Montag, 18. April 2016

Rezension "Witch Hunter"

Titel: Witch Hunter
Autor: Virginia Boecker
Verlag: dtv
Seitenzahl:400
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 17,95
ISBN: 978-3423761352

(c) dtv
Zum Inhalt:
Elizabeth Grey ist 16 Jahre alt und eine der besten Hexenjägerinnen des Landes. Jede Verhaftung scheint ihr zu gelingen, keine Hexe vor ihr sicher. Elizabeth lebt in einer Welt, in der Hexerei und alles was auch nur im entferntesten danach aussieht, streng verboten ist. Keiner weiß das besser als Elizabeth und doch begeht sie einen schweren Fehler, der sie selbst unter die Anklage stellt, eine Hexe zu sein. Schnell wird ihr klar, dass sie kaum eine Chance hat, lebend wieder aus dem Gefängnis zu kommen. Zu oft musste sie mit ansehen, was mit Hexen und Zauberern passiert, die ihrer Taten überführt werden. Doch kurz vor ihrer geplanten Hinrichtung passiert etwas, womit Elizabeth nie gerechnet hätte. Der meist gesuchte Zauberer aller Zeiten, befreit sie aus dem Gefängnis. Doch damit geht ihr Kampf ums Überleben erst richtig los und nicht nur einmal muss sie sich zwischen ihren Freunden und ihrem Leben entscheiden.

Meine Meinung:
Schon lange habe ich kein Fantasybuch mehr gelesen, schon lange nichts mehr über Hexen und Co. Deswegen kam mir "Witch Hunter" gerade recht. Ich fand es spannend, das Thema Hexen mal aus einer anderen Perspektive beleuchtet zu sehen. Aus der Sicht einer Hexenjägerin, die plötzlich selbst als Hexe verfolgt wird.

Der Beginn erinnert erschreckend an die vielen Hexenverbrennungen im Mittelalter. Da musste man nur einmal die falschen Kräuter bei sich haben, einmal jemandem etwas gegen seinen Husten geben, schon war man als Hexe verdammt und landete im schlimmsten Fall auf dem Scheiterhaufen. Hier ist es ähnlich, auch wenn man in dieser Geschichte tatsächlich Hexen und Zauberer findet, die Magie beherrschen. Doch auch diese werden scheinbar willkürlich und ohne wirklich ersichtlichen Grund verhaftet und abgeschlachtet, allein ihrer Fähigkeiten wegen.

Zunächst ist mir Elizabeth darum auch etwas unsympathisch. Sie scheint dem Inquisitor vollkommen hörig zu sein und stellt nichts von dem was sie tut in Frage. Und das obwohl sie es hasst, bei den Hexenverbrennungen dabei zu sein. Allerdings kann ich sie auch auf der anderen Seite wieder ein bisschen verstehen, da sie von Kindesbeinen an mit dem Gedanken aufgewachsen ist, dass Hexerei böse und schlecht ist und verfolgt werden muss. Dadurch hatten diese Gedanken natürlich genug Zeit sich in ihrem Kopf fest zu setzen. Selbst als sie selbst als Hexe verhaftet wird, glaubt sie noch immer an das System und dass sich alles als Missverständnis rausstellen wird.Viel mehr möchte ich hier gar nicht zum Inhalt verraten.

Die Geschichte selbst fand ich total spannend und klasse. Das Buch hat mir wirklich richtig gut gefallen. Die Autorin kommt immer wieder mit einer neuen Überraschung um die Ecke und so ist irgendwann gar nicht mehr wirklich klar, wer jetzt gut und wer böse ist. Ich liebe diese Welten, seit ich Harry Potter gelesen habe. Diese Welten, die wie unsere oder unserer sehr ähnlich sind und trotz alledem der Magie ein perfektes Zuhause bieten. Dieses Zusammenspiel von Realität und Magie ist auch hier wieder sehr gut gelungen. Mit ihrem mittelalterlichen Flair, ist die Geschichte der perfekte Handlungsort für alles, was mit Hexen zu tun hat.

Natürlich handelt es sich hier mal wieder um den Beginn einer Reihe, wie sollte es auch anders sein. Und natürlich endet die Geschichte deswegen recht offen. Allerdings muss ich zugeben, dass ich schon deutlich schlimmere Cliffhanger in so manch einer Geschichte hatte. Die wichtigsten Fragen werden hier erst einmal geklärt und die Autorin lässt die Geschichte nur so weit offen, dass man weiß, dass es weitergehen wird. Worüber ich mich im Übrigen sehr freue.

Obwohl ich lange Zeit nicht so viel Lust auf fantastisches hatte und eher immer Bücher gelesen habe, die in der Realität spielen, so konnte mich Witch Hunter doch durchweg überzeugen und begeistern. An die Protagonisten musste ich mich zwar erst einmal ein bisschen gewöhnen, doch nach kurzer Zeit war die Geschichte einfach nur klasse.

Fazit:
Gelungenes Fantasy-Jugendbuch über Hexenverfolgung, das mich nach einer kurzen Eingewöhnungszeit vollständig überzeugen konnte.

Rezension "Eier von überglücklichen Hühnern"

Titel: Eier von überglücklichen Hühnern
Autor: Katy Buchholz
Verlag: Karina-Verlag
Seitenzahl:144
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 9,90
ISBN: 978-3-903056725

(c) Karina-Verlag
Zum Inhalt:
Die Autorin Katy Buchholz hat erst recht spät das Schreiben für sich entdeckt. Mit "Eier von überglücklichen Hühnern" legt sie ein biographisches Werk vor. Sie berichtet von lustigen, bewegenden und interessanten Begebenheiten aus ihrem Leben. Zudem zeigt sie dem Leser private Bilder und selbst geschriebene Gedichte. So gibt sie einen tiefen Einblick, in das was sie bisher alles erlebt hat.

Meine Meinung:
Als die Autorin mich fragte, ob ich Interesse an Ihrem Buch habe, dachte ich mir, das könnte doch das perfekte Buch für zwischendurch sein. Seit der Geburt meiner Tochter, komme ich mal mehr, mal weniger zum Lesen, weswegen Bücher, die man in kleinen Happen lesen kann, perfekt sind. Und genau das war es auch, ein schönes Buch für zwischendurch. Das Buch überzeugt eher durch die leisen, oft nachdenklichen Töne.

Man lernt die Autorin Katy Buchholz von allen Seiten kennen. Durch die Geschichten über ihr Leben, aber noch mehr durch die durchaus sehr privaten Gedichte. Wer hier packende Literatur erwartet, ist allerdings fehl am Platz. Die kleinen Anekdoten aus dem Leben der Autorin, sind durchaus immer wieder amüsant zu lesen, doch packende Spannung ist hier natürlich nicht zu finden. Doch diesen Anspruch hat das Buch auch sicher nicht.

Ich finde es immer wieder schön, wenn Autoren einem einen Einblick in ihr privates Leben geben. Der Schreibstil der Autorin ist recht einfach und ich hatte oft das Gefühl, genauso würde sie mir die Geschichte auch erzählen, wenn sie mir direkt gegenüber sitzen würde.

Was ich ein bisschen schade finde ist die "Qualität" des Buches. Und zwar nicht bezogen auf den Inhalt, der ganz schön zu lesen ist. Sondern mehr auf die Papierqualität und das Lektorat. Leider wellt sich der Umschlag total schnell, was ich echt schade finde. Zudem habe ich nicht wenige Rechtschreibfehler in dem Buch gefunden, was ebenfalls sehr schade ist. Selbst wenn kein professionelles Lektorat über die Geschichte drüber schaut, sollten die Fehler doch nicht so häufig vorkommen, wie es hier der Fall ist.

Alles in allem bekommt man hier wirklich einen schönen Einblick in das Leben der Autorin. Man erfährt vieles über ihre Vergangenheit, ihre Jugend, ihre Hochzeit mit ihrem Mann, Reisen die sie mit ihrem Mann unternommen hat. Wer also auf der Suche nach kurzweiliger biographischer Lektüre ist und auch gerne das ein oder andere Gedicht liest, ist hier genau richtig. Wer hohe Literatur oder packende Spannung möchte ist allerdings fehl am Platz.

Fazit:
Eine Biographie, die sich super in kleinen Häppchen lesen lässt. Untermalt von privaten Fotos und eigenen Gedichten bekommt man hier einen schönen Einblick in das Leben von Katy Buchholz.

Sonntag, 3. April 2016

Rezension "Die Vertriebenen: Flucht aus Camp Eden"

Titel: Die Vertriebenen: Flucht aus Camp Eden (Bd.1)
Autor: Kevin Emerson
Verlag: Heyne fliegt
Seitenzahl: 432
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 8,99
ISBN: 978-3453596450
Zur Leseprobe *KLICK*

(c) RandomHouse
Zum Inhalt:
Die Erde in der Zukunft. Sie ist durch die Klimaerwärmung kaum noch bewohnbar. Lediglich unter Kuppeln lässt es sich noch leben. Als Owen beim einem Tauchwettbewerb die Tauchlehrerin Lilly beeindrucken will und über seine Grenzen hinausgeht, hat er einen Unfall. Aber statt zu ertrinken, überlebt er. Denn Owen hat eine Gabe, eine Gabe die mächtiger ist, als er sich in diesem Moment bewusst ist. Seine Gabe könnte die komplette Menschheit retten. Doch irgendjemand hat etwas dagegen und Lilly und er geraten in große Gefahr.

Meine Meinung:
Ich stehe ja total auf Dystopien und so dachte ich mir, dass ich mit "Die Vertrieben - Flucht aus Camp Eden" auch nicht viel falsch machen kann.

Leider habe ich mich in dieser Annahme getäuscht. Iclh wurde mit dem Buch überhaupt nicht warm, zu keinem Zeitpunkt. Das ist echt schade, denn der Klappentext klang so vielversprechend und spannend. Als ich dann aber zu lesen angefangen habe, hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte überhaupt nicht in Gang kommt.

Owen entdeckt seine Fähigkeiten und lernt andere Jugendliche mit den gleichen Fähigkeiten kennen. Und mehr passiert gefühlt auch nicht, auf den ersten 100-200 Seiten. Und so schleppte sich die Geschichte nur so dahin und ich musste mich regelrecht zum Lesen zwingen.

Auch den Protagonisten fühlte ich mich zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Form nah. Sie blieben blass und so konnte ich auch keine Beziehung zu ihnen aufbauen. Es gibt Bücher, da retten die Protagonisten die Geschichte, einfach weil sie so klasse ausgearbeitet sind oder man so mit ihnen mitfühlt. Hier ist das dem Autor leider so gar nicht gelungen, schade.

Auch im weiteren Verlauf, gelingt es der Geschichte nicht, eine wirkliche Spannung aufzubauen. Ich quälte mich mühsam durch die Seiten und wartete darauf, das endlich etwas passiert. Zugegeben, die Idee selbst, ist gar nicht so schlecht, aber die Umsetzung ist für mich nur wenig überzeugend. Die fesselnde Spannung, die ich mir erhofft hatte, blieb leider aus und so kann ich dem Buch nur wenig positives abgewinnen.

Zudem ist dieses Buch der Beginn einer Reihe, weswegen natürlich vieles offen und ungeklärt bleibt. Ich denke jedoch nicht, dass ich zu den weiteren Bänden greifen werde, denn dafür fehlt mir einfach die Motivation. Ich habe überhaupt kein Interesse daran zu erfahren wie die Geschichte weitergeht. Zudem ist mir das Buch schon jetzt überhaupt nicht mehr so richtig präsent, was für mich ein eindeutiges Zeichen ist, dass ich diese Reihe wohl tatsächlich nicht mehr weiter verfolgen werde.

Fazit:
Leider eine sehr enttäuschendes Jugendbuch, das weder durch seine Charaktere noch durch eine spannende Handlung überzeugen kann. Schade :(

Rezension "Und draußen stirbt ein Vogel"

Titel: Und draußen stirbt ein Vogel
Autor: Sabine Thiesler
Verlag: Heyne
Seitenzahl: 448
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 19,99
ISBN: 978-3-453-26968-2

(c) RandomHouse
Zum Inhalt:
Rina ist eine erfolgreiche Autorin. Manuel das genaue Gegenteil. Und genau das, ist das Problem. Manuel empfindet tiefen Hass gegenüber Rina. Diese ahnt nicht, was sie in ihm für einen Feind hat. Manuel schleicht sich tief in Rinas Leben ein. Als er sich als Feriengast in ihre Gästevilla einmietet, ahnt sie nicht in was für einer Gefahr sie schwebt. Uns das ganz allein und fern ab von jeglichen Nachbarn. 

Meine Meinung:
Ich habe schon einige Bücher von Sabine Thiesler gelesen. Fast alle konnten mich überzeugen. An das letzte Buch erinnere ich mich nicht mehr so gut,  da es schon eine Weile her ist, allerdings weiß ich, dass ich etwas enttäuscht von der Story war. Nun hatte ich aber Lust mal wieder etwas von ihr zu lesen und so kam mir ihr neuestes Werk gerade recht. 

Eines von Thieslers Markenzeichen ist definitiv der Handlungsort ihrer Bücher - die Toskana. Diese beschreibt sie auf so authentische Weise, dass man das Gefühl hat selbst dort gewesen zu sein. Auch dieses Buch spielt wieder in den schönsten Regionen Italiens, unter anderem Rom. Diese Beschreibungen gelingen ihr jedes mal aufs Neue und geben den Büchern ein richtiges Urlaubsfeeling.

Auch der ermittelnde Kommissar ist immer der gleiche. Auch wenn Neri hier eher eine untergeordnete Rolle spielt und mit dem Fall nicht viel zu tun hat, so taucht er doch in jedem ihrer Bücher auf. So ganz sympathisch finde ich ihn zwar nicht, da er sich meistens bei den Ermittlungen ziemlich tollpatschig anstellt, aber auch das scheint ein Markenzeichen von Thiesler zu sein.

Dafür war mir die Hauptperson Rina Kramer sehr sympathisch, wenn ich auch großes Mitleid mit ihr hatte, da ihr Mann ein echter Vollidiot zu sein scheint. Trotz ihres Erfolges als Autorin ist sie eine bodenständige Frau, die ihren Sohn mehr als alles auf der Welt liebt und alles für ihn tun würde. Das konnte ich sehr gut nachempfinden.

Der Fall selbst ist sehr spannend, ohne das wirklich viel passiert. Mit leisen Tönen erschafft Thiesler eine Stimmung, die aufgeladen ist und einen auf jeder Seite den großen Knall vermuten lässt. Und so hatte ich mal wieder eine Lektüre vor mir, bei der die Seiten nur so dahin flogen. Ich wollte unbedingt wissen, wie weit Manuel gehen wird und wie das ganze Drama ausgeht.

Thiesler hat einen Schreibstil der zu fesseln weiß und sich außerdem noch super lesen lässt. Es gab Momente da wollte ich das Buch überhaupt nicht zuklappen so spannend fand ich die Handlung. Besonders beeindruckend finde ich hier eben, dass weder viel Blut vergossen wird noch sonderlich viele actionreiche Szenen zu finden sind. Allein mit ihrer Art zu erzählen, weiß Thiesler zu fesseln und zu überzeugen.

Fazit:
Ein super gelungener Thriller aus der Feder von Sabine Thiesler, der mit leisen Tönen zu fesseln und überzeugen weiß. Die wunderschön beschriebene Umgebung der Toskana tut ihr übriges für ein absolut gelungenes Buch.

Dienstag, 29. März 2016

Rezension "Häkelparadies"

Titel: Häkelparadies
Autor: Saskia Laan/ Claire Boeter
Verlag: Bassermann
Seitenzahl: 96
Einbindungsart: Broschiert
Preis: 14,99
ISBN: 978-3-572-08180-6

(c) RandomHouse
Meine Meinung:
Ich häkle jetzt schon eine ganze Weile und doch bin ich immer wieder froh, wenn ich auf neue Bücher bzw. neue Anleitungen stoße. Denn trotz meiner Erfahrung bringe ich ohne Anleitungen nicht wirklich etwas zustande.

"Häkelparadies" besticht durch sein farbenfrohes und echt schön gestaltetes Cover. Man bekommt total Lust sich eben auch so einen Raum einzurichten und genau die passenden Dinge dafür zu häkeln. Und genau so ist das Buch auch aufgebaut. Nach einem kurzen Vorwort und einem Interview mit den beiden Autorinnen, geht es auch schon los.

Aufgeteilt ist das Buch in verschiedene Kapitel. Und jedes Kapitel beschäftigt sich mit einem Raum, was ich echt klasse finde. So hat man gleich vorne im Inhaltsverzeichnis einen Überblick und kann direkt zu dem Raum blättern, für den man nun etwas häkeln möchte. Sei es die Küche, die Diele, das Wohnzimmer oder das Kinderzimmer.

Jede der Anleitungen ist sehr umfangreich und geht über mehrere Seiten. Sie wird von tollen, farbenfrohen und sehr speziellen Bildern untermalt. Denn auf den Bildern ist nie das komplette Werk zu sehen. Das ist laut den Autorinnen genau so gewollt, dass man selbst seine Fantasie spielen lassen kann. Die Anleitungen sind trotz der vielen bunten Bilder sehr übersichtlich. Auf der linken Seite sieht man genau welches Garn man braucht, in welcher Stärke und wie viel. Außerdem sieht man, welche Größe das Häkelstück haben wird. Zu jeder Anleitung gibt es sofort die passende Häkelschrift. Hier finde ich besonders gut, dass man nicht ans Ende des Buches blättern muss, was ich in anderen Büchern schon hatte, sondern die Häkelschrift direkt beim jeweiligen Objekt findet. Und dann kommt auch schon die Erklärungen, wie man sie auch aus anderen Büchern kennt. Jede Reihe wird exakt erklärt und so können auch Häkelanfängerinnen durchaus etwas mit diesem Buch anfangen. Kleine Tipps zwischendurch runden die Anleitungen ab.

Von dem Aufbau der Anleitungen bin ich wirklich sehr angetan. Jedes Häkelstück wird im Detail erklärt, manchmal sogar noch mit Zeichnungen, dass man es auch wirklich versteht. Hier hat man das Gefühl, die Autorinnen möchten einem das Häkeln um jeden Preis nahe bringen und dass man ihre Anleitungen auch wirklich versteht. Das ist echt toll. Wie oft hatte ich schon Häkelbücher in der Hand, die stur Anleitung an Anleitung gereiht haben und jede Mühe in der Ausarbeitung vermissen ließen. Dies ist hier nicht der Fall. Die Anleitungen sind wirklich sehr sorgfältig und liebevoll gemacht.

Am Ende des Buches schließt eine kleine Häkelkunde und eine Erklärung der Symbole der Häkelschrift das Ganze ab.

Das einzige was dem Buch leider ein paar Minuspunkte einbringt, sind die Ideen selbst. Auf den ersten Blick habe ich erstmal nicht wirklich viel gefunden, was ich gerne nachmachen will. Das fand ich echt schade. Nach genauerem Durchblättern bin ich dann doch auf das ein oder andere Stück gestoßen, das gut in unsere Wohnung passt oder bei dem ich Lust hatte es nachzumachen, aber ich hatte auch schon Bücher in denen deutlich mehr Anleitungen meinen Geschmack getroffen haben. Natürlich ist es nie so, dass einem alles gefällt, was die Autoren vorschlagen und letztendlich ist die Art dieses Buches einfach so gut, dass die etwas reduzierte Anzahl an Anleitungen, die mir gefallen nicht so deutlich ins Gewicht fällt.

Fazit:
Toll ausgearbeitete, sehr verständlich und gut erklärte Anleitungen, die wunderbar ausführlich sind. Leider konnten mich nicht alle Ideen vollständig überzeugen, was dem Buch einen kleinen Minuspunkt gibt.

Rezension "Zehn kleine Krabbelfinger"

Titel: Zehn kleine Krabbelfinger
Autor: Marianne Austermann & Gesa Wohlleben
Verlag: Kösel
Seitenzahl:140
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 15,99
ISBN: 978-3-466-31045-6

(c) RandomHouse
Meine Meinung:
Kinder lieben Fingerspiele. Und genau deswegen wollte ich unbedingt diesen Klassiker aus dem Hause Kösel haben. Meine Tochter ist zwar erst dreieinhalb Monate alt, doch ihre eigenen und auch unsere Finger sind schon sehr interessant. Und so mussten wir nicht lange warten, um mit Fingerspielen zu beginnen.

Das Buch beginnt zunächst mit einer kleinen Einführung. Dem Vorwort folgen Erläuterungen über "Die Bedeutung des Spielens" und "Die Entwicklung des Kindes im ersten Lebensjahr". Und dann geht es auch schon mit dem ersten Kapitel "Streichelmassage" los. Und genau dieses erste Kapitel konnte ich sofort bei meiner Tochter ausprobieren. Die Reime und vor allem die Massagen kamen sehr gut bei ihr an. Und so freue ich mich schon auf die nächste Schmuseeinheit auf dem Wickeltisch.

Zusätzlich zu den einfachen Streichelmassagen, die man schon mit den kleinsten machen kann, folgen noch viele weitere Kapitel. So findet man Strampelspiele, Bauchlagenspiele, Tast- und Greifspiele,Wasserspiele, Fingerspiele und und und. Was ich ein bisschen schade finde, ist, dass bei den einzelnen Kapiteln nicht dran steht, für welches Alter sie genau sind. Natürlich kommt meistens raus, ob das Kind schon sitzen können muss oder andere Dinge. Aber für mich, als frischgebackene Mama wäre es leichter, schon auf den ersten Blick zu sehen, welches Kapitel ich schon mit meiner Tochter ausprobieren kann und welches nicht. Sicher ist das von Kind zu Kind individuell und sicherlich kann man vieles auch durch gesunden Menschenverstand herausfinden, aber so eine grobe Einteilung hätte mir gut gefallen.

Ansonsten finde ich das Buch aber echt super. Die abwechslungsreichen Spiele, untermalt von verschiedenen Reimvorschlägen und Fotos, lassen dieses Buch wirklich nie langweilig werden. zudem gibt es zwischendurch immer wieder Bastelvorschläge. Sei es Häkelanleitungen für Fingerpuppen oder auch viele andere Bastelanleitungen für Dinge aus Papier und Pappe.

Die Vielfältigkeit und die umfangreichen Ideen und Hinweise, machen das Buch zu einem wertvollen Begleiter für die komplette Kleinkindzeit. Mir gefällt es gut, dass zu den Reimen auch immer beschrieben wird, wie man das Kind bewegen kann und auch auf welche bekannten Melodien sich die Reime aufsagen lassen. Ich werde sicherlich noch sehr oft Ideen aus diesem Buch mit meiner Tochter umsetzen.

Fazit:
Sehr gelungenes Buch, das Ideen enthält, die man schon mit den ganz kleinen ausprobieren kann. Doch auch für größere Kinder ist etwas dabei. Die Bastelanleitungen und zusätzlichen Hinweise zur Entwicklung der Babys runden das Buch perfekt ab.

Montag, 28. März 2016

Rezension "5 Grundsteine für die Familie - Wie Erziehung funktioniert"

Titel: 5 Grundsteine für die Familie
Autor: Jesper Juul
Verlag: Kösel
Seitenzahl: 156
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 16,99
ISBN: 978-3466310500
 
(c) RandomHouse
Meine Meinung:
Jesper Juul dürfte vielen als "Ratgeber-Papst" in Sachen Erziehung bekannt sein. Mit "5 Grundsteine für die Familie" legt er erneut ein fundiert recherchiertes Buch vor, von welchem ich sehr angetan bin.

Das Buch hat genau den richtigen Umfang, um immer wieder kleine Happen davon zu genießen. Genießen deswegen, weil ich das Buch sehr interessant fand und total überzeugt bin. Schon vor der Geburt meiner Tochter im Dezember habe ich mir immer geschworen, die Finger von Erziehungsratgebern zu lassen. Ist es doch so, dass er eine Ratgeber das eine empfiehlt und der nächste Ratgeber wieder genau das Gegenteil. Da ich mich nicht verunsichern lassen wollte, dachte ich mir, ich lese einfach gar keinen. 

Als ich aber dieses neue Buch von Jesper Juul entdeckte, wurde ich dann doch neugierig. Ich habe schon so viel von ihm gehört, dass ich endlich auch mal etwas von ihm lesen wollte. Und ich bin wirklich positiv überrascht. Ich gebe es zu, dass mich der ein oder andere Punkt durchaus verunsichert hat, genau das wovor ich vor dem Lesen etwas Angst hatte. Als junge, frischgebackene Mutter möchte ich natürlich alles richtig machen. Und wenn man dann so direkt sieht, was man alles falsch machen kann, kann das schon Angst machen.

Allerdings finde ich das Buch trotz alledem Mut machend. Viele Punkte die Juul anspricht, sind eigentlich nur Kleinigkeiten. Doch ich finde es super, dass er darauf hinweist und ich die Chance habe, schon im Vorfeld darüber nachzudenken. Ich werde sicher nicht alles 1 zu 1 übernehmen, denn jeder muss in der Erziehung seinen eigenen Weg finden. Aber auch das macht Juul deutlich. Er versucht zu helfen, wo er nur kann, allerdings sagt er klar, dass er immer die jeweilige Situation für sich beurteilen muss und es kein Allheilmittel für jeden gibt.

Juul bringt durchaus sehr deutlich auf den Punkt, wo die größten Fehler in unserer Erziehung liegen. Er sagt klar, was er für richtig hält, gibt aber offen zu, dass er selbst früher große Fehler gemacht hat. Zudem vergleicht er immer wieder frühere und aktuelle Erziehungsmethoden, was ich sehr spannend finde. 

Bei einigen Dingen merkte ich, dass diese vielleicht in meiner Kindheit auch nicht ganz korrekt gelaufen sind und ich sie unbedingt besser machen möchte. Juul zeigt wirklich simple Wege auf, wie man vieles richtig machen und unsere Kinder zu starken, selbstbewussten Erwachsenen erziehen kann. 

Ich bin froh, dass ich zu diesem Ratgeber gegriffen habe. Auch wenn mir einiges irgendwie Angst gemacht hat, so gibt er doch viele hilfreiche Tipps und Hinweise, an die ich immer wieder gerne zurück denken werde. Ich werde versuchen gerade die einfachen Dinge umzusetzen, in dem ich manches einfach anders formulieren, werde, als ich es von mir selbst aus täte. Ich werde sicherlich auch wieder zu diesem Buch greifen, denn vieles werde ich sicher wieder vergessen, weswegen es bestimmt nicht schadet, immer mal wieder einen Blick in den Ratgeber zu werfen. Auch meinem Mann werde ich das Buch sehr ans Herz legen, denn man wird einfach auf Dinge gestoßen, über die man so nie nachgedacht hätte. Die einfachsten Dinge, kann man so leicht falsch, aber auch so leicht richtig machen. 

Die Art, wie Juul seinen Ratgeber aufbaut ist ebenfalls sehr gelungen und trug dazu bei, dass es mir leicht fiel immer mal wieder ein paar Seiten zu lesen und trotzdem sehr schnell vorwärts zu kommen. Er teilt alles in 5 große Kapitel und dort in einige kleine Kategorien ein. Zudem lässt er immer wieder Gespräche mit Eltern einfließen, was sehr spannend ist, da das direkt aus der Praxis kommt.

Fazit:
Obwohl ich nie einen Erziehungsratgeber lesen wollte, habe ich doch zu diesem von Jesper Juul gegriffen. Ich wurde nicht enttäuscht, denn Juul gibt viele hilfreiche Hinweise, wie die kleinsten Dinge in der Erziehung richtig gemacht werden können. Auch wenn ich nicht bei allem sicher bin, dass ich es so umsetzen kann, so reicht oft alleine die Anregung über gewisse Dinge neu nachzudenken.

Samstag, 26. März 2016

Rezension "Der Club der roten Bänder"

Titel: Der Club der roten Bänder
Autor: Albert Espinosa
Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 224
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 8,99
ISBN: 978-3442221769

(c) RandomHouse
MeineMeinung:
"Der Club der roten Bänder" ist ein sehr spezielles Buch und ganz anders, als ich es erwartet habe. Der Autor Albert Espinosa ist noch ein Teenager, als er erfährt, dass er an Krebs erkrankt ist. Der Kampf gegen diese heimtückische Krankheit soll 10 Jahre andauern. 

Der Titel ist sicher einigen durch die VOX-Serie bekannt. Da ich diese leider verpasst habe, dachte ich mir, schadet es sicher nicht, sich mal mit dem Buch zu beschäftigen, auf dem die Serie im weitesten Sinne basiert. Ich erwartete eine biographische Erzählung von Espinoas Kampf gegen den Krebs und den Erfahrungen, die er dabei gemacht hat. 

Doch genau das bekam ich nicht. Bei diesem Buch handelt es sich viel mehr um einen Ratgeber, um Lebenshilfe. Espinosa schildert durchaus seine Erfahrungen, die er während seiner gesamten Krankenhausaufenthalte gemacht hat, doch verpackt er diese immer in einen Rat, den er dem Leser mit auf den Weg geben will.

Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich nun zu diesem Buch stehe. Da ich etwas ganz anderes erwartet hatte, bin ich schon etwas enttäuscht. Ich hatte keine Listen und Aufzählungen erwartet, sondern eben mehr eine Erzählung seiner Erlebnisse. Ich hatte über die gesamte Lesezeit hinweg, nicht das Gefühl ich käme dem Autor und seinem Leben irgendwie ein bisschen näher. Was kurios ist, da er eigentlich viele Dinge aus seinem Innersten preis gibt. Doch irgendetwas fehlte mir, was dem Buch noch mehr Substanz hätte geben können. Etwas fehlte um die gewisse Nähe aufzubauen. Ich hätte gerne mehr über den Menschen Espinosa erfahren.

Letztendlich sind viele Ratschläge, die Espinosa gibt bzw. vieles, was er während dieser schweren Zeit gelernt hat, durchaus Dinge, die man auf den eigenen Alltag übertragen kann. Nicht nur eine Passage hat mich während des Lesens zum Nachdenken gebracht. Sein Umgang mit dieser schweren Krankheit macht auf der einen Seite Mut und ist trotz alledem sehr realistisch und teilweise knallhart. Auf der anderen Seite hat ich das ein oder andere Mal das Gefühl, er sucht nur positive Dinge, die er aus seiner Erkrankung ziehen kann. Für mich, die selbst eine Person in der Familie hat, die schwer an Krebs erkrankt ist, war das manchmal nur schwer nachzuvollziehen. Aufgrund meines persönlichen Hintergrundes, habe ich dieses Buch ganz bewusst für mich ausgewählt. Ich finde es wichtig, sich auch mit den schlimmen Seiten des Lebens zu beschäftigen. Allerdings ist es sehr schwer, wenn man weiß was so eine Erkrankung aus einem Menschen machen kann, dauernd lesen zu müssen, wie positiv das Ganze ist.

Ich denke, die Fernsehserie hat recht wenig mit dem Buch zu tun. Sie basiert sicher lose auf einigen Erfahrungen und Schilderungen Espinosas. Da es sich bei dem Buch aber wie schon erwähnt eher um einen Ratgeber und eine Auflistung verschiedener Erfahrungen handelt, denke ich, dass die Serie nicht viel mit dem Buch zu tun hat. Das find ich aber so auch gar nicht schlimm, denn beides steht für sich als einzelne Sache.

Im Großen und Ganzen ist das Buch sicherlich interessant. Man muss sich halt im Klaren darüber sein, dass man keine Biographie oder ähnliches bekommt, sondern eine Liste mit Lebenstipps. Der Krebs steht dabei gar nicht so im Vordergrund, sondern eher die Tatsache, welche Lehren man aus einer schweren Krankheit/Zeit ziehen kann. So ganz überzeugen konnte es mich trotzdem nicht, da mir manche Tipps zu sehr mit dem erhobenen Zeigefinger daher kamen. Zudem waren einiges nicht wirklich neu oder sonderlich spannend erzählt. Deshalb konnte ich das Buch auch immer nur in kleinen Etappen lesen.

Fazit:
Nicht ganz das, was ich erwartet habe. Nicht wirklich biographisch, sondern eher eine Liste mit Erfahrungen und Tipps, wie man diese Erfahrungen in seinem Leben verwenden kann. Ich bleibe etwas zwiegespalten zurück, da mich das alles nicht ganz überzeugen konnte. 

Dienstag, 22. März 2016

Rezension "Lilly Frost - Fluch aus dem Jenseits"

Titel: Lily Frost - Fluch aus dem Jenseits
Autor: Nova Weetman
Verlag: Gulliver (Beltz Verlagsgruppe)
Seitenzahl: 236
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 14,95
ISBN: 978-3-407-74654-2
Bezogen über: Blogg dein Buch
Hier bestellen *KLICK*

Zum Inhalt:
Lily Frost muss umziehen. Und das fast ganze 200 km weit weg von ihrer besten Freundin. Zu allem Übel ist das neue Haus nicht nur ziemlich alt, sondern auch extrem gruselig. Unerklärliche Dinge passieren in Lilys Zimmer und als sie erfährt, dass sie in einem Haus wohnt, in dem früher das Mädchen gewohnt hat, das unter mysteriösen Umständen verschwand, ist es um ihre Ruhe endgültig geschehen. Lily macht sich sofort auf die Suche nach Antworten. Was ist mit Tilly geschehen, spukt es in ihrem Haus wirklich und was hat Danny mit der ganzen Sache zu tun. Danny, der Junge der ihr eigentlich total gefällt, sich aber zu allem ausschweigt. Und ehe Lily es sich versieht ist sie mitten drin in einer perfekten Gruselgeschichte und gerät selbst in große Gefahr.

Meine Meinung:
Das Buch gefällt mir rein optisch total gut. Das Cover ist geheimnisvoll und verspricht eine spannende Geschichte. Und auch der Klappentext lässt auf einige unterhaltsame Lesestunden schließen.
Meine Meinung zu der Geschichte selbst ist etwas zwiegespalten. Im Prinzip habe ich genau das bekommen, was ich erwartet habe. Eine waschechte Gruselgeschichte, die mir nicht nur einmal einen wohligen Schauer über den Rücken gejagt hat. 

Zudem lässt sich die Geschichte richtig gut lesen. Ich konnte kaum glauben wie schnell die Seiten dahin flogen und ich schon wieder am Ende angekommen war.  Denn spannend ist sie alle mal, da gibt es keinen Zweifel. 

Von Anfang an, wollte ich unbedingt wissen, was es mit dem Spuk auf sich hat. Spukt es tatsächlich, bildet Lily sich das alles ein oder wird ihr einfach nur ein böser Streich gespielt. Dies alles führte natürlich dazu, dass ich die Geschichte so schnell wie möglich lesen wollte, denn diese Fragen mussten unbedingt geklärt werden. Und so fesselte mich die Geschichte fast von Anfang an. Ich begleitete Lily bei ihrem Umzug, ging mit ihr durch ihren neuen Wohnort und lernte mit ihr zusammen Dany kennen.

Schnell wird klar, dass mit dem neuen Haus, in das Lily mit ihren Eltern zieht, etwas nicht stimmt. Seltsame Vorkommnisse häufen sich. Doch nur Lily scheint diese zu bemerken. Und so blieb weiterhin die Frage offen, ob sie sich das alles nur einbildet. Diese Frage blieb für mich bis ganz zum Schluss offen. Erst da wird abschließend geklärt, was es mit dem Spuk auf sich hat und was in dem kleinen Dorf geschehen ist. 

Und so gefiel mir auch das Ende recht gut. Es ist kein absolutes Happy End, schließt die Geschichte aber zufriedenstellend ab und lässt keine Fragen offen.

Trotzdem bleibt irgendwie ein komischer Beigeschmack zurück. Ich kann glaube ich gar nicht so richtig erklären, woran es liegt, aber das Buch konnte mich nicht vollständig überzeugen. Vielleicht liegt es daran, dass mir Lily nicht sonderlich sympathisch ist. Sie stänkert eigentlich am laufenden Band rum, auch wenn ich natürlich verstehe, dass so ein Umzug für einen Teenager sicher hart sein muss. Doch sie lässt eigentlich nie durchblicken, dass sie an der Schwelle zum Erwachsensein steht, sondern handelt immer impulsiv und etwas kindisch. Dadurch verprellt sie nicht nur ihre beste Freundin und ihre Eltern. 

Ebenfalls etwas merkwürdig fand ich die Tatsache, dass sich Lily immer den Situationen ausgesetzt hat, vor denen sie am meisten Angst hat. Sie geht ständig an den Fluss, obwohl Wasser nicht ihr bester Freund ist. Sie sucht sich das mit Abstand grusesligste Zimmer im Haus aus, nur um später zu merken, dass sie alleine dort panische Angst hat. All diese Dinge passten für mich nicht ganz zusammen und fingen irgendwann ein bisschen an zu nerven.

Alles in allem hat mir "Lily Frost - Fluch aus dem Jenseits" jedoch recht gut gefallen. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass man eine vielleicht nicht zu 100% realistische Geschichte bekommt. Ich möchte an dieser Stelle jetzt nicht mehr verraten, aber das musste erwähnt werden.

Fazit:
Ein Jugendbuch, welches auf der einen Seite viel Freude gemacht hat. Die Seiten flogen nur so dahin, weil ich unbedingt wissen wollte, was es mit den seltsamen Vorkommnissen auf sich hat. Auf der anderen Seite war mir die Protagonistin nicht wirklich sympathisch und ging mir stellenweise etwas auf die Nerven, was der Geschichte einen kleinen Knick gibt. 

Sonntag, 20. März 2016

Rezension "All die schönen Dinge"

Titel: All die schönen Dinge
Autor:Ruth Olshan
Verlag: Oetinger
Seitenzahl: 287
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 14,99
ISBN: 978-3-7891-0371-1

(c) Oetinger
Zum Inhalt:
Tammie weiß nicht wie lange sie noch leben wird. Von heute auf morgen könnte alles vorbei sein. Denn Tammie hat ein Aneurysma, das irgendwann, ganz ohne Vorwarnung, einfach platzen könnte. Und so macht sich Tammie auf einem Friedhof auf die Suche nach dem perfekten Grabspruch für sich selbst.  Denn sie will auf alles vorbereitet sein. Auf dem Friedhof begegnet ihr Fynn. Und schnell ist es um Tammie geschehen. Er bringt sie dazu mehr über das Leben und weniger über den Tod und was wäre wenn nachzudenken. Und so beginnt Tammie endlich ihr Lebe - eben "All die schönen Dinge" in vollen Zügen zu genießen.

Meine Meinung:
Der Klappentext dieses Buches wirkte schon auf den ersten Blick vielversprechend. Vermittelt er doch den Eindruck, dass die Geschichte trotz des heftigen Themas sehr lebensbejahend ist.  

Und genau das ist sie auch. Trotz ihres schweren "Schicksals" lässt sich Tammie nicht unterkriegen. Sie begegnet ihrer Krankheit ganz offen, was jedoch für ihre Umwelt nicht immer ganz einfach ist. Einen Großteil ihrer Freizeit verbringt sie auf dem Friedhof, um einen Grabspruch für sich selbst rauszusuchen. Dies ist besonders für ihre Eltern schwer, denn so zeigt Tammie ihnen immer wieder aufs Neue, dass siSe sich mit ihrem eigenen Tod auseinander setzt. Im Verlauf der Geschichte lernt Tammie jedoch, sich nicht so sehr mit ihrem Tod, sondern mehr mit dem Leben zu beschäftigen.

Sie lernt Fynn kennen und verliebt sich. Sie erlebt eine erste Liebe mit allen berauschenden Gefühlen, die eine erste Liebe haben kann. Stellenweise ging es mir etwas zu viel um Sex, bzw. es wurde so sehr "einfach" mit Sex umgegangen. Tammie, die noch null Erfahrung hat, hat dies plötzlich als größtes Ziel und ist sich schnell sicher, dass sie mit Fynn schlafen möchte, obwohl sie ihn kaum kennt. Das hat mich so ein bisschen gestört, da ich es lieber mag, wenn sich Liebesgeschichten ganz zart und langsam aufbauen. Ansonsten gefiel mir die Beziehung der beiden aber sehr gut.

Beides sind ganz besondere Charaktere, die die Autorin sehr gelungen beschreibt. So bekommen beide Figuren genug Tiefgang, dass man sie sich als Leser super vorstellen kann. Fynn kommt hierbei gut weg. Er ist der lustige, manchmal aber auch sehr nachdenkliche Junge von nebenan, der seinen Hund Okay über alles liebt und alles für ihn tun würde. Seine Gefühle für Tammie sind stürmisch und explosiv und er ist ihr eine wunderbare Stütze dabei, herauszufinden, wie schön das Leben sein kann.

Mit Tammies Krankheit wird in der Geschichte ganz offen umgegangen, auch wenn sie selbst ihrer Umwelt gegenüber eher darüber schweigt. Man erfährt als Leser ein paar medizinische Details zum Thema Aneurysma und lernt, dass das Leben trotzdem lebenswert ist und man jede Sekunde davon genießen sollte. Die Autorin beschreibt außerdem sehr glaubwürdig die Gefühle und Reaktionen von Tammies Familie und Freunde. Trotz der positiven Einstellung, die Tammie im Verlauf der Geschichte, gegenüber dem Leben gewinnt, bleiben Rückschläge und "depressive" Gefühle nicht aus.

Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut. Zudem ist sie total originell, was Grabsprüche und Namen angeht. So heißt Fynns Hund "Okay" und auf dem Friedhof findet sich eine "Frau Blumentopf". Viele Ideen der Autorin gefallen mir total gut. Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen, denn es ist trotz des schweren Themas, tolle Unterhaltung, die einfach Spaß macht.

Fazit:
Toll zu lesendes Jugendbuch, über ein Mädchen, das mit einem Aneurysma leben muss und dabei entdeckt, dass das Leben noch viel mehr für sie bereithält, als nur die Angst vor dem Tod.