Montag, 23. Juli 2012

Rezension "Sauhaxn"

Titel: Sauhaxn
Autor: Dorothea Böhme
Verlag: Gmeiner
Seitenzahl: 246 Seiten
ISBN: 978-38392-1328-5
Einbindungsart:Taschenbuch
Preis: 11,90 €
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Zum Inhalt:
Johann ist Azubi. Er möchte Koch werden und lernt deswegen in der Küche eines Restaurants. Der Chef mag ihn nicht und auch ansonsten ist Johann eher ein Typ, der nicht viel in seinem Leben erlebt. Wohnt noch bei Mama, hat keine Freundin usw. Doch das ändert sich schlagartig, als Johann eines Morgens auf die Leiche seines Chefs stößt. Völlig in Panik lässt er diese verschwinden, wird dabei aber von einem anderen Koch beobachtet. Dieser geht natürlich völlig panisch zur Polizei. Dort nimmt ihn jedoch niemand ernst und er landet im Krankenhaus. Und obwohl Johann dachte, das wäre alles schon schlimm genug, wird sein Leben jeden Tag ein bisschen verrückter. Denn als sollte eine Leiche nicht genug sein, taucht Tag für Tag eine neue auf und Johann gerät immer tiefer in das Schlamassel. Und dann begegnet er auch noch einer Frau, in die er sicht auf den ersten Blick verliebt. Ausgerechnet die ist mit einem äußerst unangenehmen Bauer verheiratet. Johanns Leben scheint einfach nicht besser zu werden.

Meine Meinung:
Bei "Sauhaxn" handelt es sich um keinen Krimi im klassischen Sinn. Das sollte man schon mal als Erstes für alle potentiellen Leser erwähnen. Da der Verlag nämlich "Kriminalroman" vorne drauf gedruckt hat könnte man das etwas falsch verstehen.

"Sauhaxn" ist ein sehr skurriler und böser Krimi, der voller schwarzem Humor ist. Er lebt weniger von der Spannung, als von seinem Humor. Im Prinzip gibt es gar keinen richtigen Fall, obwohl es viele Leichen gibt. Natürlich gibt es zu den Leichen auch meistens einen Mörder, doch steht hier nicht im Vordergrund, dass der Fall gelöst wird, da man als Leser schon längst weiß, wer der Täter ist.

Die Autorin hat eine unglaublich gute Schreibweise, die sich total gut lesen lässt. Sie baut immer wieder literarische Finessen ein, die wirklich toll sind. Jeder Abschnitt endet mit einem Satz, der im nächsten Abschnitt in ein bisschen abgewandelter Form wieder aufgegriffen wird, das ist echt klasse. Das trägt sehr gut zu einem tollen Lesefluss und -spaß bei.

Zudem schafft es die Autorin, die Personen so raffiniert miteinander zu verwickeln, dass es echt ein Spaß ist. Dazu kommt noch, was die Personen gegenseit voneinander denken. Das stimmt nämlich in aller Regel nicht und ist genau deswegen sehr amüsant zu lesen.

Die Protagonisten sind ebenfalls sehr humorvoll und unverwechselbar. Johann ist ein etwas unsicherer junger Mann, der an einigen Stellen auch ein klitzekleines bisschen nervig ist. Vorallem da als er denkt, dass die Polizei ihn auf jeden Fall für den Täter halten muss. Auch sonst ist er ein bisschen naiv und das stört manchmal so ein bisschen. Aber ansonsten sind die Personen herrlich überspitzt dargestellt und gut getroffen.

Krimis solcher Art werden sicherlich nicht meine Lieblingskrimis, da ich schon zugeben muss, dass mir die Spannung irgendwie gefehlt hat. Und auch ein bisschen die Ernsthaftigkeit. Denn am Ende werden die Fälle auch nicht wirklich aufgelöst. Der Leser weiß zwar im Prinzip alles, aber die Pollizei geht von komplett anderen Tatvorgängen aus. Das ist zwar schon lustig und passt auch total gut zu der Geschichte aber trotzdem reicht mir das für einen Krimi nicht.

Ich denke man sollte vielleicht mit dem Wissen an das Buch gehen, dass es sich um keinen Kriminalroman im klassischen Sinn handelt und nur aufgrund der vielen Leichen in dieses Genre eingeordnet wird. Das ist sicherlich auch ein Fehler des Verlags, denn der Aufdruck vorne auf dem Buch könnte potentielle Leser schon täuschen und beim Lesen dann evtl. auch enttäuschen. Da ich wirklich offen für alles bin und auch jedes Genre zu lesen versuche, war ich nicht enttäuscht sondern eher überrascht, weil ich so einen "Krimi" nicht erwartet hatte, aber anderen könnte es da vielleicht anders gehen. Die Autorin sagt allerdings auch mit Recht, dass aufgrund der vielen Leichen, dass Buch im Prinzip in das Genre "Kriminalroman" eingeordnet werden MUSSTE.

Fazit:
Ein Krimi, der nicht von der Spannung sondern von seinem schwarzen Humor lebt, der mich stellenweise nicht 100% überzeugt, aber über die komplette Zeit gut unterhalten hat. Die literarischen Feinheiten machen das Buch zu einem Lesevergnügen. Und trotz allem werde ich in Zukunft wohl eher wieder zu Krimis greifen, die richtig spannend sind.

Ich bedanke mich herzlich bei Lies&Lausch und Gmeiner für die Bereitstellung des Leseexemplars.

1 Kommentar:

  1. Huhu :)

    ein Sauroman also ja? *lach* Der etwas andere Krimi, ja danach hört es sich an : ) Habe sowas in der Art mal als Film gesehen, die sind wirklich etwas seltsam, aber es gibt komischerweise direkt wen dem ich das Buch empfehlen kann :>

    LG
    Romi

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