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Samstag, 29. Dezember 2018

Rezension "Zwischen zwei Fenstern"

Titel: Zwischen zwei Fenstern
Autor: Dianne Touchell
Verlag: Carlsen 
Seitenzahl: 256
ISBN: 978-3-646-92700-9
Einbindungsart: ebook
Preis: 10,99 €
Alter: ab 14

(c) Königskinder
Zum Inhalt:
Zwei junge Menschen. Ein Mädchen Maud und ein Junge Creepy. Die sich gegenseitig durchs Fenster beobachten. Beide sind besonders. Sie reißt sich regelmäßig die Haare aus und er ist immer alleine und liest während er sich dabei unaufhörlich Notizen macht. Beide fühlen sich alleine am meisten wohl und sind doch irgendwie immer zu zweit. Durch ihre Fenster sind sie auf eine ganz besondere Art verbunden und so plötzlich gar nicht mehr alleine.

Meine Meinung:
Dianne Touchell ist eine Autorin die ganz besonders schreiben kann und sich ganz besonderen, auch nicht ganz einfachen Themen widmet. Das weiß ich spätestens seit ich "Kleiner Wahn" gelesen habe. Auch "Foster vergessen" ist eines ihrer Werke, welches ich schon gelesen habe. Und so habe ich mit "Zwischen zwei Fenstern" das dritte Buch aus ihrer Feder gelesen.

Das Buch ist definitiv nicht schlecht, konnte mich aber emotional nicht ganz so erreichen, wie "Foster vergessen", ist es aber definitiv wert, gelesen zu werden. Die Geschichte ist nämlich auch so gar nicht ohne. Zwei Familien, die im absoluten Streit miteinander liegen, jede Familie mit einem Kind, das große Schwierigkeiten im Leben hat. Maud und Creepy sind zwar auf den ersten Blick recht normal, doch wenn man hinter ihre Fassade blickt, dann merkt man, dass diese beiden viel mit sich herumzutragen haben. Und so bemerkt man, dass Maud den Tick hat, sich die Haare auszureißen. Was ich bei der Vorstellung übrigens wirklich heftig fand. Ihre Eltern leiden da sehr darunter und so ist die Grundstimmung daheim natürlich sehr angespannt.

Ich fand es beeindruckend, wie Touchell mit recht wenig Handlung so viel aussagen kann. Da sind eigentlich nur zwei Menschen, die sich durch ihre Fenster beobachten und über Zettel an den Scheiben kommunizieren. Ich fand es wunderschön zu sehen, dass die beiden so ein stückweit aus ihrer Einsamkeit kommen und jemanden finden, der sie nicht gleich verurteilt, sondern versteht und mit dem sich sich auf gewisse Weise unterhalten können.

Der Schreibstil von Touchell ist sehr besonders, aber auch richtig gut zu lesen. Ich finde ihre Geschichten passen perfekt in den Königskinderverlag. Ich könnte sie mir nirgends anders vorstellen. Auch diese Geschichte berührte mich emotional sehr. Touchell findet genau die richtigen Worte zur genau richtigen Zeit. Die Handlung lebt von den ruhigen zwischenmenschlichen Tönen und nicht von einer actiongeladenen Handlung. Dies ist aber sehr typisch von Touchell und einfach nur super zu lesen. Ich mag dieses Buch sehr gerne und wünsche mir mehr Leser für diese so besondere Geschichte.

Fazit:
Ein weiteres gutes Buch aus der Feder von Touchell. Es brachte mich zum Nachdenken und berührte mich emotional sehr. Der Schreibstil von Touchell ist wunderbar einzigartig und super zu lesen.

Samstag, 24. November 2018

Rezension "Kleiner Wahn"

Titel: Kleiner Wahn
Autor: Dianne Touchell
Verlag: Carlsen  
Seitenzahl: 272
ISBN:  978-3-551-56009-4
Einbindungsart: ebook / Hardcover 
Preis: 10,99 € / 15,99 €
Alter: ab 14

(c) Königskinder
Zum Inhalt:
Rose und Michael sind verliebt. So richtig verliebt, die erste große Liebe mit allem drum und dran. Die beiden haben ihr erstes Mal miteinander. Leider vergessen sie dabei zu verhüten. Allerdings ist Rose sich sicher, dass das nichts macht, denn es war ja schließlich das erste Mal. Doch weit gefehlt. Nachdem ihre Periode knapp zwei Monate ausgeblieben ist stellt Rose fest dass sie schwanger ist. Doch eigentlich kann das doch gar nicht sein, oder? Rose ist verzweifelt und hofft dass das einfach wieder vergeht, wenn sie gar nichts tut. Und auch Michael möchte sich eigentlich nicht mit einem Baby auseinander setzen. Und so verdrängen beide die nackte Wahrheit und geraten dadurch in einen schrecklichen Kreislauf, der nicht nur ihre Beziehung zu zerstören droht.

Meine Meinung:
Mittlerweile dürften ja die meisten von euch mitbekommen haben, dass die Königskinder ganz besondere Bücher sind. Und auch hier haben wir wieder ein ganz besonderes Werk vorliegen. Ein Werk welches mich tief berührt, gleichermaßen aber auch schockiert und zum Nachdenken gebracht hat.

Da sind Rose und Michael, die völlig blauäugig an ihre Beziehung und ihr erstes Mal rangehen. Dass man beim ersten Mal sehr wohl schwanger werden kann, dürfte inzwischen wohl so gut wie jedem bekannt sein. Doch das ist eigentlich gar nicht der springende Punkt der Geschichte. Viel mehr nimmt diese erst so richtig Fahrt auf, als Rose bemerkt, dass sie schwanger ist. Durch die ungewollte und ungeplante Schwangerschaft, wird die Beziehung der beiden auf eine harte Probe gestellt. Keiner der beiden will ein Kind und so probieren es beide zunächst erst einmal mit Verdrängung.

Als Rose jedoch merkt, dass ihr ihre Klamotten nicht mehr passen und da tatsächlich etwas in ihr heranwächst, beginnt sie aktiv gegen das Baby in ihrem Inneren zu arbeiten. Sie nimmt Medikamente und tut auch so alles dafür, dass dieser ungewollte Zustand schnell wieder beendet ist.

Eindrücklich beschreibt die Autorin den inneren Kampf den Rose nun ausficht. Die Leugnung der ungewollten Schwangerschaft, den Kampf dagegen. Nicht nur einmal musste ich aufgrund dieses hoch emotionalen Themas heftig schlucken. Als Mutter ging mir die Geschichte besonders nah. Die Autorin schafft es, diese Geschichte mit der nötigen Sensibilität, aber auch Direktheit zu erzählen, weswegen sie mich nachhaltig berührt hat und mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Man muss hier ganz klar sagen, dass dieses Buch ein wirklich hartes Thema beeinhaltet, nämlich den Versuch der Abtreibung. Den Versuch das eigene ungeliebte Baby loszuwerden. Für mich als Mutter war das nur schwer nachzuvollziehen und zu begreifen. Wäre ich selbst keine Mutter hätte mich die Geschichte emotional mit Sicherheit nicht so mitgenommen. Ich finde es gut, dass die Autorin sich an so ein schwieriges Thema heranwagt. Dies war sicher eine große Herausforderung, welche die Autorin toll gemeistert hat.

Als Warnung sei vielleicht gesagt, dass sehr schonungslos mit dem Thema umgegangen wird und auch sehr direkt. Es werden die Versuche der Abtreibung explizit beschrieben und auch beim Ergebnis dieser Versuche nimmt die Autorin kein Blatt vor den Mund.

Fazit:
"Kleiner Wahn" ist ein gleichermaßen faszinierendes, wie auch schockierendes Buch. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen erzählt die Autorin die berührende Geschichte von Rose und Michael, die mit einer ungewollten Schwangerschaft klar kommen müssen und dabei sich selbst verlieren. 

Mittwoch, 11. Juli 2018

Rezension "Salz für die See"

Titel: Salz für die See
Autor: Ruta Sepetys
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-56023-0
Seitenzahl: 416
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 19,99 € / 13,99 €
Alter: ab 14

(c) Königskinder
Zum Inhalt:
Der zweite Weltkrieg steht kurz vor dem Ende. Allerorts fliehen die Menschen und versuchen sich vor der Roten Armee in Sicherheit zu bringen. So auch Emilia, Joana und Florian. Jeder der drei trägt ein Geheimnis mit sich herum und jeder der drei möchte nichts als überleben. Gemeinsam begeben sie sich auf die gefährliche Reise nach Gotenhafen um dort das vermeintlich sichere Schiff zu erreichen, welches sie weg aus dem Kriegsgebiet bringt. Was sie jedoch nicht wissen, ist dass die lebensgefährliche Reise mit der Schifffahrt erst beginnt und es in den Sternen steht, wer diese überlebt.

Meine Meinung:
Der Untergang der Wilhelm Gustloff ist längst nicht so prominent wie der der Titanic. Dabei starben bei diesem Unglück jedoch viel mehr Menschen. Die Stiefmütterlichkeit, mit der dieses Unglück behandelt wird, liegt vermutlich vor allem daran, dass auf der Gustloff viele Nazis waren, die in den kalten Fluten ihren Tod fanden. Doch es darf nicht vergessen werden, dass auch viele Zivilisten und Unschuldige an Bord waren und so finde ich es richtig klasse, dass Ruta Sepetys das Schweigen um den Untergang der Gustloff bricht und eine spannende, wie auch berührende Geschichte rund um dieses Unglück schafft.

Da ich selbst vorher noch nie vom Untergang der Gustloff gehört oder gelesen hatte, betrat ich mit dieser Geschichte völliges Neuland. Wie Sepetys historische Fakten mit Fiktion mischt ist auf unnachahmliche Weise gekonnt und faszinierte mich bereits ab der ersten Seite. Ich hatte offen gestanden nicht erwartet, dass diese Geschichte so eine Sogwirkung auf mich ausüben würde, doch das tat sie. Dies änderte sich auch bis zum Ende nicht.

Septeys schaffte es zudem mich von Seite eins an zu berühren. Eigentlich geht es mir immer so, wenn ich Bücher lese, die zur Zeit des zweiten Weltkriegs lese. Ich muss häufig schlucken, stellenweise sogar mit den Tränen kämpfen, so schrecklich finde ich die Geschehnisse. Bei dem Gedanken daran, dass es damals wirklich so zuging, dreht sich mir der Magen um. Sepetys transportiert mit ihrer Geschichte, diese bedrückende Stimmung perfekt. Ich hatte das knallen der Gewehre und das Schreien der Menschen in den Ohren, den Geruch von Schießpulver in der Nase und spürte die Kälte der Nacht auf meinen Armen.

Sepetys kann einfach unfassbar gut schreiben. Die kurzen Kapitel fand ich richtig super, so bekam die Geschichte eine Dynamik, die sich verselbstständigte und nicht mehr aufhalten ließ. Auch die Spannung war mit Händen greifbar. Sepetys springt so schnell zwischen den Protagonisten hin und her, dass die Seiten nur so dahinflogen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte weitergeht.

Als die Protagonisten dann die Gustloff und den Hafen erreichen, bekommt die Geschichte nochmal eine ganz neue Dynamik. Die dramatischen Zustände dort waren ebenso mit Händen greifbar, schockierten mich und machten mich traurig. Und trotzdem schwebte über allem auch ein stückweit Hoffnung. Hoffnung auf ein neues, ein besseres Leben. Sepetys schafft es, alles glaubwürdig wirken zu lassen und so muss man als Leser auch den ein oder anderen Verlust hinnehmen, der zwar nicht schön, aber realistisch ist.

Am Ende des Buches gibt es noch einen kurzen Ausflug in die Historie. Man erfährt was Tatsache war und was der Fiktion der Autorin entsprang. Das rundet das Buch wunderbar ab und macht es zu einer gelungenen Geschichte, die ich noch lange im Kopf und im Herzen behalten werde.

Fazit:
Ein weiteres Königskind, das mein Herz berührt, gebrochen und wieder zusammen gesetzt hat. Sepeteys unvergleichbarer Schreibstil macht "Salz für die See" zu einer emotionalen Reise, die mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Mittwoch, 23. Mai 2018

Rezension "Löffelglück"

Titel: Löffelglück
Autor: Tracy Holczer
Verlag: Königskinder
ISBN: 978-3-551-56007-0
Seitenzahl: 320
Einbindungsart: Hardcove
Preis: 15,90 € (leider nur noch gebraucht erhältlich)


Zum Inhalt:
Seit Grace ihre Mutter tot am Fluss gefunden hat, ist nichts mehr so, wie es einmal war. Sie muss ihre beste Freundin und ihr Zuhause verlassen und zu ihrer Großmutter ziehen. Ihre Mutter fehlt ihr unendlich und ihr fällt es schwer sich in der neuen Umgebung einzufinden. Sie sperrt sich gegen jede Art von Zuwendung und beschließt im Schuppen zu wohnen. Doch plötzlich findet sie immer wieder Kraniche, mal aus Origami, mal aus anderem Material. Grace ist sich sicher, dass es sich dabei um ein Zeichen ihrer Mutter handelt. Und ehe sie es sich versehen kann, befindet sie sich auf einer Schatzsuche und folgt den Kranichen um wieder glücklich zu werden.

Meine Meinung:
Heute habe ich mal wieder ein Buch für euch bei dem ich zunächst einmal das Cover hervorheben muss. Ist das nicht einfach der absolute Oberhammer? Das schlichte grau, mit den wenigen goldenen Puntken sagt so viel aus. Eigentlich dachte ich, dass ich den Frauenköpfen auf Buchcovern etwas überdrüssig bin, doch hier passt es einfach wie die Faust aufs Auge. Ich könnte das Buch immer wieder aus dem Regal ziehen, nur um dieses wunderbare Cover zu betrachten.

Die Geschichte selbst brauchte bei mir einige Momente, bis ich richtig warm mit ihr wurde. Der Schreibstil war mir zunächst etwas zu holprig und auch die Geschichte selbst schaffte es erstmal nicht, mich vollständig zu überzeugen. Zudem muss ich zugeben, dass mir das Thema "verstorbene Mutter" doch recht nahe ging und ich so immer wieder schlucken musste und mir nicht sicher war, ob ich die Geschichte wirklich weiter lesen will. Dies geschah vor allem, weil ich Angst davor hatte zu viele Details über den Umstand ihres Todes zu erfahren, dies ist jedoch nicht der Fall. Zwar wird man als Leser kurzfristig in jene Nacht geworfen, doch spart die Autorin an den richtigen Stellen mit Details.

Die Grundstimmung der Geschichte ist zunächst eine sehr traurige. Grace verspürt kein Glück mehr in ihrem Leben und igelt sich total ein. Zu dem Verlust ihrer Mutter kommt der Umzug zu ihrer Großmutter hinzu, die sie überhaupt nicht kennt, da sie zeitlebens keinen Kontakt zu ihr hatte. Die Autorin schildert diese bedrückende Situation extrem authentisch und mit viel Gespür für die leisen Töne. Grace tat mir so unglaublich Leid und ich wünschte mir nichts mehr, als in das Buch hineinzuhüpfen und sie in den Arm zu nehmen.

Ich fand es schön, wie Grace nach und nach auftaute und die Geschichte sich spürbar entwickelte. Hier bekommen wir alles andere, nur keine eindimensionale Geschichte, die auf der Stelle tritt, was ich wirklich gut finde. Zwar packte mich die Handlung auch im weiteren Verlauf nicht vollständig, doch übte sie trotzdme eine gewisse Faszination aus, die ich mir nicht richtig erklären konnte.

Gemeinsam mit Grace und ihrer Freundin begab ich mich auf die Suche nach den Kranichen. Natürlich war mir von vorne herein klar, dass diese nicht von ihrer Mutter stammten, doch interessierte mich natürlich die Geschichte dahinter. Auch die Bedeutung der Kraniche für Grace, wird im weiteren Verlauf der Geschichte immer klarer.

"Löffelglück" ist ein sehr ruhiges Buch, ohne nennenswerte Höhepunkte. Diese besondere Leichtigkeit gibt der Geschichte jedoch das ganz gewisse Etwas. Die Entwicklung, die besonders Grace durchmacht ist faszinierend zu beobachten. Alles in allem, habe ich das Buch richtig gerne gelesen, auch wenn es mich nicht absolut umgehauen hat.

Fazit:
Ein berührendes Jugendbuch, das ganz leise Töne anschlägt und mit diesen überzeugt und zu fesseln vermag. Es gab einige Stellen, die mich nicht ganz so fesseln konnten, trotzdem habe ich das Buch sehr gerne gelesen.

Samstag, 31. März 2018

Rezension "Foster vergessen"

Titel: Foster vergessen
Autor: Dianne Touchell 
Verlag: Königskinder
Seitenzahl: 256
ISBN:  978-3-551-56042-1  
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis:16,99 € / 11,99 €

(c) Königskinder
Zum Inhalt:
Der 7-jährige Foster und sein Vater sind ein eingeschworenes Team. Foster liebt die Geschichten seines Vaters und kann nicht genug von ihnen bekommen. Doch dies alles ändert sich schlagartig als Fosters Vater an Alzheimer erkrankt. Was zunächst nur ein schleichender Prozess ist und sich nur dadurch äußert, dass sein Vater ab und zu einige Dinge vergisst, schreitet immer schneller voran und in Fosters Leben ist plötzlich nichts mehr, wie es einmal war. Sein Vater braucht mehr Hilfe als ein Kleinkind und Fosters Kindheit ist auf einen Schlag beendet.

Meine Meinung:
Dieses Buch lässt sich mit Worten kaum beschreiben. Es ging mir extrem nahe und lässt mich auch jetzt noch gar nicht los.

Das Thema Alzheimer ist ja immer ein schwieriges, was zudem eine ganz spezielle Portion von Sensibilität braucht. Es in einem Kinderbuch zu verarbeiten und das auch noch so emotional wie es Dianne Touchell tut ist fast schon ein kleines Meisterwerk. Ich bin eigentlich niemand, der beim Lesen weint, doch hier war ich mit Sicherheit nicht weit davon entfernt. Fast über die komplette Lesezeit hatte ich einen Kloß im Hals.

Erschreckend realistisch und authentisch schildert die Autorin den Verlauf der Krankheit bei Fosters Vater. Zunächst lachen alle noch darüber, dass er statt Hundefutter Katzenfutter bringt. Doch dann wird die Situation immer schlimmer. Er vergisst wo im Haus was ist, er erkennt die Leute nicht mehr und fängt in den unpassendsten Situationen an, auszurasten. Dies alles gipfelt darin, dass er in die Kirche pinkelt und Foster so zum Gespött seiner ganzen Mitschüler macht. Ich konnte mir vermutlich nur annähernd vorstellen, wie es Foster in dieser Situation gehen musste. Um sich der Situation zu entziehen schließt er sich den Lästereien über seinen Vater an. Man merkt jedoch deutlich, wie ihn das innerlich zerreißt.

Ich muss zugeben, dass ich vom Cover her lange gezögert habe, ob ich mir das Buch kaufen soll. Unter dem Schutzumschlag jedoch sieht das Buch richtig schön aus. Das ist noch eine Sache, die ich an den Königskindern so gerne mag. Die Bücher sind mit Liebe gestaltet. Man merkt, dass sich jemand echt Gedanken ein zu der Geschichte passendes Cover zu gestalten. Ich bin so froh, dass ich trotz des Covers, was mir nicht so gefällt zu diesem Buch gegriffen habe, denn es ist so gut, dass es fast weh tut.

Ich war in letzter Zeit selten von einer Geschichte so berührt wie dieser, selten ging mir eine Handlung so nah. Ich hatte fast das Gefühl Foster wäre einer meiner Nachbarn und ich müsste nur die Türe aufmachen um ihm und seiner Familie zu helfen. Man merkt, dass der 7-jährige die Situation gar nicht so richtig erfassen kann und für sich selbst Erklärungen sucht, die die Situation für ihn einfacher machen. Auch die Hilflosigkeit seiner Mutter ist mit Händen greifbar und traf mich tief. Ich stellte mir mich in der Situation vor und auch das brachte mich fast zum Weinen.

Wenn mir ein Buch so gut gefällt wie dieses und mich so berührt, dann fällt es mir oft schwer, die richtigen Worte zu finden. Ich möchte euch mit meiner Begeisterung anstecken, ich möchte euch dieses Buch ans Herz legen, ich möchte, dass ihr alle die Geschichte von Foster lest und euch genauso abholen lasst, wie ich es getan habe. Lasst euch auf diese Achterbahn der Gefühle ein und ihr werdet mit Emotionen belohnt, die ein Buch nur selten in einem weckt.

Fazit:
Ein tolles, ein emotionales Buch, das mich mitgerissen und berührt hat. Ich war stellenweise fast zu Tränen gerührt, ob der tragischen Geschichte um Fosters Vater. Den Verlauf der Krankheit schildert die Autorin authentisch, gefühlvoll und mit der richtigen Portion Direkheit. Dieses Buch wird euch emotional nicht mehr loslassen - versprochen!

Freitag, 30. März 2018

Rezension "Eine Geschichte der Zitrone"

Titel: Eine Geschichte der Zitrone
Autor: Jo Cotterill
Verlag: Königskinder
Seitenzahl: 256
ISBN: 978-3-551-56036-0
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 16,99 € / 11,99 €

(c) Königskinder
Zum Inhalt:
Calypso wächst bei ihrem Vater auf. Ihre Mutter starb einige Jahre zuvor an Krebs. Diese Tragödie hat ihr Vater nie verkraftet und sich in sein Schneckenhaus zurück gezogen. Seine einzige Passion ist das Schreiben seines eigenen Buches "Eine Geschichte der Zitrone". Calypso ist komplett auf sich gestellt. Sie kocht, sorgt für ihren Vater und übernimmt auch sonst alle Aufgaben eines Erwachsenen. Wirklich Kind sein darf die 11-jährige nicht. Dies ändert sich, als sie Mae kennenlernt. Sie und ihre lebensfrohe Familie nehmen Calypso bei sich auf und zeigen ihr, dass das Leben aus mehr besteht, als Einsamkeit und Büchern und dass jeder es verdient einen  Freund zu haben.

Meine Meinung:
Dieses Buch wurde mir von Katrin von kathrineverdeen ans Herz gelegt. Und da ich mich immer über gute Buchempfehlungen freue und vor allem, wenn es den Königskinder-Verlag angeht sehr auf Katrins Meinung vertraue, habe ich mir dieses Buch natürlich zugelegt.

Das Cover finde ich richtig cool. Es ist ein absoluter Blickfang und macht, gemeinsam mit dem Titel, total Lust darauf, das Buch zu lesen.

Ich muss zugeben, dass ich mich zu Beginn ein ganz kleines bisschen schwer getan habe und etwas gebraucht habe, bis ich in die Geschichte rein kam. Doch von einer auf die anderen Seite war ich plötzlich mitten im Geschehen. Sobald ich mich auf Calypso, ihren etwas verschrobenen und auch depressiven Vater und ihre interessanten Lebensverhältnisse eingelassen hatte, war die Geschichte kein Problem mehr. Viel mehr fing sie an, mir plötzlich sehr nahe zu gehen und mich sehr zu berühren.

Dass ein Elternteil an Krebs stirbt, begegnet mir zur Zeit in recht vielen Büchern. Aufgrund privater Erfahrungen, konnte ich mich sehr gut in Calypso reinversetzen und mit ihr mitfühlen. Der Umgang ihres Vaters schockierte mich gleichermaßen, wie ich auch Verständnis für ihn aufbrachte. Über seine Trauer um seine Frau, vergisst er ganz einfach seine Tochter und zieht sich in sein Schneckenhaus zurück. Calypso versucht das Beste aus der Situation zu machen, ist aber sehr einsam und findet lediglich in ihren Büchern Trost und Rat.

Durch die Geschichte vermittelt die Autorin das Thema Depressionen sehr kindgerecht. Als erwachsener Leser nimmt man Calypsos Vater sicherlich anders war, als als Kind. Ich denke jedoch sollte es Kinder in ähnlichen Situationen geben, die dieses Buch lesen, dann finden sie hier Trost und vielleicht auch Rat, wie sie mit der Situation umgehen können. Denn kein Kind sollte Angst um seine Eltern haben. Dass Calypso Angst hatte, nach der Schule nach Hause zu kommen und ihren Vater vielleicht nicht mehr lebend zu finden ist absolut grausam und sowas wünscht man wirklich keinem Kind. 

Als sie Mae kennenlernt, merkt man als Leser sehr schnell wie sie auftaut. Sie merkt, dass jeder - im Gegensatz zur Meinung ihres Vaters - jemanden im Leben braucht und nicht nur innere Stärke wichtig ist. Dass innere Stärke viel mehr aus Freundschaft und Liebe entwächst und keiner alleine zurecht kommen kann. Berührend schildert die Autorin wie Maes und Calypsos Freundschaft immer weiter wächst und die beiden Mädchen plötzlich nicht mehr ohne einander können.

Der Kontrast zwischen Maes und Calypsos Welt ist erschreckend und durch die Helligkeit und Fröhlichkeit von Maes Welt und Familie merkt man erst recht wie dunkel Calypsos Leben wirklich ist. Mir ging das richtig zu Herzen und ich stellte mir meine eigenen Töchter in dieser Situation vor. Dies führte dazu, dass ich gerne in die Geschichte reingekrochen wäre und Calypsos Vater an der Schulter gepackt und geschüttelt hätte.

Was ebenfalls schön an diesem Buch ist, ist dass es um Bücher geht. Ich lese so gerne Geschichten, in denen Bücher eine große Rolle spielen. Hier sind sowohl Calypso, als auch Mae große Buchliebhaber. Sie lesen und unterhalten sich über Bücher. Diese Stellen gefielen mir besonders gut. Zudem schreiben die beiden Kinder eine Geschichte und ihre kindliche Naivität bei dieser Sache, war einfach zur herzerfrischend zu beobachten.

Nachdem die Geschichte stellenweise durchaus von tragischen - jedoch auch sehr berührenden - Stellen geprägt ist, ist das Ende richtig schön und stellte mich total zufrieden. Man nimmt der Autorin alles ab. Glaubhaft schildert sie, wie auch Calypsos Vater von Maes Familie verändert wird, dass jedoch längst nicht alles gut ist, da Depressionen bekämpfen ein Prozess ist und so viel Arbeit bedeutet. Als Leser atmet man sichtlich auf, als man mitbekommt, dass alle gemeinsam einen Weg aus der Dunkelheit gefunden haben.

Fazit:
Eine berührende Geschichte, die mir sehr nahe ging. Sie erzählt von Calypso und ihrem Vater, der den Tod seiner Frau nicht verkraftet hat und dadurch vergisst, dass er auch noch eine Tochter hat. Gemeinsam mit Mae und ihrer Familie finden sie alle einen Weg aus dieser Dunkelheit. Dies alles schildert die Autorin berührend, authentisch und mit so viel Kraft, dass dieses Buch einfach eine Perle im Regal ist.

Dienstag, 27. März 2018

Rezension "Lieber Daddy Long Legs"

Titel: Lieber Daddy Long Legs
Autor: Jean Webster
Verlag: Königskinder
Seitenzahl: 256
ISBN: 978-3-551-56044-5
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 18,99 € / 12,99 €

(c) Königskinder
Zum Inhalt:
Jerusha Abbot, auch Judy Abbott genannt, wächst in einem Waisenhaus auf. Ihre Zukunft sieht düster aus, bis sie ein Angebot bekommt, das sie nicht ablehnen kann. Ein ihr unbekannter Gönner ist bereit ihr die Universität und alle ihre Auslagen zu bezahlen. Als einzige Gegenleistung fordert er einmal im Monat einen Brief von Judy, in welchem sie ihm schildert, wie es ihr auf der Universität ergeht. Und so entspinnt sich bald eine - jedoch sehr einseitige Beziehung - denn der unbekannte Sponsor antwortet ihr nie. Judy schildert ihm, alles was ihr passiert, auch von den Begegnunge mit Jervis Pendleton, der ihr sehr zu gefallen scheint. Doch Judy möchte nichts lieber wissen, als zu erfahren, wer ihr unbekannter Sponsor ist. Als sie die Wahrheit erfährt, fällt sie aus allen Wolken.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist ein Klassiker, der 1912 erstmals erschienen ist und hier in einer neuen Übersetzung vorliegt. Ich muss zugeben, dass ich etwas skeptisch an die Geschichte gegangen bin, denn obwohl ich schon Bücher von Jane Austen und auch andere Klassiker gelesen habe, so hatte ich doch oft Schwierigkeiten mit dem Schreibstil und kam nur langsam vorwärts. Und so erwartete ich auch hier,dass dieses Buch eher eine holprige Geschichte werden würde.

Doch weit gefehlt. Die neue Übersetzung tut der Geschichte sehr gut, denn sie lässt sich unglaublich flüssig lesen. Ich hatte daher nicht das Gefühl einen verstaubten Klassiker vor mir zu haben, sondern eine Geschichte, die nichts von ihrer Aktualtität verloren hat. Natürlich merkt man an der Art, wie die Personen reden, sich kleiden und auch wie die Umgebung beschrieben wird, dass es kein Buch ist, welches in der heutigen Zeit spielt. Doch die neue Übersetztung ist so gut, dass ich kein einziges Mal ins Stocken geriet.

Hin und wieder lese ich gerne Briefromane und so war ich besonders gespannt, wie mir dieses Buch gefallen würde. Judy schloss ich von Anfang an in mein Herz. Als Mutter war es mir einfach unvorstellbar, dass sie ganz alleine im Waisenhaus aufwachsen musste und sich mit ihren 18 Jahren und ohne ernsthafte Perspektive immer noch dort befindet. Als sie dann die Aussicht bekommt, auf die Uni zu gehen, freute ich mich unglaublich für sie.

Ihre Briefe sind herzerfrischend zu lesen. Untypisch für ihre Zeit nimmt Judy kein Blatt vor den Mund und schreibt ihrem unbekannten Gönner frei Schnauze was sie denkt. Auch verheimlicht sie nicht, dass ihr die neuen Bedingungen, die er ihr immer wieder stellt überhaupt nicht zusagen. Sie ist so erfrischend ehrlich, dass es eine Freude war ihre Briefe zu lesen.

Zudem erfährt man einfach auch viel über die damalige Zeit. Judy schildert ihren Alltag, schildert was passiert, wie sie neue Freundschaften knüpft, was sie auf der Uni lernt und wo sie ihre Ferien verbringt. Als Leser bekommt man so ein tolles Bild von ihrer Umgebung und wie sie so lebt.

Mit Spannung verfolte ich ihre Briefe an ihren Gönner und rätselte natürlich um wen es sich bei dem Mann handeln könnte. Nach einer Weile war mir dann - bevor Judy es ahnte - klar, wer hinter dem vielen Geld steckt, doch trotzdem verlor das Buch nichts von seiner Spannung und fesselte mich weiter durch die originell geschrieben Briefe.

Die Geschichte endet total niedlich und das in positivem Sinn. Da wird aus diesem humorvollen Briefroman ganz plötzlich eine wunderbare Liebesgeschichte, die das Buch zu einem gelungenen Abschluss führt. Ich freute mich für Judy, dass sie nicht nur ihr Glück im Beruf sondern auch in der Liebe gefunde hat. Nun bleibt mir nur noch eins zu tun und das ist, die Fortsetzung "Lieber Feind" zu lesen.

Fazit:
Ich lege euch allen diesen Briefroman von 1912 sehr ans Herz. Erfrischend spritzig geschrieben, mit einer Hauptperson, die kein Blatt vor den Mund nimmt und am Ende die große Liebe findet. 

Montag, 12. März 2018

Rezension "Die Anarchie der Buchstaben"

Titel: Die Anarchie der Buchstaben
Autor: Kate de Goldi
Verlag: Königskinder
Seitenzahl: 151
ISBN:  978-3-551-56003-2
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 13,90 €

(c) Carlsen
Zum Inhalt:
Perrys Oma ist schwer dement und lebt im Pflegeheim. Für ihre Eltern ist die Oma eine große Last, für Perry jedoch ganz und gar nicht. Jeden Donnerstag besucht sie die alte Frau mit Gebäck und viel Zeit im Gepäck und macht ihr so eine große Freude, selbst wenn sie sich ein paar Stunden später nicht mehr daran erinnern kann. Zusammen mit den alten Bewohnern des Pflegeheims entwirft Perry ein Buch übers Abc. Sie malt und bastelt, ist kreativ und am Ende kommt ein ganz schönes Durcheinander raus. Doch die alten Leute haben so viel Spaß und sind endlich nicht mehr einsam und auch Perry genießt ihre Aufgabe.

Meine Meinung:
Heute habe ich einen weiteres Juwel aus dem Königskinderverlag für euch. Dieses Buch ist etwas ganz besonderes, nimmt es sich doch ein nicht ganz einfaches Thema vor.

Das Thema Demenz ist mir bisher noch nicht oft in Büchern begegnet, jedoch habe ich schon oft darüber nachgedacht, wie ich damit umgehen würde, wenn ich einen Angehörigen habe, der schwer dement ist und mich nicht mehr erkennt. Die Vorstellung ist wirklich hart und darüber ein sensibles Buch zu schreiben gar nicht so einfach. Doch Kate de Goldi hat es geschafft. Perrys kindliche Naivität verleiht dem schweren Thema die nötige Leichtigkeit. Perrys Bemühungen um ihre Großmutter und die anderen alten Menschen gehen ans Herz und berührten mich tief.

Die Autorin beschreibt schonungslos wie vergesslich Perrys Großmutter wirklich ist und wie sich alte Menschen verändern, wenn sie krank werden. Und dass es aber auch ganz leicht ist ihnen eine Freude zu machen. Oft kostet dies kein Geld sondern lediglich Zeit, was in der heutigen Zeit irgendwie immer schwerer zu werden scheint. De Goldis Buch ist ein Appell, eine Hommage an das Leben und was für wunderbare Kleinigkeiten es für uns bereithält. Dass es nicht den teuren Sportwagen, das große Haus, die hübschen Kleider braucht, um glücklich zu sein. Viel mehr brauchen wir die Menschen um uns, die wir lieben und die uns lieben. An Perrys Großmutter ist das deutlich zu spüren. Umso schlimmer fand ich es zu lesen, wie Perrys Eltern einfach überhaupt keine Zeit mehr für sie haben und sie nur anstrengend finden. Hier haben sie wohl vergessen, was wirklich im Leben zählt.

Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar zu lesen. Immer wieder wird die Geschichte von Bildern des Abcs unterbrochen, was das Buch zu einem kurzweiligen Vergnügen macht. Mit den rund 150 Seiten, die großzügig bedruckt sind, ist man schnell mit diesem Buch durch. Ich finde mehr Seiten braucht die Geschichte nicht und würde sie vermutlich auch nicht vertragen. Gerade diese Knappheit, die auf den Punkt bringt, was die Autorin aussagen will, ist perfekt für diese Geschichte.

Perry wuchs mir sofort ans Herz. Ihre Art mit den alten Menschen umzugehen ist herzerwärmend. Ihre kindliche Naivität so niedlich zu beobachten. Und trotz dieser kindlichen Naivität kämpft sie um die Besuche bei ihrer Großmutter und scheint schon mehr als ihre Eltern zu verstehen, wie wichtig diese gemeinsame Zeit ist. Die Großmutter und auch alle anderen Bewohner des Pflegeheims sind extrem authentisch und machen dieses Buch zu einer runden Geschichte.

Fazit:
Eine wunderbare Geschichte über das Leben, über Familie und das was im Leben wirklich wichtig ist. 

Mittwoch, 7. März 2018

Rezension "Ein weiter Weg"

Titel: Ein weiter Weg
Autor: Dan Gemeinhart
Verlag: Königskinder
Seitenzahl: 272
ISBN: 978-3-551-56039-1
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 16,99 €
Alter: ab 13

(c) Königskinder
Zum Inhalt:
Joseph hat niemanden mehr, denn seine Eltern und seine Schwester sind bereits verstorben. Niemanden mehr außer seinem Pferd Sarah. Doch der Mann, bei dem Joseph vorrübergehend wohnt verkauft Sarah einfach ohne sein Wissen. Für Joseph ist klar: Er wird Sarah zurück holen, koste es was es wolle. Und so begibt sich der kleine Junge mutterseelenallein auf eine gefährliche Reise, auf der er nicht nur neue Freunde findet, sondern auch viel über sich selbst lernt und vielen Gefahren trotzen muss.

Meine Meinung:
Das Cover spricht mich hier irgendwie nicht so an und so gebe ich zu, dass ich wohl nicht zu diesem Buch gegriffen hätte, wenn es meine Bücherrei nicht im Angebot gehabt hätte. Doch ich bin sehr froh, dass dies der Fall war. Denn als Leser bekommt man hier eine richtig schöne Geschichte, die eine bezaubernde Freundschaft zwischen Mensch und Tier erzählt.

Natürlich ist die Geschichte zu Beginn recht traurig, vor allem wenn man sich vorstellt, wie allein Joseph sein muss. So ganz ohne Eltern auf der Welt und bei einem Mann wohnhaft den er nicht mag. So ist seine Stute Sarah sein einziger Halt auf der Welt. Natürlich bricht eben jene für ihn zusammen als sein Pferd plötzlich weg ist. Die Reise auf die er sich begibt birgt so einige Gefahren und so konnte ich mir zunächst nur schwer vorstellen, dass sich ein kleiner Junge auf so eine Reise begibt. Jedoch spielt das Buch Ende des 19. Jahrhunderts und so kann man die Zustände und Verhältnisse dort nur schwer mit unseren vergleichen. Trotzdem fiel es mir irgendwie schwer mir einen 12-jährigen Jungen vorzustellen, der ganz alleine unterwegs ist.

Recht schnell lernt Joseph einen weiteren kleinen Jungen kennen, der allein unterwegs ist. Und so machen sie sich gemeinsam auf den Weg. Da es sich bei dem anderen Jungen um einen Asiaten handelt können sich die beiden Jungen nur mit Händen und Füßen verständigen, was die beiden auch in beeindruckender Weise tun. Man merkt an diesem Beispiel wunderbar, wie unvoreingenommen Kinder sind und wie wenig es eigentlich braucht um sich mit jemand Fremden zu verständigen. Man merkt dass für eine Freundschaft ganz andere Dinge wichtig sind, wie die Sprache.

Im Verlauf der Geschichte merkt man immer wieder wie tief die Liebe von Joseph zu seinem Pferd ist, was einfach echt schön zu verfolgen ist. Man erfährt wie besonders die Beziehung der beiden ist und auch was Joseph in seiner Vergangenheit so alles erlebt hat, das Sarah zu so etwas besonderem macht.

Die Altersangabe des Verlages - ab 13 - finde ich in diesem Fall sehr gut gewählt, denn das Buch hält durchaus einige spannende Passagen bereit. Wer nämlich denkt, hier handelt es sich um eine langweilige Reise zu Sarah, der hat sich noch nicht zusammen mit Joseph und einem Kanu in Stromschnellen wiedergefunden oder aber einen gesuchten Mörder gejagt. Der Schreibstil ist ebenfalls sehr gut zu lesen, weswegen ich denke, dass 13-jährige, die gerne lesen und Lust auf ein Abenteuer haben, nichts falsch machen können.

Fazit:
Eine spannende Suche eines Jungen nach seinem Pferd. Eine tiefe Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Und eine unvergleichliche Begegnung zweier Jungen aus zwei Nationen, die jede Sprachbarriere überwindet. Eine Geschichte über Freundschaft und dass diese viel mehr wert ist, als viele von uns ahnen.

Dienstag, 6. Februar 2018

Rezension "Der Himmel über Appleton House"

Titel: Der Himmel über Appleton House
Autor: S. E. Durrant
Seitenzahl: 233
ISBN:  978-3-551-56030-8
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 16,99 €

(c) Königskinder
Zum Inhalt:
Ira und ihr kleiner Bruder Zac sind Pflegekinder. Sie werden von einer Familie zur anderen geschoben und von einem Kinderheim zum nächsten. Nirgends finden sie eine Heimat. Doch eines Tages lernen sie Martha kennen. Die alleinstehende Frau hat die beiden Pflegekinder über die Ferien zu sich eingeladen. Was zunächst vielversprechend klingt, wird schnell zum Desaster und so geben Ira und ihr Bruder die Hoffnung nach einer endgültigen Bleibe schnell wieder auf. Doch Martha ist hartnäckig und bemüht sich rührend um die beiden Pflegekinder. Als eines Tages ein großes Unglück passiert scheint jedoch auch sie am Ende ihrer Kräfte angekommen zu sein.

Meine Meinung:
So oft lese ich etwas über den Königskinder-Verlag, der nun leider seine Pforten schließen muss. So oft lese ich, wie besonders, wie schön die Bücher aus diesem Verlag sind. Und so war ich natürlich um so neugieriger auf diese Geschichte.

Schon das Cover finde ich einfach nur wunderschön. Es fängt den Charakter der Geschichte perfekt ein. Das kleine Mädchen, das nachdenklich am Fenster sitzt und eine Einsamkeit ausstrahlt, die mit Händen greifbar ist. Hier wurde Ira sehr gut getroffen, wie ich finde. Das Buch besitzt zudem ein Lesebändchen, was ich immer sehr gerne mag. Man merkt, dass sich hier auch ausstattungstechnisch viel Mühe gegeben wurde.

Aber nun zur Geschichte selbst. Die ersten paar Seiten waren für mich etwas gewöhnungsbedürftig, da ich mich kurz an den Schreibstil gewöhnen musste. Zudem fesselte mich die Geschichte nicht sofort und tröpfelte eher etwas belanglos dahin. Allerdings legte sich das recht schnell und ich kam gut vorwärts. Und von einem auf den anderen Moment war ich in der Geschichte gefangen. Vorbei war das Belanglose, vorbei das Dahinplätschern und die Geschichte nahm mich  - vor allem emotional - absolut mit.

Die Geschichte von Ira und ihrem kleinen Bruder Zac ist zunächst einmal sehr traurig. Ich konnte richtig mit ihnen mitfühlen. Das Gefühl kein Zuhause zu haben, nirgends ankommen zu können, muss wirklich schrecklich sein. Doch nach einer Weile bekam das Buch einen ganz besonderen Zauber und wurde hoffnungsvoll, begann zu leuchten. Ira und Zac waren plötzlich wie ausgewechselt. Das Spiel mit den verschiedenen Charakterzügen der Protagonisten gelang der Autorin wirklich fabelhaft. Man merkt richtig wie die beiden Kinder wachsen und reifer werden. Wie gut es ihnen tut, das plötzlich jemand Zeit für sie hat.

Und dann kommt der - leider etwas traurige - Höhepunkt, mit dem ich so gar nicht gerechnet hatte. Er verändert die komplette Geschichte, zeigt aber auch was wahre Nächstenliebe ist und wie sehr Martha um die beiden Kinder bemüht ist. Das hat mich tief berührt.

Fazit:
"Der Himmel über Appleton House" ist ein eher leises Buch. Es passiert augenscheinlich nicht viel, es gibt keinen krachenden Höhepunkt. Doch genau diese leisen Töne sind es, die dieses Buch ausmachen. Es ist ein wunderbares Buch, das von zwei Kindern erzählt, für die zunächst alles hoffnugslos scheint, die dann jedoch merken, dass sie nicht alleine auf der Welt sind und auch sie geliebt werden. Tief berührend und sehr emotional. 

[Monatsaufgabe] Carlsen-Challenge Februar 2018

Hallo ihr Lieben,

heute widme ich mich der Monatsaufgabe für die Carlsen-Challenge 2018. Hier geht es darum ein Lieblingszitat aus einem aktuell gelesenen Buch zu posten. Da eines meiner letzten Bücher eines aus dem Königskinder-Verlag war, fiel es mir gar nicht schwer da etwas zu finden. Schon auf Seite 14 wurde ich fündig. Das Zitat stammt aus dem Buch "Der Himmel über Appleton House".

(c) Carlsen
 "Wenn ein Mensch lächelt, bringt das den nächsten auch zum Lächeln und immer so weiter. Auf diese Art kann man eine ganze Menschenmenge aufheitern. Es ist wie Zauberei." 
Seite 14/15 - Appleton House

Dieses Zitat ist mir sofort ins Auge gestochen, weswegen ich beschlossen habe gleich dieses zu nehmen und gar nicht mehr abzuwarten, ob da noch andere kommen, die mir gefallen könnten. Ich finde das ist ein echt schönes Zitat. Wenn man mal überlegt wie selten oder je nach Persönlichkeit vielleicht auch wie häufig man lächelt ist das schon erstaunlich. Wenn ich über mich selbst nachdenke, ist es wirklich oft so, dass ich mit verschlossenem Blick und Gesicht durch die Welt laufe. Das hat gar nichts damit zu tun, dass ich ein unfreundlicher Mensch bin, nein viel mehr bin ich einfach in Gedanken versunken und denke gar nicht darüber nach, wie mein Blick nach außen wirken könnte. Und wenn ich mir das Zitat nun durchlese so ist das für mich ein absoluter Gedankenanstoß. Ich lächle einfach viel zu wenig. Denn man sagt ja immer so schön, wie es in den Wald reinruft, so ruft es auch wieder raus. Und genauso ist das mit dem Lächeln und das will dieses Zitat vermitteln. Je mehr man lächelt, desto mehr bringt man andere zum Lächeln und schafft dadurch vielleicht ein Lächeln, das um die Welt geht. Ein wirklich schönes Zitat, über das ich mit Sicherheit noch eine Weile nachdenken werde.