Montag, 16. September 2019

Rezension "Die magische Pforte der Anderwelt

Titel: Die magische Pforte der Anderwelt
Autor: Sandra Regnier
Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 336
ISBN:  978-3-551-31687-5
Einbindungsart: Taschenbuch / ebook
Preis: 8,99 € / 3,99 €
Alter: ab 14 Jahren


(c) Carlsen
Zum Inhalt:
Allison ist eine ganz normale Schülerin. Sie geht auf eine Schule in Edinburgh. Zu ihrem Leidwesen landet sie regelmäßig in den unterirdischen Gassen, die zwar eine Touristenattraktion sind, bei ihr aber eher Beklemmungen auslösen. Als sie mit ihrer Schulklasse einen Ausflug dorthin macht, denkt sie sich nichts weiter dabei, bis sie kurze Zeit später auf Finn stößt, der behauptet dass sie eine magische Pforte geöffnet hätte. Allison glaub Finn kein Wort und als er dann auch noch von ihr verlangt diese Pforte wieder zu schließen, ist sie völlig von der Rolle. Denn Magie gibt es schließlich gar nicht, oder? 

Meine Meinung:
Bisher habe ich die Pan-Trilogie von Sandra Regnier noch nicht gelesen. Dies ist also mein erstes Buch der Autorin gewesen und ich war sehr gespannt auf die Geschichte. Da ich im Moment nicht so viel Fantasy lese, bin ich immer wieder überrascht, wie vielfältig das Genre ist und wie mich die Bücher dann doch immer wieder überzeugen können.

So auch dieses Buch, welches ich tatsächlich unheimlich gut fand. Das fing schon von der ersten Seite an. Ich wollte eigentlich nur kurz in die Geschichte reinlesen und ehe ich richtig schauen konnte, war ich schon völlig gefangen in dem Geschehen. Dies lag vor allem zunächst am Schreibstil der Autorin, den ich einfach unheimlich gut finde. Er ist witzig und zudem noch locker leicht. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich mich so gut amüsieren würde und so oft würde lachen müssen. Aber genau das war der Fall. Regnier schreibt tatsächlich so lustig, dass ich nicht anders konnte als immer wieder zu grinsen und herzhaft zu lachen.

Zudem schafft sie mit Allison eine sehr sympathische, tollpatschige und auch liebenswerte Protagonistin. Ich mochte sie von Anfang an sehr gerne und fieberte mit ihr mit. Ich war ganz gespannt, was geschehen würde und wie sie mit der plötzlichen Magie in ihrem Leben zurecht kommen würde. Auch Finn mochte ich gerne. Er kommt zwar erst wie ein riesiger Stinkstiefel rüber, man merkt aber im Verlauf der Geschichte, dass da viel mehr dahinter steckt und er eigentlich hinter seiner harten Schale einen sehr weichen Kern hat.

Regnier schafft es außerdem genau die Art von Fantasy zu schreiben, die ich am meisten mag. Fantasy, die in unserer echten Welt spielt, wie eben bspw. Harry Potter. Also Fantasy, die nicht von magischen Geschöpfen überflutet wird, sondern diese eher dezent in die Geschichte eingeflochten werden und alles seinen Mittelpunkt in der realen Welt hat. Dies ist hier zum größten Teil der Fall und auch die Ausflüge nach Avalon fand ich richtig toll. Ich muss unbedingt die komplette Pan-Trilogie lesen und bin froh dass diese schon in meinem Regal steht. Und selbst wenn diese komplett in der Elfenwelt spielen sollte, so bin ich fest überzeugt davon, dass sie mir gefallen wird. Denn wenn ich einmal eine Autorin gefunden habe, deren Stil mir gefällt, so ist das eigentlich dann bei all ihren Büchern der Fall. Und so freue ich mich schon sehr auf die Lektüre.

Und auch von der Spannung her findet das Buch genau das richtige Maß. Ich bin total gespannt auf den zweiten Teil des Spinn-Offs, denn es bleiben doch einige Fragen offen, die ich gerne geklärt hätte und von denen ich gerne erfahren würde, wie sie aufgelöst werden. Umso begeisterter bin ich, dass der nächste Teil schon im Oktober kommt. Ich freue mich sehr darauf. 

Fazit:
Ein unheimlich gutes Buch. Toller Schreibstil, der herrlich leicht und humorvoll ist, eine spannende Handlung und tolle Charaktere machen dieses Buch zu einem wunderbaren Erlebnis.


Sonntag, 15. September 2019

Rezension "Conni 15: Mein Sommer fast ohne Jungs"

Titel: Conni 15: Mein Sommer fast ohne Jungs
Autor: Dagmar Hoßfeld
Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 256
ISBN:  978-3-551-26002-4
Einbindungsart: Broschiert / ebook
Preis: 12,99 € / 7,99 €
Alter: ab 12 Jahren

(c) Carlsen
Zum Inhalt:
Connis Freund macht eins Auslandshalbjahr in den USA und ist unheimlich weit weg. Da Conni Sommerferien hat, langweilt sie sich unheimlich und weiß nicht besonders viel mit sich anzufangen. Ihre Freundinnen sind mit ihren Freunden beschäftigt und so beschließt Conni sich einen Job zu suchen. Ein kleiner Eisladen stellt sie sofort ein und Conni hat fortan eine Beschäftigung. Eigentlich super, wenn da nicht dieser süße Junge wäre, der regelmäßig Eis bei ihr kauft und in dessen blauen Augen sie am liebsten versinken würde. Doch eigentlich hat sie ja einen Freund, oder?

Meine Meinung: 
Wer kennt sie nicht? "Conni mit der Schleife im Haar". Regelmäßig lese ich mit meiner Tochter Geschichten von Conni, die CD mit den Liedern läuft bei uns im Auto rauf und runter. Und so war ich gespannt, wie wohl die jugendliche Conni sein würde. Immer noch so anstrengend perfekt oder vielleicht doch wie ein echter Teenager.

Und ich muss sagen, dass ich die Geschichte tatsächlich sehr gerne gelesen habe. Ich empfand Conni als angenehm bodenständig und normal. Die Probleme die sie hat, die Gedanken die sie beschäftigen, werden sicherlich vielen Teenagern bekannt vorkommen und so finde ich das Buch für die Zielgruppe richtig gut.

Ich fand es klasse den Charakteren, die ich schon aus den Vorlesebüchern für meine Tochter kenne auch in Büchern für größere Kinder wieder zu begegnen. Ob Conni, ihre Eltern, ihr Bruder Jakob oder aber auch ihre Freundin Anna. Alle bekommen sie einen Platz in dieser Geschichte.

Der Schreibstil ist super zu lesen und bei mir vermittelte das Buch ein absolutes Sommerfeeling. Ich fand es super jetzt passend zum Sommer von Eis und Schwimmen gehen zu lesen, dass ich mich fast gefühlt habe, als wäre ich selbst dabei gewesen. Dieses Buch ist also definitiv die perfekte Lektüre für einen Urlaub am Pool. Das spiegelt auch das schöne sommerliche Cover wieder.

Natürlich ist das Buch jetzt nicht unbedingt wahnsinnig spannend, aber irgendwie lief das einfach total gut mit und ich habe es ziemlich flott gelesen. Außerdem wollte ich natürlich wissen, was denn nun mit Conni und ihrem Freund und dem unbekannten gut aussehenden Jungen ist. Auch hier merkte man immer wieder, dass Conni eben so gar nicht perfekt ist, sondern einfach das ganz normale Gefühlschaos einer Jugendlichen in sich trägt. Das fand ich schön zu beobachten. 

Fazit:
Eine sommerliche Lektüre für Jugendliche, in der Conni mit ihren Gefühlen kämpfen muss. Das Buch ist herrlich leicht geschrieben und so prima für Zwischendurch.

Dienstag, 10. September 2019

Rezension "Hope"

Titel: Hope
Autor: Peer Martin
Verlag: Dressler
Seitenzahl: 544
ISBN: 978-3-7915-0139-0
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 20,00 € / 12,99 €
Alter: ab 16 Jahren

(c) Dressler
Zum Inhalt:
Mathis ist ein junger Mann, der gerne eine Reportage schreiben würde. Eine Reportage über eine Flucht von Afrika nach Kanada. Dafür sucht er vor Ort nach einer geeigneten Person und stößt auf das Kind Hope. Alles andere als begeistert von dem Gedanken, nun ein Kind bei sich zu haben, machen sie sich gemeinsam auf den Weg. Sie begeben sich auf eine Reise, die mehr Gefahren birgt, als Mathis jemals hätte ahnen können. Eine Reise, die ihn und seine Sicht auf die Welt, komplett verändert.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist mein Highlight dieses Jahr. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich meine Meinung wirklich in Worte fassen soll, denn dieses Buch hat mich einfach nur geplättet. Es hat mich an emotionale Grenzen gebracht, womit ich niemals gerechnet hätte.

Mir war klar, dass dieses Buch keine leichte Kost wird und ich war gespannt auf die Geschichte rund um Hopes Flucht, doch was ich bekam war viel mehr als das. Nicht nur Mathis sieht die Welt nach seiner Reise mit anderen Augen, nein auch ich mache das, nach dieser Lektüre. Dieses Buch hat so viel in mir aufgewühlt und mich stellenweise so sprachlos gemacht, dass mir immer noch die Worte fehlen. Niemals hätte ich mit so viel Tiefgang, mit so vielen wichtigen Themen gerechnet.

Der Autor kann fantastisch schreiben. Er hat eine so extrem bildgewaltige Sprache, die Bilder vor meinem inneren Auge hat entstehen lassen, die mich fast in meine Träume verfolgt hätten. Eindrücklich beschreibt er, was Mathis und Hope auf ihrer Flucht erleben und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Er schreckt vor keinem Thema zurück und schildert auf grausame und authentische Weise, wie es in vielen Teilen dieser Welt zugeht. Ob Bandenkriege, Drogenhandel, Menschenschmuggel, Verstümmelung, Vergewaltigung und Ermordung von Menschen. Und nicht nur das, nein der Autor gibt der Erde selbst eine Stimme. Das Buch schreit einem förmlich die Zerstörung entgegen. Es hat mich so aufgerüttelt, das ich unbedingt etwas tun muss. Die Zerstörung des Regenwaldes, die Zerstörung unserer Weltmeere wird so unfassbar eindrücklich geschildert, dass ich schon wieder eine Gänsehaut bekomme.

Dabei schafft es der Autor diese Fakten wunderbar in die Geschichte einzuflechte, in dem er Mathis Hope Dinge erklären oder die beiden eben Dinge am eigenen Leib spüren lässt. Zudem gibt es nach Abschluss jeden Kapitels zwei Seiten mit sachlichen Informationen, bei denen der Autor nochmal ins Detail geht und der Leser abseits jeder Fiktion noch einmal die harten Fakten präsentiert bekommt. Schön finde ich es auch, dass es zu jedem negativen Punkt auch immer den Punkt "Hoffnung" gibt und man feststellt, dass sich sehr wohl Dinge auf der Welt verändern, dass immer mehr Menschen nachdenken und helfen wollen.

Das Buch hat vom Verlag die Altersangabe ab 16 und das kommt nicht von ungefähr. Vor Gewalt wird hier kein Halt gemacht, doch das ist auch nötig um tatsächlich aufzurütteln. Ich bin so unfassbar beeindruckt von diesem Buch, dass ich es gerade am liebsten jedem in die Hand drücken würde, damit es so viele Leser wie möglich bekommt. Die Geschichte von Mathis und Hope mag fiktiv sein, die Geschehnisse in dem Buch sind es leider nicht. Viele der Dinge hat man vielleicht schon mal gehört, doch sie so direkt noch einmal präsentiert zu bekommen, miterleben zu müssen, wie Protagonisten, die einem ans Herz gewachsen sind, durch die Hölle gehen, ist nochmal ein ganz anderes Kaliber.

In der Leserunde, in der ich das Buch gelesen habe, sagte jemand, dass man dieses Buch als schulische Pflichtlektüre einführen sollte. Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Noch nie habe ich ein Buch in der Hand gehabt, in dem der Autor die Missstände dieser Welt so gut auf den Punkt bringt und so eindrücklich erzählt, wie hier. Dieses Buch wird sicherlich noch lange in meinem Gedächtnis bleiben und mich so schnell nicht mehr loslassen.

Fazit:
Bitte lest dieses Buch. Nehmt euch die Zeit Hope auf ihrer Flucht zu begleiten. Selten habe ich ein so eindrückliches Buch gelesen, wie dieses hier, das mich so nachhaltig emotional beeindruckt hat, dass ich es vermutlich nie wieder vergessen werde.


Montag, 9. September 2019

Rezension "Sorry not sorry"

Titel: Sorry not Sorry
Autor: Ella Amato
VerlagCarlsen
Seitenzahl: 377
ISBN: 978-3-646-60491-7
Einbindungsart: ebook
Preis: 3,99 €
Alter: ab 14 Jahren


(c) Impress
Zum Inhalt:
Tilda versteht sich absolut nicht mit der neuen Freundin ihres Vaters. Deswegen schickt dieser sie in die USA zu ihrer Mutter und deren neuem Mann. Allerdings versteht sie sich mit den beiden genauso wenig und zudem hat sie auch noch absolut unerträgliche Stiefgeschwister. Tristan sieht zwar unfassbar heiß aus, ist jedoch so ein Kotzbrocken, dass Tilda am liebsten wieder die Flucht ergreifen würde. Nach und nach scheint Tristan sich jedoch etwas zu öffnen und Tilda merkt, dass da eigentlich noch viel mehr hinter seiner abweisenden Fassade steckt, als sie eigentlich dachte. 

Meine Meinung:
"Sorry not Sorry" passt gerade eigentlich perfekt in mein Beuteschema. Eine Liebesgeschichte mit zwei Protagonisten, die sich zu Beginn nicht ausstehen können und sich dann irgendwann näher kommen. So dachte ich auf jeden Fall.

Doch leider wurde ich etwas enttäuscht, vor allem, da im Untertitel steht "Liebesroman". Ich finde nämlich nicht wirklich, dass das Buch ein Liebesroman ist. Viel mehr ist das Buch - für mich zumindest - ein Thriller, der zwar Elemente eines Liebesromans hat, diese jedoch definitiv nicht Hauptbestandteil der Geschichte sind.

Die Geschehnisse sind relativ spannend, womit ich ehrlich gesagt nicht gerechnet hatte. Ich finde das grundsätzlich auch nicht so schlimm, nur finde ich die Bezeichnung "Liebesroman" dann einfach etwas unglücklich. Zudem wird die Geschichte gegen Ende immer dramatischer und für mich leider auch etwas zu übertrieben. Ich fand es alles etwas viel und drüber und so musste ich stellenweise etwas die Augen verdrehen.

Die Protagonisten werden definitiv auch nicht meine Lieblingsprotagonisten. Tilda fand ich sehr anstrengend mit ihrer zickigen Art, auch wenn ich sie stellenweise verstehen konnte. Und auch Tristan ist ein recht schwieriger Charakter. Vom Grundsatz her sind die Protagonisten gut durchdacht und facettenreich, doch es fehlt einfach jemand, den ich wirklich gern haben konnte, der mir ans Herz wuchs. Das schaffte nämlich keiner der Charaktere, am ehesten noch das Kindermädchen.

Der Schreibstil der Autorin ist nicht schlecht und lässt sich gut lesen, aber das Buch wird mir leider nicht als Highlight im Gedächtnis bleiben. Es ist alles ganz nett, mehr aber auch nicht. Schade, ich hatte mir etwas mehr eine Wohlfühlgeschichte erhofft. Diese Hoffnungen wurden leider nicht erfüllt. 

Fazit:
Ein Buch, dass durch den Titel sehr irreführend ist. Denn für mich ist das keine Liebesgeschichte, sondern ein Thriller mit Liebeselementen, der mir stellenweise zu überzogen war und mich leider nicht komplett überzeugen konnte.



Sonntag, 8. September 2019

Rezension "Left to fate"

Titel: Left to fate. Die Ausgesetzten
Autor: Gloria Trutnau
Seitenzahl: 384
ISBN: 978-3-551-31801-5
Einbindungsart: Taschenbuch / ebook
Preis: 13,99 € / 3,99 €
Alter: ab 14 Jahren

(c) Carlsen
Zum Inhalt:
Als Samantha aufwacht, weiß sie nicht wo sie ist und warum sie genau an diesem Ort ist. David gabelt sie auf und bringt sie in sein Hauptquartier. Dort erfährt Samantha, dass sie sich in New York befindet, einem riesigen Gefängnis für Straftäter und solche, die mal welche werden könnte. Die Regierung des totalitären States Concordia hat sie dort eingesperrt. Zwischen Bandenkämpfen, Kampf ums Überleben und Einsamkeit entwickelt sich eine zarte Bande zwischen ihr und David, die schon bald auf eine große Probe gestellt wird.

Meine Meinung:
Das Buch "Left to fate" hat den Tolino/Impress-Wettbewerb im letzten Jahr gewonnen. Zu Recht, wie ich finde, wenn mich auch das Ende nicht ganz überzeugen konnte.

Nach Lesen des Klappentextes erwartete ich eine Dystopie, was ich im Prinzip auch bekam. Der Schauplatz des Buches ist New York. Und zwar in der Zukunft. New York ist ziemlich zerstört und nur die Gefangenen leben dort. Ich mag solche Szenarien und so fand ich schnell und gut in die Geschichte hinein. Ich war gespannt auf die weiteren Beschreibungen der Schauplätze und war sehr schnell gefesselt vom Geschehen. Die Autorin beschreibt alles so toll und detailliert, dass ich stellenweise das Gefühl hatte, ich würde selbst durch das zerstörte New York laufen. Der Schreibstil ist wirklich klasse und gefiel mir sehr gut.

Die Charaktere gefielen mir ebenfalls sehr gut. Zum einen David, der nur auf den ersten Blick verschlossen und abweisend wirkt und hinter dessen Fassade so viel mehr steckt. Und auch Samantha, die sich als mutige junge Frau entpuppt, die vor Herausforderungen nicht zurück schreckt, wenn sie dabei auch immer etwas naiv ist gefiel mir gut. Und auch die restlichen Charaktere sind gut gelungen. Alle wirken gut durchdacht und glaubwürdig. Jeder ist einzigartig und alle haben unterschiedliche Facetten. Auch das hat die Autorin echt gut gemacht.

Was mir etwas gefehlt hat, war die Liebesgeschichte. Zwar gibt es ganz zarte Bande zwischen Samantha und David, aber diese ist wirklich sehr dezent und kommt kaum vom Fleck. Zudem redet sich Samantha ständig ein, dass David sie ja gar nicht mögen kann, in Situationen, die ich so nicht ganz nachvollziehen konnte. Das fand ich etwas schade, denn durch das Cover hatte ich irgendwie etwas mehr in diese Richtung erwartet und mir auch erhofft.

Und dann gibt es da noch einen Punkt auf den ich leider nicht näher eingehen kann, da ich sonst spoilern würde. Dieser hängt mit Samantha zusammen und deren Vergangenheit und hat mich total verwirrt. Ich konnte das bis zum Ende nicht wirklich nachvollziehen und so blieb hier ein riesiges Fragezeichen.

Auch das Ende war leider gar nicht meins. Auch das war mir zu verwirrend und hat mir nicht wirklich gefallen. Hier hätte ich mir einen ganz anderen Ausgang gewünscht. Die Autorin geht hier ihren eigenen Weg und wählt auf jeden Fall eine nicht vorhersehbare Variante, doch mir hat das leider nicht so gut gefallen. Ich finde das echt ein bisschen schade, denn grundsätzlich mag ich das Buch sehr gerne. Doch wenn ein Ende in einem Buch mir nicht so ganz gefällt, führt das schnell dazu, dass ich am Ende so gar nicht zufrieden mit der Geschichte bin.

Fazit:
Ein Buch mit ganz tollem Setting und tollen Charakteren, welches extrem spannend war und sich hat super lesen lassen, mit dessen Ende ich aber leider nicht ganz zufrieden bin.


Samstag, 7. September 2019

Rezension "The Kingdom"

Titel: The Kingdom - Das Erwachen der Seele
Autor: Jess Rothenberg
VerlagOetinger
Seitenzahl: 320
ISBN: 978-3-7891-1407-6
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 20,00 € / 13,99 €
Alter: ab 14 Jahren

(c) Oetinger
Zum Inhalt:
Ana ist eine KI, eine künstliche Intelligenz. Zusammen mit ihren "Schwestern" soll sie den Besuchern von "The Kingdom" jeden Wunsch von den Lippen ablesen und erfüllen. Der moderne Vergnügungspark ist voller biotechnischer Tiere, die mehr als echt wirken. Als Ana beschuldigt wird den Parkangestellten Owen ermordet zu haben, steht plötzlich die Frage im Raum, ob die KIs vielleicht mehr Emotionen besitzen, als alle gedacht haben. Die Frage ob Ana überhaupt schuldfähig ist, bestimmt fortan die Medien und hinterlässt die Tiefe Frage, ab wann ein Lebewesen als solches angesehen werden kann.

Meine Meinung:
Dieses Buch stimmt von vorne bis hinten. Das Cover ist absolut grandios, sodass es sofort meinen Blick auf sich gezogen hat. Der Klappentext klingt ebenfalls extrem spannend und so war ich unfassbar gespannt auf diese Geschichte.

Ich lese ja immer noch sehr gerne Dystopien, dieses Buch ist zwar keine Dystopie, spielt aber ebenfalls in der Zukunft, in der künstliche Intelligenzen keine Seltenheit mehr, sondern an der Tagesordnung sind. Ausgestorbene Tierarten werden künstlich nachgezüchtet, was recht schnell moralische und ethische Fragen aufwirft. Was darf der Mensch? Wann darf der Mensch über Leben und Tod bestimmen ? Ich mag solche Zukunfsszenarien sehr gerne, die vor allem so viel Tiefgang besitzen, dass sie mich nicht nur einmal zum Nachdenken bringen.

Die Geschichte selbst ist von der ersten bis zur letzten Seite sehr spannend und so hatte ich sie tatsächlich in einem Rutsch durchgelesen. Kaum mehr als zwei Abende waren nötig, da ich die Geschehnisse förmlich inhaliert habe. Der Schreibstil und die kreativen Ideen der Autorin sind so toll, dass die Geschichte zu keinem Zeitpunkt langatmig wird, sondern das spannende Niveau durchgehend halten kann.

Was ebenfalls dazu beitrug, dass die Seiten nur so dahin flogen, war auch die Aufmachung des Buches. Hier lernen wir die Geschichte nämlich von zwei Seiten kennen. Zum einen die Gegenwart, in der Ana vor Gericht steht, wegen des Mordes an Owen und zum anderen erfahren wir, wie es dazu gekommen ist. Hierbei wurde nicht nur die reine Erzählform gewählt, nein auch Gerichtsprotokolle, Gesprächsauszüge oder einige vereinzelte Fotos werden herangezogen um uns Leser so tief wie möglich in die Geschichte hinein zu ziehen. 

Ich fand es extrem spannend zu beobachten, dass die KIs definitiv mehr sind als reine Maschinen, auch wenn der Vergnügungspark das nicht so sieht. Für dne Park und die Chefs sind Ana und ihre "Schwestern" einfach nur Puppen, die zu funktionieren haben. Jegliches aus der Reihe tanzen wird bestraft. Die ethische Frage, wann ein Mensch ein Mensch ist und was uns Menschen überhaupt ausmacht, steht über die komplette Zeit im Raum. Dies lässt sich auch bis zum Ende nicht abschließend klären, bringt aber sicherlich jeden, der dieses Buch liest zum Nachdenken. Denn dieses Buch ist so viel mehr als ein Zukunfsszenario, so viel mehr als nur ein Fantasybuch. Es hat so viele Stellen, die zum Nachdenken anregen, über Schuld und Unschuld, über Emotionen und die Gier der Menschen. Und über allem eben die Frage, was einen Menschen ausmacht und inwieweit sich einige wenige Menschen über vermeintlich schwächere erheben dürfen.

Fazit:
Eine grandiose Geschichte, die mich von der ersten Seite an gefesselt und mitgenommen hat. Ich liebe dieses Buch, spielt es doch mit großen moralischen Fragen und überzeugt dabei mit Spannung, Schreibstil und einem äußerst faszinierenden Szenario. 



Freitag, 6. September 2019

Rezension "Nova & Avon - Mein böser, böser Zwilling"

Titel: Nova & Avon - Mein böser, böser Zwilling
Autor: Tanja Voosen
VerlagCarlsen
Seitenzahl: 304
ISBN: 978-3-551-65381-9
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 11,99 € / 7,99 €
Alter: ab 11 Jahren
Band: 1/2


(c) Carlsen
Zum Inhalt:
Nova ist unscheinbar und tollpatschig. Sie ist so schüchtern, dass sie vor dem süßesten Jungen der Schule kaum ein Wort heraus bekommt. Ihr Leben ist recht langweilig, sieht man mal von ihren Eltern ab, die sich fast ausschließlich mit dem Übersinnlichen beschäftigen. Als Nova eines Tages auf einem Jahrmarkt von einer Wahrsagerin verflucht wird, ändert sich das jedoch schlagartig. Denn plötzlich gibt es da Avon, sie sieht genauso aus wie Nova ist nur leider sehr böse. Und dieser böse Zwilling bringt Nova überall in Verruf. Nova muss dringend etwas tun, denn sie weiß, dass es nur eine von ihnen beiden geben kann.


Meine Meinung:
Ich mag ja die Bücher von Tanja Voosen sehr gerne. Sie schreibt herrlich leicht und mit einer Prise Humor, was mir ebenfalls sehr gut gefällt. Bisher habe ich jedoch nur Jugendbücher von ihr gelesen und so war ich sehr gespannt darauf, wie dieses Buch, welches ja etwas kindlicher als ihre anderen Bücher ist, so sein würde.


Der Schreibstil ist, wie gewohnt locker leicht und super zu lesen. Ich flog nur so durch die Seiten und brauchte keinen ganzen Tag um das Buch zu lesen. Ich fühle mich einfach immer so wohl, wenn ich ein Buch von Tanja Voosen lese, denn sie kann definitiv gut schreiben.

Auch die Idee der bösen Doppelgängerin fand ich richtig witzig und kreativ. Und so war ich sehr gespannt darauf, Avon kennenzulernen. Doch zunächst einmal lernte ich Novas Eltern kennen, die sehr schrullig sind und mich auch das ein oder anderen mal zum Grinsen brachten. Nova tat mir stellenweise richtig Leid, denn Peinlichkeiten gehen ihre Eltern definitiv nicht aus dem Weg. Als Avon dann auftauchte nahm die Geschichte an Fahrt auf. Ich hätte sie am liebsten gepackt und eigenhändig aus der Geschichte vertrieben. Sie war wirklich richtig böse und schien nur zum Ziel zu haben Novas Leben zu zerstören.

 Vom Spannungsgrad her, war die Geschichte ganz nett, aber nicht überwältigend. Hier darf man aber vielleicht auch nicht vergessen, dass die Altersempfehlung des Verlages "ab 11" lautet. Zu spannend darf die Geschichte dann vielleicht auch nicht sein und so fühlte ich mich trotz fehlender Spannung recht gut unterhalten. Denn der tolle Schreibstil und der Humor machen die wenige Spannung definitiv wett.

Und trotzdem fieberte ich auch mit Nova mit und hoffte, dass sie ihren bösen Zwilling schnell wieder los wird. Gemeinsam mit ihrer neu gewonnenen Freundin, tut sie alles dafür, damit dies auch geschieht. Die Versuche, die die beiden dabei unternehmen waren herrlich komisch mit anzusehen und so hat Tanja Voosen hier definitiv alles richtig gemacht.

Was ich ebenfalls richtig cool finde, ist im Übrigen das Cover. Dast ist ein echter Hingucker und richtig gelungen. Ich werde die Bücher alleine wegen des Covers in meinem Regal stehen lassen. 

Fazit:
Ein Buch, das durch tolle und schrullige Charaktere und eine gut geschriebene Geschichte überzeugen kann, dem zwar etwas die Spannung fehlt, dessen Handlung aber so kreativ ist, dass ich es gerne gelesen habe. 


Donnerstag, 5. September 2019

Rezension "Mein Körper gehört mir - Jubiläumsausgabe"

Titel: Mein Körper gehört mir! - Jubiläumsausgabe
Autor: Dagmar Geisler (Illustrationen) / Profamilia
VerlagLoewe
Seitenzahl: 40
ISBN: 978-3-7432-0301-3
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 12,95 €
Alter: ab 5 Jahren

(c) Loewe
Zum Inhalt & Meine Meinung:
Aufklärung ist unheimlich wichtig. Gerade in der heutigen Zeit. Das meint auch Dagmar Geisler im Nachwort zu diesem Bilderbuch. Und ich bin der gleichen Meinung. Denn wie sollen wir unsere Kinder vor etwas schützen, was sie nicht kennen? Wie sollen sie lernen nein zu sagen, wenn sie nicht wissen, was normal und okay ist und was vielleicht zu weit geht.

Dieses Buch hilft dabei. Der Verlag empfiehlt es ab fünf Jahren. Ich habe es trotzdem mit meiner bald vierjährigen Tochter angeschaut und auch vorgelesen. Sofort habe ich gemerkt, wie wichtig das ist und das ich das mit Sicherheit noch öfters tun muss, bis meine Tochter wirklich versteht, worum es geht. Ich habe ihr schon oft erklärt, was sie machen soll, wenn jemand Fremdes sie anspricht oder mitnehmen möchte. Das verinnerlicht sie mit jedem Mal, wenn wir darüber sprechen, mehr. Und so hoffe ich, dass es auch mit diesem Buch laufen wird.

Als meine Tochter und ich das Buch gelesen habe, war sie ganz empört darüber, dass das Mädchen - Clara - in diesem Buch immerzu nein zu anderen gesagt hat. Das war für mich ein Zeichen, dass sie wahrscheinlich wirklich noch etwas jung für dieses Buch ist und es noch eine Weile braucht, bis ihr die Bedeutung klar wird. Ich habe ihr dann versucht zu erklären, dass das genau richtig ist, was das Mädchen macht und das man unbedingt nein sagen soll, wenn man nicht möchte, dass einen jemand anfasst.

Das Buch ist so aufgebaut, dass es zunächst mit Szenen von Clara beginnt, die schön sind, in denen Clara sich wohl fühlt und gerne angefasst wird. Danach folgen Szenen, in denen Clara sich so gar nicht wohl fühlt und lieber nicht angefasst werden möchte. Hier wird Kindern ganz klar gezeigt, was in Ordnung ist und was eben nicht. Wie weit andere gehen dürfen und das jeder eben seine persönlichen Grenzen hat.

Der Hauptteil des Buches besteht aus tollen Bildern der wunderbaren Dagmar Geisler, die liebevoll und kindgerecht die jeweiligen Szenen untermalen. Dagmar Geisler hat hier die Gesichtsaudrücke von Clara so gut getroffen, das schnell klar wird, ob sie sich in der jeweiligen Szene wohlfühlt oder eben auch nicht. Der Text hält sich sehr in Grenzen. Nur mit knappen, kurzen, dafür aber sehr prägnanten Sätzen werden die Bilder von Geisler begleitet. Dies ist genau richtig so, denn so verliert das Buch nie den Fokus und hat immer das Wesentliche im Blick.

Ein unheimlich wichtiges Bilderbuch, das ich allen Eltern ans Herz legen möchte. Klärt eure Kinder auf. Sprecht mit ihnen über Sexualität und was okay ist und was nicht. Scheut euch nicht davor, denn nur so, könnt ihr eure Kinder auch ausreichend schützen.

Fazit:
Ein wichtiges und tolles Bilderbuch, das aufklärt und den Kinder auf einfühlsame Weise nahe bringt, dass der eigene Körper das wichtigste ist, was wir haben und nur wir bestimmen, wer ihn anfassen darf und wer nicht.





Mittwoch, 4. September 2019

Rezension "Zwei Herzen - Maries Geschichte"

Titel: Zwei Herzen - Maries Geschichte
Autor: Leni Wambach
VerlagCarlsen
Seitenzahl: 352
ISBN: 978-3-551-65230-0
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 12,00 € / 7,99 €
Alter: ab 11 Jahren
Band: 2/2


(c) Carlsen
Zum Inhalt & Meine Meinung:
Marie stammt aus reichem Haus. Sie hat alles was das Herz begehrt und doch auch wieder nicht. Nach einem Unfall, wacht sie ohne Gedächtnis wieder auf und wird mit dem mittellosen Waisenmädchen Pia verwechselt, die mit ihrer Schulklasse gerade eine Klassenfahrt auf Maries Heimatinsel macht. Ganz plötzlich landet sie in einem anderen Leben, weiß aber nichts davon. Doch nach und nach kommen ihr die Dinge merkwürdig vor, doch sie kommt einfach nicht darauf, was nicht stimmt und so nehmen die Dinge ihren Lauf.

Meine Meinung:
Dies ist der zweite Band der Reihe "Zwei Herzen". Ich war ziemlich gespannt darauf, denn zunächst erwartete ich die gleiche Geschichte, wie bei "Pias Geschichte" nur eben aus Maries Sicht.

Doch weit gefehlt. Natürlich gibt es Szenen, die sich überschneiden und die man so aus der anderen Perspektive kennenlernt, doch es gibt auch unglaublich viele Szenen, die man in "Pias Geschichte" noch gar nicht mitbekommen hat. Und so hatte ich fast über die komplette Zeit das Gefühl die zweite Hälfte einer Geschichte zu lesen, die absolut von Nöten ist, um daraus eine runde Geschichte zu machen. 

Marie wirkte in Pias Geschichte nicht sonderlich sympathisch. Hier bekommt man endlich die Chance sie selbst und aus anderer Perspektive kennenzulernen und so beginnt man sie immer mehr zu verstehen und auch zu mögen. Beide Mädchen sind ganz unterschiedlich und doch verbindet sie auch etwas, was nicht nur am ihrem Aussehen liegt.

Den ersten Band fand ich schon sehr spannend und auch hier geht es spannend weiter. Ich hatte wieder zu keinem Zeitpunkt das Gefühl ein "Kinderbuch" ab 11 Jahren zu lesen, sondern ein spannendes Jugendbuch, das sich mit Problemen von Jugendlichen auseinander setzt und zudem fesselnd und packend ist. Auch ist das ganze keine bloße Pferdegeschichte, wie das Cover vielleicht vermitteln könnte. Ja, es ist auch eine Pferdegeschichte, ja Pferde und das Lebensgefühl, welches diese Tiere mitbringen, spielen definitiv eine große Rolle. Doch das ist eben noch nicht alles.

In "Maries Geschichte" erfährt man Dinge, die in "Pias Geschichte" noch verborgen blieben. Ich wurde überrascht - vor allem mit dem Ende. Und so ist es unbedingt notwendig beide Teile zu lesen, um die Geschichte komplett zu verstehen.

Das Ende rundet das Geschehen dann perfekt ab und hat mich zufrieden zurück gelassen. Denn obwohl das Buch stellenweise sehr spannend und manchmal auch etwas dramatisch ist, so handelt es sich doch auch irgendwie um ein absolutes Wohlfühlbuch, das mir einige schöne Lesestunden beschert hat.

Fazit:
Ein toller und abschließender zweiter Band, der sich super lesen lässt und die Geschichte rund um Pia und Marie perfekt beendet.


Dienstag, 3. September 2019

Rezension "Wenn ich wütend bin"

Titel:Wenn ich wütend bin
Autor: Nanna Neßhöver / Elanor Sommer 
VerlagCarlsen
Seitenzahl: 48
ISBN: 978-3-551-51838-5
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 13,00 €
Alter: ab 3 Jahren

(c) Carlsen
Zum Inhalt & Meine Meinung:
Heute habe ich wieder ein Bilderbuch für euch. Ein Bilderbuch aus meinem absolut liebsten Lieblingsverlag. Selten werde ich von Büchern aus dem Carlsen-Verlag enttäuscht und auch dieses kann sich in die Reihe an Lieblingsbüchern aus eben jenem Verlag einreihen.

Wütend sein, Gefühle haben, das ist ja ein ganz großes Thema bei den ganz kleinen Menschen. Oft können sie ihre Emotionen nicht in Worte fassen, sind hilflos und drücken ihre Wut durch um sich schlagen oder ähnliches aus. Dieses Bilderbuch zeigt den Kindern auf einfühlsame und kindgerechte Art und Weise, wie sie mit Wut umgehen und diese ausdrücken können.

"Wenn ich wütend bin" erzählt vom kleinen Affen Wim bei dem einfach alles schief geht. Er hat einen richtig schlechten Tag und ist deswegen unglaublich wütend. Erst ist Wim viel zu müde zum Aufstehen, das falsche Frühstück und die verlorene Banane tun ihr übriges, dass der Tag für Wim gelaufen ist. Er überlegt was er nun gegen seine Wut machen kann und erhält alle möglichen Tipps von den verschiedensten Tieren. Ob laut brüllen, auf die Brust trommeln, laut Trompeten oder Stampfen. Wim probiert alles aus und merkt plötzlich, dass seine Wut mit jedem Ausprobieren weniger wird. Am Ende trifft er auf das Faultier, das noch viel wütender ist als er. Als Wim beginnt ihn zu kitzeln, geht es plötzlich beiden besser und die Welt ist wieder in Ordnung.

Die Geschichte ist in kurzen prägnanten Sätzen erzählt und wird von wunderschönen Bildern untermalt. Ich liebe den kleinen gezeichneten Affen und schaue mir die Bilder unheimlich gerne an. Dabei wirkt keine der Seiten überladen, sondern sehr klar und kindgerecht.

Richtig schön finde ich, dass es sich bei dem Buch nicht nur um ein Vorlesebuch handelt. Viel mehr animiert es die Kinder mitzumachen und die Tipps der Tiere selbst einmal auszuprobieren. Meine Kinder lieben Mitmachbücher. Vor allem meine große Tochter wird gerne in das Geschehen eingebunden und so ist das Buch damit natürlich perfekt. Die kleinen Kinder lernen so auf spielerische Weise, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, mit Wut umzugehen und dass es völlig in Ordnung ist, mal wütend zu sein.

Ich finde Bücher über Emotionen unheimlich wichtig für Kinder. Sind sie doch oft für uns Erwachsene schwer zu fassen, wie schwer muss das dann für die kleinsten unter uns sein. Bilderbücher können helfen Gefühle in Worte zu fassen und auch wenn die Kleinen das vielleicht in dem Moment nicht so wahrnehmen so kann man in Situationen, in denen die Kinder wütend sind, durchaus auf solche Bücher zurück kommen und die Kinder daran erinnern, dass es auch andere Wege gibt, mit ihrer Wut umzugehen.

Fazit:
Ein richtig schönes Bilderbuch, das mir und meiner Tochter sehr gut gefallen hat. Die schönen Bilder, der kurze und einprägsame Text, aber vor allem auch die Aufforderung zum Mitmachen sind super gelungen und tragen zu einem wunderbaren (Vor-)leseerlebnis bei. 



Montag, 2. September 2019

Rezension "Blind Date mit einem Rockstar"

Titel: Blind Date mit einem Rockstar
Autor: Teresa Sporrer
VerlagCarlsen
Seitenzahl: 189
ISBN: 978-3-646-60036-0
Einbindungsart: ebook / Taschenbuch
Preis: 3,99 € '/ 9,99 €
Alter: ab 14 Jahren
Band: 2/6

(c) Impress
Zum Inhalt:
Serena hasst Simon. Doch Simon versteht gar nicht warum Serena ihn so hasst. Was er nicht weiß, ist dass Serena seine große Jugendliebe ist. Optisch komplett verändert, erinnert nichts mehr an die Serena vor einigen Jahren. Und so beschließt Serena Simon das Leben zur Hölle zu machen. Womit sie nicht gerechnet hat, ist, dass sie immer noch Gefühle vor Simon hat und diese es ihr schwer machen ihm wirklich weh zu tun. Und irgendwann merkt sie, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt, als Rache.

Meine Meinung:
Wer mich und meinen Blog kennt, der weiß, dass ich den Schreibstil von Teresa Sporrer genial finde, ja nahezu abfeiere. Ich amüsiere mich bei jedem ihrer Bücher köstlich und komme oft aus dem Lachen gar nicht mehr heraus.

So auch hier, dem zweiten Band ihrer Rockstars-Reihe. Alle Bände kann man übrigens bequem unabhängig voneinander lesen, jeder Band steht für sich, auch wenn man natürlich den Protagonisten in jedem Band wieder begegnet. In diesem Band gibt es eine etwas speziellere Protagonistin. Und zwar Serena. Diese redet immerzu in der dritten Person von sich, was ich zu Beginn ziemlich merkwürdig und auch etwas anstrengend fand. Mit der Zeit gewöhnte ich mich dann aber daran und fand es tatsächlich ziemlich lustig. Im weiteren Verlauf der Geschichte gibt es dann irgendwann auch eine Erklärung, warum Serena genau so von sich selbst spricht, was es dann zumindest etwas logisch macht.

Ich finde Teresa Sporrer hat einen ganz speziellen Schreibstil. Sie schreibt so herrlich sarkastisch und unterhaltsam und dadurch sind auch ihre Protagonisten ganz eigene, sehr starke Persönlichkeiten. Ob Zoey aus dem ersten Band, oder eben auch Serena, aus diesem zweiten Band. Keine nimmt ein Blatt vor den Mund, was das ganz echt erfrischend macht.

Ich glaube ich kenne keine andere Autorin bei der ich so oft lachen muss, wie bei Teresa Sporrer. Der Humor trifft genau mein Humorzentrum und so genieße ich jede einzelne Geschichte. Denn wenn man ehrlich ist, dann weiß man schon ungefähr, auf was die Erzählung hinauslaufen wird. Aber das ist dann eben auch nicht unbedingt der Grund warum ich ihre Bücher lese. Oder anders gesagt, das ist genau der Grund dafür. Ich weiß nämlich so, genau, was ich bekomme und kann die Bücher immer passend zu meiner Stimmung wählen.

Mit der Rockstars-Reihe hat Teresa Sporrer eine unheimlich ausdrucksstarke und unterhaltsame Buchreihe geschaffen. Ich bin froh, dass ich erst zwei von sechs Bänden gelesen habe und so auch die anderen Protagonisten noch näher und besser kennenlernen darf. Ich bin sehr gespannt auf sie und ihre jeweiligen Liebesgeschichten.

Fazit:
Ein richtig cooler zweiter Band einer unheimlich unterhaltsamen Buchreihe. Der Humor und der Sarkasmus der Autorin treffen genau mein Humorzentrum und so freue ich mich schon auf das Lesen der nächsten Bände.


Sonntag, 1. September 2019

Rezension "Fröhliche Bauernhof-Geschichten"

Titel: Fröhliche Bauernhof-Geschichten
Autor: Mascha Matysiak
Verlag: ellermann
Seitenzahl: 64
ISBN: 978-3-7707-0155-1
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 10,00 € / 6,99 €
Alter: ab 3 Jahren
Reihe: Der kleine Fuchs liest vor

(c) ellermann
Zum Inhalt & Meine Meinung:
Heute habe ich ein Vorlesebuch für euch. Da meine Tochter gerne und viel vorgelesen bekommt, bin ich immer wieder auf der Suche nach neuen Geschichten. Das tolle ist ja, je älter die Kinder werden, desto umfangreichere Geschichten kann man ihnen vorlesen.

Meine große Tochter wird im Dezember vier, das Buch, das ich euch heute vorstellen möchte, ist ab drei. Bauernhofgeschichten gehen ja eigentlich immer und so war ich ganz gespannt, was meine Tochter zu diesem Buch sagen würde.

Das Buch beginnt mit einer kurzen Einleitung, der kleine Fuchs stellt sich vor und erzählt dem Kind, dass er nun Geschichten vom Bauernhof vorlesen wird. Das finde ich eine total schöne Idee, denn so werden die Kinder direkt und persönlich angesprochen und haben das Gefühl, dass das Buch nur für sie ist.

Und dann geht es auch schon los mit den Geschichten. Jede Geschichte hat eines der Bauernhoftiere als Hauptperson, doch tauchen sie auch in den anderen Geschichten immer als Nebenfiguren auf. So lernen die Kinder in jeder Geschichte eines der Tiere besser und näher kennen, begegnen aber immer auch schon vertrauten und bekannten Büchern.

Das Buch ist reichhaltig illustriert. Mir gefallen die Bilder der Bauernhoftiere sehr gut. Sie sind absolut niedlich und kindgerecht und richtig schön zum Anschauen. Auf so gut wie jeder Seite ist eine Illustration zu finden, oder zumindest ein Teil davon. Das finde ich auch wichtig, denn obwohl meine Tochter schon immer viel vorgelesen bekommen hat und auch viel und lange zuhören kann, so braucht sie definitiv immer noch die Bilder zum Anschauen. Ich merke das immer besonders an Geschichten, die nicht so viele Bilder haben, dann wird sie unruhig und will weiterblättern. In diesem Buch ist das zum Glück nicht der Fall.

Den Anteil des Textes finde ich jedoch recht reichhaltig. Hier kam es dann schon vor, dass die Konzentration nach einer Weile etwas nachgelassen hat. Allerdings kann man das gut umgehen, indem man die Geschichten vielleicht nicht unbedingt am Stück vorliest. Außerdem hat das den Vorteil, dass das Buch lange interessant bleibt, denn wir können die Geschichten auf jeden Fall noch das ein oder andere Mal neu entdecken.

Der kindgerechte Schreibstil und vor allem die Themen die in den Geschichten aufgegriffen werden, tragen ihr übriges dazu bei, dass ich dieses Buch sehr gerne mag und sicherlich immer wieder vorlesen werde.

Fazit:
Ein wunderbar kindgerechtes Vorlesebuch für Kinder ab drei Jahren, welches von sehr niedlichen Bauernhoftieren erzählt und meine Tochter und mich bestens unterhalten hat.


Samstag, 31. August 2019

Rezension "Engelsschatten - Gejagte des Himmels"

Titel: Engelsschatten - Gejagte des Himmels
Autor: Leni Wambach
VerlagCarlsen
Seitenzahl: 228
ISBN: 978-3-646-60536-5
Einbindungsart: ebook
Preis: 3,99 €
Alter: ab 14 Jahren
Band: 1/2

(c) Impress
Zum Inhalt:
Maggie ist ein Engel. Und  zwar kein besonders beliebter. Als sie erfährt, dass sie eingesperrt werden soll, tritt sie die Flucht nach vorne an. Genauer gesagt, auf die Erde. Dort merkt sie relativ schnell, dass sie alles andere als sicher ist, denn die Engel wollen sie nicht einfach so gehen lassen. Völlig unerwartet taucht genau zum richtigen Zeitpunkt Eresz auf. Eresz ist ein Dämon und rettet sie vor ihren eigenen Artgenossen. Er nimmt Maggie mit und sie erfährt Dinge, die ihr komplettes Weltbild auf den Kopf stellen. Doch das ist nicht ihr einziges Problem. Die Organisation "Jagd der Engel" wird nicht aufhören, ehe sie Maggie vernichtet haben.

Meine Meinung: 
Fantasy und ich. Das sind im Moment zwei Welten, die nicht sooo gut zusammen passen. Doch hin und wieder versuche ich es damit und habe mal Glück, mal weniger. Mal kann mich die Lektüre trotzdem überzeugen und mal nicht.

Leider gehört "Engelsschatten" eher zur letzten Kategorie. Schon das Cover finde ich recht blass und schwach. Trotzdem war ich gespannt auf die Geschichte, denn der Klappentext klingt definitiv spannend. Ein Engel der verstoßen wird und auf der Erde ausgerechnet bei einem Dämon landet, die Idee finde ich super. Vor allem, weil im Verlauf der Geschichte immer deutlicher wird, dass Engel eben nicht grundsätzlich nur gut und Dämonen nur böse sind. Somit wird das Bild von schwarz und weiß gekippt, was ich immer echt gut finde.

Leider konnte mich das Geschehen trotzdem nicht so wirklich fesseln. Ich kann gar nicht genau beschreiben woran das lag, aber beim Lesen kam nicht wirklich Spannung auf bei mir. Schon zu Beginn, nach wenigen Seiten, musste ich mich zwingen weiter zu lesen. Man lernt zunächst Maggie im Himmel kennen. Leider erfährt man dort nicht viel mehr über die Gegebenheiten, denn Maggie landet recht schnell auf der Erde. Dann gibt es tatsächlich so etwas wie ein bisschen Action, da Maggie ja gejagt wird, aber auch das konnte mich nicht wirlich fesseln, da recht vorhersehbar war, was passieren würde.

Die Charaktere bleiben für mich leider auch etwas blass. Eresz mag ich hier lieber als Maggie, da er durchaus ein tiefgründiger Charakter ist, der das Herz manchmal auf der Zunge trägt, ansonsten aber am rechten Fleck hat. Er hilft Maggie immer wieder und widerlegt so das typische Bild eines Dämons. Maggie selbst fand ich irgendwie langweilig. Man erfährt zwar ein bisschen etwas von ihr und auch Dinge die sogar teilweise überraschend waren. Für meinen Geschmack war das aber trotzdem zu wenig, damit sie wirklich Tiefe bekommt.

Ich fand die Geschichte alles in allem recht vorhersehbar. Überraschende Dinge blieben aus und so habe ich leider kein wirklich großes Verlangen den zweiten Band zu lesen. Allerdings muss ich sagen, dass die Autorin die Welt ganz gut herausgearbeitet und sich viele Gedanken über die Geschichte der Dämonen gemacht hat. Ansonsten bin ich leider aber nicht überzeugt von der Geschichte und hoffe, dass sie sich im zweiten Band deutlich steigern wird, auch was die Spannung betrifft.

Fazit:
Ein Buch, welches mich leider nicht wirklich überzeugen konnte. Zwar hat die Autorin durchaus eine kreative Welt erschaffen, doch die Charaktere blieben mir etwas zu blass und das Geschehen hatte für mich kaum etwas spannendes, sodass ich mich häufig zum Weiterlesen zwingen musste.

2,5

Dienstag, 27. August 2019

Rezension "Baedeker Smart - Mallorca"

Titel: Baedeker Smart - Mallorca
Autor: Diverse
VerlagMairDumont
Seitenzahl: 208
ISBN: 978-3-8297-3403-5
Einbindungsart: Spiralbindung
Preis: 15,95 €

(c) Baedeker
Zum Inhalt & Meine Meinung:
Nachdem ich euch gestern den Mallorca-Reiseführer von Dumont, nämlich das Reise-Taschenbuch vorgestellt habe, habe ich heute noch eine Alternative für euch und zwar den Baedeker smart.

Von der Optik her gefällt er mir tatsächlich etwas besser als das Reise-Taschenbuch. Ich mag die bunten Farben und hätte im Buchladen vermutlich eher zu diesem gegriffen. Was ich ebenfalls richtig cool finde, ist die Spiralbindung. Die Seite lassen sich einfach viel besser umschlagen, als bei einem gebundenen Buch, somit bietet die Spiralbindung für mich mehr Komfort.

Bei den Karten kann der Baedker absolut mit dem Reise-Taschenbuch mithalten, denn er besitzt ebenfalls Übersichtskarten in den Klappen, sowie eine herausnehmbare Faltkarte. Auch hier kann ich das wieder nur loben, denn sie ist klein und handlich und wiegt so gut wie nichts. Das ist natürlich perfekt für Ausflüge, bei denen man vielleicht nicht unbedingt den ganzen Reiseführer mitnehmen möchte. Da sie aus Papier ist, kann man sich zudem auch noch Dinge gut markieren, was ich ebenfalls super finde.

Auch der Baedeker Smart bietet einiges an Informationen, wobei ich gefühlsmäßig sagen würde, dass das Dumont-Reisetaschenbuch hier deutlich umfangreicher ist, vor allem was eben Hintergrundinformationen über die Insel angeht. Dies merkt man auch an der deutlich geringeren Seitenzahl und so ist der Baedeker besonders für die unter euch geeignet, die Informationen gerne etwas kürzer und knapper haben und die Wert darauf legen, dass sich ein Reiseführer etwas auf das Wesentliche beschränkt oder aber auch die, die kein großes Interesse daran haben, sich über die Insel zu belesen.

Natürlich heißt das nicht, dass der Baedeker gar keine Informationen und Hintergründe über die Insel enthält, nein viel mehr startet er sogar mit dem Abschnitt "Das Magazin", welches eben nur etwas kompakter und kürzer gehalten ist, als die Informationen im Reise-Taschenbuch.

Dafür finde ich auch die Fotos im Inneren beim Baedker schöner. Das ist natürlich reine Geschmackssache, doch diese lassen bei mir einfach das größere Urlaubsfeeling aufkommen - auch jetzt noch, nachdem der Urlaub vorbei ist.

Was mir beim Baedeker ebenfalls richtig gut gefällt ist die Übersichtlichkeit, die ich tatsächlich auch etwas besser finde, als beim Dumont-Reisetaschenbuch. Der Baedker teilt die Insel ganz einfach in fünf Teile ein und jeder dieser Teile (Der Westen, Palma, Das Landesinnere/Süden, Nordosten/Ostküste) bekommt einen eigenen Abschnitt in dem Buch. Dies ist farblich gut hervorgehoben, sodass man auf den ersten Blick erkennt, welche Kapitel zu welchem Teil des Buches gehören.

Für die Übersichtlichkeit sorgt dann auch die Aufmachung dieser Kapitel. Denn alle Teile der Insel werden nach dem gleichen Schema, welches mit "Erste Orientierung" startet, vorgestellt. Mir gefällt diese Klarheit sehr gut und so hat der Baedeker hier wieder die Nase vorne.

Das Buch endet mit einem großen Abschnitt "Praktische Informationen". Dort erfährt man alles wichtige, was man vor der Reise und auch vor Ort wissen sollte. Sprich auch hier, werden die Feiertage aufgelistet, welche Währung es gibt, was man im Krankheitsfall machen kann, die Zollbestimmungen, die Sprache, und und und. Dieser Abschnitt erscheint mir etwas umfangreicher als beim Dumont-Reisetaschenbuch. Mit zwei Seiten Wörterbuch und einem kleinen Reiseatlas, der nochmal sehr detaillierte Karten enthält, endet das Buch.

Fazit:
Im Vergleich zum Dumont-Reisetaschenbuch, gefällt mir der Baedeker ein ganz kleines bisschen besser. Er ist für mich etwas handlicher, übersichtlicher und hat auch die detaillierteren Karten. Wer allerdings besonders viele Hintergrundinformationen zum jeweiligen Reiseland möchte, dem lege ich das Dumont-Reisetaschenbuch ans Herz, denn hier bietet der Baedeker nicht ganz so viel.


Montag, 26. August 2019

Rezension "Dumont Reise-Taschenbuch: Mallorca"

Titel: Mallorca
Autor: Hans-Joachim Aubert
VerlagMairDumont
Seitenzahl: 304
ISBN: 978-3-616-02061-7
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 18,90 €

(c) Dumont
Zum Inhalt & Meine Meinung:
Als ich wusste, dass wir diesen Sommer nach Mallorca fliegen würden, beschloss ich, dass es doch sinnvoll ist dafür einen Reiseführer zu haben. Zwar reisten wir mit zwei kleinen Kindern und wandern und Co. war eher etwas schwierig, doch bieten viele Reiseführer ja noch viel mehr, als bloße Wander- und Ausflugstipps.

Zwei Reiseführer möchte ich euch gerne näher vorstellen und beginne heute mit dem Dumon-Reisetaschenbuch. Das Buch punktet durch ein handliches Format, Taschenbuch halt. Und ist auch nicht besonders schwer. Ganz wichtig finde ich, auch in Zeiten von Smartphone und Co. trotzdem immer eine Karte in den Reiseführern. Denn man weiß ja nie, ob man immer und überall guten Handyempfang hat und ob man dann schnell genau das findet, was man gerade braucht.

In den vorderen Klappen des Taschenbuchs findet man eine Übersichtskarte von Mallorca, auf der die wichtigsten Städte und Sehenswürdigkeiten eingezeichnet sind. Zudem findet man ganz hinten im Buch eine herausnehmbare Klappkarte, die man prima unterwegs mitnehmen kann, denn diese zeigt Mallorca im Detail, mit allen kleinen Orten die es so gibt, mit einer Entfernungstabelle und Ausschnitten von Mallorca, die nochmal vergrößert dargestellt werden. Handlich, klein und leicht, passt diese Karte in jede Handtasche und man muss nicht immer zwangsläufig den kompletten Reiseführer mitnehmen, was ich wirklich gut finde.

Zudem verfügt das Buch innerhalb auch noch über die ein oder andere Karte, die immer passend zur jeweiligen Sehenswürdigkeit oder zum jeweiligen Thema abgedruckt ist.

Ich denke, dass viele der Meinung sind, dass man in Zeiten des Smartphones doch gar keine Reiseführer mehr braucht. Alle Informationen lassen sich doch auch bequem am Handy lesen. Ich bin jedoch eine Person, die die Dinge einfach auch gerne in der Hand hält und zwar in gedruckter Form. Man kann anstreichen, sich etwas markieren, darin blättern und wunderbare Bilder anschauen. Der Reiseführer bietet so viele Informationen, dass das Internet gar nicht zusätzlich nötig ist.

Was ich richtig schön finde, ist die Entwicklung der Reiseführer, die diese bis heute genommen haben. Gerade das Dumont-Taschenbuch bietet so unfassbar viele Informationen über Mallorca, dass ich schon vorher das Gefühl hatte, ich wäre bereits dort gewesen. Natürlich gibt es auch die üblichen Ausflugs- und Wandertipps, doch man erfährt in dem Reiseführer auch, dass Mallorca durchaus viel mehr zu bieten hat, als eine bloße Partyinsel zu sein. Man erfährt Hintergründe zu den Sehenswürdigkeiten, man erfährt geschichtliches über die Insel und erhält Tipps zu Ecken von Mallorca, auf die man so vielleicht nicht gekommen wäre.

Und so ist es ratsam, sich den Reiseführer schon eine Weile vor der Reise zuzulegen. So kann man daheim bequem darin schmökern, lesen und vom Urlaub träumen. Man kann schon mal planen, was man gerne selbst sehen möchte oder einfach die Informationen über die beliebte Urlaubsinsel aufsaugen.

Richtig gut gefällt mir auch der Abschnitt "Das Kleingedruckte". Das war eines der ersten Dinge, die ich in dem Buch durchgelesen habe. Hier gibt es nämlich abseits von irgendwelchen Ausflugstipps und Fakten über die Insel, wichtige Informationen für alle Reisenden. Angefangen von der Anreise, den Einreisebestimmungen über Feiertage auf der Insel, dem Klima, den öffentlichen Verkehrsmitteln und auch der Kriminalität und Sicherheit auf Mallorca, findet man hier kompakt alles wichtige, was man vor seiner Reise wissen sollte. Auch ein kleines Wörterbuch mit den wichtigsten katalanischen Wörtern ist hier zu finden. Das finde ich immer richtig gut, denn selbst, wenn man nicht vor hat irgendetwas zu sprechen, so kann es doch hilfreich sein, wenn man einfach mal einen Teil einer Speisekarte oder ähnliches übersetzen möchte, auch wenn natürlich die meisten Dinge dort auch auf Englisch stehen.

Fazit:
Ein gelungener Reiseführer, der die richtige Mischung aus Wort und Bild, aus Informationen über die Insel und Ausflugstipps trifft und dabei handlich und praktisch ist.

Sonntag, 25. August 2019

[Challenge] Carlsen-Challenge Sonderaufgabe August



Für die Carlsen-Challenge gibt es in diesem Monat eine Sonderaufgabe. Und zwar soll man ein Teil seines Lieblings-Fandoms werden. Ich habe mir kurz überlegt ob ich die Luna-Chroniken nehme. Leider ist das Lesen dieser Bücher schon eine ganze Weile her und so habe ich viele Dinge auch schon wieder vergessen, obwohl ich die Reihe sehr geliebt habe. Deswegen entscheide ich mich für meinen All-Time-Favourite "Harry Potter".


Es ist noch früh am Morgen. Ich liege im Bett und schaue die Decke an. Mein Gefühl sagt mir, dass heute etwas besonderes passieren wird und doch kann ich mich nicht dazu bewegen aufzustehen. Ich döse noch einmal weg, bis ich plötzlich vom Klingeln der Haustüre aufgeweckt werde. Wer kann das sein, so früh am Samstagmorgen?

Eilig werfe ich mir meinen Bademantel über, um nicht in meinem Schlafanzug - der lediglich aus einem Harry Potter - T-shirt besteht - zur Tür gehen zu müssen. Dann haste ich die Treppe runter und reiße die Türe auf. Vor mir steht unsere etwas unfreundliche Postbotin und drückt mir mit mürrischem Gesichtsausdruck einen Brief in die Hand. "Hier für Sie, Einschreiben, bitte unterschreiben Sie hier". Kaum habe ich meine Unterschrift auf ihr Tablet gesetzt ist sie auch schon wieder weg. Ich schüttle noch kurz den Kopf über ihre ruppige Art, bis mein Blick auf den Brief in meiner Hand fällt. Meine Augen weiten sich vor Überraschung. Dieses Siegel kenne ich doch irgendwoher. Das ist unmöglich. Ich bin mir sicher, dass sich jemand einen Scherz mit mir erlaubt.



Trotzdem öffne ich den Brief und finde wie erwartet einen Brief von Hogwarts darin, der mir einlädt zur Schule für Hexerei und Zauberei. Einen Moment bin ich fassunglos. Dann breche ich in herzhaftes Lachen aus. Welche Werbemaßnahme, welcher Verlag steckt da wohl dahinter. Eigentlich klar und so mache ich mich auf den Weg an mein Handy um zu schauen, ob noch jemand diesen merkwürdigen Brief bekommen hat. Als ich nichts entdecke bin ich etwas enttäuscht und bin mir nun endgültig sicher einem Scherz zum Opfer gefallen zu sein.

Bis zum Nachmittag habe ich den Brief wieder vergessen, bis es plötzlich laut an meine Tür klopft. Als ich öffne muss ich vor Schreck laut nach Luft schnappen. Denn vor mir steht kein geringerer als Hagrid. "Komm mit, wir gehen einkaufen" sagt er nur und ehe ich richtig gucken kann, hat er mich gepackt und auf ein sehr merkwürdig aussehendes Motorrad verfrachtet. Ich bin mir nicht sicher, ob ich diese Fahrt überleben werde, bis ich merke, dass wir gar nicht fahren sondern fliegen. Nun glaube ich endgütltig dass ich träume.

Einige Zeit später landen wir in einer Straße, die mir sehr bekannt vorkommt. Wir gehen durch eine Kneipe und durch eine Hintertür. Dann stehen wir vor einer Mauer, von der ich schon so oft in kuscheligen Stunden auf dem Sofa gelesen habe. Hagrid zückt seinen Regenschirm und ehe ich es mich versehen kann, stehen wir in der Winkelgasse. Ich bin völlig perplex und weiß gar nicht, wohin ich zuerst schauen soll.

Unser erster Weg führt uns zu Gringotts der Zaubererbank, denn natürlich kann ich hier nicht mit Euros bezahlen. Woher das Konto dort kommt, ist mir schleierhaft, doch Hagrid geht wie selbstverständlich an den Schalter und verlangt zu meinem Schließfach gebracht zu werden. Ich kann meinen Blick gar nicht von dem kleinen Kerl hinter dem Schalter wenden, bis Hagrid mich flüsternd darauf aufmerksam macht, dass ich das besser lassen sollte.



Einige Minuten später halte ich einen ganzen Sack voller Geldstücke in der Hand und bin bestens gerüstet für meinen Einkauf. Als Hagrid mich nach meiner Einkaufsliste fragt bin ich etwas überrascht, denn ich habe keine. Doch dann fällt mir ein, dass bei dem Brief noch eine zweite Seite dabei gewesen ist, das muss dann wohl genau diese Liste gewesen sein. Peinlich berührt, erkläre ich Hagrid, dass ich diese Zuhause vergessen habe, doch er zuckt nur mit den Schultern und meint, dass er eh auswendig weiß, was ich alles brauche.

Und so laufe ich ihm mit offenem Mund hinterher und betrete einen Laden nach dem nächsten. Ein Kessel, ein Umhang, die Schulbücher und auch eine kleine Eule wandern auf meine Arme, die immer voller werden, während mein Sack mit Geld immer leerer wird. Und dann wartet der absolute Höhepunkt auf mich. Ich darf mir einen Zauberstab aussuchen gehen, wobei dieser wohl eher mich aussuchen wird, wenn man der Geschichte glauben schenken darf.

Wir betreten den Laden von Mister Ollivander und es dauert nicht lange, bis dieser mir einen Zauberstab in die Hand drückt. Doch wie ich es schon von Harry kenne, scheint dieser nicht passend für mich zu sein, denn zwei Bücher in meiner Nähe fangen Feuer. Sofort entreißt mir Ollivander den Zauberstab und drückt mir den nächsten in die Hand. Dieser scheint der richtige zu sein, denn eine wohlige Wärme und ein angenehmes Kribbeln durchlaufen meinen Körper, während der Zauberstab zu leuchten beginnt. Ich bezahle und Hagrid und ich verlassen den Laden.



Als ich ihn frage, was wir nun machen, sagt er zu mir, dass wir uns jetzt auf ein Butterbier mit Hermine, Ron und Harry treffen. Mir fallen fast die Augen aus dem Kopf und als die drei dann wirklich vor mir stehen, muss ich mich zwicken, damit ich mir sicher bin, dass ich nicht träume.Wir haben einen wunderbaren gemeinsamen Nachmittag, ich erfahre viele Dinge, die ich noch nicht wusste und freue mich immer mehr auf meine Zeit in Hogwarts.

Als der Abschied gekommen ist, bin ich richtig traurig, doch ich freue mich schon darauf die drei wieder zu sehen. Denn Hagrid erzählt mir noch, dass mein Zug nach Hogwarts schon in einer Woche geht. Die Zeit bis dahin kann ich kaum abwarten und so beschäftige ich mich die restlichen Tage mit meinen Schulbüchern, denn ich merke ganz deutlich:


Donnerstag, 22. August 2019

Rezension "Zwei Herzen - Pias Geschichte"

Titel: Zwei Herzen - Pias Geschichte
Autor: Sabrina J. Kirschner
VerlagCarlsen
Seitenzahl: 384
ISBN: 978-3-407-78998-3
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 12,00 € / 7,99 €
Alter: ab 11 Jahren

(c) Carlsen
Zum Inhalt:
Pia lebt seit dem Tod ihrer Eltern in einem Pflegeheim. Sie hat nicht viel, doch ihr größter Traum ist es, einmal in ihrem Leben zu reiten. Dieser erfüllt sich, als sie mit ihrer Klasse auf Klassenfahrt fährt. Denn zu ihrer Unterkunft gehört ein Reiterhof. Doch schon bei ihrem ersten Ausritt passiert es. Pia hat einen Unfall, landet im Krankenhaus und wird mit einem reichen Mädchen, das auf der Insel wohnt, verwechselt. Um ein Pferd zu retten und auch um selbst einmal keine Sorgen mehr zu haben, nimmt sie das Leben des anderen Mädchens an. Doch mit der Zeit fällt ihr das Lügen immer schwerer und alles droht aufzufliegen.

Meine Meinung:
Welches junge Mädchen hat nicht mal den Traum auf einem Pferd zu sitzen? Zumindest ich konnte mir als kleines Mädchen und auch im Teenageralter nichts schöneres vorstellen, als auf einem Perderücken zu sitzen. Zwar hat dieser Wunsch in der Zwischenzeit etwas nachgelassen, doch als ich die Buchreihe "Zwei Herzen" entdeckte, kam das Gefühl von damals wieder etwas hoch und ich verspürte den unbedingten Wunsch, diese Reihe zu lesen.

Jeder Band wird aus der Sicht eines Mädchens erzählt. Dieser erste aus der von Pia, dem Waisenmädchen, ohne wirklichen Besitz und Freunde. Ich spürte sofort eine Verbindung zu ihr und mochte sie von der ersten Seite an sehr gerne. Sie muss unheimlich viel einstecken und alleine stemmen, umso mehr freute ich mich für sie, dass ihr Traum, einmal auf einem Pferderücken zu sitzen, endlich in Erfüllung ging. Doch das ist ja nur der Beginn der Geschichte, erst mit dem Unfall geht es so richtig los. Man lernt Pia besser kennen, obwohl sie in die Rolle des anderen Mädchens schlüpft. Man spürt ihre Zweifel und ihr Unwohlsein bei den ganzen Lügen. Und obwohl ich lügen wie die Pest hasse, konnte ich sie auch irgendwie verstehen.

Die Handlung selbst gefiel mir auch unheimlich gut. Kennt ihr Wohlfühlbücher? Für mich ist dieses Buch ein absolutes Wohlfühlbuch. Die Pferde, die schöne Landschaft, die kleine Romanzen, die sich hier und da anbahnen, machen dieses Buch zur perfekten Sommerlektüre. Zudem ist es auch noch richtig spannend. Denn zu der schönen Handlung kommt auch noch ein spannendes Geheimnis dazu, welches gelöst werden will und natürlich fragt man sich auch, wann Pias Spiel auffliegen wird.

Der Schreibstil der Autorin ist unheimlich angenehm zu lesen. Dass das Buch ab 11 Jahren empfohlen ist, merkte ich nicht wirklich. Damit will ich gar nicht sagen, dass das Buch für 11-jährige nicht geeignet ist. Nein, viel mehr ist es oft so, dass diese Bücher mir einfach ein bisschen zu kindlich sind. Das ist hier aber tatsächlich gar nicht der Fall. Die Jugendlichen Protagonisten besitzen schon eine gewisse Reife und auch der Handlung fehlt das kindliche, was vor allem an der Spannung liegt, die das Buch mitbringt.

Natürlich fieberte ich über die komplette Zeit mit und natürlich genoss ich vor allem die Beschreibungen der Pferde und des Reitens sehr. Ich war total gespannt in welche Richtung die Geschichte laufen wird und hatte stellenweise wirklich keine Ahnung, wer denn nun der Böse in der Geschichte ist oder was hinter den unheimlichen Vorkommnissen steckt.

Fazit:
Ein rundum gelungenes Wohlfühlbuch für den Sommer, das mich bestens unterhalten hat und mit einem guten Gefühl zurücklässt. 

Mittwoch, 21. August 2019

[Challenge] Arena-Verlag-Sommercamp




 
 Regeln: (übernommen von skylineofbooks)

    - Die Challenge beginnt am 01.07.2019 und geht bis zum 30.09.2019.
   -  Durch Rezensionen von Arena Büchern sammelt ihr Punkte!
        Punkte:
        - ein Buch mit weniger als 299 Seiten: 1 Punkt
        - ein Buch mit mehr als 300 Seiten: 2 Punkte
        - ein Arena-Hörbuch: 1 Punkt
    - Es zählen alle Bücher der Imprints des Arena Verlagshauses. Also: die Kinder- und Jugendbücher, Bilderbücher, Sachbücher, Lern- und Spielbücher, digi:tales und die Arena Hörbücher.
    - Zusätzliche Punkte könnt ihr mit den Monatsaufgaben erhalten. Diese müssen auch mit Arena-Büchern gelöst werden. Die Monatsaufgaben findet ihr unten in diesem Beitrag und sie können nur innerhalb des jeweiligen Monats erfüllt werden.
    - Jedes Buch darf neben der Rezension nur für eine Monatsaufgabe genutzt werden. (Also gibt es für ein Buch zum einen den Rezensionspunkt/die Rezensionspunkte, zum anderen die Punkte für eine Monatsaufgabe.)

Monatsaufgaben:

August:
1. Wähle dein Lieblingszitat aus einem Arena Buch aus und poste es auf deinen Social Media Kanälen oder deinem Blog. Der Post sollte auch eine kurze Erklärung enthalten, warum dir das Zitat gefällt! | 2 Punkte
2. Diesen Monat erscheint "Blind Date in Paris" von Stefanie Gerstenberger und Marta Martin. Stell dir vor, du würdest dich auf ein Blind Date einlassen. Welches Erkennungszeichen, anhand dessen du und dein Date euch bei eurem Rendezvous erkennen könnt, würdest du dir überlegen? Mache ein Foto davon und erkläre in einem kurzen Text die Bedeutung des Zeichens! | 2 Punkte
3. Zeig mir deinen Arena-SuB! Ich möchte wissen, welche ungelesenen Schätze aus dem Arena Verlag noch bei dir warten. Zeig sie mir per Foto oder in Textform auf deinem Blog oder auf deinen Social Media Kanälen! | 2 Punkte
 -> Foto bei Instagram 

Meine Fortschritte:
1. 

Rezension "The black coats - ... denn wir vergeben keine Schuld"

Titel: The black coats - ... denn wir vergeben keine Schuld
Autor: Colleen Oakes
VerlagBeltz
Seitenzahl: 397
ISBN: 978-3-407-78998-3
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 16,95 €
Alter: ab 14 Jahren

(c) Beltz
Zum Inhalt:
Theas Cousine wurde ermordet und seitdem ist nichts mehr so, wie es einmal war. Thea bekommt ihr Leben kaum noch in den Griff und ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Eines Tages erreicht sie ein mysteriöser Brief, der sie zu den Black Coats einlädt. Die Black Coats sind eine Vereinigung von Frauen, die es sich zum Ziel gemacht haben Ungerechtigkeit zu rächen. Sie wollen Männer ihrer gerechten Strafe zuführen sollte sie mit einer Straftat gegenüber einer Frau ungeschoren davon gekommen sein. Doch ehe Thea merkt, wie schnell so etwas eskalieren kann, ist sie schon viel zu tief drin um noch auszusteigen.

Meine Meinung:
Der Titel, das Cover, der Klappentext, alles hat irgendwie eine krasse Wirkung auf mich. Die Marketingaktion des Verlages, die mich erst auf das Buch aufmerksam machte, tat ihr übriges, dass ich diese Geschichte unbedingt lesen wollte.

Zunächst einmal möchte ich aber gerne eine Triggerwarnung aussprechen, die meiner Meinung nach auf dem Buch fehlt. Denn schon der Prolog startet mit einer Vergewaltigung, im weiteren Verlauf der Geschichte, wird vor Gewalt nicht gerade Halt gemacht. Dadurch, dass das Buch ab 14 Jahren empfohlen wird, würde ich definitiv dazu raten, auf der Rückseite eine deutlich sichtbare Triggerwarnung auszusprechen.

Aber kommen wir nun mal zur Geschichte selbst. Da mich schon der Klappentext so krass in seinen Bann zog, musste ich das Buch einfach recht schnell lesen. Und was soll ich sagen? Ich wurde definitiv nicht von der Handlung enttäuscht. Zu Beginn ist sie sehr geheimnisvoll aufgebaut, man weiß als Leser nicht so genau was hinter den Black Coats steckt, was das ganze noch spannender macht. Man lernt Thea etwas besser kennen und erfährt immer mehr darüber, was mit ihrer Cousine geschehen ist. Auch taucht man zusammen mit Thea immer tiefer bei den Black Coats ein und merkt zusammen mit ihr, dass vielleicht doch nicht alles nur schwarz und weiß ist.

Ich fand das Buch spannungstechnisch unheimlich gut. Ich war mir nie sicher, was mich auf der nächsten Seite erwarten würde und so flogen die Seiten auch nur so dahin. Hier muss man vielleicht auch noch dazu sagen, dass das Buch auf jeden Fall nicht vor Gewalt zurück schreckt. Es gibt schon einige Szenen, die nicht so ganz harmlos sind und daher sollte man das Buch auf jeden Fall nur lesen, wenn man mit solchen Szenen umgehen kann - vor allem wenn man noch Jugendlicher ist.

Auch die Charaktere finde ich hier richtig gut gemacht. Zwar wird auch irgendwie das ein oder andere Klischee erfüllt, doch die Charaktere sind so wunderbar facettenreich, sodass man sie alle super unterscheiden kann. Zudem entwickeln sie sich im Verlauf der Geschichte und verändern sich. Sie wachsen an den Geschehnissen, was die Charaktere unheimlich glaubwürdig und authentisch macht.

Die Botschaft des Buches finde ich toll. Ich ging ja davon aus, dass es sich tatsächlich um eine Vereinigung handelt, die sich an Männern rächt. Dem ist auch so und ich möchte auch gar nicht so viel zum Inhalt verraten, aber was zunächst alles richtig erscheint wird nach und nach zumindest grenzwertig. Als Leser merkt man, dass Rache nicht unbedingt der richtige Weg ist und Selbstjustiz nicht die Lösung sein kann. Dass es einen Grund gibt, warum wir ein Rechtssystem haben und nicht jeder einfach irgendwelche Strafen verhängen darf. Ich finde die Botschaft wichtig, denn das Buch zeigt auf jeden Fall, dass man Gewalt nicht Gewalt vergelten darf und viele Dinge oft anders sind, wie sie auf den ersten Blick scheinen.

Was die Geschichte wunderbar abrundet, ist die zarte Liebesgeschichte, die so neben der Haupterzählung herläuft. Damit hätte ich gar nicht gerechnet und man könnte auch meinen, dass eine Liebesgeschichte gar nicht in das Setting passt. Doch ich fand sie dagegen tatsächlich ziemlich klasse, denn sie gibt der recht düsteren ERzählung einen hellen Schein und ist ein toller Gegenpol, der der Geschichte die nötige Hoffnung gibt.

Das Ende der Geschichte ist zufriedenstellend. Das Buch hätte nicht anders enden dürfen, denn so viel sei verraten, ein absolutes Happy End ist es nicht und einige Personen bleiben unbelehrbar. Doch auch dies ist authentisch und passt zur Geschichte und so bin ich sehr zufrieden damit.

Fazit:
Ein tolles Buch, welches definitiv aus der Masse heraussticht. Mich überzeugt es auf ganzer Linie, denn es ist unheimlich spannend, hat eine moralische Botschaft und bleibt dabei immer glaubwürdig und unterhaltend.