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Samstag, 24. November 2018

Rezension "Kleiner Wahn"

Titel: Kleiner Wahn
Autor: Dianne Touchell
VerlagCarlsen  
Seitenzahl: 272
ISBN:  978-3-551-56009-4
Einbindungsart: ebook / Hardcover 
Preis: 10,99 € / 15,99 €
Alter: ab 14

(c) Königskinder
Zum Inhalt:
Rose und Michael sind verliebt. So richtig verliebt, die erste große Liebe mit allem drum und dran. Die beiden haben ihr erstes Mal miteinander. Leider vergessen sie dabei zu verhüten. Allerdings ist Rose sich sicher, dass das nichts macht, denn es war ja schließlich das erste Mal. Doch weit gefehlt. Nachdem ihre Periode knapp zwei Monate ausgeblieben ist stellt Rose fest dass sie schwanger ist. Doch eigentlich kann das doch gar nicht sein, oder? Rose ist verzweifelt und hofft dass das einfach wieder vergeht, wenn sie gar nichts tut. Und auch Michael möchte sich eigentlich nicht mit einem Baby auseinander setzen. Und so verdrängen beide die nackte Wahrheit und geraten dadurch in einen schrecklichen Kreislauf, der nicht nur ihre Beziehung zu zerstören droht.

Meine Meinung:
Mittlerweile dürften ja die meisten von euch mitbekommen haben, dass die Königskinder ganz besondere Bücher sind. Und auch hier haben wir wieder ein ganz besonderes Werk vorliegen. Ein Werk welches mich tief berührt, gleichermaßen aber auch schockiert und zum Nachdenken gebracht hat.

Da sind Rose und Michael, die völlig blauäugig an ihre Beziehung und ihr erstes Mal rangehen. Dass man beim ersten Mal sehr wohl schwanger werden kann, dürfte inzwischen wohl so gut wie jedem bekannt sein. Doch das ist eigentlich gar nicht der springende Punkt der Geschichte. Viel mehr nimmt diese erst so richtig Fahrt auf, als Rose bemerkt, dass sie schwanger ist. Durch die ungewollte und ungeplante Schwangerschaft, wird die Beziehung der beiden auf eine harte Probe gestellt. Keiner der beiden will ein Kind und so probieren es beide zunächst erst einmal mit Verdrängung.

Als Rose jedoch merkt, dass ihr ihre Klamotten nicht mehr passen und da tatsächlich etwas in ihr heranwächst, beginnt sie aktiv gegen das Baby in ihrem Inneren zu arbeiten. Sie nimmt Medikamente und tut auch so alles dafür, dass dieser ungewollte Zustand schnell wieder beendet ist.

Eindrücklich beschreibt die Autorin den inneren Kampf den Rose nun ausficht. Die Leugnung der ungewollten Schwangerschaft, den Kampf dagegen. Nicht nur einmal musste ich aufgrund dieses hoch emotionalen Themas heftig schlucken. Als Mutter ging mir die Geschichte besonders nah. Die Autorin schafft es, diese Geschichte mit der nötigen Sensibilität, aber auch Direktheit zu erzählen, weswegen sie mich nachhaltig berührt hat und mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Man muss hier ganz klar sagen, dass dieses Buch ein wirklich hartes Thema beeinhaltet, nämlich den Versuch der Abtreibung. Den Versuch das eigene ungeliebte Baby loszuwerden. Für mich als Mutter war das nur schwer nachzuvollziehen und zu begreifen. Wäre ich selbst keine Mutter hätte mich die Geschichte emotional mit Sicherheit nicht so mitgenommen. Ich finde es gut, dass die Autorin sich an so ein schwieriges Thema heranwagt. Dies war sicher eine große Herausforderung, welche die Autorin toll gemeistert hat.

Als Warnung sei vielleicht gesagt, dass sehr schonungslos mit dem Thema umgegangen wird und auch sehr direkt. Es werden die Versuche der Abtreibung explizit beschrieben und auch beim Ergebnis dieser Versuche nimmt die Autorin kein Blatt vor den Mund.

Fazit:
"Kleiner Wahn" ist ein gleichermaßen faszinierendes, wie auch schockierendes Buch. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen erzählt die Autorin die berührende Geschichte von Rose und Michael, die mit einer ungewollten Schwangerschaft klar kommen müssen und dabei sich selbst verlieren. 

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