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Dienstag, 27. März 2018

Rezension "Lieber Daddy Long Legs"

Titel: Lieber Daddy Long Legs
Autor: Jean Webster
Verlag: Königskinder
Seitenzahl: 256
ISBN: 978-3-551-56044-5
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 18,99 € / 12,99 €

(c) Königskinder
Zum Inhalt:
Jerusha Abbot, auch Judy Abbott genannt, wächst in einem Waisenhaus auf. Ihre Zukunft sieht düster aus, bis sie ein Angebot bekommt, das sie nicht ablehnen kann. Ein ihr unbekannter Gönner ist bereit ihr die Universität und alle ihre Auslagen zu bezahlen. Als einzige Gegenleistung fordert er einmal im Monat einen Brief von Judy, in welchem sie ihm schildert, wie es ihr auf der Universität ergeht. Und so entspinnt sich bald eine - jedoch sehr einseitige Beziehung - denn der unbekannte Sponsor antwortet ihr nie. Judy schildert ihm, alles was ihr passiert, auch von den Begegnunge mit Jervis Pendleton, der ihr sehr zu gefallen scheint. Doch Judy möchte nichts lieber wissen, als zu erfahren, wer ihr unbekannter Sponsor ist. Als sie die Wahrheit erfährt, fällt sie aus allen Wolken.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist ein Klassiker, der 1912 erstmals erschienen ist und hier in einer neuen Übersetzung vorliegt. Ich muss zugeben, dass ich etwas skeptisch an die Geschichte gegangen bin, denn obwohl ich schon Bücher von Jane Austen und auch andere Klassiker gelesen habe, so hatte ich doch oft Schwierigkeiten mit dem Schreibstil und kam nur langsam vorwärts. Und so erwartete ich auch hier,dass dieses Buch eher eine holprige Geschichte werden würde.

Doch weit gefehlt. Die neue Übersetzung tut der Geschichte sehr gut, denn sie lässt sich unglaublich flüssig lesen. Ich hatte daher nicht das Gefühl einen verstaubten Klassiker vor mir zu haben, sondern eine Geschichte, die nichts von ihrer Aktualtität verloren hat. Natürlich merkt man an der Art, wie die Personen reden, sich kleiden und auch wie die Umgebung beschrieben wird, dass es kein Buch ist, welches in der heutigen Zeit spielt. Doch die neue Übersetztung ist so gut, dass ich kein einziges Mal ins Stocken geriet.

Hin und wieder lese ich gerne Briefromane und so war ich besonders gespannt, wie mir dieses Buch gefallen würde. Judy schloss ich von Anfang an in mein Herz. Als Mutter war es mir einfach unvorstellbar, dass sie ganz alleine im Waisenhaus aufwachsen musste und sich mit ihren 18 Jahren und ohne ernsthafte Perspektive immer noch dort befindet. Als sie dann die Aussicht bekommt, auf die Uni zu gehen, freute ich mich unglaublich für sie.

Ihre Briefe sind herzerfrischend zu lesen. Untypisch für ihre Zeit nimmt Judy kein Blatt vor den Mund und schreibt ihrem unbekannten Gönner frei Schnauze was sie denkt. Auch verheimlicht sie nicht, dass ihr die neuen Bedingungen, die er ihr immer wieder stellt überhaupt nicht zusagen. Sie ist so erfrischend ehrlich, dass es eine Freude war ihre Briefe zu lesen.

Zudem erfährt man einfach auch viel über die damalige Zeit. Judy schildert ihren Alltag, schildert was passiert, wie sie neue Freundschaften knüpft, was sie auf der Uni lernt und wo sie ihre Ferien verbringt. Als Leser bekommt man so ein tolles Bild von ihrer Umgebung und wie sie so lebt.

Mit Spannung verfolte ich ihre Briefe an ihren Gönner und rätselte natürlich um wen es sich bei dem Mann handeln könnte. Nach einer Weile war mir dann - bevor Judy es ahnte - klar, wer hinter dem vielen Geld steckt, doch trotzdem verlor das Buch nichts von seiner Spannung und fesselte mich weiter durch die originell geschrieben Briefe.

Die Geschichte endet total niedlich und das in positivem Sinn. Da wird aus diesem humorvollen Briefroman ganz plötzlich eine wunderbare Liebesgeschichte, die das Buch zu einem gelungenen Abschluss führt. Ich freute mich für Judy, dass sie nicht nur ihr Glück im Beruf sondern auch in der Liebe gefunde hat. Nun bleibt mir nur noch eins zu tun und das ist, die Fortsetzung "Lieber Feind" zu lesen.

Fazit:
Ich lege euch allen diesen Briefroman von 1912 sehr ans Herz. Erfrischend spritzig geschrieben, mit einer Hauptperson, die kein Blatt vor den Mund nimmt und am Ende die große Liebe findet. 

Donnerstag, 10. November 2016

Rezension "Katharina, Marie & ihre vier Männer"

Titel: Katharina, Marie & ihre vier Männer
Autor: Tine Ratig & Hannah Wilhelm
Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 252
ISBN:  978-3-442-48414-0
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 8,99 € 

(c) RandomHouse
Zum Inhalt:
Katharina und Marie sind unglücklich in ihren Ehen. Sie fühlen sich nicht ernst genommen, zudem sind die Ehen recht lieblos. Beide fangen eine Affäre mit einem anderen Mann an. Während die eine jedoch schnell merkt, dass dies ein riesiger Fehler gewesen ist, so beginnt die andere ein neues Leben an der Seite eines anderen Mannes. Doch ihre Vergangenheit lässt sich so nicht begraben und so haben die beiden mit den unterschiedlichsten Schwierigkeiten zu kämpfen, um wieder glücklich zu werden. 

Meine Meinung:
Bei diesem Buch handelt es sich um einen Briefroman. Die Briefe zwischen Katharina und Marie erzählen die Geschichte. Erzählen, was die beiden erleben, was sie fühlen, was sie umtreibt.

Briefromane lese ich zwischendurch immer mal wieder gerne. Es ist immer etwas ganz besonderes, da man die Geschichte aus einer sehr speziellen Perspektive erzählt bekommt. Man muss sich darauf einlassen können, denn man muss sich viele Dinge selbst vorstellen, da man sie so nicht erzählt bekommt. Man bekommt lediglich die jeweilige Sicht der einzelnen Person zu sehen und muss sich aufgrund deren Schilderung eine Meinung bilden.

Das Thema ist sicherlich zunächst einmal kein wirklich schönes. "Fremdgehen" gehört für mich zu etwas sehr verwerflichem. Trotzdem war ich gespannt, wie die Autoren dies in einer Geschichte umsetzen. Nachdem ich mit dem Lesen fertig bin muss ich sagen, dass es nicht dazu beitragen konnte, dass ich mehr Verständnis für Leute die fremdgehen haben. Die Situationen der beiden Frauen konnte ich jedoch gut verstehen. Die Autoren beschreiben die Gefühlswelten toll und ich hatte immer wieder Mitleid, dass sie solch teilweise lieblosen Beziehungen führen mussten. Trotzdem schafften sie es nicht mit zu überzeugen und ihre Taten zu rechtfertigen.

Die Freundschaft zwischen den beiden Frauen, ist toll beschrieben. Wie die beiden füreinander einstehen und füreinander da sind, ist schön zu beobachten. Auch die Entwicklung, die die beiden im Verlauf der Geschichte nehmen ist schön zu beobachten.

Besonders spannend ist das Buch allerdings nicht. Ich habe es immer wieder zwischendurch gelesen, während ich andere spannende Bücher durchaus schneller nebenbei gelesen habe. Es konnte mich nicht so richtig fesseln, denn es passiert nicht so richtig viel in der Geschichte. Die Wendungen sind vorhersehbar und auch das Ende ist jetzt nicht groß überraschend. Vor allem die fehlende Spannung machen es mir wirklich schwer begeistert von dem Buch zu sein. Ein echtes Highlight ist es nicht. Allerdings habe ich es gerne gelesen. Die Briefform war schön. Der Stil der Autorinnen gefiel mir ebenfalls gut. Das Buch ist definitiv eine schöne Geschichte für zwischendurch.

Fazit:
Ein Buch, welches mich jetzt nicht vom Hocker gehauen hat, dafür ist es einfach nicht spannend genug. Dennoch habe ich es gerne gelesen, da die Autorinnen einen sehr schönen Stil haben, der Briefroman, eine tolle Form des Erzählens ist und die Entwicklung, die die Protagonisten nehmen mir sehr gut gefällt.