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Sonntag, 29. September 2019

Rezension "Das Ende"

Titel: Das Ende
Autor: Mats Strandberg
Verlag: Arctis
Seitenzahl: 352
ISBN:  978-3-03880-029-3
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 19,00 €
Alter: ab 14

(c) Arctis
Zum Inhalt:
Simon und Lucinda sind Teenager und sie verbindet eigentlich nicht besonders viel. Gut, da ist die Tatsache, dass Simons Exfreundin auch Lucindas beste Freundin war. Und dieses Mädchen wurde nun ermordet. Und als wäre das nicht tragisch genug, so bleibt nicht viel Zeit den Täter ausfindig zu machen. Denn ein Komet rast unaufhaltsam auf die Erde zu und wird diese binnen weniger Wochen auslöschen. Das Ende steht unaufhaltsam bevor, die Menschen verlieren die Kontrolle und ein Mörder will gefunden werden.

Meine Meinung:
Ich liebe ja Dystopien. Die Szenarien in Dystopien sind eigentlich immer beklemmend aber auch auf eine ganz besondere Art fesselnd und beeindruckend, zeigen sie doch Facetten von Menschen, die man sonst niemals zu Gesicht bekommen hätte.

"Das Ende" ist nicht wirklich eine Dystopie, sondern eher eine Endzeitgeschichte, geht darum aber in eine ähnliche Richtung. Ich war total gespannt, was mich in diesem Buch erwarten würde und wie die Sache mit dem Komet ausgehen würde. Denn irgendwie überlegt man naütrlich schon rum, ob die Geschichte vielleicht gut ausgeht, ob es vielleicht letztendlich eine Lösung gibt, wie dieser aufgehalten werden kann.

Die Geschichte beginnt zu der Zeit, als die Menschen von dem Kometen erfahren. Man merkt sofort wie sich die Wesen der Menschen verändern. Sie hören auf zur Arbeit zu gehen und plötzlich verändern sich die Prioritäten komplett. Das fand ich total spannend zu beobachten. Ich finde auch dass solche Szenen zum Nachdenken anregen, denn ich überlege mir dann immer, was ich wohl in so einer Situation machen würde.

Nach und nach lernt man die Protagonisten näher kennen. Hierzu wird die Geschichte sowohl aus der Perspektive von Simon, als auch von Lucinda erzählt. Das fand ich super, denn so erschließen sich einem Dinge viel besser und man lernt die beiden immer besser kennen.

Ich muss sagen, dass diese Geschichte definitiv nichts für schwache Nerven ist. Mich hat sie stellenweise schon ziemlich mitgenommen und auch runtergezogen. Das spricht natürlich absolut für den Autor und seine authentische Geschichte. Geschichten die Emotionen auslösen sind immer gut. Doch ist die Geschichte auch viel von Gewalt und Co. geprägt und das nahm mich stellenweise extrem mit. Ich habe tatsächlich auch zwischendurch immer wieder eine Geschichte mit ganz viel Liebe und positiven Elementen gebraucht, quasi als Gegengewicht.

Der Autor ist nämlich auch ziemlich schonungslos. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und so tun sich im Laufe der Geschichte menschliche Abgründe auf, die schon heftig sind. Zudem wird die Angst und Beklemmung der Protagonisten auf jeder Seite mehr spürbar und nahm auch mich völlig gefangen. Ich stellte mir vor, wie es wohl wäre, wenn wir wüssten, dass in nur wenigen Tagen ein Komet unseren Planenten zerstören wird. Diese Vorstellung ist schon ziemlich krass.

Über das Ende möchte ich gar nicht so viel verraten, denn ich möchte niemanden spoilern. Aber das Ende ist krass und so bewegend, dass ich stellenweise fast mit den Tränen kämpfen musste. Es ist unfassbar emotional und hat mich mit einem großen Kloß im Hals zurück gelassen.

Alles in allem ist "Das Ende" ein unheimlich faszinierendes und zugleich erschreckendes Buch. Es zeigt, was aus Menschen wird wenn sie vor dem Ende stehen. Es zeigt, was wirklich wichtig im Leben ist und was wir mit der kostbaren Zeit machen sollten, die uns bleibt. Und letztendlich zeigt es, dass es nichts wichtigeres als Familie und Freundschaft im Leben gibt und alles andere unwichtig wird, wenn man vor einem unausweichlichen Ende steht.

Fazit:
Eine Geschichte, die mich sehr berührt und mitgenommen, aber auch emotional fertig gemacht hat. Eine Geschichte die eine emotionale Achterbahnfahrt ist und zeigt wozu Menschen bereit sind, wenn das Ende unausweichlich bevorsteht.


Dienstag, 17. September 2019

Rezension "Heartbeat - In your arms"

Titel: Heartbeat - In your arms
Autor: Harper Drake
Verlag: Oetinger
Seitenzahl: 320
ISBN: 978-3-8415-0592-7
Einbindungsart: Broschiert / ebook
Preis: 13,00 € / 9,99 €
Alter: ab 15 Jahren
Reihe: 6 / 6

(c) Oetinger
Zum Inhalt:
Spell wohnt alleine in ihrem Trailer. Seit sie vor ihrer alkoholkranken Mutter geflüchtet ist führt sie ein selbstständiges Leben. Um sich über Wasser zu halten arbeitet sie in einer Bar und fertig selbst Schmuck an. Als sie eines Tages den Künstler Arthur kennenlernt gerät ihr Leben komplett aus den Fugen. Eigentlich fühlt sie sich sehr von ihm angezogen, auf der anderen Seite fällt es ihr jedoch schwer zu vertrauen. Als sie beschließt sich voll und ganz auf ihn einzulassen wird sie mit Tatsachen konfrontiert, die sie schneller auf den Boden der Tatsachen zurück bringen, als ihr lieb ist.

Meine Meinung:
Die Reihe "Heartbeat" ist mir schon öfters begegnet und endlich kam ich mal dazu auch einen Band aus dieser Reihe zu lesen. Sie sind alle unabhängig voneinander lesbar, da sie auch von unterschiedlichen Autoren geschrieben sind und natürlich hat so auch jeder Band seine eigenen Protagonisten.

Hier in diesem Band mochte ich Spell sofort recht gerne. Sie ist eine unheimlich starke junge Frau, vor der ich großen Respekt habe, denn sie hat keine ganz einfache Vergangenheit. Ihr Mangel an der Fähigkeit zu vertrauen steht ihr allerdings desöfteren im Weg, was manchmal etwas anstrengend war. Durch ein oder zwei Gespräche hätte sie viele Missverständnisse schon viel früher klären können. Unheimlich gerne mochte ich auch Arthur. Er ist ein toller junger Mann, der auf jeden Fall Schwiegersohnqualitäten hat. Ein Künstler, der sehr erfolgreich und trotz allem auf dem Boden geblieben ist.

Die Liebesgeschichte, die sich zwischen den beiden entspinnt ist total schön und auch das ein oder andere Mal etwas prickelnd. Ich verfolgte total gerne wie die beiden sich näher kamen und war sooo gespannt auf ihren ersten Kuss. Ich fühlte mich so wohl beim Lesen und genoss die wunderbare Stimmung, die von diesem Buch ausging zutiefst. Dass das Buch ab 15 empfohlen wird, hat auch seinen Grund, denn es gibt auch einige heiße Szenen. Diese sind zwar recht selten, aber doch vorhanden. Sie sind auch sehr geschmackvoll und schön beschrieben, sodass sie absolut für Jugendliche geeignet sind.

Der Schreibstil gefiel mir ebenfalls sehr gut. Die Seiten flogen nur so dahin und ich konnte das Buch fast in einem Rutsch durchlesen, so locker leicht und gut zu lesen war. Die Autorin trifft in jeder Situation den richtigen Ton und auch dies macht das Buch aus. Es ist gefühlvoll und spannend und ließ mich so richtig mit den Protagonisten mitfiebern.

Ein tolles Buch, das beste Unterhaltung für kuschelige Stunden auf dem Sofa bietet. Ich bin immer noch hin und weg von dieser Geschichte und werde sicherlich auch die anderen Teile der Reihe nach und nach lesen. Eines steht sogar schon meinem Bücherregal.

Fazit:
Eine wunderschöne prickelnde Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Menschen, die sich erst verlieren müssen, um dann endgültig zueinander zu finden.

Sonntag, 15. September 2019

Rezension "Conni 15: Mein Sommer fast ohne Jungs"

Titel: Conni 15: Mein Sommer fast ohne Jungs
Autor: Dagmar Hoßfeld
Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 256
ISBN:  978-3-551-26002-4
Einbindungsart: Broschiert / ebook
Preis: 12,99 € / 7,99 €
Alter: ab 12 Jahren

(c) Carlsen
Zum Inhalt:
Connis Freund macht eins Auslandshalbjahr in den USA und ist unheimlich weit weg. Da Conni Sommerferien hat, langweilt sie sich unheimlich und weiß nicht besonders viel mit sich anzufangen. Ihre Freundinnen sind mit ihren Freunden beschäftigt und so beschließt Conni sich einen Job zu suchen. Ein kleiner Eisladen stellt sie sofort ein und Conni hat fortan eine Beschäftigung. Eigentlich super, wenn da nicht dieser süße Junge wäre, der regelmäßig Eis bei ihr kauft und in dessen blauen Augen sie am liebsten versinken würde. Doch eigentlich hat sie ja einen Freund, oder?

Meine Meinung: 
Wer kennt sie nicht? "Conni mit der Schleife im Haar". Regelmäßig lese ich mit meiner Tochter Geschichten von Conni, die CD mit den Liedern läuft bei uns im Auto rauf und runter. Und so war ich gespannt, wie wohl die jugendliche Conni sein würde. Immer noch so anstrengend perfekt oder vielleicht doch wie ein echter Teenager.

Und ich muss sagen, dass ich die Geschichte tatsächlich sehr gerne gelesen habe. Ich empfand Conni als angenehm bodenständig und normal. Die Probleme die sie hat, die Gedanken die sie beschäftigen, werden sicherlich vielen Teenagern bekannt vorkommen und so finde ich das Buch für die Zielgruppe richtig gut.

Ich fand es klasse den Charakteren, die ich schon aus den Vorlesebüchern für meine Tochter kenne auch in Büchern für größere Kinder wieder zu begegnen. Ob Conni, ihre Eltern, ihr Bruder Jakob oder aber auch ihre Freundin Anna. Alle bekommen sie einen Platz in dieser Geschichte.

Der Schreibstil ist super zu lesen und bei mir vermittelte das Buch ein absolutes Sommerfeeling. Ich fand es super jetzt passend zum Sommer von Eis und Schwimmen gehen zu lesen, dass ich mich fast gefühlt habe, als wäre ich selbst dabei gewesen. Dieses Buch ist also definitiv die perfekte Lektüre für einen Urlaub am Pool. Das spiegelt auch das schöne sommerliche Cover wieder.

Natürlich ist das Buch jetzt nicht unbedingt wahnsinnig spannend, aber irgendwie lief das einfach total gut mit und ich habe es ziemlich flott gelesen. Außerdem wollte ich natürlich wissen, was denn nun mit Conni und ihrem Freund und dem unbekannten gut aussehenden Jungen ist. Auch hier merkte man immer wieder, dass Conni eben so gar nicht perfekt ist, sondern einfach das ganz normale Gefühlschaos einer Jugendlichen in sich trägt. Das fand ich schön zu beobachten. 

Fazit:
Eine sommerliche Lektüre für Jugendliche, in der Conni mit ihren Gefühlen kämpfen muss. Das Buch ist herrlich leicht geschrieben und so prima für Zwischendurch.

Dienstag, 10. September 2019

Rezension "Hope"

Titel: Hope
Autor: Peer Martin
Verlag: Dressler
Seitenzahl: 544
ISBN: 978-3-7915-0139-0
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 20,00 € / 12,99 €
Alter: ab 16 Jahren

(c) Dressler
Zum Inhalt:
Mathis ist ein junger Mann, der gerne eine Reportage schreiben würde. Eine Reportage über eine Flucht von Afrika nach Kanada. Dafür sucht er vor Ort nach einer geeigneten Person und stößt auf das Kind Hope. Alles andere als begeistert von dem Gedanken, nun ein Kind bei sich zu haben, machen sie sich gemeinsam auf den Weg. Sie begeben sich auf eine Reise, die mehr Gefahren birgt, als Mathis jemals hätte ahnen können. Eine Reise, die ihn und seine Sicht auf die Welt, komplett verändert.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist mein Highlight dieses Jahr. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich meine Meinung wirklich in Worte fassen soll, denn dieses Buch hat mich einfach nur geplättet. Es hat mich an emotionale Grenzen gebracht, womit ich niemals gerechnet hätte.

Mir war klar, dass dieses Buch keine leichte Kost wird und ich war gespannt auf die Geschichte rund um Hopes Flucht, doch was ich bekam war viel mehr als das. Nicht nur Mathis sieht die Welt nach seiner Reise mit anderen Augen, nein auch ich mache das, nach dieser Lektüre. Dieses Buch hat so viel in mir aufgewühlt und mich stellenweise so sprachlos gemacht, dass mir immer noch die Worte fehlen. Niemals hätte ich mit so viel Tiefgang, mit so vielen wichtigen Themen gerechnet.

Der Autor kann fantastisch schreiben. Er hat eine so extrem bildgewaltige Sprache, die Bilder vor meinem inneren Auge hat entstehen lassen, die mich fast in meine Träume verfolgt hätten. Eindrücklich beschreibt er, was Mathis und Hope auf ihrer Flucht erleben und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Er schreckt vor keinem Thema zurück und schildert auf grausame und authentische Weise, wie es in vielen Teilen dieser Welt zugeht. Ob Bandenkriege, Drogenhandel, Menschenschmuggel, Verstümmelung, Vergewaltigung und Ermordung von Menschen. Und nicht nur das, nein der Autor gibt der Erde selbst eine Stimme. Das Buch schreit einem förmlich die Zerstörung entgegen. Es hat mich so aufgerüttelt, das ich unbedingt etwas tun muss. Die Zerstörung des Regenwaldes, die Zerstörung unserer Weltmeere wird so unfassbar eindrücklich geschildert, dass ich schon wieder eine Gänsehaut bekomme.

Dabei schafft es der Autor diese Fakten wunderbar in die Geschichte einzuflechte, in dem er Mathis Hope Dinge erklären oder die beiden eben Dinge am eigenen Leib spüren lässt. Zudem gibt es nach Abschluss jeden Kapitels zwei Seiten mit sachlichen Informationen, bei denen der Autor nochmal ins Detail geht und der Leser abseits jeder Fiktion noch einmal die harten Fakten präsentiert bekommt. Schön finde ich es auch, dass es zu jedem negativen Punkt auch immer den Punkt "Hoffnung" gibt und man feststellt, dass sich sehr wohl Dinge auf der Welt verändern, dass immer mehr Menschen nachdenken und helfen wollen.

Das Buch hat vom Verlag die Altersangabe ab 16 und das kommt nicht von ungefähr. Vor Gewalt wird hier kein Halt gemacht, doch das ist auch nötig um tatsächlich aufzurütteln. Ich bin so unfassbar beeindruckt von diesem Buch, dass ich es gerade am liebsten jedem in die Hand drücken würde, damit es so viele Leser wie möglich bekommt. Die Geschichte von Mathis und Hope mag fiktiv sein, die Geschehnisse in dem Buch sind es leider nicht. Viele der Dinge hat man vielleicht schon mal gehört, doch sie so direkt noch einmal präsentiert zu bekommen, miterleben zu müssen, wie Protagonisten, die einem ans Herz gewachsen sind, durch die Hölle gehen, ist nochmal ein ganz anderes Kaliber.

In der Leserunde, in der ich das Buch gelesen habe, sagte jemand, dass man dieses Buch als schulische Pflichtlektüre einführen sollte. Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Noch nie habe ich ein Buch in der Hand gehabt, in dem der Autor die Missstände dieser Welt so gut auf den Punkt bringt und so eindrücklich erzählt, wie hier. Dieses Buch wird sicherlich noch lange in meinem Gedächtnis bleiben und mich so schnell nicht mehr loslassen.

Fazit:
Bitte lest dieses Buch. Nehmt euch die Zeit Hope auf ihrer Flucht zu begleiten. Selten habe ich ein so eindrückliches Buch gelesen, wie dieses hier, das mich so nachhaltig emotional beeindruckt hat, dass ich es vermutlich nie wieder vergessen werde.


Montag, 9. September 2019

Rezension "Sorry not sorry"

Titel: Sorry not Sorry
Autor: Ella Amato
Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 377
ISBN: 978-3-646-60491-7
Einbindungsart: ebook
Preis: 3,99 €
Alter: ab 14 Jahren


(c) Impress
Zum Inhalt:
Tilda versteht sich absolut nicht mit der neuen Freundin ihres Vaters. Deswegen schickt dieser sie in die USA zu ihrer Mutter und deren neuem Mann. Allerdings versteht sie sich mit den beiden genauso wenig und zudem hat sie auch noch absolut unerträgliche Stiefgeschwister. Tristan sieht zwar unfassbar heiß aus, ist jedoch so ein Kotzbrocken, dass Tilda am liebsten wieder die Flucht ergreifen würde. Nach und nach scheint Tristan sich jedoch etwas zu öffnen und Tilda merkt, dass da eigentlich noch viel mehr hinter seiner abweisenden Fassade steckt, als sie eigentlich dachte. 

Meine Meinung:
"Sorry not Sorry" passt gerade eigentlich perfekt in mein Beuteschema. Eine Liebesgeschichte mit zwei Protagonisten, die sich zu Beginn nicht ausstehen können und sich dann irgendwann näher kommen. So dachte ich auf jeden Fall.

Doch leider wurde ich etwas enttäuscht, vor allem, da im Untertitel steht "Liebesroman". Ich finde nämlich nicht wirklich, dass das Buch ein Liebesroman ist. Viel mehr ist das Buch - für mich zumindest - ein Thriller, der zwar Elemente eines Liebesromans hat, diese jedoch definitiv nicht Hauptbestandteil der Geschichte sind.

Die Geschehnisse sind relativ spannend, womit ich ehrlich gesagt nicht gerechnet hatte. Ich finde das grundsätzlich auch nicht so schlimm, nur finde ich die Bezeichnung "Liebesroman" dann einfach etwas unglücklich. Zudem wird die Geschichte gegen Ende immer dramatischer und für mich leider auch etwas zu übertrieben. Ich fand es alles etwas viel und drüber und so musste ich stellenweise etwas die Augen verdrehen.

Die Protagonisten werden definitiv auch nicht meine Lieblingsprotagonisten. Tilda fand ich sehr anstrengend mit ihrer zickigen Art, auch wenn ich sie stellenweise verstehen konnte. Und auch Tristan ist ein recht schwieriger Charakter. Vom Grundsatz her sind die Protagonisten gut durchdacht und facettenreich, doch es fehlt einfach jemand, den ich wirklich gern haben konnte, der mir ans Herz wuchs. Das schaffte nämlich keiner der Charaktere, am ehesten noch das Kindermädchen.

Der Schreibstil der Autorin ist nicht schlecht und lässt sich gut lesen, aber das Buch wird mir leider nicht als Highlight im Gedächtnis bleiben. Es ist alles ganz nett, mehr aber auch nicht. Schade, ich hatte mir etwas mehr eine Wohlfühlgeschichte erhofft. Diese Hoffnungen wurden leider nicht erfüllt. 

Fazit:
Ein Buch, dass durch den Titel sehr irreführend ist. Denn für mich ist das keine Liebesgeschichte, sondern ein Thriller mit Liebeselementen, der mir stellenweise zu überzogen war und mich leider nicht komplett überzeugen konnte.



Samstag, 7. September 2019

Rezension "The Kingdom"

Titel: The Kingdom - Das Erwachen der Seele
Autor: Jess Rothenberg
Verlag: Oetinger
Seitenzahl: 320
ISBN: 978-3-7891-1407-6
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 20,00 € / 13,99 €
Alter: ab 14 Jahren

(c) Oetinger
Zum Inhalt:
Ana ist eine KI, eine künstliche Intelligenz. Zusammen mit ihren "Schwestern" soll sie den Besuchern von "The Kingdom" jeden Wunsch von den Lippen ablesen und erfüllen. Der moderne Vergnügungspark ist voller biotechnischer Tiere, die mehr als echt wirken. Als Ana beschuldigt wird den Parkangestellten Owen ermordet zu haben, steht plötzlich die Frage im Raum, ob die KIs vielleicht mehr Emotionen besitzen, als alle gedacht haben. Die Frage ob Ana überhaupt schuldfähig ist, bestimmt fortan die Medien und hinterlässt die Tiefe Frage, ab wann ein Lebewesen als solches angesehen werden kann.

Meine Meinung:
Dieses Buch stimmt von vorne bis hinten. Das Cover ist absolut grandios, sodass es sofort meinen Blick auf sich gezogen hat. Der Klappentext klingt ebenfalls extrem spannend und so war ich unfassbar gespannt auf diese Geschichte.

Ich lese ja immer noch sehr gerne Dystopien, dieses Buch ist zwar keine Dystopie, spielt aber ebenfalls in der Zukunft, in der künstliche Intelligenzen keine Seltenheit mehr, sondern an der Tagesordnung sind. Ausgestorbene Tierarten werden künstlich nachgezüchtet, was recht schnell moralische und ethische Fragen aufwirft. Was darf der Mensch? Wann darf der Mensch über Leben und Tod bestimmen ? Ich mag solche Zukunfsszenarien sehr gerne, die vor allem so viel Tiefgang besitzen, dass sie mich nicht nur einmal zum Nachdenken bringen.

Die Geschichte selbst ist von der ersten bis zur letzten Seite sehr spannend und so hatte ich sie tatsächlich in einem Rutsch durchgelesen. Kaum mehr als zwei Abende waren nötig, da ich die Geschehnisse förmlich inhaliert habe. Der Schreibstil und die kreativen Ideen der Autorin sind so toll, dass die Geschichte zu keinem Zeitpunkt langatmig wird, sondern das spannende Niveau durchgehend halten kann.

Was ebenfalls dazu beitrug, dass die Seiten nur so dahin flogen, war auch die Aufmachung des Buches. Hier lernen wir die Geschichte nämlich von zwei Seiten kennen. Zum einen die Gegenwart, in der Ana vor Gericht steht, wegen des Mordes an Owen und zum anderen erfahren wir, wie es dazu gekommen ist. Hierbei wurde nicht nur die reine Erzählform gewählt, nein auch Gerichtsprotokolle, Gesprächsauszüge oder einige vereinzelte Fotos werden herangezogen um uns Leser so tief wie möglich in die Geschichte hinein zu ziehen. 

Ich fand es extrem spannend zu beobachten, dass die KIs definitiv mehr sind als reine Maschinen, auch wenn der Vergnügungspark das nicht so sieht. Für dne Park und die Chefs sind Ana und ihre "Schwestern" einfach nur Puppen, die zu funktionieren haben. Jegliches aus der Reihe tanzen wird bestraft. Die ethische Frage, wann ein Mensch ein Mensch ist und was uns Menschen überhaupt ausmacht, steht über die komplette Zeit im Raum. Dies lässt sich auch bis zum Ende nicht abschließend klären, bringt aber sicherlich jeden, der dieses Buch liest zum Nachdenken. Denn dieses Buch ist so viel mehr als ein Zukunfsszenario, so viel mehr als nur ein Fantasybuch. Es hat so viele Stellen, die zum Nachdenken anregen, über Schuld und Unschuld, über Emotionen und die Gier der Menschen. Und über allem eben die Frage, was einen Menschen ausmacht und inwieweit sich einige wenige Menschen über vermeintlich schwächere erheben dürfen.

Fazit:
Eine grandiose Geschichte, die mich von der ersten Seite an gefesselt und mitgenommen hat. Ich liebe dieses Buch, spielt es doch mit großen moralischen Fragen und überzeugt dabei mit Spannung, Schreibstil und einem äußerst faszinierenden Szenario. 



Donnerstag, 22. August 2019

Rezension "Zwei Herzen - Pias Geschichte"

Titel: Zwei Herzen - Pias Geschichte
Autor: Sabrina J. Kirschner
Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 384
ISBN: 978-3-407-78998-3
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 12,00 € / 7,99 €
Alter: ab 11 Jahren

(c) Carlsen
Zum Inhalt:
Pia lebt seit dem Tod ihrer Eltern in einem Pflegeheim. Sie hat nicht viel, doch ihr größter Traum ist es, einmal in ihrem Leben zu reiten. Dieser erfüllt sich, als sie mit ihrer Klasse auf Klassenfahrt fährt. Denn zu ihrer Unterkunft gehört ein Reiterhof. Doch schon bei ihrem ersten Ausritt passiert es. Pia hat einen Unfall, landet im Krankenhaus und wird mit einem reichen Mädchen, das auf der Insel wohnt, verwechselt. Um ein Pferd zu retten und auch um selbst einmal keine Sorgen mehr zu haben, nimmt sie das Leben des anderen Mädchens an. Doch mit der Zeit fällt ihr das Lügen immer schwerer und alles droht aufzufliegen.

Meine Meinung:
Welches junge Mädchen hat nicht mal den Traum auf einem Pferd zu sitzen? Zumindest ich konnte mir als kleines Mädchen und auch im Teenageralter nichts schöneres vorstellen, als auf einem Perderücken zu sitzen. Zwar hat dieser Wunsch in der Zwischenzeit etwas nachgelassen, doch als ich die Buchreihe "Zwei Herzen" entdeckte, kam das Gefühl von damals wieder etwas hoch und ich verspürte den unbedingten Wunsch, diese Reihe zu lesen.

Jeder Band wird aus der Sicht eines Mädchens erzählt. Dieser erste aus der von Pia, dem Waisenmädchen, ohne wirklichen Besitz und Freunde. Ich spürte sofort eine Verbindung zu ihr und mochte sie von der ersten Seite an sehr gerne. Sie muss unheimlich viel einstecken und alleine stemmen, umso mehr freute ich mich für sie, dass ihr Traum, einmal auf einem Pferderücken zu sitzen, endlich in Erfüllung ging. Doch das ist ja nur der Beginn der Geschichte, erst mit dem Unfall geht es so richtig los. Man lernt Pia besser kennen, obwohl sie in die Rolle des anderen Mädchens schlüpft. Man spürt ihre Zweifel und ihr Unwohlsein bei den ganzen Lügen. Und obwohl ich lügen wie die Pest hasse, konnte ich sie auch irgendwie verstehen.

Die Handlung selbst gefiel mir auch unheimlich gut. Kennt ihr Wohlfühlbücher? Für mich ist dieses Buch ein absolutes Wohlfühlbuch. Die Pferde, die schöne Landschaft, die kleine Romanzen, die sich hier und da anbahnen, machen dieses Buch zur perfekten Sommerlektüre. Zudem ist es auch noch richtig spannend. Denn zu der schönen Handlung kommt auch noch ein spannendes Geheimnis dazu, welches gelöst werden will und natürlich fragt man sich auch, wann Pias Spiel auffliegen wird.

Der Schreibstil der Autorin ist unheimlich angenehm zu lesen. Dass das Buch ab 11 Jahren empfohlen ist, merkte ich nicht wirklich. Damit will ich gar nicht sagen, dass das Buch für 11-jährige nicht geeignet ist. Nein, viel mehr ist es oft so, dass diese Bücher mir einfach ein bisschen zu kindlich sind. Das ist hier aber tatsächlich gar nicht der Fall. Die Jugendlichen Protagonisten besitzen schon eine gewisse Reife und auch der Handlung fehlt das kindliche, was vor allem an der Spannung liegt, die das Buch mitbringt.

Natürlich fieberte ich über die komplette Zeit mit und natürlich genoss ich vor allem die Beschreibungen der Pferde und des Reitens sehr. Ich war total gespannt in welche Richtung die Geschichte laufen wird und hatte stellenweise wirklich keine Ahnung, wer denn nun der Böse in der Geschichte ist oder was hinter den unheimlichen Vorkommnissen steckt.

Fazit:
Ein rundum gelungenes Wohlfühlbuch für den Sommer, das mich bestens unterhalten hat und mit einem guten Gefühl zurücklässt. 

Mittwoch, 21. August 2019

Rezension "The black coats - ... denn wir vergeben keine Schuld"

Titel: The black coats - ... denn wir vergeben keine Schuld
Autor: Colleen Oakes
Verlag: Beltz
Seitenzahl: 397
ISBN: 978-3-407-78998-3
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 16,95 €
Alter: ab 14 Jahren

(c) Beltz
Zum Inhalt:
Theas Cousine wurde ermordet und seitdem ist nichts mehr so, wie es einmal war. Thea bekommt ihr Leben kaum noch in den Griff und ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Eines Tages erreicht sie ein mysteriöser Brief, der sie zu den Black Coats einlädt. Die Black Coats sind eine Vereinigung von Frauen, die es sich zum Ziel gemacht haben Ungerechtigkeit zu rächen. Sie wollen Männer ihrer gerechten Strafe zuführen sollte sie mit einer Straftat gegenüber einer Frau ungeschoren davon gekommen sein. Doch ehe Thea merkt, wie schnell so etwas eskalieren kann, ist sie schon viel zu tief drin um noch auszusteigen.

Meine Meinung:
Der Titel, das Cover, der Klappentext, alles hat irgendwie eine krasse Wirkung auf mich. Die Marketingaktion des Verlages, die mich erst auf das Buch aufmerksam machte, tat ihr übriges, dass ich diese Geschichte unbedingt lesen wollte.

Zunächst einmal möchte ich aber gerne eine Triggerwarnung aussprechen, die meiner Meinung nach auf dem Buch fehlt. Denn schon der Prolog startet mit einer Vergewaltigung, im weiteren Verlauf der Geschichte, wird vor Gewalt nicht gerade Halt gemacht. Dadurch, dass das Buch ab 14 Jahren empfohlen wird, würde ich definitiv dazu raten, auf der Rückseite eine deutlich sichtbare Triggerwarnung auszusprechen.

Aber kommen wir nun mal zur Geschichte selbst. Da mich schon der Klappentext so krass in seinen Bann zog, musste ich das Buch einfach recht schnell lesen. Und was soll ich sagen? Ich wurde definitiv nicht von der Handlung enttäuscht. Zu Beginn ist sie sehr geheimnisvoll aufgebaut, man weiß als Leser nicht so genau was hinter den Black Coats steckt, was das ganze noch spannender macht. Man lernt Thea etwas besser kennen und erfährt immer mehr darüber, was mit ihrer Cousine geschehen ist. Auch taucht man zusammen mit Thea immer tiefer bei den Black Coats ein und merkt zusammen mit ihr, dass vielleicht doch nicht alles nur schwarz und weiß ist.

Ich fand das Buch spannungstechnisch unheimlich gut. Ich war mir nie sicher, was mich auf der nächsten Seite erwarten würde und so flogen die Seiten auch nur so dahin. Hier muss man vielleicht auch noch dazu sagen, dass das Buch auf jeden Fall nicht vor Gewalt zurück schreckt. Es gibt schon einige Szenen, die nicht so ganz harmlos sind und daher sollte man das Buch auf jeden Fall nur lesen, wenn man mit solchen Szenen umgehen kann - vor allem wenn man noch Jugendlicher ist.

Auch die Charaktere finde ich hier richtig gut gemacht. Zwar wird auch irgendwie das ein oder andere Klischee erfüllt, doch die Charaktere sind so wunderbar facettenreich, sodass man sie alle super unterscheiden kann. Zudem entwickeln sie sich im Verlauf der Geschichte und verändern sich. Sie wachsen an den Geschehnissen, was die Charaktere unheimlich glaubwürdig und authentisch macht.

Die Botschaft des Buches finde ich toll. Ich ging ja davon aus, dass es sich tatsächlich um eine Vereinigung handelt, die sich an Männern rächt. Dem ist auch so und ich möchte auch gar nicht so viel zum Inhalt verraten, aber was zunächst alles richtig erscheint wird nach und nach zumindest grenzwertig. Als Leser merkt man, dass Rache nicht unbedingt der richtige Weg ist und Selbstjustiz nicht die Lösung sein kann. Dass es einen Grund gibt, warum wir ein Rechtssystem haben und nicht jeder einfach irgendwelche Strafen verhängen darf. Ich finde die Botschaft wichtig, denn das Buch zeigt auf jeden Fall, dass man Gewalt nicht Gewalt vergelten darf und viele Dinge oft anders sind, wie sie auf den ersten Blick scheinen.

Was die Geschichte wunderbar abrundet, ist die zarte Liebesgeschichte, die so neben der Haupterzählung herläuft. Damit hätte ich gar nicht gerechnet und man könnte auch meinen, dass eine Liebesgeschichte gar nicht in das Setting passt. Doch ich fand sie dagegen tatsächlich ziemlich klasse, denn sie gibt der recht düsteren ERzählung einen hellen Schein und ist ein toller Gegenpol, der der Geschichte die nötige Hoffnung gibt.

Das Ende der Geschichte ist zufriedenstellend. Das Buch hätte nicht anders enden dürfen, denn so viel sei verraten, ein absolutes Happy End ist es nicht und einige Personen bleiben unbelehrbar. Doch auch dies ist authentisch und passt zur Geschichte und so bin ich sehr zufrieden damit.

Fazit:
Ein tolles Buch, welches definitiv aus der Masse heraussticht. Mich überzeugt es auf ganzer Linie, denn es ist unheimlich spannend, hat eine moralische Botschaft und bleibt dabei immer glaubwürdig und unterhaltend.


Sonntag, 4. August 2019

Rezension "Zwischen Jetzt & Morgen"

Titel: Zwischen Jetzt & Morgen
Autor: Sabine Bartsch
Verlag: Books on demand
Seitenzahl: 200
ISBN: 9783744835862
Einbindungsart: Buch / ebook
Preis: 8,95 € / 0,99 €
Alter: ab 12

(c) Sabine Bartsch
Zum Inhalt:
Maryam soll Hannes Nachhilfe geben. Hannes, der coole, beliebte Typ aus ihrer Schule, der bei Maryam leichtes Bauchkribbeln auslöst. Maryam lässt sich darauf ein, ohne zu wissen, ob das ganze nicht doch eher dazu dient sie zu veralbern. Und dann ist da auch noch der Austauschschüler Liam, der ganz komisch auf seine Gastfamilie reagiert. Maryam versucht herauszufinden, woran das liegt und ist geschockt, als sie die Wahrheit erfährt. Und dann verschwindet Liam und alle geraten in große Gefahr.

Meine Meinung:
In letzter Zeit hatte ich ja wirklich Glück mit den Büchern, die ich mir ausgesucht habe. Sie haben mich gut unterhalten und ich konnte nur wenige Kritikpunkte finden. Leider gehört dieses Buch nicht dazu, denn mir hat es absolut gar nicht gefallen.

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, aber am besten mit den Charakteren. Maryam fand ich von der ersten Seite an ganz schrecklich. Sie möchte eine Zynikerin sein und so verhält sie sich stellenweise auch. Sie beantwortet alle Fragen flapsig und ohne Ernst zu bleiben, was ich total daneben fand. Das verliert sich zwar im Verlauf der Geschichte, was ich aber eher angenehm fand. Auch die anderen Charaktere konnten bei mir gar nicht Punkten. Da ist Hannes, der völlig undurchsichtig ist, dann richtig Mist baut, nur um am Ende dann als reuiger Sünder dazustehen. Hä? Weitere Charaktere - deren Namen ich schon komplett vergessen habe - werden als so brutal dargstellt, dass es für mich fast unglaubwürdig wirkte, immerhin handelt es sich hier um Schüler und keine Erwachsenen. Versteht mich nicht falsch, ich bin durchaus im Stande mir vorzustellen, zu was auch Jugendlich in der Lage sein können, aber so kaltblütig über Mord nachzudenken, in dem Alter, halte ich für äußerst unwahrscheinlich.

Zu den Charakteren, die ich alle nicht besonders gelungen fand, kommt dann noch der Schreibstil, der mir leider auch gar nicht gefallen hat. Er war viel zu übertrieben jugendlich. Ich möchte wirklich niemanden angreifen, aber auf mich wirkte es so, als würde die Autorin, die jetzt nicht mehr unbedingt zwanzig ist, dies um jeden Preis in ihrem Schreibstil sein wollen. Das fand ich furchtbar anstrengend, denn nur mit den Begriffen "Arsch" und "Titten" erreicht man das jetzt nicht unbedingt. Auf mich wirkte das eher billig und eben viel zu gewollt.

Die Handlung selbst kann ich nicht wirklich einordnen. Es handelt sich nicht um eine Liebesgeschichte, viel eher geht es in die Thrillerrichtung. Das aber dann auch nur gegen Ende. Davor plätschert die Geschichte nur so dahin und ich fragte mich immer wieder, wieso ich diese eigentlich lese. Ich habe sogar mehrere Bücher dazwischen geschoben, weil mir die Handlung so belanglos vorkam. Ich gebe zu, dass ich am Ende sogar für kurze Zeit gefesselt war und die Geschichte auch ganz kurz recht spannend fand, doch dann kommt das Ende und alles ergibt wieder überhaupt keinen Sinn. Da rennen Charaktere blauäugig in Gefahren und lassen sich von anderen Jugendlichen fast umbringen, ohne Grund ???? Da taucht ein Charakter einfach wieder auf, von dem man sich schon fragte wo er abgeblieben ist. Die Polizei scheint auch auf ganzer Linie zu versagen und die Eltern des verschwundenen Liam sind die ganze Zeit nur am Weinen und planlos in der Gegen rumrennen.

Ich gebe zu, dass meine Rezension recht hart klingt und ich möchte die Autorin auch gar nicht persönlich angreifen. Doch ich merke einfach, je mehr ich über die Geschichte nachdenke, desto absurder kommt sie mir vor. Vielleicht hätte sie einfach auch noch ein paar Seiten mehr gebraucht, denn das Buch ist schon sehr kurz, um sie etwas zu entzerren und der Handlung mehr Raum zum Atmen zu geben. Mir hat sie so leider nicht gefallen.

Fazit:
Mein Flop des Monats, wenn nicht sogar des bisherigen Jahres. Leider hat mir das Buch gar nicht gefallen und mir fällt kein wirklicher positiver Punkt ein, mit dem ich euch das Buch ans Herz legen könnte.

Freitag, 2. August 2019

Rezension "The Beauty within"

Titel: The Beauty within
Autor: Theresa Zwirner
Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 214
ISBN:  978-3-646-60517-4
Einbindungsart: ebook
Preis: 3,99 €
Alter: ab 14

(c) Impress
Zum Inhalt:
Mia ist glücklich mit ihrem Leben. Sie ist beliebt, hübsch und hat tolle Freundinnen. Doch von einem Tag auf den anderen, ist nichts mehr so, wie es einmal war. In ihrem Haus bricht ein Brand aus, ihre Mutter stirbt, sie selbst kommt zwar mit dem Leben davon, hat aber fortan eine große Narbe im Gesicht. Mia zieht sich von allen zurück. Bis sie Jonah kennenlernt und mit ihm gemeinsam einen Schreibkurs besucht. Jonah, der ihr zeigt, dass das Leben wertvoll ist und sie immer noch genauso toll und hübsch wie vor dem Brand.

Meine Meinung:
Leute, schaut euch mal das Cover an. Ist das nicht einfach nur der Hammer und ein absoluter Hingucker. Ich liebe es und könnte es die ganze Zeit einfach nur anstarren. Schon alleine das Cover wäre ein Grund für mich gewesen mir das Buch zuzulegen und zu lesen, doch auch der Inhalt hat mich sofort überzeugt.

Als Leser begegnet man Mia erstmal vor dem Brand, der ihr komplettes Leben verändert hat. Zu dieser Zeit ist sie kein wirklich sympathischer Charakter. Ihre beste Freundin mobbt alle um sich herum und ist alles andere als freundlich zu ihrer Umwelt. Mia schaut in den meisten Fällen nur zu, greift nicht ein und ist froh, dass sie nicht das Opfer ist. Dies ändert sich mit dem Feuer schlagartig und Mia beginnt sich zu verändern. Zieht sie sich zunächst zurück, so merkt man auch als Leser, wie sich ihre Persönlichkeit ändert und sie immer sympathischer wird. Ich konnte sie immer besser verstehen und begann mit ihr zu leiden und mitzufiebern. Ich wünschte ihr, dass es für sie bergauf ging.

Und das tat es, mit Jonah und dem Schreibkurs. Was mir besonders gut gefiel, ist dass der Schreibkurs auf dem Schloss Solitude in Stuttgart stattfindet, denn da habe ich kirchlich geheiratet. Ich finde das immer noch so witzig, denn ich mag Bücher sehr, die in einer Umgebung stattfinden, die ich kenne. Der Schreibkurs selbst ist unterhaltsam und spannend beschrieben. Ich habe so mit Mia und Jonah mitgefiebert, denn es läuft natürlich nicht alles glatt und vor allem Mia hat - aufgrund ihrer Narbe - sehr mit allem zu kämpfen.

Der Schreibstil der Autorin ist richtig toll. Ich habe das Buch von der ersten bis zur letzten Seite genossen und war traurig, als es dann auch schon wieder vorbei war. Hier stimmt einfach alles. Vom Cover, über den Verlauf der Geschichte, bis zu deren Ende. Das Setting, der Handlungsort und das Thema Bücher und Schreiben, tun ihr übriges, dass das Buch trotz des tragischen Beginns beste Unterhaltung bietet.

Fazit:
Eine wunderbare Geschichte, die zeigt, dass es so viel wichtigeres im Leben gibt, wie einfach nur gut auszusehen. Die Autorin kann klasse schreiben und unterhalten. Ein grandioses Buch mit einem grandiosen Cover, dass unbedingt gelesen werden muss.

Mittwoch, 31. Juli 2019

Rezension "Das Labyrinth vergisst nicht"

Titel: Das Labyrinth vergisst nicht
Autor: Rainer Wekwerth
Seitenzahl: 300
ISBN: 978-3-946330-18-9
Einbindungsart: Hardcover / ebook 
Preis: 16,99 € / 4,99 €
Alter: ab 14
Band: 4/4

Achtung: Diese Rezension könnte Spoiler enthalten, da es sich um den 4. Teil der Reihe handelt. 

(c) Buchheim-Verlag
Zum Inhalt:
Das Labyrinth ist zurück. Und das gnadenloser als jemals zuvor. Leon, Tian und Mischa finden sich in einem Gefängnis tief unter der Erde wieder und das ohne einen blassen Schimmer zu haben, wie sie dorthin gekommen sind. Auch Mary und Katy landen durch Zufall dort. Schnell merken die fünf, dass etwas nicht stimmt, nicht mit rechten Dingen zugeht. Sie beschließen zu fliehen, doch worauf sie dann treffen, damit hätten sie nicht gerechnet.

Meine Meinung:
Es ist schon so viele Jahre her, dass ich die Labyrinthe-Reihe von Rainer Wekwerth gelesen habe. So viele Jahre sind vergangen, seitdem ich diese geniale Trilogie verschlungen habe. Und auch wenn ich gut mit den Ende des dritten Bandes leben konnte, so blieben doch einige Fragen offen. Und nun hat sich Rainer Wekwerth endlich von seinen Fans überzeugen lassen, doch noch einen finalen Band zu schreiben und die offenen Fragen zu klären. Ich bin unheimlich froh, dass er dies getan hat, denn ich habe meine Rückkehr ins Labyrinth sehr genossen.

Was mich besonders überrascht hat, war die Tatsache, dass es sich für mich so anfühlte, als wäre ich gar nicht lange aus dem Labyrinth weg gewesen. Ich lese ja unheimlich viel und so verschwimmen die Inhalte von vielen Büchern doch sehr schnell miteinander. Wenn dann Bände von Reihen in Jahresabständen herauskommen habe ich oft große Schwierigkeiten wieder in die Geschichte hineinzufinden. Doch hier hatte ich das komischerweise zu keiner Zeit. Zum einen kamen die Erinerungen mit dem Lesen immer mehr zurück und zum anderen erzählt Rainer Wekwerth die Geschichte so clever, dass er immer wieder Geschehnisse aus den vorherigen Bänden einfließen lässt - immer in der Form von Erinnungen. Ich hatte wirklich nicht erwartet, dass ich so schnell wieder in die Geschichte komme, sogar überlegt, ob ich die Reihe vorher nochmal lese. Doch mit seiner Art zu schreiben hat Wekwerth mir diese Mühe abgenommen und mich mühelos wieder im Labyrinth gefangen genommen.

Die Geschichte ist so spannend, heilige Maria, ehrlich.  Ich konnte das Buch kaum zur Seite legen, zu spannend und unvorhersehbar waren die Ereignisse. Zudem brannte ich darauf zu erfahren, was denn nun hinter allem steckt und endlich meine offenen Fragen aus Band 3 beantwortet zu bekommen. Und das bekam ich, in einer Geschwindigkeit, die mir selbst jetzt noch die Ohren schlackern lässt. Ich bin so begeistert von der Geschichte und unheimlich froh, dass Rainer diesen vierten Band geschrieben hat.

Irgendwie bin ich nun auch traurig, dass tatsächlich alles vorbei ist, aber laut Rainer ist die Verfilmung in Vorbereitung und jetzt mal ehrlich? Eine bessere Nachricht kann es ja wohl nicht geben. Ich freue mich schon jetzt darauf, auf der Leinwand ins Labyrinth zurückkehren zu können. Denn die Geschichte die Rainer hier geschaffen hat, ist einfach nur grandios.

Seine vielschichtigen und unheimlich gut durchdachten Charaktere, setzen dem ganzen, neben dem grandiosen Schreibstil, definitiv das i-Tüpfelchen auf. Ich liebe seine Art zu erzählen und seine Art Charaktere zu beschreiben. Jeder bleibt einzigartig und hat seine berechtigte Rolle in der Geschichte.

Und auch das Ende passt nun wie die Faust aufs Auge. Der Cliffhanger ist nun weg und trotzdem ist es kein komplettes rosa Happy-End, dass alles zum Ende führt. Das würde auch nicht passen. Hier beweist Rainer Wekwerth ein weiteres Mal, dass er genau weiß, was er tut und wann welches Fingerspitzengefühl notwendig ist. Chapeau Rainer ;)

Fazit:
Ein grandioser Abschluss, einer grandiosen Reihe. Sollte diese bisher an euch vorbei gegangen sein, so bitte ich euch inständig diese zu lesen. Danke für diesen tollen vierten Band, danke dass du dich dazu überreden lassen hast, lieber Rainer.

Sonntag, 28. Juli 2019

Rezension "Auf einer Skala von 1 bis 10"

Titel: Ceylan Scott
Autor: Auf einer Scala von 1 bis 10
Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 256
ISBN: 978-3-551-52111-8
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 15,00 € / 10,99 €
Alter: ab 14

(c) ChickenHouse
Zum Inhalt:
Tamar und Iris waren Freundinnen. Nun ist die eine tot und die andere gibt sich die Schuld daran. Seit dem schrecklichen Unglück, bei dem Iris ums Leben kam, geht es für Tamar seelisch nur noch bergab. Und so bleibt irgendwann kein anderer Ausweg mehr, als die Einweisung in eine psychiatrische Klinik - zu ihrem eigenen Schutz. Hier soll Tamar geholfen werde und sie soll auch über das sprechen, was mit Iris geschah. Doch Tamar kann nicht, denn dann würden alle wissen, dass sie eine Mörderin ist.

Meine Meinung:
Als allererstes möchte ich eine Triggerwarnung aussprechen. Und zwar genau die, die der Verlag selbst auf das Buch gedruckt hat. Denn das Buch enthält sehr explizite Szenen von Selbstverletzung und suizidalem Verhalten. Das alles ist ein riesen Thema und Personen die damit vielleicht selbst Schwierigkeiten haben oder empfindlich sind, was diese Themen angeht, sollten dieses Buch vielleicht nicht lesen.

Ich selbst kenne mich zwar mit psychischen Problemen nicht so aus, wie die Protagonistin in dem Buch, doch auch ich hatte schon die ein oder andere dunkle Phase in meinem Leben. Nach dem Lesen dieses Buches, weiß ich, dass das gar nichts war. Dass es Menschen gibt, denen es wirklich richtig schlecht geht. Es ist schon hart, wenn man schwarz auf weiß serviert bekommt, wie übel einem das Leben mitspielen kann und was es mit einer Psyche machen kann. Ich denke jeder ist mal in der Situation, dass er nicht mehr kann, dass er am Boden zerstört ist. Doch ich glaube, wir alle wissen gar nicht, was echter seelischer Schmerz ist (ausgenommen die, die schon ähnliches wie die Protagonistin in diesem Buch erlebt haben).

"Jemandem, der nicht im Dunkeln untergegangen ist, kann ich nicht beschreiben, wie es sich anfühlt zu leben." (S. 219)

Was das ganze noch viel greifbarer und erschreckender macht, ist die Tatsache, dass die Autorin selbst in einer psychiatrischen Klinik war. Dass sie viele Dinge davon vermutlich selbst erlebt hat, denn sie fing an das Buch zu schreiben, als sie in der Klinik war. Da geht das schon echt unter die Haut, was man in diesem Buch zu lesen bekommt und man sollte es daher tatsächlich nur lesen, wenn die eigene Seele stark genung ist, das auszuhalten.

Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen, auch wenn ihm lange die Hoffnung fehlt. Lange Zeit, ist die Geschichte ziemlich düster und jegliche Verbesserung oder Hoffnung auf Besserung scheint vergeblich. Doch in kleinen Schritten schafft es die Protagonistin aus ihrer Lethargie und beginnt leben zu wollen. Die Autorin hat mit Tamar eine einzigartige und beeindrucken Person geschaffen und ich hoffe nur, dass sie selbst ähnlich stark, wie ihre eigene Protagonistin ist.

"Ich bin stolz, weil ich mein Monster umgebracht und die Beweise dafür vernichtet habe. Weil ich der Dunkelheit, die mich töten wollte, ein Ende bereitet habe." (S. 219/220)

Das Ende trägt dann sehr viel Hoffnung in sich. Hoffnung für eine besser Zukunft für Tamar und somit auch Hoffnung für jeden, der vielleicht selbst mit psychischen Problemen zu kämpfen hat. Hoffnung auf Hilfe und so versteckt euch nicht, lasst euch helfen, denn ihr habt jedes Recht darauf zu leben. 

Am Ende des Buches gibt es noch eine Seite mit Hilfsangeboten. Diese enthält verschiedene Internetadressen und Telefonnummern, an die sich Betroffene wenden können. Bei einem Buch mit so einem Thema und so einem Hintergrund ist das für mich ein absolutes Muss.

Fazit:
Ein Buch, welches unter die Haut geht, nachdenklich macht und berührt. Es schockiert gleichermaßen, wie es am Ende Hoffnung schenkt, dass man auch aus dem tiefsten Sumpf wieder hinaus kommen kann.


Mittwoch, 10. Juli 2019

Rezension "Glück und Los! Lina und die Sache mit den Wünschen"

Titel:Glück und Los! Lina und die Sache mit den Wünschen
Autor: Dagmar Bach
Verlag: Fischer
Seitenzahl: 400
ISBN: 978-3-7373-4145-5
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 17,00 € / 14,99 €
Reihe: 1 / 3
Alter: ab 12

(c) Fischer
Zum Inhalt:
Lina kann Wünsche erfüllen - zumindest glaubt sie fest daran. Bis es einige Male schief geht und Lina so gar nicht mehr weiß, was sie glauben soll. Und dann ist da auch noch ihre neue Patchwork-Familie. Die Freundin ihres Vaters hat zwei Söhne und mit denen soll sie nun zusammen leben. Die Freundin ist ja wirklich nett, aber die beiden Söhne sind ihr auf den ersten Blick so gar nicht sympathisch. Und dabei hat Lina doch eigentlich ganz andere Probleme. Denn neben der Sache mit den Wünschen, möchte sie nichts lieber, als sich endlich mal so richtig zu verlieben. Na wenn das mal klappt.

Meine Meinung:
Bisher habe ich noch kein Buch von Dagmar Bach gelesen. Allerdings war mir ihre "Zimt&Weg"-Reihe schon eine Weile ein Begriff. Und so war ich ganz gespannt darauf, endlich mal etwas von ihr zu lesen, denn bisher hatte ich nur gutes über ihre Bücher gehört.

Das Buch beginnt auch gleich richtig flott. Lina wird praktisch ins kalte Wasser geschmissen, in dem sie von einem auf den anderen Tag zwei Stiefbrüder bekommt, mit denen sie nun auch zusammen leben soll. Die erste Begegnung war richtig lustig zu lesen und so merkte ich schnell, dass mir Dagmar Bachs Schreibstil total gut gefällt. Sie schreibt so herrlich locker und leicht und lässt Lina unglaublich schlagfertig und witzig rüber kommen. Ich flog praktisch durch die Seiten und war ganz überrascht, wie gefesselt ich plötzlich von der Geschichte war.

Neben Dagmar Bachs tollem Schreibstil kann sie auf jeden Fall auch mit ihren Charakteren punkten. Die sind nämlich einfach richtig gut gemacht. Da ist natürlich Lina. Sie ist so herrlich normal und so werden sicherlich viele Jugendliche einiges von sich in ihr wiederfinden. Sie ist kein Superheld, hat auch ihre Probleme und tritt ab und an in das ein oder andere Fettnäpfchen. Auch ihre Stiefbrüder finde ich toll dargestellt. Weiß man am Anfang noch nicht so viel über sie, so lernt man sie immer besser kennen und auch verstehen. Die restlichen Charaktere sind ebenfalls perfekt in die Geschichte eingebunden. Dagmar Bach hat hier eine tolle Vielfalt geschaffen und jeden Charakter wunderbar einzigartig gemacht.

Und dann ist da ja noch die Sache mit den Wünschen. Zunächst war ich mir ja nicht sicher, ob es sich jetzt um ein Fantasybuch handelt, oder ob Lina sich das vielleicht auch einfach nur einbildet und die Wunscherfüllungen eher Zufall sind. Doch ohne zu viel verraten zu wollen, kann ich sagen, dass da durchaus was dran ist, an dem Wünsche erfüllen. Vieles darüber erfährt man erst gegen Ende des Buches, was ich unglaublich spannend und super erklärt fand.

Einiges bleibt aber leider auch offen und so komme ich nun wohl zum einzigen Wehrmutstropfen, den dieses Buch zu bieten hat. Der nächste Band erscheint nämlich erst in einem Jahr und ich weiß beim besten Willen nicht, wie ich die Zeit bis dahin überbrücken soll. Vermutlich mit Dagmar Bachs Zimt-Reihe. Denn das Buch "Glück und Los!" hat mir so gut gefallen, dass ich gar nicht glauben konnte, dass ich schon auf der letzten Seite angekommen bin.

Ich muss unbedingt wissen, wie es mit Lina, den Wünschen und natürlich auch der Liebe weitergeht. Ich hoffe, dass diese im zweiten Band noch etwas mehr Raum einnimmt, denn hier war sie zwar Thema, aber doch eher mehr am Rand. Und da ich auf Romantik stehe, darf es davon gerne noch etwas mehr sein.

Fazit:
Ein wunderbarer Auftakt zu einer tollen neuen Reihe von Dagmar Bach. Super spannende und orginelle Handlung, tolle Charaktere und ein spitzen Schreibstil machen dieses Buch für mich zu einem perfekten Leseerlebnis.

Freitag, 5. Juli 2019

[Blogtour] Das Labyrinth vergisst nicht - Tag 5 - Wofür entscheidest du dich: Leben oder Liebe?

(c) AuthorsAssitant

 Wofür entscheidest du dich: Leben oder Liebe?

In der Literatur und in vielen Filmen gibt es unzählige Beispiele von Charakteren, die für ihre große Liebe ihr Leben gaben. Ich musste nicht lange nachdenken und schon fielen mir einige ein.

Dies brachte mich dazu, darüber nachzudenken, was eigentlich die große Liebe ist. Ich denke für jeden kann die große Liebe eine andere Person sein. Für die einen ist es der Partner, für die anderen das eigene Kind. Die große Liebe muss also nicht unbedingt immer nur der Partner sein. So kann also durchaus auch die Familie die große Liebe sein, für die man sterben würde.

Doch wie tief muss Liebe eigentlich sein, damit man bereit ist für sie zu sterben? Es gibt die unterschiedlichsten Formen von Liebe. Es gibt platonische Liebe, es gibt die Liebe zwischen Partnern und eben die zu Familienmitgliedern, wie Kindern und Eltern. Und auch hier gibt es verschiedene Abstufungen. Für jeden ist man bereit etwas zu tun, doch nur für den, den man am meisten liebt, ist man auch bereit zu sterben. Je stärker die Liebe, desto mehr würde man für die einzelne Person auch tun.

Ich selbst habe mir die Frage gestellt ob und für wen ich sterben würde. Und natürlich würde ich für meine Kinder und meinen Mann mein Leben geben. Denn diese drei Personen sind definitiv meine große Liebe. Ohne diese drei wäre mein Leben nicht wirklich lebenswert. Und so wäre ich in jedem Fall bereit für sie mein Leben zu geben, wenn ich dadurch ihres retten kann.

Auch wenn viele die Frage, ob sie bereit sind für ihre große Liebe zu sterben, sicherlich mit ja beantworten würden, so ist es trotzdem eine sehr schwer zu beantwortende Frage, die man sicherlich nur endgültig im Fall des Falles beantworten kann. Die Gedankenspiele um so eine Frage sind aber äußerst spannend und führen zu vielen zentralen Fragen und Themen, die einen im Leben beschäftigen. Man fängt an darüber nachzudenken, wer einem wirklich wichtig ist und für wen man bereit ist bis zum Äußersten zu gehen.

Auch die Charaktere in Rainer Wekwerths Labyrinthe-Reihe stehen immer wieder vor der Frage, ob sie nun ihr eigenes Leben retten oder das eines anderen. Im ersten Band treffen alle als Fremde aufeinander und lernen sich mit der Zeit immer besser kennen. Und so entstehen natürlich zarte Bande, Freundschaften und auch Liebe. Die Charaktere werden häufig mit dem Tod konfrontiert und spätestens in diesen Situationen erfährt man, wer wirklich echte Gefühle für einen anderen Charakter hat und bereit ist für ihn sein Leben zu geben. Es ist spannend zu beobachten wie sich die Gefühle füreinander im Verlauf der Geschichte verändern und intensivieren. Auch die Charaktere selbst durchlaufen einen Prozess der Veränderung.  Sind sie zunächst nur darauf bedacht ihr eigenes Leben zu retten, so ändern sich deren Prioritäten und das Leben des anderen steht plötzlich über dem eigenen.

Hier findet ihr weitere interessante Artikel zum Buch *KLICK*.

(c) Buchheim-Verlag
E-Book, ET: 1. Juli 2019
4,99 €


Hardcover, Lesebändchen 
300 Seiten 
16,99 € 
Erscheint: 31. Juli 2019 
ISBN: 978-3-946330-18-9

Freitag, 7. Juni 2019

Rezension "Bus 57"

Titel: Bus 57
Autor: Dashka Slater
Verlag: Loewe
Seitenzahl: 400
ISBN: 978-3-7432-0363-1
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 18,95 €
Alter: ab 14

(c) Loewe
Zum Inhalt:
Sasha und Richard sind zwei Teenager, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Richard, ein dunkelhäutiger Junge aus schwierigen Verhältnissen, der schon einmal mit dem Gesetz in Konflikt kam. Sasha eine Person, die sich selbst als geschlechtsneutral, als agender definiert. Die Wege der beiden kreuzen sich in der Buslinie 57. Sasha vom Aussehen her ein Junge, trägt aber einen Rock und wird so schnell Ziel der Aufmerksamkeit von Richard und seinen Freunden. Von diesen angestachelt setzt Richards Sashas Rock in Brand und das Unglück nimmt seinen Lauf.

Meine Meinung:
Dieses Buch basiert auf einem wahren Erlebnis. Die Autorin begleitete den Prozess rund um Richard und sein Vergehen und sprach mit den Betroffenen. Basierend auf diesen Informationen schrieb sie diese Geschichte nieder.

Als ich den Klappentext dieses Buches las, war ich sofort Feuer und Flamme für diese Geschichte. Biographien und biographische Geschichten lese ich eigentlich eher selten, doch ab und an ist eine drin und so kam dieses Buch genau richtig.

Der Einstieg fiel mir sehr leicht. Der Schreibstil der Autorin ist total angenehm zu lesen, ich fühlte mich so, als wäre ich selbst hautnah am Geschehen dran gewesen. Die Kapitel sind stellenweise sehr kurz, manchmal sogar nur eine Seite lang und genau das finde ich hier richtig super. Die Kürze der Kapitel vermittelt ein Gefühl, welches perfekt zur Erzählung passt. Man springt von Ereignis zu Ereignis, stellenweise fühlte ich mich gehetzt, aber in einem positiven Sinn. Denn das passt einfach wie die Faust aufs Auge zu den Geschehnissen.

Was die Autorin hier beschreibt ist dermaßen schockierend und traurig. Die Geschichte war extrem tragisch, wobei für mich schlussendlich nicht feststeht, ob es sich wirklich um ein "Hassverbrechen" handelte, nur weil Sasha anders aussieht. Viel mehr erschien es mir wie eine "leichtsinnige" Tat eines überforderten Jugendlichen, der angestachelt von seinen Freunden viel zu weit geht und damit ein tragisches Ereignis auslöst. Auch wenn das natürlich nichts entschuldigt. Jedoch wirkte dieser Fall für mich zu sehr von der Presse aufgebauscht und viel mehr daraus gemacht, als es eigentlich war. Dies hat mit der Qualität des Buches aber eigentlich nichts zu tun, ist nur einer der Eindrücke, die ich durchs Lesen hatte.

Was ich total interessant fand, ist dass man durch die Geschichte nebenbei sehr viel über die amerikanische Justiz und das Strafvollzugssystem erfährt. Es gibt Zahlen, Daten und Fakten und viel darüber zu erfahren, wie Gerichtsverfahren ablaufen und wie es in den Gefängnissen so zugeht. Das alles fand ich wirklich spannend zu erfahren und stellenweise auch etwas erschreckend.

Es gibt eine Sache mit der ich allerdings recht große Schwierigkeiten hatte. Sasha bezeichnet sich selbst ja als agender, sprich weder männlich noch weiblich. Da hierfür weder er noch sie verwendet werden kann gibt es für das dritte Geschlecht eigene Pronomen. Dies brachte mich immer wieder aus dem Lesefluss und ich musste diese Stellen häufiger lesen, da ich diese Pronomen einfach gar nicht kannte. Mit der Zeit ging es etwas besser, doch blieben diese Stellen auch weiterhin kleine Stolperfallen.

Fazit:
Eine total interessante Geschichte, die eigentlich gar keine ist, denn sie erzählt von einer wahren, sehr erschreckenden Begebenheit. Die Autorin kann super schreiben, auch das Wissen welches nebenbei über die Justiz in den USA vermittelt wird, ist hochinteressant. Einzig mit den geschlechtsneutralen Pronomen hatte ich so etwas meine Probleme, da sie für mich komplett neu waren. Ansonsten hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen.

Sonntag, 14. April 2019

Rezension "Niemalswelt"

Titel: Niemalswelt
Autor: Marisha Pessl 
Verlag: Carlsen 
Seitenzahl: 384
ISBN: 978-3-551-58400-7
Einbindungsart: Hardcover / ebook 
Preis: 18,00 € / 12,99 €
Alter: ab 14

(c) Carlsen
Zum Inhalt:
Vor einem Jahr starb Jim. Jim war Bees große Liebe und auch bei seinen Freunden sehr beliebt. Sein Tod als Selbstmord eingestuft, bleibt mysteriös. Da Bee gerne wissen möchte, was damals wirklich geschah, folgt sie einer Einladung ihrer alten Clique. Doch was sie dort erwartet hätte sie niemals für möglich gehalten. Nach einer gemeinsamen Party klopft es plötzlich an ihre Tür. Ein seltsamer Mann steht davor und behauptet, dass sie alle fast tot und in der geheimnisvollen Niemalswelt gefangen sind. Sie müssen sich darauf einigen, wer von ihnen überleben darf, nur so können sie die Zeitschleife verlassen. Doch das ist schwerer als gedacht und so beginnen sie die mysteriösen Umstände, die zu Jims Tod geführt haben, zu erforschen. Was dabei zu Tage tritt, hätte niemand erwartet.

Meine Meinung: 
Auf dieses Buch war ich unfassbar gespannt. Das Cover ist richtig toll, der Klappentext geheimnisvoll. Beides zwang mich förmlich dazu, dieses Buch sofort zur Hand zu nehmen und in der Geschichte abzutauchen. Keine zwei Tage später hatte ich die Geschichte ausgelesen, denn dem Sog der Geschichte, konnte ich mich nur unter Zwang entziehen.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr eingängig und super zu lesen. Die Seiten flogen nur so dahin, die Geschichte, die extrem kurzweilig war, unterhielt mich bestens. Die Spannung ließ zu keinem Zeitpunkt nach und war über die komplette Zeit unterschwellig zu spüren. Ich liebe es ja, wenn ich bei Büchern keine Ahnung habe, in welche Richtung sie gehen werden und auch hier war ich bis zum Schluss recht ratlos. Ich rätselte gemeinsam mit anderen Teilnehmern in einer Leserund und überlegte mir, worauf das ganze hinauslaufen könnte, doch kam ich bis zum Ende nicht drauf.

Stellenweise wurde die Geschichte etwas verworren und ich musste mich ziemlich konzentrieren. Wobei man auf der anderen Seite auch sagen muss, dass die Autorin hier eine beeindruckende Idee aus dem Hut gezaubert hat. Auf diese Geschichte muss man erstmal noch kommen und ich bin auch im Nachhinein immer noch sehr fasziniert von der Welt die Pessl sich ausgedacht hat. 

Auch die Charaktere und die Clique rund um Jim und Bee sind alle extrem faszinierend und klug durchdacht. Pessl hat hier ganz besondere Individuen geschaffen, die mir sicherlich alle sehr lange im Gedächtnis bleiben werden. Jeder hat seine Ecken und Kanten. Ich muss zugeben, dass ich keinen wirklich gerne mochte, erst gegen Ende werden die Charaktere nahbarer und ich brachte ihnen Verständnis und auch so etwas wie Sympathie entgegen.

Mit dem Ende schaffte es Pessl nochmal micht so richtig außer Atem zu bringen, denn ich sitze hier und weiß immer noch nicht genau, was ich glauben soll. Was ist Wahrheit, was der Fantasie der Charaktere entsprungen. Was ist jetzt wirklich passiert und was ist reine Fiktion in der Fiktion. Die Autorin wählt den extrem klungen Schachzug und überlässt uns Lesern und unserer Fantasie, was wir aus dem Ende machen. Auch wenn das nicht heißt, dass das Ende offen ist. Die Geschichte wird schon aufgelöst, doch bleibt manches etwas schwammig und ich denke noch jetzt darüber nach, was die Autorin sich dabei wohl gedacht hat.

Ich fand das Buch wirklich gut. Die Idee ist toll und neu. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass hier etwas aufgewärmt wird, was es schon ewig oft gab. Sie hat sich mit ihrer Geschichten und ihren Charakteren extrem auseinander gesetzt. Pessl liefert eine runde Geschichte ab, die ohne Widersprüche zu überzeugen weiß. So ein kleiner Haken bleibt, da ich nicht weiß, was ich mit dem Ende machen soll. Irgendwie ist es richtig cool und ich finde es toll, dass die Autorin diesen Weg geht, auf der anderen Seite aber, hätte ich mir etwas mehr Klarheit gewünscht. Hier bleibe ich ein wenig Zwiegespalten zurück, obwohl die Geschichte sonst der absolute Kracher war.

Fazit:
Eine Geschichte, die zu überzeugen weiß. Spannung, extrem tolle und authentische Charaktere und eine wahnsinnig kreative Geschichte fesselten mich fast pausenlos an das Buch. Lediglich das Ende lässt mich etwas zwiegespalten zurück, da ich mir etwas mehr Klarheit gewünscht hätte, es aber trotzdem toll finde, wie die Geschichte aufgelöst wird.


Samstag, 16. März 2019

Rezension "Schamlos"

Titel: Schamlos
Autor: Bile/Herz/Srour
Seitenzahl: 168
ISBN:978-3-522-30521-1  
Einbindungsart: Paperback / ebook
Preis: 15,00 € / 10,99 €
Alter: ab 12

(c) Thienemann
Zum Inhalt & Meine Meinung:
Drei junge Frauen. Drei Muslimas, die sich nicht damit zufrieden geben wollen in einer Welt voller Unterdrückung zu leben. Drei Frauen, die dagegen aufbegehren von ihren Eltern und Männern kontrolliert und gesteuert zu werden. Drei Frauen, die einen unglaublich wichtigen Beitrag dazu leisten, dass andere junge Muslimas ihren Weg gehen können - und das völlig frei.

Als ich dieses Buch sah, war ich sofort interessiert daran. Denn sind wir mal ehrlich. Das Cover ist schon ein absoluter Hingucker und erzeugt Aufmerksamkeit. In dieser Hinsicht hat der Verlag also schon mal alles richtig gemacht. Es ist auf der einen Seite provokant, auf der anderen Seite schafft es dieses eine Bild die komplette Botschaft des Buches auszudrücken. Das Bild schreit einen förmlich an mit "ihr könnt uns mal, von euch lassen wir uns gar nichts sagen". Und genau das wird in diesem Buch thematisiert.

Geschrieben wurde das Buch von drei jungen Muslimas, die etwas verändern wollen. Und so werden die unterschiedlichsten Themen in diesem Buch aufgegriffen, viele davon in Interviewform. Das heißt, es gibt ein Thema und jede der drei jungen Frauen äußert sich dazu. Das Gespräch welches sich daraus ergibt, ist in diesem Buch abgedruckt. Da geht es um die Verschleierung, um Liebe und Sex, um schwere Themen, wie psychische Krankheiten und Vergewaltigung, aber auch um vermeintlich einfache Themen wie den Schwimmunterricht in der Schule. Gerade diese "einfachen" Themen zeigen, wie weit die Kontrolle geht, unter der viele Muslimas leiden müssen. Sei es ausgeübt von ihren Eltern, oder aber auch durch ihren Partner. Die Familienehre steht über allem, so auch der Gesundheit und dem Wohlbefinden, vieler junger Mädchen.

Dies ist gleichermaßen erschreckend, wie unfassbar. Die einzelnen Themen in diesem Buch werden mit echten, wahren Geschichten gefüttert, bei denen die Namen der betroffenen Personen geschwärzt wurden. Und dies aus natürlich offensichtlichen Gründen. Natürlich war mir schon immer bewusst, dass es diese Formen der Unterdrückung gibt. Immer wieder wird im Zusammenhang mit dem Islam über Unterdrückung und Verstümmelung von Mädchen berichtet. Allerdings ist nochmal ein ganz anderes Kaliber, dies auch schriftlich zu haben, von echten Personen und echten Geschichten zu lesen und ausführlich zu hören, welche Formen der Kontrolle es gibt und wie weit diese teilweise geht.

Ich finde es sehr mutig, dass diese drei jungen Frauen sich dazu entschlossen haben aufzubegehren und nicht mehr den Mund zu halten. Auch diese drei Frauen lernt man während des Lesens immer besser kennen und stellt fest, dass es sich um drei völlig unterschiedliche Persönlichkeiten handelt und der Glaube an Allah, nichts damit zu tun hat unterdrückt zu werden. Zwei der drei haben sich gegen die Verschleierung entschieden, eine sogar gegen den Glauben. Und trotzdem sind die drei verbunden in ihrem Kampf gegen die Unterdrückung. Wie schwer dieser Kampf ist, in welch kleinen Bereichen man diesen anfangen muss, wird mit diesem Buch deutlich.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich dieses Buch so verschlingen werde, aber das war der Fall, denn es übt eine unvergleichliche Faszination aus, sowohl positiv, als auch negativ. Das Buch versprüht unglaublich viel Tatendrang und weckt den Wunsch selbst etwas zu tun und nicht hinzunehmen, welche Arten von Unterdrückung es gibt. Das Buch ist hoffnungsvoll und lässt einen daran glauben, dass man etwas tun kann. 

Fazit:
Ich lege euch allen dieses Buch ans Herz, den es ist so wichtig. Aus der Sicht von Betroffenen zu lesen ist authentischer, als alles andere und somit könnte dieses Buch authentischer nicht sein. Es ist kurzweilig und dabei so informativ, wie wenige andere Bücher.