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Mittwoch, 31. Juli 2019

Rezension "Das Labyrinth vergisst nicht"

Titel: Das Labyrinth vergisst nicht
Autor: Rainer Wekwerth
Seitenzahl: 300
ISBN: 978-3-946330-18-9
Einbindungsart: Hardcover / ebook 
Preis: 16,99 € / 4,99 €
Alter: ab 14
Band: 4/4

Achtung: Diese Rezension könnte Spoiler enthalten, da es sich um den 4. Teil der Reihe handelt. 

(c) Buchheim-Verlag
Zum Inhalt:
Das Labyrinth ist zurück. Und das gnadenloser als jemals zuvor. Leon, Tian und Mischa finden sich in einem Gefängnis tief unter der Erde wieder und das ohne einen blassen Schimmer zu haben, wie sie dorthin gekommen sind. Auch Mary und Katy landen durch Zufall dort. Schnell merken die fünf, dass etwas nicht stimmt, nicht mit rechten Dingen zugeht. Sie beschließen zu fliehen, doch worauf sie dann treffen, damit hätten sie nicht gerechnet.

Meine Meinung:
Es ist schon so viele Jahre her, dass ich die Labyrinthe-Reihe von Rainer Wekwerth gelesen habe. So viele Jahre sind vergangen, seitdem ich diese geniale Trilogie verschlungen habe. Und auch wenn ich gut mit den Ende des dritten Bandes leben konnte, so blieben doch einige Fragen offen. Und nun hat sich Rainer Wekwerth endlich von seinen Fans überzeugen lassen, doch noch einen finalen Band zu schreiben und die offenen Fragen zu klären. Ich bin unheimlich froh, dass er dies getan hat, denn ich habe meine Rückkehr ins Labyrinth sehr genossen.

Was mich besonders überrascht hat, war die Tatsache, dass es sich für mich so anfühlte, als wäre ich gar nicht lange aus dem Labyrinth weg gewesen. Ich lese ja unheimlich viel und so verschwimmen die Inhalte von vielen Büchern doch sehr schnell miteinander. Wenn dann Bände von Reihen in Jahresabständen herauskommen habe ich oft große Schwierigkeiten wieder in die Geschichte hineinzufinden. Doch hier hatte ich das komischerweise zu keiner Zeit. Zum einen kamen die Erinerungen mit dem Lesen immer mehr zurück und zum anderen erzählt Rainer Wekwerth die Geschichte so clever, dass er immer wieder Geschehnisse aus den vorherigen Bänden einfließen lässt - immer in der Form von Erinnungen. Ich hatte wirklich nicht erwartet, dass ich so schnell wieder in die Geschichte komme, sogar überlegt, ob ich die Reihe vorher nochmal lese. Doch mit seiner Art zu schreiben hat Wekwerth mir diese Mühe abgenommen und mich mühelos wieder im Labyrinth gefangen genommen.

Die Geschichte ist so spannend, heilige Maria, ehrlich.  Ich konnte das Buch kaum zur Seite legen, zu spannend und unvorhersehbar waren die Ereignisse. Zudem brannte ich darauf zu erfahren, was denn nun hinter allem steckt und endlich meine offenen Fragen aus Band 3 beantwortet zu bekommen. Und das bekam ich, in einer Geschwindigkeit, die mir selbst jetzt noch die Ohren schlackern lässt. Ich bin so begeistert von der Geschichte und unheimlich froh, dass Rainer diesen vierten Band geschrieben hat.

Irgendwie bin ich nun auch traurig, dass tatsächlich alles vorbei ist, aber laut Rainer ist die Verfilmung in Vorbereitung und jetzt mal ehrlich? Eine bessere Nachricht kann es ja wohl nicht geben. Ich freue mich schon jetzt darauf, auf der Leinwand ins Labyrinth zurückkehren zu können. Denn die Geschichte die Rainer hier geschaffen hat, ist einfach nur grandios.

Seine vielschichtigen und unheimlich gut durchdachten Charaktere, setzen dem ganzen, neben dem grandiosen Schreibstil, definitiv das i-Tüpfelchen auf. Ich liebe seine Art zu erzählen und seine Art Charaktere zu beschreiben. Jeder bleibt einzigartig und hat seine berechtigte Rolle in der Geschichte.

Und auch das Ende passt nun wie die Faust aufs Auge. Der Cliffhanger ist nun weg und trotzdem ist es kein komplettes rosa Happy-End, dass alles zum Ende führt. Das würde auch nicht passen. Hier beweist Rainer Wekwerth ein weiteres Mal, dass er genau weiß, was er tut und wann welches Fingerspitzengefühl notwendig ist. Chapeau Rainer ;)

Fazit:
Ein grandioser Abschluss, einer grandiosen Reihe. Sollte diese bisher an euch vorbei gegangen sein, so bitte ich euch inständig diese zu lesen. Danke für diesen tollen vierten Band, danke dass du dich dazu überreden lassen hast, lieber Rainer.

Sonntag, 10. März 2019

Rezension "Einer wird sterben"

Titel: Einer wird sterben
Autor: Wiebke Lorenz
Verlag: Scherz
Seitenzahl: 349
ISBN:  978-3-651-02541-7
Einbindungsart: Paperback / ebook
aPreis: 14,99 € / 12,99 €

(c) Scherz
Zum Inhalt:
Stella und Paul sind glücklich verheiratet. Eigentlich. Denn eigentlich ist Stella die meiste Zeit alleine Zuhause, da Paul Pilot und so viel unterwegs ist. Stella ist nicht gerne so viel alleine, doch sie hat sich damit arrangiert. Eines Tages jedoch steht plötzlich ein fremdes Auto vor ihrem Haus, darin zwei Personen, die sich nicht von Ort und Stelle bewegen und das über mehrere Tage hinweg. Stella macht sich immer mehr Sorgen, haben Paul und sie doch ein großes Geheimnis, welches niemals ans Licht kommen soll. Die unheimlichen Geschehnisse häufen sich und Stella gerät in Panik.

Meine Meinung:
Dies ist nicht mein erster Thriller von Wiebke Lorenz. Es ist schon einige Jahre her, da habe ich schon mal einen gelesen, den ich ziemlich gut fand. Und so freute ich mich auf dieses neue Buch von ihr, welches zudem auch noch sehr spannend klang.

Der Schreibstil von Wiebke Lorenz ist super. Die Seiten flogen nur so dahin. Der Schreibstil ist recht einfach und so hatte ich keinerlei Schwierigkeiten dem Geschehen zu folgen. Ich mochte es sehr gerne ihre Figuren bei ihren Erlebnissen zu begleiten.

Aufgrund des Klappentextes war ich die komplette Zeit in einer angespannten Grundstimmung weil ich beim jedem Umblättern erwartete, dass etwas grußeliges passierte. Keinem der Personen traute ich und ich wusste überhaupt nicht was Sache ist. Ich liebe es, wenn Autoren so mit uns Lesern spielen. Uns auf falsche Fährten führen, uns verwirren und uns über alles im Unklaren lassen. Ohne das viel passiert, ist die Geschichte so extrem spannend.

Auch die Protagonisten gefallen mir gut, da sie sehr authentisch gezeichnet sind. Allerdings wird Stella nach einer Weile ziemlich anstrengend, da sie extrem panisch (was auch irgendwie verständlich ist) und übertrieben reagiert. Paul bleibt dagegen leider etwas blass, da er recht wenig Raum in der Geschichte bekommt. Dennoch finde ich die Protagonisten authentisch und gut durchdacht. Auch Stellas Nachbarn ergeben ein rundes Bild und schaffen so ein Gesamtpaket einer Nachbarschaft, bei der es Geheimnisse gibt, mit denen ich so nicht gerechnet hätte.

Leider muss ich sagen, dass die Spannung mit zunehmendem Lesen doch etwas abnahm. Es passierte nicht mehr besonders viel, auch wenn ich trotzdem auf jeder Seite eine Überraschung erwartete. Leider blieb das aus und die Handlung zog sich in die Länge. Einige Stellen wirkten extrem konstruiert, andere ergaben im Gesamtkonstrukt der Handlung nicht wirklich einen Sinn. Sie brachten das Hauptgeschehen nicht voran und dienten lediglich dazu, die Nachbarschaft besser kennenzulernen. Wo ich einen Zusammhang zum großen Ganzen erwartete, blieb dieser aus.

Und dann kommt das Ende. Und das ist einfach so gar nicht gut gewesen. Ich wartete die ganze Zeit auf den großen Knall, doch blieb dieser einfach aus. Zwar war das Ende auf der einen Seite überraschend und ich hatte einiges von der Auflösung nicht erwartet, doch der WOW-Effekt blieb auf meiner Seite trotzdem aus. Zudem wirkte das Ende völlig übertrieben und nicht sonderlich glaubwürdig. Ich hätte mir einfach eine andere Erklärung gewünscht und zudem wäre etwas weniger doch mehr gewesen. Ich finde es echt schade, denn eigentlich kann die Autorin super schreiben und eigentlich habe ich das Buch auch wirklich gerne und zügig gelesen. Doch mit diesem Ende hat sie sich einfach keinen Gefallen getan.

Letztendlich lässt mich das Buch etwas zwiegespalten zurück. Da ist auf der einen Seite der super Schreibstil, den ich wirklich gerne gelesen habe. Da ist die super Grundidee, die wohl auf einem realen Erlebnis basiert. Und da ist auch die gut durchdachte Nachbarschaft und die recht spannende Handlung. Auf der anderen Seite sind da aber völlig übertriebene Szenen, an den Haaren herbei gezogene und unglaubwürdige Ereignisse und Geschehnisse, die nichts zur Handlung beitragen und so sehr konstruiert und gewollt wirken.

Fazit:
Ein Buch, welches ich recht gerne gelesen habe, welches auch durchaus mit psychologischer Spannung punkten kann - vor allem zu Beginn. Dann lässt diese allerdings stark nach, die Handlung wirkt sehr konstruiert und das Ende ist einfach zu übertrieben. Auf der anderen Seite kann die Autorin toll schreiben und so war das Buch alles in allem okay, konnte mich aber nicht vollständig überzeugen.

Mittwoch, 24. Januar 2018

Rezension "Auf immer gejagt"

Titel: Auf immer gejagt 
Autor: Erin Summerill 
Verlag: Carlsen 
Seitenzahl: 416 
ISBN: 978-3-551-58353-6 
Einbindungsart: Hardcover 
Preis: 19,99 €


(c) Carlsen
Zum Inhalt:
Tess' Vater wurde ermordet. Tess ist völlig verzweifelt. Und als wäre das alles schon nicht schon schlimm genug, erfährt sie, dass ihr bester Freund Cohen wegen genau diesem Mord gesucht wird. Und sie soll bei der Suche helfen. Am Boden zerstört lässt sich Tessa auf die Suche ein, immer in der Hoffnung, dass Cohen doch nicht der Schuldige ist. Auf ihrem Weg zu Cohen zweifelt Tessa immer mehr an seiner Unschuld, denn sie spürt eindeutig dass er schuldig ist. Doch dann kommt alles anders und Tessa erfährt Dinge über ihre Vergangenheit, die sie noch mehr aus der Bahn werfen.

Meine Meinung:
"Auf immer gejagt" war für mich mal wieder so ein absoluter Cover-Kauf. Ich liebe dieses Cover mit den goldenen Ranken und dem Bild des Waldes vorne drauf. Außerdem sprach mich natürlich der Klappentext an und zudem ist das Buch im Moment in aller Munde.

Oft ist es ja so, wenn ein Buch von allen gelesen und hochgelobt ist, dass man selbst viel zu hohe Ansprüche hat und eher von der Geschichte enttäuscht wird. Das war hier zum Glück nicht der Fall. Ich kam schnell in die Geschichte rein, was auch dem angenehm zu lesenden Schreibstil der Autorin geschuldet ist. In Tessa konnte ich mich sofort reinversetzen, denn wie sie ihren Vater verloren hat, so habe ich selbst vor nicht allzu langer Zeit auch ein Elternteil verloren. Ihr Schmerz war für mich mit Händen greifbar und sie tat mir einfach nur unfassbar Leid. Dass dann auch noch ihr bester Freund verdächtigt wird ihren Vater ermordet zu haben, setzt dem ganzen natürlich die Krone auf. Ich wollte einfach nur wissen, ob er es wirklich getan hat und hoffte es um Tess' Willen nicht.

Zu Beginn fand ich das Buch sehr spannend. Die Suche nach Cohen nahm einfach alles ein und ich fieberte unglaublich mit. Ich wartete immer darauf, dass Cohen gefunden wird und was nun die Wahrheit hinter dem Mord an Tess Vater ist. Allerdings ließ die Spannung dann deutlich nach und der mittlere Teil zog sich etwas. Ich hatte das Gefühl, dass ewig lang nur durch den Wald gewandert oder herumgesessen wird. Dadurch kam ich nicht so schnell vorwärts, wie ich gerne gewollt hätte. Das Ende versöhnte mich aber mit diesen langatmigen Stellen. Denn dann wurde es nochmal so richtig spannend. Es gab einige unerwartete Stellen und ich wurde wirklich überrascht. Es geschahen Dinge, mit denen ich so gar nicht gerechnet hatte und auch das Ende selbst ist einfach nur schockierend. Zwar endet das Buch nicht mit einem richtig fiesen Cliffhanger, doch hätte ich Band 2 jetzt schon gerne hier. Ich möchte auf jeden Fall weiterlesen.

Was mir sehr gut gefiel, was aber auch ziemlich kitschig war, waren die Beschreibungen der Beziehung zwischen Tess und Cohen. Denn da ist viel mehr als Freundschaft. Kurz störte mich das ewige Hin und Her, doch die romantische Stimmung, die immer wieder aufkommt ist einfach nur prickelnd und richtig schön beschrieben. Ich wünschte mir so sehr ein Happy End für die beiden und dass Cohen nicht der Mörder ist.

Das Buch besteht zu einem kleinen Teil auch aus fantastischen Elementen, die sich gut in die Geschichte einfügten und wunderbar zu dieser passten.

Fazit:
Ein letztendlich gutes Buch, bei dem mir in der Mitte etwas die Spannung gefehlt hat, was jedoch durch das fesselnde Ende und die wunderschöne Liebesgeschichte wieder wett gemacht wurde.


Sonntag, 13. August 2017

Rezension "Sie muss sterben"

Titel: Sie muss sterben
Autor: Susan Crawford
Verlag: Diana Verlag
Seitenzahl: 399
ISBN: 978-3-453-29169-0
Einbindungsart: Broschiert
Preis: 14,99 €

(c) Diana Verlag
Zum Inhalt: (übernommen von randomhouse.de)
Dana erwacht mit pochenden Kopfschmerzen. Von draußen blitzen Lichter durchs Fenster. Polizei und Notärzte blockieren die Straße. Ihre Nachbarin Celia ist tot – ermordet. Und Dana war kurz vorher bei ihr. Die beiden Frauen hatten ein paar Gläser Wein getrunken – und sich gestritten, so berichten die Anwohner. Doch daran kann Dana sich nicht erinnern. Auch nicht, wie sie zurück nach Hause gekommen ist. Panisch versucht sie, die Ereignisse zu rekonstruieren. Als dann Drohbriefe in ihrer eigenen Handschrift auftauchen, beginnt selbst ihr Mann an ihrer Unschuld zu zweifeln. Was ist an jenem Nachmittag geschehen? Und musste Celia deshalb sterben?

Meine Meinung:
Ab und an lese ich ja echt mal gerne einen guten Thriller. Zwar nicht mehr so häufig wie früher, da ich meistens zu Jugendbüchern greife, doch es kommt immer noch vor.

Hier überzeugte mich der Klappentext sofort, dass dieses Buch etwas für mich sein könnte. Dieser klang spannend, verriet aber nicht zu viel, als dass ich gleich die Lust verlor zu lesen. Auch das Cover ist recht wenig aussagekräftig, sodass man daraus nicht wirklich viel erkennen kann.

Im Gegensatz zu meinem letzten rezensierten Buch, gefiel mir hier der Schreibstil wieder richtig gut. Dieser sorgte dafür, dass ich sofort in der Geschichte drin war und kaum innehalten konnte, weil ich den Fragen aus dem Klappentext so unbedingt auf den Grund gehen wollte. Da sieht man mal wieder wie viel der Schreibstil eines Autors ausmachen kann. Das überrascht mich immer wieder.

Und auch die Protagonistin Dana gefiel mir hier weitaus besser, wie in dem zuletzt rezensierten Buch. Hier merkte ich ebenfalls sofort wieder, was es ausmacht, ob einem ein Protagonist sympathisch ist oder nicht. Ob er einem ans Herz wächst oder nicht. Ich fiebere ganz anders mit Geschichten mit, wenn ich, wie hier wieder der Fall, diesen Bezug zum Protagonisten habe. Dana ist zwar nicht so leicht zu durchschauen und natürlich fragt man sich als Leser auch, ob sie etwas mit dem Tod ihrer Nachbarin zu tun hat. Doch ich bekam trotzdem schnell einen Draht zu ihr.

Die Geschichte ist sehr spannend und als Leser weiß man oft nicht woran man ist. So viele offene Fragen, die es zu klären gibt, so viel was beantwortet werden muss. Lang bleibt man als Leser im Dunkeln. Die Autorin verrät gerade so viel, dass man unbedingt an der Geschichte dran bleiben will, aber nie zu viel. Das macht sie wirklich toll und schafft damit einen spannenden Thriller, den ich gerne gelesen habe.

Fazit:
Ein spanennder Thriller, mit einer gut ausgearbeiteten Protagonistin, der mich von der ersten Seite an fesseln und somit gut unterhalten konnte.

Montag, 9. Januar 2017

Rezension "Blutige Fesseln"

Titel: Blutige Fesseln - Ein Will Trent-Roman
Autor: Karin Slaughter
Seitenzahl: 554
ISBN: 978-3-95967-051-7
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 22,00 €

(c) HarperCollins
Zum Inhalt:
Will Trent wird zu einer Leiche in einem leerstehenden Gebäude gerufen. Hierbei handelt es sich weder um irgendeine Leiche noch um ein Gebäude ohne Bedeutung. Der Tote war Polizist und das Gebäude gehört einem Mann, dem Will schon sehr lange versucht eine Vergewaltigung nachzuweisen. Ihm ist sofort klar, dass dort etwas nicht stimmt. Als am Tatort jedoch ein Revolver gefunden wird, der auf seine Ehefrau Angie zugelassen ist, gerät er völlig aus der Fassung. Angie hat ihn schon so viele Male gedemütigt und ihm das Leben schwer gemacht, doch dies setzt dem allen die Krone auf. Er setzt alles daran sie zu finden und den Fall zu lösen.

Meine Meinung:
Nach Ewigkeiten habe ich mal wieder ein Buch von Karin Slaughter in die Hand genommen und bin wieder restlos begeistert.

"Blutige Fesseln" ist ihr neuestes Werk rund um Will Trent und Sara Linton. Natürlich ist es nicht schlecht, wenn man vorher alle Vorgänger gelesen hat, denn sowohl Will als auch Sara haben zunächst ihre eigene Reihe, bis sie bei einem Fall aufeinander treffen. Ich habe zwar schon anderes von Slaughter gelesen, bei weitem jedoch nicht alle Bücher die vor "Blutige Fesseln" erschienen sind. Und somit kann ich guten Gewissens sagen, dass man das für das Verständnis der Geschichte auch wirklich nicht braucht. Natürlich geht das Privatleben der Ermittler in jedem Band weiter und natürlich greift man sich auch etwas vorweg, wenn man das neueste zuerst liest, doch bei mir hat dies nun eher den Wunsch ausgelöst auch die Vorgänger zu lesen um zu erfahren, wie es letztendlich zu dieser Entwicklung kommen konnte.

Slaughter versteht es gut, den Leser mitzunehmen und ihm selbst, wenn es das erste Buch ist, welches man von ihr liest, alles nötige zu erklären, was vorher geschah. Zu keinem Zeitpunkt, konnte ich die privaten Entwicklungen nicht nachvollziehen. Immer wieder lässt Slaughter einen kleinen Rückblick einfließen, was es einem unglaublich leicht macht dem Geschehen zu folgen.

Der Schreibstil Slaughters gefällt mir ebenfalls sehr gut. Sie hat eine wunderbare klare Art sich auszudrücken. Ihre Geschichte zu lesen macht so viel Spaß, dass ich mich kaum davon lösen konnte. Sie schreibt präzise und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Natürlich gibt es auch blutige Szenen. Slaughter wäre nicht Slaughter, wenn es diese nicht gäbe. Allerdings habe ich auch schon deutlich heftigere Szenen gelesen. Tess Gerritsen bspw. schreibt für meinen Geschmack deutlich brutaler.

Was ich bei Slaughter ebenfalls toll finde, sind ihre Personen. Und hiermit meine ich alle Personen. Natürlich mag ich allen voran Will und Sara. Die beiden sind nicht nur für sich wirklich tolle Charaktere, sondern auch ein wirklich wunderbares Team. Auch die anderen Charaktere, die zwar nicht unbedingt sympathisch sind, sind super beschrieben. Jeder hat einen einmaligen unverwechselbaren Charakter. Ob Liebling oder Hassobjekt. Alle haben ihre Berechtigung in der Geschichte.

Slaughter trifft genau die richtige Mischung zwischen spannender Handlung und immer mal wieder privaten Szenen. Die spannende Haupthandlung ist richtig super. Bis zum Ende konnte ich mir nur wenig Reim darauf machen, worauf das ganze nach und nach hinauslaufen würde. Natürlich kam ich immer mehr hinter das Geheimnis. Slaughter lies mich jedoch lange im Dunkeln tappen und dehnte die Spannung so auf ein fast unerträgliches Maß hinaus.

Das Ende finde ich fast ein bisschen gemein. Zwar ist der Hauptfall gelöst, aufgeklärt und abgeschlossen, doch aus dem Privatleben bleibt so einiges offen, was ich wirklich ein bisschen gemein finde. Ich würde so gerne gleich den nächsten Band lesen. Das ist echt das Schlimme, wenn man die neuen Bücher gleich liest. Hoffentlich kommt bald der nächste Band raus.

Fazit:
Ein toller neuer Band von Karin Slaughter. Der geniale Schreibstil, die tollen Charaktere und die unglaublich packende Handlung bescherten mir ein paar richtig tolle Lesestunden.

Montag, 31. Oktober 2016

Rezension "Bitter & Sweet - Mystische Mächte"

Titel: Bitter & Sweet - Mystische Mächte
Autor: Linea Harris
Verlag: Piper
Seitenzahl: 384
ISBN: 978-3-492-70421-2
Einbindungsart: Paperback / ebook
Preis: 12,99 € / 9,99 €

(c) Piper
Zum Inhalt:
Jillian ist 17 Jahre alt. Vor kurzem hat sie erfahren, dass sie eine Hexe ist. Jahrelang dachte sie, sie wäre ein ganz normaler Teenager und nun dieser Schock. Fortan soll sie die magische Schule besuchen um unter ihresgleichen zu sein. Dort angekommen lernt sie alles über Vampire, Werwölfe und Dämonen. Schnell findet sie eine Freundin und auch sonst fühlt sie sich dort deutlich wohler, als unter den Menschen. Doch schnell ist es mit der Ruhe vorbei. Nicht nur spielen ihre Hormone aufgrund des männlichen Geschlechts verrückt, nein auch die Dämonen finden plötzlich ihren Weg an Orte, die eigentlich mit Magie geschützt sind. Und plötzlich schweben alle in großer Gefahr.

Meine Meinung:
Früher habe ich sehr gerne Fantasy gelesen. In den letzten Jahren wurde das jedoch immer weniger. Seit kurzer Zeit lese ich jedoch wieder sehr gerne ab und an ein Fantasybuch. Besonders die, die wie Harry Potter in der realen Welt spielen. Und genau so eines haben wir hier auch.

Eine reale Welt, in der fantastische Wesen vorkommen. Eine Schule, wie wir sie von Hogwarts kennen, auf die die fantastischen Wesen gehen. Ich muss zugeben, dass es noch ein paar andere Dinge gab, die mich doch an Harry Potter erinnert haben. Natürlich kann das Rad nicht neu erfunden werden, doch einige Dinge waren sehr deutlich genauso wie in Rowlings Romanen. Dies tut der Geschichte aber nicht wirklich einen Abbruch.

Denn die Autorin hat natürlich auch noch viele eigenen Ideen. Die Dämonen, die Art wie sie in unserer Welt sind. Die Geheimnisse und die teils überraschenden Wendungen fand ich sehr gelungen, spannend zu lesen, toll mitzuverfolgen. Die Umgebung, in der das Buch spielt, ist toll beschrieben. Ich konnte sie mir total gut vorstellen. Gerade die Elfenlichtung, der Wald und die Schule selbst geben ein tolles Bild ab.

Auch die Protagonisten mochte ich sehr gerne. Es ist total schön zu sehen, was für eine Entwicklung Jill durchläuft. Natürlich handelt sie das ein oder andere mal impulsiv und naiv, doch trotzdem wächst sie im Verlauf der Geschichte immer wieder über sich hinaus. Kurzzeitig könnte man vielleicht denken, dass diese Entwicklung zu schnell und unrealistisch von statten geht, doch die Autorin hat hierfür eine tolle Erklärung, wie ich finde. Und auch die restlichen Personen sind super gelungen, authentisch und machen großen Spaß.

Zuletzt muss ich noch kurz auf die Liebesgeschichte eingehen, die ich einfach hinreisend fand. Von der ersten Begegnung an, war mir klar, da kribbelt es, da wird es irgendwann funken. Als es dann soweit war, bin ich nur so dahin geschmolzen. Ein wirklich hinreißendes Paar. Ich bin gespannt, wie es mit den beiden weitergeht und muss auch unbedingt die anderen beiden Teile lesen.

Fazit:
Ein tolles Fantasybuch, das zeitweise ein wenig an Harry Potter erinnert, doch auch mit vielen eigenen Ideen punkten kann. Vor allem die tollen Protagonisten, die wunderschöne Liebesgeschichte und die extrem spannende Handlung, machen dieses Buch zu einem tollen Erlebnis.

Sonntag, 25. September 2016

Rezension "Wenn du vergisst"

Titel: Wenn du vergisst (Band 1/3)
Autor: Heidrun Wagner/Illustrationen von: Miri D'oro
Verlag: Oetinger34
Seitenzahl: 235
ISBN:  978-3-95882-028-9
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 9,99 €
Alter: ab 14

(c) Oetinger
Zum Inhalt:
Aufwachen und nicht mehr zu wissen, wie man an die Stelle gekommen ist und wer man ist? Genau das passiert dem unbekannten Mädchen. Ein Junge findet sie und bringt sie ins Krankenhaus, in dem sie medizinisch versorgt wird. Doch die Amnesie bleibt. Als dann einige Tage später Menschen auftauchen, die behaupten ihre Eltern zu sein und sie mit in ihr altes Leben nehmen, ist sie völlig verwirrt. Irgendetwas stimmt nicht. Man hält ihre Vergangenheit komplett von ihr fern und sie hat keine Ahnung warum. Was ist bloß so schreckliches geschehen, was sie nicht wissen darf? 

Meine Meinung:
"Wenn du vergisst" ist ein ziemlich außergewöhnliches und besonderes Buch. Hier bekommt der Leser die Geschichte nicht nur in Textform erzählt, nein auch Bilder untermalen das Geschehen.

Und genau diese Bilder sind super in die Geschichte eingebunden. Da die Hauptperson selber gerne zeichnet, hat man das Gefühl mittendrin im Geschehen zu sein. Man sieht was sie zeichnet und bekommt zudem Bilder der verschiedenen Orte und Personen. Mal umfasst ein Bild eine ganze Seite, mal sind es nur kleine Bilder am Rand. Das ist wirklich total klasse.

Und auch die Geschichte selbst ist richtig super. Ich habe zwar einen kurzen Moment gebraucht um mich an die Kombination Bild/Text zu gewöhnen, doch dann war ich einfach nur begeistert. Sobald ich an der Geschichte dran blieb, kam ich kaum noch von ihr los. Sie fesselte mich total und ich wollte einfach nur hinter das Geheimnis der Hauptperson kommen. Die Autorin ist echt fies. Sie wirft einem immer nur kleine Brocken hin, weswegen man das Geschehen nie in seiner Gesamtheit überblicken kann.

Es wird immer mehr klar, dass so gut wie alle in der Geschichte ein Geheimnis oder etwas zu verbergen hat. Keiner sagt alles, was er weiß oder auch nur annähernd die Wahrheit. Als die Autorin dann Teile der Geschichte auflöst, war ich total überrascht. Damit hatte ich so nicht gerechnet. Allerdings bleibt vieles weiterhin im Dunkeln. Denn dieser Band ist der Beginn einer Trilogie. Zum Glück kommt der nächste Band schon im November, sodass ich nicht allzu lange warten muss. Denn als ich das Buch zuschlug war ich schon etwas entgeistert. Die Cliffhanger sind mega fies und eigentlich brauche ich sofort die Fortsetzung.

Ich bin echt begeistert, dass dieses tolle und außergewöhnliche Buch seinen Weg zu mir gefunden hat. Ich bin froh, dass ich in diese einzigartige Geschichte abtauchen durfte und freue mich schon unglaublich auf die weiteren beiden Teile. Denn ich muss unbedingt wissen, wie das ganze ausgeht und wer da nun was zu verbergen hat.

Fazit:
Ein super Buch. Eine mega gelungene Kombination aus Text und Bild. Leute lest dieses Buch, es ist ein ganz besondere Schatz!

Dienstag, 12. Juli 2016

Rezension "Die rote Königin"

Titel: Die rote Königin
Autor:Victoria Aveyard
Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 512
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 19,99 € / 14,99 €


(c) Carlsen
Zum Inhalt:
Eine Welt in der die Menschheit aufgeteilt ist in zwei Völker. Auf der einen Seite die Silbernen, die das Sagen haben, die reich sind und in Wohlstand leben und außerdem besondere Fähigkeiten besitzen. Auf der anderen Seite die Roten, die genau diesen Wohlstand durch harte Arbeit ermöglichen und von den Silbernen unterdrückt werden. Mare ist eine der Roten, doch sie ist anders, als alle anderen. Denn sie hat ebenfalls Fähigkeiten, die eigentlich den Silbernen vorbehalten sind. Dass das nicht zu ihrem Vorteil ist, merkt sie sehr schnell. Rasch befindet sie sich in einem Ränkespiel um Macht, Liebe und muss allem widersprechen woran sie jemals geglaubt hat.


Meine Meinung:
ENDLICH! Ich bin so froh, dass ich dieses Buch gelesen habe. Ich dachte echt schon, dass mich nichts mehr wirklich begeistern kann und ich zu anspruchsvoll geworden bin. Doch hier habe ich endlich mal wieder ein Buch, welches die volle Punktzahl verdient und auch bekommen wird.


"Die rote Königin" ist eine Mischung aus Fantasy in Dystopie. Eine Welt die zweigeteilt ist. Kein unbekanntes Szenario für uns Leser. Doch dann hört es auch schon auf mit schon bekannten Ideen. "Die rote Königin" bringt uns Lesern eine Welt, die ich unglaublich faszinierend und kreativ finde. Die Idee der Roten und der Silbernen fand ich schlichtweg grandios. Ich hatte zwar kurz Angst, dass das Buch für meinen Geschmack etwas zu fantastisch sein könnte, aber dem ist mitnichten so.


Von der ersten Seite an war ich fasziniert von dem Geschehen rund um Mare und ihre Freunde/Familie. Die Autorin überrascht mit tollen Ideen und sehr überraschenden Wendungen. Kaum etwas war für mich so vorher zu sehen und so wartete beinah auf jeder Seite eine neue Überraschung auf mich. Dies setzt sich bis zum Ende fort und so sind auch die letzten 20 Seiten einfach nur unglaublich packend. Mit diesem Ende hätte ich niemals gerechnet, ich bin immer noch schockiert - im positiven Sinn natürlich.


Aveyard hat die Begabung Mares Welt so detailliert zu beschreiben, dass sie wahnsinnig authentisch wirkt und ich mir jeden Fleck, jedes Örtchen bildlich vorstellen konnte. Das trägt natürlich dazu bei, dass ich richtig tief in die Geschichte eintauchen konnte und so geflasht war, dass ich trotz großer Müdigkeit bis nachts um halb zwei gelesen habe.


Auch die Personen sind Aveyard richtig gut gelungen. Sowohl die sympathischen als auch die Bösewichte sind authentisch und facettenreich. Und so kam es mir irgendwann so vor, als würde ich die Personen selbst kennen. Die Fieslinge wollte ich nehmen und schütteln, die anderen in den Arm nehmen und trösten. Gerne würde ich Mare persönlich kennenlernen.


Das Buch ist der Hammer echt. Ich BRAUCHE jetzt den zweiten Teil. Denn das Ende bleibt natürlich mit einem fiesen Cliffhanger offen. Die Geschichte hat so viele Punkte, die auf einen weiteren spannenden Verlauf hindeuten. Die Autorin hat richtig viel Potenzial und kann super schreiben. Ich bin gespannt, wie es mit Mare, Maven und Cal weitergeht.


Fazit:
Unglaublich guter 1. Teil einer Reihe. Ich bin froh, dass ich endlich mal wieder ein Buch erwischt habe, von dem ich einfach nur sagen kann, dass es der Hammer ist. Tolle, erfrischende Ideen, authentische Charaktere und eine kleine Liebesgeschichte lassen das Buch zu meinem bisherigen Highlight in diesem Monat werden! Dieses Buch wäre eigentlich der Grund dafür meine Punkteskala zu erhöhen, denn 5 scheint mir fast zu wenig zu sein! ;)


Donnerstag, 2. Juni 2016

Rezension "Schweig für immer"

Titel: Schweig für immer
Autor: Linwood Barclay
Verlag: Droemer
Seitenzahl: 502
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-426-51791-8

Achtung: Bei diesem Buch handelt es sich um die Fortsetzung des Thrillers "Ohne ein Wort". Die Rezension enthält möglicherweise Spoiler, für alle, die Teil 1 nicht kennen.

(c) Knaur
Zum Inhalt:
Familie Archer hat wahrlich keine leichte Zeit hinter sich. Cynthia hatte bereits eine traumatische Kindheit, ihre komplette Familie verschwand spurlos. Viele Jahre später klärt sich das mysteriöse Verschwinden auf, doch Familie Archer verliert dabei beinahe ihr Leben. Nun scheint es endlich bergauf zu gehen, die Familie darf durchatmen. Doch weit gefehlt. Was als harmloser Ausflug von Tochter Grace beginnt, führt zu einem Einbruch, der das Leben der Familie Archer erneut komplett über den Haufen wirft. Und plötzlich schwebt die ganze Familie erneut in Lebensgefahr.

Meine Meinung:
Es ist schon ziemlich lange her, dass ich "Ohne ein Wort" gelesen habe. An den Inhalt kann ich mich gar nicht mehr so genau erinnern, doch dass ich das Buch damals große Klasse fand, das weiß ich noch. Und so war ich extrem begeistert, als ich sah, dass der Autor die Geschichte um Familie Archer tatsächlich fortsetzt. 

Zum Glück wurden meine hohen Erwartungen nicht enttäuscht. "Schweig für immer" punktet von der ersten Seite an mit Spannung und einem ausgeklügelten Plot. Der Autor versteht es wunderbar Verwirrung zu stiften und den Leser in die Irre zu führen. Immer dann wenn es spannend wird, wechselt er den Handlungsort oder die Protagonisten und man muss viele Seiten warten, bis es mit dem einen Teil der Geschichte weitergeht. Dies trägt natürlich dazu bei, dass man die Seiten immer schneller umblättert um nach und nach die verwirrenden Punkte aufzulösen.

Zudem wirft der Autor immer wieder neue Personen "in die Runde" ohne groß zu erklären, wer genau das ist und was er mit der Geschichte zu tun hat. Man wird einfach mitten ins Geschehen geworfen und hat so viel Gelegenheit mit zu rätseln. Erst nach und nach löst der Autor auf, inwieweit die Personen beteiligt sind. Vieles wird erst kurz vor Schluss aufgelöst. Und so kommt die Spannung hier auf keiner Seite zu kurz. Ich fand das Buch zu keinem Zeitpunkt langweilig, nicht eine Seite lang.

Schön ist es auch, schon bekannte Personen wieder zu treffen. Zwar kann ich mich wirklich nur noch sehr dunkel an "Ohne ein Wort" erinnern, doch eine gewisse Spur von Vertrautheit kam auf jeden Fall auf. Abgesehen von der Vertrautheit sind die Personen auch alle starke Charaktere, die wunderbar beschrieben werden und zu denen ich sehr leicht eine Beziehung aufbauen konnte.

Ein kleiner Punkt hat mich so ein bisschen gestört, bzw. auch ein bisschen schmunzeln lassen. Terry, Grace' Vater ist eigentlich ein total harmloser Lehrer, der im Buch aber so eine Verwandlung durchmacht, die ich ehrlich gesagt recht unglaubwürdig finde. Das war für meinen Geschmack etwas übertrieben und zu viel. Dies ist jedoch der einzige Punkt, der mich tatsächlich gestört hat.

Fazit:
Ein spannender Thriller von Linwood Barclay, der mich erneut überzeugt und über die komplette Lesezeit gefesselt hat. Lediglich eine etwas unglaubwürdige Wandlung eines Charakters störte mich etwas, was aber nicht wesentlich ins Gewicht fällt.

Dienstag, 17. Mai 2016

Rezension "Die Falle"

Titel: Die Falle
Autor: Melanie Raabe
Verlag: btb
Seitenzahl: 352
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3442714179

(c) RandomHouse
Zum Inhalt:
Linda Conrads ist eine erfolgreiche Schriftstellerin. Seit sie ihre ermordete Schwester tot aufgefunden hat, lebt sie völlig zurückgezogen, verlässt nie ihr Haus. Obwohl sie den Mörder gesehen hat, konnte er auch mehr als 10 Jahre später nicht gefasst werden. Eines Abends traut Linda ihren Augen kaum, als sie genau diesen Mann in den Nachrichten erkennt. Von einem Moment auf den anderen bleibt ihre Welt stehen und sie will nur noch eines, den Mann zu Verantwortung ziehen, der ihre kleine Schwester so brutal aus dem Leben gerissen hat. Und sie stellt ihm eine Falle, der er nicht entgehen kann.

Meine Meinung:
Schon auf dem Buchcover ist zu erkennen, dass Sebastian Fitzek und Charlotte Link begeistert sind und ich schließe mich ihnen uneingeschränkt und ohne jeden Kritikpunkt an.

Für mich ist "Die Falle" eine psychologische Meisterleistung, die mich nicht nur einmal in tiefe Zweifel gestürzt hat, was den Täter angeht. Melanie Raabe kommt hier so gut wie ohne Blut aus. Lediglich der Mord an Lindas Schwester wird kurz beschrieben, der Rest beruht auf der psychologischen Ebene, was ich unglaublich gut gelungen finde.

Von der ersten Seite an zog mich die Geschichte in ihren Bann und ließ mich nicht mehr los. Jede freie Sekunde nutzt ich, um in "Die Falle" abzutauchen. Linda Conrads ist auf ihre Art recht speziell, hat aber durchaus ihre Gründe dafür, warum sie etwas komisch ist. Da es recht wenige Protagonisten gibt, lassen sich diese sehr gut auseinander halten und zudem kann man schnell eine Beziehung zu ihnen aufbaut. Neben Linda Conrads sind das nur ihr Personal und der Mann, den sie in den Nachrichten erkennt.

Als ich das Buch das erste Mal in der Hand hatte und den Klappentext las begannen die Fragen in meinem Kopf zu wirbeln. Hat Linda Conrads wirklich den Mörder ihrer Schwester im Fernsehen erkannt oder hat sie sich das alles nur eingebildet? Und wie geht die Sache mit der Falle aus? Wird sie unbeschadet aus dieser Geschichte rausgehen? Fragen über Fragen, die nur beantwortet werden konnten, in dem ich ganz schnell begann das Buch zu lesen.

Die Spannung ließ zu keinem Zeitpunkt nach und auch der Schreibstil von Raabe ist einfach klasse. Ich bin richtig begeistert von diesem Thriller. Ich habe lange nach einem Autor gesucht, der bzw. die Sebastian Fitzek das Wasser reichen kann. Und Melanie Raabe kann es definitv. Die psychologische Spannung, der Schreibstil und dieses unbändige Verlangen meinerseits unbedingt wissen zu müssen, was hinter der Geschichte steckt.

Immer wieder schaffte es Raabe mich in die Irre zu führen. Kaum dachte ich, dass mir der Sachverhalt klar ist, kam sie schon mit einer neuen Überraschung um die Ecke. Natürlich fing ich dann gegen Ende an zu ahnen, wie die Story ausgehen könnte, doch Raabe überraschte mich mit großen Teilen der Auflösung trotz alledem.

Es kommt nicht so oft vor, dass ich wirklich rundum zufrieden mit einer Geschichte bin. Dass ich einfach gar nichts auszusetzen habe. Und hier geht es sogar so weit, dass ich so begeistert von dem Buch bin, dass es mir extrem schwer fiel diese Rezension zu verfassen. Denn meine Begeisterung in Worte zu fassen, scheint mir kaum möglich. Und so verbleibe ich einfach mit einer absoluten Leseempfehlung und hoffe, dass diese Geschichte noch ganz viele Leser finden und begeistern wird.

Fazit:
Toll! Toll! Toll! Eine extrem spannende und richtig gut erzählte Geschichte, die mich komplett umgehauen und gefesselt hat. Sebastian Fitzek muss sich definitiv in Acht nehmen, denn hier kommt eine Autorin, die zu einer ernsthaften Konkurrenz werden könnte.

Mittwoch, 20. April 2016

Rezension "Wer war Alice"

Titel: Wer war Alice
Autor: T. R. Richmond
Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 443
Einbindungsart: Broschiert
Preis: 14,99 €
ISBN:  978-3-442-20508-0

(c) RandomHouse
Zum Inhalt:
Alice ist tot. Ertrunken in einem kalten Fluss. War es Selbstmord, Mord oder doch nur ein tragischer Unfall? Diese Frage beschäftigt alle Personen in dieser Geschichte. Alice war ein Mensch mit vielen Facetten und keiner kannte sie wirklich. Sie hatte ihre dunklen Geheimnisse und viele Wünsche, die sich nun niemals erfüllen werden. Was geschah in der Nacht in der Alice starb? Immer wieder verstrickt sich jemand in Widersprüche, doch bis wirklich geklärt wird, was geschah vergeht eine lange Zeit. Der mysteriöse und auch etwas unheimliche Professor Cooke spielt hier eine nicht unwesentliche Rolle. Doch auch er wird am Ende mehr als überrascht. 

Meine Meinung:
"Wer war Alice"? Dieser Frage wollte ich unbedingt auf den Grund gehen. Schon das Cover gefällt mir total gut, passt es doch erschreckend gut zu meinem Bild von der ertrunkenen Alice.

Und auch die Geschichte selbst finde ich absolut grandios. Der Stil des Autors ist unglaublich gut und packend. Er erzählt die Geschichte nicht aus der Sicht einer Person, ja eigentlich auch nicht aus der Sicht mehrerer Personen. Nein, die komplette Geschichte besteht aus Briefen, Interviews, Chats, SMS usw. Was vielleicht zunächst etwas gewöhnungsbedürftig klingt, ist schlussendlich einfach nur genial.

Richmond erschafft mit diesem Stil nach und nach ein Bild von Alice, das so von den unterschiedlichsten Seiten beleuchtet werden kann. Jeder hat eine andere Meinung von ihr, jeder kennt eine unterschiedliche Seite, einen unterschiedlichen Charakterzug. Und so hatte ich nach und nach das Gefühl langsam ein vollständiges Bild von Alice, ihrer Vergangenheit, ihrem Leben, ihren Wünschen und Sehnsüchten zu bekommen. Sicher bleibt einiges trotzdem im Verborgenen, denn kein Mensch ist komplett durchschaubar.

Was diese Geschichte außerdem zu etwas sehr besonderem macht sind ihre Charaktere. Der Autor arbeitet diese wunderbar heraus. Mit ihren Macken und kannten sind sie alle unverwechselbar, wenngleich mir auch keiner wirklich sympathisch war. Und das ist das "witzige" an der Geschichte. Ich fand fast alle Charaktere wirklich unsympathisch oder nervig, der eine ein Stalker, der andere ein Fremdgänger, einer unheimlich besessen von Alice, die anderen dem Alkohol sehr zu getan oder depressiv. Und trotz alledem macht das in diesem Buch gar nichts aus. Ich kenne das eigentlich auch so, dass ich immer einen Protagonist brauche, den ich liebe, mit dem ich mitfiebere. Hier war das überhaupt nicht der Fall. Selbst Alice war mir ziemlich unsympathisch. Doch dem Lesefluss tat dies überhaupt keinen Abbruch, denn alleine die Frage, was mit Alice geschah ist so fesselnd, dass ich völlig vergaß genervt von den Charakteren zu sein.

Die Frage, was mit Alice geschah, beschäftigt die Protagonisten und den Leser bis zum Schluss. Hier überzeugt der Autor nicht nur durch seinen einmaligen Stil, auch seine immer wieder frischen und neuen Ideen tragen ihren Teil dazu bei, dass die Geschichte nie langweilig wird. Durch die Zeitsprünge, die immer wieder stattfinden, erfordert das Buch zwar ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit, damit man nicht durcheinander kommt. Doch diese sind nötig um Alice wirklich richtig kennenzulernen. Denn wenn man ihre Vergangenheit nicht kennen würde, würde man vieles aus der Gegenwart nicht verstehen.

Obwohl es kaum Action in dem Buch gibt, war es von der ersten bis zur letzten Seite spannend und fesselnd. Auch dass hier meine obligatorische Liebesgeschichte fehlt, hat mich überhaupt nicht gestört. Zu spannend war es den vielen offenen Fragen auf den Grund zu gehen. Zu spannend mit zu verfolgen, was mit Alice tatsächlich geschah. Ich will unbedingt mehr von dem Autor, wenn er immer so klasse schreibt.

Tja und die Frage, was mit Alice geschah? Das wird hier natürlich nicht verraten, im Buch jedoch wird diese Frage umfassend geklärt. Das Ende ist überraschend und ich wäre da so nicht drauf gekommen. Doch alles ist schlüssig und rund und bringt die Geschichte zu einem gelungenen Abschluss.

Fazit:
Ein packendes Buch, das mich nicht losgelassen hat. Der einmalige Stil des Autors und die ausdrucksstarken Charaktere machen dieses Buch zu einem echten Erlebnis. Lesen!


Montag, 18. April 2016

Rezension "Witch Hunter"

Titel: Witch Hunter
Autor: Virginia Boecker
Verlag: dtv
Seitenzahl:400
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 17,95 €
ISBN: 978-3423761352

(c) dtv
Zum Inhalt:
Elizabeth Grey ist 16 Jahre alt und eine der besten Hexenjägerinnen des Landes. Jede Verhaftung scheint ihr zu gelingen, keine Hexe vor ihr sicher. Elizabeth lebt in einer Welt, in der Hexerei und alles was auch nur im entferntesten danach aussieht, streng verboten ist. Keiner weiß das besser als Elizabeth und doch begeht sie einen schweren Fehler, der sie selbst unter die Anklage stellt, eine Hexe zu sein. Schnell wird ihr klar, dass sie kaum eine Chance hat, lebend wieder aus dem Gefängnis zu kommen. Zu oft musste sie mit ansehen, was mit Hexen und Zauberern passiert, die ihrer Taten überführt werden. Doch kurz vor ihrer geplanten Hinrichtung passiert etwas, womit Elizabeth nie gerechnet hätte. Der meist gesuchte Zauberer aller Zeiten, befreit sie aus dem Gefängnis. Doch damit geht ihr Kampf ums Überleben erst richtig los und nicht nur einmal muss sie sich zwischen ihren Freunden und ihrem Leben entscheiden.

Meine Meinung:
Schon lange habe ich kein Fantasybuch mehr gelesen, schon lange nichts mehr über Hexen und Co. Deswegen kam mir "Witch Hunter" gerade recht. Ich fand es spannend, das Thema Hexen mal aus einer anderen Perspektive beleuchtet zu sehen. Aus der Sicht einer Hexenjägerin, die plötzlich selbst als Hexe verfolgt wird.

Der Beginn erinnert erschreckend an die vielen Hexenverbrennungen im Mittelalter. Da musste man nur einmal die falschen Kräuter bei sich haben, einmal jemandem etwas gegen seinen Husten geben, schon war man als Hexe verdammt und landete im schlimmsten Fall auf dem Scheiterhaufen. Hier ist es ähnlich, auch wenn man in dieser Geschichte tatsächlich Hexen und Zauberer findet, die Magie beherrschen. Doch auch diese werden scheinbar willkürlich und ohne wirklich ersichtlichen Grund verhaftet und abgeschlachtet, allein ihrer Fähigkeiten wegen.

Zunächst ist mir Elizabeth darum auch etwas unsympathisch. Sie scheint dem Inquisitor vollkommen hörig zu sein und stellt nichts von dem was sie tut in Frage. Und das obwohl sie es hasst, bei den Hexenverbrennungen dabei zu sein. Allerdings kann ich sie auch auf der anderen Seite wieder ein bisschen verstehen, da sie von Kindesbeinen an mit dem Gedanken aufgewachsen ist, dass Hexerei böse und schlecht ist und verfolgt werden muss. Dadurch hatten diese Gedanken natürlich genug Zeit sich in ihrem Kopf fest zu setzen. Selbst als sie selbst als Hexe verhaftet wird, glaubt sie noch immer an das System und dass sich alles als Missverständnis rausstellen wird.Viel mehr möchte ich hier gar nicht zum Inhalt verraten.

Die Geschichte selbst fand ich total spannend und klasse. Das Buch hat mir wirklich richtig gut gefallen. Die Autorin kommt immer wieder mit einer neuen Überraschung um die Ecke und so ist irgendwann gar nicht mehr wirklich klar, wer jetzt gut und wer böse ist. Ich liebe diese Welten, seit ich Harry Potter gelesen habe. Diese Welten, die wie unsere oder unserer sehr ähnlich sind und trotz alledem der Magie ein perfektes Zuhause bieten. Dieses Zusammenspiel von Realität und Magie ist auch hier wieder sehr gut gelungen. Mit ihrem mittelalterlichen Flair, ist die Geschichte der perfekte Handlungsort für alles, was mit Hexen zu tun hat.

Natürlich handelt es sich hier mal wieder um den Beginn einer Reihe, wie sollte es auch anders sein. Und natürlich endet die Geschichte deswegen recht offen. Allerdings muss ich zugeben, dass ich schon deutlich schlimmere Cliffhanger in so manch einer Geschichte hatte. Die wichtigsten Fragen werden hier erst einmal geklärt und die Autorin lässt die Geschichte nur so weit offen, dass man weiß, dass es weitergehen wird. Worüber ich mich im Übrigen sehr freue.

Obwohl ich lange Zeit nicht so viel Lust auf fantastisches hatte und eher immer Bücher gelesen habe, die in der Realität spielen, so konnte mich Witch Hunter doch durchweg überzeugen und begeistern. An die Protagonisten musste ich mich zwar erst einmal ein bisschen gewöhnen, doch nach kurzer Zeit war die Geschichte einfach nur klasse.

Fazit:
Gelungenes Fantasy-Jugendbuch über Hexenverfolgung, das mich nach einer kurzen Eingewöhnungszeit vollständig überzeugen konnte.

Sonntag, 3. April 2016

Rezension "Die Vertriebenen: Flucht aus Camp Eden"

Titel: Die Vertriebenen: Flucht aus Camp Eden (Bd.1)
Autor: Kevin Emerson
Verlag: Heyne fliegt
Seitenzahl: 432
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 8,99 €
ISBN: 978-3453596450
Zur Leseprobe *KLICK*

(c) RandomHouse
Zum Inhalt:
Die Erde in der Zukunft. Sie ist durch die Klimaerwärmung kaum noch bewohnbar. Lediglich unter Kuppeln lässt es sich noch leben. Als Owen beim einem Tauchwettbewerb die Tauchlehrerin Lilly beeindrucken will und über seine Grenzen hinausgeht, hat er einen Unfall. Aber statt zu ertrinken, überlebt er. Denn Owen hat eine Gabe, eine Gabe die mächtiger ist, als er sich in diesem Moment bewusst ist. Seine Gabe könnte die komplette Menschheit retten. Doch irgendjemand hat etwas dagegen und Lilly und er geraten in große Gefahr.

Meine Meinung:
Ich stehe ja total auf Dystopien und so dachte ich mir, dass ich mit "Die Vertrieben - Flucht aus Camp Eden" auch nicht viel falsch machen kann.

Leider habe ich mich in dieser Annahme getäuscht. Iclh wurde mit dem Buch überhaupt nicht warm, zu keinem Zeitpunkt. Das ist echt schade, denn der Klappentext klang so vielversprechend und spannend. Als ich dann aber zu lesen angefangen habe, hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte überhaupt nicht in Gang kommt.

Owen entdeckt seine Fähigkeiten und lernt andere Jugendliche mit den gleichen Fähigkeiten kennen. Und mehr passiert gefühlt auch nicht, auf den ersten 100-200 Seiten. Und so schleppte sich die Geschichte nur so dahin und ich musste mich regelrecht zum Lesen zwingen.

Auch den Protagonisten fühlte ich mich zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Form nah. Sie blieben blass und so konnte ich auch keine Beziehung zu ihnen aufbauen. Es gibt Bücher, da retten die Protagonisten die Geschichte, einfach weil sie so klasse ausgearbeitet sind oder man so mit ihnen mitfühlt. Hier ist das dem Autor leider so gar nicht gelungen, schade.

Auch im weiteren Verlauf, gelingt es der Geschichte nicht, eine wirkliche Spannung aufzubauen. Ich quälte mich mühsam durch die Seiten und wartete darauf, das endlich etwas passiert. Zugegeben, die Idee selbst, ist gar nicht so schlecht, aber die Umsetzung ist für mich nur wenig überzeugend. Die fesselnde Spannung, die ich mir erhofft hatte, blieb leider aus und so kann ich dem Buch nur wenig positives abgewinnen.

Zudem ist dieses Buch der Beginn einer Reihe, weswegen natürlich vieles offen und ungeklärt bleibt. Ich denke jedoch nicht, dass ich zu den weiteren Bänden greifen werde, denn dafür fehlt mir einfach die Motivation. Ich habe überhaupt kein Interesse daran zu erfahren wie die Geschichte weitergeht. Zudem ist mir das Buch schon jetzt überhaupt nicht mehr so richtig präsent, was für mich ein eindeutiges Zeichen ist, dass ich diese Reihe wohl tatsächlich nicht mehr weiter verfolgen werde.

Fazit:
Leider eine sehr enttäuschendes Jugendbuch, das weder durch seine Charaktere noch durch eine spannende Handlung überzeugen kann. Schade :(

Rezension "Und draußen stirbt ein Vogel"

Titel: Und draußen stirbt ein Vogel
Autor: Sabine Thiesler
Verlag: Heyne
Seitenzahl: 448
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 19,99 €
ISBN: 978-3-453-26968-2

(c) RandomHouse
Zum Inhalt:
Rina ist eine erfolgreiche Autorin. Manuel das genaue Gegenteil. Und genau das, ist das Problem. Manuel empfindet tiefen Hass gegenüber Rina. Diese ahnt nicht, was sie in ihm für einen Feind hat. Manuel schleicht sich tief in Rinas Leben ein. Als er sich als Feriengast in ihre Gästevilla einmietet, ahnt sie nicht in was für einer Gefahr sie schwebt. Uns das ganz allein und fern ab von jeglichen Nachbarn. 

Meine Meinung:
Ich habe schon einige Bücher von Sabine Thiesler gelesen. Fast alle konnten mich überzeugen. An das letzte Buch erinnere ich mich nicht mehr so gut,  da es schon eine Weile her ist, allerdings weiß ich, dass ich etwas enttäuscht von der Story war. Nun hatte ich aber Lust mal wieder etwas von ihr zu lesen und so kam mir ihr neuestes Werk gerade recht. 

Eines von Thieslers Markenzeichen ist definitiv der Handlungsort ihrer Bücher - die Toskana. Diese beschreibt sie auf so authentische Weise, dass man das Gefühl hat selbst dort gewesen zu sein. Auch dieses Buch spielt wieder in den schönsten Regionen Italiens, unter anderem Rom. Diese Beschreibungen gelingen ihr jedes mal aufs Neue und geben den Büchern ein richtiges Urlaubsfeeling.

Auch der ermittelnde Kommissar ist immer der gleiche. Auch wenn Neri hier eher eine untergeordnete Rolle spielt und mit dem Fall nicht viel zu tun hat, so taucht er doch in jedem ihrer Bücher auf. So ganz sympathisch finde ich ihn zwar nicht, da er sich meistens bei den Ermittlungen ziemlich tollpatschig anstellt, aber auch das scheint ein Markenzeichen von Thiesler zu sein.

Dafür war mir die Hauptperson Rina Kramer sehr sympathisch, wenn ich auch großes Mitleid mit ihr hatte, da ihr Mann ein echter Vollidiot zu sein scheint. Trotz ihres Erfolges als Autorin ist sie eine bodenständige Frau, die ihren Sohn mehr als alles auf der Welt liebt und alles für ihn tun würde. Das konnte ich sehr gut nachempfinden.

Der Fall selbst ist sehr spannend, ohne das wirklich viel passiert. Mit leisen Tönen erschafft Thiesler eine Stimmung, die aufgeladen ist und einen auf jeder Seite den großen Knall vermuten lässt. Und so hatte ich mal wieder eine Lektüre vor mir, bei der die Seiten nur so dahin flogen. Ich wollte unbedingt wissen, wie weit Manuel gehen wird und wie das ganze Drama ausgeht.

Thiesler hat einen Schreibstil der zu fesseln weiß und sich außerdem noch super lesen lässt. Es gab Momente da wollte ich das Buch überhaupt nicht zuklappen so spannend fand ich die Handlung. Besonders beeindruckend finde ich hier eben, dass weder viel Blut vergossen wird noch sonderlich viele actionreiche Szenen zu finden sind. Allein mit ihrer Art zu erzählen, weiß Thiesler zu fesseln und zu überzeugen.

Fazit:
Ein super gelungener Thriller aus der Feder von Sabine Thiesler, der mit leisen Tönen zu fesseln und überzeugen weiß. Die wunderschön beschriebene Umgebung der Toskana tut ihr übriges für ein absolut gelungenes Buch.

Dienstag, 22. März 2016

Rezension "Lilly Frost - Fluch aus dem Jenseits"

Titel: Lily Frost - Fluch aus dem Jenseits
Autor: Nova Weetman
Verlag: Gulliver (Beltz Verlagsgruppe)
Seitenzahl: 236
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 14,95 €
ISBN: 978-3-407-74654-2
Bezogen über: Blogg dein Buch
Hier bestellen *KLICK*

Zum Inhalt:
Lily Frost muss umziehen. Und das fast ganze 200 km weit weg von ihrer besten Freundin. Zu allem Übel ist das neue Haus nicht nur ziemlich alt, sondern auch extrem gruselig. Unerklärliche Dinge passieren in Lilys Zimmer und als sie erfährt, dass sie in einem Haus wohnt, in dem früher das Mädchen gewohnt hat, das unter mysteriösen Umständen verschwand, ist es um ihre Ruhe endgültig geschehen. Lily macht sich sofort auf die Suche nach Antworten. Was ist mit Tilly geschehen, spukt es in ihrem Haus wirklich und was hat Danny mit der ganzen Sache zu tun. Danny, der Junge der ihr eigentlich total gefällt, sich aber zu allem ausschweigt. Und ehe Lily es sich versieht ist sie mitten drin in einer perfekten Gruselgeschichte und gerät selbst in große Gefahr.

Meine Meinung:
Das Buch gefällt mir rein optisch total gut. Das Cover ist geheimnisvoll und verspricht eine spannende Geschichte. Und auch der Klappentext lässt auf einige unterhaltsame Lesestunden schließen.
Meine Meinung zu der Geschichte selbst ist etwas zwiegespalten. Im Prinzip habe ich genau das bekommen, was ich erwartet habe. Eine waschechte Gruselgeschichte, die mir nicht nur einmal einen wohligen Schauer über den Rücken gejagt hat. 

Zudem lässt sich die Geschichte richtig gut lesen. Ich konnte kaum glauben wie schnell die Seiten dahin flogen und ich schon wieder am Ende angekommen war.  Denn spannend ist sie alle mal, da gibt es keinen Zweifel. 

Von Anfang an, wollte ich unbedingt wissen, was es mit dem Spuk auf sich hat. Spukt es tatsächlich, bildet Lily sich das alles ein oder wird ihr einfach nur ein böser Streich gespielt. Dies alles führte natürlich dazu, dass ich die Geschichte so schnell wie möglich lesen wollte, denn diese Fragen mussten unbedingt geklärt werden. Und so fesselte mich die Geschichte fast von Anfang an. Ich begleitete Lily bei ihrem Umzug, ging mit ihr durch ihren neuen Wohnort und lernte mit ihr zusammen Dany kennen.

Schnell wird klar, dass mit dem neuen Haus, in das Lily mit ihren Eltern zieht, etwas nicht stimmt. Seltsame Vorkommnisse häufen sich. Doch nur Lily scheint diese zu bemerken. Und so blieb weiterhin die Frage offen, ob sie sich das alles nur einbildet. Diese Frage blieb für mich bis ganz zum Schluss offen. Erst da wird abschließend geklärt, was es mit dem Spuk auf sich hat und was in dem kleinen Dorf geschehen ist. 

Und so gefiel mir auch das Ende recht gut. Es ist kein absolutes Happy End, schließt die Geschichte aber zufriedenstellend ab und lässt keine Fragen offen.

Trotzdem bleibt irgendwie ein komischer Beigeschmack zurück. Ich kann glaube ich gar nicht so richtig erklären, woran es liegt, aber das Buch konnte mich nicht vollständig überzeugen. Vielleicht liegt es daran, dass mir Lily nicht sonderlich sympathisch ist. Sie stänkert eigentlich am laufenden Band rum, auch wenn ich natürlich verstehe, dass so ein Umzug für einen Teenager sicher hart sein muss. Doch sie lässt eigentlich nie durchblicken, dass sie an der Schwelle zum Erwachsensein steht, sondern handelt immer impulsiv und etwas kindisch. Dadurch verprellt sie nicht nur ihre beste Freundin und ihre Eltern. 

Ebenfalls etwas merkwürdig fand ich die Tatsache, dass sich Lily immer den Situationen ausgesetzt hat, vor denen sie am meisten Angst hat. Sie geht ständig an den Fluss, obwohl Wasser nicht ihr bester Freund ist. Sie sucht sich das mit Abstand grusesligste Zimmer im Haus aus, nur um später zu merken, dass sie alleine dort panische Angst hat. All diese Dinge passten für mich nicht ganz zusammen und fingen irgendwann ein bisschen an zu nerven.

Alles in allem hat mir "Lily Frost - Fluch aus dem Jenseits" jedoch recht gut gefallen. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass man eine vielleicht nicht zu 100% realistische Geschichte bekommt. Ich möchte an dieser Stelle jetzt nicht mehr verraten, aber das musste erwähnt werden.

Fazit:
Ein Jugendbuch, welches auf der einen Seite viel Freude gemacht hat. Die Seiten flogen nur so dahin, weil ich unbedingt wissen wollte, was es mit den seltsamen Vorkommnissen auf sich hat. Auf der anderen Seite war mir die Protagonistin nicht wirklich sympathisch und ging mir stellenweise etwas auf die Nerven, was der Geschichte einen kleinen Knick gibt. 

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Rezension "Im Schlaf komm ich zu dir"

Titel: Im Schlaf komm ich zu dir
Autor: J.R. Johansson
Verlag: Heyne fliegt
Seitenzahl: 397
ISBN: 978-3-453-26813-5
Einbindungsart: Broschiert
Preis: 14,99 €
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(c) RandomHouse
Zum Inhalt:
Parker, 17 Jahre alt, hat seit mehreren Jahren nicht mehr richtig geschlafen. Grund dafür ist, dass er ein Traumseher ist. Jedes Mal, wenn er sich schlafen legt, landet er in den Träumen der Person, der er zuletzt in die Augen geblickt hat. Und das ist alles andere als erholsam. Parker merkt, dass seine Kräfte nach und nach nachlassen und ihn das Traumsehen wohl das Leben kosten wird, sollte sich nicht bald etwas ändern. Als er durch Zufall Mia begegnet und in ihren Träumen landet, ist alles ganz anders. Parker kann plötzlich schlafen, denn so friedliche Träume hat er noch nie gesehen. Allerdings muss er dafür jeden Tag als letztes Mia in die Augen schauen, bevor er schlafen geht. Und das stellt sich als schwieriger heraus als der dachte. Denn Mia hat Angst, sie wird von einem Stalker verfolgt und keiner weiß, um wen es sich dabei handelt. 

Meine Meinung:
Die Bewertung von diesem Buch fällt mir gar nicht so leicht. Als ich den Klappentext las, versprach ich mir spannende, mysteriöse Lesestunden, die ich zunächst auch bekam.

Parkers Art zu träumen ist mehr als seltsam und natürlich wollte ich unbedingt wissen, was es damit aufsich hat und warum er immer in den Träumen anderer Personen landet. Doch, was eigentlich ganz gut und spannend beginnt, wird im Verlauf der Geschichte immer abgedrehter. Für meinen Geschmack etwas zu abgedreht.

Parker beginnt zu zweifeln, was Traum und Realität ist. Und natürlich barg das auch eine gewisse Spannung für mich als Leser. Denn auch ich kam immer mal wieder ins Zweifeln, was von den Geschehnissen wohl der Realität angehört und was nur in Parkers Kopf stattfindet. Leider fing mich dieses hin und her irgendwann an zu nerven. Die Handlung trat auf der Stelle, Parker kam keinen Schritt vorwärts mit seinen Nachforschungen.

Eine zeitlang musste ich das Buch recht häufig weg legen, dann ich von Parker regelrecht genervt war. Seine Zweifel an sich selbst und sein unbändiger Drang Mia zu sehen, machten die Geschichte irgendwann ziemlich anstrengend für mich, weswegen ich gar nicht mehr richtig am Geschehen dran bleiben konnte.

Die Personen selbst sind der Autorin alle recht gut gelungen, jedoch muss ich zugeben, dass ich zu keinem so recht einen Bindung aufbauen konnte. Sie blieben alle etwas unnahbar und fremd für mich und so fehlte mir auch die emotionale Beziehung zu den Charakteren, die mir immer sehr viel bedeutet.

Ich muss jedoch zugeben, dass ich nach dem schleppenden Mittelteil, den Showdown ziemlich gut fand. Dieser hat mich wirklich positiv überrascht. Die Autorin baut hier eine Wendung ein, mit der ich zu diesem Zeitpunkt so gar nicht gerechnet hatte. Und so flogen die Seiten plötzlich doch recht schnell dahin.

Auch die Action kommt bei diesen letzten Szenen nicht zu kurz. Zudem werden endlich einige offene Fragen geklärt, die mich schon die ganze Geschichte über so sehr beschäftigt haben. Leider wird auch hier nicht alles aufgeklärt. Ich weiß nicht, ob es einen zweiten Teil geben soll, aber für mich bleiben einige ziemlich wichtige Dinge ungeklärt, was mich leider auch wieder gestört hat. Ich habe nicht unbedingt etwas gegen offene Enden, aber manche Dinge sollten, gerade in so einer mysteriösen Geschichte, wirklich geklärt werden.

Fazit:
Leider hatte ich mir von der Geschichte viel mehr erhofft, als ich letztendlich bekam. Einem guten Beginn, folgt ein sehr langer schleppender Mittelteil, der mich nicht richtig überzeugen konnte. Der spannende Showdown am Ende kann das dann leider auch nicht mehr retten, da für mich zu viele Fragen ungeklärt bleiben. (Edit: Es soll wohl einen zweiten Band geben, dann ist das mit den offenen Fragen in Ordnung)

Donnerstag, 5. November 2015

Rezension "Die Betrogene" - Hörbuch

Titel: Die Betrogene
Autor: Charlotte Link
Verlag: RandomHouse Audio
Laufzeit: 10 CDs/11h 56 min (gekürzte Lesung)
ISBN: 978-3-8371-3038-6
Einbindungsart: CDs
Preis: 19,99 €
Zur Leseprobe *KLICK

(c) RandomHouse
Zum Inhalt:
Kate Linville kehrt nach dem Tod ihres Vaters in ihr Heimatstädchen zurück. Nicht zuletzt um endlich in Erfahrung zu bringen, wer ihren Vater so brutal ermordet hat. Denn bisher tappt die Polizei im Dunkeln. Zudem wirkt der alkoholkranke Ermittler nicht gerade stabil, sodass sich Kate selbst auf Spurensuche begibt. Dabei stößt sie auf Erkenntnisse aus der Vergangenheit ihres Vaters, mit denen sie niemals gerechnet hatte und die sie zutiefst schockieren. Gleichzeitig lernen wir Jonas Crane und seine Familie kennen. Dieser steht kurz vor einem Burn-Out. Um dem zu entgehen will er mit seiner Familie abgeschieden Ferien machen. Dabei geraten sie alle in Lebensgefahr, denn ein Mörder ist auf freiem Fuß.

Meine Meinung:
Charlotte Link ist die deutsche Königin des Spannungsromans. Ich weiß gar nicht wie viele Stunden voller Spannung sie mir gebracht hat. Auch mit "Die Betrogene" wurde ich nicht enttäuscht.

Gelesen von Claudia Michelsen ist dieses Hörbuch ein Genuss für die Ohren. Michelsen hat eine sehr angenehme Stimme, der ich gerne zugehört habe. Durch ihre ruhige aber Art, aber auch ihr Können ihre Stimme zu verstellen, macht sie das Hörbuch zu einem Erlebnis. Michelsen ist eine tolle Sprecherin.

Die Geschichte selbst bietet zwei Handlungsstränge, die zunächst parallel zueinander verlaufen ohne groß etwas miteinander zu tun zu haben. Da sie so eindeutig voneinander abgegrenzt werden, musste ich mich nur am Anfang kurz an die Personen gewöhnen, doch dann hatte ich keinerlei Schwierigkeiten den beiden Handlungssträngen zu folgen. Natürlich ist von vorne herein klar, dass die beiden Geschehnisse irgendetwas miteinander zu tun haben. Bis jedoch klar wird, wie genau die beiden aufeinander treffen, vergeht ein ganzes Stück an Zeit.

Und selbst als klar ist, was die Geschehnisse miteinander zu tun haben, schaffte Link es mich doch immer wieder auf falsche Spuren zu führen. Ich verbrachte die letzten beiden CDs damit heftig zu grübeln, was wohl am Ende als Auflösung bei der Geschichte rauskommen könnte und kam einfach nicht dahinter. Egal wie sehr ich überlegte. Die Lösung blieb mir verborgen. Genauso muss eine spannende Geschichte sein. Denn auch die Ermittler in der Geschichte selbst scheinen von einer Sackgasse in die nächste zu geraten.

Die handelnden Personen, besonders Kate Linville und der alkoholkranke Ermittler, fand ich sehr gelungen. Es treffen so viele unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinander, jede für sich sehr einzigartig. Kate Linville ist eine starke Persönlichkeit, doch das scheint sie selbst so gar nicht zu wissen. Und so litt und fieberte ich besonders mit ihr mit. Ich hätte gerne noch mehr über das Privatleben der beiden Ermittler gelesen und war am Ende schon fast enttäuscht, als ich mich von ihnen verabschieden musste.

Aufgelöst wird die ganze Geschichte wirklich erst auf der letzten CD. Als dann die ersten Andeutungen kamen, hatte ich so langsam eine Ahnung, was hinter den Geschehnissen stecken könnte. Hier hat sich Link einmal mehr eine tolle Geschichte überlegt, die über die komplette Zeit zu fesseln und am Ende zu überraschen weiß.

Fazit:
Ein toll gelesenes Hörbuch. Spannend, fesselnd. Bis zum Ende tappte ich im Dunkeln, die Auflösung ist absolut gelungen und die kantigen und gut ausgearbeiteten Charaktere tun ihr übriges um "Die Betrogene" zu einem tollen Hörerlebnis zu machen.

Dienstag, 19. Mai 2015

Rezension "Der Schneeleopard"

Titel: Der Schneeleopard
Autor: Tess Gerritsen
Verlag: Limes
Seitenzahl: 416
ISBN: 978-3809026372
Einbindungsart: Gebunden
Preis: 19,99 €

(c) RandomHouse
Zum Inhalt:
Die Handlung dieses Thrillers findet zugleich an zwei Schauplätzen statt. Zum einen in einer abgelegenen Wüste in Botswana. Zum anderen bei Rizzoli und Isles in Boston. Die beiden Ermittlerinnen müssen einem grausamen Mord an einem Tierpräparator nachgehen, den sie in seiner eigenen Wohnung ausgeweidet vorfinden. Die Liste der Verdächtigen ist lang, hatte er doch besonders unter den Tierschützern viele Feinde. Rizzoli und Isles stehen vor einem Rätsel, denn die merkwürdigen Vorfälle häufen sich. Auch in Botswana geht es alles andere als friedlich zu. Eine Gruppe Touristen gerät in der Wüste in Lebensgefahr. Noch wissen sie nicht wer Jagd auf sie macht, doch ihr Überlebenskampf wird immer schwieriger. Irgendwie scheinen diese Vorfälle in einem Zusammenhang miteinander zu stehen, doch noch ist überhaupt nicht klar in welchem. Und so ist mindestens ein Mörder weiterhin auf freiem Fuß.

Meine Meinung:
Ein Rizzoli&Ilses-Thriller von Tess Gerritsen fühlt sich für mich immer ein bisschen wie nach Hause kommen an. Schon seit dem ersten Band sind mir die beiden eigenwilligen Frauen sehr ans Herz gewachsen. Seitdem habe ich sie fast durch alle ihre gemeinsam Fälle begleitet. Auch dieses Mal hat es die zu lösende Aufgabe richtig in sich. Während beide Frauen, auch privat mit ihren Problemen zu kämpfen haben, scheint der Täter sie dieses Mal vor eine nahezu unlösbare Aufgabe zu stellen. Auch sind sie sich über die gesamte Zeit der Ermittlungen nicht immer einig und so entstehen Spannungen, die nicht nur mit dem Fall zu tun haben.

Und so entwickelt sich rasch eine rasante Geschichte, die einen kaum zu Atem kommen lässt. Tess Gerritsen spart natürlich auch hier wieder nicht mit blutigen Details und so dürfte die Geschichte sicherlich nicht für jeden etwas sein. Auch ich muss zugeben, obwohl ich ihre Art zu schreiben kenne, musste ich doch das ein oder andere Mal schlucken. Hier braucht man in jedem Fall starke Nerven.

Wie oben schon erwähnt, mag ich die beiden Ermittlerinnen wirklich sehr gerne. Ich finde es klasse ihre Entwicklung in jedem Band zu verfolgen und zu erleben, wie sich auch ihr Privatleben weiterentwickelt. Beides sind sehr starke Persönlichkeiten, die mit beiden Beinen im Leben stehen und sich somit (fast) nie unterkriegen lassen. Doch dieser Fall stellt auch die sonst so tiefe Freundschaft auf eine schwere Probe. Genau wie der Leser, stehen die beiden Frauen lange vor einem großen Rätsel. Mal geht es in die eine Richtung, mal in die andere. Scheint eine heiße Spur gefunden, so entpuppt sie sich hinterher doch als gerade einmal lauwarme Fährte.

Von Anfang an rätselte ich natürlich fleißig mit und versuchte selbst auf die Lösung zu kommen. Leider gehört hierzu mein einziger Kritikpunkt. Ich ahnte relativ schnell, in welche Richtung es gehen könnte und fand die "Art" der Lösung leider etwas zu vorhersehbar. Ich mag es einfach, wenn ich bis zum Ende im Dunklen tappe und auf einer völlig falschen Fährte bin. Ansonsten bietet das Buch wieder so viel Spannung wie ich es von Gerritsen gewohnt bin. Was natürlich dazu beitrug dass ich das Buch ziemlich schnell durchgelesen hatte. Eine super Urlaubslektüre.

Fazit:
Tess Gerritsen, wie wir sie kennen. Blutig, spannend, thrillig, mit tollen Ermittlerinnen und einem Ende, dass leider etwas vorhersehbar war.