Samstag, 5. März 2011

Rezension "Stolz und Vorurteil"

Titel: Stolz und Vorurteil
AutorJane Austen 
Verlag: Fischer Klassik
Seitenzahl: 423
ISBN: 978-3596900046
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 8,00 € 


Eine oberflächliche Familie, in der nur das Äußere zählt, zwei gut betuchte Männer und eine Liebe, die nicht sein soll.

Zum Inhalt:
"Stolz und Vorurteil" erzählt die Geschichte der Familie Bennet, vorallem die der Töchter. Familie Bennet, ist eine Familie, die weder arm noch sonderlich reich ist. Allerdings sind fast alle Frauen der Familie völlig oberflächlich. Ihnen geht es nur darum, wer am schönsten ist, wer das größte und schönste Haus hat, wer die schönsten Bälle feiert und wer den reichsten Mann abbekommt. Zwei der Töchter jedoch, sind ein bisschen  mehr mit Intelligenz gesegnet. Sie sehen, dass es wichtigere Dinge im Leben als Geld gibt und würden nur aus Liebe heiraten. Als eines Tages die Herren Bingley und Darcy im Dorf auftauchen, wittert die Mutter ihre Chance, eine oder zwei ihrer Töchter an einen reichen Mann zu verheiraten. Die älteste Tochter ist Herrn Bingley auch relativ schnell sehr zugetan, doch hat sie nicht mit seinen Schwestern gerechnet. Diese wollen eine unstandesgemäße Hochzeit ihres Bruders um jeden Preis verhindern. Fast scheint es so, als würde ihnen das auch gelingen. Die Hauptrollen in "Stolz und Vorurteil" spielen aber eigentlich die zweitälteste Tochter Elisabeth und Mr. Darcy. Dieser ist Elisabeth zunächst völlig unsympathisch. Er ist unnahbar und meistens auch ziemlich unfreundlich. Sie hört lauter schlechte Dinge über ihn und ist nie begeistert, wenn sie ihn irgendwo trifft. Doch plötzlich ändern sich ihre Gefühle ihm gegenüber, denn vieles ist doch nicht so, wie es auf den ersten Blick scheint. 

Meine Meinung:
"Stolz und Vorurteil" ist auch so ein Klassiker, den ich schon lange mal lesen wollte. Zum Glück habe ich es jetzt endlich geschafft. Ich kam zwar relativ schwer in die Geschichte rein, da ich mich erst wieder an den alten Schreibstil gewöhnen musste. Doch nachdem ich eine Weile gelesen habe, war ich richtig gut drinnen und hatte viel Spaß beim Lesen. 

Der Titel ist sehr passend, da sowohl Stolz und auch Vorurteil in der Geschichte häufig vorkommen und sehr gut herausgestellt werden. Die Seite des Stolzes liegt in diesem Fall bei Mr.Darcy, der diese Wesensart erst sehr spät ablegen kann. Die Seite des Vorurteils liegt bei Elisabeth, die auch erst recht spät in der Geschichte merkt, dass man manchmal auch hinter die Fassade schauen muss, damit man seine Vorurteile widerlegt sieht. 

Jane Austen hat einen wunderbaren Schreibstil. Sie stellt die Oberflächlickeit der Frauen wahnsinnig gut dar. Wunderschön auf die Spitze getrieben und völlig übertrieben dargestellt, einfach herrlich. Die Protagonistinnen können einem eigentlich nur auf die Nerven gehen und man kann eigentlich nur völlig ungläubig den Kopf über deren Handeln schütteln, wenn man aber bedenkt, dass Jane Austen das vermutlich absichtlich so dargestellt hat, kann man sich köstlich amüsieren. 

Natürlich ist auch die Emanzipation ein Stück weit ein Thema. Vorallem Elisabeth sieht es nicht ein, sich einfach mit irgend einem Mann verheiraten zu lassen. Sie möchte ihre Entscheidung schon selbst und aus Liebe treffen. Es hat mir gut gefallen, dass es zumindest eine, eigentlich sogar zwei vernünftige und mitdenkende Frauen in dieser Familie gab. Der Kontrast zwischen dumm und mitdenkend wird dadurch noch deutlicher. Natürlich ist es schon etwas merkwürdig, dass Elisabeth Mr. Darcy monatelang total unsympathisch findet und sich das dann von einem auf den anderen Augenblick ändert. Aber das muss man einfach so hinnehmen, denn es kommt eine sehr schöne Liebesgeschichte gegen jede Regel dabei heraus. Elisabeth steht nämlich eigentlich von ihrem Ansehen her, weit unter Mr.Darcy. Dass sich die beiden dagegen wehren und ihre Liebe durchsetzen, finde ich echt schön. 

Das Einzigste was mich ein bisschen gestört hat, war dass das Buch an manchen Stellen etwas langatmig war. Manche Szenen wurden sehr detailiert beschrieben, manche Szenen wiederholten sich mehrmals. Die Besuche von Mr.Darcy zum Beispiel, laufen eine zeitlang immer nach dem selben Schema ab. Da musste ich mich dann schon dazuzuwingen immer wieder die gleiche Szene zu lesen. Aber das ist wirklich nicht so schlimm, da "Stolz und Vorurteil" auch dank seiner Tiefe wirklich sehr lesenswert ist. Jane Austen hat damit definitv ein revolutionäres Werk geschaffen. Galt es früher noch als Schund, ist es heute ein lesenswerter Klassiker, den ich euch allen gerne ans Herz lege ;)

Zu der Fischer-Klassik-Ausgabe die ich gelesen habe gibt es auch noch etwas zu sagen. Nach der Geschichte gibt es einen kurzen Anhang mit einem Auszug aus dem "Kindlers Literatur Lexikon". Dort sind die Hintergründe von "Stolz und Vorurteil" gut dargestellt und es gibt einige interessante Dinge zu erfahren, auf die ich so gar nicht gekommen wäre.

Fazit:
Eine wunderschöne Geschichte, geprägt von Stolz und Vorurteil, mit einem glücklichen Ende für Alle. 


Kommentare:

  1. Das Buch liegt auch noch auf meinem SuB. Einmal habe ich angefangen und ich war von dem Schreibstil so genervt, dass ich es wieder bei Seite gelegt habe. Vielleicht sollte ich einen neuen Versuch starten :D

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    1. :P du ich kann das gut verstehen. Diese alten Bücher sind immer nicht ganz einfach zu lesen. Ich hatte z.B. mit Jane Eyre noch viel mehr Probleme, weil da die ganzen Beschreibungen so dermaßen ausführlich sind. Ich kann also schon verstehen, wenn einem das auf die Nerven geht! Ich bin jetzt auch nicht der absolute Fan von Klassikern und habe noch nicht so arg viele gelesen, da ich dafür tendenziell länger brauche, als für neue Bücher ;) Also wenn es nichts für dich ist, lass es einfach :)

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