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Sonntag, 14. April 2019

Rezension "Niemalswelt"

Titel: Niemalswelt
Autor: Marisha Pessl 
Verlag: Carlsen 
Seitenzahl: 384
ISBN: 978-3-551-58400-7
Einbindungsart: Hardcover / ebook 
Preis: 18,00 € / 12,99 €
Alter: ab 14

(c) Carlsen
Zum Inhalt:
Vor einem Jahr starb Jim. Jim war Bees große Liebe und auch bei seinen Freunden sehr beliebt. Sein Tod als Selbstmord eingestuft, bleibt mysteriös. Da Bee gerne wissen möchte, was damals wirklich geschah, folgt sie einer Einladung ihrer alten Clique. Doch was sie dort erwartet hätte sie niemals für möglich gehalten. Nach einer gemeinsamen Party klopft es plötzlich an ihre Tür. Ein seltsamer Mann steht davor und behauptet, dass sie alle fast tot und in der geheimnisvollen Niemalswelt gefangen sind. Sie müssen sich darauf einigen, wer von ihnen überleben darf, nur so können sie die Zeitschleife verlassen. Doch das ist schwerer als gedacht und so beginnen sie die mysteriösen Umstände, die zu Jims Tod geführt haben, zu erforschen. Was dabei zu Tage tritt, hätte niemand erwartet.

Meine Meinung: 
Auf dieses Buch war ich unfassbar gespannt. Das Cover ist richtig toll, der Klappentext geheimnisvoll. Beides zwang mich förmlich dazu, dieses Buch sofort zur Hand zu nehmen und in der Geschichte abzutauchen. Keine zwei Tage später hatte ich die Geschichte ausgelesen, denn dem Sog der Geschichte, konnte ich mich nur unter Zwang entziehen.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr eingängig und super zu lesen. Die Seiten flogen nur so dahin, die Geschichte, die extrem kurzweilig war, unterhielt mich bestens. Die Spannung ließ zu keinem Zeitpunkt nach und war über die komplette Zeit unterschwellig zu spüren. Ich liebe es ja, wenn ich bei Büchern keine Ahnung habe, in welche Richtung sie gehen werden und auch hier war ich bis zum Schluss recht ratlos. Ich rätselte gemeinsam mit anderen Teilnehmern in einer Leserund und überlegte mir, worauf das ganze hinauslaufen könnte, doch kam ich bis zum Ende nicht drauf.

Stellenweise wurde die Geschichte etwas verworren und ich musste mich ziemlich konzentrieren. Wobei man auf der anderen Seite auch sagen muss, dass die Autorin hier eine beeindruckende Idee aus dem Hut gezaubert hat. Auf diese Geschichte muss man erstmal noch kommen und ich bin auch im Nachhinein immer noch sehr fasziniert von der Welt die Pessl sich ausgedacht hat. 

Auch die Charaktere und die Clique rund um Jim und Bee sind alle extrem faszinierend und klug durchdacht. Pessl hat hier ganz besondere Individuen geschaffen, die mir sicherlich alle sehr lange im Gedächtnis bleiben werden. Jeder hat seine Ecken und Kanten. Ich muss zugeben, dass ich keinen wirklich gerne mochte, erst gegen Ende werden die Charaktere nahbarer und ich brachte ihnen Verständnis und auch so etwas wie Sympathie entgegen.

Mit dem Ende schaffte es Pessl nochmal micht so richtig außer Atem zu bringen, denn ich sitze hier und weiß immer noch nicht genau, was ich glauben soll. Was ist Wahrheit, was der Fantasie der Charaktere entsprungen. Was ist jetzt wirklich passiert und was ist reine Fiktion in der Fiktion. Die Autorin wählt den extrem klungen Schachzug und überlässt uns Lesern und unserer Fantasie, was wir aus dem Ende machen. Auch wenn das nicht heißt, dass das Ende offen ist. Die Geschichte wird schon aufgelöst, doch bleibt manches etwas schwammig und ich denke noch jetzt darüber nach, was die Autorin sich dabei wohl gedacht hat.

Ich fand das Buch wirklich gut. Die Idee ist toll und neu. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass hier etwas aufgewärmt wird, was es schon ewig oft gab. Sie hat sich mit ihrer Geschichten und ihren Charakteren extrem auseinander gesetzt. Pessl liefert eine runde Geschichte ab, die ohne Widersprüche zu überzeugen weiß. So ein kleiner Haken bleibt, da ich nicht weiß, was ich mit dem Ende machen soll. Irgendwie ist es richtig cool und ich finde es toll, dass die Autorin diesen Weg geht, auf der anderen Seite aber, hätte ich mir etwas mehr Klarheit gewünscht. Hier bleibe ich ein wenig Zwiegespalten zurück, obwohl die Geschichte sonst der absolute Kracher war.

Fazit:
Eine Geschichte, die zu überzeugen weiß. Spannung, extrem tolle und authentische Charaktere und eine wahnsinnig kreative Geschichte fesselten mich fast pausenlos an das Buch. Lediglich das Ende lässt mich etwas zwiegespalten zurück, da ich mir etwas mehr Klarheit gewünscht hätte, es aber trotzdem toll finde, wie die Geschichte aufgelöst wird.


Sonntag, 25. September 2016

Rezension "Wenn du vergisst"

Titel: Wenn du vergisst (Band 1/3)
Autor: Heidrun Wagner/Illustrationen von: Miri D'oro
Verlag: Oetinger34
Seitenzahl: 235
ISBN:  978-3-95882-028-9
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 9,99 €
Alter: ab 14

(c) Oetinger
Zum Inhalt:
Aufwachen und nicht mehr zu wissen, wie man an die Stelle gekommen ist und wer man ist? Genau das passiert dem unbekannten Mädchen. Ein Junge findet sie und bringt sie ins Krankenhaus, in dem sie medizinisch versorgt wird. Doch die Amnesie bleibt. Als dann einige Tage später Menschen auftauchen, die behaupten ihre Eltern zu sein und sie mit in ihr altes Leben nehmen, ist sie völlig verwirrt. Irgendetwas stimmt nicht. Man hält ihre Vergangenheit komplett von ihr fern und sie hat keine Ahnung warum. Was ist bloß so schreckliches geschehen, was sie nicht wissen darf? 

Meine Meinung:
"Wenn du vergisst" ist ein ziemlich außergewöhnliches und besonderes Buch. Hier bekommt der Leser die Geschichte nicht nur in Textform erzählt, nein auch Bilder untermalen das Geschehen.

Und genau diese Bilder sind super in die Geschichte eingebunden. Da die Hauptperson selber gerne zeichnet, hat man das Gefühl mittendrin im Geschehen zu sein. Man sieht was sie zeichnet und bekommt zudem Bilder der verschiedenen Orte und Personen. Mal umfasst ein Bild eine ganze Seite, mal sind es nur kleine Bilder am Rand. Das ist wirklich total klasse.

Und auch die Geschichte selbst ist richtig super. Ich habe zwar einen kurzen Moment gebraucht um mich an die Kombination Bild/Text zu gewöhnen, doch dann war ich einfach nur begeistert. Sobald ich an der Geschichte dran blieb, kam ich kaum noch von ihr los. Sie fesselte mich total und ich wollte einfach nur hinter das Geheimnis der Hauptperson kommen. Die Autorin ist echt fies. Sie wirft einem immer nur kleine Brocken hin, weswegen man das Geschehen nie in seiner Gesamtheit überblicken kann.

Es wird immer mehr klar, dass so gut wie alle in der Geschichte ein Geheimnis oder etwas zu verbergen hat. Keiner sagt alles, was er weiß oder auch nur annähernd die Wahrheit. Als die Autorin dann Teile der Geschichte auflöst, war ich total überrascht. Damit hatte ich so nicht gerechnet. Allerdings bleibt vieles weiterhin im Dunkeln. Denn dieser Band ist der Beginn einer Trilogie. Zum Glück kommt der nächste Band schon im November, sodass ich nicht allzu lange warten muss. Denn als ich das Buch zuschlug war ich schon etwas entgeistert. Die Cliffhanger sind mega fies und eigentlich brauche ich sofort die Fortsetzung.

Ich bin echt begeistert, dass dieses tolle und außergewöhnliche Buch seinen Weg zu mir gefunden hat. Ich bin froh, dass ich in diese einzigartige Geschichte abtauchen durfte und freue mich schon unglaublich auf die weiteren beiden Teile. Denn ich muss unbedingt wissen, wie das ganze ausgeht und wer da nun was zu verbergen hat.

Fazit:
Ein super Buch. Eine mega gelungene Kombination aus Text und Bild. Leute lest dieses Buch, es ist ein ganz besondere Schatz!

Dienstag, 22. März 2016

Rezension "Lilly Frost - Fluch aus dem Jenseits"

Titel: Lily Frost - Fluch aus dem Jenseits
Autor: Nova Weetman
Verlag: Gulliver (Beltz Verlagsgruppe)
Seitenzahl: 236
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 14,95 €
ISBN: 978-3-407-74654-2
Bezogen über: Blogg dein Buch
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Zum Inhalt:
Lily Frost muss umziehen. Und das fast ganze 200 km weit weg von ihrer besten Freundin. Zu allem Übel ist das neue Haus nicht nur ziemlich alt, sondern auch extrem gruselig. Unerklärliche Dinge passieren in Lilys Zimmer und als sie erfährt, dass sie in einem Haus wohnt, in dem früher das Mädchen gewohnt hat, das unter mysteriösen Umständen verschwand, ist es um ihre Ruhe endgültig geschehen. Lily macht sich sofort auf die Suche nach Antworten. Was ist mit Tilly geschehen, spukt es in ihrem Haus wirklich und was hat Danny mit der ganzen Sache zu tun. Danny, der Junge der ihr eigentlich total gefällt, sich aber zu allem ausschweigt. Und ehe Lily es sich versieht ist sie mitten drin in einer perfekten Gruselgeschichte und gerät selbst in große Gefahr.

Meine Meinung:
Das Buch gefällt mir rein optisch total gut. Das Cover ist geheimnisvoll und verspricht eine spannende Geschichte. Und auch der Klappentext lässt auf einige unterhaltsame Lesestunden schließen.
Meine Meinung zu der Geschichte selbst ist etwas zwiegespalten. Im Prinzip habe ich genau das bekommen, was ich erwartet habe. Eine waschechte Gruselgeschichte, die mir nicht nur einmal einen wohligen Schauer über den Rücken gejagt hat. 

Zudem lässt sich die Geschichte richtig gut lesen. Ich konnte kaum glauben wie schnell die Seiten dahin flogen und ich schon wieder am Ende angekommen war.  Denn spannend ist sie alle mal, da gibt es keinen Zweifel. 

Von Anfang an, wollte ich unbedingt wissen, was es mit dem Spuk auf sich hat. Spukt es tatsächlich, bildet Lily sich das alles ein oder wird ihr einfach nur ein böser Streich gespielt. Dies alles führte natürlich dazu, dass ich die Geschichte so schnell wie möglich lesen wollte, denn diese Fragen mussten unbedingt geklärt werden. Und so fesselte mich die Geschichte fast von Anfang an. Ich begleitete Lily bei ihrem Umzug, ging mit ihr durch ihren neuen Wohnort und lernte mit ihr zusammen Dany kennen.

Schnell wird klar, dass mit dem neuen Haus, in das Lily mit ihren Eltern zieht, etwas nicht stimmt. Seltsame Vorkommnisse häufen sich. Doch nur Lily scheint diese zu bemerken. Und so blieb weiterhin die Frage offen, ob sie sich das alles nur einbildet. Diese Frage blieb für mich bis ganz zum Schluss offen. Erst da wird abschließend geklärt, was es mit dem Spuk auf sich hat und was in dem kleinen Dorf geschehen ist. 

Und so gefiel mir auch das Ende recht gut. Es ist kein absolutes Happy End, schließt die Geschichte aber zufriedenstellend ab und lässt keine Fragen offen.

Trotzdem bleibt irgendwie ein komischer Beigeschmack zurück. Ich kann glaube ich gar nicht so richtig erklären, woran es liegt, aber das Buch konnte mich nicht vollständig überzeugen. Vielleicht liegt es daran, dass mir Lily nicht sonderlich sympathisch ist. Sie stänkert eigentlich am laufenden Band rum, auch wenn ich natürlich verstehe, dass so ein Umzug für einen Teenager sicher hart sein muss. Doch sie lässt eigentlich nie durchblicken, dass sie an der Schwelle zum Erwachsensein steht, sondern handelt immer impulsiv und etwas kindisch. Dadurch verprellt sie nicht nur ihre beste Freundin und ihre Eltern. 

Ebenfalls etwas merkwürdig fand ich die Tatsache, dass sich Lily immer den Situationen ausgesetzt hat, vor denen sie am meisten Angst hat. Sie geht ständig an den Fluss, obwohl Wasser nicht ihr bester Freund ist. Sie sucht sich das mit Abstand grusesligste Zimmer im Haus aus, nur um später zu merken, dass sie alleine dort panische Angst hat. All diese Dinge passten für mich nicht ganz zusammen und fingen irgendwann ein bisschen an zu nerven.

Alles in allem hat mir "Lily Frost - Fluch aus dem Jenseits" jedoch recht gut gefallen. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass man eine vielleicht nicht zu 100% realistische Geschichte bekommt. Ich möchte an dieser Stelle jetzt nicht mehr verraten, aber das musste erwähnt werden.

Fazit:
Ein Jugendbuch, welches auf der einen Seite viel Freude gemacht hat. Die Seiten flogen nur so dahin, weil ich unbedingt wissen wollte, was es mit den seltsamen Vorkommnissen auf sich hat. Auf der anderen Seite war mir die Protagonistin nicht wirklich sympathisch und ging mir stellenweise etwas auf die Nerven, was der Geschichte einen kleinen Knick gibt.