Donnerstag, 14. Februar 2019

Rezension "Stella"

Titel: Stella
Autor: Takis Würger
Verlag: Hanser
Seitenzahl: 224
ISBN: 978-3-446-25993-5
Einbindungsart: Hardcover 
Preis: 22,00 €


(c) Hanser
Zum Inhalt:
Friedrich hat davon gehört. Bisher sind es nur Gerüchte, doch Friedrich ist fest entschlossen diese zu überprüfen. Zu überprüfen, ob es wirklich Möbeltransporter gibt, die die Juden abholen und weg bringen. Und so fährt er kurzerhand nach Berlin. Als er dort die junge, freiheitsliebende Kristin kennenlernt, scheint er sogar noch die Liebe in Berlin zu finden. Doch irgendetwas verbirgt Kristin und als sie eines Tages mit der Wahrheit heraus rückt, weiß Friedrich nicht, ob er damit leben kann.

Meine Meinung:
Schlechte Presse ist gute Presse, oder wie heißt es so schön? Es gibt wohl kaum jemanden (der sich für Bücher interessiert), dem noch nicht die Diskussionen um Takis Würgers neuen Roman "Stella" zu Ohren gekommen sind. Denn das Buch erzählt von einer Frau, die es wirklich gab und die bis heute höchst umstritten ist - zu Recht, wie ich finde.

Wie man am Titel schon erkennen kann, geht es in dem Buch um Stella Goldschlag, eine Jüdin, die verdeckt für die Gestapo andere Juden jagt. Zwar vordergründig um das Leben ihrer Eltern zu retten, doch macht dies ihre Taten kaum weniger schrecklich, zumal sie damit weiter machte, als ihre Eltern längst ermordet worden waren.

Diese Frau hat sich Takis Würger nun vorgenommen und trotz der vielen Presse, oder vielleicht auch gerade deswegen, war ich sehr gespannt auf die Geschichte und was mich erwarten würde. Ich las kurz vorher im Internet noch ein bisschen etwas über Goldschlag, um zu wissen, warum genau das Buch von Würger so umstritten ist.

Die Geschichte selbst ist fiktiv, mit einer realen Protagonistin und realen Aktenauszügen von Gerichtsverhandlungen, über Zeitzeugenberichte und die Taten, die Stella Goldschlag begangen hat. Da ich das Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen habe, habe ich es in Abschnitten gelesen und muss sagen, dass ich den ersten Abschnitt, also den Beginn der Geschichte ganz in Ordnung, aber noch wenig spektatkulär fand. Man lernt Friedrich und seine Umgebung kennen, Goldschlag spielt noch keine größere Rolle. Erst als die Geschichte immer mehr voran schritt, kommt Stella ins Spiel, wobei ich fand, dass die Geschichte immer langamtmiger wurde, da kaum etwas passiert. Als Leser bekommt man lediglich mit, wie sich Friedrich regelrecht wie ein Schoßhündchen von Stella verhält und alles für sie tun würde. Eigene Meinung und Charakterstärke - Fehlanzeige. Dies fand ich dann schon etwas anstrengend und schwer zu lesen.

Allerdings nimmt die Geschichte irgendwann dann doch auch wieder an Fahrt auf und die Tatsache, dass es um eine reale Person ging, fand ich dann doch recht fesselnd. Ich hoffte noch etwas mehr über ihr Leben zu erfahren, wurde aber leider enttäuscht, was das anging. Lediglich im Nachgang erfährt man noch ein paar historische Details zur Person "Stella Goldschlag". Während der Geschichte bleibt sie seltsam blass, auch wenn sie eigentlich der dominierende Charakter ist.

Trotzdem fand ich den Schreibstil des Autors wirklich gut. Er beschreibt präzise und klar, was er erzählen möchte und an keiner Stelle hatte ich den Eindruck, dass er ausschweifend wird, oder mehr Worte benutzt, als er eigentlich sollte. Takis Würger versteht es mit Sprache umzugehen und wählt hier eine sehr klar, einfache Sprache, die die Geschichte genau auf den Punkt bringen. Zudem fand ich die realen Gerichtsakten sehr gut für die Geschichte. Auch diese sind umstritten, wie ich mitbekommen habe, denn es werden die echten Namen der Opfer genannt. Allerdings kann ich daran nichts verwerfliches finden, ehrt es doch und erinnert es auch ein stückweit an die Opfer. Außerdem tragen die Gerichtsakten auch dazu bei, dass die Geschichte realer und greifbarer wird und so einen ganz besonderen Charakter bekommt.

 Was ich ebenfalls gerne mochte waren die Anfänge jedes neuen, sagen wir Kapitels. Denn eigentlich ist das Buch nicht in klassische Kapitel eingeteilt. Man merkt aber an der Aufmachung, wann ein neuer Abschnitt beginnt. Jeder dieser Abschnitte beginnt mit einem Datum und historischen Informationen zu genau dieser Zeit und was in diesem Jahr geschah. Dies fand ich sehr interessant und gelungen.

Alles in allem stehe ich dem Buch nicht so kritisch gegenüber, wie viele andere. Die Frage, "Darf man ein Buch über einen Menschen, wie Stella Goldschlag schreiben, darf man so jemandem eine Bühne geben, ihn zum Protagonisten einer fiktiven Erzählung machen", kann ich mit ja beantworten. Denn mich hat dieser Roman auch ein stückweit aufgerüttelt und das Bedürfnis geweckt, mehr über die Zeit und Stella Goldschlag zu erfahren. Denn bei allem bleibt die Frage nach den Beweggründen, die Goldschlag zu ihren so schrecklichen Handlungen trieben. Und dies ist nun auch der einzige bzw. der größte Kritikpunkt an dieser Geschichte. Ich hätte einfach gerne mehr über die Person Stella erfahren. Für einen tragendenden Charakter bleibt sie mir etwas zu blass. Ansonsten finde ich das Buch durchaus gelungen und auch wenn es die ein oder andere langatmige Stelle hat, so fand ich es im Großen und Ganzen doch recht kurzweilig und habe es gerne gelesen.

Fazit:
Ein Buch, welches die Gemüter spaltet, mir aber gut gefallen hat. Die Person Stella bleibt leider etwas blass, dafür mag ich den Schreibstil des Autors sehr gerne und auch die Art, wie er über die Nazi-Zeit erzählt, ist gelungen und schafft erneut ein Bewusstsein für dieses dunkle Kapitel unserer Geschichte.

Sonntag, 10. Februar 2019

Rezension "Rodrigo Raubein und Knirps, sein Knappe"

Titel: Rodrigo Raubein und Knirps, sein Knappe
Autor: Michael Ende / Wieland Freund
VerlagThienemann
Seitenzahl: 203
ISBN: 978-3-522-18500-4
Einbindungsart: Hardcover 
Preis: 17,00 €
Alter: ab 6

(c) Thienemann
Zum Inhalt:
Knirps hat sein langweiliges Leben absolut satt. Ständig muss er mit seinen Eltern durch die Lande ziehen, denn die beiden sind Puppenspieler. Nie passiert etwas aufregendes in seinem Leben und so beschließt er den gefährlichen Raubritter Rodrigo Raubein zu suchen, denn er möchte unbedingt sein Knappe werden. Was Knirps nicht weiß, ist, dass Rodrigo gar nicht so gefährlich ist, wie alle denken. Und so beginnt ein Abenteuer, bei dem eine Prinzessin entführt und der Falsche verdächtig wird. Bei dem ein König gerettet und ein Schatz wieder gefunden werden muss. Und bei dem am Ende alle an dem Platz sind, an dem sie sein sollten.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat uns Michael Ende in Fragmenten hinterlassen. Wieland Freund hat die restlichen Kapitel hinzugefügt und heraus gekommen ist dabei ein Kinderbuch, mit einem kleinen unscheinbaren Jungen, der ganz unerwartet zum Helden wird und dann auch irgendwie wieder nicht.
Das Cover finde ich mega süß. Zu sehen ist Knirps in dem Kostüm, welches seine Mutter für ihr genäht hat. Man erkennt sofort, dass es sich um einen kleinen fröhlichen Jungen handelt, der Spaß am Abenteuer hat und dieses auch sucht.

Vom Verlag wird das Buch ab  6 Jahren empfohlen und diese Empfehlung passt für mich absolut. Ich selbst musste mich an den Schreibstil des Autors  bzw. der Autoren eine Weile gewöhnen. Auf der einen Seite ist er ein wenig altmodisch, auf der anderen Seite aber auch sehr kindgerecht.

Ich muss zugeben, dass ich Knirps irgendwie etwas anstrengend fand. Zwar ist seine Naivität auch ganz niedlich, aber stellenweise fand ich es schon etwas nervig wenn er so gar nicht verstand was Sache war. Mir fiel es hier schwer, meine Erwachsenensicht abzustellen und da meine Kleine noch etwas zu klein für das Buch ist, kann ich nun auch nicht feststellen, wie sie das finden würde.

Unter 6 Jahren würde ich das Buch meiner Tochter glaube ich auch nicht vorlesen, denn es ist stellenweise doch recht grußelig. Es gibt einen bösen Zauberer, einen diebischen Drachen und einen finsteren Wald. Das kann für die kleinen Zuhörer doch schnell etwas unheimlich werden, weswegen ich die Altersangabe ab 6 auch gut und genau richtig finde.

Den sprechenden Papagei mochte ich gerne und auch die Prinzessin Flip gefiel mir total gut, deutlich besser als Knirps. Hier haben die Autoren die perfekten Gegenteile geschaffen. Die mutige, selbstbewusste Flip und Knirps, der etwas weltfremd ist und erst lernen muss, was Angst bedeutet. Eine interessante Persönlichkeit ist auch der Raubritter Rodrigo Raubein, der ganz anders ist, als man zunächst denkt und eine heimliche Leidenschaft fürs Puppenspielen hat.

Das Buch hat einen Spannungsbogen, der mal auf, mal ab geht und gerade gegen Ende flogen dann die Seiten doch recht schnell vorwärts. Ich mochte die Entwicklung der Geschichte und wie sich nach und nach alles auflöst und zum Guten wendet. Das Böse hat hier keine Chance und für ein Kinderbuch finde ich das extrem wichtig.

Alles in allem ein nettes Buch, welches für mich aber bei weitem nicht an die Unendliche Geschichte rankommt. Ich freue mich darauf, es meiner Tochter vorzulesen, denn vom kleinen Knirps und der mutigen Flip können viele Kinder einiges lernen.

Fazit:

Ein Buch aus dem Nachlass von Michael Ende, dessen Schreibstil zunächst etwas schwer hat in die Geschichte hineinkommen lassen, dann aber doch sehr fesselnd war und mit vielen bunten, verschiedenen und schrillen Charakteren zu überzeugen weiß.


Dienstag, 5. Februar 2019

[Aktion] Impress-Challenge 2019


Wichtige Regeln:
- Challengezeitraum: 01.01.2019 – 31.12.2019
- Es zählen ALLE Impress Titel, die ab dem 01.01.2019 gelesen und rezensiert werden.
- Für jedes gelesene eBook bekommt ihr 5 Punkte, für jedes Taschenbuch 3 Punkte. Für jede gelöste Monatsaufgabe bekommt ihr ebenfalls 1 Punkt.
- Die Seitenzahl spielt ebenfalls eine große, wichtige Rolle. Hier zählt die, die ihr auf der jeweiligen Buchseite bei Carlsen finden könnt.

Das Ziel:

- Lies so viele eBooks / Bücher wie möglich und rezensiere sie innerhalb der 12 Monate.

- Die Liste mit der Anzhal der gelesenen Titeln wird immer zum 5. eines jeden Monats aktualisiert.
- Eine Anmeldung zur Challenge ist zu jeder Zeit möglich!

- Pro Buch zählt nur eine Rezension. Sollte es also innerhalb des Challengezeitraums auch als Taschenbuch erscheinen und ihr es schon als eBook rezensiert haben, bekommt ihr für die Taschenbuch Rezension dann keinen Punkt.

Monatsaufgaben:

Für die Monatsaufgaben zählt immer nur ein Buch!
Januar 2019: Lies ein Buch / eBook mit einem Cover, in dem die Farbe Lila enthalten ist.
Februar 2019: Mit Impress werdet ihr regelmäßig in andere Welten entführt. Lies in diesem Monat ein Buch / eBook, dessen Hauptfigur eine Prinzessin ist.
März 2019: