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Freitag, 25. Oktober 2019

Rezension "Alles nur aus Zuckersand"

Titel: Alles nur aus Zuckersand
Autor: Dirk Kummer
VerlagCarlsen
Seitenzahl: 144
ISBN: 978-3-551-55390-4
Einbindungsart: ebook / Hardcover
Preis: 7,99 € / 12,00 €
Alter: ab 10

(c) Carlsen
Zum Inhalt:
Jonas und Fred sind beste Freunde. Gemeinsam leben sie in Ostberlin. Die Grenze zu Westberlin übt eine fast magische Anziehungskraft auf die beiden aus, auch wenn sie eigentlich wissen, dass das gefährlich ist. Gemeinsam erleben sie unzählige Abenteuer, doch das nicht ein plötzliches Ende, als bekannt wird, dass die Mutter von Jonas einen Ausreiseantrag nach Westberlin gestellt hat. Fred und Jonas dürfen nicht mehr zusammen spielen, ja eigentlich nicht mal mehr miteinander reden. Doch die beiden setzen sich über diese Regeln hinweg und beginnen einen Tunnel zu graben, der sicherstellen soll, dass die beiden sich wiedersehen, auch wenn sie auf verschiedenen Seiten der Grenze leben.

Meine Meinung:
Auf dieses Buch wurde ich vor allem durch sein Cover aufmerksam. Ich finde das Cover richtig cool und irgendwie zieht es mich wie magisch an. Nachdem ich das Buch fertig gelesen habe, kann ich zudem sagen, dass das Cover perfekt zur Geschichte passt.

Auf die Geschichte selbst, war ich sehr gespannt, denn es ist schon eine ganze Weile her, dass ich eine Geschichte gelesen habe, die währende der Teilung von Deutschland spielt. Zudem war ich sehr gespannt, wie das Thema in einem Kinderbuch umgesetzt werden würde.

Und ich muss sagen, dass ich doch jedes Mal wieder aufs Neue erschrecke, wie heftig die Zustände in Ostberlin, jenseits der Mauer war. Wie schlimm es werden konnte, wenn man sich der Mauer unerlaubt genähert hat und wie schwierig es war, die DDR überhaupt zu verlassen. Denn das alles kommt in diesem Kinderbuch sehr gut rüber, auch wenn die Thematik natürlich etwas vorsichtiger geschildert wird und ihr etwas von der Schärfe genommen wird. So wird trotzdem in aller Deutlichkeit klar, was es bedeutet hat, in der DDR zu leben.

Ich finde es unheimlich wichtig, dass auch Kindern schon dieser Teil unserer Geschichte vermittelt wird, denn diese gehört zu uns und so auch das Wissen darum. Zudem hat der Autor eine unheimlich schöne Freundschaftsgeschichte geschaffen, die zeigt, dass eine Freundschaft auch über eine Grenze hinaus bestehen kann und auch dass wir von Kindern noch extrem viel lernen können. Die kümmern sich nämlich nicht um irgendwelche Grenzen oder Ausreiseanträge, sie spielen einfach mit den Kindern, die sie am liebsten mögen.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, das Buch recht dünn vom Umfang her, sodass es zehnjährige Kinder problemlos bewältigen können, auch die, die vielleicht nicht so gerne lesen. Mir hat das Buch wirklich unheimlich gut gefallen, es hat mich gut unterhalten und sehr berührt.

Fazit: 
Ein tolles Buch, das wunderschön erzählt, wie Freunschaft unabhängig jeglicher Grenzen funktionieren kann.


Donnerstag, 7. März 2019

Rezension "Was uns erinnern lässt"

Titel: Was uns erinnern lässt
Autor: Kati Naumann 
Verlag: HarperCollins
Seitenzahl: 400
ISBN:  9783959678056
Einbindungsart:Hardcover / ebook
Preis: 20,00 € / 16,99 €

(c) HarperCollins
Zum Inhalt: 
Zwei Zeitebenen, ein Handlungsort. Auf der einen Seite ist da Christine , 1977, im Teenageralter, die mit ihrer Familie in der Sperrzone zwischen der DDR und der BRD in einem Hotel wohnt. Abgeschnitten vom Rest der Welt, leben sie in ihrer heilen Welt und denken nicht daran, dass ihnen etwas schlechtes passieren könnte. Als Familie halten sie zusammen und machen das Beste aus ihrer Situation. Doch von einem auf den anderen Tag verlieren sie alles, was ihnen jemals etwas bedeutet hat. Auf der anderen Seite ist da Milla, 2017, eine junge Frau, die auf der Suche nach sich selbst verlorene und verlassene Orte sucht und dadurch auf Christine und ihre Geschichte stößt. Gemeinsam fangen die beiden Frauen an ihre Vergangenheit aufzuarbeiten.

Meine Meinung:
Was für ein Buch, was für ein Zeitalter, was für eine Geschichte. Wenn ich mich mit deutscher Geschichte beschäftigt habe, dann war es der Nationalsozialismus oder aber vielleicht das Mittelalter. Mit der Zeit der DDR und der DDR selbst habe ich mich so noch nie beschäftigt und so war ich sehr gespannt auf dieses Buch.

Die Autorin hat wahnsinnig gute Arbeit geleistet. Sowohl was ihre Recherche angeht, als auch was ihre Geschichte angeht. Ich habe unglaublich viel über die DDR und die Umstände gelernt. Ich wusste noch nichts über die Sperrzonen und wie heftig das damals war. Wie schwer es war sich gegenseitig zu besuchen, wie Menschen abgestraft wurden, die nicht ins Bild passten oder als potenielle Gefahr galten. Kinder wurden von ihren Eltern getrennt, Familienmitglieder verrieten sich gegenseitig. Die Autorin hat hierfür viel recherchiert und auch eigene Erinnerungen verwendet, was man als Leser sofort merkt. Die Geschichte ist unglaublich authentisch und berührend. Sie ging mir ziemlich nah und war sehr emotional.

Der Schreibstil der Autorin ist toll. Wie sie die beiden Zeitebenen miteinander verknüpft ist richtig gut gemacht. Alles ist logisch, ergibt Sinn und passt zusammen. Zunächst habe ich die Perspektive der Gegenwart etwas mehr gemocht. Dies änderte sich aber recht schnell und ich war unglaublich von der Vergangenheit gefesselt. Dass man Christine und ihre Geschwister als Kinder kennenlernt und ihnen dann als Erwachsenen wieder begegnet ist super. Kati Naumann beschreibt auch ihre Charaktere so authentisch, dass ich das Gefühl hatte, ich würde die Dressels persönlich kennen. Sie schafft es ihren Charakteren die verschiedensten Facetten zu verleihen und so bleibt am Ende keiner blass zurück.

Denn Kampf um ihr Erbe, den Christine gemeinsam mit Milla ausficht, ist ebenfalls sehr spannend, fesselnd und glaubwürdig erzählt. Vor allem das Ende gefällt mir hier sehr gut, da die Autorin es schafft, die Geschichte befriedigend abzuschließen ohne ein echtes, ein klassisches Happy End zu schreiben. Dies hätte aber auch nicht zur Geschichte gepasst und so hat Naumann hier alles richtig gemacht.

Ich hätte zu Beginn wirklich nicht gedacht, dass mich diese Geschichte so begeistern und fesseln würde, aber ich finde es toll, dass ich endlich mal eine Geschichte über die Zeit vor der Wende, über die Zeit in der Sperrzone, die Zeit er Entbehrungen und Enteignungen zu lesen bekommen habe und mir so vor Augen führen konnte, dass es neben dem Nationalsozialismus durchaus noch andere dunkle Kapitel in der deutschen Geschichte gibt.

Fazit:
Ich merke, dass ich meine Gefühle gar nicht komplett rüber bringen kann, aber ich möchte euch einfach bitten, dieses Buch zu lesen. Es ist toll recherchiert und super geschrieben. Es informiert, unterhält und macht Spaß. Es regt zum Nachdenken an, bringt die Gefühle in Aufruhr und lässt einen an eine Zeit zurück denken, die nicht vergessen werden darf.