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Dienstag, 18. April 2017

Rezension "Verzerrte Sichtweisen - Syrer bei uns"

Titel: Verzerrte Sichtweisen - Syrer bei uns
Autor: Kristin Helberg
Verlag: Herder
Seitenzahl: 272
ISBN: 978-3-451-31157-4
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 24,99 €

(c) Herder
Meine Meinung:
Ein Buch das aktueller und wichtiger nicht sein könnte. Seit einiger Zeit beschäftigt uns Deutsche doch kaum etwas so sehr wie die Flüchtlingsdebatte. Doch meistens ist es so, dass das was man so mitbekommt, sehr negativ behaftet ist. Alle werden über einen Kamm geschoren, wenn auch nur einer der Flüchtlinge aus der Reihe tanzt.

Genau dagegen möchte die Autorin mit ihrem Buch vorgehen. Sie beschreibt die Flüchtlingsdebatte, hier aus Sicht der Syrer, aus einer ganz anderen Perspektive. Selbst hat sie jahrelang in Syrien gelebt, kennt also das Land, seine Leute und Verhältnisse und kann dadurch sicher besser beurteilen, als viele von uns, was die Menschen hierher führt.

Völlig unaufgeregt beschreibt sie den Umgang mit den Syrern aus verschiedenen Perspektiven. Sie beschreibt die Gefühle der Flüchtenden und die Situationen die in diesem Land herrschen. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir hierbei sehr gut. Für ein Sachbuch ließ sich das Buch erstaunlich leicht und locker lesen und war zudem äußerst interessant.

Ich muss zugeben, dass ich mich selbst noch nicht wirklich ausführlich mit der Flüchtlingsdebatte beschäftigt habe. Umso interessanter war dieses Buch für mich. Die Autorin versteht es exzellent Hemmungen und Ängste abzubauen und Verständnis zu schaffen, was in diesen Zeiten mehr wert ist, als vieles andere. Natürlich gibt es überall schwarze Schafe, doch die Autorin zeigt, dass die Mehrzahl der Flüchtenden einfach in Frieden leben wollen und keiner Fliege etwas zu leide tun. Aus diesem Grund finde ich, dass sie hier ein so wichtiges Buch geschrieben hat, dass alle, die der Flüchtlingsdebatte vielleicht auch sehr kritisch gegenüber stehen, unbedingt lesen sollten.

Die offenen und klaren Worte der Autorin sind präzise und auf den Punkt gewählt und tragen hoffentlich zu einem Weg in eine andere, in eine bessere Welt bei. Die Autorin hat eine Stimme, die gehört werden muss und verarbeitet ein sehr wichtiges Thema auf eine interessante und packende Art und Weise. Ich wünsche diesem Buch noch viele Leser, denn die hat es auf jeden Fall verdient.

Fazit:
Ein Buch zu einem unglaublich wichtigen Thema, welches von einer Autorin geschrieben wurde, die selbst jahrelang in Syrien lebte. Dies macht das Buch zu einem authentische und ausdrucksstarken Werk, welches toll geschrieben und sehr interessant ist.

Dienstag, 14. März 2017

Rezension "Das letzte Tabu - Über das Sterben reden und den Abschied leben lernen"

Titel: Das letzte Tabu - Über das Sterben reden und den Abschied leben lernen
Autor: Henning Scherf/Annelie Keil
Verlag: Herder
Seitenzahl: 256
ISBN: 978-3-451-34926-3
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 19,99 €

Meine Meinung:
Vor einiger Zeit verlor ich selbst einen mir sehr nahestehenden Menschen. Den Schmerz, den man empfindet, können wohl nur die von euch nachvollziehen, die selbst schon einmal Abschied nehmen mussten. Jeder geht auf seine Weise mit dem Schmerz um, jeder trauert anders.

Als ich dieses Buch entdeckte, dachte ich mir, dass es helfen könnte, auch die passende Lektüre zu diesem Thema zu lesen. Letztendlich kann ich sagen, wirklich geholfen hat es nicht, aber das war auch ziemlich unwahrscheinlich. Denn der Schmerz ist einfach all umfassend.

Trotzdem handelt es sich um einen sehr interessanten Titel, den ich gerne gelesen habe. Zunächst musste ich mich etwas an die Schreibweise gewöhnen. Da die beiden Autoren selbst schon etwas älter sind, drücken sie sich natürlich anders aus, als ich. So brauchte ich kurze Zeit, bis ich richtig in das Buch reinkam.

Durch das schwere Thema konnte ich den Titel immer nur in kleinen Dosen lesen. Dies ist allerdings nicht dem Buch geschuldet, sondern alleine meiner Gemütsverfassung.

Das Buch selbst ist ein sehr interessanter Titel, der tiefe Einblicke in das Privatleben und die Gefühle der Autoren bietet. Zu Beginn gibt es ein Interview mit beiden Autoren. Danach sind die Kapitel abwechselnd von Keil und Scherf geschrieben. Dies macht das Buch zu einem sehr persönlichen Titel.

Die Autoren beleuchten das Sterben in der heutigen Zeit aus verschiedenen Blickwinkeln. Sowohl wie man dem Tod begegnet, wie man persönlich damit umgeht und wie man der Seite von Sterbenden bleibt. Wie schon erwähnt, ist dieses Buch natürlich ein Titel der nicht einfach zu verdauen ist. Man braucht Zeit und eine gewisse mentale Stärke um mit diesem schwierigen Thema fertig zu werden. Die Autoren schaffen es jedoch dieses sehr sensibel umzusetzen. Dies alles macht das Buch zu einem äußerst gelungenen Titel.

Fazit:
Ein Buch zu einem sehr schweren Thema, das die Autoren aber sehr sensibel und persönlich umsetzen. Ein gelungenen Werk, das sehr informativ und interessant ist.

Sonntag, 5. Februar 2017

Rezension "Das Geschäft mit der Sünde - Ablass und Ablasswesen im Mittelalter"

Titel: Das Geschäft mit der Sünde - Ablass und Ablasswesen im Mittelalter
Autor: Christiane Laudage
Verlag: Herder
Seitenzahl: 351
ISBN: 978-3-451-31598-5
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 24,99 €

(c) Herder
Meine Meinung:
Heute habe ich ein Sachbuch für euch, das sich mit dem Ablasswesen im Mittelalter beschäftigt. Ich fand das Mittelalter schon immer irgendwie faszinierend, habe gerne historische Romane aus dieser Zeit gelesen.

Und nun fand ich, dass es an der Zeit ist, das ganze mal aus der sachlichen Perspektive zu betrachten. Dieses Buch beleuchtet das Ablasswesen aus vielen interessanten Sichten. Hierbei handelt es sich jedoch nicht unbedingt um leichte Kost. Man sollte sich schon einiges an Zeit nehmen, das Buch ist definitiv nichts für Zwischendurch.

Wer sich aber fürs Mittelalter interessiert und auch gerne Sachbücher liest, der ist hier genau richtig. Ich brauche für solche Bücher immer eine gewisse Zeit. Ich kann immer nur kleine Abschnitte von solchen Büchern lesen, danach brauche ich auf jeden Fall belletristische Abwechslung.

Das Buch gliedert sich in unterschiedliche Absätze. Natürlich beginnt es mit einem kurzem Vorwort, welches ich schon sehr interessant fand und Lust auf mehr macht. Danach geht es gleich mit dem Beginn des Ablasswesens weiter. Dies wird immer mehr vertieft und man erfährt viel über die Hintergründe des Ablasswesens und lernt auch es vielleicht von einer anderen Sicht aus zu betrachten, als bisher. Denn natürlich ist dieses Thema bisher sehr negativ beleuchtet. Die Autorin schafft es aber verschiedene Sichtweisen zu beleuchten.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen. Und obwohl es sich um ein Sachbuch mit einem nicht ganz einfachen Thema handelt hatte ich keinerlei Schwierigkeiten ihren Beschreibungen zu folgen. Für ein Sachbuch ist der Schreibstil wirklich gut und einfach.

Das Thema sollte einen schon interessieren, wenn man dieses Buch in die Hand nimmt. Es beschreibt das Ablasswesen sehr ausführlich und wenn man dann nicht wenigstens ein bisschen Interesse am Mittelalter und dem hier aufgeführten Thema hat ist das Buch sicherlich nicht das richtige. Ansonsten handelt es sich um eine gut recherchierte Abhandlung, die sich ziemlich gut und einfach lesen lässt. 

Fazit:
Ein gut recherchiertes, angenehm zu lesendes Buch über das Mittelalter und das Ablasswesen zu jener Zeit. Wer sich für dieses Thema interessiert ist mit diesem Buch genau richtig beraten.

Sonntag, 13. November 2016

Rezension "App vom Arzt"

Titel: App vom Arzt
Autor: Spahn/Müschenich/Debatin
Verlag: Herder
Seitenzahl: 133
ISBN:  978-3-451-37508-8
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 16,99 €

(c) Herder
Meine Meinung:
 "App vom Arzt" ist ein Sachbuch, in dem es um den Einzug der modernen Medien in die Medizin geht. Natürlich kommt die moderne Medizin schon lange nicht mehr ohne die modernen Medien aus, doch in diesem Buch wird aufgezeigt, worin vor allem auch in der Zukunft die Chancen bestehen und was bald alles möglich sein wird.

Zudem wird vorgestellt, welche Apps es gibt und was man mit diesen alles machen kann. Da es unzählige Gesundheitsapps gibt, finde ich es super, dass hier einige wenige vorgestellt werden, die wirklich sinnvoll sind. Denn sich in diesem riesigen Meer an Apps zurecht zu finden ist gar nicht so leicht. Das ist eine kleine Hilfe gar nicht so schlecht. Allerdings fürchte ich, dass das Buch schneller überholt sein wird, als den Autoren lieb ist. Ich habe keine Ahnung wie viele neue Apps täglich auf den Markt kommen, doch es werden sicherlich einige sein.

Einen besonders großen Teil nimmt in dem Buch die Sprechstunde beim Arzt ein. Diese wird in Zukunft wohl immer häufiger Online stattfinden. Im Buch wird erklärt worin hier die Vorteile für die Patienten liegen, wie das ganze funktioniert und wie sich die Ärzte anpassen müssen. Ich muss zugeben, dass diese Vorstellung für mich irgendwie noch sehr utopisch ist. Dies hat sich auch nach dem Lesen nicht groß verändert. Zwar kann ich mir jetzt besser vorstellen, wie das wohl in Zukunft aussehen wird, doch meine Skepsis bleibt.

Ich finde das Buch im Großen und Ganzen recht trocken. Deshalb habe ich auch einige Zeit dafür gebraucht. Klar, es handelt sich um ein Sachbuch, doch auch diese können durchaus unterhaltsam sein. Das Thema "digitale Medizin" ist jedoch keines, was sich einfach so im Vorbeigehen lesen lässt. Viel mehr muss man sich darauf einlassen und konzentriert an der Sache dranbleiben um zu verstehen, wohin das Ganze gehen wird.

Das Thema "digitale Medizin" ist ein großes. Dieses Buch gibt sicher nur einen kurzen und knappen Einblick. Es zeigt worin die Möglichkeiten bestehen und welche Chancen es gibt. Was mir fehlt, ist so ein bisschen die kritische Seite. Denn auch wenn die Autoren dies nicht unbedingt so sehen, so sehe ich zumindest ein großes Fragezeichen in Bezug auf Datenschutz. Gesundheit schön und gut und auch toll wenn die digitale Medizin dabei hilft, dass wir alle die beste Behandlung bekommen. Trotzdem sehe ich es kritisch, wenn meine Daten plötzlich online und überall gespeichert sind. Denn will ich wirklich, dass meine Daten - zumindest gefühlt - so leicht geknackt werden können? Diese kritische Sicht, kommt mir in dem Buch ein bisschen zu kurz. Auch wenn die Autoren große Befürworter der digitalen Medizin sind, so finde ich dass sie dies zumindest hätten anschneiden müssen.

Fazit:
Ein Sachbuch, das für mich etwas zu trocken war und das die kritische Sicht auf die digitale Medizin ein bisschen vermissen ließ. Ansonsten handelt es sich um ein informatives Buch, welches eine Hilfestellung in der riesigen, unübersichtlichen Welt der Apps und digitalen Medien ist.