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Donnerstag, 20. April 2017

Rezension "Keine Ahnung, wo wir hier gerade sind - Mit dem Fernbus unterwegs"

Titel: Keine Ahnung, wo wir hier gerade sind - Mit dem Fernbus unterwegs
Autor: Sina Pousset
Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 256
ISBN: 978-3-442-15907-9
Einbindungsart: Broschiert
Preis: 12,99 €

(c) Goldmann
Meine Meinung:
Fernbusreisen. Liegt gerade ja voll im Trend. Ich muss gestehen, ich habe selbst noch nie eine gemacht. Zum Einen weil ich nicht mehr so viel unterwegs bin und zu Anderen weil ich mich die Vorstellung und die Erzählungen von anderen doch etwas abgeschreckt haben.

Ich weiß jetzt nicht, ob dieses Buch meine Einstellung besser gemacht hat *haha*. Die Autorin beschreibt ziemlich offen und schonungslos, was ihr alles so während ihrer Fernbusreisen passiert ist und vor allem, jedes Mal aufs Neue passiert. Dabei bleibt sie aber immer humorvoll, sodass man als Leser extrem viel zu lachen hat.

Der Schreibstil der Autorin ist locker leicht und super zu lesen. Er macht das Buch zu einem sehr kurzweiligen Vergnügen, auch wenn mich die Erzählungen nicht über die komplette Zeit fesseln konnten. Ich denke, wenn man selbst öfters Fernbus fährt, hat man noch mehr Spaß an dem Buch, da man sich in einige Situationen gut hinein versetzen kann.

Mit ihrem erfrischenden Schreibstil beschreibt die Autorin viele verschiedene Situationen, die einem während einer Reise mit einem Fernbus passieren können. Sei es grundsätzlich die Suche nach dem Bus, die Mitfahrenden mit ihren verschiedenen Macken, die Suche nach dem WLan oder dem Klo. Immer wieder musste ich herzlich lachen und fühlte mich gut unterhalten.

Das Buch eignet sich durch seine Kurzweiligkeit bestens für ebenso eine Fernbusreise. Die 250 Seiten sind schnell verschlungen und man traut der Autorin durchaus zu noch mehr Bücher mit ihrer herrlichen Schreibweise zu schreiben.

Fazit:
Ein kurzweiliges Buch, das unterhaltsam die verschiedenen Probleme und Situationen schildert, die einem bei einer Fernbusreise begegnen können. Gerade für Menschen, die selbst öfters mit Fernbussen unterwegs sind ist dieses Buch ein wahres Vergnügen. Mich selbst hat es auch gut unterhalten, konnte aber nicht über die komplette Zeit fesseln.

Donnerstag, 10. November 2016

Rezension "Katharina, Marie & ihre vier Männer"

Titel: Katharina, Marie & ihre vier Männer
Autor: Tine Ratig & Hannah Wilhelm
Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 252
ISBN:  978-3-442-48414-0
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 8,99 € 

(c) RandomHouse
Zum Inhalt:
Katharina und Marie sind unglücklich in ihren Ehen. Sie fühlen sich nicht ernst genommen, zudem sind die Ehen recht lieblos. Beide fangen eine Affäre mit einem anderen Mann an. Während die eine jedoch schnell merkt, dass dies ein riesiger Fehler gewesen ist, so beginnt die andere ein neues Leben an der Seite eines anderen Mannes. Doch ihre Vergangenheit lässt sich so nicht begraben und so haben die beiden mit den unterschiedlichsten Schwierigkeiten zu kämpfen, um wieder glücklich zu werden. 

Meine Meinung:
Bei diesem Buch handelt es sich um einen Briefroman. Die Briefe zwischen Katharina und Marie erzählen die Geschichte. Erzählen, was die beiden erleben, was sie fühlen, was sie umtreibt.

Briefromane lese ich zwischendurch immer mal wieder gerne. Es ist immer etwas ganz besonderes, da man die Geschichte aus einer sehr speziellen Perspektive erzählt bekommt. Man muss sich darauf einlassen können, denn man muss sich viele Dinge selbst vorstellen, da man sie so nicht erzählt bekommt. Man bekommt lediglich die jeweilige Sicht der einzelnen Person zu sehen und muss sich aufgrund deren Schilderung eine Meinung bilden.

Das Thema ist sicherlich zunächst einmal kein wirklich schönes. "Fremdgehen" gehört für mich zu etwas sehr verwerflichem. Trotzdem war ich gespannt, wie die Autoren dies in einer Geschichte umsetzen. Nachdem ich mit dem Lesen fertig bin muss ich sagen, dass es nicht dazu beitragen konnte, dass ich mehr Verständnis für Leute die fremdgehen haben. Die Situationen der beiden Frauen konnte ich jedoch gut verstehen. Die Autoren beschreiben die Gefühlswelten toll und ich hatte immer wieder Mitleid, dass sie solch teilweise lieblosen Beziehungen führen mussten. Trotzdem schafften sie es nicht mit zu überzeugen und ihre Taten zu rechtfertigen.

Die Freundschaft zwischen den beiden Frauen, ist toll beschrieben. Wie die beiden füreinander einstehen und füreinander da sind, ist schön zu beobachten. Auch die Entwicklung, die die beiden im Verlauf der Geschichte nehmen ist schön zu beobachten.

Besonders spannend ist das Buch allerdings nicht. Ich habe es immer wieder zwischendurch gelesen, während ich andere spannende Bücher durchaus schneller nebenbei gelesen habe. Es konnte mich nicht so richtig fesseln, denn es passiert nicht so richtig viel in der Geschichte. Die Wendungen sind vorhersehbar und auch das Ende ist jetzt nicht groß überraschend. Vor allem die fehlende Spannung machen es mir wirklich schwer begeistert von dem Buch zu sein. Ein echtes Highlight ist es nicht. Allerdings habe ich es gerne gelesen. Die Briefform war schön. Der Stil der Autorinnen gefiel mir ebenfalls gut. Das Buch ist definitiv eine schöne Geschichte für zwischendurch.

Fazit:
Ein Buch, welches mich jetzt nicht vom Hocker gehauen hat, dafür ist es einfach nicht spannend genug. Dennoch habe ich es gerne gelesen, da die Autorinnen einen sehr schönen Stil haben, der Briefroman, eine tolle Form des Erzählens ist und die Entwicklung, die die Protagonisten nehmen mir sehr gut gefällt.

Dienstag, 19. Juli 2016

Rezension "Ziemlich unverhofft"

Titel: Ziemlich unverhofft
Autor: Frauke Scheunemann
Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 256
Einbindungsart: Broschiert
Preis: 14,99 €

Achtung: Diese Rezension enthält Spoiler für alle, die den ersten Band "Ziemlich unverbesserlich" nicht kennen. 

(c) RandomHouse
Zum Inhalt:
Der Alltagswahnsinn von Nikola Petersen, ihres Zeichens Anwältin, Mutter, Freundin und Mädchen für alles, geht weiter. Dieses Mal möchte sie eigentlich den Flirt mit ihrem Anwaltskollegen Simon voran treiben, doch ihr Nachbar macht ihr dabei einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Tiziano bekommt nämlich Besuch von seiner Mutter und die glaubt allen Ernstes, dass Nikola seine Verlobte ist. Doch statt seine Mutter aufzuklären, überredet Tiziano Nikola seiner Mutter etwas vorzuspielen. Und damit geht das Chaos erst richtig los. Zudem hat sie als Anwältin und alleinerziehende Mutter von zwei Kindern auch so schon genug zu tun. Ob sie da wohl wieder heil rauskommt?

Meine Meinung:
"Ziemlich unverhofft" ist der zweite Teil einer Reihe aus der Feder von Frauke Scheunemann. Schon der erste Band "Ziemlich unverbesserlich" *KLICK* gefiel mir extrem gut. 

Scheunemanns locker-leichter Schreibstil weiß auch in diesem Buch abermals zu überzeugen. Ich habe das Buch an einem Tag ausgelesen, da es herrlich erfrischend und super unterhaltsam war. Da ich die Charaktere und die Grundhandlung schon vom Vorgänger kenne, war ich ziemlich schnell in der Geschichte drin.

Die Charaktere sind mir bereits im ersten Band sehr ans Herz gewachsen und dies änderte sich auch hier nicht. Nikola, die Anwältin, die trotz ihrer jungen Jahre schon Witwe ist, ist zwar manchmal etwas konfus, aber unglaublich sympathisch und loyal, zudem hat sie natürlich aufgrund ihres Berufes einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Von ihren beiden Kindern spielt in diesem Buch nur ihr Sohn eine Rolle, der abermals durch sein niedlich kindlich-naives Auftreten zu überzeugen weiß. Und auch der Rest der Charaktere gefiel mir wieder gut. Ich mag zwar Tiziano nicht so wirklich gerne, was aber einfach daran liegt, dass er sich ständig an Nikola ranmacht, obwohl diese vergeben ist. Der Italiener ist mit etwas zu aufdringlich und seine Mutter macht das ganze dann auch nicht besser. Dafür mag ich Simon um so mehr.

Die Geschichte selbst ist total unterhaltend. Wie ich es schon vom ersten Band kannte, flogen die Seiten nur so dahin und ich hatte wieder großen Spaß Nikola in ihrem Alltagswahnsinn zu begleiten. Spätestens nach diesem Buch hat Frauke Scheunemann einen Fan mehr. Ich hoffe sie schreibt noch einige Bände mit Nikola in der Hauptrolle, denn natürlich  möchte ich unbedingt wissen, wie es mit ihr und Simon und natürlich ihrer Antwaltskanzlei weitergeht, denn auch da stehen große Veränderungen an.

"Ziemlich unverhofft" hat genau die richtig Mischung aus Humor, Liebe, unterhaltsamen aber auch tiefgehenden Szenen. Ein perfektes Sommerbuch. Perfekt zum Abschalten und in eine andere uns doch so bekannte Welt abzutauchen. Denn alles, was hier passiert, ist einfach so wunderbar normal, dass man sich super in die Protagonistin und ihre Welt versetzen kann.

Fazit:
Einmal mehr überzeugt mich Frauke Scheunemann mit ihrem locker leichten Schreibstil. Die Charaktere sind wie in Band 1 wunderbar gelungen und strahlen für mich inzwischen so etwas wie nach Hause kommen aus. Ich hoffe auf viele weitere Bände mit Nikola in der Hauptrolle. Spätestens jetzt hat Scheunemann einen Fan mehr.

Mittwoch, 20. April 2016

Rezension "Wer war Alice"

Titel: Wer war Alice
Autor: T. R. Richmond
Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 443
Einbindungsart: Broschiert
Preis: 14,99
ISBN:  978-3-442-20508-0

(c) RandomHouse
Zum Inhalt:
Alice ist tot. Ertrunken in einem kalten Fluss. War es Selbstmord, Mord oder doch nur ein tragischer Unfall? Diese Frage beschäftigt alle Personen in dieser Geschichte. Alice war ein Mensch mit vielen Facetten und keiner kannte sie wirklich. Sie hatte ihre dunklen Geheimnisse und viele Wünsche, die sich nun niemals erfüllen werden. Was geschah in der Nacht in der Alice starb? Immer wieder verstrickt sich jemand in Widersprüche, doch bis wirklich geklärt wird, was geschah vergeht eine lange Zeit. Der mysteriöse und auch etwas unheimliche Professor Cooke spielt hier eine nicht unwesentliche Rolle. Doch auch er wird am Ende mehr als überrascht. 

Meine Meinung:
"Wer war Alice"? Dieser Frage wollte ich unbedingt auf den Grund gehen. Schon das Cover gefällt mir total gut, passt es doch erschreckend gut zu meinem Bild von der ertrunkenen Alice.

Und auch die Geschichte selbst finde ich absolut grandios. Der Stil des Autors ist unglaublich gut und packend. Er erzählt die Geschichte nicht aus der Sicht einer Person, ja eigentlich auch nicht aus der Sicht mehrerer Personen. Nein, die komplette Geschichte besteht aus Briefen, Interviews, Chats, SMS usw. Was vielleicht zunächst etwas gewöhnungsbedürftig klingt, ist schlussendlich einfach nur genial.

Richmond erschafft mit diesem Stil nach und nach ein Bild von Alice, das so von den unterschiedlichsten Seiten beleuchtet werden kann. Jeder hat eine andere Meinung von ihr, jeder kennt eine unterschiedliche Seite, einen unterschiedlichen Charakterzug. Und so hatte ich nach und nach das Gefühl langsam ein vollständiges Bild von Alice, ihrer Vergangenheit, ihrem Leben, ihren Wünschen und Sehnsüchten zu bekommen. Sicher bleibt einiges trotzdem im Verborgenen, denn kein Mensch ist komplett durchschaubar.

Was diese Geschichte außerdem zu etwas sehr besonderem macht sind ihre Charaktere. Der Autor arbeitet diese wunderbar heraus. Mit ihren Macken und kannten sind sie alle unverwechselbar, wenngleich mir auch keiner wirklich sympathisch war. Und das ist das "witzige" an der Geschichte. Ich fand fast alle Charaktere wirklich unsympathisch oder nervig, der eine ein Stalker, der andere ein Fremdgänger, einer unheimlich besessen von Alice, die anderen dem Alkohol sehr zu getan oder depressiv. Und trotz alledem macht das in diesem Buch gar nichts aus. Ich kenne das eigentlich auch so, dass ich immer einen Protagonist brauche, den ich liebe, mit dem ich mitfiebere. Hier war das überhaupt nicht der Fall. Selbst Alice war mir ziemlich unsympathisch. Doch dem Lesefluss tat dies überhaupt keinen Abbruch, denn alleine die Frage, was mit Alice geschah ist so fesselnd, dass ich völlig vergaß genervt von den Charakteren zu sein.

Die Frage, was mit Alice geschah, beschäftigt die Protagonisten und den Leser bis zum Schluss. Hier überzeugt der Autor nicht nur durch seinen einmaligen Stil, auch seine immer wieder frischen und neuen Ideen tragen ihren Teil dazu bei, dass die Geschichte nie langweilig wird. Durch die Zeitsprünge, die immer wieder stattfinden, erfordert das Buch zwar ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit, damit man nicht durcheinander kommt. Doch diese sind nötig um Alice wirklich richtig kennenzulernen. Denn wenn man ihre Vergangenheit nicht kennen würde, würde man vieles aus der Gegenwart nicht verstehen.

Obwohl es kaum Action in dem Buch gibt, war es von der ersten bis zur letzten Seite spannend und fesselnd. Auch dass hier meine obligatorische Liebesgeschichte fehlt, hat mich überhaupt nicht gestört. Zu spannend war es den vielen offenen Fragen auf den Grund zu gehen. Zu spannend mit zu verfolgen, was mit Alice tatsächlich geschah. Ich will unbedingt mehr von dem Autor, wenn er immer so klasse schreibt.

Tja und die Frage, was mit Alice geschah? Das wird hier natürlich nicht verraten, im Buch jedoch wird diese Frage umfassend geklärt. Das Ende ist überraschend und ich wäre da so nicht drauf gekommen. Doch alles ist schlüssig und rund und bringt die Geschichte zu einem gelungenen Abschluss.

Fazit:
Ein packendes Buch, das mich nicht losgelassen hat. Der einmalige Stil des Autors und die ausdrucksstarken Charaktere machen dieses Buch zu einem echten Erlebnis. Lesen!


Samstag, 26. März 2016

Rezension "Der Club der roten Bänder"

Titel: Der Club der roten Bänder
Autor: Albert Espinosa
Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 224
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 8,99
ISBN: 978-3442221769

(c) RandomHouse
MeineMeinung:
"Der Club der roten Bänder" ist ein sehr spezielles Buch und ganz anders, als ich es erwartet habe. Der Autor Albert Espinosa ist noch ein Teenager, als er erfährt, dass er an Krebs erkrankt ist. Der Kampf gegen diese heimtückische Krankheit soll 10 Jahre andauern. 

Der Titel ist sicher einigen durch die VOX-Serie bekannt. Da ich diese leider verpasst habe, dachte ich mir, schadet es sicher nicht, sich mal mit dem Buch zu beschäftigen, auf dem die Serie im weitesten Sinne basiert. Ich erwartete eine biographische Erzählung von Espinoas Kampf gegen den Krebs und den Erfahrungen, die er dabei gemacht hat. 

Doch genau das bekam ich nicht. Bei diesem Buch handelt es sich viel mehr um einen Ratgeber, um Lebenshilfe. Espinosa schildert durchaus seine Erfahrungen, die er während seiner gesamten Krankenhausaufenthalte gemacht hat, doch verpackt er diese immer in einen Rat, den er dem Leser mit auf den Weg geben will.

Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich nun zu diesem Buch stehe. Da ich etwas ganz anderes erwartet hatte, bin ich schon etwas enttäuscht. Ich hatte keine Listen und Aufzählungen erwartet, sondern eben mehr eine Erzählung seiner Erlebnisse. Ich hatte über die gesamte Lesezeit hinweg, nicht das Gefühl ich käme dem Autor und seinem Leben irgendwie ein bisschen näher. Was kurios ist, da er eigentlich viele Dinge aus seinem Innersten preis gibt. Doch irgendetwas fehlte mir, was dem Buch noch mehr Substanz hätte geben können. Etwas fehlte um die gewisse Nähe aufzubauen. Ich hätte gerne mehr über den Menschen Espinosa erfahren.

Letztendlich sind viele Ratschläge, die Espinosa gibt bzw. vieles, was er während dieser schweren Zeit gelernt hat, durchaus Dinge, die man auf den eigenen Alltag übertragen kann. Nicht nur eine Passage hat mich während des Lesens zum Nachdenken gebracht. Sein Umgang mit dieser schweren Krankheit macht auf der einen Seite Mut und ist trotz alledem sehr realistisch und teilweise knallhart. Auf der anderen Seite hat ich das ein oder andere Mal das Gefühl, er sucht nur positive Dinge, die er aus seiner Erkrankung ziehen kann. Für mich, die selbst eine Person in der Familie hat, die schwer an Krebs erkrankt ist, war das manchmal nur schwer nachzuvollziehen. Aufgrund meines persönlichen Hintergrundes, habe ich dieses Buch ganz bewusst für mich ausgewählt. Ich finde es wichtig, sich auch mit den schlimmen Seiten des Lebens zu beschäftigen. Allerdings ist es sehr schwer, wenn man weiß was so eine Erkrankung aus einem Menschen machen kann, dauernd lesen zu müssen, wie positiv das Ganze ist.

Ich denke, die Fernsehserie hat recht wenig mit dem Buch zu tun. Sie basiert sicher lose auf einigen Erfahrungen und Schilderungen Espinosas. Da es sich bei dem Buch aber wie schon erwähnt eher um einen Ratgeber und eine Auflistung verschiedener Erfahrungen handelt, denke ich, dass die Serie nicht viel mit dem Buch zu tun hat. Das find ich aber so auch gar nicht schlimm, denn beides steht für sich als einzelne Sache.

Im Großen und Ganzen ist das Buch sicherlich interessant. Man muss sich halt im Klaren darüber sein, dass man keine Biographie oder ähnliches bekommt, sondern eine Liste mit Lebenstipps. Der Krebs steht dabei gar nicht so im Vordergrund, sondern eher die Tatsache, welche Lehren man aus einer schweren Krankheit/Zeit ziehen kann. So ganz überzeugen konnte es mich trotzdem nicht, da mir manche Tipps zu sehr mit dem erhobenen Zeigefinger daher kamen. Zudem waren einiges nicht wirklich neu oder sonderlich spannend erzählt. Deshalb konnte ich das Buch auch immer nur in kleinen Etappen lesen.

Fazit:
Nicht ganz das, was ich erwartet habe. Nicht wirklich biographisch, sondern eher eine Liste mit Erfahrungen und Tipps, wie man diese Erfahrungen in seinem Leben verwenden kann. Ich bleibe etwas zwiegespalten zurück, da mich das alles nicht ganz überzeugen konnte. 

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Rezension "Babypedia"

Titel: Babypedia
Autor: Anne Nina Simoens/Anja Pallasch
Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 336
ISBN: 978-3-442-17564-2
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 9,99
Zur Leseprobe *KLICK*

(c) RandomHouse
Meine Meinung:
Hier ist der komplett aktualisierte Ratgeber für alle Eltern und solche die es werden (wollen). Da wir selbst Nachwuchs erwarten, war ich sehr gespannt, inwieweit dieser Ratgeber hilfreich sein würde.

Schnell stellte ich fest, dass einen dieses Buch schon ziemlich früh in der Schwangerschaft weiterbringen kann. Beginnend mit verschiedenen Tipps zu Hebammen und Geburten, Entscheidungen, die man schon recht früh treffen muss, ist das Buch schon sehr früh sehr hilfreich.

Zudem findet man praktisch alles zum Thema Babyausstattung, was ich super finde. Wir haben zwar inzwischen schon alles, doch viele Tipps in diesem Buch bestärken mich in unseren Entscheidungen. Man erfährt schön kurz und knapp, was man braucht und sieht auf einen kurzen Blick was wirklich wichtig ist.

Da es mich interessiert hat, was das Buch alles enthält, habe ich es nun einmal von vorne bis hinten durchgelesen. Ich werde es jedoch sicherlich für die ein oder andere Frage, die ich haben werde, wenn das Kind da ist, immer griffbereit haben. Ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis mit den verschiedensten Schlagworten am Ende des Buches lässt einen schnell die richtige Seite finden.

Die Kapitel selbst sind immer sehr ähnlich aufgebaut. Zunächst geben die Autorinnen in verschiedenen Unterthemen ihr Wissen weiter. Zum Ende jedes Kapitels gibt es Verweise auf Bücher, kostenlose und kostenpflichtige Broschüren und diverse Websites. So weiß jeder, wie er sich nach der Lektüre von "Babypedia" weiter informieren kann.

Auch die verschiedenen Marken kommen in dem Buch nicht zu kurz. Zwar wird Amazon recht häufig als mögliche Anlaufstelle zum Einkaufen erwähnt, was mich irgendwann etwas gestört hat, doch auch andere Seiten und Stellen bekommen ihren Platz. Letztendlich sind die Empfehlungen jedoch immer wertungsfrei, sodass jeder selbst entscheiden kann, was und wo er einkaufen möchte. Die Autorinnen geben lediglich Tipps, worauf man achten könnte bzw. Fragen, die man sich selbst stellen sollte, was einem bezüglich der Produkte wichtig ist.

Das Buch ist für alle werdenden Eltern geeignet. Sei es alleinerziehend, sei es als Paar, sei es als Vater oder als Mutter. Für Eltern mit einem Kind, aber auch für Eltern von Zwillingen. Auch viele schwierige bürokratische Fragen werden hier geklärt. Natürlich muss jeder für sich individuell schauen, wie viel Elterngeld er bspw. bekommt. Doch die Autorinnen geben hier schon einmal nützliche Anhaltspunkte, an denen man sich orientieren kann.

Ich wünschte, ich hätte dieses Buch schon früher gehabt. Viele der Fragen, die in "Babypedia" beantwortet werden, habe ich mühsam im Internet recherchiert. Hier hätte ich alles auf einem Blick gehabt, zusätzlich mit den Querverweisen, wo ich weitere Informationen finde.

"Babypedia" ist für mich ein rundum gelungener Ratgeber. Aufgrund des handlichen Taschenbuchformates und des sehr erschwinglichen Preises, empfehle ich es allen werdenden Eltern. Man findet praktisch auf jede offene Frage eine Antwort, von Geburtsvorbereitung, über Fragen zum Mutterschutz, Elternzeit, Elterngeld, Babyerstausstattung, Reisen mit Baby, bis hin zu nützlichen Kursangeboten mit Baby und einer schönen Aufstellung über Apps, ganz zum Ende des Buches.

Fazit:
Eine absolute Empfehlung meinerseits. Hätte ich dieses Buch schon früher gehabt, hätte ich mir viele Stunden mühevolles recherchieren im Internet ersparen können! Aufgrund der Neuauflage hochaktuell - vor allem was Elterngeld plus angeht!