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Freitag, 28. Juni 2019

[Rezension] "The one real man"

Titel: The one real man
Autor: Piper Rayne
Seitenzahl: 264
ISBN: 978-3-95818-338-4
Einbindungsart: Taschenbuch / ebook
Preis: 12,00 € / 4,99 €
Reihe: 1 / 3

(c) forever
Zum Inhalt:
Hannah ist frisch geschieden. Der Anwalt ihres Exmannes hat sie vor Gericht so richtig bluten lassen und sie um die Hälfte ihres Vermöges gebracht. Doch Hannah hat noch ein weiteres Problem. Der Anwalt ist nicht nur vor Gericht richtig gut, nein er sieht auch noch verdammt gut aus. Und zu allem Überfluss weiß er genau was er will - Hannah. Zunächst wehrt sie sich mit Händen und Füßen, doch nachdem sie auf Roarke angewiesen ist, bleibt ihr nichts anderes übrig, als ihn näher kennen zu lernen.

Meine Meinung:
"The one real man" ist der dritte Teil einer Reihe, rund um drei Freundinnen, die alle auf der Suche nach der Liebe und ihrem Lebensglück sind. Ich kenne weder Band eins noch Band zwei und so kann ich mit Gewissheit sagen, dass man dieses Buch problemlos ohne Kenntniss der Vorgänger lesen kann.

Jedes Buch hat eine der Freundinnen zum Hauptthema. Dies ist vermutlich auch der Grund warum man die Bücher alle problemlos unabhängig voneinander lesen kann. Sicherlich geht das Privatleben aller drei Charaktere in jedme Band weiter, doch ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl etwas verpasst zu haben. Trotzdem möchte ich die Vorgänger irgendwann mal lesen, denn "The one real man" hat mir richtig gut gefallen.

Dies beginnt bei dem super zu lesenden und lockeren Schreibstil. Die Geschichte und die Seiten flogen nur so dahin. Ich war richtig schnell in der Geschichte drin und wurde prima unterhalten.

Auch die Charaktere gefielen mir richtig gut. Neben den beiden Hauptcharakteren Hannah und Roarke, sind da auch noch ihre beiden besten Freundinnen. Jede für sich ist einzigartig und wahnsinnig authentisch dargestellt. Jede hat ihre Eigenheiten und ist facettenreich. Die Autorinnen (es sind nämlich zwei) verstehen sich darauf tolle Charaktere zu erschaffen, diesen Leben einzuhauchen und sie sich weiter entwickeln zu lassen.

Auch die Erotik kommt in diesem Buch nicht zu kurz. Schon von Anfang an knistert es heftig zwischen Hannah und Roarke und nachdem die beiden sich näher kommt geht es schon auch ziemlich zur Sache. Auch hier finde ich, dass die Autorinnen ihr Werk verstehen. Die Szenen wirken zu keiner Zeit billig, auch wenn ich den Ausdruck "Schwanz" nicht so gerne mag und er hier ziemlich oft verwendet wird.

Die Geschehnisse in der Geschichte sind jetzt nicht unbedingt überraschend, aber bergen trotzdem einen gewissen Spannungsgrad. Da sind Geheimnisse, die aufgedeckt werden, Missverständnisse, die bereinigt werden und ein Ende, welches mich zufrieden zurück lässt. Vor allem, da das Ende eine neue Reihe ankündigt. Endet mit diesem Buch die aktuelle Reihe, so beginnt mit dem Ende direkt die neue Reihe, auf die ich mich sehr freue.

Fazit:
Ein super zu lesender Roman, mit genau der richtigen Dosis Liebe und Erotik, den ich sehr gerne gelesen und der mich bestens unterhalten hat.


Sonntag, 2. Juni 2019

Rezension "Willkommen in Lake Success"

Titel: Willkommen in Lake Success
Autor: Gary Shteyngart
Verlag: Penguin
Seitenzahl: 432
ISBN: 978-3-328-60069-5
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 24,00 €


(c) Penguin
Zum Inhalt:
Barry ist besessen von Uhren. Und völlig überfordert mit seinem autistischen Sohn Shiva. Nachdem seine Firma den Bach hinuntergeht beschließt er aus seinem Leben, welches ihn zutiefst unglücklich macht, auszubrechen. Die Ehe mit seiner Frau ist am Ende und so macht Barry sich auf die Suche nach seiner Jugendliebe Layla. Für diesen Roadtrip nimmt er den Greyhoundbus und trifft dabei auf Charaktere, die ihn prägen, zum Nachdenken bringen, ihn selbst aber nur wenig verändern.


Meine Meinung:
Mir fällt es nicht ganz leicht für dieses Buch eine Rezension zu schrieben. Es handelt sich mit Abstand um den größten Flop, den ich dieses Jahr gelesen habe.


Hin und wieder lese ich gerne Geschichten über einen Roadtrip. Hier erwartete ich mir einen Roadtrip mit politischem Hintergrund. Diesen bekam ich auch irgendwie. Aber auch nur irgendwie. Über die meiste Zeit folgen wir Barry im Greyhoundbus durch Amerika. Wir begegnen gemeinsam mit ihm den verschiedensten Personen, erleben wie er hier und da eine Affäre hat. Leider ist diese Geschichte sowas von nichts sagend, dass mir eigentlich fast die Worte für eine Rezension fehlen. Die Botschaft der Geschichte hat sich mir bis zum Ende nicht erschlosse und so frage ich mich nach über 400 Seiten, wofür ich eigentlich meine Zeit verschwendet habe.


Die Charaktere sind ebenso nervig, wie nichts sagend. Da ist zum einen Seema, Barrys Frau, die sofort nach seinem Weggang eine Affäre mit ihrem Nachbarn anfängt und zudem überall den Schein wahren will. Ihr Sohn Shiva scheint ihr dabei nur peinlich und eine Last zu sein, auch wenn sie ihn liebt. Shiva ist ein autistischer dreijähriger Junge, von dem man nicht mehr mitbekommt, als dass er Wutanfälle bekommt und nur durch wenig zu beruhigen ist. Und dann ist da noch Barry selbst. Selten habe ich so einen schrecklichen Protagonisten erlebt. Egoistisch, selbstverliebt und nur an seine Uhren denkend ist dieser Mann nicht als nervtötend. Ich verstehe diesen Charakter auch überhaupt nicht, weiß nicht, was ich von ihm lernen soll, wie ich eine Verbindung zu ihm hätte finden sollen. Mehr als Geld und hin und wieder mal Sex hat er nicht im Sinn.


Der Schreibstil passt leider ins Bild und trägt einiges dazu bei, dass das Lesen für mich mehr und mehr zur Qual wurde. Er ist holprig, übertrieben und vieles wirkt zu gewollt. Es macht keinen Spaß der Geschichte zu folgen. Es gibt Bücher, die sind so gut geschrieben, dass man die Sätze förmlich aufsaugen und immer wieder lesen will. Dieses Buch gehört mit Abstand nicht dazu und ist in so ziemlich allem das genaue Gegenteil. Sehr schade um diese doch so intelligent und gut wirkende Idee.


Fazit:
Mein bisheriger Flop des Jahres. Das Lesen wurde von Seite zu Seite immer mehr zur Qual. Anstrengende Charaktere, ein extrem anstrengender Schreibstil und eine Handlung, deren Sinn sich mir bis zum Ende nicht erschlossen hat, machten dieses Buch zu einem meiner größten Negativerlebnisse.



Samstag, 11. Mai 2019

Rezension "Gelateria Paradiso"

Titel: Gelateria Paradiso
Autor: Stefanie Gerstenberger 
Verlag: Diana
Seitenzahl: 448
ISBN: 978-3-453-29217-8
Einbindungsart: Klappenbroschur
Preis: 10,99 €

(c) Diana
Zum Inhalt:
Zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, die aber mehr verbindet als sie zunächst ahnen. Als Francesca und Susanne das erste Mal aufeinander treffen ist ihnen nicht klar, dass dieses Treffen eine Welle von Ereignissen lostritt, die nicht mehr aufzuhalten sind. Denn durch einen Zufall erfahren die beiden, dass sie den selben Vater haben. Susanne, die bei Adoptiveltern aufwuchs, möchte nichts lieber als ihre Familie kennenlernen. Francesca jedoch hat ganz andere Pläne. Und so machen die beiden sich unabhängig voneinander auf den Weg nach Italien zu ihrem Vater und begeben sich auf eine Reise, die sie nie mehr vergessen werden. 

Meine Meinung:
Ein Buch in dem es um Italien und Eis geht? "Yes" dachte ich, genau mein Ding. Leider konnte mich die Geschichte aber nicht vollständig überzeugen. Warum werde ich euch hier erklären.

Der Schreibstil der Autorin ist recht angenehm und gut zu lesen. Sie beschreibt die Umgebung und die Geschehnisse gut und bildhaft, sodass ich mir alles vorstellen konnte. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir durch den gut zu lesenden Schreibstil recht leicht. Da ich in letzter Zeit jedoch einige Bücher gelesen habe, die literarisch herausragend waren, fiel dieses dagegen trotz des angenehmen Stils etwas ab, was aber nicht nennenswert ins Gewicht fiel. 

Doch dann lernte ich die Charaktere näher kennen und war zum ersten Mal etwas enttäuscht. Susanne ist ein ganz schöner Charakter. Eine sympathische Frau in den besten Jahren, die keine schöne Kindheit hatte, aber das beste aus ihrem Leben gemacht hat. Und dann ist da noch Francesca. Mit der konnte ich mich leider so gar nicht anfreunden, sie machte mich regelrecht aggressiv. Seit vielen Jahrzehnten ist sie mit einem Mann verheiratet und dieser weiß absolut nichts von ihrer Vergangenheit. Sie hat ihm alles verschwiegen, ja ihn sogar belogen. Auch Francesca hatte keine schöne Kindheit, ihrem Mann jedoch nichts davon zu erzählen, nur weil sie alles vergessen will, fand ich schon ein starkes Stück. Auch sonst weiß ihr Mann gefühlt gar nichts über sie. Auch im weiteren Verlauf der Geschichte wurde sie mir leider nicht wirklich sympathischer, denn auch ihrer Halbschwester gegenüber verhält sie sich nicht gerade nett.

Ich verstehe durchaus, dass die Autorin zwei gegensätzliche Charaktere schaffen wollte. Dies ist ihr definitiv auch gelungen. Nur entwickelt sich Francesca für mich zu wenig, bzw. zu wenig glaubwürdig. Sie verändert sich schon zum Ende hin, aber ich hatte immer das Gefühl, dass sie das nur gezwungenermaßen tut, dass ihr kein anderer Ausweg bleibt. Auch mit dem Lügen macht sie bis zum Ende (wenn auch im kleinen Stil) weiter. Das fand ich wirklich schade und es klingt vielleicht auch ein wenig hart. Aber ich merke immer wieder, dass Protagonisten unheimlich viel für eine Geschichte bedeuten. Bei mir ist die Stimmung gleich schon mal auf Halbmast, wenn ich einen Protagonisten nicht mag. Und das war hier leider der Fall, was es mir schwerer machte der Geschichte eine Chance zu geben.

Dafür fand ich die Idee der Handlung wirklich schön. Die Eisdiele und das Eis hätte für meinen Geschmack noch etwas mehr zur Geltung kommen können. Ansonsten war die Idee aber klasse. Vor allem die Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart war echt gelungen. Als Leser erfährt man einiges über die italienischen Gastarbeiter und die Zeit der 60er Jahre was ich richtig spannend fand. Die Kapitel der Vergangenheit gefielen mir im Verlauf der Geschichte sogar besser, als die der Gegenwart. Vor allem weil diese sehr hilfreich dafür sind, die komplette Geschichte zu verstehen. Sie wird dadurch rund, was das ganze richtig gelungen macht.

Alles in allem lässt mich diese Geschichte recht zwiegespalten zurück. Ich habe das Buch durchaus gerne gelesen, was vor allem dem angenehmen Schreibstil geschuldet ist. Leider muss ich aufgrund der Charaktere einiges abziehen, da ich vor allem Francesca doch sehr anstregend fand. Die grundsätzliche Idee ist toll, hätte aber noch mehr ausgearbeitet werden. Aufgrund des Titels "Gelateria Paradiso" hatte ich mehr Eisdiele erwartete und mir auch gewünscht, was eigentlich nur am Ende wirklich der Fall ist.

Fazit:
Ein Buches welches für mich in der Summe recht mittelmäßig ist. Ganz guter Schreibstil, eine schöne Grundidee, jedoch etwas zu wenig ausgefeilt und extrem nervige und anstrengende Charaktere nehmen dem Buch leider das Besondere, auch wenn ich es recht gerne gelesen habe.



Montag, 6. Mai 2019

Rezension "So wie die Hoffnung lebt"

Titel: So wie die Hoffnung lebt
Autor: Susanna Ernst 
Verlag: Knaur 
Seitenzahl: 480
ISBN: 978-3-426-51905-9
Einbindungsart: Klappenbroschur
Preis: 9,99 €


(c) Knaur
Zum Inhalt:
Katie hat dass schlimmste erlebt, was einem Menschen passieren kann. Ihre komplette Familie wurde ausgelöscht. Das kleine Mädchen kommt schwer traumatisiert in ein Kinderheim, in dem sie wenige Jahre später Jonah begegnet. Durch den Schock zum Schweigen verdammt, taut sie in Jonahs Gegenwart immer mehr auf und fängt eines Tages sogar wieder zum Sprechen an. Doch gerade als sie das Gefühl hat, dass alles gut werden kann und sich zwischen Jonah und ihr erste romantische Gefühle entwickeln, passiert erneut etwas und die beiden werden auseinander gerissen.

Meine Meinung:
Dies war mein erstes Buch von Susanna Ernst. Seit ihrem Erstling begegnete mir ihr Name immer wieder, doch gelesen habe ich bisher keines ihrer Bücher. Ich bin so froh, dass ich endlich dazu kam eines ihrer Werke zu lesen, denn das Buch hat mich auf eine Reise mitgenommen, die ich so schnell nicht vergessen werde.

Mit Katie und Jonah hat Ernst zwei Protagonisten geschaffen, die unfassbar stark sind. Beide haben eine tragische Vergangenheit, die sie gemeinsam schaffen immer besser zu bewältigen. Ich fand es beeindruckend, welche Entwicklung die beiden im Verlauf der Geschichte nehmen. Was Ernst zudem geschafft hat, sind Protagonisten die von der ersten Seite an authentisch und glaubwürdig sind. Ich würde mich nicht wundern, wenn einer der beiden morgen vor meiner Tür stehen würde, so gut kann ich sie mir vorstellen. Auch eine Verfilmung fände ich im Übrigen richtig toll. Das Buch würde sich super dafür eignen. Als Nebencharakter gefällt mir Milow, der gemeinsame beste Freud der beiden, am besten. Er ist loyal, stark und unglaublich verlässlich. Auch diese Freundschaft beginnt im Kindesalter und hält auch an, als Jonah und er erwachsen sind.

Zu Beginn der Geschichte lernen wir Katie und Jonah als Kinder, kurz nach ihren schrecklichen Erlebnissen kennen. Ihre Freundschaft, zunächst ein zartes Pflänzchen, wird immer tiefer und fester und verwandelt sich nach und nach in zarte Liebe. Dann gibt es einen Zeitsprung und man begegnet Jonah als Erwachsenem. Katie gilt als verschollen, was geschah, weiß man zunächst nicht. Nach und nach rollt sich die Geschichte auf und wird somit auch von Seite zu Seite spannender. Niemals hätte ich erwartet, dass mich dieses Buch so extrem fesseln und so spannend sein würde.

Auch emotional hat mich dieses Buch auf eine Reise mitgenommen, die ich so schon lange nicht mehr erlebt habe. Ich litt mit Jonah und Katie. Lange suchte ich Protagonisten, die mein Herz so sehr berühren, wie die beiden es getan haben. Ihre Liebesgeschichte ist einfach nur richtig schön und wunderbar zu verfolgen, auch wenn sie viele tragische Höhepunkte hat. Das Schicksal spielt beiden immer wieder übel mit, doch trotzdem bleiben sie immer irgendwie miteinander verbunden.

Der Schreibstil von Susanna Ernst ist ebenfalls total klasse. Sie erschuf so wahnsinnig realistische Bilder in meinem Kopf. Zudem kann sie so toll schreiben, dass es stellenweise schon etwas poetisches hat. Auch die romantischen Szenen bringt sie mit genau der richtigen Portion Kitsch über die Bühne, sodass man hier definitiv sagen kann, dass sie ihr Handwerk versteht. 

Das Ende ist - ohne jetzt zu viel verraten zu wollen - bittersüß und passt somit perfekt zum Leben von Jonah und Katie. Es ist kein klassisches Happy End, denn obwohl sich vieles zum Guten wendet, so kommt auch das Ende nicht ohne Tragik aus. Dies machte mich auf der einen Seite sehr traurig, passt aber trotzdem gut zu der Geschichte.

Fazit:
Ein rundum gelungenes Buch, welches ich von der ersten bis zur letzten Seite geliebt habe. Ich konnte kaum mit lesen aufhören, denn ich wurde von der Spannung und den unfassbar tollen Protagonisten mehr als positiv überrascht. Deswegen ist dieses Buch dieses Jahr definitiv eines meiner Highlights.


Montag, 22. April 2019

Rezension "Rückwärtswalzer"

Titel: Rückwärtswalzer
Autor: Vea Kaiser
Seitenzahl: 432
ISBN: 978-3-462-05142-1
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 22,00 €

(c) Kiepenheuer & Witsch
Zum Inhalt:
Als Onkel Willi stirbt, ist für seine Frau, ihre beiden Schwestern und seinen Neffen Lorenz nichts mehr, wie es einmal war. Onkel Willi hat sie alle zusammen gehalten, war immer für sie da. Und so beschließen sie, ihm seinen letzten Wunsch zu erfüllen. Willi wollte immer in seiner Heimat Montenegro beerdigt werden. Da eine Überführung von Österreich dorthin allerdings sehr teuer ist, beschließen die vier das in die eigene Hand zu nehmen und selbst mit dem Auto dorthin zu fahren. Diese Reise stellt sich als große Herausforderung heraus und schweißen die vier mehr zusammen, als sie jemals gedacht hätten.

Meine Meinung:
Während meiner Zeit im Buchhandel begegnete mir der Name Vea Kaiser immer wieder. Gelesen hatte ich jedoch bisher nichts von ihr. Doch das sollte sich jetzt ändern und so war ich sehr gespannt auf ihren neuesten Roman, Rückwärtswalzer.

Der Klappentext klang skurril und ich war unglaublich gespannt, was die Geschichte bringen würde. Dass mich das Buch letztendlich so fesseln würde hätte ich niemals erwartet. Zu Beginn hatte ich zwar keine Schwierigkeiten in die Geschichte hinein zu kommen, doch den Protagonist Lorenz mochte ich überhaupt nicht. Er war der klassische Versager vor dem Herrn. Ließ sich alles von seiner Freundin bezahlen, von Arbeit hielt er nicht viel. Als die Beziehung zerbricht versucht er sein Glück bei der Verwandtschaft. Scheitert jedoch kläglich und muss zum ersten Mal in seinem Leben lernen, dass Geld nicht auf Bäumen wächst. Ich fand ihn extrem anstrengend und konnte nur wenig Entwicklugn bei ihm feststellen. Dies änderte sich jedoch im Verlauf der Geschichte immer mehr und vor allem gegen Ende geht in Lorenz eine Wandlung vor, die ich so nicht erwartet hatte.

Die Charaktere von Lorenz Tanten mochte ich sehr gerne. Vea Kaiser hat hier drei Persönlichkeiten geschaffen, die unglaublich unterschiedlich, doch immer für einander da sind. Das Familienmotto "Keiner wird zurück gelassen" berührt und stimmt hier zu einhundert Prozent.

Da die Geschichte sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart spielt lernt man viel über die Protagonisten. Willi und die Tanten lernt man schon als Kinder kennen und begleitet sie praktisch ihr ganzes Leben hinweg, in Willis Fall sogar bis zum Tod. Man lernt ihre tiefsten Geheimnisse kennen und erfährt wie sie zu den Menschen wurden, die sie heute sind. Dies alles wird wunderbar schlüssig und fesselnd erzählt. Ich habe inzwischen das Gefühl, dass ich nur am Nachbarhaus klingeln müsste und Hedi, Mirl oder Wetti würden mir die Türe öffnen. Gerne würde ich die Tanten persönlich kennen lernen. Denn obwohl sie auch auf ihre Art sehr schrullig sind, so sind es doch faszinierende Persönlichkeiten, deren Leben beeindruckt.

Toll an den Passagen, die in der Vergangenheit spielen, finde ich auch, dass man so viel über die Zeit damals erfährt. Seien es die 60, 70er in Österreich oder auch in Montenegro. Beide Länder und die jeweiligen Zeiten lernte ich so immer besser kennen und so gefielen mir die Abschnitte der Vergangenheit fast über die komplette Zeit noch besser, als die der Gegenwart. Lediglich am Ende des Buches fand ich beide Zeitabschnitte gleichwertig. Denn da wird die Gegenwart so spannend, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Dieses Buch ist so gut geschrieben und bietet so unfassbar viele Facetten an Persönlichkeiten und Geschehnissen, dass es definitiv ein Highlight der Literatur ist. Ich merke immer mehr, wie viel Spaß es macht, Bücher zu lesen, die gut geschrieben sind. Gute Sprache, schöne kreative Sätze und eine Prise schwarzer Humor lassen dieses Buch zu einem Erlebnis werden, welches ich euch sehr gerne ans Herz legen möchte.

Fazit:
Ein richtig gutes Buch. Unfassbar gut geschrieben, facettenreiche Charaktere und eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt und so viele Dinge bereithält, dass es einfach nur Spaß gemacht hat, dieses Buch zu lesen. 

Mittwoch, 3. April 2019

Rezension "Läuft bei uns"

Titel: Läuft bei uns
Autor: Steffen Weinert 
Verlag: Rowohlt
Seitenzahl: 208
ISBN: 978-3-499-27426-8
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 10,00 €


(c) Rowohlt
Zum Inhalt:
Sebastian ist Vater einer Teenagertochter und alleinerziehend. Eigentlich läuft alles gut, doch plötzlich fängt Mathilda an schlechte Noten mit nach Hause zu bringen. Sebastian macht sich Gedanken und große Sorgen und kommt eines Tages auf die Idee, dass Mathilda vielleicht hochbegabt sein könnte und sich deswegen in der Schule langweilt. Doch das Problem ist ein ganz anderes und liegt viel tiefer, als Sebastian eigentlich glaubt. 

Meine Meinung: 
Dieses Buch bietet deutlich mehr als ich zu Beginn dachte. Erwartet habe ich eine lustige Geschichte eines etwas überforderten Vaters und seiner Teenagertochter. Das habe ich stellenweise auch bekommen, doch an anderer Stelle ist die Geschichte viel tiefsinniger als ich gedacht hätte.

Zunächst beginnt die Geschichte sehr humorvoll. Ich musste total oft schmunzeln. Vieles kam mir bekannt vor, vor vielem graute es mir, wenn meine Töchter mal in dieses Alter kommen. Man lernt Mathilda und ihren Vater Sebastian kennen. Schnell merkte ich jedoch, dass da viel mehr dahinter steckt. Als die Sprache auf Mathildas Mutter kommt, wird die Geschichte sogar unerwartet ernst und tiefgründig und man lernt Seiten an Sebastian kennen, die zunächst verborgen blieben.

Der Schreibstil von Steffen Weinert ist super zu lesen und ließ mich nur so durch die Seiten fliegen. Er hat mit Sebastian und Mathilda zwei extrem starke Charaktere geschaffen. Sebastian ist durchaus als schwerer Charakter zu bezeichnen. Er macht es Mathilda wirklich nicht leicht und ist oftmals sehr anstrengend. Gerne wäre ich stellenweise in das Buch gesprungen und hätte ihn geschüttelt. Er merkt gar nicht, wie er seine Tochter immer mehr einengt und sich damit immer mehr von ihr entfernt. Mathilda ist richtig sympathisch. Obwohl ihr Vater so anstrengend ist, liebt sie ihn und möchte ihn nicht enttäuschen. Sie ist eine starke Persönlichkeit, die durch die Schicksalsschläge in ihrem Leben eher gewachsen ist.

Die Mischung des Buches ist toll. Die humorvollen Abschnitte, die alle ihre Berechtigung haben, wechseln sich mit ernsten Passagen ab und verhindern so, dass die Geschichte ins lächerliche und übertriebene abgleitet, was ich vor dem Lesen etwas befürchtet hatte. Lediglich eine Szene gegen Ende wirkt etwas übertrieben, trägt damit aber zum Verlauf der Geschichte bei und passt an dieser Stelle auch.

Das Ende gefällt mir ebenfalls sehr gut. Es ist kein rosarotes Happy End, doch alles geht in eine Richtung die genau richtig ist und Hoffnung macht. Allein durch das Ende merkt man nochmal, wie die Charaktere sich im Verlauf der Geschichte entwickelt haben und über sich hinaus gewachsen sind. Ich finde der Autor hat hier einer schönen Geschichte ein rundes Ende verpasst, was perfekt zum Verlauf passt.

Fazit:
Eine Geschichte, die viel mehr Tiefgang hat, als Cover und Klappentext vermuten lassen. Hier bekommt man eine humorvolle Geschichte, die aber stellenweise so viel Ernsthaftigkeit besitzt und so tolle Charaktere hat, dass sie mir wirklich gut gefallen hat.



Montag, 25. März 2019

Rezension "Der Herzschlag der Steine"

Titel: Der Herzschlag der Steine
Autor: Isabel Morland 
Verlag: Knaur
Seitenzahl: 464
ISBN: 978-3-426-52354-4
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 9,99 €

(c) Knaur
Zum Inhalt:
Lange war Ailsa nicht mehr in ihrer Heimat - einer kleinen Insel auf den Äußeren Hebriden. Doch nun beschließt sie, viele Jahre nach dem Tod ihrer Mutter, deren Haus zu verkaufen. Doch womit Ailsa nicht gerechnet hat, ist dass ihre Vergangenheit sie dort schneller einholt als ihr lieb ist. Ihre verflossene Liebe, ihren ehemaliger bester Freund und auch alle anderen Bewohner der Insel lässt ihre Rückkehr nicht kalt. Als dann unvorhergesehene Dinge passieren beschließt Ailsa länger auf der Insel zu bleiben und findet dort das, womit sie niemals gerechnet hätte.

Meine Meinung:
Ab und an lese ich gerne Romane, bei denen man von vorn herein eigentlich weiß, wie es ausgeht, die einfach schön zu lesen sind, die gewisse Portion Dramatik und Romantik und natürlich ein schönes Ende habe. Bei diesem Buch rechnete ich genau damit.

Ich muss zugeben, dass ich mit dem Beginn etwas Schwierigkeiten hatte. Der Prolog war so gar nicht mein Ding und total seltsam und schräg. Von der Thematik her passt er perfekt zur Geschichte, doch ich kam damit nicht klar und war kurz davor das Buch tatsächlich schon auf den ersten 10 Seiten weg zu legen und aufzuhören.

Doch zum Glück habe ich das nicht getan, denn die Geschichte die danach folgt ist alles andere als schräg und komisch und ganz anders als der Prolog. Auch der Prolog ergibt im Rückblick immer mehr Sinn. Die Geschichte ist super zu lesen. Was der Autorin ganz besonders gut gelungen ist, ist die Beschreibung der Umgebung dort. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich schon mal einen Roman gelesen habe der auf den Hebriden gespielt hat. Und so war die Umgebung, die Kultur und das Leben dort für mich etwas ganz neues und unglaublich spannend, darüber zu lesen. Die Autorin hat so eine bildgewaltige Sprache, dass es mir nun so vorkommt, als hätte ich vor kurzem Urlaub dort gemacht - was ich in gewisser Form ja auch getan habe.

Ailsa mochte ich gerne, auch wenn sie zunächst recht schüchtern und blass wirkt, so entwickelt sie sich im Verlauf der Geschichte zu einer echten Persönlichkeit, die weiß was sie will und die etwas aus ihrem Leben machen will - trotz herber Rückschläge.

Die Liebesgeschichte, die sich nach und nach entwickelt gefiel mir ebenfalls gut. Von Anfang an merkt man, dass zwischen Ailsa und ihrer Jugendliebe noch immer etwas ist, doch nur langsam kommt das wirklich in Fahrt. Die Liebe beginnt sehr zart und unterschwellig, nur um dann im einem großartigen Finale zu enden.

Das Buch bringt auch ein bisschen etwas mystisches mit. So gehört zum Leben auf Ailsas Heimatinsel viel Aberglauben, viele Legenden. Vieles davon findet Platz in diesem Buch. Ich hätte das gar nicht unbedingt gebraucht, doch macht es die Geschichte natürlich noch etwas besonderer und authentischer und verleiht ihr so etwas geheimnisvolles.

Letztendlich habe ich das Buch gerne gelesen. Die wunderbare Unterlatung für Zwischendurch macht wirklich Spaß, wenn man sich auf das Geschehen und das mystische einlassen kann. Auch ich musste mich erst mit dem Leben auf den Hebriden anfreunden, doch als ich das getan hatte, konnte ich das Buch richtig genießen.

Fazit:
Nach holprigem Start, habe ich dieses Buch echt gerne gelesen. Die Autorin kann toll schreiben und erschafft mit ihrer Sprache Bilder in meinem Kopf, die mir das Gefühl geben, selbst dort gewesen zu sein.


Sonntag, 17. März 2019

Rezension "Writers in New York"

Titel: Writers in New York 
Autor: G. S. Lima
Verlag: Piper 
Seitenzahl: 480
ISBN: 978-3-492-50194-1 
Einbindungsart: Taschenbuch / ebook
Preis: 18,99 € / 4,99 €

(c) Piper
Zum Inhalt:
Indiana möchte nichts lieber als frei sein. Frei von allen Zwängen, frei von den hohen Erwartungen ihrer Familie. Frei von dem Leben in Alabama, welches für sie geplant wurde. Und so trifft es sich gut, dass ihre Großmutter ihr eine Wohnung in New York veerbt hat. Dorthin zieht es India und sie beginnt kreatives Schreiben zu studieren. Doch nicht nur ihr Studium und ihre Freiheit lassen ihr Herz höher schlagen. Nein, da ist auch noch ihr Nachbar Alec, der so gut aussieht, dass es fast schon unverschämt ist und dieser bringt ihr Herz komplett aus der Fassung. Doch Alec ist alles andere als nett und Indias Herz gerät in große Gefahr.

Meine Meinung:
Auch hier haben wir mal wieder ein Buch, dessen Cover ich echt toll finde und welches dafür gesorgt hat, dass ich diesem Buch einen zweiten Blick schenke. Der Titel und der Klappentext taten ihr übriges, dass ich diese Geschichte unbedingt lesen wollte. Denn ein Buch übers Schreiben, übers Lesen oder über Bücher kann einfach nur gut sein.

Zunächst einmal beginnt alles recht harmlos. Als Leser begleitet man India bei ihrem Umzug und ihrer erster Begegnung mit Alec. Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar locker und leicht und dadurch super zu lesen. Zudem sind ihre Beschreibungen wirklich gut, sodass ich den Wohnkomplex, in dem die beiden wohnen, auch jetzt noch vor Augen habe.

Wunderbar finde ich natürlich die Einflüsse von Büchern, Buchhandlungen und dem Schreiben, die hier in die Geschichte einfließen. Ich habe den Eindruck, dass die Autorin selbst, Bücher sehr liebt, zumindest vermittelt die Geschichte mir das. Ihre Beschreibungen des Autorendaseins sind absolut authentisch und glaubwürdig und ich kann mich plötzlich viel besser in diese hinein versetzen.

Natürlich ist das Buch alles in allem eine riesige Liebesgeschichte. Sie ist stellenweise ziemlich kitschig, teilweise sehr prickelnd und ab und an auch etwas traurig. Die Autorin schafft eine wunderbar abwechslungsreiche Geschichte, in der alle Gefühle, die zu einer guten Liebesgeschichte gehören, ihren Platz haben. Auch die erotischen Szenen sind wirklich gut gemacht und sehr ästhethisch. Zudem nehmen sie keinen großen Platz in der Geschichte ein und gehen auch nicht über wahnsinnig viele Seiten. Ich finde, hier hat die Autorin genau die richtige Dosis gewählt.

Auch die Protagonisten sind der Autorin gut gelungen. Gerade Alec und India stechen aus der Masse sehr hervor. Beides sind recht eindeutige Typen, Alec noch mehr als India. Er ist sehr eckig und kantig und die Autorin scheut auch nicht davor zurück ihn unbeliebt bei ihren Lesern zu machen. India ist da mehr das nette kleine Mädchen von nebenan, die sich jedoch im Laufe der Geschichte zu einer Frau entwickelt, die ihre eigene Meinung und ganz schön was drauf hat. Auch Alec wächst im Verlauf der Geschichte sehr, was der Autorin richtig gut gelungen ist. Beide Protagonisten machen eine Wandlung durch, die glaubwürdig, authentisch und wunderbar zu beobachten ist. Die Nebendarsteller sind ebenfalls sehr gut gelungen und runden die Geschichte perfekt ab. 

Witzigerweise ist das Buch sogar stellenweise recht spannend, womit ich so gar nicht gerechnet habe. Eigentlich habe ich erwartet, dass es recht klar sein dürfte, in welche Richtung die Geschichte geht und wie sie ausgeht. Doch dann kommt die Autorin um die Ecke und macht einfach alles ganz anders. Es gibt einen Twist, über den ich erst schmunzeln musste, dann fand ich ihn recht merkwürdig, bis er sich mir dann letztendlich erschloss und alles ganz klar wurde. 

Ich mag die Geschichte total. Sie ist in sich stimmig und auch das Ende ist hervorragend. Wer gerne Liebesgeschichten, die auch stellenweise sehr kitschig sein dürfen, liest, ist hier genau richtig. Man kommt ins Schwärmen und Mitfiebern. Und jeder, der dieses Buch gelesen hat und India und Alec kein Happy End gewünscht hat, der hat etwas falsch verstanden. Die beiden sind die perfekten Protagonisten in einer perfekten Liebesgeschichte, die mich sehr gut unterhalten und viel Spaß gemacht hat.

Fazit:
Eine wunderbare Liebesgeschichte, die alles hat, was eben jene braucht. Romantische Gefühle, eine Prise Erotik, eine Ladung Kitsch, etwas Drama und dann das perfekte Ende.


Donnerstag, 7. März 2019

Rezension "Was uns erinnern lässt"

Titel: Was uns erinnern lässt
Autor: Kati Naumann 
Verlag: HarperCollins
Seitenzahl: 400
ISBN:  9783959678056
Einbindungsart:Hardcover / ebook
Preis: 20,00 € / 16,99 €

(c) HarperCollins
Zum Inhalt: 
Zwei Zeitebenen, ein Handlungsort. Auf der einen Seite ist da Christine , 1977, im Teenageralter, die mit ihrer Familie in der Sperrzone zwischen der DDR und der BRD in einem Hotel wohnt. Abgeschnitten vom Rest der Welt, leben sie in ihrer heilen Welt und denken nicht daran, dass ihnen etwas schlechtes passieren könnte. Als Familie halten sie zusammen und machen das Beste aus ihrer Situation. Doch von einem auf den anderen Tag verlieren sie alles, was ihnen jemals etwas bedeutet hat. Auf der anderen Seite ist da Milla, 2017, eine junge Frau, die auf der Suche nach sich selbst verlorene und verlassene Orte sucht und dadurch auf Christine und ihre Geschichte stößt. Gemeinsam fangen die beiden Frauen an ihre Vergangenheit aufzuarbeiten.

Meine Meinung:
Was für ein Buch, was für ein Zeitalter, was für eine Geschichte. Wenn ich mich mit deutscher Geschichte beschäftigt habe, dann war es der Nationalsozialismus oder aber vielleicht das Mittelalter. Mit der Zeit der DDR und der DDR selbst habe ich mich so noch nie beschäftigt und so war ich sehr gespannt auf dieses Buch.

Die Autorin hat wahnsinnig gute Arbeit geleistet. Sowohl was ihre Recherche angeht, als auch was ihre Geschichte angeht. Ich habe unglaublich viel über die DDR und die Umstände gelernt. Ich wusste noch nichts über die Sperrzonen und wie heftig das damals war. Wie schwer es war sich gegenseitig zu besuchen, wie Menschen abgestraft wurden, die nicht ins Bild passten oder als potenielle Gefahr galten. Kinder wurden von ihren Eltern getrennt, Familienmitglieder verrieten sich gegenseitig. Die Autorin hat hierfür viel recherchiert und auch eigene Erinnerungen verwendet, was man als Leser sofort merkt. Die Geschichte ist unglaublich authentisch und berührend. Sie ging mir ziemlich nah und war sehr emotional.

Der Schreibstil der Autorin ist toll. Wie sie die beiden Zeitebenen miteinander verknüpft ist richtig gut gemacht. Alles ist logisch, ergibt Sinn und passt zusammen. Zunächst habe ich die Perspektive der Gegenwart etwas mehr gemocht. Dies änderte sich aber recht schnell und ich war unglaublich von der Vergangenheit gefesselt. Dass man Christine und ihre Geschwister als Kinder kennenlernt und ihnen dann als Erwachsenen wieder begegnet ist super. Kati Naumann beschreibt auch ihre Charaktere so authentisch, dass ich das Gefühl hatte, ich würde die Dressels persönlich kennen. Sie schafft es ihren Charakteren die verschiedensten Facetten zu verleihen und so bleibt am Ende keiner blass zurück.

Denn Kampf um ihr Erbe, den Christine gemeinsam mit Milla ausficht, ist ebenfalls sehr spannend, fesselnd und glaubwürdig erzählt. Vor allem das Ende gefällt mir hier sehr gut, da die Autorin es schafft, die Geschichte befriedigend abzuschließen ohne ein echtes, ein klassisches Happy End zu schreiben. Dies hätte aber auch nicht zur Geschichte gepasst und so hat Naumann hier alles richtig gemacht.

Ich hätte zu Beginn wirklich nicht gedacht, dass mich diese Geschichte so begeistern und fesseln würde, aber ich finde es toll, dass ich endlich mal eine Geschichte über die Zeit vor der Wende, über die Zeit in der Sperrzone, die Zeit er Entbehrungen und Enteignungen zu lesen bekommen habe und mir so vor Augen führen konnte, dass es neben dem Nationalsozialismus durchaus noch andere dunkle Kapitel in der deutschen Geschichte gibt.

Fazit:
Ich merke, dass ich meine Gefühle gar nicht komplett rüber bringen kann, aber ich möchte euch einfach bitten, dieses Buch zu lesen. Es ist toll recherchiert und super geschrieben. Es informiert, unterhält und macht Spaß. Es regt zum Nachdenken an, bringt die Gefühle in Aufruhr und lässt einen an eine Zeit zurück denken, die nicht vergessen werden darf.

Samstag, 14. April 2018

Rezension "Der kleine Teeladen zum Glück"

Titel: Der kleine Teeladen zum Glück
Autor: Manuela Inusa
Verlag: blanvalet
ISBN: 978-3-7341-0500-5
Seitenzahl: 288
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 9,99 €
Band 1 / 5

(c) blanvalet
Zum Inhalt:
Laurie besitzt einen Teeladen in der Valeria Lane. Einer kleinen gemütlichen Gasse, in der es ausschließlich kleine Läden gibt. Alle werden von Frauen geführt und alle sind miteinander befreundet. Einmal in der Woche treffen sie sich abends auf eine Tasse Tee bei Laurie im Laden und erzählen sich gegenseitig, was sie bewegt. Davon hat Laurie zur Zeit eine ganze Menge, denn ihr geht ihr Teehändler Barry einfach nicht mehr aus dem Kopf. Jede Woche, wenn er mit seiner Lieferung vor ihrer Türe steht, bekommt sie weiche Knie und kaum ein Wort heraus. Ihre Freundinnen können das nicht mehr mit anschauen und beschließen Laurie zu helfen und endlich Schwung in ihr Liebesleben zu bringen. Doch das wird chaotischer als alle gedacht haben.

Meine Meinung:
Ich liebe Tee und trinke, vor allem im Winter, fast täglich welchen. Und so war dieses Buch natürlich perfekt für mich. Alleine das Cover und der Klappentext strahlen eine Gemütlichkeit aus, die ihresgleichen sucht. Und so empfehle ich euch allen, schnappt euch eine Tasse Tee und dieses Buch und macht es euch auf dem Sofa gemütlich.

Laurie ist eine wunderbar warmherzige Frau, mit der ich gerne selbst befreundet wäre. Ich wünschte mir ihr, ihren kleinen Laden und die Valerie Lane gäbe es bei mir um die Ecke. Nach dem Lesen war ich noch viel wehmütiger, als ich an das Sterben der kleinen Läden dachte, denn diese Geschichte beweist einmal mehr, wie wertvoll und schön solch kleine Läden für ein Stadtbild sind. Auch ihre Freundinnen mochte ich gerne, selbst wenn man in diesem Buch noch nicht wahnsinnig viel über sie erfährt. Das liegt aber vermutlich daran, dass jeder der Damen eine eigene Geschichte gewidmet wird. Und so liegt der Fokus in diesem Buch doch sehr deutlich auf Laurie ... und natürlich Barry.

Das Zusammenspiel der beiden war einfach nur total niedlich zu beoachten. Die beiden tanzen umeinander herum, doch keiner wagt es den ersten Schritt zu machen und den anderen anzusprechen. Keiner traut sich offen zu seinen Gefühlen zu stehen und so vergehen geschlagene sechs Monate bis die Beziehung der beiden endlich die geschäftliche Ebene verlässt.

"Der kleine Teeladen zum Glück" ist ein absolutes Wohlfühlbuch. Während dem Lesen hatte ich glaube ich die komplette Zeit über ein fettes Grinsen im Gesicht. Natürlich erfindet die Autorin hier nicht das Rad neu, doch schreibt sie ihre Geschichte mit so viel Charme und Wortgewandtheit, dass es jedes Mal eine wahre Freude war, in die Valeria Lane zurück zu kehren. Ich brauchte nur wenige Seiten um von der Geschichte und vor allem der dort herrschenden gemütlichen Atmosphäre gefangen genommen zu werden. Ich freue mich so unglaublich auf Band 2 und wünschte ich hätte ihn schon hier. Da geht es dann um die Chocolaterie aus der Valeria Lane und ich befürchte irgendwie, dass mein Schokoladenkonsum beim Lesen etwas steigen wird.

Das Ende der Geschichte ist wunderbar und lässt alle, nach einigen Missverständnissen, glücklich zurück. Ich freue mich schon jetzt darauf in die Valeria Lane zurück zu kehren, denn schon auf der letzten Seiten begann ich Laurie und Barry und natürlich Lauries Freundinnen zu vermissen.

Fazit:
Ein absolutes Wohlfühlbuch. Schnappt euch eine Tasse Tee, dieses Buch und dann ab aufs Sofa und genießt die Zeit in der Valeria Lane. Ich habe es getan und freue mich schon jetzt sehr auf Band 2.

Mittwoch, 14. Juni 2017

Rezension "Trusting Liam - Tief in meinem Herzen"

Titel: Trusting Liam - Tief in meinem Herzen
Autor: Molly McAdams
Seitenzahl: 300
ISBN: 978-3-95649-589-2
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 9,99 €
Hier bestellen *KLICK*

Zum Inhalt:
Liam ist kein Mann für eine ernsthafte Beziehung. One Night Stands sind genau sein Ding. Auch Kennedy ist einer seiner One Night Stands. Nach einer Nacht denkt sie, dass sie Liam nie wieder sehen wird. Doch weit gefehlt. Ihr Vater ein Cop schickt sie zu ihrem Schutz nach Kalifornien und ausgerechnet Liam ist dort für ihren Schutz verantwortlich. Und plötzlich ist dieser scheinbar so bedeutungslose One Night Stand gar nicht mehr so bedeutungslos.

Meine Meinung:
Die vorherigen Bücher der Autorin waren ja alle nicht so mein Ding. Belanglos, langweilig und zudem auch nicht besonders gut geschrieben. Trotzdem wagte ich einen neuen Versuch mit "Trusting Liam". Und ich muss sagen, dieses Buch gefiel mir eindeutig besser als die anderen.

Natürlich ist auch hier der Schreibstil keine Offenbarung, doch irgendwie ließ sich das Buch total gut lesen. Dies lag sicherlich auch daran, dass mir Kennedy recht schnell sehr sympathisch war. Auch Liam war trotz seiner Machoart gar nicht mal so unsympathisch. Zudem sind die beiden in ihrem Zusammenspiel total spannend zu beobachten. Sie entwickeln sich weiter und sind auf den letzten Seiten nicht mehr die, die sie zu Beginn waren.

Auch hält das Buch einiges an Spannung bereit. Da Kennedy zu ihrem Schutz weg geschickt wird, ist dies natürlich auch öfters Thema und so fiebert man als Leser mit, ob auch alles gut gehen wird. Die Mischung aus prickelnder Erotik, Liebe und diesem Spannungsfaktor macht großen Spaß und überzeugte mich positiv. Genau das richtige Buch für einen warmen Sommertag.

Erotik findet man auch hier ein wenig. Immer wieder gibt es doch recht eindeutige Szenen in denen die Autorin auch kein Blatt vor den Mund nimmt. Hierbei bleibt sie doch immer sehr ästhetisch und beschreibt die Szenen mit der nötigen Würde und dem nötigen Respekt. So wirken sie zu keinem Zeitpunkt billig oder nur so dahin geklatscht. Auch das fand ich wirklich gut.

Fazit:
Ein Buch, welches sich perfekt für einen warmen Sommertag eignet. Zwar keine literarische Offenbarung, doch gut zu lesen, gut geschriebene erotische Szenen und sympathische Protagonisten.

Donnerstag, 2. März 2017

Rezension "Ins Glück gebloggt"

Titel: Ins Glück gebloggt
Autor: Gabriela Kasperski
Verlag: storybaker
Seitenzahl: 230
ISBN: 978-3-906847061
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 10,99 €

(c) storybaker
Zum Inhalt:
Nina ist Mutter und Ehefrau. Doch ihr Mann möchte eine Auszeit von ihrer Ehe. Und so steht Nina plötzlich komplett ohne Aufgaben da, denn auch ihre Kinder sind zu alt um sie noch wirklich zu brauchen. Auch ihr Klassentreffen mit ihren ehemaligen Mitschülerinnen geht total in die Hose. Darum beginnt sie zu bloggen. Über alle möglichen Probleme die Frauen 40+ betreffen. Als sie jedoch auf einen hübschen Fußballtrainer trifft und ihr Mann plötzlich als verschwunden gilt, gerät ihr Leben erneut aus den Fugen.

Meine Meinung:
Dieses Buch klang nach erfrischender, leichter Unterhaltung. Leider muss ich auch bei dem "klang" bleiben, denn wirklich gefallen hat mir das Buch nicht.

Ich empfand Protagonistin Nina als ziemlich nervig und anstrengend und vor allem ihr sogenanntes "Hämmerli" im Kopf, das ihr immer wieder rein redet, so wie die sprichwörtliche Stimme im Kopf, ließ mich nicht nur einmal die Augen verdrehen. Ich konnte daran nur wenig lustig und ziemlich viel nerviges finden.

Auch Ehemann Max konnte bei mir keine Sympathiepunkte sammeln. Ein ziemlich unsympathischer Mann, der seine Frau im Regen stehen lässt. Besonders anstrengend fand ich hier, dass Nina immer ja und Amen zu ihm gesagt hat. Sie hat sich nie gewehrt und alles über sich ergehen lassen. Ich finde so Frauen wirklich schrecklich. Natürlich wird sie im Verlauf der Geschichte auch selbstbewusster, doch der Beginn ist echt sehr anstrengend.

Neben den Protagonisten konnte mich auch die Handlung nicht wirklich überzeugen. Es passiert einfach nichts und wenn dann ist es - zumindest für mich - völlig belanglos. Ich denke schon, dass sich das Buch gut eignet, um sich einfach mal berieseln zu lassen, um abzuschalten. Doch für mich ist es immer extrem schwer, egal ob Film oder Buch, dem Geschehen zu folgen, wenn ich die Protagonisten nicht mag. Und da hier von der ersten Seite an für mich klar war, dass vor allem Nina, Max und dessen Mutter gar nicht gehen, fand ich nur schwer in die Geschichte rein und konnte ihr so kaum eine Chance geben.

Der Schreibstil der Autorin lässt sich nämlich durchaus gut lesen, doch dies machte leider die negativen Dinge für mich nicht wett und so bleibt am Ende eine Enttäuschung und nicht die erhoffte leichte Unterhaltung.

Fazit:
Eine Geschichte, die mich leider nicht wirklich überzeugen konnte. Vor allem die Protagonisten fand ich schon zu Beginn an extrem nervig und anstrengend und auch die Handlung war zum größten Teil recht belanglos und konnte mich nicht überzeugen. Einzig der Schreibstil der Autorin ist gut lesbar, kann aber nicht über den Rest hinwegtäuschen.

Freitag, 11. März 2016

Rezension "Neun Tage und ein Jahr"

Titel: Neun Tage und ein Jahr
Autor: Taylor Jenkins Reid
Verlag: Diana
Seitenzahl:366
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-453-35794-5
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(c) RandomHouse
Zum Inhalt:
Elsie ist gerade einmal ein paar Tage mit Ben verheiratet, als dieser überraschend stirbt. Elsies Welt bricht von einem auf den anderen Tag, komplett auseinander. Auch wenn Ben und sie nur sehr kurz verheiratet waren, so war er doch die Liebe ihres Lebens. Im Zuge der Trauerangelegenheiten lernt sie Bens Mutter kennen. Dieser hatte sich nämlich bis zu seinem Tod nicht getraut, seiner Mutter von seiner großen Liebe zu erzählen. Elsies Schwiegermutter begegnet ihr zunächst mit großem Misstrauen und alles andere als Wohlwollend. Doch nach und nach merkt sie, dass ihr letztendlich nur noch Elsie bleibt und die beiden Frauen nähern sich an. Gemeinsam versuchen sie ihre Trauer zu bewältigen und Elsie gelingt es nach und wieder einen Schritt ins Leben zu machen.

Meine Meinung:
Das zweite Buch der Autorin "Zwei auf Umwegen" hat mir richtig gut gefallen, sodass ich auch Lust hatte ihren Erstling zu lesen.

Zunächst einmal kam ich in diese Geschichte nicht ganz so gut rein, wie in das andere Buch. Die Geschichte kam für mich nur recht schleppend vorwärts und ich wurde einfach nicht so richtig gepackt. Der Schreibstil der Autorin ist auch hier toll und die Idee die Geschichte aus zwei Richtungen zu erzählen gefiel mir ebenfalls. So bekommt man als Leser auf der einen Seite mit, wie Ben und Elsie sich kennenlernen, erlebt wie sie sich näher kommen und schließlich heiraten. Auf der anderen Seite erlebt man die Gegenwart, nach Bens Tod. Man bekommt Elsies Verlust hautnah mit und durchlebt mit ihr die verschiedenen Trauerphasen.

Doch es brauchte einige Zeit, bis ich mit der Geschichte richtig warm wurde. Elsie wuchs mir irgendwie nur sehr langsam ans Herz und dabei weiß ich gar nicht so richtig wieso. Der Verlust den Elsie in dieser Geschichte erleidet ist wahnsinnig tragisch und keiner von uns möchte sich wohl vorstellen, wie es wäre, wenn man in ihrer Situation wäre. Dies schildert die Autorin sehr einfühlsam und glaubwürdig. Das tiefe Loch, in das Elsie fällt, die Hilflosigkeit, die sie umgibt. Und auch die Menschen, die ihr helfen wollen und jedoch irgendwann ein stückweit genervt sind, von ihrer tiefen Trauer.

Nach einiger Zeit war ich dann richtig in der Geschichte drin und ich kam deutlich schneller vorwärts. Ich fühlte mit Elsie und laß die Geschichte sehr gerne. Besonders positiv hervorheben muss ich hier, dass die Dinge, von denen ich dachte sie seien vorhersehbar, es so gar nicht waren. Es gab sogar ein Ereignis, von dem ich dachte, dass es eintreffen würde, es traf aber genau das Gegenteil ein. Das hat mich sehr gefreut, denn oft ist es doch sehr enttäuschend, wenn man die Handlung so vorher sehen kann.

Ebenfalls gut gefallen hat mir, dass nicht von einem auf den anderen Tag alles wieder gut und eitel Sonnenschein ist. Das ist ebenfalls sehr authentisch. Man merkt, welch langen Weg Elsie gehen muss und dass dieser noch lange nicht zu Ende ist, als man das Buch zuschlägt. Die Geschichte nimmt sehr wohl eine positive Wendung, allerdings endet sie mit keinem romantischen Happy End, was für den Verlauf der Erzählung absolut passend ist.

Fazit:
Eine Geschichte, bei der ich eine Weile gebraucht habe, bis ich richtig im Geschehen drin war. Dann konnte mich jedoch kaum noch etwas vom Lesen dieser authentisch beschriebenen tragischen Geschichte, die trotz der traurigen Handlung doch den ein oder anderen Hoffnungsschimmer bereit hält.

3,5 Kerzen