Freitag, 30. Oktober 2015

Rezension "Der Giftzeichner"

Titel: Der Giftzeichner (Lincoln Rhyme Bd. 11)
Autor: Jeffery Deaver
Verlag: blanvalet
Seitenzahl: 571
ISBN: 978-3764505387
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 19,99
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(c) RandomHouse
Zum Inhalt:
Lincoln Rhyme ist zurück. Mit einem Fall der mal wieder an Grausamkeit kaum zu überbieten ist. Ein Unbekannter überfällt Menschen und tätowiert diese gegen ihren Willen. Und zwar nicht mit der üblichen Tinte sondern mit Gift, was seine Opfer eines qualvollen Todes sterben lässt. Rhyme steht vor einem Rätsel, scheinen die Opfer doch alle Zufallsopfer zu sein. Der Täter scheint keinem besonderen Muster zu folgen. Einziger Hinweis sind rätselhafte Nachrichten, die der Täter auf seinen Opfern hinterlässt. Doch selbst Rhyme mit seinem außerordentlich brillanten Verstand vermag nicht herauszufinden was der Täter ihnen mit diesen Nachrichten sagen will. Als sie dem Täter jedoch zu nahe kommen, geraten die Ermittler selbst in Lebensgefahr.

Meine Meinung:
"Der Knochenjäger" ist bis heute einer der spannendsten und besten Filme, die ich je gesehen habe. Denzel Washington als Lincoln Rhmye ist einfach super. Als ich gesehen habe, dass es ein neues Buch von Deaver mit dem brillanten wie auch sehr eigenwilligen Ermittler gibt, musste ich es einfach lesen.

Zu Beginn hatte ich ganz kurz etwas Schwierigkeiten in die Geschichten hineinzukommen. Lincoln Rhyme macht es einem teilweise wirklich nicht leicht ihn zu mögen, was er selbst aber auch gar nicht zu wollen scheint. Sein wacher Geist, gefesselt in einen Körper, der sich kaum bewegen kann ist sicher eine tägliche Herausforderung. Und trotzdem ist er ein Ermittler auf den die Behörden nicht verzichten können. Nicht zuletzt wegen seiner unglaublichen Gabe Schlüsse zu ziehen, auf die andere nie gekommen wären. Als ich mich wieder an seine verschrobene Art gewöhnt hatte, wuchs er mir, wie auch Amelia Sachs, schnell sehr ans Herz.

Eine weitere Schwierigkeit stellten für mich zu Beginn die vielen Handlungsstränge dar. Ich brauchte einfach eine Weile um richtig in das Buch hineinzukommen, da die Handlungsorte und die Geschehnisse oft hin und her sprangen. Nach wenigen Seiten legten sich diese Schwierigkeiten aber und ich konnte mich voll und ganz auf Rhymes neuen Fall einlassen, der von Seite zu Seite spannender wurde.

Schnell schaffte der Thriller es, mich an die Geschichte zu fesseln. Ich wollte unbedingt hinter das Rätsel des Giftzeichners kommen. Es ließ sich nicht voraus ahnen, hinter welcher Seite nun die nächste Leiche, der nächste Anschlag kommt. Sobald ich jedoch  merkte, dass es wieder spannend werden könnte, flogen die Seiten nur umso schneller dahin.

Da Deaver nicht mit Grausamkeiten spart und für die Taten extrem grußelige Orte gewählt hat, konnte ich das Buch nur lesen, wenn mein Mann auch da war. Ja, ich gebe es zu. Ich bin ein extremer Angsthase, obwohl ich Thriller liebe. Gerade solche wie "Der Giftzeichner" finde ich einfach klasse. Lange, sehr lange tappte ich komplett im Dunkeln was die Hintergründe der Morde angeht. Ich hatte keinerlei Vermutungen und so konnte Deaver mich ohne Probleme nicht nur einmal überraschen.

Als er dann noch die ein oder andere Wendung einbaut, die selbst Rhyme nicht hatte kommen sehen, fesselte mich das Buch noch mehr, sofern das überhaupt möglich war. Ich war überrascht, wie schnell man doch knappe 600 Seiten lesen kann, wenn man die Möglichkeit hat, mal an einer Geschichte dran zu bleiben.

Deavers Stil, die meist nicht so langen Kapitel und die Ermittler, die mir schnell ans Herz gewachsen sind taten ihr übriges, dass ich von dem Buch einfach nur begeistert bin. Meistens ist es ja so, dass man die Auflösung solch einer Geschichte eigentlich kaum erwarten kann. Sobald es aber dem Ende zugeht, ist man doch irgendwie enttäuscht, dass es schon vorbei ist. Auch hier ist das der Fall. Natürlich konnte ich es kaum erwarten, zu wissen was hinter den ganzen Morden steckt, doch vermisse ich das Ermittlerduo Rhyme/Sachs jetzt schon, weswegen ich bestimmt auch noch zu einem der älteren Thriller von Deaver greifen werde. Bis dann der nächste Fall mit den beiden in der Hauptrolle erscheint.

Denn dass es einen nächsten Fall geben wird, daran lässt Deaver am Ende keine Zweifel. Zugegeben, das Ende war auch für meinen Geschmack vielleicht etwas zu überladen. Ich hatte stellenweise das Gefühl, er hat plötzlich so viele Ideen, dass er sie unbedingt alle noch auf die letzten 50 Seiten packen muss, was dann eben etwas zu viel ist. Trotz allem schadet das dem extrem spannenden Thriller nicht wirklich. Zudem gefällt mir der Ausblick in die Zukunft sehr gut, auch wenn das Ende dadurch leicht offen gestaltet ist. Nämlich mit dem Beginn eines neuen Falls. Ich freue mich schon sehr darauf und bin gespannt, was Rhyme und Sachs dann erwartet.

Fazit:
Auch Lincoln Rhymes 11. Fall ist wieder eine Wucht. Extrem spannend, brillante Ermittler und ein Täter, der einem die Haare zu Berge stehen lässt.

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