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Freitag, 19. Oktober 2018

Rezension "Das letzte Schaf"

Titel: Das letzte Schaf
Autor: Ulrich Hub / Jörg Mühle (Illu.)
VerlagCarlsen
Seitenzahl: 80
ISBN:  978-3-551-55384-3
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 13,00 € / 8,99 €
Alter: ab 13

(c) Carlsen
Meine Meinung:
Wenn man sich das Cover genau anschaut, fällt einem recht schnell auf, dass dort der Weihnachtsstern zu sehen ist, wie er über den Himmel rauscht. Dadurch dürfte klar sein, dass es sich hierbei um eine Weihnachtsgeschichte handelt. Jedoch auf keinen Fall um eine klassische. Viel mehr wird hier die klassische Weihnachtsgeschichte von Josef und Maria mit Schafen nachgestellt.

Das humorvolle Kinderbuch bzw. man kann fast schon sagen Jugendbuch, beginnt auf einer Schafweide. Hier begegnen wir 12 Schafen, die plötzlich merken, dass ihre Bauern verschwunden sind und sich wundern wo diese abgeblieben sind. Nun lernen wir erstmal die Schafe näher kennen, besonders das mit Zahnspange blieb mir sehr im Gedächtnis. Der Autor gibt jedem Schaf einen eindeutigen Charaktere und immer wieder musste ich ob der Eigenheiten der Schafe schmunzeln. Auch die passenden Bilder von Jörg Mühle sind einfach klasse und total witzig gezeichnet.

Und obwohl wir hier die Weihnachtsgeschichte aus der Sicht von Schafen erleben, so folgt sie doch dem klassischen Schema. Die Engel, der Weg zum Stall, zum Kind in der Krippe. Neben humorvoller Unterhaltung bekommt man so auch die Weihnachtsgeschichte auf eine ganz neue Art mit.

Die humorvolle Art zu erzählen, macht das Buch auch für Erwachsene zu einem Erlebnis. Ich glaube sowohl Kinder, als auch Erwachsene ihre Freude an der Geschichte haben werden. Mich hat sie gut unterhalten und war sehr kurzweilig. Man muss offen zugeben, dass das Buch aufgrund der geringen Seitenzahl doch durchaus schnell durchgelesen ist, dadurch aber sicher auch etwas für Kinder ist, die nicht so viel und gerne lesen.

Fazit:
Eine wunderbar neu interpretierte Weihnachtsgeschichte aus der Sicht von Schafen erzählt, die äußerst humorvoll ist und mich richtig gut unterhalten hat. 


Mittwoch, 7. März 2018

Rezension "Ein weiter Weg"

Titel: Ein weiter Weg
Autor: Dan Gemeinhart
Verlag: Königskinder
Seitenzahl: 272
ISBN: 978-3-551-56039-1
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 16,99 €
Alter: ab 13

(c) Königskinder
Zum Inhalt:
Joseph hat niemanden mehr, denn seine Eltern und seine Schwester sind bereits verstorben. Niemanden mehr außer seinem Pferd Sarah. Doch der Mann, bei dem Joseph vorrübergehend wohnt verkauft Sarah einfach ohne sein Wissen. Für Joseph ist klar: Er wird Sarah zurück holen, koste es was es wolle. Und so begibt sich der kleine Junge mutterseelenallein auf eine gefährliche Reise, auf der er nicht nur neue Freunde findet, sondern auch viel über sich selbst lernt und vielen Gefahren trotzen muss.

Meine Meinung:
Das Cover spricht mich hier irgendwie nicht so an und so gebe ich zu, dass ich wohl nicht zu diesem Buch gegriffen hätte, wenn es meine Bücherrei nicht im Angebot gehabt hätte. Doch ich bin sehr froh, dass dies der Fall war. Denn als Leser bekommt man hier eine richtig schöne Geschichte, die eine bezaubernde Freundschaft zwischen Mensch und Tier erzählt.

Natürlich ist die Geschichte zu Beginn recht traurig, vor allem wenn man sich vorstellt, wie allein Joseph sein muss. So ganz ohne Eltern auf der Welt und bei einem Mann wohnhaft den er nicht mag. So ist seine Stute Sarah sein einziger Halt auf der Welt. Natürlich bricht eben jene für ihn zusammen als sein Pferd plötzlich weg ist. Die Reise auf die er sich begibt birgt so einige Gefahren und so konnte ich mir zunächst nur schwer vorstellen, dass sich ein kleiner Junge auf so eine Reise begibt. Jedoch spielt das Buch Ende des 19. Jahrhunderts und so kann man die Zustände und Verhältnisse dort nur schwer mit unseren vergleichen. Trotzdem fiel es mir irgendwie schwer mir einen 12-jährigen Jungen vorzustellen, der ganz alleine unterwegs ist.

Recht schnell lernt Joseph einen weiteren kleinen Jungen kennen, der allein unterwegs ist. Und so machen sie sich gemeinsam auf den Weg. Da es sich bei dem anderen Jungen um einen Asiaten handelt können sich die beiden Jungen nur mit Händen und Füßen verständigen, was die beiden auch in beeindruckender Weise tun. Man merkt an diesem Beispiel wunderbar, wie unvoreingenommen Kinder sind und wie wenig es eigentlich braucht um sich mit jemand Fremden zu verständigen. Man merkt dass für eine Freundschaft ganz andere Dinge wichtig sind, wie die Sprache.

Im Verlauf der Geschichte merkt man immer wieder wie tief die Liebe von Joseph zu seinem Pferd ist, was einfach echt schön zu verfolgen ist. Man erfährt wie besonders die Beziehung der beiden ist und auch was Joseph in seiner Vergangenheit so alles erlebt hat, das Sarah zu so etwas besonderem macht.

Die Altersangabe des Verlages - ab 13 - finde ich in diesem Fall sehr gut gewählt, denn das Buch hält durchaus einige spannende Passagen bereit. Wer nämlich denkt, hier handelt es sich um eine langweilige Reise zu Sarah, der hat sich noch nicht zusammen mit Joseph und einem Kanu in Stromschnellen wiedergefunden oder aber einen gesuchten Mörder gejagt. Der Schreibstil ist ebenfalls sehr gut zu lesen, weswegen ich denke, dass 13-jährige, die gerne lesen und Lust auf ein Abenteuer haben, nichts falsch machen können.

Fazit:
Eine spannende Suche eines Jungen nach seinem Pferd. Eine tiefe Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Und eine unvergleichliche Begegnung zweier Jungen aus zwei Nationen, die jede Sprachbarriere überwindet. Eine Geschichte über Freundschaft und dass diese viel mehr wert ist, als viele von uns ahnen.

Dienstag, 4. Oktober 2016

Rezension "Klippen springen"

Titel: Klippen springen
Autor: Claire Zorn
Verlag: Thienemann
Seitenzahl: 256
ISBN: 978-3-522-20220-6
Einbindungsart: ebook/broschiert
Preis: 11,99 €/14,99 €
Alter: ab 13

(c) Thienemann
Zum Inhalt:
Hannah hat es nicht leicht in der Schule. Sie ist das klassische Mobbingopfer. Ist immer allein, findet nirgends Anschluss. Die Attacken gegen sie werden immer heftiger, bis, ja bis ihre Schwester plötzlich verstirbt. Das Mobbing hört einfach vom einen auf den anderen Tag auf. Hannah ist weiterhin allein, bleibt jedoch vom Schlimmsten verschont. Als Josh, ein neuer Schüler, immer wieder Interesse an ihr zeigt, ist sie zunächst sehr misstrauisch. Doch nach und nach öffnet sie ihre harte Schale und beginnt endlich das Mobbing und den Tod ihrer Schwester zu verarbeiten.

Meine Meinung:
"Klippen springen" ist ein Buch, welches mir sehr nahe gegangen ist. Dies liegt vermutlich auch daran, dass ich selbst ein Kind habe, denn beim Lesen wurde mir Angst und Bange. Das Thema Mobbing ist immer heftig, so auch hier.

Die Autorin schafft mit ihrer Geschichte eine beklemmende Atmosphäre. Hannah, die Hauptperson ist ein wahnsinnig verunsichertes Mädchen. Die Heftigkeit der Mobbingattacken ließ bei mir regelrechte Übelkeit aufkommen. Die Autorin beschreibt das Szenario so authentisch, dass mir wirklich himmelangst wurde. Nicht nur einmal dachte ich, was wohl wäre, wenn meinem Kind so etwas passieren würde.

Ich finde dass sich dieses Buch super als Schullektüre eignet. Es zeigt das Thema Mobbing schonungslos und wohl in einer seiner schlimmsten Formen. Die Hauptperson ist bald soweit, nicht mehr in die Schule gehen zu wollen, die Familie lässt sie im Stich.

Und dann ist da noch der tragische Unfall, der ihre Schwester das Leben kostet. Dieser scheint zunächst nicht so recht ins Bild zu passen, wird aber durch Rückblenden immer weiter aufgeschlüsselt. Man erfährt durch Gespräche, die Hannah mit ihrer Therapeutin führt, was alles in der Vergangenheit geschehen ist. Wie die Situation vor dem Unfall war und wie es überhaupt zu diesem gekommen ist.

Nachdem ich in die Geschichte reingefunden hatte gefiel sie mir wirklich gut. Natürlich handelt es sich hier nicht um locker leichte Lektüre für Zwischendurch. Man macht als Leser schon etwas mit, denn Hannahs Weg mitzuverfolgen, ist alles andere als schön.

Mich hat in dieser Geschichte vor allem die Eindringlichkeit der Autorin begeistert und die Hauptperson Hannah. Diese wird extrem authentisch geschildert. Ihre Verunsicherung ist mit Händen greifbar. Ich konnte das Mädchen förmlich vor mir sehen. Nicht nur einmal wäre ich gerne in die Geschichte gesprungen und hätte alle Beteiligten geschüttelt um sie daran zu erinnern, dass sie einen Menschen vor sich haben und kein Spielzeug, das man treten kann so viel man will.

Fazit:
Ein beeindruckendes Buch zum Thema Mobbing. Eindringlich schildert die Autorin die Geschichte um die wunderbar gelungene Hauptperson Hannah. Diese Geschichte lässt sicherlich niemanden kalt.