Montag, 3. August 2015

Rezension "Elias &Laia"

Titel: Elias & Laia
Autor: Sabaa Tahir
Verlag: One
Seitenzahl: 509
ISBN: 978-3-8466-0009-2
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 16,99 €

(c) One/Lübbe
Zum Inhalt:
Elias und Laia. Zwei junge Menschen wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Beide leben in einer Welt voller Gewalt. Einer Welt die von einem grausamen Imperium beherrscht wird, das seinen Willen mit Hilfe seiner brutalen Helfer, den Masken" durchsetzt". Doch beide stehen auf unterschiedlichen Seiten. Laia, ein Kundigenmädchen, das dieser Gewalt hilflos ausgesetzt ist und Elias ein Absolvent der Akademie, in der die Masken ausgebildet werden. Zwei junge Menschen, die eigentlich nichts verbindet und letztendlich doch so viel. Zunächst Feinde, sind sie sich doch ähnlicher als sie eigentlich wissen.

Meine Meinung:
Das Thema der Geschichte reizte mich sofort. Auf den ersten Blick wirkte es etwas dystopisch, auch wenn es das eigentlich gar nicht ist. Obwohl ich gerade eigentlich nicht so auf Fantasy stehe, hat dieses Buch genau den richtigen Anteil daran. Nicht zu viel, nicht zu abgedreht, nein, genau richtig.

Zu Beginn fand ich jedoch trotz des tollen Schreibstils nicht so richtig in die Geschichte rein. Ich brauchte eine gefühlte Ewigkeit für nur wenige Seiten und so kam ich nur langsam voran. Dies legte sich aber als mir die Personen und und die Umgebung so langsam vertraut wurden und ich mich richtig in die Geschichte einfühlen konnte.

Laia wirkt zunächst wie ein verschüchtertes kleines Mädchen, dem man eigentlich nichts zutrauen kann. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Ihre starke Persönlichkeit scheint ihr oft selbst nicht so bewusst zu sein und so macht sie sich meistens kleiner als sie eigentlich ist. Dies ist im Laufe der Geschichte aber auch ab und an ein Vorteil. Ich muss zugeben, dass ich manchmal trotz alledem etwas genervt von ihrer auf der einen Seite sehr zurückhaltenden und auf der anderen Seite sehr risikofreudigen Art. Mir erschien es manchmal so, als würde sie es einfach nicht schaffen einen guten Mittelweg zu finden. Das war manchmal echt anstrengend, denn daraus ergaben sich sehr gefährliche Situationen.

Elias war mir vor der ersten Seite an sehr sympathisch. Er weiß genau was er will und geht diesen Weg auch. Natürlich gibt es immer wieder Situationen aufgrund derer er seine Richtung ändern muss, doch sein Hauptziel verliert er nie aus den Augen. Er hat einen unheimlich starken Charakter, den er sich zum Glück bis zum Schluss bewahrt. Seine Mutter und viele andere versuchen nicht selten, ihn schwach zu machen. Dass das nicht gelingt ist allein seinem Vertrauen in die richtig Sache zu verdanken.

Nachdem ich dann so richtig in der Geschichte angekommen war, fesselte sie mich unheimlich. Trotz Leseflaute, die leider schon seit Monaten anhält, fing ich plötzlich abends wieder an zu lesen. Auch einen halben Sonntagnachmittag verbrachte ich mit der Lektüre von Elias und Laia. Das hat davor und seitdem kein Buch geschafft.

Tahir berichtet aus zwei unterschiedlichen Perspektiven - Elias' und Laias. So hat man als Leser einen perfekten Blick auf das Geschehen und kann es aus zwei Blickwinkeln wahrnehmen. Die 500 Seiten flogen letztendlich nur so dahin und dann war die Geschichte leider auch schon zu Ende. Und was gab es? Natürlich einen Cliffhanger. Ich habe zwar schon deutlich schlimmere Cliffhanger in Geschichten gehabt, doch trotz allem muss ich jetzt bis nächstes Jahr warten, bis ich weiß wie die packende Geschichte der beiden weitergeht.

Fazit:
Nach schleppendem Anfang ein tolles und fesselndes Buch, das mich super unterhalten hat und eine perfekte Mischung aus römischem Reich und Fantasy bietet.


Sonntag, 5. Juli 2015

Rezension "Skandal"

Titel: Skandal
Autor: Sarah Ockler
Verlag: cbt
Seitenzahl: 411
ISBN: 978-3570162989
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 16,99 €

(c) cbt
Zum Inhalt:
"Skandal" erzählt die Geschichte von Lucy. Lucy die schon lange in Cole verliebt ist, dass sie sich nicht mehr an die Zeit erinnern kann, in der sie keine Gefühle für ihn hatte. Doch Cole ist ausgerechnet mit Lucys bester Freundin, Ellie zusammen. Ein Dilemma, welches noch viel schlimmer wird, als Lucy anstelle von Ellie mit Cole zum Abschlussball geht. Während Ellie krank im Bett liegt, tanzen die Schmetterlinge in Lucys Bauch Samba. Wie soll sie diesen Abend nur überstehen? Als dann passiert, womit Lucy niemals gerechnet hätte, gerät ihre Welt völlig aus den Fugen. Sie und Cole küssen sich und Lucy hat keine Ahnung wie sie das Ellie erklären soll. Doch bevor sie die Chance dazu erhält ist es schon zu spät und Fotos von ihr und Cole tauchen auf Facebook auf. Was dann folgt ist Cybermobbing der schlimmsten Stufe und Lucy hat keine Chance sich dem zu entziehen.

Meine Meinung:
Das Thema Internet und Cybermobbing ist ja ein höchst aktuelles Thema, weswegen mir das Buch sofort ins Auge sprang. Ein eigentlich "harmloser" wenn auch nicht gut zu heißender Kuss löst einen Shitstorm aus, der mit nichts zu vergleichen ist.

Wie oft habe ich schon gehört, dass im Internet ein Shitstorm losbrach und das wegen eher harmloser Kleinigkeiten. Die Betreffenden haben nur selten die Chance sich zu wehren, geschweige denn, sich dem ganzen zu entziehen. Genauso geht es Lucy in "Skandal" weswegen ich sehr gespannt auf das Buch war.

Die Thematik ist keinesfalls neu, doch immer wieder spannend und erschreckend zu verfolgen. Gerade für eine Geschichte in einem Jugendbuch sehr gut geeignet.

"Ockler" schafft es, das Thema gut umzusetzen und die Schrecken und die Anonymität die das Internet bietet perfekt herauszustellen. Nicht selten war ich entsetzt, ob der grausamen "Brutalität" die Lucys Klassenkameraden an den Tag legen. Leider ist das im Internet keine Seltenheit, was echt traurig ist.

Trotz des sehr interessanten Themas, muss ich zugeben, dass ich so meine Schwierigkeiten mit der Geschichte hatte. Ich kam zu Beginn überhaupt nicht mit dem Schreibstil von Ockler klar. Obwohl er eigentlich sehr flüssig und gut zu lesen ist, hat sie eine Ausdrucksweise und einen Stil, der mir doch die ein oder anderen Schwierigkeiten bereitet hat. Und so kam ich nur langsam vorwärts mit der Geschichte. Ich brauchte ziemlich lange um mich daran zu gewöhnen, weswegen ich das Buch auch immer stellenweise unterbrechen musste. Leider kann ich gar nicht so genau auf den Punkt bringen, was mich so gestört hat, aber manche Beschreibungen waren so komisch, dass sie mir den Lesefluss wirklich schwer gemacht haben.

Die Personen hingegen finde ich wunderbar beschrieben. Alle haben ihre Ecken und Kanten und sind so sehr einzigartig. Und so fiel es mir auch gar nicht schwer die einzelnen Charaktere zu unterscheiden. Zudem machten es mir die detaillierten Beschreibungen viel leichter möglich eine enge Beziehung zu den Charakteren aufzubauen. Ich litt sowohl mit Lucy, als auch mit Ellie. War entsetzt und hoffte für alle nur das Beste.

Und so kam dann das Ende, welches ich ebenfalls gelungen finde. Es ist kein klassischen Happy End in dem Sinn. Es herrscht nicht überall Friede, Freude, Eierkuchen und alles ist vergeben und vergessen. Doch anders hätte ich mir das Ende auch nicht vorstellen können. Und wenn mich das Ende eines Buch zufrieden zurücklässt, ist das schon mal viel wert.

Fazit:
Ein Jugendbuch, dass nicht mit anderen vergleichbar ist. Ein Stil, bei dem ich sehr lange gebraucht habe, bis ich mich daran gewöhnen konnte und ein Ende das sehr überzeugend, ein ziemlich brisantes Thema abschließt. 

3,5

 

Freitag, 29. Mai 2015

Rezension "Dunkler Donnerstag"

Titel: Dunkler Donnerstag
Autor: Nicci French
Verlag: C. Bertelsmann
Seitenzahl: 445
ISBN: 978-3570-10165-0
Einbindungsart: Broschiert
Preis: 14,99 €

(c) RandomHouse
Zum Inhalt:
Die Therapeutin Frieda Klein wird in diesem Fall gnadenlos von ihrer Vergangenheit eingeholt. Dinge, die sie seit Jahren verdrängt hat kommen nun mit aller Macht an die Oberfläche. Alles beginnt damit, dass Frieda Besuch von einer alten Schulfreundin erhält, die Probleme mit ihrer Tochter hat. Sie bittet Frieda sich einmal mit ihrer Tochter zu unterhalten, um herauszufinden, was los ist. Nur widerwillig lässt sich das junge Mädchen, Becky, auf ein Gespräch mit der Therapeutin ein. Doch schnell kommt eine schreckliche Wahrheit ans Licht. Becky wurde vergewaltigt und hat bisher niemandem davon erzählt. Sie weiß nichts über den Täter und ihre eigene Mutter glaubt ihr nicht. Frieda stellt mit Entsetzen fest, welche Parallelen es zu ihrem eigenen Teenagerleben gibt. Und so bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich auf Spurensuche in die Vergangenheit zu begeben. Nicht nur um Becky zu helfen, sondern auch sich selbst. Noch ahnt sie nicht, in welche Gefahr sie sich damit begibt.

Meine Meinung:
Schon lange wollte ich einen Fall von Frieda Klein lesen, habe ich doch bisher nur gutes über das Autorenpaar Nicci French gehört. Zwar ist "Dunkler Donnerstag" nicht der erste Fall, doch machte mir dies keinerlei Probleme.

Als Leser wird man sofort in die Geschichte hineingeworfen, sie beginnt nicht langsam sondern sofort mit der eigentlichen Handlung. Natürlich werden immer wieder Geschehnisse aus alten Fällen aufgegriffen, doch hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass mir irgendetwas fehlen würde.

Der Schreibstil der beiden Autoren gefällt mir sehr gut. Und so flogen die Seiten relativ schnell dahin. Ich liebe Thriller, die vor allem aus der psychologischen Sicht erzählt werden, das gibt ihnen meist eine ganz andere Sicht auf die Dinge und erklärt viele Taten besser, als "normale" Krimis & Thriller es tun. Auch hier war ich sofort fasziniert von Frieda Kleins Gesprächen und ihrem psychologischen Vorgehen.

Die Geschichte und die Verwicklungen von Friedas Vergangenheit in selbige sind sehr gelungen miteinander verwoben und ließen mich zu keinem Zeitpunkt ahnen, wie die Lösung des Falles aussehen könnte und wohin das Ganze geht. Für mich als Leser war es spannend, Frieda auf ihrer gefährlichen Reise in die Vergangenheit zu begleiten. Natürlich hoffte ich von Anfang an, dass eine Lösung für den Fall gefunden wird und alles gut ausgeht.

Leider gibt es trotz aller positiven Punkte, die das Buch für mich zu einem echten Vergnügen machten, auch einen sehr goßen negativen Punkt, der mir ein Großteil dieses Vergnügens immer wieder nahm. Und zwar hatte ich echte Probleme mit der Person Frieda Klein. Keine Frage, sie ist toll und facettenreich beschrieben und mitnichten eine Protagonistin, die man als 0815 bezeichnen könnte. Doch ging sie mir mit ihrer Art schlicht und einfach auf die Nerven. Ich fand es extrem anstrengend mitzuerleben wie sie mir ihrem Umfeld und ihrem Leben umgeht. Sie ist eine extrem starke und taffe Persönlichkeit, doch genau das gefiel mir leider so gar nicht. Angefangen dabei wie sie ihren Freund oder auch ihre Ehemalige Schulkameradin behandelt bis zu ihrer Sicht auf das Leben selbst. Das alles war mir einfach zu forsch zu "Anti". Natürlich hat Frieda Klein kein leichtes Leben hinter sich, doch leider wurde ich mit ihr zu keinem Zeitpunkt wirklich warm. Ich musste stellenweise sogar etwas anderes lesen, weil ich so genervt war.

Ich finde das wirklich sehr schade. Der Fall ist sehr gelungen und spannend aufgebaut und vermag es zu fesseln. Doch die Person Frieda Klein machte für mich vieles wieder zunichte. Vielleicht werde ich irgendwann mal mit dem ersten Band anfangen um zu schauen, wie Frieda so geworden ist, denn sicher spielen einige ihrer früheren Fälle eine große Rolle bei ihrem Verhalten. Und da das Paar Nicci French toll schreiben kann, kann ich damit eigentlich nicht so viel falsch machen. Zumal ich dann ja weiß auf was ich mich einlasse.

Fazit:
Ein spannender Psychothriller, der zu fesseln vermag und die Mischung aus Gegenwart und Vergangenheit toll hinbekommt. Leider fand ich die Hauptperson extrem anstrengend und nicht wirklich sympathisch, weswegen ich leider zwei Punkte in der Wertung abziehen muss.

Dienstag, 19. Mai 2015

Rezension "Der Schneeleopard"

Titel: Der Schneeleopard
Autor: Tess Gerritsen
Verlag: Limes
Seitenzahl: 416
ISBN: 978-3809026372
Einbindungsart: Gebunden
Preis: 19,99 €

(c) RandomHouse
Zum Inhalt:
Die Handlung dieses Thrillers findet zugleich an zwei Schauplätzen statt. Zum einen in einer abgelegenen Wüste in Botswana. Zum anderen bei Rizzoli und Isles in Boston. Die beiden Ermittlerinnen müssen einem grausamen Mord an einem Tierpräparator nachgehen, den sie in seiner eigenen Wohnung ausgeweidet vorfinden. Die Liste der Verdächtigen ist lang, hatte er doch besonders unter den Tierschützern viele Feinde. Rizzoli und Isles stehen vor einem Rätsel, denn die merkwürdigen Vorfälle häufen sich. Auch in Botswana geht es alles andere als friedlich zu. Eine Gruppe Touristen gerät in der Wüste in Lebensgefahr. Noch wissen sie nicht wer Jagd auf sie macht, doch ihr Überlebenskampf wird immer schwieriger. Irgendwie scheinen diese Vorfälle in einem Zusammenhang miteinander zu stehen, doch noch ist überhaupt nicht klar in welchem. Und so ist mindestens ein Mörder weiterhin auf freiem Fuß.

Meine Meinung:
Ein Rizzoli&Ilses-Thriller von Tess Gerritsen fühlt sich für mich immer ein bisschen wie nach Hause kommen an. Schon seit dem ersten Band sind mir die beiden eigenwilligen Frauen sehr ans Herz gewachsen. Seitdem habe ich sie fast durch alle ihre gemeinsam Fälle begleitet. Auch dieses Mal hat es die zu lösende Aufgabe richtig in sich. Während beide Frauen, auch privat mit ihren Problemen zu kämpfen haben, scheint der Täter sie dieses Mal vor eine nahezu unlösbare Aufgabe zu stellen. Auch sind sie sich über die gesamte Zeit der Ermittlungen nicht immer einig und so entstehen Spannungen, die nicht nur mit dem Fall zu tun haben.

Und so entwickelt sich rasch eine rasante Geschichte, die einen kaum zu Atem kommen lässt. Tess Gerritsen spart natürlich auch hier wieder nicht mit blutigen Details und so dürfte die Geschichte sicherlich nicht für jeden etwas sein. Auch ich muss zugeben, obwohl ich ihre Art zu schreiben kenne, musste ich doch das ein oder andere Mal schlucken. Hier braucht man in jedem Fall starke Nerven.

Wie oben schon erwähnt, mag ich die beiden Ermittlerinnen wirklich sehr gerne. Ich finde es klasse ihre Entwicklung in jedem Band zu verfolgen und zu erleben, wie sich auch ihr Privatleben weiterentwickelt. Beides sind sehr starke Persönlichkeiten, die mit beiden Beinen im Leben stehen und sich somit (fast) nie unterkriegen lassen. Doch dieser Fall stellt auch die sonst so tiefe Freundschaft auf eine schwere Probe. Genau wie der Leser, stehen die beiden Frauen lange vor einem großen Rätsel. Mal geht es in die eine Richtung, mal in die andere. Scheint eine heiße Spur gefunden, so entpuppt sie sich hinterher doch als gerade einmal lauwarme Fährte.

Von Anfang an rätselte ich natürlich fleißig mit und versuchte selbst auf die Lösung zu kommen. Leider gehört hierzu mein einziger Kritikpunkt. Ich ahnte relativ schnell, in welche Richtung es gehen könnte und fand die "Art" der Lösung leider etwas zu vorhersehbar. Ich mag es einfach, wenn ich bis zum Ende im Dunklen tappe und auf einer völlig falschen Fährte bin. Ansonsten bietet das Buch wieder so viel Spannung wie ich es von Gerritsen gewohnt bin. Was natürlich dazu beitrug dass ich das Buch ziemlich schnell durchgelesen hatte. Eine super Urlaubslektüre.

Fazit:
Tess Gerritsen, wie wir sie kennen. Blutig, spannend, thrillig, mit tollen Ermittlerinnen und einem Ende, dass leider etwas vorhersehbar war. 

Sonntag, 10. Mai 2015

Rezension "Kleine Wochenend - und Festtagstorten"

Titel: Kleine Wochenend- und Festtagstorten
Autor: Jacqueline Böttcher
Verlag: Bassermann
Seitenzahl: 107
ISBN: 9783572081011
Einbindungsart: Gebunden
Preis: 12,99 €

Ich LIEBE dieses Buch. Und backen ja sowieso. Wer mich kennt, der weiß Kochen ist so gar nicht mein Ding. Backen dagegen umso mehr. Und so hat mich schon das Cover dieses Backbuches total angesprochen. Als ich es in der Hand hatte kam ich aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus. Natürlich eignet sich nicht jeder Tag um eine Torte zu backen, man braucht ja auch Leute, die einem beim Essen helfen, doch hier wollte ich eigentlich sofort loslegen. Als ich meinem Mann die einzelnen Rezepte vorlas wurde meine Begeisterung mit jeder Seite größer und das Wasser lief mir immer mehr im Mund zusammen.

Und so fiel mir die Entscheidung, was ich als erstes Backen soll, wirklich extrem schwer. Sicher werde ich noch viele Wochenenden mit diesem Buch verbringen und allen davon vorschwärmen, was für tolle und leckere Rezepte da doch drin sind. Von Schmandtorte mit Sauerkirschen über Ananastorte mit Kokos-Quarkcreme, Nusssahnetorte, bis zu Baisertorte mit weißer und dunkler Mousse. Hier ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei.

Zu Beginn des Buches wird man mit vielen wichtigen Basics vertraut gemacht, was ich sehr wichtig finde. Zum Einen erfährt man was man alles für Geräte braucht zum anderen aber auch viel über Teigarten und die wichtigsten Zutaten beim Backen. Auch für das Stapeln von Torten gibt es Hilfe, was ich wirklich gut finde, da ich selbst vorher ja noch nie Torten gebacken habe. So kann man sich hier perfekte Tipps holen. Das Dekorieren, sowohl mit Schokolade als auch mit Marzipan wird ebenfalls kurz angesprochen. Außerdem gibt es eine ganze Seite mit Hinweisen zu den Rezepten, wie z.B. Garproben usw. Und dann geht es auch schon los mit den herrlichen Tortenrezepten. Die Einteilung in die vier Kategorien, "Fruchtig & saftig", "Nussig & schokoladig", "Klassisch & festlich" und "Einfach, schnell und trotzdem raffiniert" machen es einfach schnell das richtige Rezept zu finden.

Die Rezepte selbst sind klar und übersichtlich gestaltet. Man sieht auf einen Blick, was für Zutaten man sowohl für den Teig als auch die Füllung und die Dekoration braucht. Auch ist jedem Rezept eine Schwierigkeitsstufe zugeordnet, zudem findet man sofort die Angabe, wie lange die Zubereitung, die Backzeit und ggfs. die Kühlzeit dauert. Gerade solche Angaben suche ich in manchen Backbüchern vergeblich. Oft muss ich erst das ganze Rezept durchlesen bis ich gefunden habe, wie lange man den Kuchen backen muss. Die Zubereitungszeit wird oft überhaupt nicht erwähnt. Ich mag die klarer Struktur, dieses Buches, die mir auf den ersten Blick die wichtigsten Dinge zeigt. 

Früher dachte ich mir immer, dass Torten backen schwer und nur etwas für Profis ist. Doch dieses Buch hat mich eines besseren belehrt. Gut erklärte Rezepte machen es auch mir, die vorher noch nie eine Torte gebacken hat, leicht, sie nachzubacken. Ich habe mich als erstes für eine Himbeerquarktorte entschieden. Diese war echt super lecker und durch den Rührteig wirklich schnell gemacht. Genau das richtige für den Sommer. 


Ein super gelungenes Backbuch. Ich denke Torten backen wird ein neues Hobby von mir. Bis ich alle Torten ausprobiert habe, die ich in diesem Buch ansprechend finde, werde ich vermutlich noch das ganze Jahr brauchen und danach 5 Kilo schwerer sein. Eine wunderbar gelungene Auswahl an Rezepten, die mein Genießerherz höher schlagen lässt!

Fazit:
Mein neues Lieblingsbackbuch mit so vielen tollen Rezepten, dass ich mich gar nicht entscheiden kann, was ich als nächstes Backen möchte. Die klarer Struktur und Übersichtlichkeit der Rezepte tragen ihr übriges dazu bei, dass dieses Buch rundum gelungen ist. 

Rezension "Häkel dich glücklich"

Titel: Häkel dich glücklich - kunterbunte Deko-Ideen für Einsteiger und Häkelfans
Autor: Paula Matos
Verlag: Bassermann
Seitenzahl: 125
ISBN: 978-357208177-6
Einbindungsart:Gebunden
Preis:14,99 €

Ich häkle inzwischen schon eine ganze Weile und habe somit auch einiges an Erfahrung. Bei diesem Buch dachte ich, als ich den Untertitel laß, das dürfte trotzdem etwas für mich sein, da es ja nicht nur für Anfänger ist.

Das Buch beginnt sofort mit den Anleitungen. Natürlich habe ich erstmal alle durchgeblättert um zu sehen, was ich gerne machen möchte. Ich muss zugeben, dass die Auswahl der Anleitungen mich auf den ersten Blick jetzt nicht so vom Hocker gerissen hat, da es nicht wirklich etwas gab, was ich so noch nicht gesehen habe. Wenn man allerdings bedenkt, dass dieses Buch auch vor allem für Anfänger ist, dann sieht das Ganze schon wieder total anders aus.

Besonders positiv herausheben möchte ich den Aufbau der Anleitungen. Bei jeder Anleitung gibt es einen Teil "Ganz wichtig", in dem das wichtigste vorab erklärt wird, z.B. wie gehäkelt wird, wie man die einzelnen Reihen anfängt und aufhört. Daneben sieht man schön übersichtlich und auf einen Blick, was man für Material benötigt. Und dann beginnt die Anleitung selbst, die ich super gelungen finde. Detailliert wird Schritt für Schritt verständlich erklärt was zu machen ist. Zudem gibt es zu jedem Schritt ein Foto, was das ganze noch einfacher macht. Selbst für mich, als nicht mehr ganz so blutigen Anfänger, waren diese Anleitungen sehr angenehm nachzuhäkeln, da alles so gut erklärt wird, dass keine Fragen offen bleiben. Genau deswegen ist dieses Buch perfekt für Anfänger geeignet. Zwar wird in den Anleitungen, mit Abkürzungen gearbeitet, dieses werden aber am Ende des Buches erklärt.

Genau deswegen ist der Teil mit den Häkelbasics auch so wichtig. Es werden die einzelnen Häkeltechniken erklärt. Von feste Maschen, über halbe Stäbchen bis hin zu Doppelstäbchen. Zudem wird schön erklärt, wie man bspw. eine Farbe wechselt oder den Faden vernäht. Es sind also alle Grundlagen toll erklärt, dass man mit diesem Buch perfekt in das Thema häkeln einsteigen kann.

Natürlich fand ich dann auf den zweiten Blick auch etwas was ich gerne nachhäkeln wollte. So findet man in diesem Buch Anleitungen für eine Blumengirlande, über Handyhüllen, Eulen, Nadelkissen und Schatzbeutel. Ich selbst habe mich für eine Wärmflaschenhülle und eine Tücherboxhülle entschieden. Leider sind die beiden noch nicht fertig, da vor allem die Wärmflaschenhülle aus sehr vielen kleinen Einzelteilen besteht, was ich aber gerade gut finde, da ich immer wieder abends ganz in Ruhe ein oder zwei Teile machen kann. Sobald ich fertig bin, werde ich euch natürlich meine Werke zeigen.

Bei einigen Anleitungen muss man nähen können, was ich etwas schade finde, da ich es nicht kann. Allerdings ist das vielleicht ein Grund nähen zu lernen, denn aus der Kombination Nähen/Häkeln lassen sich echt tolle Sachen machen.

Fazit:
Ein rundum gelungenes Buch, dass allerdings wirklich eher für Anfänger geeignet ist. Durch seine tollen Schritt-für-Schritt-Anleitungen gelingt auch zu Beginn jedes Projekt. 


Montag, 27. April 2015

Feine Schokogugl - Set

Titel: Feine Schokogugl - Set
Autor: Chalwa Heigl
Verlag: Südwest
Seitenzahl: 64
ISBN: 978-3517088235
Einbindungsart:Gebunden
Preis:14,99 €

Diese Schokogugl schmecken nicht nur lecker, sie sehen auch noch toll aus. Noch nie habe ich so winzige Gugl gesehen. Einerseits eine Herausforderung beim Verzieren, andererseits super zum Essen und ein echter Blickfang.

Dieses Set liefert alles mit, was man zum Backen braucht. Ein Backbuch mit einer Auswahl an Rezepten und dazu die passende Silikonform, die wirklich toll ist. Ich habe jetzt schon ein paar mal damit gebacken und bin sehr zufrieden. Die Gugl lösen sich super aus der Form und man kann diese dann schnell und einfach reinigen.

Das Backbuch selbst ist toll aufgemacht. Es beginnt mit einer persönlich geschriebenen Einleitung der Autorin, die hier auch von der Entstehung des Gugl berichtet. Davor gibt es natürlich noch das passende Inhaltsverzeichnis, in dem sehr übersichtlich dargestellt ist, was es für Kategorien gibt, in die die Gugl eingeteilt sind. Sei es eher schokoladig, fruchtig oder für Kinder. Hier muss ich sagen, dass nicht nur das Inhaltsverzeichnis sehr übersichtlich ist, sondern auch die Auswahl der Rezepte, von denen ich auf den ersten Blick zugegebnermaßen etwas enttäuscht war, da mich kaum eines der Rezepte ansprach. Hier muss ich aber auch erwähnen, dass ich kein Freund von Früchten im Kuchen bin und es lieber relativ einfach mag. Natürlich habe ich dann auch trotzdem etwas gefunden und sofort die Stracciatella-Gugl ausprobiert, die ich sehr sehr lecker fand. Auch einige andere Rezepte waren auf den zweiten Blick dann ansprechender als auf den ersten, sind sie alle doch sehr raffiniert und ganz eigene Variationen. Zudem habe ich, als ich einmal spontan backen wollte, beschlossen einfach ein Rezept aus einem ganz anderen Buch zu nehmen und die Menge der Zutaten runterzurechnen. Denn natürlich braucht man gar nicht unbedingt diese Rezepte zu nehmen, jedes Rührkuchenrezept, oder was dem Nahe kommt, kann problemlos mit diesen Förmchen gemacht werden.

Stracciatella-Gugl (hinten) & als "Fremdrezept" Zitronen-Gugl (vorne)
Für mich ist das Highlight dieses Sets vor allem die Optik des Buches, denn auch hier sind die Fotos sehr schön. Allerdings war es manchmal etwas irritierend einige Seiten vor- oder zurückblättern zu müssen um das richtige Foto zu finden. Ich mag es lieber, wenn die Bilder immer direkt bei dem Rezept sind, aber das ist reine Geschmackssache. Ansonsten sind auch in diesem Backbuch die Rezepte schön übersichtlich gestaltet. Man hat alles wichtige auf einen Blick, sowohl die Zutaten, als auch die Arbeitszeit. Die Backzeit wiederrum muss man hier aus dem Rezept selbst herauslesen.

Das letzte Kapitel des Buches ist quasi ein zusätzliches. Hier findet man Rezepte von Dingen, die man passend zu den Gugln machen kann. Sei es Eis, Creme oder auch Likör. Das finde ich eine tolle Idee. Werde ich sicher das nächste mal wenn ich Gugl backe dazu ausprobieren,

Die niedlichen kleinen Formen, die sehr hochwertig sind und dieses Buch machen das ganze zu einem tollen Set, dass sich auch prima verschenken lässt. Ich werde sicher noch den ein oder anderen Gugl ausprobieren, denn gerade zum Mitbringen, ist dieses kleine Gebäck super geeignet.

Fazit:
Tolles Set, mit hochwertiger Mini-Gugl-Form, ein Buch das sehr hübsch aufgemacht ist und viele Variationen bekannter Rezepte enthält.

Rezension "Wiederentdeckt: Die Schätze aus Omas Backbuch"

Titel: Wiederentdeckt: Die Schätze aus Omas Backbuch
Autor: diverse
Verlag: Bassermann Inspiration
Seitenzahl: 223
ISBN: 978-3-572-08069-4
Einbindungsart: Gebunden
Preis: 16,99 €

(c) RandomHouse
"Rosenmehl" ist wohl jedem, der gerne backt, ein Begriff. Mittlerweile ist "Rosenmehl" auch der Name einer Buchreihe, die bei Bassermann herausgegeben wird.  Ob Rezepte aus Hefeteig, für die Weihnachtsbäckerei oder wie in dem Buch, welches ich euch heute vorstellen möchte, Schätze aus Omas Backbuch.

In diesem wunderbaren Backbuch findet sich einfach für jeden Etwas. Unterteilt in verschiedene Kategorien bekommt man schon auf der ersten Seite einen wunderbaren Überblick darüber, was man alles in diesem Backbuch finden kann.Von "Obstzeit", über "Schmalzgebackenes" und "Kuchen für jeden Tag" bis zu "Adventszeit ist dieses Backbuch ein toller Begleiter fürs ganze Jahr. Ich konnte mich auch gar nicht gleich entscheiden, was ich machen will, denn schon auf den ersten Blick sprachen mich so viele Rezepte an. Besonders angetan hat es mir und meinem Mann "Omis Zitronenkuchen" der so einfach geht und so lecker schmeckt. Bringt mein Mann diesen Kuchen ins Geschäft mit, wird er ihm förmlich aus den Händen gerissen. Auch die Dampfnudeln sind toll. Habe ich schon immer gerne gegessen, allerdings noch nie selbst ausprobiert. Mit diesem Rezept gelingen sie garantiert.

Folgende Rezepte habe ich ausprobiert:

Schlesischer Mohnstriezel
Omis Zitronenkuchen
Klassische Dampfnudeln
Die Rezepte sind alle sehr logisch und übersichtlich aufgebaut, sodass man sehr schnell einen Überblick bekommt, was man für Zutaten braucht und wie lange die Backzeit, als auch die Arbeitszeit ist. Dadurch ist dieses Buch auch für Anfänger bestens geeignet.

Was ich besonders toll an der "Rosenmehl"-Reihe finde ist, dass die Rezepte von Menschen eingesandt wurden, die oft gleichzeitig eine kleine Geschichte dazu zu erzählen haben oder auch auf einem Foto zu sehen sind. Es ist beeindruckend zu sehen, wie lange manche Rezepte schon Bestand haben. Diese kleinen persönlichen Anmerkungen machen dieses Buch zu etwas besonderem, denn so wirken diese Rezepte gleich ganz anders, als in klassischen Backbüchern.

Jedes Rezept gibt es neben der "klassischen" gedruckten Variante, wie wir es auch aus anderen Koch- und Backbüchern kennen, als handgeschriebene Originalvariante zu sehen. Manches kann man kaum lesen, so alt ist die Schrift. Ich finde das eine klasse Idee, so kann man sich richtig gut vorstellen, wie die Frauen schon vor vielen Jahrzehnten in der Küche standen und genau diesen Kuchen gebacken haben.

Die wunderbar gelungenen Fotos der gebackenen Köstlichkeiten runden das Buch perfekt ab. Ich finde es immer schade, wenn in Koch- und Backbüchern die Fotos fehlen. Oftmals kommt dann so gar keine richtige Lust zum Backen auf. In diesem Buch sind die Fotos wirklich toll gelungen und machen richtig Lust darauf, die Rezepte sofort selbst nachzubacken.

Fazit:
Ein tolles, sehr authentisches Backbuch, das sehr logisch und strukturiert aufgebaut ist und durch die tollen Fotos extrem viel Lust aufs Nachbacken macht.

Samstag, 25. April 2015

Rezension "Amy & Matthew - Was ist schon normal?"

Titel: Amy & Matthew - Was ist schon normal?
Autor: Cammie McGovern
Verlag: Heyne fliegt
Seitenzahl: 352
ISBN: 978-3453269163
Einbindungsart: Gebunden
Preis: 14,99 €

(c) RandomHouse
Zum Inhalt:
Amy ist ihr ganzes Leben lang schon auf Hilfe angewiesen. Sei es von ihrem Rollator, ihrem Sprachcomputer oder ihren erwachsenen Schulhelfern. Doch in ihrem letzten Schuljahr soll sich alles ändern. Sie möchte endlich Freundschaften schließen und so fasst sie den Entschluss, dass ihre Schulhelfer in Zukunft Jugendliche in ihrem Alter sein sollen. Einer ihrer Klassenkameraden liegt ihr dabei besonders am Herzen. Denn eigentlich startet sie diese Aktion nur um ihn kennenzulernen. Matthew, der zurückhaltende, etwas einsame, aber wahnsinnig gut aussehende Junge aus ihrer Stufe. Auch ihn scheint das ein oder andere Problem zu plagen und plötzlich werden die beiden so wichtig füreinander, wie sie beide es niemals erwartet hätten. Doch dann begeht Amy auf dem Abschlussball einen sehr weitreichenden Fehler und nicht nur ihre tiefe Freundschaft zu Matthew steht auf dem Spiel.

Meine Meinung: 
"Amy & Matthew" ist ein wundervolles Buch über zwei Teenager, die beide auf ihre ganz eigene Art mit dem Leben zu kämpfen haben.

Sofort war ich in der Geschichte drin, schaffte es die Autorin doch mich mit ihrem Schreibstil an die Seiten zu fesseln. Ihre flüssige und gut zu lesende Art zu schreiben, brachten mich schneller von Seite zu Seite, als mir lieb war.

Amy ist eine sehr starke Persönlichkeit, die eine unglaubliche Kämpfernatur besitzt. Wie sie manche Ding meistert, ließ mich nicht selten erstaunt zurück. Matthew hingegen ist ganz anders als Amy. Auch Matthew musste schon viel kämpfen in seinem Leben, denn über die Jahre hat er eine Zwangsneurose entwickelt, die ihn zwingt Dinge immer und immer wieder zu tun. Den Umgang mit diesem, nicht ganz einfachen Thema, fand ich wunderbar und sehr gelungen. So ist es nicht so, dass plötzlich von einem Tag auf den anderen alles super ist. Viel mehr ist das ganze ein sehr langer Prozess, der nur sehr langsam vorwärts geht und bei dem Matthew stets mit Rückschlägen zu kämpfen hat, was das ganze sehr realistisch macht. Amy ist ihm auf diesem ganzen Weg eine sehr große Stütze, doch am besten ist es, wenn ihr einfach selbst lest, was für Erfolge und Misserfolge Matthew auf seinem Weg begegnen.

Auch Amys Behinderung wird wunderbar sensibel und vor allem sehr realistisch dargestellt. Die Probleme mit denen sie zu kämpfen hat, werden ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen und ohne jegliche Beschönigung beschrieben, was mir sehr gefallen hat. Dieser mutige und ehrliche Ton macht dieses Buch zu etwas besonderem. 

Über die komplette Zeit war es richtig spannend die beiden zu beobachten. Wie sie selbst sich entwickeln, wie ihre Beziehung sich weiterentwickelt. Und dann kommt plötzlich der große Knall und nichts ist mehr so wie es war. Ich möchte an dieser Stelle nun nicht zu viel verraten, doch war das einer der wenigen Punkte, die mir an dem Buch nicht so sehr gefallen haben. Das Ereignis selbst und alle daraus resultierenden Folgen, schienen mir einfach etwas zu übertrieben und gewollt. Für mich passte das Ganze nicht so sehr in den gesamten Rahmen. Und so war ich von diesen Szenen eher etwas enttäuscht, was aber der restlichen Geschichte nicht besonders geschadet hat. Denn Amy und Matthew sind mir einfach viel zu sehr ans Herz gewachsen.

Als ich das Buch zuklappte war ich etwas geplättet, denn die Geschichte hat wirklich eine rasende Geschwindigkeit und lässt einen kaum zu Atem kommen. Fesselnd und berührend erzählt sie auf unnachahmliche Art die faszinierende Geschichte von Amy & Matthew. Das Ende hat mich zwar nicht vom Hocker gehauen, ist dieser Geschichte aber trotz alledem absolut würdig.

Fazit:
Eine wunderbar tiefsinnige Geschichte, über zwei Teenager, die immer wieder Steine in den Weg gelegt bekommen und es trotz aller Widrigkeiten schaffen, das Leben gut zu meistern.

Montag, 30. März 2015

Rezension "Dreh dich nicht um"

Titel: Dreh dich nicht um
Autor: Jennifer L. Armentrout
Verlag: Heyne fliegt
Seitenzahl: 384
ISBN: 978-3-453-26939-2
Einbindungsart: Broschiert
Preis: 12,99 €

(c) RandomHouse
Zum Inhalt:
Als Samantha nach vier Tagen der Ungewissheit wieder auftaucht, gerät die ganze Stadt in Aufruhr. Äußerlich unverletzt, jedoch ohne jegliche Erinnerung an ihr früheres Leben, hat das Mädchen keine Ahnung was mit ihr passiert ist und warum sie vier Tage verschwunden war. Ihre beste Freundin Cassie, die mit ihr verschwand, ist noch immer unauffindbar. Sam beginnt sich an die Situation zu gewöhnen und hofft trotz allem dass ihre Erinnerung schnell wieder kommt. Denn auch Cassies Schicksal bleibt so lange ungewiss, bis Sam sich erinnert. 
Carson, einst ein guter Freund aus längst vergangenen Kindertagen, wird plötzlich zu einer ihrer größten Stützen. Er beginnt Sam von ihrer Vergangenheit zu erzählen, wer sie war, was sie getan hat. Das was sie zu hören bekommt, gefällt ihr gar nicht. Cassie und Sam waren echt Miststücke und viele hätten einen Grund gehabt sich an ihnen zu rächen. Läuft der Täter noch frei herum? Und wird Sam wieder so wie vorher, wenn ihre Erinnerung zurückkehrt?

Meine Meinung: 
Dass mir Armentrouts Schreibstil gefällt war mir schon vor "Dreh dich nicht um" klar, gefiel mir doch schon "Obsidian" äußerst gut.

Ich war gespannt, wie sie es schaffen würde eine Geschichte ganz ohne fantastische Einflüsse spannend zu erzählen. Nach Beenden des Buches muss ich sagen, es ist ihr auf ganzer Linie gelungen. Armentrout erzählt die packende Geschichte von Samantha, die wegen eines Gedächtnisverlustes nicht mehr weiß, warum sie vier Tage verschwunden war. Als Leser war ich da ganz bei Sam, denn auch ich hatte keine Ahnung. Es standen zwar einige Spekulationen im Raum, doch wurde keine handfest bewiesen. Und so erging es mir wie Sam und ich vergrub mich in das Buch um auf Spurensuche zu gehen, um ihr Geheimnis zu ergründen.

Was man über Sam erfährt ist erschreckend und beunruhigend zu gleich. Ihre Wandlung die mit ihrem Gedächtnisverlust einhergeht faszinierend, beweist sie doch, dass in jedem Menschen mehr steckt, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. So hat auch Sam viele Gesichter und ihr schlimmstes scheint reiner Eigenschutz zu sein. Armentrout schaffte es mir auf gefühlvolle Art Sams Vergangenheit nahe zu bringen. Dass dies so wunderbar gelingt, liegt zum größten Teil an Carson, der für mich der größte Symapthieträger in dieser Geschichte ist. Er lässt sie Vergangenheit ruhen und versteht es wie kein zweiter Sam ihrer Fehler zu verzeihen und ihr einen Neuanfang zu ermöglichen. Er zeigt dem Leser welch besondere, welch gute Seiten Sam hat und das machte gerade für mich die Passagen mit ihm zu meinen liebsten.

Die unheimliche Spannung, die über die komplette Zeit über der Geschichte lag, ließ mich kaum los und faszinierte mich jedes Mal von neuem. Wenn ich jetzt noch zugebe, dass ich seit bald einem halben Jahr mit einer extremen Leseflaute kämpfe und es seitdem gerade mal geschafft habe eine handvoll Bücher zu beenden, so stellt "Dreh dich nicht um" eine absolute Ausnahme dar. Auch hier hatte ich zu Beginn mit meiner Flaute zu kämpfen, musste mich Abend für Abend zum Lesen zwingen. Doch die letzten 200 Seiten las ich an einem Sonntag, in einem Rutsch, so fesselte mich die Geschichte an das Buch. Und hier zeigt sich, dass diese Geschichte genau die richtige war, um mich - hoffentlich - aus dieser Flaute zu holen.

Natürlich war die spannende Hauptfrage über die komplette Zeit, wer der Täter ist, bzw. was mit Sam und Cassie passiert ist. Die kleinen Schnipselchen die Armentrout nach und nach aufdeckt überraschten mich nicht nur einmal. Immer wieder überraschte sie mich mit ihren Wendungen. Vor allem das Ende hatte es wirklich in sich. Auf den letzten paar Seiten strömte so viel auf mich ein, dass ich mich kaum davon abhalten konnte, die Seiten förmlich zu verschlingen. Ob Sam ihr Gedächtnis wieder erlangt? Nun das wird natürlich nicht verraten.

Perfekt wird dieser spannende Thriller von einer wunderbaren Liebesgeschichte abgerundet. Diese entsteht zunächst zart, bleibt teils im Verborgenen und ist doch die ganze Zeit über spürbar. Und so wird dem Leser spätestens am Ende klar, dass diese Liebe schon viel länger Bestand hat, als die beiden betreffenden Personen zunächst ahnen.

Fazit:
Eine wunderbare Mischung aus Thriller und Liebesgeschichte, die von der ersten Seite an zu fesseln wusste und mich nicht nur einmal überraschte.