Samstag, 25. April 2015

Rezension "Amy & Matthew - Was ist schon normal?"

Titel: Amy & Matthew - Was ist schon normal?
Autor: Cammie McGovern
Verlag: Heyne fliegt
Seitenzahl: 352
ISBN: 978-3453269163
Einbindungsart: Gebunden
Preis: 14,99 €

(c) RandomHouse
Zum Inhalt:
Amy ist ihr ganzes Leben lang schon auf Hilfe angewiesen. Sei es von ihrem Rollator, ihrem Sprachcomputer oder ihren erwachsenen Schulhelfern. Doch in ihrem letzten Schuljahr soll sich alles ändern. Sie möchte endlich Freundschaften schließen und so fasst sie den Entschluss, dass ihre Schulhelfer in Zukunft Jugendliche in ihrem Alter sein sollen. Einer ihrer Klassenkameraden liegt ihr dabei besonders am Herzen. Denn eigentlich startet sie diese Aktion nur um ihn kennenzulernen. Matthew, der zurückhaltende, etwas einsame, aber wahnsinnig gut aussehende Junge aus ihrer Stufe. Auch ihn scheint das ein oder andere Problem zu plagen und plötzlich werden die beiden so wichtig füreinander, wie sie beide es niemals erwartet hätten. Doch dann begeht Amy auf dem Abschlussball einen sehr weitreichenden Fehler und nicht nur ihre tiefe Freundschaft zu Matthew steht auf dem Spiel.

Meine Meinung: 
"Amy & Matthew" ist ein wundervolles Buch über zwei Teenager, die beide auf ihre ganz eigene Art mit dem Leben zu kämpfen haben.

Sofort war ich in der Geschichte drin, schaffte es die Autorin doch mich mit ihrem Schreibstil an die Seiten zu fesseln. Ihre flüssige und gut zu lesende Art zu schreiben, brachten mich schneller von Seite zu Seite, als mir lieb war.

Amy ist eine sehr starke Persönlichkeit, die eine unglaubliche Kämpfernatur besitzt. Wie sie manche Ding meistert, ließ mich nicht selten erstaunt zurück. Matthew hingegen ist ganz anders als Amy. Auch Matthew musste schon viel kämpfen in seinem Leben, denn über die Jahre hat er eine Zwangsneurose entwickelt, die ihn zwingt Dinge immer und immer wieder zu tun. Den Umgang mit diesem, nicht ganz einfachen Thema, fand ich wunderbar und sehr gelungen. So ist es nicht so, dass plötzlich von einem Tag auf den anderen alles super ist. Viel mehr ist das ganze ein sehr langer Prozess, der nur sehr langsam vorwärts geht und bei dem Matthew stets mit Rückschlägen zu kämpfen hat, was das ganze sehr realistisch macht. Amy ist ihm auf diesem ganzen Weg eine sehr große Stütze, doch am besten ist es, wenn ihr einfach selbst lest, was für Erfolge und Misserfolge Matthew auf seinem Weg begegnen.

Auch Amys Behinderung wird wunderbar sensibel und vor allem sehr realistisch dargestellt. Die Probleme mit denen sie zu kämpfen hat, werden ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen und ohne jegliche Beschönigung beschrieben, was mir sehr gefallen hat. Dieser mutige und ehrliche Ton macht dieses Buch zu etwas besonderem. 

Über die komplette Zeit war es richtig spannend die beiden zu beobachten. Wie sie selbst sich entwickeln, wie ihre Beziehung sich weiterentwickelt. Und dann kommt plötzlich der große Knall und nichts ist mehr so wie es war. Ich möchte an dieser Stelle nun nicht zu viel verraten, doch war das einer der wenigen Punkte, die mir an dem Buch nicht so sehr gefallen haben. Das Ereignis selbst und alle daraus resultierenden Folgen, schienen mir einfach etwas zu übertrieben und gewollt. Für mich passte das Ganze nicht so sehr in den gesamten Rahmen. Und so war ich von diesen Szenen eher etwas enttäuscht, was aber der restlichen Geschichte nicht besonders geschadet hat. Denn Amy und Matthew sind mir einfach viel zu sehr ans Herz gewachsen.

Als ich das Buch zuklappte war ich etwas geplättet, denn die Geschichte hat wirklich eine rasende Geschwindigkeit und lässt einen kaum zu Atem kommen. Fesselnd und berührend erzählt sie auf unnachahmliche Art die faszinierende Geschichte von Amy & Matthew. Das Ende hat mich zwar nicht vom Hocker gehauen, ist dieser Geschichte aber trotz alledem absolut würdig.

Fazit:
Eine wunderbar tiefsinnige Geschichte, über zwei Teenager, die immer wieder Steine in den Weg gelegt bekommen und es trotz aller Widrigkeiten schaffen, das Leben gut zu meistern.

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