Freitag, 21. April 2017

Rezension "Mein Löwenkind"

Titel: Mein Löwenkind
Autor: Elena Pirin
Verlag: Patmos
Seitenzahl: 216
ISBN: 978-3-8436-0767-4
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 19,99 €

(c) Patmos
Meine Meinung:
Elena Pirin und ihr Mann können keine eigenen Kinder bekommen. Also entschließen sie sich zur einer Adoption. Als diese dann tatsächlich klappt, sind sie wie im 7. Himmel. Endlich ein eigenes Kind, endlich jemand den man umsorgen kann, dem man seine Werte mitgeben kann.

Sie sind überglücklich, haben jedoch das erste Lebensjahr eine Betreuerin vom Jugendamt, die schaut, ob sie wirklich mit dem Kind zurecht kommen. Diese stellt dann irgendwann fest, dass das Kind sich nicht "normal" entwickelt. Zumindest nicht so wie es die Gesellschaft vorsieht. Und schneller als sie gucken können stehen Elena und ihr Mann vor einer viel größeren Herausforderung. Sie lieben ihren kleinen Leo (dass sie ihn wie einen Löwen genannt haben ist dann wohl auch ein Zeichen des Schicksals), doch die Herausforderungen, die ein Kind mit Handicap mit sich bringt, sind ganz andere, als die die man sowieso schon als Neueltern zu meistern hat.

Doch Elena und ihr Mann meistern auch diese Herausforderungen. Völlig unaufgeregt und mit genau der richtigen Mischung aus Ernsthaftigkeit und Humor, beschreibt Elena genau diese Stolpersteine, die ihr nun von der Gesellschaft in den Weg gelegt werden. Als Leo älter wird werden diese Herausforderungen nicht leichter. Er begreift, dass er anders ist und Elena bricht es fast das Herz ihm das erklären zu müssen. Hier beschreibt die Autorin wunderschön, die zarte, liebevolle Beziehung, die sie zu ihrem Sohn hat. Man kann als Leser regelrecht spüren, wie tief ihre Liebe zu ihrem Löwenkind geht.

Ich selbst habe kein Kind mit Handicap, doch ich finde, dass dieses Buch unglaublich viel Mut macht. Oft wird das Eltern ja als Katastrophe verkauft, oft werden Eltern bemitleidet, wenn ihr Kind nicht dem "normalen Bild" (und wer entscheidet bitte, was normal ist?) entspricht. Doch Elena Pirin schafft es, dies alles aus einer andere Perspektive, einer mutmachenden und unglaublich positiven Perspektive zu beschreiben. Natürlich ist nicht alles eitel Sonnenschein und natürlich hat sie auch ihre Probleme. Doch hier stellt sich mir die Frage, ob sie sich damit wesentlich von anderen Eltern unterscheidet? Ich denke nein. Jedes Kind ist so individuell und bringt seine ganz eigenen Aufgaben mit sich, egal ob es ein Kind mit oder ohne Handicap ist. Und genau das vermittelt Pirin mit diesem Buch wunderschön.

Ich war überrascht, wie toll das Buch geschrieben war. Ich las es sehr gerne und konnte mich wunderbar in die Autorin hinein versetzen. Sie ist auf keiner Seite auf irgendeine Form von Mitleid aus, denn wieso auch, ihr Leo ist schließlich das Beste, was ihr passiert ist. Das wunderbare Bild, dass diese kleine Familie abgibt, ist ein wunderbares Beispiel, wie Familie funktionieren kann.

Fazit:
Ein gut geschriebenes Sachbuch, das großen Unterhaltungswert hat und das Leben mit einem Kind mit Handicap wunderbar unaufgeregt und ehrlich beschreibt.

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