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Montag, 13. März 2017

Rezension "Halten Sie Ihr Huhn fest!"

Titel: Halten Sie Ihr Huhn fest
Autor: Katharina von der Leyen
Verlag: Kosmos
Seitenzahl: 217
ISBN: 978-3-440-14951-5
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 16,99 €

(c) Kosmos
Meine Meinung:
Die Autorin beschließt nach vielen Jahren endlich ihren Traum wahr zu machen und mit ihren Hunden aufs Land zu ziehen. Sie erzählt in diesem Buch von ihrem Alltag außerhalb der großen Stadt, der so ganz anders ist. Ihr geht es anders, ihren Hunden geht es anders.

In der Mitte des Buches finden sich eine ganze Reihe Fotos der Autorin und ihrer Hunde, die zeigen, wie entspannt sie das Leben auf dem Land gemacht hat.

Die Idee der Stadt den Rücken zu kehren und aufs Land zu ziehen ist keine neue. Die Autorin erzählt hiervon. Da ich selbst irgendwann nicht mehr in der großen Stadt wohnen möchte, dachte ich dieses Buch könnte einen ganz schönen Einblick bieten. Dies tut es auch, allerdings konnte es mich nicht so richtig fesseln.

Die Autorin hat zwar einen erfrischenden und gut zu lesenden Schreibstil, der mich auch einige Male zum Lachen bringen konnte, doch so richtig spannend waren ihre Erzählungen nicht. Ich brauchte unglaublich lange um mit dem Buch vorwärts zu kommen. Es war stellenweise leider einfach ziemlich langweilig.

Ich muss zugeben, dass ich genau diese Schwierigkeiten auch mit meiner Rezension habe. Es lässt sich einfach nicht viel mehr über das Buch sagen, denn viel mehr bietet es auch nicht. Ich will damit nicht sagen, dass es total schlecht ist. Vom Leben auf dem Land zu berichten trifft definitiv den Nerv der Zeit. Wie viele Leute träumen heute von der Stadtflucht und genau für diese Leser ist dieses Buch auch bestens geeignet. Natürlich handelt es sich um nette Unterhaltung für Zwischendurch, da Biographien aber grundsätzlich nicht zu meinem Lieblingsgenre gehören, konnte es mich nicht über die komplette Zeit fesseln und vollständig überzeugen. Ich denke aber dass das Buch definitiv seine Leser findet und verdient hat.

Fazit:
Eine Biographie einer Autorin, die mit ihren Hunden aufs Land zieht und darüber berichtet. Es konnte mich nicht vollständig fesseln und überzeugen, da es mich nicht die komplette Zeit fesseln konnte, die Erzählung für mich zeitweise einfach zu belanglos war. Allerdings eignet es sich natürlich bestens für Leser die selbst über Stadtflucht nachdenken.

Montag, 18. April 2016

Rezension "Eier von überglücklichen Hühnern"

Titel: Eier von überglücklichen Hühnern
Autor: Katy Buchholz
Verlag: Karina-Verlag
Seitenzahl:144
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 9,90 €
ISBN: 978-3-903056725

(c) Karina-Verlag
Zum Inhalt:
Die Autorin Katy Buchholz hat erst recht spät das Schreiben für sich entdeckt. Mit "Eier von überglücklichen Hühnern" legt sie ein biographisches Werk vor. Sie berichtet von lustigen, bewegenden und interessanten Begebenheiten aus ihrem Leben. Zudem zeigt sie dem Leser private Bilder und selbst geschriebene Gedichte. So gibt sie einen tiefen Einblick, in das was sie bisher alles erlebt hat.

Meine Meinung:
Als die Autorin mich fragte, ob ich Interesse an Ihrem Buch habe, dachte ich mir, das könnte doch das perfekte Buch für zwischendurch sein. Seit der Geburt meiner Tochter, komme ich mal mehr, mal weniger zum Lesen, weswegen Bücher, die man in kleinen Happen lesen kann, perfekt sind. Und genau das war es auch, ein schönes Buch für zwischendurch. Das Buch überzeugt eher durch die leisen, oft nachdenklichen Töne.

Man lernt die Autorin Katy Buchholz von allen Seiten kennen. Durch die Geschichten über ihr Leben, aber noch mehr durch die durchaus sehr privaten Gedichte. Wer hier packende Literatur erwartet, ist allerdings fehl am Platz. Die kleinen Anekdoten aus dem Leben der Autorin, sind durchaus immer wieder amüsant zu lesen, doch packende Spannung ist hier natürlich nicht zu finden. Doch diesen Anspruch hat das Buch auch sicher nicht.

Ich finde es immer wieder schön, wenn Autoren einem einen Einblick in ihr privates Leben geben. Der Schreibstil der Autorin ist recht einfach und ich hatte oft das Gefühl, genauso würde sie mir die Geschichte auch erzählen, wenn sie mir direkt gegenüber sitzen würde.

Was ich ein bisschen schade finde ist die "Qualität" des Buches. Und zwar nicht bezogen auf den Inhalt, der ganz schön zu lesen ist. Sondern mehr auf die Papierqualität und das Lektorat. Leider wellt sich der Umschlag total schnell, was ich echt schade finde. Zudem habe ich nicht wenige Rechtschreibfehler in dem Buch gefunden, was ebenfalls sehr schade ist. Selbst wenn kein professionelles Lektorat über die Geschichte drüber schaut, sollten die Fehler doch nicht so häufig vorkommen, wie es hier der Fall ist.

Alles in allem bekommt man hier wirklich einen schönen Einblick in das Leben der Autorin. Man erfährt vieles über ihre Vergangenheit, ihre Jugend, ihre Hochzeit mit ihrem Mann, Reisen die sie mit ihrem Mann unternommen hat. Wer also auf der Suche nach kurzweiliger biographischer Lektüre ist und auch gerne das ein oder andere Gedicht liest, ist hier genau richtig. Wer hohe Literatur oder packende Spannung möchte ist allerdings fehl am Platz.

Fazit:
Eine Biographie, die sich super in kleinen Häppchen lesen lässt. Untermalt von privaten Fotos und eigenen Gedichten bekommt man hier einen schönen Einblick in das Leben von Katy Buchholz.

Dienstag, 13. Oktober 2015

Rezension "Immer Montags beste Freunde"

Titel: Immer Montags beste Freunde
Autor: Laura Schroff/Alex Tresniowski
Verlag: Diana Verlag
Seitenzahl: 303
ISBN: 978-3-453-29175-1
Einbindungsart: Broschiert
Preis: 16,99 €
Zur Leseprobe *KLICK* 

(c) RandomHouse
Zum Inhalt:
Laura Schroff führt ein gutes Leben. Zwar ist sie Single und hat noch keine Kinder, doch es geht ihr finanziell und beruflich bestens. Die Bettler auf New Yorks Straßen nimmt sie kaum mehr wahr, denn sie gehören einfach in das Stadtbild der 70er Jahre. Als sie eines Montags von einem kleinen Jungen angesprochen wird, ignoriert sie diesen zunächst und läuft weiter. Doch aus einem bis heute unerfindlichen Grund dreht sie um und geht zu dem Jungen. Dieser bittet sie um etwas Kleingeld, da er wahnsinnigen Hunger hat. Laura Schroff läd ihn daraufhin kurzerhand zum Essen ein und eine faszinierende Freundschaft die ungleicher nicht sein könnte entsteht und hält bis heute an.

Meine Meinung:
In" Immer Montags beste Freunde" erzählt Laura Schroff gemeinsam mit ihrem Co-Autor ihre eigene Geschichte. Die, wie sie den Jungen Maurice kennenlernte und wie reich sie diese Begegnung machte. Es handelt sich um eine biographische Erzählung und doch liest sie sich fast wie ein Roman.

Von Beginn an war ich fasziniert von Lauras Erlebnissen. Von ihrer Güte, ihrem Mut und ihrem Vertrauen Maurice gegenüber. Auf faszinierende Weise lässt sie uns als Leser an ihrer einmaligen Geschichte teilhaben und nicht selten fragte ich mich beim Lesen, wieso wir nicht alle so handeln. Mit recht kleinen Mitteln schaffte es Laura Schroff dem damals mittellosen Maurice ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und ihm gleichzeitig zu zeigen, was im Leben wichtig ist.

Die Art, wie die Geschichte erzählt wird, gab mir das Gefühl, ich sei beim Lesen hautnah mit dabei. Ich würde mit Laura durch New York laufen und neben Maurice in seinen heruntergekommenen Behausungen stehen. Das Buch schaffte es, mich auf eine einzigartige Weise zu berühren. Gleichzeitig fasziniert und geschockt konnte ich nicht mit lesen aufhören. Die Authentizität mit der diese Geschichte erzählt wird, ging mir unter die Haut.

Normalerweise bin ich gar nicht wirklich so der Biographienleser, doch diese Geschichte ist etwas ganz anderes. Sie ist weit mehr als nur eine Biographie. Sie ist ein Spiegel unserer Gesellschaft und dabei so berührend, dass es sich kaum in Worte fassen lässt. Was dieses Buch wohl ebenfalls von anderen biographischen Erzählungen unterscheidet, ist eben die Art wie sie erzählt wird. Man merkt, dass sich Laura Schroff einen Co-Autor ins Boot geholt hat, der etwas von seinem Job versteht.

Doch als Leser lernt man nicht nur etwas über die Beziehung von Laura und Maurice, nein auch Lauras Leben lernt man von Seite zu Seite immer besser kennen. Denn immer wieder streut sie Erinnerungen aus ihrer eigenen Kindheit in die Geschichte ein. Kennt man ihre Vergangenheit wirkt ihr Handeln nur umso beeindruckender. Auf den ersten Blick mag es vielleicht nicht groß erscheinen, dass Laura ein Kind zum Essen eingeladen hat. Doch sie wird im Laufe der Zeit so viel mehr für Maurice, als nur die weiße Frau, die eben viel Geld hat. Sie wird Vorbild und Mutterfigur zugleich, obwohl sie das so nicht unbedingt geplant hatte.

Was die Geschichte ebenfalls authentisch macht, ist dass in der Beziehung zwischen Maurice und Laura nicht unbedingt alles immer ohne Probleme verläuft. Auch Laura macht ihre Fehler und kann Maurice nicht vor allem bewahren, was ihn in der Welt erwartet. Laura stellt sich selbst nicht als die tolle Heilsbringerin hin. Viel mehr macht sie deutlich wie sehr sie von der Beziehung zu Maurice profitiert hat. Niemals gönnerhaft und immer selbstverständlich, dass ist es was die Autorin sehr sympathisch macht.

Ich denke wir alle können viel von dieser Geschichte lernen. Deshalb lest dieses Buch! Es bringt so viel mit sich, was zum Nachdenken, zum Lachen und auch zum Weinen anregt. Einige kleine Fotos in den Umschlägen zeigen zudem wie die Beziehung von Laura und Maurice verlaufen ist, was ich sehr schön finde, denn so hat man von beiden ein Bild im Kopf.

Fazit:
Ein berührendes Buch, einer Frau, die durch einen Straßenjungen merkt, was wirklich wichtig im Leben ist und dadurch einen Freund fürs Leben findet! Unbedingt lesen!!!


Montag, 20. Oktober 2014

Rezension "Das Lächeln der Leere"

Titel: Das Lächeln der Leere
Autor: Anna S. Höpfner
Verlag: cbt
Seitenzahl: 254
ISBN: 978-3-570-30926-1
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 7,99 €
Alter: ab 13


(c) cbt
Zum Inhalt:
Sofia ist magersüchtig. Sie wiegt nur noch um die 40 Kilogramm. Deswegen kommt sie in eine Klinik für Essstörungen. Dort muss sie das Essen neu lernen, lernen das es nicht schlimm ist, dass es sogar Spaß machen und schmecken darf. Doch der Weg dahin ist schwerer als gedacht. Zu lange hat Sofia auf Essen verzichtet, sich regelrecht davor geekelt. Zu lange wollte sie nicht dick sein und empfand es trotz 40 Kilo so. Und so wartet ein harter und steiniger Weg auf Sofia, während dem ihr nicht immer nur Verständnis entgegen gebracht wird.

Meine Meinung:
"Das Lächeln der Leere" ist ein authentisches Buch, ein trauriges und dabei zugleich hoffnungsvolles Buch.

Es ist die autobiographische Geschichte einer jungen Autorin, die selbst einmal wegen Essstörungen behandelt wurde. Und genau das macht die Geschichte so authentisch. Man merkt auf jeder Seite, in jedem Satz, wie viel von ihr selbst darin steckt. Dass sie das meiste so oder so ähnlich selbst erlebt hat. Ich persönlich finde solche Bücher unglaublich wichtig. Sie öffnen unser Blickfeld für Themen, die uns sonst nicht so wirklich allgegenwärtig sind. Klar, jeder hat schon mal etwas von Essstörungen gehört, doch wie es wirklich in solch einer Klinik zugeht, wie es den Patienten dort geht, was für ein tragisch falsches Bild sie vom Essen und ihren eigenen Körpern haben, genau dies schildert die Autorin hier auf eine Weise, die mir sehr nahe ging und mich immer wieder innehalten ließ.

Die einzelnen Abschnitte im Buch sind in Wochen und dann nochmal in Tage eingeteilt, so hat man das Gefühl ein Tagebuch zu lesen. Man ist mitten im Geschehen, kann die Fortschritte, jedoch auch die Rückschläge genau beobachten und bekommt so viel von dem Klinikalltag mit. Vieles scheint für "normale" Esser ziemlich merkwürdig zu sein, doch weckt es auch Verständnis für einen für uns so fremden Bezug zum Essen. Die Autorin schildert zwar nicht im Detail, wie es zu ihrer Essstörung kam, doch sagt sie selbst, dass sie sich damit auch schützen wollte, was ich sehr gut nachvollziehen kann. Ich finde das hier auch gar nicht so wichtig. In dieser Geschichte liegt der Fokus auf etwas anderem. Der Behandlung, dem Klinikalltag, dem Auf und Ab, den Zweifel, den Ängsten.

Dies alles ist der Autorin ziemlich gut gelungen. Ich habe für das Buch kaum einen Tag gebraucht, so hat es mich gefesselt und in eine Welt mitgenommen, die mir bis dahin ziemlich fremd war. Ich litt mit der Protagonistin, bangte und hoffte so sehr auf einen guten Ausgang. An der Geschichte sieht man auch, wie lange so ein Prozess dauert. Wie klein die Fortschritte und wie wichtig sie trotz alledem sind. Jedes Gramm mehr auf der Waage, jedes Stückchen Schokolade ist Stück mehr eine Rückkehr in die Normalität. Ich finde es beeindruckend, wie jemand, der selbst mit dieser Krankheit zu kämpfen hatte, den Mut aufbringt, ein so authentisches und ehrliches Buch zu schreiben.

Die Geschichte beschönigt nichts. Sie erzählt nicht das, was vielleicht viele lesen wollen. Sie gibt die harte Realität wieder und zeigt infolge dessen auch kein Happy End im klassischen Sinn. Viel mehr bleibt die Geschichte offen. Sie zeigt einen Anfang in ein neues Leben. Ob es funktioniert, muss sich jeder selbst vorstellen. Zudem kommt das Ende sicher auch so zustande, da die Autorin selbst noch nicht am Ende dieses Weges angekommen ist, wie sie selbst sagt.

Mir hat das Buch auf jeder Seite sehr gut gefallen. Kleine Gedichte, die die Autorin während ihres Klinikaufenthalts geschrieben hat, runden die Geschichte ab. Sie geben einen weiteren Einblick in ihre Persönlichkeit und zeigen so auch ein Stück ihrer Entwicklung. Mit ihrem schonungslos offenen Schreibstil, der auch die Schattenseiten zu zeigen vermag, fesselte mich die Autorin von der ersten bis zur letzten Seite. Bücher dieser Art sind wirklich wichtig, denn sie zeigen oft eine Welt, die man sich so vorher gar nicht vorstellen konnte, wenn man nicht selbst schon mal in solch einer Situation war.

Fazit:
Ein mutiges, ein schonungslos ehrliches und authentisches Buch, das mich mitgenommen hat auf eine Reise in eine Welt, die mir so bisher völlig fremd war.