Montag, 16. Mai 2011

Rezension "Das Lied der Träumerin"

Titel: Das Lied der Träumerin
Autor: Tanya Stewner
Verlag: FjB
Seitenzahl: 383
ISBN: 978-3841421166
Einbindungsart: Gebunden
Preis: 16,95 €

Ein junges Mädchen, das ihren eigenen Weg geht, zwei Jungs die sie begleiten und ein gelebter Traum.


Zum Inhalt:
Nach dem Tod ihres Vaters beschließt das Mädchen Angelina ihr Zuhause zu verlassen und ein neues Leben in der Heimat ihres Vaters, in London, zu beginnen. Denn Angelina möchte Sängerin werden und hofft, dass sie dort dazu die Chance hat. In London zieht sie in eine WG in der schon die beiden Brüder Jeremy und Josh wohnen. Mit Josh versteht sie sich auf Anhieb, mit Jeremy erstmal nicht. Nachdem Angelina sich eingelebt hat, nimmt sie einige Demo-CDs auf und schickt diese an Plattenfirmen. Während sie gespannt auf Antworten wartet, nimmt sie einen Job in einer Bar als Sängerin an und lebt somit zumindest ein stückweit das, was sie gerne möchte. Nach und nach lebt sie sich in London ein und findet immer mehr Freunde. Auch Jeremy wirkt plötzlich sehr anziehend auf Angelina, doch ihn und seinen Bruder scheint ein dunkles Geheimnis zu verbinden.

Meine Meinung:
Puuuh schwer, sehr schwer hier eine Meinung zu formulieren. Ich bin schon seit einigen Tagen mit dem Buch durch, doch bisher habe ich es einfach nicht geschafft meine Meinung in Worte zu fassen. Ich muss gleich sagen, dass ich mich den ganzen Begeisterungsstürmen nicht anschließen kann. Denn irgendwie war das Buch nicht so wirklich mein Fall. Ich versuche hier jetzt mal die Gründe dafür zu erläutern und hoffe, dass ich verständlich machen kann, wieso das Buch bei mir nicht angekommen ist.

Die Geschichte beginnt gleich sehr tragisch mit dem Satz "Mein Vater lag im Sterben". Auf den folgenden Seiten werden die letzten Tage und Stunden von Angelinas Vater erzählt, was mich sehr schlucken ließ und mir fast Tränen in die Augen getrieben hat. Denn eines muss man der Autorin lassen, einfühlsam erzählen kann sie durchaus. Ich glaube nicht, dass irgendjemanden die Geschichte um Angelina kalt lässt.

Das schlechte Verhältnis von Angelina zu ihrer Mutter hat mich sehr schockiert (kann ich mir irgendwie gar nicht vorstellen, dass man so ein schlechtes Verhältnis zu seiner Mutter haben kann) war aber wiederrum sehr eindringlich beschrieben, sodass ich richtig gefühlt habe, wie Angelina sich in den Gesprächen mit ihrer Mutter fühlt.

Die Autorin hat einen flotten Schreibstil, der es leicht macht das Buch in einem Rutsch durchzulesen. Sie schafft es zu schockieren und nachdenklich zu machen und hat auch die ein oder andere Wendung eingebaut, mit der ich so nicht gerechnet hätte.

Und trotz allem, war das einfach nicht mein Buch. Vielleicht bin ich, so wie auch schon jemand in der Leserunde bei Lies und Lausch bemerkt hat, einfach zu wenig Träumerin um das Buch zu verstehen und vorallem um die Protagonistin Angelina zu verstehen. Ich finde es toll, dass sie einfach ganz strikt ihren Weg geht, doch kann ich nicht ganz nachvollziehen, wie man so ganz ohne Sicherheiten durchs Leben gehen kann. Auch die Liebe zur Musik konnte ich nicht so ganz nachvollziehen. Natürlich höre ich auch sehr gerne Musik, doch bei Angelina hatte ich manchmal das Gefühl, dass ein gutes Lied einfach alles gutmachen kann. Das finde ich eben icht. Musik kann helfen, aber zumindest mich, nicht heilen. Die Welt der Angelina war einfach überhaupt nicht die meine.

Zusätzlich gestört haben mich die Sexszenen. Nicht wegen der Sexszenen (um Himmels Willen, wir leben ja nicht im Mittelalter), sondern einfach wegen der Art, wie sie beschrieben werden. Ich finde es schade wenn im Zusammenhang mit Sex Wörter wie "Vögeln" & "Treiben" benutzt werden. Auch wenn das in der heutigen Zeit normal sein mag solche Wörter zu verwenden, finde ich doch, dass es die Sache Sex abwertet und das ist einfach echt schade. Was vermittelt das denn den Jugendlichen, die das Buch lesen?

Die Altersangabe "ab 14" (z.B. bei Amazon) und auch die Tatsache, dass dieses Buch beim Fischer Jugendbuch Verlag rauskommt, finde ich völlig daneben gegriffen. Für mich ist das definitv kein Buch, dass ich als 14-jährige hätte lesen wollen oder dass ich 14-jährigen guten Gewissens verkaufen kann. Dazu gibt es einfach zu viele Szenen, die man Jugendlichen nicht unbedingt zumuten muss. Vorallem vermute ich auch, dass viele Jugendliche das Buch gar nicht verstehen würden! Hier muss ich allerdings dazu sagen, dass Frau Stewner bei der Leserunde selbst gesagt hat, dass sie das Buch ab 18 empfehlen würde. Hier liegt die Schuld also definitiv nicht bei der Autorin.

Das Ende fande ich passend, jedoch trotzdem sehr traurig. Es war fast klar, dass es so und nicht anders ausgehen wird und alles Andere wäre auch komisch gewesen.

Das Buch regt definitiv zum Nachdenken an und erzählt im Prinzip auch eine schöne Geschichte, eines Mädchens die ihre Träume lebt. Leider habe ich zu keinem Zeitpunkt richtigen Zugang zu der Geschichte und den Protagonisten gefunden, vielleicht bin ich wirklich zu wenig Träumerin!

Fazit:
Nachdenklich stimmendes Buch mit Tiefgang, für alle Träumer und Musikliebhaber, zu dem ich leider keinen richtigen Zugang gefunden habe.

Ich bedanke mich trotz allem bei Tanya Stewner & dem FjB-Verlag für dieses Leseexemplar, denn auch dieses Buch bereichert meinen Erfahrungsschatz. Und kaltgelassen hat es mich sicherlich nicht ;) 

(2,5 Punkte, leider habe ich keine halben Kerzen ;))

Kommentare:

  1. Puuuh... du hast es jetzt wenigstens hinter dich gebracht, bei mir will sich aus den wirren Gedanken einfach noch keine Rezension formen. Auf jeden Fall bin ich sehr froh, dass ich nicht die einzige in der Leserunde war, die das Buch nicht im positiven Sinne total umgehauen hat.
    LG Anette

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  2. @Anette: Ja, leicht war es nicht. Mir tut es auch immer ein bisschen Leid, wenn ich ein Buch so negativ bewerten muss. Vorallem, da die Autorin mir das Buch selbst zur Verfügung gestellt hat...

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  3. Schade, dass dir das Buch nicht so gefallen hast bzw. dass du keinen Zugang dazu gefunden hast... Auch ich hatte erst meine Schwierigkeiten, habe es aber dann wirklich "genossen" es zu lesen :-)
    Zu den Sexszenen: Die fand ich zum Teil auch sehr drastisch (wenn ich schon rot werde beim lesen...) ich hatte danach wirklich Probleme es unserer Azubi zu geben ;-)
    LG
    Marie

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  4. Ich fand deine Rezension sehr interessant. Hab das Buch heute fertig gelesen und auch gleich eine Rezension geschrieben, meine fällt jedoch wesentlich positiver aus. Schon beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass diese Geschichte die Gemüter spalten wird. Ich bin selbst Musikerin, kann mich also durchaus in diesen magischen Moment hineinleben, was Musik in einem bewirken kann, welchen Zauber sie auslösen kann. Ich kann aber gut nachvollziehen, dass es vielen schwerfallen wird, sich in Angelia hineinzuversetzen :) Liebe Grüße

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  5. Hi Caro:-) Ich lese gerade deine Rezension - uff!! ich muß sage, gut dass du es schon hinter dich gebracht hast. Ich schiebe diese Rezension schon seit längerer Zeit vor mir her, hatte allerdings in den letzten Wochen anderes im Kopf als mich damit zu befassen. Nachdem wir unsere treue Gefährtin der letzten 12 Jahre nun in der letzten Woche haben einschläfern müssen, komme ich so langsam wieder auf die Füße. Ich war auch sehr zwiegespalten - schon allein durch die Altersvorgabe für das Buch. Und immer wieder las ich die vielen Hipp Hurra Rezensionen darüber, dass ich mir dann dachte, neee ich warte lieber noch ein bißchen. Wie heißt das tolle Wort: Hype oder so?
    Also gut, ich werde es dann mal in der nächsten Zeit anpacken.
    Sei lieb gegrüßt
    HANNE

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  6. Bei mir steht die Rezi auch noch in der Warteschleife ... Okay ich bin ja jetzt die offizelle (oh je falsch geschrieben) Zielgruppe (werde nächste Woche 14), so und ich fand es jetzt nicht soooo schlimm (die Sexszeanen, naja war halt so und da hatte ich schon ein schlimmeres Buch in der Hand), ich habs verstanden (na gut ich traue das nicht gerade vielen zu) aber eigentlich fand ich das Buch ganz toll, aber auch nicht ... Ach ich weiß nicht so genau, mal sehen wann ich die Rezi schreibe, bis jetzt fällt mir nicht so viel ein =(.

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