Kurs abbringen. Sie ist eine echt starke Persönlichkeit, die mir sehr imponiert hat. Auch die anderen Protagonisten waren alle auf ihre Art mehr oder weniger sympathisch. Natürlich gehört auch in diese Runde ein Chef, der sich auch als solcher aufspielt und versucht alle rumzukommandieren. Doch auch dieser weiß, was er an Alex hat. Da ich den Vorgänger "Purpurdrache" nicht gelesen habe, hatte ich zu Beginn allerdings auch ein paar Schwierigkeiten mit den ganzen handelnden Personen, da es doch recht viele sind, die da auf einmal auf einen einstürmen. Hier musste ich dann doch ab und an nochmal nach vorne blättern um herauszufinden, um wen es sich handelt. Dies hemmte zumindest zum Anfang so ein bisschen meinen Lesefluss, legte sich aber mit der Zeit immer mehr.

"Brennen muss die Hexe" ist ein durch die Bank weg spannender Krimi, der mich von der ersten bis zur letzten Seite gepackt hat. Nie gab es Langeweile, nie irgendwelche Hänger. Ständig hatte ich das Gefühl, "JETZT" passiert was und genau JETZT muss ich dran bleiben. Hinter jeder Seite erwartete ich neue Grauslichkeiten und oft wurden diese bösen Vorahnungen auch bestätigt. Der Autor schafft es die Spannung und Erwartungshaltung des Lesers, also in diesem Fall meine, über die komplette Zeit hochzuhalten, was ihm natürliche einige Pluspunkte beschert. Mir hat "Brennen muss die Hexe" wirklich gut gefallen und ich werde sicher wieder einmal zu einem Buch des Autors greifen, auch wenn aus "Purpurdrache" leider in "Brennen muss die Hexe" ein bisschen viele wichtige Details verraten werden.

Am Ende des Buches, sobald die Geschichte vorbei ist, gibt es übrigens noch ein echt interessantes Interview mit dem Autoren, Sven Koch. Ich finde, sowas sollte es in Büchern viel häufiger geben!

Fazit:
Spannende "kriminelle" Unterhaltung, für Leser, die Blut sehen können, mit tollen Protagonisten und einer überraschenden Auflösung am Ende.

Ich bedanke mich herzlich bei Lies&Lausch und Knaur für die Bereitstellung des Leseexemplars!

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