Sonntag, 14. April 2019

Rezension "Niemalswelt"

Titel: Niemalswelt
Autor: Marisha Pessl 
Verlag: Carlsen 
Seitenzahl: 384
ISBN: 978-3-551-58400-7
Einbindungsart: Hardcover / ebook 
Preis: 18,00 € / 12,99 €
Alter: ab 14

(c) Carlsen
Zum Inhalt:
Vor einem Jahr starb Jim. Jim war Bees große Liebe und auch bei seinen Freunden sehr beliebt. Sein Tod als Selbstmord eingestuft, bleibt mysteriös. Da Bee gerne wissen möchte, was damals wirklich geschah, folgt sie einer Einladung ihrer alten Clique. Doch was sie dort erwartet hätte sie niemals für möglich gehalten. Nach einer gemeinsamen Party klopft es plötzlich an ihre Tür. Ein seltsamer Mann steht davor und behauptet, dass sie alle fast tot und in der geheimnisvollen Niemalswelt gefangen sind. Sie müssen sich darauf einigen, wer von ihnen überleben darf, nur so können sie die Zeitschleife verlassen. Doch das ist schwerer als gedacht und so beginnen sie die mysteriösen Umstände, die zu Jims Tod geführt haben, zu erforschen. Was dabei zu Tage tritt, hätte niemand erwartet.

Meine Meinung: 
Auf dieses Buch war ich unfassbar gespannt. Das Cover ist richtig toll, der Klappentext geheimnisvoll. Beides zwang mich förmlich dazu, dieses Buch sofort zur Hand zu nehmen und in der Geschichte abzutauchen. Keine zwei Tage später hatte ich die Geschichte ausgelesen, denn dem Sog der Geschichte, konnte ich mich nur unter Zwang entziehen.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr eingängig und super zu lesen. Die Seiten flogen nur so dahin, die Geschichte, die extrem kurzweilig war, unterhielt mich bestens. Die Spannung ließ zu keinem Zeitpunkt nach und war über die komplette Zeit unterschwellig zu spüren. Ich liebe es ja, wenn ich bei Büchern keine Ahnung habe, in welche Richtung sie gehen werden und auch hier war ich bis zum Schluss recht ratlos. Ich rätselte gemeinsam mit anderen Teilnehmern in einer Leserund und überlegte mir, worauf das ganze hinauslaufen könnte, doch kam ich bis zum Ende nicht drauf.

Stellenweise wurde die Geschichte etwas verworren und ich musste mich ziemlich konzentrieren. Wobei man auf der anderen Seite auch sagen muss, dass die Autorin hier eine beeindruckende Idee aus dem Hut gezaubert hat. Auf diese Geschichte muss man erstmal noch kommen und ich bin auch im Nachhinein immer noch sehr fasziniert von der Welt die Pessl sich ausgedacht hat. 

Auch die Charaktere und die Clique rund um Jim und Bee sind alle extrem faszinierend und klug durchdacht. Pessl hat hier ganz besondere Individuen geschaffen, die mir sicherlich alle sehr lange im Gedächtnis bleiben werden. Jeder hat seine Ecken und Kanten. Ich muss zugeben, dass ich keinen wirklich gerne mochte, erst gegen Ende werden die Charaktere nahbarer und ich brachte ihnen Verständnis und auch so etwas wie Sympathie entgegen.

Mit dem Ende schaffte es Pessl nochmal micht so richtig außer Atem zu bringen, denn ich sitze hier und weiß immer noch nicht genau, was ich glauben soll. Was ist Wahrheit, was der Fantasie der Charaktere entsprungen. Was ist jetzt wirklich passiert und was ist reine Fiktion in der Fiktion. Die Autorin wählt den extrem klungen Schachzug und überlässt uns Lesern und unserer Fantasie, was wir aus dem Ende machen. Auch wenn das nicht heißt, dass das Ende offen ist. Die Geschichte wird schon aufgelöst, doch bleibt manches etwas schwammig und ich denke noch jetzt darüber nach, was die Autorin sich dabei wohl gedacht hat.

Ich fand das Buch wirklich gut. Die Idee ist toll und neu. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass hier etwas aufgewärmt wird, was es schon ewig oft gab. Sie hat sich mit ihrer Geschichten und ihren Charakteren extrem auseinander gesetzt. Pessl liefert eine runde Geschichte ab, die ohne Widersprüche zu überzeugen weiß. So ein kleiner Haken bleibt, da ich nicht weiß, was ich mit dem Ende machen soll. Irgendwie ist es richtig cool und ich finde es toll, dass die Autorin diesen Weg geht, auf der anderen Seite aber, hätte ich mir etwas mehr Klarheit gewünscht. Hier bleibe ich ein wenig Zwiegespalten zurück, obwohl die Geschichte sonst der absolute Kracher war.

Fazit:
Eine Geschichte, die zu überzeugen weiß. Spannung, extrem tolle und authentische Charaktere und eine wahnsinnig kreative Geschichte fesselten mich fast pausenlos an das Buch. Lediglich das Ende lässt mich etwas zwiegespalten zurück, da ich mir etwas mehr Klarheit gewünscht hätte, es aber trotzdem toll finde, wie die Geschichte aufgelöst wird.


Samstag, 13. April 2019

Rezension "Wer hockt im Grase? Der ... Osterhase

Titel: Wer hockt im Grase? Der ... Osterhase
Autor: Sandra Grimm (Text) / Marion Elitez ( Illustration)
Verlag: Carlsen 
Seitenzahl: 12
ISBN: 978-3-551-17111-5
Einbindungsart: Pappbilderbuch
Preis: 8,99 €
Alter: ab 18 Monaten

(c) Carlsen
Zum Inhalt & Meine Meinung:
Bald ist Ostern. Habt ihr schon ein passendes Geschenk für eure kleinen? Wenn nicht, dann habe ich hier ein ganz wunderbares Kinderbuch für euch.

Meine kleine ist gerade 19 Monate alt, das Buch ist empfohlen ab 18 Monaten. Somit ist es genau richtig für ihr Alter und ich war sehr gespannt, wie es ihr gefallen würde. Bisher hat sie leider noch nicht so viel und gerne Bücher angeschaut, wie ihre große Schwester, doch ich merke wie sich das im Moment verändert.

Sie schaut immer mehr Bücher an, nur beim Vorlesen fehlt ihr noch etwas die Geduld, sie steht schnell auf und holt sich ein neues Buch wenn ich damit anfange. Doch auch hier ist dieses Buch perfekt. Es besteht aus kurzen Sätzen, die in Reimform sind. Jede Seite besteht aus einem einzelnen Satz. Zusätzlich gibt es auf jeder Doppelseite eine Klappe, die man rausziehen kann, auf dieser wird der Satz vervollständigt. Beispiel: "Wer hat im Frühling viel zu tun? Ganz viele Eier legt das ... - und die Antwort auf der Klappe ist dann "Huhn". Somit kann das Kind auch mitraten, wie der Satz weitergehen könnte. Meine kleine Tochter ist dafür vielleicht noch etwas klein, meine große hingegen fand das ganz witzig.

Eigentlich bin ich gar nicht so ein Fan von Büchern in Reimform, doch hier ist das genau richtig. Zudem weiß ich, dass kleine Kinder Reimform sehr gerne habe und Büchern gerne folgen, die diese Form haben. 

Neben der Menge an Text, ist für mich ein absoluter Pluspunkt erneut die Art der Illustration und die wunderbar liebevollen Bilder. Der Carlsenverlag hat hier für mich einfach ein absolutes Händchen und Gespür dafür, was kleine Kinder brauchen und gerne haben. Keines der Kinderbücher hat mich bisher enttäuscht, was die Illustrationen angeht. Und auch hier genieße ich das Anschauen des Buches einfach nur. Die Hasen sind so niedlich gezeichnet, die Bilder detailliert aber nicht zu überfrachtet. Die Kinder haben viele Dinge zu entdecken und trotzdem verlieren die Bilder dabei nie ihre klare Linie.

Die Qualität des Buches gefällt mir ebenfalls sehr gut. Die harten Pappseiten sind perfekt für kleine Finger, die manchmal vielleicht auch etwas grob sind. Auch die herausziehbaren Seiten sind sehr stabil, robust und halten einiges aus. Und so ist dieses Buch mit Sicherheit ein langlebiges, welches uns noch eine ganze Weile begleiten wird - bestimmt auch noch nach Ostern.

Fazit:
Ein wunderbares Osterbuch, welches durch seine wunderbaren Illustrationen, die Reimform und Textmenge, sowie seine Robustheit und Qualität absolut überzeugen kann und in jedes Bücherregal für Kinder ab 18 Monaten gehört.

Donnerstag, 4. April 2019

Rezension "Raketenwissenschaft für Babys"

Titel: Raketenwissenschaft für Babys
Autor: Chris Ferrie
Verlag: Loewe
Seitenzahl: 26
ISBN: 978-3-7432-0370-9
Einbindungsart: Pappbilderbuch
Preis: 9,95 €
Alter: ab 2

(c) Loewe
Zum Inhalt & Meine Meinung:
Als ich das erste Mal von dieser Reihe "Baby-Universität" hörte, war ich sofort interessiert. Ich habe zwei Töchter (1,5 & 3), die beide gerne Bücher anschauen. Dadurch bin ich auch immer wieder auf der Suche nach neuen, besonderen Titeln und diese Reihe gehört definitiv dazu.

Als ich das Buch dann in der Hand hielt, kam jedoch schnell die Ernüchterung. Ich muss leider sagen, dass ich den Sinn dieses Buches leider gar nicht verstehe. Das Buch ergibt überhaupt keinen Sinn für mich, die Altersangabe noch weniger. Vom Verlag wird das Buch ab 2 Jahren empfohlen. Ehrlich? Nicht mal ich verstehe den Inhalt wirklich, geschweige denn meine beiden Töchter. Meine kleine Tochter hat sich das Buch keine zehn Sekunden angeschaut, meiner großen Tochter könnte ich das überhaupt nicht vorlesen, da sie wahrscheinlich nur Bahnhof verstehen würde.

Das mag vielleicht hart klingen, aber ich bin echt froh, dass ich mir das Buch nicht gekauft, sondern es als Rezensionsexemplar bekommen habe. Ich muss ganz offen sagen, dass ich dafür kein Geld ausgeben würde, außer vielleicht ich würde es als Gag verschenken. Wenn ich jemanden kennen würde, der Naturwissenschaften liebt und dieser Jemand bekäme ein Baby, dann wäre das vielleicht ein witziges Geschenk zur Geburt. Aber mehr für die Erwachsenen, als für das Kind selbst.

Ich hab das Buch jetzt öfters angeschaut und zurück bleibt bei mir ein großes Fragezeichen. Selbst nach mehrmaligem Anschauen bin ich nicht schlauer und suche weiterhin nach dem Sinn dieser Reihe. Mit einem Augenzwinkern gesehen mag das Buch ganz witzig sein, mehr aber auch nicht.

Ich hatte glaube ich noch nie so einen riesen Flop was Bücher für meine Kinder angeht und bin wirklich enttäuscht von "Raketenwissenschaft für Babys". Auch die weiteren Titel "Evolution...", "Quantenphysik..." und "Relativitätstheorie..." ...für Babys ergeben für mich keinen größeren Sinn. Diese Themen sind absolut nicht geeignet für kleine Kinder und können auch nicht so verpackt werden, das kleine Kinder diese verstehen. Falls die Bücher humorvoll gemeint sein sollen, geht das etwas an meinem Humorzentrum vorbei und ist maximal etwas für Menschen mit naturwissenschaftlichem Hintergrund. 

Fazit:
Es bleibt bei mir ein ganz großes Fragezeichen zurück. Leider gefällt mir dieses Buch ganz und gar nicht und der Sinn bleibt mir auch nach mehrmaligem Anschauen verborgen.  


Mittwoch, 3. April 2019

Rezension "Läuft bei uns"

Titel: Läuft bei uns
Autor: Steffen Weinert 
Verlag: Rowohlt
Seitenzahl: 208
ISBN: 978-3-499-27426-8
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 10,00 €


(c) Rowohlt
Zum Inhalt:
Sebastian ist Vater einer Teenagertochter und alleinerziehend. Eigentlich läuft alles gut, doch plötzlich fängt Mathilda an schlechte Noten mit nach Hause zu bringen. Sebastian macht sich Gedanken und große Sorgen und kommt eines Tages auf die Idee, dass Mathilda vielleicht hochbegabt sein könnte und sich deswegen in der Schule langweilt. Doch das Problem ist ein ganz anderes und liegt viel tiefer, als Sebastian eigentlich glaubt. 

Meine Meinung: 
Dieses Buch bietet deutlich mehr als ich zu Beginn dachte. Erwartet habe ich eine lustige Geschichte eines etwas überforderten Vaters und seiner Teenagertochter. Das habe ich stellenweise auch bekommen, doch an anderer Stelle ist die Geschichte viel tiefsinniger als ich gedacht hätte.

Zunächst beginnt die Geschichte sehr humorvoll. Ich musste total oft schmunzeln. Vieles kam mir bekannt vor, vor vielem graute es mir, wenn meine Töchter mal in dieses Alter kommen. Man lernt Mathilda und ihren Vater Sebastian kennen. Schnell merkte ich jedoch, dass da viel mehr dahinter steckt. Als die Sprache auf Mathildas Mutter kommt, wird die Geschichte sogar unerwartet ernst und tiefgründig und man lernt Seiten an Sebastian kennen, die zunächst verborgen blieben.

Der Schreibstil von Steffen Weinert ist super zu lesen und ließ mich nur so durch die Seiten fliegen. Er hat mit Sebastian und Mathilda zwei extrem starke Charaktere geschaffen. Sebastian ist durchaus als schwerer Charakter zu bezeichnen. Er macht es Mathilda wirklich nicht leicht und ist oftmals sehr anstrengend. Gerne wäre ich stellenweise in das Buch gesprungen und hätte ihn geschüttelt. Er merkt gar nicht, wie er seine Tochter immer mehr einengt und sich damit immer mehr von ihr entfernt. Mathilda ist richtig sympathisch. Obwohl ihr Vater so anstrengend ist, liebt sie ihn und möchte ihn nicht enttäuschen. Sie ist eine starke Persönlichkeit, die durch die Schicksalsschläge in ihrem Leben eher gewachsen ist.

Die Mischung des Buches ist toll. Die humorvollen Abschnitte, die alle ihre Berechtigung haben, wechseln sich mit ernsten Passagen ab und verhindern so, dass die Geschichte ins lächerliche und übertriebene abgleitet, was ich vor dem Lesen etwas befürchtet hatte. Lediglich eine Szene gegen Ende wirkt etwas übertrieben, trägt damit aber zum Verlauf der Geschichte bei und passt an dieser Stelle auch.

Das Ende gefällt mir ebenfalls sehr gut. Es ist kein rosarotes Happy End, doch alles geht in eine Richtung die genau richtig ist und Hoffnung macht. Allein durch das Ende merkt man nochmal, wie die Charaktere sich im Verlauf der Geschichte entwickelt haben und über sich hinaus gewachsen sind. Ich finde der Autor hat hier einer schönen Geschichte ein rundes Ende verpasst, was perfekt zum Verlauf passt.

Fazit:
Eine Geschichte, die viel mehr Tiefgang hat, als Cover und Klappentext vermuten lassen. Hier bekommt man eine humorvolle Geschichte, die aber stellenweise so viel Ernsthaftigkeit besitzt und so tolle Charaktere hat, dass sie mir wirklich gut gefallen hat.



Montag, 25. März 2019

Rezension "Der Herzschlag der Steine"

Titel: Der Herzschlag der Steine
Autor: Isabel Morland 
Verlag: Knaur
Seitenzahl: 464
ISBN: 978-3-426-52354-4
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 9,99 €

(c) Knaur
Zum Inhalt:
Lange war Ailsa nicht mehr in ihrer Heimat - einer kleinen Insel auf den Äußeren Hebriden. Doch nun beschließt sie, viele Jahre nach dem Tod ihrer Mutter, deren Haus zu verkaufen. Doch womit Ailsa nicht gerechnet hat, ist dass ihre Vergangenheit sie dort schneller einholt als ihr lieb ist. Ihre verflossene Liebe, ihren ehemaliger bester Freund und auch alle anderen Bewohner der Insel lässt ihre Rückkehr nicht kalt. Als dann unvorhergesehene Dinge passieren beschließt Ailsa länger auf der Insel zu bleiben und findet dort das, womit sie niemals gerechnet hätte.

Meine Meinung:
Ab und an lese ich gerne Romane, bei denen man von vorn herein eigentlich weiß, wie es ausgeht, die einfach schön zu lesen sind, die gewisse Portion Dramatik und Romantik und natürlich ein schönes Ende habe. Bei diesem Buch rechnete ich genau damit.

Ich muss zugeben, dass ich mit dem Beginn etwas Schwierigkeiten hatte. Der Prolog war so gar nicht mein Ding und total seltsam und schräg. Von der Thematik her passt er perfekt zur Geschichte, doch ich kam damit nicht klar und war kurz davor das Buch tatsächlich schon auf den ersten 10 Seiten weg zu legen und aufzuhören.

Doch zum Glück habe ich das nicht getan, denn die Geschichte die danach folgt ist alles andere als schräg und komisch und ganz anders als der Prolog. Auch der Prolog ergibt im Rückblick immer mehr Sinn. Die Geschichte ist super zu lesen. Was der Autorin ganz besonders gut gelungen ist, ist die Beschreibung der Umgebung dort. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich schon mal einen Roman gelesen habe der auf den Hebriden gespielt hat. Und so war die Umgebung, die Kultur und das Leben dort für mich etwas ganz neues und unglaublich spannend, darüber zu lesen. Die Autorin hat so eine bildgewaltige Sprache, dass es mir nun so vorkommt, als hätte ich vor kurzem Urlaub dort gemacht - was ich in gewisser Form ja auch getan habe.

Ailsa mochte ich gerne, auch wenn sie zunächst recht schüchtern und blass wirkt, so entwickelt sie sich im Verlauf der Geschichte zu einer echten Persönlichkeit, die weiß was sie will und die etwas aus ihrem Leben machen will - trotz herber Rückschläge.

Die Liebesgeschichte, die sich nach und nach entwickelt gefiel mir ebenfalls gut. Von Anfang an merkt man, dass zwischen Ailsa und ihrer Jugendliebe noch immer etwas ist, doch nur langsam kommt das wirklich in Fahrt. Die Liebe beginnt sehr zart und unterschwellig, nur um dann im einem großartigen Finale zu enden.

Das Buch bringt auch ein bisschen etwas mystisches mit. So gehört zum Leben auf Ailsas Heimatinsel viel Aberglauben, viele Legenden. Vieles davon findet Platz in diesem Buch. Ich hätte das gar nicht unbedingt gebraucht, doch macht es die Geschichte natürlich noch etwas besonderer und authentischer und verleiht ihr so etwas geheimnisvolles.

Letztendlich habe ich das Buch gerne gelesen. Die wunderbare Unterlatung für Zwischendurch macht wirklich Spaß, wenn man sich auf das Geschehen und das mystische einlassen kann. Auch ich musste mich erst mit dem Leben auf den Hebriden anfreunden, doch als ich das getan hatte, konnte ich das Buch richtig genießen.

Fazit:
Nach holprigem Start, habe ich dieses Buch echt gerne gelesen. Die Autorin kann toll schreiben und erschafft mit ihrer Sprache Bilder in meinem Kopf, die mir das Gefühl geben, selbst dort gewesen zu sein.


Sonntag, 24. März 2019

Rezension "Tartes rustiques"

Titel: Tartes rustiques - Süße und salzige Tartes
Autor: Emilie Franzo / Emilie Guelpa (Fotos)
Verlag: Thorbecke 
Seitenzahl: 72
ISBN: 978-3-7995-1333-3
Einbindungsart: Pappbilderbuch
Preis: 9,99 €

(c) Thorbecke
Zum Inhalt & Meine Meinung:
Tartes kennen bestimmt viele von euch. Auch ich selbst habe ab und an schon eine gemacht oder gegessen. Dies ohne Backform zu machen, ist allerdings neu für mich und wohl auch ein neuer Instagram-Trend (von dem ich ohne das Buch aber nichts mitbekommen hätte). Außerdem waren mir Tartes bisher nur salzig im Kopf, dass man sie auch süß machen kann, hatte ich so gar nicht auf dem Schirm. Und so war ich sehr gespannt, was mir das Buch alles bieten würde.

Das Buch macht von der Optik schon mal einiges her. Das Format ist recht klein und quadratisch, das Cover ist richtig schön und macht total viel Lust darauf, sofort los zu legen. Sobald man das Buch aufschlägt bekommt man eine Übersicht über die enthaltenen Rezepte, sowohl in Schrift- als auch in Bildform. Danach folgt eine Übersicht über Mürbteig und wie man ihn süß, salzig oder auch neutral herstellt, denn die Basis aller Tartes ist ja bekanntlich der Mürbteig. Zudem gibt es die verschiedensten Tipps für die Herstellung jenes Teigs. 

Und dann folgt auch schon der Rezepteteil. Und der ist ebenfalls richtig schön aufgemacht. Ich liebe Kochbücher, bei denen es zu jedem Rezept ein Foto gibt. Gibt es das nicht, habe ich schon weniger Lust das Rezept nach zu kochen, als wenn eines vorhanden ist. Zudem sind neben dem Texteil nochmal die einzelnen Zutaten als Fotos zu sehen. Also bei einer Apfel-Tarte sieht man dann Apfelstücke, eine Zitrone, Mehl usw. sprich das Rezept wird dekonstruiert. 

Das Rezept selbst ist schön übersichtlich. Ich mag es sehr, wenn man auf den ersten Blick die wichtigsten Dinge, wie die Zutaten und vor allem die Zeiten, die das Rezept braucht. Und genau das ist der Fall. Die Zeitangabe ist sogar dreifach unterteilt, in Zubereitung, Ruhezeit und Backzeit und das finde ich genau richtig so. Ich hatte es in Kochbüchern schon so oft, dass die Zeiten nicht genau ersichtlich waren und es plötzlich versteckte Ruhezeiten gab. Die gibt es hier nicht, was ich einen absoluten Pluspunkt finde. 

Ich finde das Buch rundum gelungen. Vor allem die schönen Fotos stechen extrem heraus. Die Rezepte sind recht übersichtlich und so auch keine wahnsinnige Herausforderung zum Nachmachen. Zudem finde ich es toll, dass es nun ein Buch gibt mit Rezepten ohne Form, denn die hat ja nun nicht jeder Zuhause.

Fazit:
Ein tolles Kochbuch, sowohl optisch als auch von den Rezepten her. Ein echtes Schmuckstück in meinem Regal. 


Donnerstag, 21. März 2019

Rezension "Einschlafen? Schon ganz allein!"

Titel: Einschlafen? Schon ganz allein!
Autor: Anna Taube (Text) / Regine Altegoer (Illustration)
Verlag: Carlsen 
Seitenzahl: 16
ISBN:  978-3-551-16803-0
Einbindungsart: Pappbilderbuch
Preis: 1,99 €
Alter: ab 2
Reihe: Kleine Entwicklungsschritte

(Carlsen)
Zum Inhalt & Meine Meinung:
Bei Carlsen gibt es eine neue Kinderbuchreihe für die Kleinsten unter den Lesern. Die Reihe "Kleine Enwicklungsschritte" ist für kleine Kinder ab 2 Jahren geeignet und widmet sich Themen, die bei Kindern in diesem Alter aktuell und präsent sind. Ob Windel oder Schnuller, ob Zähneputzen oder Einschlafen. Nichts könnte kleine Kinder mehr betreffen als genau diese vier Themen.

Ich finde die Altersangabe des Verlages - ab 2 - genau richtig. Meine kleine Tochter ist bald 20 Monate alt und hat noch nicht die Ausdauer den Texten zu lauschen - auch wenn diese recht kurz sind. Die Bilder jedoch schaut sie schon gerne an, den Text lese ich meiner großen dreijährigen vor. Ich bin jedoch sehr gespannt, wann ich meiner kleinen das Buch vorlesen kann und sie auch zuhört, denn das Thema "Einschlafen" ist bei uns ein ganz großes. 
 
Das Buch vermittelt spielerisch, dass Rituale zum Einschlafen wichtig sind und dass Mama und Papa immer da sind, auch wenn das Kind alleine im Bett liegt. Es erzählt von einem Abend, welcher wohl allen Eltern irgendwie bekannt vorkommt. Dem Kind fällt immer wieder etwas ein, dass es nicht schlafen muss. Ich zumindest kenne das sehr gut von unserer großen Tochter. Doch was an jedem Abend gleich ist, ist die Gute-Nacht-Geschichte. Und dies greift eben auch "Einschlafen? Schon ganz allein!" auf und zeigt, wie wichtig Rituale für kleine Kinder sind.

Die Bilder dieses Buches finde ich einfach entzückend. Ich mag sie total gerne. Sie sind liebevoll und abolut kindgerecht. Die Illustratorin trifft genau den richtigen "Ton". Die Bilder sind nicht zu überfrachtet, haben aber viele kleine Details, die für die kleinen Kinder interessant sind. So können sie neben der Geschichte viele Dinge entdecken und die Welt kennenlernen. 

Natürlich erfindet diese Reihe nicht das Rad neu. Es gibt gefühlte tausend Bücher über das Thema "Einschlafen" und Co. Doch gibt es definitiv Unterschiede zwischen all diesen Büchern. Bei Geschichten für so kleine Kinder ist für mich immer der Punkt der Illustrationen besonders wichtig. Denn zuerst und am meisten betrachten die Kinder die Bilder. Der Text steht hier erstmal an zweiter Stelle. Da dieses Buch in diesem Punkt komplett überzeugt, ist es für mich auf jeden Fall ein Highlight in der Masse der vielen Kinderbücher.
 
Fazit:
Ein tolles Kinderbuch aus einer wunderbaren neuen Reihe vom Carlsen-Verlag, welches sowohl durch seine Optik als auch durch den Text absolut überzeugt. 


Sonntag, 17. März 2019

Rezension "Writers in New York"

Titel: Writers in New York 
Autor: G. S. Lima
Verlag: Piper 
Seitenzahl: 480
ISBN: 978-3-492-50194-1 
Einbindungsart: Taschenbuch / ebook
Preis: 18,99 € / 4,99 €

(c) Piper
Zum Inhalt:
Indiana möchte nichts lieber als frei sein. Frei von allen Zwängen, frei von den hohen Erwartungen ihrer Familie. Frei von dem Leben in Alabama, welches für sie geplant wurde. Und so trifft es sich gut, dass ihre Großmutter ihr eine Wohnung in New York veerbt hat. Dorthin zieht es India und sie beginnt kreatives Schreiben zu studieren. Doch nicht nur ihr Studium und ihre Freiheit lassen ihr Herz höher schlagen. Nein, da ist auch noch ihr Nachbar Alec, der so gut aussieht, dass es fast schon unverschämt ist und dieser bringt ihr Herz komplett aus der Fassung. Doch Alec ist alles andere als nett und Indias Herz gerät in große Gefahr.

Meine Meinung:
Auch hier haben wir mal wieder ein Buch, dessen Cover ich echt toll finde und welches dafür gesorgt hat, dass ich diesem Buch einen zweiten Blick schenke. Der Titel und der Klappentext taten ihr übriges, dass ich diese Geschichte unbedingt lesen wollte. Denn ein Buch übers Schreiben, übers Lesen oder über Bücher kann einfach nur gut sein.

Zunächst einmal beginnt alles recht harmlos. Als Leser begleitet man India bei ihrem Umzug und ihrer erster Begegnung mit Alec. Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar locker und leicht und dadurch super zu lesen. Zudem sind ihre Beschreibungen wirklich gut, sodass ich den Wohnkomplex, in dem die beiden wohnen, auch jetzt noch vor Augen habe.

Wunderbar finde ich natürlich die Einflüsse von Büchern, Buchhandlungen und dem Schreiben, die hier in die Geschichte einfließen. Ich habe den Eindruck, dass die Autorin selbst, Bücher sehr liebt, zumindest vermittelt die Geschichte mir das. Ihre Beschreibungen des Autorendaseins sind absolut authentisch und glaubwürdig und ich kann mich plötzlich viel besser in diese hinein versetzen.

Natürlich ist das Buch alles in allem eine riesige Liebesgeschichte. Sie ist stellenweise ziemlich kitschig, teilweise sehr prickelnd und ab und an auch etwas traurig. Die Autorin schafft eine wunderbar abwechslungsreiche Geschichte, in der alle Gefühle, die zu einer guten Liebesgeschichte gehören, ihren Platz haben. Auch die erotischen Szenen sind wirklich gut gemacht und sehr ästhethisch. Zudem nehmen sie keinen großen Platz in der Geschichte ein und gehen auch nicht über wahnsinnig viele Seiten. Ich finde, hier hat die Autorin genau die richtige Dosis gewählt.

Auch die Protagonisten sind der Autorin gut gelungen. Gerade Alec und India stechen aus der Masse sehr hervor. Beides sind recht eindeutige Typen, Alec noch mehr als India. Er ist sehr eckig und kantig und die Autorin scheut auch nicht davor zurück ihn unbeliebt bei ihren Lesern zu machen. India ist da mehr das nette kleine Mädchen von nebenan, die sich jedoch im Laufe der Geschichte zu einer Frau entwickelt, die ihre eigene Meinung und ganz schön was drauf hat. Auch Alec wächst im Verlauf der Geschichte sehr, was der Autorin richtig gut gelungen ist. Beide Protagonisten machen eine Wandlung durch, die glaubwürdig, authentisch und wunderbar zu beobachten ist. Die Nebendarsteller sind ebenfalls sehr gut gelungen und runden die Geschichte perfekt ab. 

Witzigerweise ist das Buch sogar stellenweise recht spannend, womit ich so gar nicht gerechnet habe. Eigentlich habe ich erwartet, dass es recht klar sein dürfte, in welche Richtung die Geschichte geht und wie sie ausgeht. Doch dann kommt die Autorin um die Ecke und macht einfach alles ganz anders. Es gibt einen Twist, über den ich erst schmunzeln musste, dann fand ich ihn recht merkwürdig, bis er sich mir dann letztendlich erschloss und alles ganz klar wurde. 

Ich mag die Geschichte total. Sie ist in sich stimmig und auch das Ende ist hervorragend. Wer gerne Liebesgeschichten, die auch stellenweise sehr kitschig sein dürfen, liest, ist hier genau richtig. Man kommt ins Schwärmen und Mitfiebern. Und jeder, der dieses Buch gelesen hat und India und Alec kein Happy End gewünscht hat, der hat etwas falsch verstanden. Die beiden sind die perfekten Protagonisten in einer perfekten Liebesgeschichte, die mich sehr gut unterhalten und viel Spaß gemacht hat.

Fazit:
Eine wunderbare Liebesgeschichte, die alles hat, was eben jene braucht. Romantische Gefühle, eine Prise Erotik, eine Ladung Kitsch, etwas Drama und dann das perfekte Ende.


Samstag, 16. März 2019

Rezension "Schamlos"

Titel: Schamlos
Autor: Bile/Herz/Srour
Seitenzahl: 168
ISBN:978-3-522-30521-1  
Einbindungsart: Paperback / ebook
Preis: 15,00 € / 10,99 €
Alter: ab 12

(c) Thienemann
Zum Inhalt & Meine Meinung:
Drei junge Frauen. Drei Muslimas, die sich nicht damit zufrieden geben wollen in einer Welt voller Unterdrückung zu leben. Drei Frauen, die dagegen aufbegehren von ihren Eltern und Männern kontrolliert und gesteuert zu werden. Drei Frauen, die einen unglaublich wichtigen Beitrag dazu leisten, dass andere junge Muslimas ihren Weg gehen können - und das völlig frei.

Als ich dieses Buch sah, war ich sofort interessiert daran. Denn sind wir mal ehrlich. Das Cover ist schon ein absoluter Hingucker und erzeugt Aufmerksamkeit. In dieser Hinsicht hat der Verlag also schon mal alles richtig gemacht. Es ist auf der einen Seite provokant, auf der anderen Seite schafft es dieses eine Bild die komplette Botschaft des Buches auszudrücken. Das Bild schreit einen förmlich an mit "ihr könnt uns mal, von euch lassen wir uns gar nichts sagen". Und genau das wird in diesem Buch thematisiert.

Geschrieben wurde das Buch von drei jungen Muslimas, die etwas verändern wollen. Und so werden die unterschiedlichsten Themen in diesem Buch aufgegriffen, viele davon in Interviewform. Das heißt, es gibt ein Thema und jede der drei jungen Frauen äußert sich dazu. Das Gespräch welches sich daraus ergibt, ist in diesem Buch abgedruckt. Da geht es um die Verschleierung, um Liebe und Sex, um schwere Themen, wie psychische Krankheiten und Vergewaltigung, aber auch um vermeintlich einfache Themen wie den Schwimmunterricht in der Schule. Gerade diese "einfachen" Themen zeigen, wie weit die Kontrolle geht, unter der viele Muslimas leiden müssen. Sei es ausgeübt von ihren Eltern, oder aber auch durch ihren Partner. Die Familienehre steht über allem, so auch der Gesundheit und dem Wohlbefinden, vieler junger Mädchen.

Dies ist gleichermaßen erschreckend, wie unfassbar. Die einzelnen Themen in diesem Buch werden mit echten, wahren Geschichten gefüttert, bei denen die Namen der betroffenen Personen geschwärzt wurden. Und dies aus natürlich offensichtlichen Gründen. Natürlich war mir schon immer bewusst, dass es diese Formen der Unterdrückung gibt. Immer wieder wird im Zusammenhang mit dem Islam über Unterdrückung und Verstümmelung von Mädchen berichtet. Allerdings ist nochmal ein ganz anderes Kaliber, dies auch schriftlich zu haben, von echten Personen und echten Geschichten zu lesen und ausführlich zu hören, welche Formen der Kontrolle es gibt und wie weit diese teilweise geht.

Ich finde es sehr mutig, dass diese drei jungen Frauen sich dazu entschlossen haben aufzubegehren und nicht mehr den Mund zu halten. Auch diese drei Frauen lernt man während des Lesens immer besser kennen und stellt fest, dass es sich um drei völlig unterschiedliche Persönlichkeiten handelt und der Glaube an Allah, nichts damit zu tun hat unterdrückt zu werden. Zwei der drei haben sich gegen die Verschleierung entschieden, eine sogar gegen den Glauben. Und trotzdem sind die drei verbunden in ihrem Kampf gegen die Unterdrückung. Wie schwer dieser Kampf ist, in welch kleinen Bereichen man diesen anfangen muss, wird mit diesem Buch deutlich.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich dieses Buch so verschlingen werde, aber das war der Fall, denn es übt eine unvergleichliche Faszination aus, sowohl positiv, als auch negativ. Das Buch versprüht unglaublich viel Tatendrang und weckt den Wunsch selbst etwas zu tun und nicht hinzunehmen, welche Arten von Unterdrückung es gibt. Das Buch ist hoffnungsvoll und lässt einen daran glauben, dass man etwas tun kann. 

Fazit:
Ich lege euch allen dieses Buch ans Herz, den es ist so wichtig. Aus der Sicht von Betroffenen zu lesen ist authentischer, als alles andere und somit könnte dieses Buch authentischer nicht sein. Es ist kurzweilig und dabei so informativ, wie wenige andere Bücher.

Sonntag, 10. März 2019

Rezension "Einer wird sterben"

Titel: Einer wird sterben
Autor: Wiebke Lorenz
Verlag: Scherz
Seitenzahl: 349
ISBN:  978-3-651-02541-7
Einbindungsart: Paperback / ebook
aPreis: 14,99 € / 12,99 €

(c) Scherz
Zum Inhalt:
Stella und Paul sind glücklich verheiratet. Eigentlich. Denn eigentlich ist Stella die meiste Zeit alleine Zuhause, da Paul Pilot und so viel unterwegs ist. Stella ist nicht gerne so viel alleine, doch sie hat sich damit arrangiert. Eines Tages jedoch steht plötzlich ein fremdes Auto vor ihrem Haus, darin zwei Personen, die sich nicht von Ort und Stelle bewegen und das über mehrere Tage hinweg. Stella macht sich immer mehr Sorgen, haben Paul und sie doch ein großes Geheimnis, welches niemals ans Licht kommen soll. Die unheimlichen Geschehnisse häufen sich und Stella gerät in Panik.

Meine Meinung:
Dies ist nicht mein erster Thriller von Wiebke Lorenz. Es ist schon einige Jahre her, da habe ich schon mal einen gelesen, den ich ziemlich gut fand. Und so freute ich mich auf dieses neue Buch von ihr, welches zudem auch noch sehr spannend klang.

Der Schreibstil von Wiebke Lorenz ist super. Die Seiten flogen nur so dahin. Der Schreibstil ist recht einfach und so hatte ich keinerlei Schwierigkeiten dem Geschehen zu folgen. Ich mochte es sehr gerne ihre Figuren bei ihren Erlebnissen zu begleiten.

Aufgrund des Klappentextes war ich die komplette Zeit in einer angespannten Grundstimmung weil ich beim jedem Umblättern erwartete, dass etwas grußeliges passierte. Keinem der Personen traute ich und ich wusste überhaupt nicht was Sache ist. Ich liebe es, wenn Autoren so mit uns Lesern spielen. Uns auf falsche Fährten führen, uns verwirren und uns über alles im Unklaren lassen. Ohne das viel passiert, ist die Geschichte so extrem spannend.

Auch die Protagonisten gefallen mir gut, da sie sehr authentisch gezeichnet sind. Allerdings wird Stella nach einer Weile ziemlich anstrengend, da sie extrem panisch (was auch irgendwie verständlich ist) und übertrieben reagiert. Paul bleibt dagegen leider etwas blass, da er recht wenig Raum in der Geschichte bekommt. Dennoch finde ich die Protagonisten authentisch und gut durchdacht. Auch Stellas Nachbarn ergeben ein rundes Bild und schaffen so ein Gesamtpaket einer Nachbarschaft, bei der es Geheimnisse gibt, mit denen ich so nicht gerechnet hätte.

Leider muss ich sagen, dass die Spannung mit zunehmendem Lesen doch etwas abnahm. Es passierte nicht mehr besonders viel, auch wenn ich trotzdem auf jeder Seite eine Überraschung erwartete. Leider blieb das aus und die Handlung zog sich in die Länge. Einige Stellen wirkten extrem konstruiert, andere ergaben im Gesamtkonstrukt der Handlung nicht wirklich einen Sinn. Sie brachten das Hauptgeschehen nicht voran und dienten lediglich dazu, die Nachbarschaft besser kennenzulernen. Wo ich einen Zusammhang zum großen Ganzen erwartete, blieb dieser aus.

Und dann kommt das Ende. Und das ist einfach so gar nicht gut gewesen. Ich wartete die ganze Zeit auf den großen Knall, doch blieb dieser einfach aus. Zwar war das Ende auf der einen Seite überraschend und ich hatte einiges von der Auflösung nicht erwartet, doch der WOW-Effekt blieb auf meiner Seite trotzdem aus. Zudem wirkte das Ende völlig übertrieben und nicht sonderlich glaubwürdig. Ich hätte mir einfach eine andere Erklärung gewünscht und zudem wäre etwas weniger doch mehr gewesen. Ich finde es echt schade, denn eigentlich kann die Autorin super schreiben und eigentlich habe ich das Buch auch wirklich gerne und zügig gelesen. Doch mit diesem Ende hat sie sich einfach keinen Gefallen getan.

Letztendlich lässt mich das Buch etwas zwiegespalten zurück. Da ist auf der einen Seite der super Schreibstil, den ich wirklich gerne gelesen habe. Da ist die super Grundidee, die wohl auf einem realen Erlebnis basiert. Und da ist auch die gut durchdachte Nachbarschaft und die recht spannende Handlung. Auf der anderen Seite sind da aber völlig übertriebene Szenen, an den Haaren herbei gezogene und unglaubwürdige Ereignisse und Geschehnisse, die nichts zur Handlung beitragen und so sehr konstruiert und gewollt wirken.

Fazit:
Ein Buch, welches ich recht gerne gelesen habe, welches auch durchaus mit psychologischer Spannung punkten kann - vor allem zu Beginn. Dann lässt diese allerdings stark nach, die Handlung wirkt sehr konstruiert und das Ende ist einfach zu übertrieben. Auf der anderen Seite kann die Autorin toll schreiben und so war das Buch alles in allem okay, konnte mich aber nicht vollständig überzeugen.