Montag, 12. Oktober 2015

Rezension "Zornröschen"

Titel: Zornröschen
Autor: Liv Jansen
Verlag: Mira Taschenbuch
Seitenzahl: 300
ISBN: 978-3-95649-210-5
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 9,99
Bezogen über: Blogg dein Buch
Zur Leseprobe *KLICK*

(c) Mira Taschenbuch
Zum Inhalt:
Gerti, Charlotte und Anne verbindet auf den ersten Blick fast nichts, außer, dass sie alle drei obdachlos sind. Auf den zweiten Blick dafür umso mehr. Alle drei sind unverschuldet auf der Straße gelandet. Sei es wegen angeblicher Steuerhinterziehung, dem Weitergeben von Firmeninterna oder sogar Mord. Als die drei sich eines Abends begegnen sind sie alle am Tiefpunkt angelangt. Eigentlich suchen sie nur einen warmen Schlafplatz für die Nacht, doch dabei kommen sie zufällig ins Gespräch und stellen fest, was sie verbindet. Schnell schmieden sie den Plan, sich an denen zu rächen, die dafür verantwortlich sind, was mit ihnen geschah. Was zunächst als Hirngespinst anfängt, wird schnell bitterer Ernst und die Frauen sehen sich mit der Frage konfrontiert, wie weit sie zu gehen bereit sind.

Meine Meinung:
Schon am Klappentext lässt sich erkennen, dass es sich hierbei um einen kurzweilig zu lesenden Roman handelt. Genau mit dieser Erwartung bin ich auch an die Geschichte rangegangen und wurde nicht enttäuscht.

Zunächst lernte ich die drei Frauen und ihre jeweilige Geschichte kennen. Bis auf Gerti fand ich sie sehr sympathisch und hatte großes Mitleid mit ihnen. Gerti jedoch ging mir bereits von Anfang an auf die Nerven. Sie ist sehr speziell und hat eine Art, die es nicht leicht macht, mit ihr klar zu kommen. Sie stammt aus eher ärmlichen Verhältnissen, was man sehr schnell an ihrer Art und ihrer Ausdrucksform merkt. Dass dies jedoch so in den Vordergrund gestellt wird, gefiel mir nicht so sehr.

Allerdings wird das im Laufe der Geschichte besser, denn Gerti bemüht sich, sich anzupassen und nicht immer nur aufzufallen, was sie mit der Zeit deutlich sympathischer machte.

Was den drei Frauen passiert ist, sind natürlich äußerst krasse Beispiele und ich wage es mal zu bezweifeln, dass so etwas auch in echt passieren könnte. Doch zu lesen ist die Geschichte wirklich klasse. Sie ist genau das richtige, wenn man abends sehr müde ist und nur noch ein paar Seiten lesen möchte. Gut aus den paar Seiten wurden oft auch ein paar mehr, denn das Schicksal der drei fesselte mich an die Geschichte. Ich war gespannt, was sie sich überlegen würden, um diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die für ihr Unglück verantwortlich sind.

Hier bekommen sie natürlich einige Hilfe von den verschiedensten Personen. Die Autorin hat allen Protagonisten einen unverwechselbaren und starken Charakter gegeben, was ich toll fand. Sie schafft es sie Personen so zu beschreiben, dass man sie direkt vor Augen hat. Sicherlich ist dies auch der Tatsache geschuldet, dass es alles extrem auffällige und kontroverse Charaktere sind, was aber gut zu der Geschichte passt.

Die Geschichte beginnt langsam und nimmt dann einen rasanten Verlauf. Die Rachepläne nehmen Form an und wurden für meinen Geschmack teilweise etwas zu leicht in die Tat umgesetzt. Es ist schon so, dass den Frauen kaum Steine in den Weg gelegt werden, weswegen man sich fragt, wieso sie nicht schon viel früher auf diese Ideen gekommen sind. Zudem spielen ihnen einige Zufälle in die Hände, die vielleicht etwas zu zufällig sind.

All das schadet dem Unterhaltungswert der Geschichte jedoch nicht wirklich. Da ich genau wusste, worauf ich mich einlasse und keine hohe Literatur erwartet habe, bekam ich genau das, was ich zu dem Zeitpunk brauchte. Das Buch wird sicher all jenen gefallen, die nicht mit allzu hohen Erwartungen an die Geschichte gehen und einfache Unterhaltung für zwischendurch mögen.

Fazit:
"Zornröschen" ist schöne Unterhaltung für zwischendurch. Wer hohe Literatur erwartet, wird sicherlich enttäuscht, doch der gut zu lesende Schreibstil und die toll beschriebenen Charaktere machten "Zornröschen" für mich zu einem kurzweiligen Lesevergnügen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen