Montag, 10. Oktober 2016

Rezension "Das Schweigen der Schweine"

Titel: Das Schweigen der Schweine
Autor: Alexa Rudolph
Verlag: emons
Seitenzahl: 272
ISBN:  978-3-95451-951-4
Einbindungsart: Broschiert
Preis: 11,90 €

(c) Emons
Zum Inhalt:
Ein Bauernhof im tiefsten Schwarzwald. Eigentlich eine friedliche Gegend. Doch das ändert sich schlagartig. Es gibt nicht nur ein Schaf ohne Kopf und einen Hühnerfuß. Nein, es verschwindet auch noch ein Kind und gibt zudem zwei Leichen. Vorbei ist es mit der Idylle im Schwarzwald. Das Kind bleibt verschwunden. Die Toten kann man nicht mehr befragen. Der Kommissar steht vor einem Rätsel. Niemand scheint zu wissen, wo die kleine Leni ist, geschweige denn, was passiert ist.

Meine Meinung:
Dieser Regionalkrimi, spielt, wie der Inhalt schon verrät im tiefsten Schwarzwald. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass doch immer wieder badische Begriffe in der Geschichte vorkommen. Zwar komme ich selbst aus Schwaben, habe aber trotzdem das meiste verstanden. Für manche Begriffe hätte aber sogar ich ein Wörterbuch gebraucht. Da der Krimi aber deutlich als Regionalkrimi gekennzeichnet ist, finde ich das auch völlig in Ordnung so. Allerdings denke ich, dass Leser, die aus völlig anderen Regionen kommen so ihre Schwierigkeiten haben könnten.

Zunächst packte mich die Geschichte nicht so richtig. Es wurde viel von der Landschaft beschrieben und alles plätscherte so gemächlich dahin. Es passierte einfach nicht viel. Selbst als Leni verschwand, konnte ich nicht viel spannendes an der Geschichte finden. Zwar fragte ich mich natürlich, was mit ihr passiert ist, doch so richtig brennend wollte ich es nicht wissen.

Spannender wird es dann, als die Leichen auftauchen. Da begann ich mich wirklich zu fragen, was um alles in der Welt da wohl geschehen ist und ob diese Morde mit der verschwundenen Leni zusammenhängen. Das Buch wurde spannender und mir fiel es leichter an der Geschichte dran zu bleiben.

Sehr gut sind der Autorin die Charaktere gelungen. Zwar kann ich kaum behaupten, dass sie mir sonderlich sympathisch sind (den Kommissar mal ausgenommen), doch sind sie wirklich unverwechselbar und authentisch gestaltet. Gerade das unsympathische und schrullige lassen diese Charaktere sehr echt wirken. Man merkt sofort, hier ist nicht alles eitel Sonnenschein, hier gibt es Probleme, womöglich schon über viele Jahre. Dies hat die Charaktere gezeichnet, was die Autorin auch sehr schön zu transportieren weiß.

Für mich, die selbst aus der Gegend kommt, sind natürlich die Beschreibungen besonders schön. Zwar wohne ich selbst nicht im Schwarzwald, aber natürlich war ich schon öfters dort und gerade am immer wieder erwähnten Schluchsee, habe ich selbst schon Urlaub gemacht. Solche Beschreibungen finde ich beim Lesen einfach immer wieder klasse. Sie machen die Geschichte echt und authentisch und geben ihr das gewisse Etwas. Sobald man das Gefühl hat, man kennt die Gegend, man kann sie sich perfekt vorstellen, ist die Geschichte wirklich gelungen.

Fazit:
Ein Krimi, der mich zunächst nicht so richtig packen konnte, dann aber immer spannender wurde. Die Charaktere sind das ganz besondere an dieser Geschichte. Zwar nicht sonderlich sympathisch, dafür extrem ausdrucksstark, authentisch und glaubwürdig, sodass man das Gefühl hat, man könnten ihnen so auch hier sofort auf der Straße begegnen. Man sollte natürlich bedenken, dass es sich hier um einen Regionalkrimi handelt, sodass ortsfremde vielleicht ab und an Schwierigkeiten mit einzelnen Begriffen haben könnten.

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