Samstag, 26. März 2016

Rezension "Der Club der roten Bänder"

Titel: Der Club der roten Bänder
Autor: Albert Espinosa
Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 224
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 8,99
ISBN: 978-3442221769

(c) RandomHouse
MeineMeinung:
"Der Club der roten Bänder" ist ein sehr spezielles Buch und ganz anders, als ich es erwartet habe. Der Autor Albert Espinosa ist noch ein Teenager, als er erfährt, dass er an Krebs erkrankt ist. Der Kampf gegen diese heimtückische Krankheit soll 10 Jahre andauern. 

Der Titel ist sicher einigen durch die VOX-Serie bekannt. Da ich diese leider verpasst habe, dachte ich mir, schadet es sicher nicht, sich mal mit dem Buch zu beschäftigen, auf dem die Serie im weitesten Sinne basiert. Ich erwartete eine biographische Erzählung von Espinoas Kampf gegen den Krebs und den Erfahrungen, die er dabei gemacht hat. 

Doch genau das bekam ich nicht. Bei diesem Buch handelt es sich viel mehr um einen Ratgeber, um Lebenshilfe. Espinosa schildert durchaus seine Erfahrungen, die er während seiner gesamten Krankenhausaufenthalte gemacht hat, doch verpackt er diese immer in einen Rat, den er dem Leser mit auf den Weg geben will.

Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich nun zu diesem Buch stehe. Da ich etwas ganz anderes erwartet hatte, bin ich schon etwas enttäuscht. Ich hatte keine Listen und Aufzählungen erwartet, sondern eben mehr eine Erzählung seiner Erlebnisse. Ich hatte über die gesamte Lesezeit hinweg, nicht das Gefühl ich käme dem Autor und seinem Leben irgendwie ein bisschen näher. Was kurios ist, da er eigentlich viele Dinge aus seinem Innersten preis gibt. Doch irgendetwas fehlte mir, was dem Buch noch mehr Substanz hätte geben können. Etwas fehlte um die gewisse Nähe aufzubauen. Ich hätte gerne mehr über den Menschen Espinosa erfahren.

Letztendlich sind viele Ratschläge, die Espinosa gibt bzw. vieles, was er während dieser schweren Zeit gelernt hat, durchaus Dinge, die man auf den eigenen Alltag übertragen kann. Nicht nur eine Passage hat mich während des Lesens zum Nachdenken gebracht. Sein Umgang mit dieser schweren Krankheit macht auf der einen Seite Mut und ist trotz alledem sehr realistisch und teilweise knallhart. Auf der anderen Seite hat ich das ein oder andere Mal das Gefühl, er sucht nur positive Dinge, die er aus seiner Erkrankung ziehen kann. Für mich, die selbst eine Person in der Familie hat, die schwer an Krebs erkrankt ist, war das manchmal nur schwer nachzuvollziehen. Aufgrund meines persönlichen Hintergrundes, habe ich dieses Buch ganz bewusst für mich ausgewählt. Ich finde es wichtig, sich auch mit den schlimmen Seiten des Lebens zu beschäftigen. Allerdings ist es sehr schwer, wenn man weiß was so eine Erkrankung aus einem Menschen machen kann, dauernd lesen zu müssen, wie positiv das Ganze ist.

Ich denke, die Fernsehserie hat recht wenig mit dem Buch zu tun. Sie basiert sicher lose auf einigen Erfahrungen und Schilderungen Espinosas. Da es sich bei dem Buch aber wie schon erwähnt eher um einen Ratgeber und eine Auflistung verschiedener Erfahrungen handelt, denke ich, dass die Serie nicht viel mit dem Buch zu tun hat. Das find ich aber so auch gar nicht schlimm, denn beides steht für sich als einzelne Sache.

Im Großen und Ganzen ist das Buch sicherlich interessant. Man muss sich halt im Klaren darüber sein, dass man keine Biographie oder ähnliches bekommt, sondern eine Liste mit Lebenstipps. Der Krebs steht dabei gar nicht so im Vordergrund, sondern eher die Tatsache, welche Lehren man aus einer schweren Krankheit/Zeit ziehen kann. So ganz überzeugen konnte es mich trotzdem nicht, da mir manche Tipps zu sehr mit dem erhobenen Zeigefinger daher kamen. Zudem waren einiges nicht wirklich neu oder sonderlich spannend erzählt. Deshalb konnte ich das Buch auch immer nur in kleinen Etappen lesen.

Fazit:
Nicht ganz das, was ich erwartet habe. Nicht wirklich biographisch, sondern eher eine Liste mit Erfahrungen und Tipps, wie man diese Erfahrungen in seinem Leben verwenden kann. Ich bleibe etwas zwiegespalten zurück, da mich das alles nicht ganz überzeugen konnte. 

Kommentare:

  1. Hey :)

    Gott sei dank hab ich mir das Buch doch nicht geholt xD Ich hab nämlich genau das erwartet: Eine Biographie :) So wie du es aber schilderst, würd es ich nicht wirklich interessieren...
    Die Serie hab ich mal angefangen und sie ist wirklich gut aber leider hab ich keine Zeit mehr dafür gehabt ... :(
    Werde sie aber nachhohlen :)

    Liebe Grüße und frohe Ostern :)


    Alisia

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    1. Hey Alisia,

      ich möchte die Serie auch noch unbedingt sehen und hoffe, dass sie nicht so trocken, wie das Buch ist ;)
      Grüßle Caro

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