Sonntag, 15. Januar 2012

Rezension "Rachesommer"

Titel: Rachesommer
Autor: Andreas Gruber
Verlag:Goldmann
Seitenzahl: 410
ISBN: 978-3442473823
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 8,99 €
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Zum Inhalt:
Mehrere Jugendliche sind tot. Angeblich Selbstmord. Doch so richtig glauben kann Kommissar Pulaski das nicht. Gibt es doch genügend Dinge die widersprüchlich erscheinen und so gar nicht zu der Selbstmordtheorie passen. Er beginnt zu ermitteln und macht selbst dann auf eigene Faust weiter, als ihm von höherer Stelle Steine in den Weg gelegt werden. Bei seinen Ermittlungen trifft er nach einiger Zeit auf die Anwältin Evelyn Meyers, die es mit den Fällen von mehreren toten Unternehmern zu tun hat, die angeblich durch Unfälle gestorben sind. Auch ihr werden bei ihren Nachforschungen Steine in den Weg gelegt. Nach und nach beginnen die beiden zu begreifen, dass ihre Fälle enger miteinander verknüpft sind, als sie eigentlich dachten. Denn die toten Jugendlichen und die toten Unternehmer verband ein schreckliches Geheimnis, welches zwar sehr lange Zeit zurückliegt, aber nicht vergessen wurde. Irgendjemand scheint jedoch verhindern zu wollen, dass dieses Geheimnis ans Tageslicht kommt. Nur wer?

Meine Meinung:
Bei "Rachesommer" handelt es sich um einen sehr spannenden Thriller. Zwar habe ich einige Zeit gebraucht, um richtig reinzukommen, als ich dann jedoch in der Geschichte drin war, konnte mich fast nichts mehr vom Weiterlesen abhalten.

Zunächst einmal besteht die Geschichte aus zwei Handlungsträngen. Zum einen werden die Ermittlungen von Kommissar Pulaski geschildert. Hier wird der Leser gleich auf eine tragische Reise mitgenommen, da von Jugendlichen erzählt wird, die aufgrund von Missbrauch in psychiatrischen Kliniken sind. Einige dieser Jugendlichen sterben wie schon erwähnt nach und nach angeblich an Selbstmord. Da der Kommissar das nicht glaubt, fängt er an zu ermitteln und stößt auf Ungereimtheiten. Mir hat die Figur des Kommissars wirklich gut gefallen. Er lässt sich durch nichts von seinen Ermittlungen abhalten. Wollen die anderen die Akte schon schließen, da es sich ja nur um gestörte Jugendliche handelt, die sowieso keine Familie haben, so bleibt Pulaski erst recht am Ball. Dieses bedingungslose Ermitteln und dieses nicht zulassen wollen von ungesühnten Verbrechen fand ich total Klasse.

Im Moment scheint es ja ein Trend zu sein, dass die Ermittler in Büchern immer wieder sehr verschroben sind, viele Macken und ein schweres Privatleben haben. So auch hier. Pulaski hat es wahrlich nicht einfach, doch ändert sich auch an dieser Situation im Laufe der Geschichte etwas und Pulaski sieht wieder Licht am Horizont. Auch ist er zum Glück keiner dieser schrecklichen Polizisten, die immer wieder in Romanen vorkommen, die total gebrochen sind und sich abends  nur noch die Hucke vollsaufen. Nein, Pulaski lässt sich meistens nicht hängen und sieht trotz tragischer Erlebnisse noch einen Sinn im Leben. Er hat fast liebenswerte Ecken und Kanten.

Der zweite Erzählstrang besteht aus der Geschichte von Evelyn Meyers, die Anwältin ist. Auch ihre Ermittlungen geraten ins Stocken und so beschließt auch sie mithilfe eines Freundes auf eigene Faust zu ermitteln. Was zunächst harmlos beginnt, bringt sie irgendwann in größte Gefahr. Die Figur der Evelyn hat mir auch ganz gut gefallen. Man erfährt immer wieder etwas über ihre Vergangenheit und das erklärt, wieso sie von einigen Dingen so mitgenommen wird. Sie wirkt dadurch sehr authentisch und dem Leser irgendwie nahe. Man wünscht sich ständig ein Happy End für sie, da sie das auf jeden Fall verdient hat.

Abgesehen davon gibt es noch einen dritten Erzählstrang, von dem man als Leser eine ganze Weile nicht weiß, aus wessen Sicht er erzählt wird. Beschrieben werden hier die Unfälle, bei denen die Unternehmer ums Leben kamen. Nach und nach wird einem als Leser dann klar, aus wessen Sicht dieser Erzählstrang erzählt ist und diese Auflösung weiß definitiv zu überraschen.

Die beiden Geschichten sind jede für sich spannend und nach und nach merkt man als Leser, dass sie irgendwann zusammenführen werden. Was dann am Ende rauskommt ist ziemlich heftig und definitiv nichts für schwache Nerven. Nicht selten musste ich schlucken und wäre am Liebsten in das Buch gesprungen um den Übeltätern den Hals umzudrehen. Das Schlimme daran ist, dass manche Menschen ja auch im wahren Leben fähig sind, so schlimme Dinge zu tun, und das ist vorallem das, was einen als Leser so mitnimmt.

Andreas Gruber hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil, nur ist auch er an manchen Stellen so fies einen Cliffhanger einzubauen und erstmal zum anderen Handlungstrang überzugehen. Natürlich beschleunigt das den Lesefluss ungemein und deswegen finde ich das nicht schlimm, aber fies ist es schon! :D

Der "letzte" Teil des Buches (also nicht ganz das Ende, sondern so ca. die letzten 100 Seiten)weiß mit einigen Überraschungen aufzuwarten (wie eigentlich das ganze Buch, immer wieder), mit denen ich so nicht gerechnet hätte. Wird im Verlaufe des Buches zwar immer mehr über die beiden Fälle bekannt, so gibt es je mehr die Geschichte ihrem Ende zugeht trotzdem nochmal die ein oder andere Überraschung. Auch ist das Ende dann sowohl für die Protagonisten als auch den Leser zufriedenstellend und so habe ich das Buch mit einem guten Gefühl weggelegt.

Fazit:
Ein spannender Thriller, bei dem ich ein bisschen gebraucht habe, bis ich richtig drin war, der ein heftiges Thema behandelt, aber auch mit authentischen Protagonisten und Spannung überzeugen kann.

Mein herzlicher Dank geht an Lovelybooks, Goldmann und vorallem den Autor Andreas Gruber (der das Buch sehr schön signiert und eine tolle Urkunde mit beigelegt hat) für die Bereitstellung des Leseexemplars!


Kommentare:

  1. Der Krimi scheint wirklich richtig gut zu sein :-)
    LG
    Marie

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  2. Hallo Caro,

    freut mich, dass dich dieser Thriller auch so gefesselt hat. Ich hab das Buch bereits im Sommer gelesen und war hin und weg. Und ich freue mich, dass so ein tolles Buch zur Abwechslung mal von einem österr. Autor kommt. :)

    Liebe Grüße,
    Sabine

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