Sonntag, 29. Juli 2018

Rezension "Clean"

Titel: Clean
Autor: Juno Dawson
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-58382-6
Seitenzahl: 400
Einbindungsart: ebook
Preis: 17,99 €
Alter: ab 14


(c) Carlsen
Zum Inhalt:
Lexi ist reich und berühmt und hat ein Problem. Und dies ist kein kleines Problem, sondern eines, welches sie fast ihr Leben gekostet hätte. Lexi ist schwer drogenabhängig und das mit gerade einmal 17 Jahren. Ihr Bruder beschließt sie in eine luxeriöse Entzugsklinik zu bringen, denn er möchte seine Schwester nicht verlieren. Lexi ist alles andere als begeistert und wehrt sich zunächst mit Händen und Füßen. Doch plötzlich merkt sie durch Gespräche mit anderen und ihren Psychologen, dass einiges in ihrem Leben mächtig schief gelaufen ist und sie dringend etwas ändern muss. Sie findet immer mehr zu sich selbst und lernt auch noch Brady kennen, der ihr schnell mehr bedeutet, als sie sich eingestehen will. 

Meine Meinung:
Puh, dieses Buch ist wahrlich nichts für schwache Nerven. Es ist schonungslos, es schockt und berührt zu gleichen Teilen.

Schon ab der ersten Seite, wird man als Leser ohne Rücksicht in die Geschichte hineingeworfen. Man lernt Lexi an ihrem absoluten Tiefpunkt und vollgepumpt mit Drogen kennen und begleitet sie auf ihrem knallharten Entzug, mit allem was dazu gehört. Dawson nimmt hier kein Blatt vor den Mund und beschreibt schonungslos, wie so ein Entzug abläuft und was mit dem Körper von Lexi passiert. Von Seite zu Seite, war ich mehr schockiert, doch auch auf eine ganz spezielle Art gefesselt und fasziniert. So nah war ich noch nie an einem Drogenentzug dran und ich finde es gut, dass die Autorin hier ein Tabu bricht.

Die Zeit in der Klinik ist wahnsinnig authentisch, berührend und schockierend. Man lernt verschiedene Charaktere kennen, die alle ihr Päckchen zu tragen haben und nicht ohne Grund dort sind. Man darf Erfolge aber auch tiefe Rückschläge beobachten und erlebt dabei ohne Filter, wie hart so ein Entzug sein kann, wie hart psychische Erkrankungen sind und wie hart es ist, damit zu leben und diese zu bekämpfen. Die Charaktere sind facettenreich, authentisch und jeder auf seine Art einzigartig. Die Autorin schaffte es, dass ich zu jedem einen Bezug bekam, mitlitt und mitfieberte und schockiert war, wenn eine Geschichte mal nicht gut ausging.

Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl, dass die Autorin irgendetwas beschönigen möchte. Sie entführt uns in eine Welt voller Glamour und Reichtum und zeigt dabei deutlich die Schattenseiten auf, die dieses Leben, des nichts tun müssens, mit sich bringt.

Gemeinsam durchlebt man mit Lexie Höhen und Tiefen, Erfolge und Rückschläge und genau dies macht die Geschichte so glaubwürdig. Nichts läuft glatt, immer wieder wird man von einer neuen schrecklichen oder traurigen Begebenheit überrascht und doch wächst Lexie im Verlauf der Geschichte über sich hinaus und man merkt, wie stark diese junge Frau ist, die doch einfach nur leben möchte.

Die Geschichte vermittelt zudem einen recht guten, schockierend offenen Eindruck, was Drogen anrichten können. Sie kommt so unterschwellig auch mit einer Mahnung daher, ohne diese mit dem erhobenen Zeigefinger zu tun. Ich finde dieses Buch ist wichtig, es sollte von vielen Jugendlichen gelesen werden, die in ihrem Leichtsinn vielleicht unterschätzen, was Drogen alles anrichten können. Dieses Buch klärt ganz nebenbei auf und liefert eine Geschichte, die zu Herzen geht und sich tief in meinem Gehirn verankert hat. Die Bilder, die durch sie bei mir entstanden sind, werde ich so schnell sicher nicht los und so empfehle ich dieses Buch euch allen. Lest es und lasst euch von Lexie auf eine spannende und emotionale Reise mitnehmen, die am Ende doch irgendwie auch gut ausgeht. 

Fazit:
Ein tolles Buch, das aufklärt, schockiert und berührt zu gleichen Teilen. Es nah mich mit auf eine emotionale Reise und wird mich so schnell sicher nicht loslassen. Ein wichtiges Buch, dass den Missbrauch mit Drogen und die Folgen davon schonungslos aufzeigt.

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