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Dienstag, 22. Oktober 2019

Rezension "Herbstflüstern"

Titel: Herbstflüstern
Autor: Tanja Voosen
Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 310
ISBN:  978-3-551-30074-4
Einbindungsart: ebook / Taschenbuch
Preis: 3,99 € / 12,99 €
Alter: ab 14

(c) Impress
Zum Inhalt:
Lucy hat die Schnauze gestrichen voll von Jungs. Ben, ihr Exfreund, hat aus heiterem Himmel mit ihr Schluss gemacht und nun steht er fast täglich vor der Tür um ihr irgendetwas zu erklären. Lucy hat da so gar keine Lust drauf und lenkt sich mit einem Babysitterjob ab. Dadurch lernt sie Jasper kennen, einen absoluten Frauenhelden, der ständig ein neues Mädchen mit nach Hause bringt. Auf gar keinen Fall möchte Lucy ihm zu Nahe kommen. Doch plötzlich lernen sich die beiden besser kennen und eine ganz eigene Dynamik bringt eine Liebesgeschichte ins Rollen, mit der keiner von beiden gerechnet hatte. 

Meine Meinung:
Heute habe ich einen weiteren Band aus der "Sommerflüstern"-Reihe von Tanja Voosen für euch. Jeder dieser Bände kann unabhängig voneinander gelesen werden, denn jedes Buch hat eine andere Hauptperson. Das finde ich auch sehr gut, denn auch wenn ich schon zwei andere Bände aus der Reihe gelesen habe, so ist es doch schon eine Weile her, zudem habe ich sie völlig durcheinander gelesen.

Und so konnte ich, ohne, dass ich noch viel Wissen aus den anderen Büchern hatte, in dieses Buch starten. Ich muss zugeben, dass mir der Einstieg etwas schwer fiel und ich das Buch tatsächlich auch eine Weile zur Seite legen musste, da es mich nicht richtig in seinen Bann ziehen konnte. Ich weiß auch gar nicht woran das genau lag, denn eigentlich mag ich den Schreibstil von Tanja Voosen sehr gerne.

Zudem (und da kann die Autorin nichts für) finde ich das Buch ganz komisch gedruckt und auch der Satz sieht echt komisch und nicht angenehm für die Augen aus. Bei mir kam beim Lesen immer mehr das Gefühl auf, ich komme nicht vorwärts und das mag ich so gar nicht. Das lag definitiv an der Optik des Buches und nicht am Inhalt.

Zudem kam die Geschichte zu Beginn nur sehr schleppend ins Rollen. Es passierte einfach gefühlt so gut wie nichts und Lucy dabei zu beobachten wie sie von einem Ort zum anderen fährt, war mir einfach etwas zu wenig. Natürlich ist das hier nun etwas überspitzt dargestellt, aber es fehlte zu Beginn definitiv die nötige Spannung.

Das besserte sich mit der Zeit und vor allem ab der Hälfte wurde es dann deutlich besser. Lucy und Jasper lernten sich näher kennen und auch ich begann eine Beziehung zu ihnen aufzubauen und kam so dann leichter in die Geschichte rein. Lucy mochte ich wirklich sehr gerne und auch Jasper war mir auf jeden Fall sehr sympathisch, wenn auch etwas undurchsichtig. Dies legt sich aber mit der Zeit und vor allem zum Ende hin erfährt man dann, warum Jasper so ist, wie er ist. Das war für mich alles sehr schlüssig.

Die Liebesgeschichte die sich zwischen Lucy und Jasper entwickelt, bleibt lange Zeit sehr zart, denn beide scheinen nicht wirklich zu merken, dass sie Gefühle füreinander entwickeln. Das fand ich schön zu beobachten und vor allem sehr glaubwürdig, da Lucy gerade erst eine gescheiterte Beziehung hinter sich hat. Mir hat das Zusammenspiel der beiden sehr gut gefallen, vor allem auch die Entwicklung der Beziehung, da man richtig schön sieht, wie diese sich verändert, als sie sich besser kennenlernen.

Letztendlich hat mir das Buch dann noch gut gefallen und ich habe die zweite Hälfte recht schnell zu Ende gelesen. Es gibt sicherlich Bände der Sommerflüsternreihe, die ich etwas besser finde, doch auch dieses Buch ist alles in allem gute Unterhaltung.

Fazit:
Zu Beginn recht schleppend und zäh, nimmt die Geschichte im weiteren Verlauf an Fahrt auf und entwickelt eine ganz eigene Dymanik und ganz süße Liebesgeschichte.


Sonntag, 29. September 2019

Rezension "Das Ende"

Titel: Das Ende
Autor: Mats Strandberg
Verlag: Arctis
Seitenzahl: 352
ISBN:  978-3-03880-029-3
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 19,00 €
Alter: ab 14

(c) Arctis
Zum Inhalt:
Simon und Lucinda sind Teenager und sie verbindet eigentlich nicht besonders viel. Gut, da ist die Tatsache, dass Simons Exfreundin auch Lucindas beste Freundin war. Und dieses Mädchen wurde nun ermordet. Und als wäre das nicht tragisch genug, so bleibt nicht viel Zeit den Täter ausfindig zu machen. Denn ein Komet rast unaufhaltsam auf die Erde zu und wird diese binnen weniger Wochen auslöschen. Das Ende steht unaufhaltsam bevor, die Menschen verlieren die Kontrolle und ein Mörder will gefunden werden.

Meine Meinung:
Ich liebe ja Dystopien. Die Szenarien in Dystopien sind eigentlich immer beklemmend aber auch auf eine ganz besondere Art fesselnd und beeindruckend, zeigen sie doch Facetten von Menschen, die man sonst niemals zu Gesicht bekommen hätte.

"Das Ende" ist nicht wirklich eine Dystopie, sondern eher eine Endzeitgeschichte, geht darum aber in eine ähnliche Richtung. Ich war total gespannt, was mich in diesem Buch erwarten würde und wie die Sache mit dem Komet ausgehen würde. Denn irgendwie überlegt man naütrlich schon rum, ob die Geschichte vielleicht gut ausgeht, ob es vielleicht letztendlich eine Lösung gibt, wie dieser aufgehalten werden kann.

Die Geschichte beginnt zu der Zeit, als die Menschen von dem Kometen erfahren. Man merkt sofort wie sich die Wesen der Menschen verändern. Sie hören auf zur Arbeit zu gehen und plötzlich verändern sich die Prioritäten komplett. Das fand ich total spannend zu beobachten. Ich finde auch dass solche Szenen zum Nachdenken anregen, denn ich überlege mir dann immer, was ich wohl in so einer Situation machen würde.

Nach und nach lernt man die Protagonisten näher kennen. Hierzu wird die Geschichte sowohl aus der Perspektive von Simon, als auch von Lucinda erzählt. Das fand ich super, denn so erschließen sich einem Dinge viel besser und man lernt die beiden immer besser kennen.

Ich muss sagen, dass diese Geschichte definitiv nichts für schwache Nerven ist. Mich hat sie stellenweise schon ziemlich mitgenommen und auch runtergezogen. Das spricht natürlich absolut für den Autor und seine authentische Geschichte. Geschichten die Emotionen auslösen sind immer gut. Doch ist die Geschichte auch viel von Gewalt und Co. geprägt und das nahm mich stellenweise extrem mit. Ich habe tatsächlich auch zwischendurch immer wieder eine Geschichte mit ganz viel Liebe und positiven Elementen gebraucht, quasi als Gegengewicht.

Der Autor ist nämlich auch ziemlich schonungslos. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und so tun sich im Laufe der Geschichte menschliche Abgründe auf, die schon heftig sind. Zudem wird die Angst und Beklemmung der Protagonisten auf jeder Seite mehr spürbar und nahm auch mich völlig gefangen. Ich stellte mir vor, wie es wohl wäre, wenn wir wüssten, dass in nur wenigen Tagen ein Komet unseren Planenten zerstören wird. Diese Vorstellung ist schon ziemlich krass.

Über das Ende möchte ich gar nicht so viel verraten, denn ich möchte niemanden spoilern. Aber das Ende ist krass und so bewegend, dass ich stellenweise fast mit den Tränen kämpfen musste. Es ist unfassbar emotional und hat mich mit einem großen Kloß im Hals zurück gelassen.

Alles in allem ist "Das Ende" ein unheimlich faszinierendes und zugleich erschreckendes Buch. Es zeigt, was aus Menschen wird wenn sie vor dem Ende stehen. Es zeigt, was wirklich wichtig im Leben ist und was wir mit der kostbaren Zeit machen sollten, die uns bleibt. Und letztendlich zeigt es, dass es nichts wichtigeres als Familie und Freundschaft im Leben gibt und alles andere unwichtig wird, wenn man vor einem unausweichlichen Ende steht.

Fazit:
Eine Geschichte, die mich sehr berührt und mitgenommen, aber auch emotional fertig gemacht hat. Eine Geschichte die eine emotionale Achterbahnfahrt ist und zeigt wozu Menschen bereit sind, wenn das Ende unausweichlich bevorsteht.


Mittwoch, 21. August 2019

Rezension "The black coats - ... denn wir vergeben keine Schuld"

Titel: The black coats - ... denn wir vergeben keine Schuld
Autor: Colleen Oakes
Verlag: Beltz
Seitenzahl: 397
ISBN: 978-3-407-78998-3
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 16,95 €
Alter: ab 14 Jahren

(c) Beltz
Zum Inhalt:
Theas Cousine wurde ermordet und seitdem ist nichts mehr so, wie es einmal war. Thea bekommt ihr Leben kaum noch in den Griff und ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Eines Tages erreicht sie ein mysteriöser Brief, der sie zu den Black Coats einlädt. Die Black Coats sind eine Vereinigung von Frauen, die es sich zum Ziel gemacht haben Ungerechtigkeit zu rächen. Sie wollen Männer ihrer gerechten Strafe zuführen sollte sie mit einer Straftat gegenüber einer Frau ungeschoren davon gekommen sein. Doch ehe Thea merkt, wie schnell so etwas eskalieren kann, ist sie schon viel zu tief drin um noch auszusteigen.

Meine Meinung:
Der Titel, das Cover, der Klappentext, alles hat irgendwie eine krasse Wirkung auf mich. Die Marketingaktion des Verlages, die mich erst auf das Buch aufmerksam machte, tat ihr übriges, dass ich diese Geschichte unbedingt lesen wollte.

Zunächst einmal möchte ich aber gerne eine Triggerwarnung aussprechen, die meiner Meinung nach auf dem Buch fehlt. Denn schon der Prolog startet mit einer Vergewaltigung, im weiteren Verlauf der Geschichte, wird vor Gewalt nicht gerade Halt gemacht. Dadurch, dass das Buch ab 14 Jahren empfohlen wird, würde ich definitiv dazu raten, auf der Rückseite eine deutlich sichtbare Triggerwarnung auszusprechen.

Aber kommen wir nun mal zur Geschichte selbst. Da mich schon der Klappentext so krass in seinen Bann zog, musste ich das Buch einfach recht schnell lesen. Und was soll ich sagen? Ich wurde definitiv nicht von der Handlung enttäuscht. Zu Beginn ist sie sehr geheimnisvoll aufgebaut, man weiß als Leser nicht so genau was hinter den Black Coats steckt, was das ganze noch spannender macht. Man lernt Thea etwas besser kennen und erfährt immer mehr darüber, was mit ihrer Cousine geschehen ist. Auch taucht man zusammen mit Thea immer tiefer bei den Black Coats ein und merkt zusammen mit ihr, dass vielleicht doch nicht alles nur schwarz und weiß ist.

Ich fand das Buch spannungstechnisch unheimlich gut. Ich war mir nie sicher, was mich auf der nächsten Seite erwarten würde und so flogen die Seiten auch nur so dahin. Hier muss man vielleicht auch noch dazu sagen, dass das Buch auf jeden Fall nicht vor Gewalt zurück schreckt. Es gibt schon einige Szenen, die nicht so ganz harmlos sind und daher sollte man das Buch auf jeden Fall nur lesen, wenn man mit solchen Szenen umgehen kann - vor allem wenn man noch Jugendlicher ist.

Auch die Charaktere finde ich hier richtig gut gemacht. Zwar wird auch irgendwie das ein oder andere Klischee erfüllt, doch die Charaktere sind so wunderbar facettenreich, sodass man sie alle super unterscheiden kann. Zudem entwickeln sie sich im Verlauf der Geschichte und verändern sich. Sie wachsen an den Geschehnissen, was die Charaktere unheimlich glaubwürdig und authentisch macht.

Die Botschaft des Buches finde ich toll. Ich ging ja davon aus, dass es sich tatsächlich um eine Vereinigung handelt, die sich an Männern rächt. Dem ist auch so und ich möchte auch gar nicht so viel zum Inhalt verraten, aber was zunächst alles richtig erscheint wird nach und nach zumindest grenzwertig. Als Leser merkt man, dass Rache nicht unbedingt der richtige Weg ist und Selbstjustiz nicht die Lösung sein kann. Dass es einen Grund gibt, warum wir ein Rechtssystem haben und nicht jeder einfach irgendwelche Strafen verhängen darf. Ich finde die Botschaft wichtig, denn das Buch zeigt auf jeden Fall, dass man Gewalt nicht Gewalt vergelten darf und viele Dinge oft anders sind, wie sie auf den ersten Blick scheinen.

Was die Geschichte wunderbar abrundet, ist die zarte Liebesgeschichte, die so neben der Haupterzählung herläuft. Damit hätte ich gar nicht gerechnet und man könnte auch meinen, dass eine Liebesgeschichte gar nicht in das Setting passt. Doch ich fand sie dagegen tatsächlich ziemlich klasse, denn sie gibt der recht düsteren ERzählung einen hellen Schein und ist ein toller Gegenpol, der der Geschichte die nötige Hoffnung gibt.

Das Ende der Geschichte ist zufriedenstellend. Das Buch hätte nicht anders enden dürfen, denn so viel sei verraten, ein absolutes Happy End ist es nicht und einige Personen bleiben unbelehrbar. Doch auch dies ist authentisch und passt zur Geschichte und so bin ich sehr zufrieden damit.

Fazit:
Ein tolles Buch, welches definitiv aus der Masse heraussticht. Mich überzeugt es auf ganzer Linie, denn es ist unheimlich spannend, hat eine moralische Botschaft und bleibt dabei immer glaubwürdig und unterhaltend.


Freitag, 16. August 2019

Rezension "Liebe ist wie ein Rocksong"

Titel: Liebe ist wie ein Rocksong
Autor: Teresa Sporrer
Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 314
ISBN:  978-3-646-60462-7
Einbindungsart: ebook
Preis: 3,99 €
Alter: ab 14 Jahren

(c) impress
Zum Inhalt:
Taylor ist die Tochter von Zoey und Alex. Und was macht man als Tochter zweier Rockstars? Man macht Party bis zum Umfallen und feste Beziehungen passen auch nicht zu einem. Und so gesteht sich Taylor lange Zeit nicht ein, dass sie Ezra eigentlich mag, viel mehr mag als nur für einen One Night Stand. Als Taylor nach eben jenem panisch denkt, dass sie schwanger ist, kommt Ezra sofort und ist für sie da. Doch eigentlich mag Taylor den verstaubten Bücherwurm gar nicht, eigentlich ist er doch viel zu uncool für sie, oder?

Meine Meinung:
Bisher habe ich nur zwei Bände der eigentlich Rockstars-Reihe gelesen, doch schon das hat gereicht, um zu wissen, dass ich den Schreibstil von Teresa Sporrer unheimlich gerne mag. Ihre herrlich sarkastische Art ist unglaublich unterhaltend und es gibt selten Bücher bei denen ich mich über die komplette Zeit so sehr amüsiere, wie bei ihren.

Ich war sehr gespannt auf dieses Buch, lernt man doch Zoey und Alex als Erwachsene kennen, wenn auch nur als Nebenfiguren und ihre Tochter in der Hauptrolle. Ich war gespannt zu sehen, ob das Buch genau so überzeugen kann und freute mich auf gute Unterhaltung.

Zu Taylor muss man sagen, dass man relativ schnell merkt, dass sie Zoeys Tochter ist. Sie lässt sich nichts gefallen, nimmt kein Blatt vor den Mund und ist scheinbar zu cool für alles und jeden. Sie lässt niemanden richtig an sie ran und verbirgt dadurch viele Gefühle und Charakterzüge. Das macht sie zunächst etwas unsympathisch, auch weil sie sich eben nicht in die Karten schauen lässt. Als man sie dann aber näher kennenlernt, merkt man, dass sie eigentlich ein echt toller Mensch ist. Sie bleibt trotzdem fast über den kompletten Verlauf der Geschichte etwas anstrengend, da man als Leser eigentlich längst weiß, dass sie etwas für Ezra empfindet, sie aber immer wieder neue Ausreden erfindet, wieso sie ihn von sich stößt. Der arme Ezra tat mir stellenweise richtig leid und ich bewunderte sein Durchhaltevermögen.

Ezra mochte ich nämlich tatsächlich sehr gerne. Er ist der perfekte Bookboyfriend, lieb, fürsorglich, gut aussehend und dann mag er auch noch Bücher. Was wie ein sechser im Lotto klingt, ist tatsächlich auch so und so hoffte ich einfach, dass Taylor und er schlussendlich zusammen finden würden.

Auch vom Schreibstil von Teresa Sporrer wurde ich wieder einmal nicht enttäuscht. Ihre Art zu schreiben ist einfach richtig toll. Ich genieße es richtig ihre Bücher zu lesen, da sie, zumindest für mich, genau den richtigen Ton trifft. Ihre Geschichten haben immer etwas ernsthaftes, doch bringen dabei auch immer die nötige Portion Humor mit, was ich richtig klasse finde. Ich werde sicherlich auch noch alle anderen Bücher von ihr lesen.

Der Verlauf der Geschichte ist natürlich etwas absehbar, aber genau das braucht so eine Geschichte auch. Zudem wartet doch noch die ein oder andere Überraschung auf uns Leser, mit denen ich so nicht gerechnet hätte und so fand ich die Geschichte zu keinem Zeitpunkt langweilig oder langatmig und habe sie sehr gerne gelesen.

Fazit:
Eine weitere wunderbar zu lesende Geschichte von Teresa Sporrer, die mich, auch dank des herrlichen Humors, wunderbar unterhalten hat. 

Freitag, 2. August 2019

Rezension "The Beauty within"

Titel: The Beauty within
Autor: Theresa Zwirner
Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 214
ISBN:  978-3-646-60517-4
Einbindungsart: ebook
Preis: 3,99 €
Alter: ab 14

(c) Impress
Zum Inhalt:
Mia ist glücklich mit ihrem Leben. Sie ist beliebt, hübsch und hat tolle Freundinnen. Doch von einem Tag auf den anderen, ist nichts mehr so, wie es einmal war. In ihrem Haus bricht ein Brand aus, ihre Mutter stirbt, sie selbst kommt zwar mit dem Leben davon, hat aber fortan eine große Narbe im Gesicht. Mia zieht sich von allen zurück. Bis sie Jonah kennenlernt und mit ihm gemeinsam einen Schreibkurs besucht. Jonah, der ihr zeigt, dass das Leben wertvoll ist und sie immer noch genauso toll und hübsch wie vor dem Brand.

Meine Meinung:
Leute, schaut euch mal das Cover an. Ist das nicht einfach nur der Hammer und ein absoluter Hingucker. Ich liebe es und könnte es die ganze Zeit einfach nur anstarren. Schon alleine das Cover wäre ein Grund für mich gewesen mir das Buch zuzulegen und zu lesen, doch auch der Inhalt hat mich sofort überzeugt.

Als Leser begegnet man Mia erstmal vor dem Brand, der ihr komplettes Leben verändert hat. Zu dieser Zeit ist sie kein wirklich sympathischer Charakter. Ihre beste Freundin mobbt alle um sich herum und ist alles andere als freundlich zu ihrer Umwelt. Mia schaut in den meisten Fällen nur zu, greift nicht ein und ist froh, dass sie nicht das Opfer ist. Dies ändert sich mit dem Feuer schlagartig und Mia beginnt sich zu verändern. Zieht sie sich zunächst zurück, so merkt man auch als Leser, wie sich ihre Persönlichkeit ändert und sie immer sympathischer wird. Ich konnte sie immer besser verstehen und begann mit ihr zu leiden und mitzufiebern. Ich wünschte ihr, dass es für sie bergauf ging.

Und das tat es, mit Jonah und dem Schreibkurs. Was mir besonders gut gefiel, ist dass der Schreibkurs auf dem Schloss Solitude in Stuttgart stattfindet, denn da habe ich kirchlich geheiratet. Ich finde das immer noch so witzig, denn ich mag Bücher sehr, die in einer Umgebung stattfinden, die ich kenne. Der Schreibkurs selbst ist unterhaltsam und spannend beschrieben. Ich habe so mit Mia und Jonah mitgefiebert, denn es läuft natürlich nicht alles glatt und vor allem Mia hat - aufgrund ihrer Narbe - sehr mit allem zu kämpfen.

Der Schreibstil der Autorin ist richtig toll. Ich habe das Buch von der ersten bis zur letzten Seite genossen und war traurig, als es dann auch schon wieder vorbei war. Hier stimmt einfach alles. Vom Cover, über den Verlauf der Geschichte, bis zu deren Ende. Das Setting, der Handlungsort und das Thema Bücher und Schreiben, tun ihr übriges, dass das Buch trotz des tragischen Beginns beste Unterhaltung bietet.

Fazit:
Eine wunderbare Geschichte, die zeigt, dass es so viel wichtigeres im Leben gibt, wie einfach nur gut auszusehen. Die Autorin kann klasse schreiben und unterhalten. Ein grandioses Buch mit einem grandiosen Cover, dass unbedingt gelesen werden muss.

Donnerstag, 1. August 2019

Rezension "Crown Prince"

Titel: Crown Prince
Autor: Annie Laine
Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 363
ISBN: 978-3-646-60500-6
Einbindungsart: ebook
Preis: 3,99 €
Alter: ab 14
Reihe: Band 3

(c) Impress
Zum Inhalt:
Caroline ist Zofe am Palast von Mitena. Sie liebt ihren Job sehr, doch noch viel mehr liebt sie Martin, den Kronprinzen und zukünftigen König. Das darf jedoch nicht sein, denn niemals würde sich Martin auf eine gewöhnliche Bürgerliche einlassen. Doch ihre Gefühle werden von Tag zu Tag stärker und auch Martin merkt plötzlich, dass hinter Carolines Fassade viel mehr steckt, als bloß die Zofe, die die Zimmer putzt. Und so kommen sich die beiden immer näher, haben jedoch ihre Rechnung ohne Martins Mutter gemacht. Denn diese wird mit allen Mitteln verhindern, dass ihr Sohn nicht standesgemäß heiratet.

Meine Meinung:
Dies ist nun der dritte Teil aus der Modern-Princess-Reihe von Annie Laine. Hat mir der erste Band nur so mittelmäßig gefallen, so wurde es mit jedem weiteren immer besser. Und so kann ich sagen, dass mir dieser dritte Teil richtig gut gefallen hat.

Ich mochte Caroline als Protagonistin sehr. Und auch wenn sie ihre Gefühle manchmal etwas blind und tollpatschig machen, so macht sie das auf der anderen Seite auch sehr liebenswert. Als beste Freundin von Prinzessin Izzy (Hauptperson aus dem zweiten Band), kennt sie sich bestens am Hof aus. Sie ist eine wunderbare Freundin und eine Person auf die man sich immer verlassen kann. Martin hingegen, war mir zu Beginn nicht ganz so sympathisch, da er recht kalt und arrogant wirkt. Dies ändert sich jedoch immer mehr, als er Caro näher kennenlernt und man merkt, dass das kalte, abweisende Verhalten doch alles eher Fassade ist.

Der Verlauf der Geschichte ist zwar nicht besonders spektakulär, trotzdem fand ich die Geschichte fast durchweg fesselnd und interessant. Es gab ganz kurz eine Phase, die ich recht langatmig fand, dies gab sich aber schnell wieder und so war ich vom Geschehen ganz schnell wieder gefesselt. Annie Laine kann auf jeden Fall gut schreiben und unterhalten. Ich merkte auch recht schnell wieder, was mich am ersten Band gestört hatte. Denn sobald Izzys Freundin Sarah auf den Plan trat und gefühlt die Hälfte ihrer Dialoge auf spanisch war, war ich wieder etwas genervt.

Allerdings finde ich es toll, dass alle Protagonisten in allen drei Büchern eine Rolle spielen und man so oft das Gefühl hat, als würde man nach Hause kommen. Trotzdem bin ich der Meinung, dass man alle drei Bücher unabhänging voneinander lesen kann. Es hat natürlich aber Sinn wenn man sie in der richtigen Reihenfolge liest, da man sich sonst eventuell selbst spoilert.

Das Ende hat mir ebenfalls gut gefallen. Ich finde es schön, dass man weiß, dass die Geschichte trotz vieler Dramen und Tiefs auf jeden Fall gut ausgehen wird und am Ende alle zufrieden sind. Ich fand es sehr schön Izzys Bruder mal näher und von einer anderen Seite kennenzulernen und habe mich deswegen sehr über das Ende gefreut.

Fazit:
Ein toller dritter Band aus der Modern-Princess-Reihe, der mir bisher am besten von allen dreien gefallen hat. Ich mochte beide Protagonisten sehr und auch der Verlauf der Geschichte hat mich bestens unterhalten.

Sonntag, 28. Juli 2019

Rezension "Auf einer Skala von 1 bis 10"

Titel: Ceylan Scott
Autor: Auf einer Scala von 1 bis 10
Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 256
ISBN: 978-3-551-52111-8
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 15,00 € / 10,99 €
Alter: ab 14

(c) ChickenHouse
Zum Inhalt:
Tamar und Iris waren Freundinnen. Nun ist die eine tot und die andere gibt sich die Schuld daran. Seit dem schrecklichen Unglück, bei dem Iris ums Leben kam, geht es für Tamar seelisch nur noch bergab. Und so bleibt irgendwann kein anderer Ausweg mehr, als die Einweisung in eine psychiatrische Klinik - zu ihrem eigenen Schutz. Hier soll Tamar geholfen werde und sie soll auch über das sprechen, was mit Iris geschah. Doch Tamar kann nicht, denn dann würden alle wissen, dass sie eine Mörderin ist.

Meine Meinung:
Als allererstes möchte ich eine Triggerwarnung aussprechen. Und zwar genau die, die der Verlag selbst auf das Buch gedruckt hat. Denn das Buch enthält sehr explizite Szenen von Selbstverletzung und suizidalem Verhalten. Das alles ist ein riesen Thema und Personen die damit vielleicht selbst Schwierigkeiten haben oder empfindlich sind, was diese Themen angeht, sollten dieses Buch vielleicht nicht lesen.

Ich selbst kenne mich zwar mit psychischen Problemen nicht so aus, wie die Protagonistin in dem Buch, doch auch ich hatte schon die ein oder andere dunkle Phase in meinem Leben. Nach dem Lesen dieses Buches, weiß ich, dass das gar nichts war. Dass es Menschen gibt, denen es wirklich richtig schlecht geht. Es ist schon hart, wenn man schwarz auf weiß serviert bekommt, wie übel einem das Leben mitspielen kann und was es mit einer Psyche machen kann. Ich denke jeder ist mal in der Situation, dass er nicht mehr kann, dass er am Boden zerstört ist. Doch ich glaube, wir alle wissen gar nicht, was echter seelischer Schmerz ist (ausgenommen die, die schon ähnliches wie die Protagonistin in diesem Buch erlebt haben).

"Jemandem, der nicht im Dunkeln untergegangen ist, kann ich nicht beschreiben, wie es sich anfühlt zu leben." (S. 219)

Was das ganze noch viel greifbarer und erschreckender macht, ist die Tatsache, dass die Autorin selbst in einer psychiatrischen Klinik war. Dass sie viele Dinge davon vermutlich selbst erlebt hat, denn sie fing an das Buch zu schreiben, als sie in der Klinik war. Da geht das schon echt unter die Haut, was man in diesem Buch zu lesen bekommt und man sollte es daher tatsächlich nur lesen, wenn die eigene Seele stark genung ist, das auszuhalten.

Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen, auch wenn ihm lange die Hoffnung fehlt. Lange Zeit, ist die Geschichte ziemlich düster und jegliche Verbesserung oder Hoffnung auf Besserung scheint vergeblich. Doch in kleinen Schritten schafft es die Protagonistin aus ihrer Lethargie und beginnt leben zu wollen. Die Autorin hat mit Tamar eine einzigartige und beeindrucken Person geschaffen und ich hoffe nur, dass sie selbst ähnlich stark, wie ihre eigene Protagonistin ist.

"Ich bin stolz, weil ich mein Monster umgebracht und die Beweise dafür vernichtet habe. Weil ich der Dunkelheit, die mich töten wollte, ein Ende bereitet habe." (S. 219/220)

Das Ende trägt dann sehr viel Hoffnung in sich. Hoffnung für eine besser Zukunft für Tamar und somit auch Hoffnung für jeden, der vielleicht selbst mit psychischen Problemen zu kämpfen hat. Hoffnung auf Hilfe und so versteckt euch nicht, lasst euch helfen, denn ihr habt jedes Recht darauf zu leben. 

Am Ende des Buches gibt es noch eine Seite mit Hilfsangeboten. Diese enthält verschiedene Internetadressen und Telefonnummern, an die sich Betroffene wenden können. Bei einem Buch mit so einem Thema und so einem Hintergrund ist das für mich ein absolutes Muss.

Fazit:
Ein Buch, welches unter die Haut geht, nachdenklich macht und berührt. Es schockiert gleichermaßen, wie es am Ende Hoffnung schenkt, dass man auch aus dem tiefsten Sumpf wieder hinaus kommen kann.


Freitag, 7. Juni 2019

Rezension "Bus 57"

Titel: Bus 57
Autor: Dashka Slater
Verlag: Loewe
Seitenzahl: 400
ISBN: 978-3-7432-0363-1
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 18,95 €
Alter: ab 14

(c) Loewe
Zum Inhalt:
Sasha und Richard sind zwei Teenager, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Richard, ein dunkelhäutiger Junge aus schwierigen Verhältnissen, der schon einmal mit dem Gesetz in Konflikt kam. Sasha eine Person, die sich selbst als geschlechtsneutral, als agender definiert. Die Wege der beiden kreuzen sich in der Buslinie 57. Sasha vom Aussehen her ein Junge, trägt aber einen Rock und wird so schnell Ziel der Aufmerksamkeit von Richard und seinen Freunden. Von diesen angestachelt setzt Richards Sashas Rock in Brand und das Unglück nimmt seinen Lauf.

Meine Meinung:
Dieses Buch basiert auf einem wahren Erlebnis. Die Autorin begleitete den Prozess rund um Richard und sein Vergehen und sprach mit den Betroffenen. Basierend auf diesen Informationen schrieb sie diese Geschichte nieder.

Als ich den Klappentext dieses Buches las, war ich sofort Feuer und Flamme für diese Geschichte. Biographien und biographische Geschichten lese ich eigentlich eher selten, doch ab und an ist eine drin und so kam dieses Buch genau richtig.

Der Einstieg fiel mir sehr leicht. Der Schreibstil der Autorin ist total angenehm zu lesen, ich fühlte mich so, als wäre ich selbst hautnah am Geschehen dran gewesen. Die Kapitel sind stellenweise sehr kurz, manchmal sogar nur eine Seite lang und genau das finde ich hier richtig super. Die Kürze der Kapitel vermittelt ein Gefühl, welches perfekt zur Erzählung passt. Man springt von Ereignis zu Ereignis, stellenweise fühlte ich mich gehetzt, aber in einem positiven Sinn. Denn das passt einfach wie die Faust aufs Auge zu den Geschehnissen.

Was die Autorin hier beschreibt ist dermaßen schockierend und traurig. Die Geschichte war extrem tragisch, wobei für mich schlussendlich nicht feststeht, ob es sich wirklich um ein "Hassverbrechen" handelte, nur weil Sasha anders aussieht. Viel mehr erschien es mir wie eine "leichtsinnige" Tat eines überforderten Jugendlichen, der angestachelt von seinen Freunden viel zu weit geht und damit ein tragisches Ereignis auslöst. Auch wenn das natürlich nichts entschuldigt. Jedoch wirkte dieser Fall für mich zu sehr von der Presse aufgebauscht und viel mehr daraus gemacht, als es eigentlich war. Dies hat mit der Qualität des Buches aber eigentlich nichts zu tun, ist nur einer der Eindrücke, die ich durchs Lesen hatte.

Was ich total interessant fand, ist dass man durch die Geschichte nebenbei sehr viel über die amerikanische Justiz und das Strafvollzugssystem erfährt. Es gibt Zahlen, Daten und Fakten und viel darüber zu erfahren, wie Gerichtsverfahren ablaufen und wie es in den Gefängnissen so zugeht. Das alles fand ich wirklich spannend zu erfahren und stellenweise auch etwas erschreckend.

Es gibt eine Sache mit der ich allerdings recht große Schwierigkeiten hatte. Sasha bezeichnet sich selbst ja als agender, sprich weder männlich noch weiblich. Da hierfür weder er noch sie verwendet werden kann gibt es für das dritte Geschlecht eigene Pronomen. Dies brachte mich immer wieder aus dem Lesefluss und ich musste diese Stellen häufiger lesen, da ich diese Pronomen einfach gar nicht kannte. Mit der Zeit ging es etwas besser, doch blieben diese Stellen auch weiterhin kleine Stolperfallen.

Fazit:
Eine total interessante Geschichte, die eigentlich gar keine ist, denn sie erzählt von einer wahren, sehr erschreckenden Begebenheit. Die Autorin kann super schreiben, auch das Wissen welches nebenbei über die Justiz in den USA vermittelt wird, ist hochinteressant. Einzig mit den geschlechtsneutralen Pronomen hatte ich so etwas meine Probleme, da sie für mich komplett neu waren. Ansonsten hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen.

Sonntag, 14. April 2019

Rezension "Niemalswelt"

Titel: Niemalswelt
Autor: Marisha Pessl 
Verlag: Carlsen 
Seitenzahl: 384
ISBN: 978-3-551-58400-7
Einbindungsart: Hardcover / ebook 
Preis: 18,00 € / 12,99 €
Alter: ab 14

(c) Carlsen
Zum Inhalt:
Vor einem Jahr starb Jim. Jim war Bees große Liebe und auch bei seinen Freunden sehr beliebt. Sein Tod als Selbstmord eingestuft, bleibt mysteriös. Da Bee gerne wissen möchte, was damals wirklich geschah, folgt sie einer Einladung ihrer alten Clique. Doch was sie dort erwartet hätte sie niemals für möglich gehalten. Nach einer gemeinsamen Party klopft es plötzlich an ihre Tür. Ein seltsamer Mann steht davor und behauptet, dass sie alle fast tot und in der geheimnisvollen Niemalswelt gefangen sind. Sie müssen sich darauf einigen, wer von ihnen überleben darf, nur so können sie die Zeitschleife verlassen. Doch das ist schwerer als gedacht und so beginnen sie die mysteriösen Umstände, die zu Jims Tod geführt haben, zu erforschen. Was dabei zu Tage tritt, hätte niemand erwartet.

Meine Meinung: 
Auf dieses Buch war ich unfassbar gespannt. Das Cover ist richtig toll, der Klappentext geheimnisvoll. Beides zwang mich förmlich dazu, dieses Buch sofort zur Hand zu nehmen und in der Geschichte abzutauchen. Keine zwei Tage später hatte ich die Geschichte ausgelesen, denn dem Sog der Geschichte, konnte ich mich nur unter Zwang entziehen.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr eingängig und super zu lesen. Die Seiten flogen nur so dahin, die Geschichte, die extrem kurzweilig war, unterhielt mich bestens. Die Spannung ließ zu keinem Zeitpunkt nach und war über die komplette Zeit unterschwellig zu spüren. Ich liebe es ja, wenn ich bei Büchern keine Ahnung habe, in welche Richtung sie gehen werden und auch hier war ich bis zum Schluss recht ratlos. Ich rätselte gemeinsam mit anderen Teilnehmern in einer Leserund und überlegte mir, worauf das ganze hinauslaufen könnte, doch kam ich bis zum Ende nicht drauf.

Stellenweise wurde die Geschichte etwas verworren und ich musste mich ziemlich konzentrieren. Wobei man auf der anderen Seite auch sagen muss, dass die Autorin hier eine beeindruckende Idee aus dem Hut gezaubert hat. Auf diese Geschichte muss man erstmal noch kommen und ich bin auch im Nachhinein immer noch sehr fasziniert von der Welt die Pessl sich ausgedacht hat. 

Auch die Charaktere und die Clique rund um Jim und Bee sind alle extrem faszinierend und klug durchdacht. Pessl hat hier ganz besondere Individuen geschaffen, die mir sicherlich alle sehr lange im Gedächtnis bleiben werden. Jeder hat seine Ecken und Kanten. Ich muss zugeben, dass ich keinen wirklich gerne mochte, erst gegen Ende werden die Charaktere nahbarer und ich brachte ihnen Verständnis und auch so etwas wie Sympathie entgegen.

Mit dem Ende schaffte es Pessl nochmal micht so richtig außer Atem zu bringen, denn ich sitze hier und weiß immer noch nicht genau, was ich glauben soll. Was ist Wahrheit, was der Fantasie der Charaktere entsprungen. Was ist jetzt wirklich passiert und was ist reine Fiktion in der Fiktion. Die Autorin wählt den extrem klungen Schachzug und überlässt uns Lesern und unserer Fantasie, was wir aus dem Ende machen. Auch wenn das nicht heißt, dass das Ende offen ist. Die Geschichte wird schon aufgelöst, doch bleibt manches etwas schwammig und ich denke noch jetzt darüber nach, was die Autorin sich dabei wohl gedacht hat.

Ich fand das Buch wirklich gut. Die Idee ist toll und neu. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass hier etwas aufgewärmt wird, was es schon ewig oft gab. Sie hat sich mit ihrer Geschichten und ihren Charakteren extrem auseinander gesetzt. Pessl liefert eine runde Geschichte ab, die ohne Widersprüche zu überzeugen weiß. So ein kleiner Haken bleibt, da ich nicht weiß, was ich mit dem Ende machen soll. Irgendwie ist es richtig cool und ich finde es toll, dass die Autorin diesen Weg geht, auf der anderen Seite aber, hätte ich mir etwas mehr Klarheit gewünscht. Hier bleibe ich ein wenig Zwiegespalten zurück, obwohl die Geschichte sonst der absolute Kracher war.

Fazit:
Eine Geschichte, die zu überzeugen weiß. Spannung, extrem tolle und authentische Charaktere und eine wahnsinnig kreative Geschichte fesselten mich fast pausenlos an das Buch. Lediglich das Ende lässt mich etwas zwiegespalten zurück, da ich mir etwas mehr Klarheit gewünscht hätte, es aber trotzdem toll finde, wie die Geschichte aufgelöst wird.


Mittwoch, 20. Februar 2019

Rezension "The Belles - Schönheit regiert"

Titel: The Belles - Schönheit regiert
Autor: Dhonielle Clayton 
Seitenzahl: 512
ISBN: 978-3-522-50583-3
Einbindungsart: ebook / Hardcover 
Preis: 12,99 € / 19,00 €
Alter: ab 14

(c) Thienemann
Zum Inhalt:
Camelia ist eine Belle. Sie ist jung und schön und lebt in einer Welt voller Hässlichkeit. In einer Welt, in die komplette Menschheit von den Göttern mit Hässlichkeit gestraft wurde - außer den Belles selbst. Die Belles jedoch sind dazu verdammt, Schönheitsbehandlungen an den Menschen vorzunehmen und diesen ihr gewünschtes Aussehen zu geben. Was Camelia zunächst wie ein Segen erscheint, wird mehr und mehr zu einer Aufgabe, die sie an ihre Grenzen bringt. Und plötzlich merkt sie, dass gar nicht alles so einfach und schön ist, wie sie immer dachte. Doch zu viel Wissen ist gefährlich und ehe Camelia es sich versieht befindet sie sich in großer Gefahr.

Meine Meinung:
Sicher gibt es kaum jemanden unter euch, der noch nichts von diesem Buch gehört hat. Überall ist es zu sehen und es gibt sicher einige, die dadurch davor zurück schrecken, es zu lesen. Doch halt, bitte überlegt euch das nochmal.

Ich selbst war sofort Hin und Weg von dem Cover. Alleine das wäre für mich ein Grund, in der Buchhandlung danach zu greifen und das Buch zu kaufen. Der transparente Schutzumschlag und das Cover das darunter hervorkommt, passen perfekt zusammen und sind einfach einmalig schön.

Die Geschichte selbst hat ja schon einige kontroverse Stimmen erhalten, die mich dazu gebracht haben, genau zu hinterfragen, wie mir das Buch gefallen hat. Und letztendlich kam ich zu dem Schluss dass ich es tatsächlich richtig gut fand. Es gibt sicherlich einige Punkte der Kritiker, die ich auch irgendwie nachvollziehen kann, doch bleibt bei mir einfach nur das Gefühl, dass Dhonielle Clayton eine unfassbar beeindruckende Welt erschaffen hat, welche sie mit so vielen kreativen Details ausgeschmückt hat, dass ich sie noch immer vor meinem inneren Auge sehen kann. Ihre Beschreibungen sind äußerst detailliert, was an manchen Stellen vielleicht etwas zu viel ist und die Geschichte unnötig in die Länge zieht. Allerdings erreichte sie damit bei mir, dass ich die Welt der Belles so zum Greifen nahe fand, dass ich mich so fühle, als wäre ich selbst schon dort gewesen. Bis zum letzten Eck, zum letzten Blatt an jedem Baum, kann ich mir vorstellen, wie es dort aussieht.

Die Idee der Geschichte finde ich einfach nur grandios. Es gibt inzwischen so unsagbar viele Bücher auf dem Markt, die immer wieder die gleichen Themen aufgreifen. Hier hat die Autorin für mich etwas völlig neues aufgegriffen und wahnsinnig gut umgesetzt. Sie selbst schreibt im Nachwort, dass sie zehn Jahre an der Geschichte gearbeitet hat und das merkt man in jedem Fall. Selten habe ich so eine durchdachte Welt und Idee serviert bekommen, wie in dieser Geschichte. 

Camelia selbst wird im Gegensatz dazu gar nicht so genau beschrieben, bleibt dadurch fast ein bisschen blass. Trotz allem fand ich, dass sie ein sehr interessanter Charakter ist, der noch viel Potenial dazu hat, sich in den weiteren Bänden zu entwickeln. Und auch die anderen Charaktere fand ich ziemlich gelungen. Die Autorin hat eigentlich von allem etwas mit in die Geschichte gebracht und so viele Personen geschaffen, die so interessant sind, dass jede weitere Seite eine Freude ist.

Die Autorin schreibt selbst, dass sie eine Botschaft vermitteln will. Eine Botschaft, die sich mit dem Schönheitswahn beschäftigt, der in der heutigen Zeit einen extrem hohen Stellenwert einnimmt. Für mich hat sie das in jedem Fall geschafft. Gerade dadurch, dass sie es mit den Schönheitswünschen der Personen im Buch völlig übertreibt und ihre Beschreibungen bis ins kleinste Detail gehen, erzeugt sie bei mir einen deutlichen Hinweis darauf, was bei uns falsch läuft. Sie zeigt auf, wie weit es mit einer Gesellschaft kommen kann, wenn es nur noch um oberflächliche und äußere Werte geht und zeigt wie gefährlich dieser Schönheitswahn auch sein kann.

Zudem ist das Buch richtig spannend. Ich gebe zu, dass auch ich immer wieder etwas langatmige Passagen hatte, gerade dann wenn irgendwelche Farben oder irgendein Essen näher beschrieben werden. Doch alles in allem ist das Buch richtig spannend. Gerade am Ende nimmt es extrem an Fahrt auf und als ich sah wie wenige Seiten ich nur noch vor mir hatte, wusste ich sofort, ich muss auch den nächsten Band haben. Denn wie soll es auch anders sein? Das Buch endet ziemlich offen und ich habe das Gefühl, jetzt geht es erst richtig los. Da ist noch so viel Potenial da, was alles passieren könnte. Ich hoffe die Autorin kann ihr Tempo bei behalten und ihre ganz besondere Art zu schreiben.

Fazit:
Ein Buch das vor allem durch die extrem kreative Grundidee und den unfassbar tollen Schreibstil der Autorin zu überzeugen weiß. Das Cover verspricht einiges, der Inhalt kann es definitiv halten. Ganz klare Leseempfehlung von mir.

Samstag, 29. Dezember 2018

Rezension "Wasteland - Tag des Neubeginns"

Titel:  Wasteland - Tag des Neubeginns
Autor: Emily Bähr
Verlag: Carlsen 
Seitenzahl: 388
ISBN:  978-3-646-60424-5
Einbindungsart: ebook
Preis: 1,99 €
Alter: ab 14
Band: 1/3

(c) Carlsen
Zum Inhalt:
Lys Mason lebt in einem abgeschotteten Dorf. Seit ihre Mutter starb hat sie dieses kaum noch verlassen. Eines Tages wird ihr Dorf von Zombies angegriffen und Lys entkommt nur knapp. Was mit ihrem Vater ist, weiß sie nicht. Sie ist bereit alles dafür zu tun, um ihn zu finden und kommt dabei durch Zufall in die Gesellschaft des Kopfgeldjägers "Z". Das hinter ihrer Mission viel mehr steckt als nur ihren Vater zu befreien, ahnt Lys nicht 

Meine Meinung:
Dies ist der erste Teil der Wasteland-Reihe. Ich habe ihn recht lange vor mir her geschoben, obwohl ich eigentlich sehr gerne Dystopien lese. Jetzt bin ich jedoch recht froh, dass ich das getan habe, denn inzwischen ist die Reihe komplett erschienen und ich kann alle am Stück lesen. Cliffhänger sind somit nicht so gemein, wie es oft der Fall ist. 

Ich kam sehr gut in die Geschichte rein, auch wenn zu Beginn nicht allzu viel passiert. Dafür hat man als Leser in Ruhe Zeit das Setting kennen zu lernen und sich an die Umgebung und die Zombies zu gewöhnen. Trotzdem waren einige Stellen recht langatmig und ich kam nicht so schnell vorwärts wie ich es mir vielleicht gewünscht hätte. 

Der Schreibstil der Autorin ist recht angenehm zu lesen. Sie beschreibt die Umgebung schön detailliert, benutzt aber nicht zu viele Details, die so eine Beschreibung recht schnell langweilig werden lassen können. 

Den ersten Höhepunkt, erlebt die Geschichte, als das Dorf von Zombies angegriffen wird und man als Leser hautnah dabei ist. Da lief mir an der ein oder anderen Stelle ziemliche Gänsehaut über den Rücken. 

Danach flachte die Geschichte leider etwas ab und es gab viel durch die Gegend gerenne, was ich recht langweilig fand und mich das Buch für eine ganze Weile zur Seite legen ließ.

Nach und nach kommen noch einige Charaktere dazu, die zwar sehr gut ausgearbeitet sind, aber nicht unbedingt mehr Spannung in die Geschichte bringen. Zwar fand ich die verbalen Schlagabtäusche zwischen den Protagonisten ziemlich amüsant, doch fehlte mir trotzdem die Spannung. 

Auf diese musste ich für meinen Geschmack zu lange warten. Denn erst gegen Ende nimmt die Geschichte richtig an Fahrt auf und offenbart Dinge, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Ich war total überrascht und bin sehr gespannt wie das im nächsten Teil weiter gehen wird, denn natürlich endet die Geschichte mit einem Cliffhanger, der mich mit vielen Fragezeichen zurück lässt.

Fazit:
Ein Reihenauftakt, der definitiv noch etwas Luft nach oben hat. Leider fehlte mir an vielen Stellen die Spannung, denn erst gegen Ende nimmt die Geschichte so richtig an Fahrt auf. Ich hoffe der nächste Teil kann davon etwas mehr bieten. 
 
 

Samstag, 22. Dezember 2018

Rezension "Nachts am Fluss"

Titel: Nachts am Fluss
Autor: Trish Doller
Verlag: Carlsen 
Seitenzahl: 240
ISBN: 978-3-551-31500-7
Einbindungsart: broschiert / ebook
Preis: 10,99 € / 9,99 €
Alter: ab 14
(c) Carlsen

Zum Inhalt:
Cadie führt eigentlich ein ganz normales Leben. Doch eines Tages beschließt sie, nicht mehr die verlässliche Cadie zu sein, die immer brav auf ihren Papa hört. Sie beschließt zu rebellieren. Als sie bei einer Grillfeier zwei Jungs kennenlernt, die gerade einen Roadtrip machen, beschließt sie sich ihnen anzuschließen und einfach mal ihrem Alltag zu entfliehen. Gemeinsam mit einer Klassenkameradin beschließen sie nach Disney World zu fahren. Doch am morgen der Abreise taucht ihre Freundin nicht auf und Cadie begibt sich unwissentlich in große Gefahr.

Meine Meinung:
Schon das Cover strahlt absolute Düsternis aus. Umso passender fand ich das Buch für den Herbst. Nachdem ich das Buch gelesen habe kann ich sagen, dass das Cover perfekt zur Geschichte passt und eine der Schlüsselszenen der Geschichte darstellt.

Cadie fand ich zwar recht sympathisch zu Beginn, aber auch sehr sehr mutig. Ich hätte mir das was sie mit den ihr so fremden Jungs macht, niemals gemacht, da hätte ich viel zu arg Angst vor gehabt. Und im Verlauf der Geschichte merkt man auch, dass Cadie vielleicht auch etwas mehr Angst hätte haben sollen. Ich verstehe sie auf der einen Seite sehr gut, dass sie ihrem behüteten Leben entfliehen will, dass sie nicht mehr für ihren Bruder verantwortlich sein will. Auf der anderen Seite bin ich bestürzt, was sie für ein Risiko eingeht nur um zu rebellieren.

Ich fand das Buch richtig klasse. Der Spannungsgrad ist enorm, denn man weiß nie, was einen hinter der nächsten Seite erwartet. Ständig war ich in Hab-Acht-Stellung und lange im Unklaren, von wem die Gefahr eigentlich ausgeht. Allerdings habe ich letztendlich auf die richtige Person getippt. Dies tut der Spannung aber keinen Abbruch, denn bis kurz vor Schluss wusste ich ja nicht, ob ich mit meiner Vermutung recht habe. Zudem ist der Showdown so actiongeladen und fesselnd, dass ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen konnte.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen und trug dazu bei, dass ich das Buch in einem Rutsch weggelesen habe. Eigentlich ist es echt schade, dass das Buch nur so dünn ist. Auf der anderen Seite, wäre aber auch etwas Spannung verloren gegangen, wenn es zu dick gewesen wäre. Und so wurde hier ein perfekter Umfang für eine wirklich spannende Geschichte geschaffen.
Für die Zartbesaiteten sei vielleicht noch gesagt, dass diese Geschichte nicht unbedingt was für schwache Nerven ist. Stellenweise ist sie doch recht brutal und spart auch nicht mit blutigen Details.

Fazit:
Ein richtig spannendes und fesselndes Buch, das mich bestens unterhalten hat.

Samstag, 1. Dezember 2018

Rezension "Sommerflüstern"

Titel: Sommerflüstern
Autor: Tanja Voosen
Verlag: Carlsen  
Seitenzahl: 405
ISBN: 978-3-646-60147-3
Einbindungsart: ebook / Taschenbuch
Preis: 3,99 €  / 12,99 €
Alter: ab 14

(c) Impress
Zum Inhalt:
Taylor ist neu an der Schule. In ihrem Spind findet sie eine Nachricht. "Fange an deinen Lieblingssong zu hassen" steht darauf. Taylor hat keine Ahnung, was sie damit anfangen soll, geht dem aber nach, da sie neugierig ist, was diese Botschaft bedeuten soll. Schnell merkt sie, dass diese Nachricht nur die erste von vielen und der Beginn einer Art Schnitzeljagd ist. Gleichzeitig lernt sie Hunter kennen, den sie aber auf den ersten Blick schon nicht ausstehen kann. Oder ... ?

Meine Meinung:
Tanja Voosen ist eigentlich immer ein Garant für gute Unterhaltung. Und so auch dieses Mal. "Sommerflüstern" ist ein tolles Buch aus der Jahreszeiten-Reihe von Tanja Voosen.

Taylor war mir sofort sehr sympathisch. Ihre Art mochte ich gerne und so Begann ich mit Spannung ihre und Hunters Geschichte zu verfolgen. Auch Hunter war mir gleich sympathisch auch wenn Taylor selbst ihn zunächst nicht so gerne mochte. Mir war jedoch klar, dass sich dies im Verlauf der Geschichte wohl irgendwann ändern würde. Es war spannend zu beobachten, wie die Beziehung der beiden sich veränderte und die beiden begonnen einander näher zu kommen. Viel mehr will ich hier gar nicht verraten, doch Voosen hat hier ein tolles Zusammenspiel ihrer Protagonisten geschaffen.

Voosens Schreibstil ist wie gewohnt flapsig und herrlich leicht zu lesen. Immer wieder gibt es Stellen, die mich zum Lachen brachten. Ich bin froh, dass Voosen es schaffte, ihr hohes Niveau zu halten und mich auch mit diesem Werk zu überzeugen. Die gut 400 Seiten lasen sich weg wie nichts und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Schneller als ich erwartet hatte, war ich mit dem Lesen fertig und beschloss sofort, auch die anderen Bände der Reihe zu lesen, auch wenn diese nicht unmittelbar zusammenhängen.

Dies finde ich echt schön, denn so kann man alle Bände der Reihe unabhängig voneinander lesen, begegnet aber trotzdem in jedem Band ähnlichen Protagonisten. Nur geht die Hauptrolle in jedem Band an eine andere Person.

Die Liebesgeschichte in "Sommerflüstern" ist so schön und herrlich leicht, wie auch die Sommerstimmung, die durch das Buch transportiert wird. Wer mich kennt, der weiß, dass ich Liebesgschichten liebe und immer froh bin, wenn es eine in meinem Buch gibt. Und wenn sie dann noch so schön und gelungen ist, wie hier in "Sommerflüstern" so bin ich einfach nur rundum zufrieden.

Fazit:
Erneut ein tolles Werk aus der Feder von Tanja Voosen. Wer noch kein Buch von ihr gelesen hat, dem lege ich ans Herz, dies unbedingt zu tun. Ihr herrlich lockerer und leichter Schreibtil, ihre humorvolle Art zu erzählen und ihre tollen Protagonisten liefern ein ums andere Mal Geschichten, die einfach nur Spaß machen.

Rezension "Hundert Stunden Nacht"

Titel: Hundert Stunden Nacht
Autor: Anna Woltz
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-58348-2
Seitenzahl: 256
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 15,99 € / 10,99 €
Alter: ab 14

(c) Carlsen
Zum Inhalt:
Emilia hat die Schnauze voll von ihrem Vater, ihrer Familie und das, was über sie im Internet im Umlauf ist. Sie wünscht sich ganz weit weg und so beschließt sie in ihre Lieblingsstadt - New York - zu fliehen. Mit der Kreditkarte ihres Vaters bucht sie sich heimlich ein Ticket und kurze Zeit später ist sie auch schon da. Womit sie jedoch nicht gerechnet hat, ist dass ihre gebuchte Unterkunft gar nicht existiert und zudem ein Wirbelsturm auf dem Weg nach New York ist. Emilia ist verzweifelt, kann sie doch nicht einfach auf der Straße übernachten. Doch zu ihrem Glück lernt sie Jim, Seth und Abby kennen und gemeinsam gründen sie ein Orkanasyl, in welchem sie vor dem Wirbelsturm sicher sind.

Meine Meinung:
Erst vor kurzem habe ich ein anderes Buch von Anna Woltz gelesen ("Für immer Alaska") und auch dieses habe ich geliebt. Und so freute ich mich, als mir ein weiteres ihrer Bücher quasi in die Hände fiel.

Und wieder muss ich sagen, Anna Woltz ist einfach toll, ich glaube sie mutiert gerade zu einer meiner Lieblingsautorinnen. Bisher war jedes ihrer Bücher ein Volltreffer und so auch "Hundert Stunden Nacht". Der Schreibstil der Autorin ist, wie auch schon aus den anderen Büchern bekannt, einfach herrlich. Ich lese so gerne, was Woltz schreibt. Der Schreibstil ist rund, es gibt keine Stolperstellen, alles passt zusammen.

Emilia nach New York zu begleiten hat richtig viel Spaß gemacht. Natürlich wird es kurzzeitig recht bedrückend, als der Orkan über New York fegt, doch das Orkanasyl in dem Emilia landet ist wahnsinnig gemütlich. Auch die verschiedenen Charaktere die dort aufeinander treffen sind sehr spannend zu beobachten. Was besonders toll ist, ist dass die Charaktere nicht auf der Stelle treten, sondern sich entwickeln und an der Situation wachsen. Sie wachsen aneinander und miteinander. Einst Jugendliche die völlig fremd sind, rücken in dieser Notsituation nah zusammen, sodass keiner alleine bleiben muss. Auch Emilia lernt viel über sich selbst und geht gestärkt aus der Situation hervor.

Woltz erzählt eine Geschichte über Freundschaft, über Mut und über Zusammenhalt. Über eine Grenzsituation und darüber, wie man an so einer Situation wachsen kann. Woltz versteht es wie keine zweite Emotionen zu transportieren und den Leser mit einer Geschichte zu fesseln, in der eigentlich gar nicht so viel passiert, die aber so viele Zwischentöne besitzt, dass jede einzelne Seite ein Genuss ist.

Die Geschichte enttäuschte mich zu keinem Zeitpunkt. Von Anfang bis Ende war sie rund, alles passte zusammen. Als ich fertig mit dem Lesen war, war ich zufrieden auf der einen aber auch traurig auf der anderen Seite. Zufrieden weil Woltz es schafft die Geschichte perfekt abzuschließen, traurig, weil es schon vorbei war.

Fazit:
Anna Woltz hat es mal wieder geschafft. Sie hat eine unglaublich tolle, sprachlich gelungene und fesselnde Geschichte zu schreiben. Mittlerweile gehört sie zu einer meiner Lieblingsautorinnen. 


Freitag, 30. November 2018

Rezension "Homevideo"

Titel: Homevideo
Autor: Karin Kaci, Jan Braren 
Verlag: Carlsen  
Seitenzahl: 192
ISBN: 978-3-551-65275-1
Einbindungsart: ebook 
Preis: 5,99 €
Alter: ab 14


(c) Carlsen
Zum Inhalt:
Jakob ist 15 Jahre alt. Sein größtes Hobby ist das Filmen mit einer Kamera. Sie begleitet ihn überall hin. Leider macht er eines Tages den Fehler sich selbst in einer intimen Situation zu filmen. Erst denkt er sich nichts dabei. Als er dann allerdings erfährt, dass seine Mutter seine Kamera ohne sein Wissen an zwei seiner Klassenkameraden verliehen hat, ist die Panik groß. Leider kommt dies nicht von ungefähr, denn für Jakob beginnt ein Spießrutenlauf, der seinesgleichen sucht.



Meine Meinung:
Diese Geschichte wollte ich lesen bzw. sehen, seit ich gesehen habe, wie der Hauptdarsteller den deutschen Fernsehpreis bekam. Den kurzen Ausschnitt den man damals zu sehen bekam war gleichermaßen erschreckend wie faszinierend. Bisher kam ich nicht dazu den Film zu sehen und so beschloss ich das Buch zu lesen.

Die Geschichte ist wahrlich keine leichte Kost, das muss man gleich von vorne herein sagen. Das Mobbing, welchem Jakob nach seinem Video ausgesetzt ist, ist erschreckend und ließ mir nicht nur einmal eine Gänsehaut den Rücken hinunter laufen. Im Verlauf der Geschichte merkt man immer mehr, wie Jakob unter der Situation leidet und sich beginnt zu verändern. Er kapselt sich ab und verliert nach und nach immer mehr seinen Lebensmut. Seinen Eltern ist das alles eher peinlich, sein Vater, der Polizist ist, will seine Freunde mit Autorität mundtot machen, verschlimmert die Situation dadurch aber eher.

Da ich selbst Mobbing in der Schule mitbekommen habe, wurde mir wirklich schlecht als ich mitbekam, was Jakob widerfuhr. Die Autoren nehmen kein Blatt vor den Mund und transportieren mir ihrer Art zu schreiben eine bedrückende Stimmung, die recht schnell auf den Leser übergreift. Allerdings muss ich sagen, dass ich glaube, das man dies noch besser im Film transportieren kann. Es gibt einfach Geschichten, für die eignen sich Filme besser, als Bücher und genau so eine Geschichte ist "Homevideo" meiner Meinung nach.

Was allerdings nicht heißt, dass das Buch schlecht ist. Ich habe es recht flott gelesen und die knapp 200 Seiten sind genau die richtige Länge für diese Geschichte. Positive Stimmung sucht man aufgrund des schweren Themas natürlich recht vergeblich, trotz allem ist "Homevideo" ein faszinierendes Buch, welches unbedingt gelesen werden sollte. Denn wenn es eines kann, dann aufrütteln. Die Folgen des Mobbings sind unmittelbar zu spüren und so könnte ich mir "Homevideo" auch sehr gut als Schullektüre vorstellen, was vielleicht sogar enorm wichtig wäre.

Fazit:
Ein erschreckendes Buch, welches unmittelbar zeigt, was Mobbing auslösen kann. Meiner Meinung nach ein klarer Kandidat für Schullektüre.

Sonntag, 4. Dezember 2016

Rezension "Brennt die Schuld"

Titel: Brennt die Schuld (Bd. 2 von 3)
Autor: Heidrun Wagner / Illustrationen von Miri D'oro
Verlag: Oetinger34  
Seitenzahl: 231
ISBN: 978-3-95882-029-6
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 9,99 €

Achtung: Diese Rezension enthält Spoiler, für alle die den ersten Band nicht kennen!

(c) Oetinger34
Zum Inhalt:
Zoe hat ihr Gedächtnis zurück. Sie weiß nun, dass sie eine Zwillingsschwester hatte, die nicht mehr lebt. Doch wer ist für ihren Tod verantwortlich? Ausgerechnet an diese Nacht hat Zoe immer noch keinerlei Erinnerungen. Warum wachte sie dort auf, wo ihre Schwester starb? Und was haben Elias und Niklas mit der Sache zu tun. Es wird immer schwerer jemandem zu vertrauen, denn alle scheinen etwas vor ihr zu verheimlichen. Keiner sagt ihr die Wahrheit und so ist Zoe auf sich allein gestellt. Sie macht sie auf die Suche nach der Vergangenheit, denn sie ist sich sicher, dass sie dort auch irgendwo den Grund für den Tod ihrer Schwester finden wird. 

Meine Meinung:
Bei diesem Buch handelt es sich nach "Wenn du vergisst" um den zweiten Band einer Reihe. Den ersten Band fand ich einfach nur genial *KLICK* und absolut lesenswert. Die Kombination aus Bild und Text ist wirklich super.

Nach dem ersten Band war ich ganz hibbelig. Ich musste unbedingt wissen wie es weitergeht. Der erste Band endete so gemein offen, dass ich einfach nur weiterlesen wollte. Und so schnappte ich mir das Buch sofort, nachdem es bei mir angekommen war. Leider findet ich, dass es nicht ganz mit dem ersten Band mithalten kann. Ich stoße oft auf dieses Phänomen, dass der zweite Band eigentlich nur ein Zwischenband, ein typischer Lückenfüller zwischen dem ersten und dem finalen dritten Band ist. Auch hier empfinde ich das leider ähnlich.

Die Kombination aus Bild und Text ist auch hier super gelungen und bringt Schwung in die Geschichte. Doch das Geschehen konnte mich nach dem fulminanten ersten Band nicht richtig fesseln. Es passierte für meinen Geschmack etwas zu wenig. Die vielen Andeutungen, bleiben pure Andeutungen. Nur wenig wird wirklich aufgelöst. Dabei brennt man als Leser doch darauf, des Rätsels Lösung endlich ein bisschen näher zu kommen. Natürlich bleibt man nicht ganz im Dunkeln und manche Dinge gingen tatsächlich in eine interessante Richtung, doch mit einigen Entwicklungen hatte ich auch gerechnet.

Und so brauchte ich verhältnismäßig lange für dieses Buch. Die erste Hälfte konnte ich wirklich noch schnell lesen, doch dann brauchte ich immer länger für eine Seite und schob andere Bücher dazwischen. Als ich mir dann jedoch wieder Zeit für die Geschichte nahm, konnte ich auch das letzte Drittel in einem Rutsch lesen.

Die Entwicklung von Zoe zu beobachten fand ich recht interessant. Wie sie damit umgeht, sich plötzlich an vieles erinnern zu können, wie sie sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. Die Sympathie blieb dagegen etwas auf der Strecke. Irgendwie mochte ich in diesem Band keinen der Protagonisten wirklich. Zoe war mir zu besessen und auch ein bisschen "durchgeknallt", Elias zu undurchsichtig und unehrlich und Niklas blieb die gesamte Zeit etwas blass.

Trotz der vielen Dinge, die mich nicht so ganz überzeugen konnten, werde ich auf jeden Fall den dritten Band lesen. Denn meine Hoffnungen auf ein spannendes, überraschendes Ende sind ungetrübt. Ich bin so wahnsinnig gespannt, was die Autorin sich überlegt hat. Ich bin gespannt, wer letztlich für den Tod von Zoes Schwester verantwortlich ist und ob vieles so kommt, wie ich es erwarte. Zudem liebe ich diese Kombination aus Text und Bild, denn sie ist einfach etwas einmaliges.

Fazit:
Ein zweiter Band, der mich leider nicht so ganz überzeugen konnte wie der erste. Einige Längen in der Geschichte, machten es mir stellenweise schwer, am Geschehen dran zu bleiben. Die Kombination aus Text und Bild finde ich jedoch nach wie vor einfach genial und so freue ich mich trotzdem schon sehr auf den finalen Band.

Montag, 24. Oktober 2016

Rezension "Worst best friends - Liebe ändert alles"

Titel: Worst best friends - Liebe ändert alles
Autor: Dyan Sheldon
Verlag: bloomoon
Seitenzahl: 272
ISBN:  978-3-8458-1429-2
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 12,99 € / 10,99 €
Alter: ab 14 Jahren

(c) bloomoon
Zum Inhalt:
Savannah und Gracie sind beste Freundinnen. Doch sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Savannah ist ein Hingucker, kaum ein Junge, der ihr nicht verfallen ist. Sie interessiert sich für Mode, Shopping und Klatsch. Gracie ist das genaue Gegenteil. Oberflächliche Dinge sind ihr unwichtig. Sie hatte noch nie einen Freund, engagiert sich für die Umwelt und ist auch sonst eher ein ruhiger Typ Mensch. Gracie ist immer für Savannah da, doch als sie von dieser immer häufiger zum Lügen gezwungen wird, wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt.

Meine Meinung:
Eine Geschichte über Freundschaft und doch auch wieder nicht. Denn ich bin mir nicht sicher, ob ich die Beziehung zwischen Gracie und Savannah wirklich als Freundschaft bezeichnen würde. Viel mehr ist Gracie sehr hörig. Von ihrer Seite ist es definitiv Freundschaft, doch Savannah scheint sie meistens eher auszunutzen.

Dies trug dazu bei, dass ich irgendwann heftige Aggressionen gegen Savannah entwickelte. Eigentlich muss ich der Autorin ein echtes Kompliment aussprechen, denn sie hat hier eine unglaublich ausdrucksstarke Persönlichkeit geschaffen. Für mich alles andere als sympathisch ist sie doch ein Charakter, den ich so schnell nicht vergessen werde. Das Zusammenspiel mit Gracie ist sehr interessant beschrieben und die beiden Gegensätze geben der Geschichte einen ganz besonderen Charakter.

Und auch Gracie ist toll zu beobachten. Sie macht die wohl größte Entwicklung in diesem Buch durch. Fängt an eine eigene Meinung zu entwickeln und diese auch zu äußern. Lange Zeit hätte ich sie gerne schütteln wollen, so hörig war sie Savannah. Doch nach und nach wird aus dieser grauen Maus eine echte Persönlichkeit. Leider nimmt diese Zeit nur einen kleinen Teil des Buches ein. Gerne hätte ich Gracie noch länger auf ihrem ganz eigenen Weg begleitet.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr locker und toll zu lesen. Savannah ist nicht unbedingt der hellste Stern unter der Sonne und so verspricht Gracie, die sehr intelligent ist verbessert sie hierbei immer wieder, was ich recht amüsant fand, auch wenn es irgendwann vielleicht ein bisschen zu viel wurde, da Savannah dadurch schon wirklich sehr doof wirkte.

Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen. Zwar ist es durchaus eines mit hohem Aggressionspotential doch trotzdem auch sehr unterhaltsam. Die Beziehung zwischen Gracie und Savannah ist interessant zu verfolgen und der Verlauf der Geschichte war für mich sehr passend gewählt. Das Ende gefällt mir sehr gut und lässt mich ziemlich zufrieden zurück. Hätte die Autorin ein anderes gewählt, wäre ich wohl eher enttäuscht gewesen.

Fazit:
Ein Buch über Freundschaft, bzw. die heftigen Ausmaße die eine Freundschaft annehmen kann. Ein Buch übers Loslösen und Erwachsenwerden, ein Buch über Liebe, Schmerz und allem, was ein Teenagerleben sonst noch so mitbringt.