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Donnerstag, 7. Juli 2016

Rezension "Die Dinge deiner Liste"

Titel: Die Dinge deiner Liste
Autor: Mia Hansen
Verlag: Montlake/Amazon
Seitenzahl: 283
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 9,99

(c) Mia Hansen
Zum Inhalt:
Finn und Vicky kennen sich seit Kindesbeinen an. Einige Jahre war der Kontakt unterbrochen, doch als Vicky erfährt, dass Finn schwer krank ist, nimmt sie diesen sofort wieder auf. Gemeinsam beschließen sie eine Liste von Wünschen abzuarbeiten, die Finn als Jugendlicher erstellt hat. Vicky hofft, dadurch neuen Lebensmut in Finn zu wecken. Eine spannende Reise beginnt, bei der die beiden nicht nur tolle Erfahrungen machen, sondern sich auch näher kommen.

Meine Meinung:
 "Die Dinge deiner Liste" ist ein Buch, das mich emotional sehr berührt hat. Es geht, wie zu erwarten, um das Thema Krebs. Dieses Thema ist für mich im Moment persönlich nicht ganz einfach, da ich erst vor kurzem jemanden an diese Krankheit verloren habe. Trotzdem wähle ich immer wieder ganz gezielt und bewusst Bücher und Filme mit diesen Themen aus, da es zum Leben dazu gehört und ich das schon auch irgendwie ganz gut trennen kann. Natürlich trifft es mich dann vermutlich trotzdem deutlich mehr, als jemanden der noch nie persönlich mit dieser Krankheit in Kontakt gekommen ist.

Mia Hansen hat einen tollen Schreibstil, der mir sehr gut gefallen hat. Sie drückt sich super aus, bleibt dabei aber immer locker leicht und schafft es dieses schwere Thema sensibel an uns Leser zu bringen. Besonders schön fand ich, dass das Buch nie hoffnungslos ist. Das Thema ist natürlich unglaublich hart und das merkt man der Geschichte auch an. Die Protagonisten haben des öfteren ihre Tiefpunkte, diese rissen mich jedes mal mit sich. Aber trotz dieses schweren Themas schafft es Mia Hansen eine positive Botschaft mit der Geschichte zu vermitteln. Das Leben ist wertvoll, jeder einzelne Tag lohnt gelebt zu werden. Auch wenn die Zeit begrenzt ist, kann man noch so viel erleben. Dies alles vermitteln die beiden Protagonisten auf unnachahmliche Weise.

Zudem leben die beiden eine Liebesgeschichte die ihres gleichen sucht. Hier wird eine so reine, aufrichtige und selbstlose Liebe beschrieben, dass man die beiden fast nur beneiden kann. Obwohl Vicky weiß dass die Zeit begrenzt ist, lässt sie sich mit Haut und Haaren auf Finn ein. Und Finn schöpft mit jedem Tag neuen Lebensmut. Vicky gibt Finn das wertvollste, was man einem kranken Menschen geben kann - Hoffnung.

Ich gebe es zu, dass mir dieses Buch, eben aus jenen genannten persönlichen Gründen, sehr nahe ging. Doch das ist für mich ein ausschließlich positiver Punkt. Mia Hansen versteht es wunderbar das Innerste im Leser anzusprechen und ihn bis ins Mark zu erschüttern. Ich denke keiner kann sich vor der Sensibilität dieses Themas schützen und genau deswegen braucht man einen Autor der dem Thema genau diese Sensibilität und den nötigen Respekt entgegen bringt.

Ich muss fast sagen, dass trotz dem Thema Krankheit die schönen Moment fast überwiegen. Vicky und Finn erleben so viel schönes und haben dabei so überraschende Begegnungen, dass ich ihren Roadtrip mit viel Spannung und sehr gerne verfolgt habe. Es war total interessant zu beobachten wie die beiden während dieser Reise einander näher kamen und selbst an der Situation gewachsen sind.

Fazit:
Ein hoch emotionales Buch, dessen Autorin ein sensibles Thema wunderbar verpackt und dabei nie hoffnungslos wird, sondern zeigt, wie viel wert das Leben jeden einzelnen Tag ist. 

Samstag, 26. März 2016

Rezension "Der Club der roten Bänder"

Titel: Der Club der roten Bänder
Autor: Albert Espinosa
Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 224
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 8,99
ISBN: 978-3442221769

(c) RandomHouse
MeineMeinung:
"Der Club der roten Bänder" ist ein sehr spezielles Buch und ganz anders, als ich es erwartet habe. Der Autor Albert Espinosa ist noch ein Teenager, als er erfährt, dass er an Krebs erkrankt ist. Der Kampf gegen diese heimtückische Krankheit soll 10 Jahre andauern. 

Der Titel ist sicher einigen durch die VOX-Serie bekannt. Da ich diese leider verpasst habe, dachte ich mir, schadet es sicher nicht, sich mal mit dem Buch zu beschäftigen, auf dem die Serie im weitesten Sinne basiert. Ich erwartete eine biographische Erzählung von Espinoas Kampf gegen den Krebs und den Erfahrungen, die er dabei gemacht hat. 

Doch genau das bekam ich nicht. Bei diesem Buch handelt es sich viel mehr um einen Ratgeber, um Lebenshilfe. Espinosa schildert durchaus seine Erfahrungen, die er während seiner gesamten Krankenhausaufenthalte gemacht hat, doch verpackt er diese immer in einen Rat, den er dem Leser mit auf den Weg geben will.

Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich nun zu diesem Buch stehe. Da ich etwas ganz anderes erwartet hatte, bin ich schon etwas enttäuscht. Ich hatte keine Listen und Aufzählungen erwartet, sondern eben mehr eine Erzählung seiner Erlebnisse. Ich hatte über die gesamte Lesezeit hinweg, nicht das Gefühl ich käme dem Autor und seinem Leben irgendwie ein bisschen näher. Was kurios ist, da er eigentlich viele Dinge aus seinem Innersten preis gibt. Doch irgendetwas fehlte mir, was dem Buch noch mehr Substanz hätte geben können. Etwas fehlte um die gewisse Nähe aufzubauen. Ich hätte gerne mehr über den Menschen Espinosa erfahren.

Letztendlich sind viele Ratschläge, die Espinosa gibt bzw. vieles, was er während dieser schweren Zeit gelernt hat, durchaus Dinge, die man auf den eigenen Alltag übertragen kann. Nicht nur eine Passage hat mich während des Lesens zum Nachdenken gebracht. Sein Umgang mit dieser schweren Krankheit macht auf der einen Seite Mut und ist trotz alledem sehr realistisch und teilweise knallhart. Auf der anderen Seite hat ich das ein oder andere Mal das Gefühl, er sucht nur positive Dinge, die er aus seiner Erkrankung ziehen kann. Für mich, die selbst eine Person in der Familie hat, die schwer an Krebs erkrankt ist, war das manchmal nur schwer nachzuvollziehen. Aufgrund meines persönlichen Hintergrundes, habe ich dieses Buch ganz bewusst für mich ausgewählt. Ich finde es wichtig, sich auch mit den schlimmen Seiten des Lebens zu beschäftigen. Allerdings ist es sehr schwer, wenn man weiß was so eine Erkrankung aus einem Menschen machen kann, dauernd lesen zu müssen, wie positiv das Ganze ist.

Ich denke, die Fernsehserie hat recht wenig mit dem Buch zu tun. Sie basiert sicher lose auf einigen Erfahrungen und Schilderungen Espinosas. Da es sich bei dem Buch aber wie schon erwähnt eher um einen Ratgeber und eine Auflistung verschiedener Erfahrungen handelt, denke ich, dass die Serie nicht viel mit dem Buch zu tun hat. Das find ich aber so auch gar nicht schlimm, denn beides steht für sich als einzelne Sache.

Im Großen und Ganzen ist das Buch sicherlich interessant. Man muss sich halt im Klaren darüber sein, dass man keine Biographie oder ähnliches bekommt, sondern eine Liste mit Lebenstipps. Der Krebs steht dabei gar nicht so im Vordergrund, sondern eher die Tatsache, welche Lehren man aus einer schweren Krankheit/Zeit ziehen kann. So ganz überzeugen konnte es mich trotzdem nicht, da mir manche Tipps zu sehr mit dem erhobenen Zeigefinger daher kamen. Zudem waren einiges nicht wirklich neu oder sonderlich spannend erzählt. Deshalb konnte ich das Buch auch immer nur in kleinen Etappen lesen.

Fazit:
Nicht ganz das, was ich erwartet habe. Nicht wirklich biographisch, sondern eher eine Liste mit Erfahrungen und Tipps, wie man diese Erfahrungen in seinem Leben verwenden kann. Ich bleibe etwas zwiegespalten zurück, da mich das alles nicht ganz überzeugen konnte.