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Freitag, 13. März 2020

Rezension "Auf zur Schatzinsel"

Titel: Auf zur Schatzinsel
Autor: Lizzy Stewart
Verlag: Orell Füssli 
Seitenzahl: 32
ISBN: 978-3-280-08012-2
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 15,00 €
Alter: 5-7


(c) Orell Füssli

Zum Inhalt & Meine Meinung:
Als ich das Buch in die Hand nahm, war ich sofort begeistert. Es fühlt sich einfach super an. Einige Dinge auf dem Cover sind erhaben, einige nicht. Und so ist schon das Cover ein Erlebnis für sich.

Auch auf dem Cover lernt man gleich Mathilda und ihren Papa kennen, die beiden Hauptpersonen der Geschichte. Mathilda und ihr Papa sind ein super Team, obwohl sie sich eigentlich in allem unterscheiden. Während Mathilda absolut ordentlich ist, ist ihr Papa ein totaler Chaot. Wo ihr Papa es laut mag, ist Mathilda lieber recht still unterwegs. Und trotzdem sind sie die besten Freunde - einfach ein super Team. Keiner kann ohne den anderen. Und sie haben immer großen Spaß miteinander. 

Eines Tages gehen die beiden zusammen zum Strand und suchen einen Schatz. Sie erleben ein riesiges Abenteuer bei dem am Ende feststeht, dass es wichtig ist, dass sie beide sich haben und dass es nichts wichtigeres gibt, als die gemeinsame Zeit und zusammen etwas zu erleben.

Das Buch ist optisch wirklich toll. Die Illustrationen sind sehr speziell und auch nicht unbedingt meine Lieblingsillustrationen, aber sie gefallen mir trotzdem sehr gut, da sie das Buch zu etwas unheimlich interessantem und besonderem machen. Vor allem die Bilder des Meeres und den vielen Fischen sind unglaublich faszinierend, sodass ich das glaube ich eine halbe Stunde am Stück anstarren könnte. 

Und ich finde auch die beiden Personen - Mathilda und ihren Papa - super getroffen. Die sind so herrlich ausdrucksstark gezeichnet, dass es richtig Spaß macht, das Buch anzuschauen. 

Auch meinen beiden Kindern (2,5 & 4) gefällt das Bilderbuch gut und sie möchten es immer wieder vorgelesen bekommen. Meine große Tochter versteht natürlich schon etwas mehr von der Geschichte, wie die kleine, aber von den Bildern fasziniert sind sie beide. Und so möchte ich dieses Bilderbuch gerne frontal irgendwo hinstellen, denn um es nur ins Regal zu stellen, ist es definitiv zu schade. Ich möchte es gerne immer und immer wieder anschauen, denn ich mag Bilderbücher die mir und meinen Kindern gleichermaßen gefallen, unheimlich gerne. 

Fazit:
Ein wunderschönes Bilderbuch, das wir sicher noch oft in die Hand nehmen werden.



Montag, 21. Oktober 2019

Rezension "Hallo, willst du mit mir spielen?"

Titel: Hallo, willst du mit mir spielen?
Autor: Sophie Schoenwald / Nadine Reitz
Verlag: Boje
Seitenzahl: 26
ISBN: 978-3-414-82544-5
Einbindungsart: Pappbilderbuch
Preis: 8,90 €
Alter: ab 2

(c) Boje
Zum Inhalt & Meine Meinung:
Da meine kleine Tochter, die vor kurzem zwei geworden ist, immer mehr anfängt Bücher anzuschauen, bin ich immer wieder auf der Suche nach neuen Büchern und neuen Ideen. Als mich "Hallo, willst du mit mir spielen?" erreichte, war ich sehr gespannt was uns erwarten würde und vor allem, wie meiner kleinen das Buch gefallen würde.

 Bei dem Buch handelt es sich um ein Mitmachbuch, das heißt, dass die Kinder auf jeder Seite aufgefordert werden etwas zu tun. Sei es das Buch zu schütteln, die Katze im Buch zu streicheln oder ihr zu zeigen wie man faucht und die Krallen ausfährt. Schnell merkte ich, dass meine Tochter daran sehr großen Spaß hatte. Hatten wir das Buch beendet, so mussten wir es sofort wieder von vorne anfangen und das mindestens fünf mal am Stück. Für mich war das ein sehr gutes Zeichen, denn oft hat meine Tochter kein so großes Durchhaltevermögen, was Bücher anschauen und vor allem zuhören angeht. Doch hier konnte sie kaum genug davon bekommen. Natürlich wusste sie sehr schnell auswendig, was auf welcher Seite zu tun ist, das fand ich echt süß.

Die Sätze zum Vorlesen sind recht kurz und einprägsam. Es wird immer kurz etwas erzählt, dann folgt auch schon die Aufforderung an das KInd, gewisse Dinge zu tun.

Die Zeichnungen gefallen mir ebenfalls sehr gut. Ich finde die Katze ist total niedlich und liebevoll dargestellt. Zudem sind die Bilder nicht zu überladen, was ich auch immer sehr wichtig finde. Es gibt eigentlich kaum etwas auf den Bildern zu sehen, außer der Katze selbst und ein paar ausgewählten Details. Und das finde ich in diesem Fall auch sehr wichtig, denn so kann sich das Kind auf das Wesentliche konzentrieren und wird nicht von unzähligen Details abgelenkt.

Fazit:
Ein Buch, das uns viel Freude macht und noch weiterhin machen wird. Meine Tochter kann gar nicht aufhören das Buch anzuschauen und mit dem kleinen Kätzchen darin zu spielen. Absolute Empfehlung für Kinder ab 2 Jahren. 


Samstag, 5. Oktober 2019

Rezension "Mia und das oje-du-fröhliche Weihnachtsfest"

Titel: Mia und das oje-du-fröhliche-Weihnachtsfest
Autor: Susanne Fülscher
Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 256
ISBN:978-3-551-65077-1 
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 9,99 € / 6,99 €
Alter: ab 10

(c) Carlsen
Zum Inhalt:
Mias Papa ist in letzter Zeit total komisch. Er ist mürrisch und sehr verschlossen und eigentlich nur genervt von allem. Eines Tages erzählt er seiner Familie, dass er eine Auszeit braucht und mit seinem Freund verreisen wird. Mia ist geschockt, denn das heißt, dass ihr Papa auch über Weihnachten weg sein wird. Und was ist das bitte für ein Weihnachten, wenn ihr Papa nicht mit dabei ist. Zum Glück hat Mia ihre Freundinnen, die immer für sie da sind und ihr helfen sich abzulenken. 

Meine Meinung:
Schon im letzten Jahr habe ich einige Bücher aus der Mia-Reihe gelesen, die mir sehr gut gefallen haben. Und so habe ich mich sehr gefreut, dass dieses Jahr ein neuer Band erschienen ist, vor allem weil es um Weihnachten geht.

Ich freue mich schon so auf die weihnachtliche Zeit, die Düfte und die gemütliche Stimmung und was passt da besser als ein Weihnachtsbuch. Gerade wenn ich aus dem Fenster schaue, kann man bei diesem Wetter doch eigentlich nichts besseres machen als lesen.

Mia ist eine wunderbare Kinderbuchreihe, die richtig klasse und kindgerecht geschrieben ist und es trotzdem jedes Mal schafft, auch ernste Themen zu verarbeiten. In diesem Fall die Auszeit von Mias Papa und ihre Angst, dass ihre Eltern sich vielleicht trennen könnten. Susanne Fülscher schafft es dieses Thema nie zu ernst und bedrückend wirken zu lassen, es aber trotzdem gut rüber zu bringen, wie traurig Mia tatsächlich ist. Allerdings gibt es trotzdem sehr viele schöne Momente. Da sind die Weihnachtsmarktbesuche oder die Treffen mit ihren Freundinnen oder auch die mit Oma Olga.

Die weihnachtliche Stimmung wird so toll transportiert, dass ich sofort Lust auf Lebkuchen, Punsch und Weihnachten bekam. Der viele Schnee in der Geschichte, tat sein übriges, dass ich mich sofort weihnachtlich fühlte.

Und auch die Charaktere in den Miabüchern mag ich so gerne. Oma Olga ist richtig cool und Mia und ihre Freundinnen, verbindet eine Freundschaft, um die ich sie sehr beneide. Es ist nicht immer alles rosarot und sie streiten sich auch mal, aber wenn es drauf ankommt, dann sind sie füreinander da. Wirklich sehr schön.

Das Buch ist die perfekte Lektüre für die Vorweihnachts- und Adventszeit oder auch das perfekte Geschenk zum Nikolaus. Mia überzeugt mal wieder auf ganzer Linie und am Ende warten auf den Leser ein geniales Weihnachtsfest und eine tolle Silvesterfeier.

Fazit:
Eine weitere tolle Miageschichte, nicht ganz ohne Probleme, dafür mit einer unheimlich tollen weihnachtlichen Stimmung und wahnsinnig gelungenen Protagonisten.

Dienstag, 10. September 2019

Rezension "Hope"

Titel: Hope
Autor: Peer Martin
Verlag: Dressler
Seitenzahl: 544
ISBN: 978-3-7915-0139-0
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 20,00 € / 12,99 €
Alter: ab 16 Jahren

(c) Dressler
Zum Inhalt:
Mathis ist ein junger Mann, der gerne eine Reportage schreiben würde. Eine Reportage über eine Flucht von Afrika nach Kanada. Dafür sucht er vor Ort nach einer geeigneten Person und stößt auf das Kind Hope. Alles andere als begeistert von dem Gedanken, nun ein Kind bei sich zu haben, machen sie sich gemeinsam auf den Weg. Sie begeben sich auf eine Reise, die mehr Gefahren birgt, als Mathis jemals hätte ahnen können. Eine Reise, die ihn und seine Sicht auf die Welt, komplett verändert.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist mein Highlight dieses Jahr. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich meine Meinung wirklich in Worte fassen soll, denn dieses Buch hat mich einfach nur geplättet. Es hat mich an emotionale Grenzen gebracht, womit ich niemals gerechnet hätte.

Mir war klar, dass dieses Buch keine leichte Kost wird und ich war gespannt auf die Geschichte rund um Hopes Flucht, doch was ich bekam war viel mehr als das. Nicht nur Mathis sieht die Welt nach seiner Reise mit anderen Augen, nein auch ich mache das, nach dieser Lektüre. Dieses Buch hat so viel in mir aufgewühlt und mich stellenweise so sprachlos gemacht, dass mir immer noch die Worte fehlen. Niemals hätte ich mit so viel Tiefgang, mit so vielen wichtigen Themen gerechnet.

Der Autor kann fantastisch schreiben. Er hat eine so extrem bildgewaltige Sprache, die Bilder vor meinem inneren Auge hat entstehen lassen, die mich fast in meine Träume verfolgt hätten. Eindrücklich beschreibt er, was Mathis und Hope auf ihrer Flucht erleben und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Er schreckt vor keinem Thema zurück und schildert auf grausame und authentische Weise, wie es in vielen Teilen dieser Welt zugeht. Ob Bandenkriege, Drogenhandel, Menschenschmuggel, Verstümmelung, Vergewaltigung und Ermordung von Menschen. Und nicht nur das, nein der Autor gibt der Erde selbst eine Stimme. Das Buch schreit einem förmlich die Zerstörung entgegen. Es hat mich so aufgerüttelt, das ich unbedingt etwas tun muss. Die Zerstörung des Regenwaldes, die Zerstörung unserer Weltmeere wird so unfassbar eindrücklich geschildert, dass ich schon wieder eine Gänsehaut bekomme.

Dabei schafft es der Autor diese Fakten wunderbar in die Geschichte einzuflechte, in dem er Mathis Hope Dinge erklären oder die beiden eben Dinge am eigenen Leib spüren lässt. Zudem gibt es nach Abschluss jeden Kapitels zwei Seiten mit sachlichen Informationen, bei denen der Autor nochmal ins Detail geht und der Leser abseits jeder Fiktion noch einmal die harten Fakten präsentiert bekommt. Schön finde ich es auch, dass es zu jedem negativen Punkt auch immer den Punkt "Hoffnung" gibt und man feststellt, dass sich sehr wohl Dinge auf der Welt verändern, dass immer mehr Menschen nachdenken und helfen wollen.

Das Buch hat vom Verlag die Altersangabe ab 16 und das kommt nicht von ungefähr. Vor Gewalt wird hier kein Halt gemacht, doch das ist auch nötig um tatsächlich aufzurütteln. Ich bin so unfassbar beeindruckt von diesem Buch, dass ich es gerade am liebsten jedem in die Hand drücken würde, damit es so viele Leser wie möglich bekommt. Die Geschichte von Mathis und Hope mag fiktiv sein, die Geschehnisse in dem Buch sind es leider nicht. Viele der Dinge hat man vielleicht schon mal gehört, doch sie so direkt noch einmal präsentiert zu bekommen, miterleben zu müssen, wie Protagonisten, die einem ans Herz gewachsen sind, durch die Hölle gehen, ist nochmal ein ganz anderes Kaliber.

In der Leserunde, in der ich das Buch gelesen habe, sagte jemand, dass man dieses Buch als schulische Pflichtlektüre einführen sollte. Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Noch nie habe ich ein Buch in der Hand gehabt, in dem der Autor die Missstände dieser Welt so gut auf den Punkt bringt und so eindrücklich erzählt, wie hier. Dieses Buch wird sicherlich noch lange in meinem Gedächtnis bleiben und mich so schnell nicht mehr loslassen.

Fazit:
Bitte lest dieses Buch. Nehmt euch die Zeit Hope auf ihrer Flucht zu begleiten. Selten habe ich ein so eindrückliches Buch gelesen, wie dieses hier, das mich so nachhaltig emotional beeindruckt hat, dass ich es vermutlich nie wieder vergessen werde.


Samstag, 7. September 2019

Rezension "The Kingdom"

Titel: The Kingdom - Das Erwachen der Seele
Autor: Jess Rothenberg
Verlag: Oetinger
Seitenzahl: 320
ISBN: 978-3-7891-1407-6
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 20,00 € / 13,99 €
Alter: ab 14 Jahren

(c) Oetinger
Zum Inhalt:
Ana ist eine KI, eine künstliche Intelligenz. Zusammen mit ihren "Schwestern" soll sie den Besuchern von "The Kingdom" jeden Wunsch von den Lippen ablesen und erfüllen. Der moderne Vergnügungspark ist voller biotechnischer Tiere, die mehr als echt wirken. Als Ana beschuldigt wird den Parkangestellten Owen ermordet zu haben, steht plötzlich die Frage im Raum, ob die KIs vielleicht mehr Emotionen besitzen, als alle gedacht haben. Die Frage ob Ana überhaupt schuldfähig ist, bestimmt fortan die Medien und hinterlässt die Tiefe Frage, ab wann ein Lebewesen als solches angesehen werden kann.

Meine Meinung:
Dieses Buch stimmt von vorne bis hinten. Das Cover ist absolut grandios, sodass es sofort meinen Blick auf sich gezogen hat. Der Klappentext klingt ebenfalls extrem spannend und so war ich unfassbar gespannt auf diese Geschichte.

Ich lese ja immer noch sehr gerne Dystopien, dieses Buch ist zwar keine Dystopie, spielt aber ebenfalls in der Zukunft, in der künstliche Intelligenzen keine Seltenheit mehr, sondern an der Tagesordnung sind. Ausgestorbene Tierarten werden künstlich nachgezüchtet, was recht schnell moralische und ethische Fragen aufwirft. Was darf der Mensch? Wann darf der Mensch über Leben und Tod bestimmen ? Ich mag solche Zukunfsszenarien sehr gerne, die vor allem so viel Tiefgang besitzen, dass sie mich nicht nur einmal zum Nachdenken bringen.

Die Geschichte selbst ist von der ersten bis zur letzten Seite sehr spannend und so hatte ich sie tatsächlich in einem Rutsch durchgelesen. Kaum mehr als zwei Abende waren nötig, da ich die Geschehnisse förmlich inhaliert habe. Der Schreibstil und die kreativen Ideen der Autorin sind so toll, dass die Geschichte zu keinem Zeitpunkt langatmig wird, sondern das spannende Niveau durchgehend halten kann.

Was ebenfalls dazu beitrug, dass die Seiten nur so dahin flogen, war auch die Aufmachung des Buches. Hier lernen wir die Geschichte nämlich von zwei Seiten kennen. Zum einen die Gegenwart, in der Ana vor Gericht steht, wegen des Mordes an Owen und zum anderen erfahren wir, wie es dazu gekommen ist. Hierbei wurde nicht nur die reine Erzählform gewählt, nein auch Gerichtsprotokolle, Gesprächsauszüge oder einige vereinzelte Fotos werden herangezogen um uns Leser so tief wie möglich in die Geschichte hinein zu ziehen. 

Ich fand es extrem spannend zu beobachten, dass die KIs definitiv mehr sind als reine Maschinen, auch wenn der Vergnügungspark das nicht so sieht. Für dne Park und die Chefs sind Ana und ihre "Schwestern" einfach nur Puppen, die zu funktionieren haben. Jegliches aus der Reihe tanzen wird bestraft. Die ethische Frage, wann ein Mensch ein Mensch ist und was uns Menschen überhaupt ausmacht, steht über die komplette Zeit im Raum. Dies lässt sich auch bis zum Ende nicht abschließend klären, bringt aber sicherlich jeden, der dieses Buch liest zum Nachdenken. Denn dieses Buch ist so viel mehr als ein Zukunfsszenario, so viel mehr als nur ein Fantasybuch. Es hat so viele Stellen, die zum Nachdenken anregen, über Schuld und Unschuld, über Emotionen und die Gier der Menschen. Und über allem eben die Frage, was einen Menschen ausmacht und inwieweit sich einige wenige Menschen über vermeintlich schwächere erheben dürfen.

Fazit:
Eine grandiose Geschichte, die mich von der ersten Seite an gefesselt und mitgenommen hat. Ich liebe dieses Buch, spielt es doch mit großen moralischen Fragen und überzeugt dabei mit Spannung, Schreibstil und einem äußerst faszinierenden Szenario. 



Sonntag, 18. August 2019

Rezension "Extended Hope"

Titel: Extended Hope
Autor: Sarah Saxx
Seitenzahl: 340
ISBN: 9783739212708
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 12,99 €
Reihe: Band 2 / 3 (unabhängig voneinander lesbar)

(c) SarahSaxx
Zum Inhalt:
Hayley arbeitet in einem ganz speziellen Club. Einem Club, der sich um die ganz speziellen Bedürfnisse von Frauen kümmert. Selbst jedoch ist sie schon lange Single, da laut ihrer Mutter ein Fluch über der Familie liegt und sie immer nur an die Falschen gerät. Doch ihr Chef hat einen besten Freund, der nicht nur unheimlich gut aussieht, nein er scheint auch ganz plötzlich Interesse an Hayley zu haben. Und so lernen sich die beiden besser kennen und kommen sich näher. Doch als Hayley beginnt ihr Herz zu öffnen, kommen ihre schlechten Erfahrungen mit aller Macht zurück und sie stößt Aaron wieder von sich. Haben die beiden noch eine Chance? 

Meine Meinung:
Dies ist mein erstes Buch von Sarah Saxx. Ich war gespannt auf die Liebesgeschichte, bei der mir auch von Beginn an klar war, dass sie erotische Stellen enthalten würde.

Ich lese gerade wirklich unheimlich gerne Liebesgeschichten, gerne auch mit der ein oder anderen prickelnden Stelle. Genau das hatte ich hier auch erwartet. Leider war es für meinen Geschmack etwas zu viel an Erotik. Da Hayley in einem Sexclub arbeitet ist es schon klar, dass das Thema Sex an der Tagesordnung ist. Dass es aber auch in privaten Gesprächen immer nur darum geht, fand ich dann schon etwas anstrengend. Ich hätte mir hier etwas mehr Tiefgang und Facetten gewünscht, denn so lernte man die Charaktere nur wenig kennen.

Von den Charakteren mochte ich Aaron tatsächlich am meisten. Er spielt von Beginn an mit offenen Karten und man merkt sofort, dass ihm Hayley am Herzen liegt. Diese ist aber aufgrund ihrer schlechten Erfahrungen und auch aufgrund des Geredes ihrer Mutter sehr sehr anstregend. Sie lässt niemanden an sich ran und wittert hinter jeder Ecke einen Betrug oder eine Verletzung. Und so muss Aaron nicht nur einmal um sie kämpfen, was ich von ihm zwar stark fand, jedoch von ihr wirklich nervig. Die schlimmste ist aber wirklich Hayleys Mutter. Sie ist ihrer Tochter keine Stütze und versucht ihr ihr ganzes Leben lang einzureden, wie schlimm Männer sind und dass sie bloß die Finger von ihnen lassen soll. Die Art der Mutter ging mir gehörig gegen den Strich und ich bin froh, dass es am Ende alles ein stückweit geklärt wird.

Der Verlauf der Geschichte ist wenig überraschend bietet aber das ein oder andere Hoch und Tief. Der Schreibstil der Autorin ist recht angenehm zu lesen, lediglich gestört hat mich ab und an die recht vulgäre Ausdrucksweise. Ich mag es einfach nicht wenn bpsw. das männliche Geschlechtsteil als Schwanz bezeichnet wird. Vielleicht mag das das spießig sein, aber für mich hat das immer etwas abwertendes und billiges, weswegen mir diese Ausdrucksweise einfach nicht gefällt. Ansonsten war der Schreibstil aber gut und flüssig.

Das Ende fand ich schön und zufriedenstellend. Es werden offene Dinge geklärt und am Ende sind scheinbar alle glücklich. So kann man das Buch zufrieden zur Seite legen. Vielleicht werde ich sogar igendwann noch die anderen beiden Teile lesen, da es sich hier um einen zweiten Band einer Reihe handelt. Da man die Bücher aber gut unabhängig voneinander lesen kann, muss das nicht unbedingt sein. 

Fazit:
Ein gut zu lesendes Buch, welches mich nicht vollständig überzeugt hat, aber meistens recht unterhaltend war.



Sonntag, 4. August 2019

Rezension "Zwischen Jetzt & Morgen"

Titel: Zwischen Jetzt & Morgen
Autor: Sabine Bartsch
Verlag: Books on demand
Seitenzahl: 200
ISBN: 9783744835862
Einbindungsart: Buch / ebook
Preis: 8,95 € / 0,99 €
Alter: ab 12

(c) Sabine Bartsch
Zum Inhalt:
Maryam soll Hannes Nachhilfe geben. Hannes, der coole, beliebte Typ aus ihrer Schule, der bei Maryam leichtes Bauchkribbeln auslöst. Maryam lässt sich darauf ein, ohne zu wissen, ob das ganze nicht doch eher dazu dient sie zu veralbern. Und dann ist da auch noch der Austauschschüler Liam, der ganz komisch auf seine Gastfamilie reagiert. Maryam versucht herauszufinden, woran das liegt und ist geschockt, als sie die Wahrheit erfährt. Und dann verschwindet Liam und alle geraten in große Gefahr.

Meine Meinung:
In letzter Zeit hatte ich ja wirklich Glück mit den Büchern, die ich mir ausgesucht habe. Sie haben mich gut unterhalten und ich konnte nur wenige Kritikpunkte finden. Leider gehört dieses Buch nicht dazu, denn mir hat es absolut gar nicht gefallen.

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, aber am besten mit den Charakteren. Maryam fand ich von der ersten Seite an ganz schrecklich. Sie möchte eine Zynikerin sein und so verhält sie sich stellenweise auch. Sie beantwortet alle Fragen flapsig und ohne Ernst zu bleiben, was ich total daneben fand. Das verliert sich zwar im Verlauf der Geschichte, was ich aber eher angenehm fand. Auch die anderen Charaktere konnten bei mir gar nicht Punkten. Da ist Hannes, der völlig undurchsichtig ist, dann richtig Mist baut, nur um am Ende dann als reuiger Sünder dazustehen. Hä? Weitere Charaktere - deren Namen ich schon komplett vergessen habe - werden als so brutal dargstellt, dass es für mich fast unglaubwürdig wirkte, immerhin handelt es sich hier um Schüler und keine Erwachsenen. Versteht mich nicht falsch, ich bin durchaus im Stande mir vorzustellen, zu was auch Jugendlich in der Lage sein können, aber so kaltblütig über Mord nachzudenken, in dem Alter, halte ich für äußerst unwahrscheinlich.

Zu den Charakteren, die ich alle nicht besonders gelungen fand, kommt dann noch der Schreibstil, der mir leider auch gar nicht gefallen hat. Er war viel zu übertrieben jugendlich. Ich möchte wirklich niemanden angreifen, aber auf mich wirkte es so, als würde die Autorin, die jetzt nicht mehr unbedingt zwanzig ist, dies um jeden Preis in ihrem Schreibstil sein wollen. Das fand ich furchtbar anstrengend, denn nur mit den Begriffen "Arsch" und "Titten" erreicht man das jetzt nicht unbedingt. Auf mich wirkte das eher billig und eben viel zu gewollt.

Die Handlung selbst kann ich nicht wirklich einordnen. Es handelt sich nicht um eine Liebesgeschichte, viel eher geht es in die Thrillerrichtung. Das aber dann auch nur gegen Ende. Davor plätschert die Geschichte nur so dahin und ich fragte mich immer wieder, wieso ich diese eigentlich lese. Ich habe sogar mehrere Bücher dazwischen geschoben, weil mir die Handlung so belanglos vorkam. Ich gebe zu, dass ich am Ende sogar für kurze Zeit gefesselt war und die Geschichte auch ganz kurz recht spannend fand, doch dann kommt das Ende und alles ergibt wieder überhaupt keinen Sinn. Da rennen Charaktere blauäugig in Gefahren und lassen sich von anderen Jugendlichen fast umbringen, ohne Grund ???? Da taucht ein Charakter einfach wieder auf, von dem man sich schon fragte wo er abgeblieben ist. Die Polizei scheint auch auf ganzer Linie zu versagen und die Eltern des verschwundenen Liam sind die ganze Zeit nur am Weinen und planlos in der Gegen rumrennen.

Ich gebe zu, dass meine Rezension recht hart klingt und ich möchte die Autorin auch gar nicht persönlich angreifen. Doch ich merke einfach, je mehr ich über die Geschichte nachdenke, desto absurder kommt sie mir vor. Vielleicht hätte sie einfach auch noch ein paar Seiten mehr gebraucht, denn das Buch ist schon sehr kurz, um sie etwas zu entzerren und der Handlung mehr Raum zum Atmen zu geben. Mir hat sie so leider nicht gefallen.

Fazit:
Mein Flop des Monats, wenn nicht sogar des bisherigen Jahres. Leider hat mir das Buch gar nicht gefallen und mir fällt kein wirklicher positiver Punkt ein, mit dem ich euch das Buch ans Herz legen könnte.

Freitag, 12. Juli 2019

Rezension "Promise me - Hanna & Finn "

Titel: Promise me - Hanna & Finn
Autor: Jana Schäfer
Seitenzahl: 320
ISBN: 978-3-95818-492-3
Einbindungsart: Buch / ebook
Preis: 13,00 € / 3,99 €
Reihe: Band 3/3 (unabhängig voneinander lesbar)

(c) Forever/Ullstein
Zum Inhalt:
Hanna und Finn sind beste Freunde. Doch schon lange merkt Hanna, dass sie mehr für Finn empfindet. Mit One Night Stands lenkt sie sich davon ab, denn eine Beziehung kann nicht funktionieren. Hanna möchte um keinen Preis ihre Freundschafts aufs Spiel setzen und nach ihrer letzten Beziehung die kläglich scheiterte und sogar vor Gericht endete, ist sie nicht mehr fähig jemandem zu vertrauen. Doch täglich wird es schwerer der Anziehung, die von Finn ausgeht, zu widerstehen und so nähern sich die beiden immer mehr an. Eine prickelnde Liebesgeschichte beginnt.

Meine Meinung:
Zur Zeit lese ich sehr gerne Romane, wie diesen. Eine Liebesgeschichte mit teilweise prickelndem Inhalt ist genau nach meinem Geschmack und passt super zum Sommer.

"Promise me" ist der dritte Teil einer Reihe, der aber problemlos unabhängig von den anderen Bänden gelesen werden kann. Jeder Band behandelt ein anderes Paar, auch wenn die Protagonisten der Vorgängerbände natürliche ihre Auftritte in der Geschichte haben. Ich kannte die beiden anderen Teile nicht und kann somit auf jeden Fall bestätigen, dass man diese auch nicht zu kennen braucht, um die Geschichte zu verstehen. Ich werde die beiden anderen Bücher aber auf jeden Fall noch lesen, denn "Promise me" hat mir gut gefallen und Lust auf die weiteren Bücher der Autorin gemacht.

Der Schreibstil der Autorin ist schön locker leicht und flüssig und lässt sich super lesen. Ich kam flott in die Geschichte rein und mochte die Protagonisten gleich gerne. Wobei ich hier sagen muss, dass mir Finn deutlich lieber war, als Hanna. Hanna ist ein recht schwieriger Charakter, geprägt von Problemen, der noch ziemlich an der Vergangenheit festhält und diese einfach nicht loslassen kann. Finn ist da deutlich positiver, auch wenn er ebenfalls seine Päckchen zu tragen hat. Und so geben die beiden tatsächlich einen ganz guten Gegensatz ab.

Allerdings muss ich zugeben, dass ich Hanna stellenweise etwas anstrengend fand. Ich hätte sie manchmal sooo gerne geschüttelt, da sie einfach die offensichtlich positiven Dinge in ihrem Leben nicht sieht und auch nicht sehen will. Die Geschichte fokussiert sich dann auch sehr auf sie und ihre Probleme, weswegen Finns Geschichte für meinen Geschmack etwas zu kurz kam.

Ansonsten mochte ich das Buch aber tatsächlich sehr gerne. Auch die erotischen Stellen sind von der Autorin gut in die Geschichte eingebaut und nehmen nicht überhand. Sie lassen sich toll lesen und wirken zu keinem Zeitpunkt billig, sondern eher sehr sinnlich. Die Autorin versteht es diese Szenen mit Bedacht einzusetzen und so der Geschichte den richtigen Touch zu geben. Die Liebesgeschichte bekommt so auch eine ganz eigene Dynamik und macht die Geschichte zu einer runden Sache.

Fazit:
Eine prickelnde Liebesgeschichte mit vielen Höhen und Tiefen, einer stellenweise etwas anstrengenden Protagonistin, die aber super zu lesen ist und mich gut unterhalten hat.

Donnerstag, 11. Juli 2019

Rezension "Die Unausstehlichen & ich - Das Leben ist ein Rechenfehler"

Titel: Die Unausstehlichen & ich - Das Leben ist ein Rechenfehler
Autor: Vanessa Walder
Verlag: Loewe
Seitenzahl: 272
ISBN: 978-3-7855-8901-4
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 12,95 € / 9,99 €
Reihe: Band 1
Alter: ab 10

(c) Loewe
Zum Inhalt:
Enni kommt von einer Pflegefamilie in die nächste. Als sie dachte, sie wäre nun endlich angekommen, bekommt ihr Pflegevater einen neuen Job, ihre Familie zieht in die Schweiz und kann sie nicht mitnehmen. Noch schlimmer ist für Enni, dass sie ihren Pflegebruder sehr wohl mitnehmen und Enni auf ein Internat muss. Doch das lässt sie nicht auf sich sitzen. Sie beschließt dort abzuhauen und Noah zu suchen. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Meine Meinung:
Mir fiel als erstes das Cover dieses Buches ins Auge. Ich finde das Design sehr ansprechend und auch der Titel sticht definitiv aus der Masse hervor. Und so war ich ganz gespannt auf den Inhalt dahinter.

Das Buch brachte mir eine Geschichte voller Schimpfwörter und doch auch wieder nicht. Denn alle Schimpfwörter sind zensiert und so kann man sich als Leser immer selbst denken, welches Wort wohl in die entsprechende Lücke passen würde. Ohne die Zensur, die natürlich beabsichtigt ist, wäre das Buch auch nicht ab 10. Ich fand das wirklich lustig und hatte großen Spaß daran die Lücken selbstständig mit Schimpfwörtern zu füllen.

Die Kapitel sind recht kurz und auch die Schrift ist recht groß, sodass auch Kinder, die vielleicht noch nicht perfekt lesen können schnell in der Geschichte vorwärts kommen. Zudem ist die Geschichte sehr unterhaltsam und trifft die Zielgruppe perfekt, wie ich finde.

Der Charakter Enni ist toll. Die Autorin hat hier eine unabhänigige Persönlichkeit geschaffen, die es im Leben wahrlich nicht leicht hat. Die innere Zerrissenheit, die Wut die Enni umtreibt beschreibt die Autorin so bildhaft und perfekt, dass ich nur meinen Hut ziehen kann. Auch die anderen Charaktere sind toll. Allen voran Dante, von dem man bis zum Ende nicht so ganz weiß, wer er eigentlich ist. Und das ist ein weiterer Pluspunkt dieser Geschichte. Die Charaktere sind so vielschichtig und facettenreich, dass es schwer fällt hinter die Fassade zu blicken und man immer wieder überrascht wird, was die ein oder andere Person zu verbergen hat.

Dies ist nicht nur bei den Charakteren so, nein die ganze Geschichte ist deutlich geheimnisvoller als es für mich zunächst den Anschein hatte. Da das Buch der erste Teil einer Reihe ist, bleiben recht viele Fragen offen. Die Geschichte ist zwar ein stückweit in sich abgeschlossen und man bleibt nicht mit einem fiesen Cliffhanger zurück. Doch die offenen Fragen in meinem Kopf sind definitiv da und so freue ich mich, dass der nächste Band wohl schon Ende des Jahres erscheinen soll.

Ich hatte großen Spaß an der Geschichte. Ich mag den Schreibstil der Autorin total gerne, ich mag ihren Humor und ihre Charaktere. Die Geschichte bietet so viel mehr, als es zunächst den Anschein hat. Da sind so viele Geheimnisse, die noch gelöst werden wollen, Freundschaften die entstehen oder aber auch zerstört werden und bei allem die Frage, warum Enni eigentlich ein Pflegekind ist.

Fazit:
Wunderbares Kinderbuch, dass mit Humor und Charakteren absolut punkten kann. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, super zu lesen und macht das Buch so zu einem wunderbar unterhaltenden Erlebnis.

Mittwoch, 10. Juli 2019

Rezension "Glück und Los! Lina und die Sache mit den Wünschen"

Titel:Glück und Los! Lina und die Sache mit den Wünschen
Autor: Dagmar Bach
Verlag: Fischer
Seitenzahl: 400
ISBN: 978-3-7373-4145-5
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 17,00 € / 14,99 €
Reihe: 1 / 3
Alter: ab 12

(c) Fischer
Zum Inhalt:
Lina kann Wünsche erfüllen - zumindest glaubt sie fest daran. Bis es einige Male schief geht und Lina so gar nicht mehr weiß, was sie glauben soll. Und dann ist da auch noch ihre neue Patchwork-Familie. Die Freundin ihres Vaters hat zwei Söhne und mit denen soll sie nun zusammen leben. Die Freundin ist ja wirklich nett, aber die beiden Söhne sind ihr auf den ersten Blick so gar nicht sympathisch. Und dabei hat Lina doch eigentlich ganz andere Probleme. Denn neben der Sache mit den Wünschen, möchte sie nichts lieber, als sich endlich mal so richtig zu verlieben. Na wenn das mal klappt.

Meine Meinung:
Bisher habe ich noch kein Buch von Dagmar Bach gelesen. Allerdings war mir ihre "Zimt&Weg"-Reihe schon eine Weile ein Begriff. Und so war ich ganz gespannt darauf, endlich mal etwas von ihr zu lesen, denn bisher hatte ich nur gutes über ihre Bücher gehört.

Das Buch beginnt auch gleich richtig flott. Lina wird praktisch ins kalte Wasser geschmissen, in dem sie von einem auf den anderen Tag zwei Stiefbrüder bekommt, mit denen sie nun auch zusammen leben soll. Die erste Begegnung war richtig lustig zu lesen und so merkte ich schnell, dass mir Dagmar Bachs Schreibstil total gut gefällt. Sie schreibt so herrlich locker und leicht und lässt Lina unglaublich schlagfertig und witzig rüber kommen. Ich flog praktisch durch die Seiten und war ganz überrascht, wie gefesselt ich plötzlich von der Geschichte war.

Neben Dagmar Bachs tollem Schreibstil kann sie auf jeden Fall auch mit ihren Charakteren punkten. Die sind nämlich einfach richtig gut gemacht. Da ist natürlich Lina. Sie ist so herrlich normal und so werden sicherlich viele Jugendliche einiges von sich in ihr wiederfinden. Sie ist kein Superheld, hat auch ihre Probleme und tritt ab und an in das ein oder andere Fettnäpfchen. Auch ihre Stiefbrüder finde ich toll dargestellt. Weiß man am Anfang noch nicht so viel über sie, so lernt man sie immer besser kennen und auch verstehen. Die restlichen Charaktere sind ebenfalls perfekt in die Geschichte eingebunden. Dagmar Bach hat hier eine tolle Vielfalt geschaffen und jeden Charakter wunderbar einzigartig gemacht.

Und dann ist da ja noch die Sache mit den Wünschen. Zunächst war ich mir ja nicht sicher, ob es sich jetzt um ein Fantasybuch handelt, oder ob Lina sich das vielleicht auch einfach nur einbildet und die Wunscherfüllungen eher Zufall sind. Doch ohne zu viel verraten zu wollen, kann ich sagen, dass da durchaus was dran ist, an dem Wünsche erfüllen. Vieles darüber erfährt man erst gegen Ende des Buches, was ich unglaublich spannend und super erklärt fand.

Einiges bleibt aber leider auch offen und so komme ich nun wohl zum einzigen Wehrmutstropfen, den dieses Buch zu bieten hat. Der nächste Band erscheint nämlich erst in einem Jahr und ich weiß beim besten Willen nicht, wie ich die Zeit bis dahin überbrücken soll. Vermutlich mit Dagmar Bachs Zimt-Reihe. Denn das Buch "Glück und Los!" hat mir so gut gefallen, dass ich gar nicht glauben konnte, dass ich schon auf der letzten Seite angekommen bin.

Ich muss unbedingt wissen, wie es mit Lina, den Wünschen und natürlich auch der Liebe weitergeht. Ich hoffe, dass diese im zweiten Band noch etwas mehr Raum einnimmt, denn hier war sie zwar Thema, aber doch eher mehr am Rand. Und da ich auf Romantik stehe, darf es davon gerne noch etwas mehr sein.

Fazit:
Ein wunderbarer Auftakt zu einer tollen neuen Reihe von Dagmar Bach. Super spannende und orginelle Handlung, tolle Charaktere und ein spitzen Schreibstil machen dieses Buch für mich zu einem perfekten Leseerlebnis.

Freitag, 28. Juni 2019

[Rezension] "The one real man"

Titel: The one real man
Autor: Piper Rayne
Seitenzahl: 264
ISBN: 978-3-95818-338-4
Einbindungsart: Taschenbuch / ebook
Preis: 12,00 € / 4,99 €
Reihe: 1 / 3

(c) forever
Zum Inhalt:
Hannah ist frisch geschieden. Der Anwalt ihres Exmannes hat sie vor Gericht so richtig bluten lassen und sie um die Hälfte ihres Vermöges gebracht. Doch Hannah hat noch ein weiteres Problem. Der Anwalt ist nicht nur vor Gericht richtig gut, nein er sieht auch noch verdammt gut aus. Und zu allem Überfluss weiß er genau was er will - Hannah. Zunächst wehrt sie sich mit Händen und Füßen, doch nachdem sie auf Roarke angewiesen ist, bleibt ihr nichts anderes übrig, als ihn näher kennen zu lernen.

Meine Meinung:
"The one real man" ist der dritte Teil einer Reihe, rund um drei Freundinnen, die alle auf der Suche nach der Liebe und ihrem Lebensglück sind. Ich kenne weder Band eins noch Band zwei und so kann ich mit Gewissheit sagen, dass man dieses Buch problemlos ohne Kenntniss der Vorgänger lesen kann.

Jedes Buch hat eine der Freundinnen zum Hauptthema. Dies ist vermutlich auch der Grund warum man die Bücher alle problemlos unabhängig voneinander lesen kann. Sicherlich geht das Privatleben aller drei Charaktere in jedme Band weiter, doch ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl etwas verpasst zu haben. Trotzdem möchte ich die Vorgänger irgendwann mal lesen, denn "The one real man" hat mir richtig gut gefallen.

Dies beginnt bei dem super zu lesenden und lockeren Schreibstil. Die Geschichte und die Seiten flogen nur so dahin. Ich war richtig schnell in der Geschichte drin und wurde prima unterhalten.

Auch die Charaktere gefielen mir richtig gut. Neben den beiden Hauptcharakteren Hannah und Roarke, sind da auch noch ihre beiden besten Freundinnen. Jede für sich ist einzigartig und wahnsinnig authentisch dargestellt. Jede hat ihre Eigenheiten und ist facettenreich. Die Autorinnen (es sind nämlich zwei) verstehen sich darauf tolle Charaktere zu erschaffen, diesen Leben einzuhauchen und sie sich weiter entwickeln zu lassen.

Auch die Erotik kommt in diesem Buch nicht zu kurz. Schon von Anfang an knistert es heftig zwischen Hannah und Roarke und nachdem die beiden sich näher kommt geht es schon auch ziemlich zur Sache. Auch hier finde ich, dass die Autorinnen ihr Werk verstehen. Die Szenen wirken zu keiner Zeit billig, auch wenn ich den Ausdruck "Schwanz" nicht so gerne mag und er hier ziemlich oft verwendet wird.

Die Geschehnisse in der Geschichte sind jetzt nicht unbedingt überraschend, aber bergen trotzdem einen gewissen Spannungsgrad. Da sind Geheimnisse, die aufgedeckt werden, Missverständnisse, die bereinigt werden und ein Ende, welches mich zufrieden zurück lässt. Vor allem, da das Ende eine neue Reihe ankündigt. Endet mit diesem Buch die aktuelle Reihe, so beginnt mit dem Ende direkt die neue Reihe, auf die ich mich sehr freue.

Fazit:
Ein super zu lesender Roman, mit genau der richtigen Dosis Liebe und Erotik, den ich sehr gerne gelesen und der mich bestens unterhalten hat.


Sonntag, 2. Juni 2019

Rezension "Willkommen in Lake Success"

Titel: Willkommen in Lake Success
Autor: Gary Shteyngart
Verlag: Penguin
Seitenzahl: 432
ISBN: 978-3-328-60069-5
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 24,00 €


(c) Penguin
Zum Inhalt:
Barry ist besessen von Uhren. Und völlig überfordert mit seinem autistischen Sohn Shiva. Nachdem seine Firma den Bach hinuntergeht beschließt er aus seinem Leben, welches ihn zutiefst unglücklich macht, auszubrechen. Die Ehe mit seiner Frau ist am Ende und so macht Barry sich auf die Suche nach seiner Jugendliebe Layla. Für diesen Roadtrip nimmt er den Greyhoundbus und trifft dabei auf Charaktere, die ihn prägen, zum Nachdenken bringen, ihn selbst aber nur wenig verändern.


Meine Meinung:
Mir fällt es nicht ganz leicht für dieses Buch eine Rezension zu schrieben. Es handelt sich mit Abstand um den größten Flop, den ich dieses Jahr gelesen habe.


Hin und wieder lese ich gerne Geschichten über einen Roadtrip. Hier erwartete ich mir einen Roadtrip mit politischem Hintergrund. Diesen bekam ich auch irgendwie. Aber auch nur irgendwie. Über die meiste Zeit folgen wir Barry im Greyhoundbus durch Amerika. Wir begegnen gemeinsam mit ihm den verschiedensten Personen, erleben wie er hier und da eine Affäre hat. Leider ist diese Geschichte sowas von nichts sagend, dass mir eigentlich fast die Worte für eine Rezension fehlen. Die Botschaft der Geschichte hat sich mir bis zum Ende nicht erschlosse und so frage ich mich nach über 400 Seiten, wofür ich eigentlich meine Zeit verschwendet habe.


Die Charaktere sind ebenso nervig, wie nichts sagend. Da ist zum einen Seema, Barrys Frau, die sofort nach seinem Weggang eine Affäre mit ihrem Nachbarn anfängt und zudem überall den Schein wahren will. Ihr Sohn Shiva scheint ihr dabei nur peinlich und eine Last zu sein, auch wenn sie ihn liebt. Shiva ist ein autistischer dreijähriger Junge, von dem man nicht mehr mitbekommt, als dass er Wutanfälle bekommt und nur durch wenig zu beruhigen ist. Und dann ist da noch Barry selbst. Selten habe ich so einen schrecklichen Protagonisten erlebt. Egoistisch, selbstverliebt und nur an seine Uhren denkend ist dieser Mann nicht als nervtötend. Ich verstehe diesen Charakter auch überhaupt nicht, weiß nicht, was ich von ihm lernen soll, wie ich eine Verbindung zu ihm hätte finden sollen. Mehr als Geld und hin und wieder mal Sex hat er nicht im Sinn.


Der Schreibstil passt leider ins Bild und trägt einiges dazu bei, dass das Lesen für mich mehr und mehr zur Qual wurde. Er ist holprig, übertrieben und vieles wirkt zu gewollt. Es macht keinen Spaß der Geschichte zu folgen. Es gibt Bücher, die sind so gut geschrieben, dass man die Sätze förmlich aufsaugen und immer wieder lesen will. Dieses Buch gehört mit Abstand nicht dazu und ist in so ziemlich allem das genaue Gegenteil. Sehr schade um diese doch so intelligent und gut wirkende Idee.


Fazit:
Mein bisheriger Flop des Jahres. Das Lesen wurde von Seite zu Seite immer mehr zur Qual. Anstrengende Charaktere, ein extrem anstrengender Schreibstil und eine Handlung, deren Sinn sich mir bis zum Ende nicht erschlossen hat, machten dieses Buch zu einem meiner größten Negativerlebnisse.



Samstag, 11. Mai 2019

Rezension "Gelateria Paradiso"

Titel: Gelateria Paradiso
Autor: Stefanie Gerstenberger 
Verlag: Diana
Seitenzahl: 448
ISBN: 978-3-453-29217-8
Einbindungsart: Klappenbroschur
Preis: 10,99 €

(c) Diana
Zum Inhalt:
Zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, die aber mehr verbindet als sie zunächst ahnen. Als Francesca und Susanne das erste Mal aufeinander treffen ist ihnen nicht klar, dass dieses Treffen eine Welle von Ereignissen lostritt, die nicht mehr aufzuhalten sind. Denn durch einen Zufall erfahren die beiden, dass sie den selben Vater haben. Susanne, die bei Adoptiveltern aufwuchs, möchte nichts lieber als ihre Familie kennenlernen. Francesca jedoch hat ganz andere Pläne. Und so machen die beiden sich unabhängig voneinander auf den Weg nach Italien zu ihrem Vater und begeben sich auf eine Reise, die sie nie mehr vergessen werden. 

Meine Meinung:
Ein Buch in dem es um Italien und Eis geht? "Yes" dachte ich, genau mein Ding. Leider konnte mich die Geschichte aber nicht vollständig überzeugen. Warum werde ich euch hier erklären.

Der Schreibstil der Autorin ist recht angenehm und gut zu lesen. Sie beschreibt die Umgebung und die Geschehnisse gut und bildhaft, sodass ich mir alles vorstellen konnte. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir durch den gut zu lesenden Schreibstil recht leicht. Da ich in letzter Zeit jedoch einige Bücher gelesen habe, die literarisch herausragend waren, fiel dieses dagegen trotz des angenehmen Stils etwas ab, was aber nicht nennenswert ins Gewicht fiel. 

Doch dann lernte ich die Charaktere näher kennen und war zum ersten Mal etwas enttäuscht. Susanne ist ein ganz schöner Charakter. Eine sympathische Frau in den besten Jahren, die keine schöne Kindheit hatte, aber das beste aus ihrem Leben gemacht hat. Und dann ist da noch Francesca. Mit der konnte ich mich leider so gar nicht anfreunden, sie machte mich regelrecht aggressiv. Seit vielen Jahrzehnten ist sie mit einem Mann verheiratet und dieser weiß absolut nichts von ihrer Vergangenheit. Sie hat ihm alles verschwiegen, ja ihn sogar belogen. Auch Francesca hatte keine schöne Kindheit, ihrem Mann jedoch nichts davon zu erzählen, nur weil sie alles vergessen will, fand ich schon ein starkes Stück. Auch sonst weiß ihr Mann gefühlt gar nichts über sie. Auch im weiteren Verlauf der Geschichte wurde sie mir leider nicht wirklich sympathischer, denn auch ihrer Halbschwester gegenüber verhält sie sich nicht gerade nett.

Ich verstehe durchaus, dass die Autorin zwei gegensätzliche Charaktere schaffen wollte. Dies ist ihr definitiv auch gelungen. Nur entwickelt sich Francesca für mich zu wenig, bzw. zu wenig glaubwürdig. Sie verändert sich schon zum Ende hin, aber ich hatte immer das Gefühl, dass sie das nur gezwungenermaßen tut, dass ihr kein anderer Ausweg bleibt. Auch mit dem Lügen macht sie bis zum Ende (wenn auch im kleinen Stil) weiter. Das fand ich wirklich schade und es klingt vielleicht auch ein wenig hart. Aber ich merke immer wieder, dass Protagonisten unheimlich viel für eine Geschichte bedeuten. Bei mir ist die Stimmung gleich schon mal auf Halbmast, wenn ich einen Protagonisten nicht mag. Und das war hier leider der Fall, was es mir schwerer machte der Geschichte eine Chance zu geben.

Dafür fand ich die Idee der Handlung wirklich schön. Die Eisdiele und das Eis hätte für meinen Geschmack noch etwas mehr zur Geltung kommen können. Ansonsten war die Idee aber klasse. Vor allem die Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart war echt gelungen. Als Leser erfährt man einiges über die italienischen Gastarbeiter und die Zeit der 60er Jahre was ich richtig spannend fand. Die Kapitel der Vergangenheit gefielen mir im Verlauf der Geschichte sogar besser, als die der Gegenwart. Vor allem weil diese sehr hilfreich dafür sind, die komplette Geschichte zu verstehen. Sie wird dadurch rund, was das ganze richtig gelungen macht.

Alles in allem lässt mich diese Geschichte recht zwiegespalten zurück. Ich habe das Buch durchaus gerne gelesen, was vor allem dem angenehmen Schreibstil geschuldet ist. Leider muss ich aufgrund der Charaktere einiges abziehen, da ich vor allem Francesca doch sehr anstregend fand. Die grundsätzliche Idee ist toll, hätte aber noch mehr ausgearbeitet werden. Aufgrund des Titels "Gelateria Paradiso" hatte ich mehr Eisdiele erwartete und mir auch gewünscht, was eigentlich nur am Ende wirklich der Fall ist.

Fazit:
Ein Buches welches für mich in der Summe recht mittelmäßig ist. Ganz guter Schreibstil, eine schöne Grundidee, jedoch etwas zu wenig ausgefeilt und extrem nervige und anstrengende Charaktere nehmen dem Buch leider das Besondere, auch wenn ich es recht gerne gelesen habe.



Montag, 6. Mai 2019

Rezension "So wie die Hoffnung lebt"

Titel: So wie die Hoffnung lebt
Autor: Susanna Ernst 
Verlag: Knaur 
Seitenzahl: 480
ISBN: 978-3-426-51905-9
Einbindungsart: Klappenbroschur
Preis: 9,99 €


(c) Knaur
Zum Inhalt:
Katie hat dass schlimmste erlebt, was einem Menschen passieren kann. Ihre komplette Familie wurde ausgelöscht. Das kleine Mädchen kommt schwer traumatisiert in ein Kinderheim, in dem sie wenige Jahre später Jonah begegnet. Durch den Schock zum Schweigen verdammt, taut sie in Jonahs Gegenwart immer mehr auf und fängt eines Tages sogar wieder zum Sprechen an. Doch gerade als sie das Gefühl hat, dass alles gut werden kann und sich zwischen Jonah und ihr erste romantische Gefühle entwickeln, passiert erneut etwas und die beiden werden auseinander gerissen.

Meine Meinung:
Dies war mein erstes Buch von Susanna Ernst. Seit ihrem Erstling begegnete mir ihr Name immer wieder, doch gelesen habe ich bisher keines ihrer Bücher. Ich bin so froh, dass ich endlich dazu kam eines ihrer Werke zu lesen, denn das Buch hat mich auf eine Reise mitgenommen, die ich so schnell nicht vergessen werde.

Mit Katie und Jonah hat Ernst zwei Protagonisten geschaffen, die unfassbar stark sind. Beide haben eine tragische Vergangenheit, die sie gemeinsam schaffen immer besser zu bewältigen. Ich fand es beeindruckend, welche Entwicklung die beiden im Verlauf der Geschichte nehmen. Was Ernst zudem geschafft hat, sind Protagonisten die von der ersten Seite an authentisch und glaubwürdig sind. Ich würde mich nicht wundern, wenn einer der beiden morgen vor meiner Tür stehen würde, so gut kann ich sie mir vorstellen. Auch eine Verfilmung fände ich im Übrigen richtig toll. Das Buch würde sich super dafür eignen. Als Nebencharakter gefällt mir Milow, der gemeinsame beste Freud der beiden, am besten. Er ist loyal, stark und unglaublich verlässlich. Auch diese Freundschaft beginnt im Kindesalter und hält auch an, als Jonah und er erwachsen sind.

Zu Beginn der Geschichte lernen wir Katie und Jonah als Kinder, kurz nach ihren schrecklichen Erlebnissen kennen. Ihre Freundschaft, zunächst ein zartes Pflänzchen, wird immer tiefer und fester und verwandelt sich nach und nach in zarte Liebe. Dann gibt es einen Zeitsprung und man begegnet Jonah als Erwachsenem. Katie gilt als verschollen, was geschah, weiß man zunächst nicht. Nach und nach rollt sich die Geschichte auf und wird somit auch von Seite zu Seite spannender. Niemals hätte ich erwartet, dass mich dieses Buch so extrem fesseln und so spannend sein würde.

Auch emotional hat mich dieses Buch auf eine Reise mitgenommen, die ich so schon lange nicht mehr erlebt habe. Ich litt mit Jonah und Katie. Lange suchte ich Protagonisten, die mein Herz so sehr berühren, wie die beiden es getan haben. Ihre Liebesgeschichte ist einfach nur richtig schön und wunderbar zu verfolgen, auch wenn sie viele tragische Höhepunkte hat. Das Schicksal spielt beiden immer wieder übel mit, doch trotzdem bleiben sie immer irgendwie miteinander verbunden.

Der Schreibstil von Susanna Ernst ist ebenfalls total klasse. Sie erschuf so wahnsinnig realistische Bilder in meinem Kopf. Zudem kann sie so toll schreiben, dass es stellenweise schon etwas poetisches hat. Auch die romantischen Szenen bringt sie mit genau der richtigen Portion Kitsch über die Bühne, sodass man hier definitiv sagen kann, dass sie ihr Handwerk versteht. 

Das Ende ist - ohne jetzt zu viel verraten zu wollen - bittersüß und passt somit perfekt zum Leben von Jonah und Katie. Es ist kein klassisches Happy End, denn obwohl sich vieles zum Guten wendet, so kommt auch das Ende nicht ohne Tragik aus. Dies machte mich auf der einen Seite sehr traurig, passt aber trotzdem gut zu der Geschichte.

Fazit:
Ein rundum gelungenes Buch, welches ich von der ersten bis zur letzten Seite geliebt habe. Ich konnte kaum mit lesen aufhören, denn ich wurde von der Spannung und den unfassbar tollen Protagonisten mehr als positiv überrascht. Deswegen ist dieses Buch dieses Jahr definitiv eines meiner Highlights.


Montag, 22. April 2019

Rezension "Rückwärtswalzer"

Titel: Rückwärtswalzer
Autor: Vea Kaiser
Seitenzahl: 432
ISBN: 978-3-462-05142-1
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 22,00 €

(c) Kiepenheuer & Witsch
Zum Inhalt:
Als Onkel Willi stirbt, ist für seine Frau, ihre beiden Schwestern und seinen Neffen Lorenz nichts mehr, wie es einmal war. Onkel Willi hat sie alle zusammen gehalten, war immer für sie da. Und so beschließen sie, ihm seinen letzten Wunsch zu erfüllen. Willi wollte immer in seiner Heimat Montenegro beerdigt werden. Da eine Überführung von Österreich dorthin allerdings sehr teuer ist, beschließen die vier das in die eigene Hand zu nehmen und selbst mit dem Auto dorthin zu fahren. Diese Reise stellt sich als große Herausforderung heraus und schweißen die vier mehr zusammen, als sie jemals gedacht hätten.

Meine Meinung:
Während meiner Zeit im Buchhandel begegnete mir der Name Vea Kaiser immer wieder. Gelesen hatte ich jedoch bisher nichts von ihr. Doch das sollte sich jetzt ändern und so war ich sehr gespannt auf ihren neuesten Roman, Rückwärtswalzer.

Der Klappentext klang skurril und ich war unglaublich gespannt, was die Geschichte bringen würde. Dass mich das Buch letztendlich so fesseln würde hätte ich niemals erwartet. Zu Beginn hatte ich zwar keine Schwierigkeiten in die Geschichte hinein zu kommen, doch den Protagonist Lorenz mochte ich überhaupt nicht. Er war der klassische Versager vor dem Herrn. Ließ sich alles von seiner Freundin bezahlen, von Arbeit hielt er nicht viel. Als die Beziehung zerbricht versucht er sein Glück bei der Verwandtschaft. Scheitert jedoch kläglich und muss zum ersten Mal in seinem Leben lernen, dass Geld nicht auf Bäumen wächst. Ich fand ihn extrem anstrengend und konnte nur wenig Entwicklugn bei ihm feststellen. Dies änderte sich jedoch im Verlauf der Geschichte immer mehr und vor allem gegen Ende geht in Lorenz eine Wandlung vor, die ich so nicht erwartet hatte.

Die Charaktere von Lorenz Tanten mochte ich sehr gerne. Vea Kaiser hat hier drei Persönlichkeiten geschaffen, die unglaublich unterschiedlich, doch immer für einander da sind. Das Familienmotto "Keiner wird zurück gelassen" berührt und stimmt hier zu einhundert Prozent.

Da die Geschichte sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart spielt lernt man viel über die Protagonisten. Willi und die Tanten lernt man schon als Kinder kennen und begleitet sie praktisch ihr ganzes Leben hinweg, in Willis Fall sogar bis zum Tod. Man lernt ihre tiefsten Geheimnisse kennen und erfährt wie sie zu den Menschen wurden, die sie heute sind. Dies alles wird wunderbar schlüssig und fesselnd erzählt. Ich habe inzwischen das Gefühl, dass ich nur am Nachbarhaus klingeln müsste und Hedi, Mirl oder Wetti würden mir die Türe öffnen. Gerne würde ich die Tanten persönlich kennen lernen. Denn obwohl sie auch auf ihre Art sehr schrullig sind, so sind es doch faszinierende Persönlichkeiten, deren Leben beeindruckt.

Toll an den Passagen, die in der Vergangenheit spielen, finde ich auch, dass man so viel über die Zeit damals erfährt. Seien es die 60, 70er in Österreich oder auch in Montenegro. Beide Länder und die jeweiligen Zeiten lernte ich so immer besser kennen und so gefielen mir die Abschnitte der Vergangenheit fast über die komplette Zeit noch besser, als die der Gegenwart. Lediglich am Ende des Buches fand ich beide Zeitabschnitte gleichwertig. Denn da wird die Gegenwart so spannend, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Dieses Buch ist so gut geschrieben und bietet so unfassbar viele Facetten an Persönlichkeiten und Geschehnissen, dass es definitiv ein Highlight der Literatur ist. Ich merke immer mehr, wie viel Spaß es macht, Bücher zu lesen, die gut geschrieben sind. Gute Sprache, schöne kreative Sätze und eine Prise schwarzer Humor lassen dieses Buch zu einem Erlebnis werden, welches ich euch sehr gerne ans Herz legen möchte.

Fazit:
Ein richtig gutes Buch. Unfassbar gut geschrieben, facettenreiche Charaktere und eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt und so viele Dinge bereithält, dass es einfach nur Spaß gemacht hat, dieses Buch zu lesen. 

Sonntag, 10. März 2019

Rezension "Einer wird sterben"

Titel: Einer wird sterben
Autor: Wiebke Lorenz
Verlag: Scherz
Seitenzahl: 349
ISBN:  978-3-651-02541-7
Einbindungsart: Paperback / ebook
aPreis: 14,99 € / 12,99 €

(c) Scherz
Zum Inhalt:
Stella und Paul sind glücklich verheiratet. Eigentlich. Denn eigentlich ist Stella die meiste Zeit alleine Zuhause, da Paul Pilot und so viel unterwegs ist. Stella ist nicht gerne so viel alleine, doch sie hat sich damit arrangiert. Eines Tages jedoch steht plötzlich ein fremdes Auto vor ihrem Haus, darin zwei Personen, die sich nicht von Ort und Stelle bewegen und das über mehrere Tage hinweg. Stella macht sich immer mehr Sorgen, haben Paul und sie doch ein großes Geheimnis, welches niemals ans Licht kommen soll. Die unheimlichen Geschehnisse häufen sich und Stella gerät in Panik.

Meine Meinung:
Dies ist nicht mein erster Thriller von Wiebke Lorenz. Es ist schon einige Jahre her, da habe ich schon mal einen gelesen, den ich ziemlich gut fand. Und so freute ich mich auf dieses neue Buch von ihr, welches zudem auch noch sehr spannend klang.

Der Schreibstil von Wiebke Lorenz ist super. Die Seiten flogen nur so dahin. Der Schreibstil ist recht einfach und so hatte ich keinerlei Schwierigkeiten dem Geschehen zu folgen. Ich mochte es sehr gerne ihre Figuren bei ihren Erlebnissen zu begleiten.

Aufgrund des Klappentextes war ich die komplette Zeit in einer angespannten Grundstimmung weil ich beim jedem Umblättern erwartete, dass etwas grußeliges passierte. Keinem der Personen traute ich und ich wusste überhaupt nicht was Sache ist. Ich liebe es, wenn Autoren so mit uns Lesern spielen. Uns auf falsche Fährten führen, uns verwirren und uns über alles im Unklaren lassen. Ohne das viel passiert, ist die Geschichte so extrem spannend.

Auch die Protagonisten gefallen mir gut, da sie sehr authentisch gezeichnet sind. Allerdings wird Stella nach einer Weile ziemlich anstrengend, da sie extrem panisch (was auch irgendwie verständlich ist) und übertrieben reagiert. Paul bleibt dagegen leider etwas blass, da er recht wenig Raum in der Geschichte bekommt. Dennoch finde ich die Protagonisten authentisch und gut durchdacht. Auch Stellas Nachbarn ergeben ein rundes Bild und schaffen so ein Gesamtpaket einer Nachbarschaft, bei der es Geheimnisse gibt, mit denen ich so nicht gerechnet hätte.

Leider muss ich sagen, dass die Spannung mit zunehmendem Lesen doch etwas abnahm. Es passierte nicht mehr besonders viel, auch wenn ich trotzdem auf jeder Seite eine Überraschung erwartete. Leider blieb das aus und die Handlung zog sich in die Länge. Einige Stellen wirkten extrem konstruiert, andere ergaben im Gesamtkonstrukt der Handlung nicht wirklich einen Sinn. Sie brachten das Hauptgeschehen nicht voran und dienten lediglich dazu, die Nachbarschaft besser kennenzulernen. Wo ich einen Zusammhang zum großen Ganzen erwartete, blieb dieser aus.

Und dann kommt das Ende. Und das ist einfach so gar nicht gut gewesen. Ich wartete die ganze Zeit auf den großen Knall, doch blieb dieser einfach aus. Zwar war das Ende auf der einen Seite überraschend und ich hatte einiges von der Auflösung nicht erwartet, doch der WOW-Effekt blieb auf meiner Seite trotzdem aus. Zudem wirkte das Ende völlig übertrieben und nicht sonderlich glaubwürdig. Ich hätte mir einfach eine andere Erklärung gewünscht und zudem wäre etwas weniger doch mehr gewesen. Ich finde es echt schade, denn eigentlich kann die Autorin super schreiben und eigentlich habe ich das Buch auch wirklich gerne und zügig gelesen. Doch mit diesem Ende hat sie sich einfach keinen Gefallen getan.

Letztendlich lässt mich das Buch etwas zwiegespalten zurück. Da ist auf der einen Seite der super Schreibstil, den ich wirklich gerne gelesen habe. Da ist die super Grundidee, die wohl auf einem realen Erlebnis basiert. Und da ist auch die gut durchdachte Nachbarschaft und die recht spannende Handlung. Auf der anderen Seite sind da aber völlig übertriebene Szenen, an den Haaren herbei gezogene und unglaubwürdige Ereignisse und Geschehnisse, die nichts zur Handlung beitragen und so sehr konstruiert und gewollt wirken.

Fazit:
Ein Buch, welches ich recht gerne gelesen habe, welches auch durchaus mit psychologischer Spannung punkten kann - vor allem zu Beginn. Dann lässt diese allerdings stark nach, die Handlung wirkt sehr konstruiert und das Ende ist einfach zu übertrieben. Auf der anderen Seite kann die Autorin toll schreiben und so war das Buch alles in allem okay, konnte mich aber nicht vollständig überzeugen.

Donnerstag, 7. März 2019

Rezension "Was uns erinnern lässt"

Titel: Was uns erinnern lässt
Autor: Kati Naumann 
Verlag: HarperCollins
Seitenzahl: 400
ISBN:  9783959678056
Einbindungsart:Hardcover / ebook
Preis: 20,00 € / 16,99 €

(c) HarperCollins
Zum Inhalt: 
Zwei Zeitebenen, ein Handlungsort. Auf der einen Seite ist da Christine , 1977, im Teenageralter, die mit ihrer Familie in der Sperrzone zwischen der DDR und der BRD in einem Hotel wohnt. Abgeschnitten vom Rest der Welt, leben sie in ihrer heilen Welt und denken nicht daran, dass ihnen etwas schlechtes passieren könnte. Als Familie halten sie zusammen und machen das Beste aus ihrer Situation. Doch von einem auf den anderen Tag verlieren sie alles, was ihnen jemals etwas bedeutet hat. Auf der anderen Seite ist da Milla, 2017, eine junge Frau, die auf der Suche nach sich selbst verlorene und verlassene Orte sucht und dadurch auf Christine und ihre Geschichte stößt. Gemeinsam fangen die beiden Frauen an ihre Vergangenheit aufzuarbeiten.

Meine Meinung:
Was für ein Buch, was für ein Zeitalter, was für eine Geschichte. Wenn ich mich mit deutscher Geschichte beschäftigt habe, dann war es der Nationalsozialismus oder aber vielleicht das Mittelalter. Mit der Zeit der DDR und der DDR selbst habe ich mich so noch nie beschäftigt und so war ich sehr gespannt auf dieses Buch.

Die Autorin hat wahnsinnig gute Arbeit geleistet. Sowohl was ihre Recherche angeht, als auch was ihre Geschichte angeht. Ich habe unglaublich viel über die DDR und die Umstände gelernt. Ich wusste noch nichts über die Sperrzonen und wie heftig das damals war. Wie schwer es war sich gegenseitig zu besuchen, wie Menschen abgestraft wurden, die nicht ins Bild passten oder als potenielle Gefahr galten. Kinder wurden von ihren Eltern getrennt, Familienmitglieder verrieten sich gegenseitig. Die Autorin hat hierfür viel recherchiert und auch eigene Erinnerungen verwendet, was man als Leser sofort merkt. Die Geschichte ist unglaublich authentisch und berührend. Sie ging mir ziemlich nah und war sehr emotional.

Der Schreibstil der Autorin ist toll. Wie sie die beiden Zeitebenen miteinander verknüpft ist richtig gut gemacht. Alles ist logisch, ergibt Sinn und passt zusammen. Zunächst habe ich die Perspektive der Gegenwart etwas mehr gemocht. Dies änderte sich aber recht schnell und ich war unglaublich von der Vergangenheit gefesselt. Dass man Christine und ihre Geschwister als Kinder kennenlernt und ihnen dann als Erwachsenen wieder begegnet ist super. Kati Naumann beschreibt auch ihre Charaktere so authentisch, dass ich das Gefühl hatte, ich würde die Dressels persönlich kennen. Sie schafft es ihren Charakteren die verschiedensten Facetten zu verleihen und so bleibt am Ende keiner blass zurück.

Denn Kampf um ihr Erbe, den Christine gemeinsam mit Milla ausficht, ist ebenfalls sehr spannend, fesselnd und glaubwürdig erzählt. Vor allem das Ende gefällt mir hier sehr gut, da die Autorin es schafft, die Geschichte befriedigend abzuschließen ohne ein echtes, ein klassisches Happy End zu schreiben. Dies hätte aber auch nicht zur Geschichte gepasst und so hat Naumann hier alles richtig gemacht.

Ich hätte zu Beginn wirklich nicht gedacht, dass mich diese Geschichte so begeistern und fesseln würde, aber ich finde es toll, dass ich endlich mal eine Geschichte über die Zeit vor der Wende, über die Zeit in der Sperrzone, die Zeit er Entbehrungen und Enteignungen zu lesen bekommen habe und mir so vor Augen führen konnte, dass es neben dem Nationalsozialismus durchaus noch andere dunkle Kapitel in der deutschen Geschichte gibt.

Fazit:
Ich merke, dass ich meine Gefühle gar nicht komplett rüber bringen kann, aber ich möchte euch einfach bitten, dieses Buch zu lesen. Es ist toll recherchiert und super geschrieben. Es informiert, unterhält und macht Spaß. Es regt zum Nachdenken an, bringt die Gefühle in Aufruhr und lässt einen an eine Zeit zurück denken, die nicht vergessen werden darf.