Donnerstag, 30. Juni 2016

Carlsen-Lesechallenge

(c) Nine im Wahn


Huhu ihr Lieben,

da ich ja schon bei der Carlsen-Summer-Reading-Challenge mitmache *KLICK* und trotzdem immer noch so viele Carlsen-Titel auf dem SUB habe, lohnt es sich auch bei der Carlsen-Lesechallenge von Nine im Wahn mitzumachen. Diese geht nämlich länger und vielleicht schaffe ich es dann noch, ein paar mehr Bücher von meinem Carlsen-SUB zu befreien. 

Hier sind die Regeln:
Zeitraum:
1. Juli bis 31. Dezember 2016

Ziel:
Mindestens 15 Bücher aus dem Carlsen-Verlag lesen.

Regeln:
(1) Es gelten alle Bücher von Carlsen, Chickenhouse, Königskinder und Impress.

(2) Kurzgeschichten werden nicht als vollwertiges Buch gezählt.

(3) Die Bücher müssen rezensiert werden. Die Rezensionen werden über ein Formular auf meinem Blog eingereicht. Es sollte immer der gleiche Name bei dem Formular eingetragen werden, damit ich die Rezensionen richtig zuordnen kann. Das Formular werde ich in einem gesondertem Post zu Beginn der Challenge posten.

Alles weitere findet ihr bei Nine *KLICK*

Meine Fortschritte:

Rezension "Sternschnuppenschauer"

Titel: Sternschnuppenschauer
Autor: Ann-Kathrin Wolf
Verlag: Impress
Seitenzahl: 346
Einbindungsart: ebook
Preis: 3,99

(c) Impress
Zum Inhalt:
Cassie ist am Boden zerstört. Ihr Paps starb vor einem halben Jahr und seitdem ist nichts mehr wie es mal war. Ihre Mutter ist kaum noch für sie da, zu sehr versinkt sie in ihrer eigenen Trauer. Als es Sommer wird beschließt Cassies Mum, dass Cassie die Ferien bei einer guten Freundin zu verbringen, sie selbst begibt sich in Therapie. Und für Cassie beginnt ein Sommer voller unerwarteter Momente, sowohl tragisch als auch lustig, sowohl traurig als auch kribbelnd romantisch. Cassie beginnt den Tod ihres Paps zu verarbeiten doch dafür braucht sie mehr Kraft als sie eigentlich hat.

Meine Meinung:
Achje, es fällt mir echt unglaublich schwer eine Meinung zu diesem Buch zu formulieren, es tut mir eigentlich schon fast Leid, das zu schreiben, was ich gleich schreiben werde. So wie ich es an anderen Rezensionen gesehen habe, bin ich wohl eine der wenigen, deren Meinung so gar nicht positiv ausfällt, so Leid es mir tut.

Das Cover ist ein absoluter Hingucker, sofort hatte ich Lust in das Buch einzutauchen. Ich muss zugeben, dass ich eine andere Geschichte erwartete, als die, die ich letztendlich bekommen habe. Doch das ist noch nicht mal ein negativer Punkt. Eigentlich rechnete ich mit einer sommerlichen Liebesgeschichte, in der Cassie den Tod ihres Vaters verarbeitet. Bekommen habe ich genau das Gegenteil. Eine Geschichte über Trauerbewältigung, bei der die Liebe eher eine nebensächliche Rolle spielt. Das kam für mich sehr unerwartet, ist aber gar nicht negativ. Mir fiel es zwar schwer mit Cassies Trauer umzugehen, da ich selbst gerade dabei bin einen Todesfall zu verarbeiten, doch dafür kann die Autorin natürlich nichts. Und so ist der Grundgedanke der Geschichte, die Trauerbewältigung, eine echt gute Idee.

Leider kann ich jetzt nur noch Dinge aufzählen, die mich wirklich gestört haben. Es gab zwei Dinge die meinen Lesefluss unglaublich gebremst haben, sodass ich für die Geschichte ziemlich lange gebraucht habe. Zum einen war der Schreibstil einfach nicht so richtig meiner. Es gibt ständig Wiederholungen bspw. bei der Beschreibung von Cassies Gefühlen (Herz wie ein Klumpen Eis) oder aber auch der Challenge, die Cassie mit ihrer Freundin macht. Damit hätte ich noch halbwegs leben können, wenn es nicht zusätzlich dermaßen viele Rechtschreib- bzw. Grammatikfehler gegeben hätte. Mir tut das für die Autorin total Leid, da ich mich frage, wie das passieren konnte. Es sind nur so kleine Dinge wie "den" statt "dem" oder ähnlich. Aber leider einfach viel zu häufig.

Mit der Protagonistin Cassie wurde ich zu keinem Zeitpunkt richtig warm. Ihre Trauer wird schon sehr krass beschrieben. Mir ist klar, dass jeder Mensch auf seine eigene Art trauert, aber wenn ich mir überlege, dass Cassie gefühlt jedes Mal in Tränen ausbricht, wenn sie auch nur eine Kleinigkeit an ihren Vater erinnert, finde ich das ein bisschen überzogen. Es fing auch irgendwann ein bisschen an zu nerven, dass sie ständig am Weinen war. Zudem spielt sie einfach dauernd an ihren Zöpfen rum. Ich weiß nicht warum, aber nach einer Weile hat mich das schier wahnsinnig gemacht.

Und auch das Hin und Her zwischen Logan und Cassie fand ich irgendwann zu viel des Guten. Ich mochte Logan, und auch seine Schwester Summer und ich finde es schade, dass er so lange so schlecht wegkommt, was er im Übrigen gar nicht verdient hat. Sein Geheimnis, hat mich zwar überrascht, war jetzt aber auch nicht wahnsinnig weltbewegend. Ich fand es eher ein bisschen anstrengend wie er mit Cassie heiß und kalt gespielt hat. Mal war er total lieb und dann wieder ganz komisch. Zum Ende hin hat er mir immer besser gefallen.

Und auch das Ende selbst bringt die Geschichte dann letztendlich zu einem versöhnlichen Abschluss. Ich hatte das Gefühl, Cassie kommt endlich aus ihrem Hamsterrad raus und es geht ein bisschen vorwärts. Auch für Logan und Summer endet die Geschichte zufriedenstellend, sodass ich die Geschichte gut zu Ende gebracht finde.

Fazit:
"Sternschnuppenschauer" konnte mich leider nicht wirklich überzeugen. Das Cover ist wunderschön, doch besonders die vielen Schreibfehler und die für mich sehr anstrengende Protagonistin machten es mir schwer der Geschichte an einem Stück zu folgen. Schade, denn die Idee, Trauerbewältigung in ein sommerliches Setting zu packen finde ich alleine schon wegen diesen krassen Gegensätzen gut.

Dienstag, 28. Juni 2016

Carlsen-Summer-Reading-Challenge Buch Nr. 4 Kurzvorstellung


Aktuell lese ich für die Carlsen-Summer-Reading-Challenge einen weiteren Titel aus dem Hause Impress. "Sternschnuppenschauer" von Ann-Kathrin Wolf. Das Cover lässt zunächst den Eindruck entstehen, dass es sich dabei um eine nette Sommer-Liebesgeschichte handelt. Doch weit gefehlt. Ja, die Geschichte spielt im Sommer und ja Liebe gibt es auch, aber viel mehr ist es ein Buch, das vom Tod eines geliebten Menschen handelt und wie die Protagonistin diesen verarbeitet. Ich habe selbst vor kurzem einen mir sehr nahestehenden Menschen verloren, weswegen mir die Geschichte bisher vielleicht näher geht, als anderen. Cassie, die Protagonistin muss den Tod ihres Vaters verarbeiten. Wie sie dies, an der Seite von Summer, einer sehr langjährigen Freundin tut, erzählt Ann-Kathrin Wolf in "Sternschnuppenschauer".

Montag, 27. Juni 2016

Rezension "Hardwired - verführt"

Titel: Hardwired - Verführt
Autor: Meredith Wild
Verlag: Egmont Lyx
Seitenzahl: 326
Einbindungsart: Broschiert
Preis: 12,99


(c) Egmont Lyx
Zum Inhalt:
Erica Hathaway hat ein eigenes Internet-Startup gegründet. Hierfür braucht sie nun einen Investor. Ein potentieller ist der Selfmade-Milliardär Blake Landon. Doch während sie ihr Projekt vorstellt und darauf hofft die benötigten Mittel zu bekommen, blamiert er sie und schmettert ihre Idee ab. Erica ist am Boden zerstört und fühlt sich unendlich gedemütigt. Noch hofft sie auf Max, einen weiteren potentiellen Investor. Doch auch Blake geht ihr trotz seiner ruppigen Art nicht aus dem Kopf. Der gut aussehende Milliardär hat selbst ebenfalls ein Auge auf Erica geworfen. Und obwohl sie ihm seine Demütigung nicht verzeihen kann und genau weiß, dass er niemals gut für sie ist, kommen sich die beiden schnell und unaufhaltsam näher.

Meine Meinung:
Dass "Hardwired - verführt" ein erotischer Roman ist, war mir von Anfang an klar. Dass das Buch aber nebenbei recht wenig Handlung haben würde, hat mich dann doch etwas enttäuscht.

Im ersten Drittel dauert es nicht lange, bis es so richtig zur Sache geht. Es gibt sicherlich erotische Romane bei denen dies noch viel schneller geht, dass muss man "Hardwired" immerhin lassen. Die Protagonisten lernen sich doch zunächst mal ein wenig kennen, es geht nicht sofort ab in die Kiste. Sobald das aber einmal passiert ist, kommen die beiden richtig in Schwung.

Da wird abwechselnd gestritten und dann landet man wieder im Bett. Leider wird so scheinbar jeder Konflikt gelöst, was ich ein bisschen schade fand. Die beiden scheinen sich so gut wie nie wirklich zu unterhalten und da habe ich mich dann doch das ein oder andere mal gefragt, wie sie sich überhaupt wirklich kennen und lieben lernen können.

Auch mit Klischees spart das Buch nicht. Blake ist der wahnsinnig gut aussehende, muskulöse, männliche und natürlich wahnsinnig ausdauernde Mann. Erica die wunderschöne Frau, von der so ziemlich jeder Protagonist etwas will. Ich muss jedoch zugeben, dass die beiden mir trotz dieser Klischees irgendwie ans Herz gewachsen sind. Ihre Beziehung ist zwar nervig, trotzdem baut man als Leser recht schnell eine Verbindung zu ihnen auf.

Dass die Handlung nicht gerade von Tiefe geprägt sein wird, war mir von Beginn an klar, dass jedoch so wenig passiert, enttäuschte mich dann doch. Die Handlung selbst kommt kaum von der Stelle, da sie immer wieder von Bettgeschichten unterbrochen wird. Viel mehr als Ericas Suche nach einem Investor passiert nicht. Da kommen zwar teilweise auch noch dunkle Geschichten aus der Vergangenheit zu Tage, doch vieles davon fand ich vorhersehbar und wenig kreativ. Auch Blake scheint noch einiges zu verbergen, was man als Leser jetzt noch nicht erfährt.

Denn bei diesem Buch handelt es sich - mal wieder - um den ersten Teil einer vierbändigen Reihe. Es ist klar, dass noch einiges passieren wird, denn vieles bleibt offen oder ungeklärt. Ich frage mich zwar in wie weit die Autorin die erotische Beziehung der beiden noch weiter beschreiben will, aber gut. Denn die beiden haben jetzt in Band 1 schon so viel im Bett miteinander gemacht, dass da kaum mehr viel überraschendes kommen kann. Zudem waren die erotischen Szenen leider nicht mal besonders gut beschrieben, denn sie liefen immer nach dem selben Muster ab, was ich mit der Zeit echt langweilig fand.

Ich weiß, meine Rezension klingt jetzt so, als hätte ich das Buch ganz schrecklich gefunden. Und dem ist komischerweise überhaupt nicht so. Natürlich war es jetzt nicht der mega Kracher, natürlich wurde hier nicht das Rad neu erfunden. Aber irgendetwas hat dieses Buch, was mich dazu zwingt, auch die weiteren Teile zu lesen. Ich möchte Erica und Blake weiter bei ihrer Beziehung begleiten, in der Hoffnung, dass diese mehr Tiefe bekommt. Manchmal kann ich einfach gar nicht richtig erklären, warum ein Buch einen gewissen Reiz auf mich ausübt. Das ist hier genauso wieder der Fall. Ich weiß nicht warum, aber letztendlich fand ich das Buch durchaus lesens - und die Geschichte weiter verfolgenswert. Ich bin sehr gespannt, wie es mit Erica und Blake weitergeht.

Fazit:
Ein erotischer Roman, der nicht wirklich mit den erotischen Szenen punkten kann, denn diese laufen immer nach Schema F ab und werden mit der Zeit langweilig. Die Protagonisten hingegen fand ich gut und alles in allem hat das Buch einen unerklärlichen Reiz auf mich ausgeübt, sodass ich die 4-bändige Reihe auf jeden Fall weiter verfolgen möchte. 

Sonntag, 26. Juni 2016

Rezension "Einfach raus - Wie sie Kraft aus der Natur schöpfen"

Titel: Einfach raus - Wie Sie Kraft aus der Natur schöpfen
Autor: Beate und Olaf Hofmann
Verlag: Patmos
Seitenzahl: 176
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 16,99

(c) Patmos
Meine Meinung:
Beate und Olaf Hofmann schöpfen seit Jahren Kraft aus der Natur. Dies wollen sie nun an ihre Leser weitergeben. In vielen aufschlussreichen und spannenden Kapiteln schildernd sie die verschiedensten Möglichkeiten an die grüne Kraft zu kommen. Ob allein, mit der Familie, mit Kindern, ob beruflich oder privat. Jeder von uns hat die Möglichkeit die eigenen Reserven in der Natur aufzufüllen. Und das meist ganz leicht und ohne Probleme.

Ich gebe es zu, ich selbst bin nicht wirklich diejenige die das Spazierengehen erfunden hat. Ich bin eher das, was man als Stubenhocker bezeichnet. Und genau deswegen dachte ich mir, könnte dieses Buch vielleicht einen neuen Anreiz bieten öfters mal in die Natur zu gehen, öfters mal draußen die Seele baumeln zu lassen. Denn eigentlich, und das hat bestimmt schon mal jeder von euch festgestellt, tut so ein kleiner Spaziergang, ein kurzer Aufenthalt im Grünen unglaublich gut. Er pustet den Kopf durch, schafft Platz für neue Ideen, beruhigt erhitzte Gemüter.

Doch "Einfach raus" geht weit über den eigentlichen Spaziergang hinaus. Viel mehr will das Buch unser Bewusstsein für unsere grüne Umwelt schärfen. Diese so beschützens- und achtenswerte Umwelt, die von uns viel zu oft mit Missachtung und Vernachlässigung bestraft wird.

Die beiden Autoren schöpfen selbst seit Jahren diese grüne Kraft. Immer wieder nehmen sie sich eine Auszeit von ihrem stressigen Alltag. Sei es mal kurz abends für einen kleinen Spaziergang oder aber auch für längere Zeit. Mit diesem Buch möchten sie uns Leser darauf aufmerksam machen, was man alles in der Natur erleben kann. Sie beschreiben Erlebnisse, die ihnen Kraft gegeben haben und erzählen mit so viel Hingabe von der Natur, dass man am liebsten wirklich auf der Stelle "Einfach raus" will.

In ihrem Buch schildern die beiden Autoren zahlreiche Beispiele, wann die Natur uns Menschen besonders gut tut. Die einzelnen Kapitel erstrecken sich von Zeitnot, über Krankheit und Erschöpfung bis hin zu Kinderzimmer oder aber auch Glück. Da ich selbst eine kleine Tochter habe, hat mir der Abschnitt besonders gut gefallen in dem beschrieben wird, was Kinder alles von der Natur lernen können.

Alle Kapitel sind gleich aufgebaut. Sie beginnen mit einer Einleitung und kleinen Abschnitten zum jeweiligen Thema. Dann folgt eine Coaching to go - Seite, welche ich ebenfalls besonders gelungen finde. Hier verraten die Autoren wie man schon auf einfachste Weise die Natur für sich nutzen kann. Viele dieser Punkte sind sofort oder aber sehr kurzfristig umsetzbar. Jedes Kapitel endet mit einem Interview mit einer Persönlichkeit, die selbst schon auf die ein oder andere Weise die Natur für sich genutzt hat. Diese erzählen von ihren persönlichen Erfahrungen und beantworten die Fragen der Autoren offen und ehrlich. Selbst so bekannte Menschen wie Anselm Grün oder aber auch der Neurowissenschaftler Gerald Hüther kommen hier zu Wort.

Da ich selbst nicht so häufig Sachbücher lese, war "Einfach raus " für mich eher ein Buch für zwischendurch. Die kurzen Abschnitte waren perfekt um immer wieder für einen kleinen Moment in Hofmanns grüne Welt einzutauchen. Komplett am Stück hätte ich dieses Buch nicht lesen können, da dadurch zu viel verloren gegangen wäre und das Thema mir so dann auch etwas zu trocken gewesen wäre.

Fazit:
In kleinen Dosen eine gute Lektüre für zwischendurch. Mich hat sie sehr zum Nachdenken gebracht, wie ich selbst die Natur in Zukunft besser in meinen Alltag und den meiner Tochter integrieren kann. Ein fundiertes Buch mit tollen Ideen und interessanten Interviews mit den unterschiedlichsten Persönlichkeiten. Am Stück vielleicht etwas trocken, darum habe ich immer nur kurze Abschnitte gelesen und viele Pausen gemacht. 


Samstag, 25. Juni 2016

Rezension "Royal - Ein Leben aus Glas"

Titel: Royal - Ein Leben aus Glas
Autor: Valentina Fast
Verlag: Impress (Carlsen)
Seitenzahl: 235
Einbindungsart: ebook
Preis: 3,99

(c) Impress / Carlsen
Zum Inhalt:
Tatyana wächst bei ihrer Tante auf. Nichts möchte sie lieber, als zu ihrer Schwester zu ziehen. Doch ihre Tante knüpft eine Bedingung an eine Zustimmung zu einem Umzug. Tatyana muss bei der Königinnenwahl mitmachen. Der Prinz des Landes, von dem im Übrigen niemand weiß, wie er aussieht, sucht eine Frau. Und dies mithilfe eines Castings, welches im Fernsehen übertragen wird. Tatyana ist alles andere als begeistert, dass sie bei dieser Show mitmachen muss. Doch für die Chance zu ihrer Schwester zu ziehen, würde sie fast alles tun. Abgesehen davon rechnet sie gar nicht damit, wirklich weit zu kommen. Und schneller als sie gucken kann ist sie mittendrin in dem Casting. Und die vier Männer, von denen bis zum Ende geheim bleibt, wer der Prinz ist wachsen ihr - zumindest zum großen Teil - schneller ans Herz, als ihr lieb ist.

Meine Meinung:
Die Story ist nicht neu, die Idee alt bekannt. Ob aus der Fernsehsendung der Bachlor oder der Buchreihe "Selection". Einziger Unterschied ist auf den ersten Blick, dass bei Royal eine weitere Herausforderung für die jungen Damen auftaucht, die darin besteht zu erraten, welcher der vier jungen Männer der Prinz ist.

Da ich "Selection" gerne gelesen habe und auch hier den Inhalt ansprechend fand, kaufte ich mir erst den ersten Band und dann ganz schnell auch den Rest der Reihe. Denn schnell wurde klar, dass ich nach dem ersten Band weiterlesen muss. Dass dieser nicht die gewünschten Antworten liefert und ich so lange an der Geschichte dran bleiben muss, bis ich diese habe.

Allerdings finde ich, dass dieser erste Band noch nicht mit besonders vielen neuen Ideen punkten kann. Er wirkt viel mehr wie eine Einführung in die dystopische Welt von Viterra. Da das Buch auch nicht allzu dick ist, passiert nicht wirklich viel, weswegen ich umso mehr froh bin, dass ich die Folgebände schon auf meinem Reader habe. Denn auch wenn der erste Band mich noch nicht wirklich in Begeisterungsstürme ausbrechen lässt, so habe ich ihn gerne gelesen und kann es auf eine nicht erklärliche Art nicht abwarten wieder in die Geschichte einzutauchen und zu erfahren wie es weitergeht.

Leider ist mir die Protagonistin Tatyana noch nicht sonderlich sympathisch. Sie wirkt oft wie ein pubtertärender unreifer Teenager, der alle anzickt und dem es niemand recht machen kann. Ihr hin und her mit einem der potentiellen Prinzen fand ich nach einer Weile ziemlich nervig. Für mich recht offensichtlich dass er sie mag, ist sie am laufenden Band unfreundlich zu ihm und wundert sich wieso er dann ebenfalls irgendwann nicht mehr so nett ist. Ich hoffe allerdings, dass die Protagonistin mit den Folgebänden reifer wird, denn die Atmosphäre die Valentina Fast erschafft, hatte irgendwie was. Das Buch strahlt das gewisse etwas aus, weswegen ich die Geschichte trotz meiner Kritikpunkte gerne gelesen habe.

Ich freue mich auf jeden Fall, wieder in die Welt von Viterra einzutauchen. Obwohl mich der erste Band nicht ganz überzeugt hat, hoffe ich in den Folgebänden auf ein paar neue Ideen zu stoßen, sodass sich die Geschichte schön von der Masse abhebt. Die Idee, nicht zu wissen, wer der Prinz ist, finde ich in jedem Fall klasse und alleine deswegen werde ich bis zum Schluss mit dabei bleiben. Ich habe da ja schon meine ganz eigene Vermutung und bin gespannt ob diese sich bestätigen wird.

Fazit:
Ein erster Band einer Reihe, der mich nicht vollständig überzeugt hat. Die Protagonistin ging mir ziemlich oft auf die Nerven, auf innovative Ideen wartete ich zunächst vergeblich. Allerdings ist das Buch gut geschrieben und die Idee nicht zu verraten wer der Prinz ist, lässt mich in jedem Fall an der Reihe dran bleiben. Gut, dass ich die weiteren 5 Teile schon auf meinem ebook-Reader habe.

Freitag, 24. Juni 2016

Rezension "These broken stars - Lilac & Tarver"

Titel: These broken stars - Lilac und Tarver
Autor: Amie Kaufman/Meagan Spooner
Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 496
Einbindungsart: Harcover/ebook
Preis: 19,99 €/ 13,99 €

(c) Carlsen
Zum Inhalt:
Lilac ist das reichste Mädchen des Universums und genau deswegen für alle Männer unerreichbar. Denn ihr Vater sorgt vehement dafür, dass ihr auch niemand zu nahe kommt. Auf der anderen Seite Tarver, ein Soldat mit Auszeichnung, der eigentlich nie vorhatte Lilac in irgendeiner Form näher zu kommen. Und doch kommt alles ganz anders. Als die beiden sich gemeinsam auf einem Raumschiff befinden, das in Schwierigkeiten gerät, landen sie zusammen in einer Rettungskapsel und mit dieser auf einem fremden Planeten. Schnell wird klar, sie sind auf sich allein gestellt. Die beiden müssen sich zusammenraufen und das obwohl sie wie Tag und Nacht sind. Schnell merken sie jedoch, was sie am anderen haben und das manches oft ganz anders ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Meine Meinung:
"These broken stars" überzeugt auf den ersten Blick mit seinem wunderschönen Cover. Dadurch wurde ich schnell auf das Buch aufmerksam. Und da ich immer noch sehr gerne alles lese, was mit Dystopien oder Science Fiction zu tun hat, war schnell klar, dass diese Geschichte mich interessiert.

Nachdem ich das Buch nun gelesen habe, muss ich zugeben, dass ich der Geschichte etwas zwiegespalten gegenüber stehe. Sie konnte mich nicht restlos überzeugen und doch hat sie ihren ganz eigenen Charme und Charakter.

Zunächst einmal die Protagonisten. Die finde ich klasse gelungen. Sowohl Tarver als auch Lilac haben ihre ganz eigene, sehr besondere und gut herausgearbeitete Persönlichkeit. Man kann im Verlauf der Geschichte wunderbar beobachten, wie sie an den Geschehnissen wachsen und sich dabei immer besser kennen lernen. Tarver der Soldat, der Kriegsheld, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, überall zu überleben, koste es was es wolle. Und Lilac, das Mädchen aus gutem Hause, immer behütet, nie mit Schwierigkeiten konfrontiert. Viel gegensätzlicher können zwei Protagonisten eigentlich gar nicht sein. Und so wuchsen mir beiden recht schnell ans Herz, auch wenn es bei Tarver sogar noch etwas schneller als bei Lilac ging. Denn Lilac ist zu Beginn durchaus anstrengend, mit ihren Allüren und ihrem feinen Gehabe. Doch nach und nach, merkt man auch als Leser, was hinter der Fassade steckt und sie wird von einem Moment auf den anderen nahbar und menschlich.

Die Beziehung die sich zwischen den beiden entwickelt, ist ebenfalls sehr glaubwürdig. Natürlich denkt man aufgrund des Covers und des Titels sofort an eine Liebesgeschichte. Ob es hier eine gibt, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Es sei jedoch so viel gesagt, dass sich die beiden nicht nach 10 Seiten Hals über Kopf verlieben. Viel mehr schildern die Autorinnen glaubwürdig, wie auch Lilac und Tarver erstmal lernen müssen, ihren Standesunterschied zu überwinden und einander zu vertrauen.

Die Handlung selbst ist das, was mich etwas unschlüssig zurücklässt. Einerseits schaffen die beiden Autorinnen eine unglaubliche Atmosphäre. Sie bauen eine Welt auf, die ihresgleichen sucht. Sie spielen mit der Fantasie des Lesers und nehmen in mit in fremde Galaxien. Doch dauerte es für mich etwas zu lange, bis die Geschichte so richtig in Schwung kam. Der Beginn ist extrem spannend, der Absturz des Raumschiffs fesselnd beschrieben. Doch sobald die beiden auf dem fremden Planeten gelandet sind, passiert gefühlt nicht mehr richtig viel. Und so zog sich die Handlung für meinen Geschmack etwas zu sehr in die Länge. Die beschriebene Landschaft ist atemberaubend. Die Autorinnen besitzen das untrügliche Talent dafür, die Welt dort so zu beschreiben, dass sie vor meinem inneren Auge immer mehr heranwuchs. Doch die Geschehnisse kommen nur langsam in Schwung und so hätte ich an der ein oder anderen Stelle gerne etwas mehr Action und Spannung gehabt.

Das Ende wird dann wieder sehr fulminant. Hier hatte ich das Gefühl, die Autorinnen wollen schnell noch nachholen, was sie beim Rest der Geschichte versäumt haben. Auch wenn das in diesem Fall kein negativer Kritikpunkt ist, da ich das Ende richtig spannend und actionreich fand. Davon hätte ich gerne mehr während der gesamten Geschichte gehabt, auch wenn die leisen Töne, auf die die Autorinnen setzen, durchaus auch ihren Reiz besitzen.

Manches fand ich zum Ende hin ziemlich krass und sagen wir mal durchaus ungewöhnlich. Man muss den Autorinnen zu gute halten, dass sie alle Vorfälle der Geschichte aufklären und dabei ziemlich kreativ sind. Ich hatte nie das Gefühl, dass hier irgendwelche alten Kamellen neu aufgewärmt werden. Mit ihrer eigenen Kreativität und ihren ganz neuen Ideen wissen die Autorinnen zu überzeugen.

Und obwohl die Geschichte zu einem guten Ende kommt, bleibt doch noch ein bisschen etwas offen, was Raum für Band 2 und 3 lässt. Ich finde man kann diesen ersten Band durchaus auch als alleinstehendes Buch lesen, aber natürlich interessiert mich jetzt doch, wie es nach den Geschehnissen aus Band 1 weitergeht, auch wenn die anderen beiden Bände andere Protagonisten als Hauptpersonen haben werden.

Fazit:
Eine Geschichte, die mich nicht vollständig überzeugen konnte. Die Autorinnen haben eine unglaubliche Kreativität und schaffen eine Welt die ihresgleichen sucht. Die Protagonisten sind authentische Persönlichkeiten, die mir schnell ans Herz wuchsen, doch die Handlung war für mich im Mittelteil etwas zu schleppend, sodass mir ein bisschen etwas gefehlt hat, auch wenn das Buch seinen ganz eigenen Zauber verströmt.

Carlsen-Summer-Reading-Challenge Buch Nr. 3 Kurzvorstellung



Heute möchte ich euch mal wieder einen Titel aus dem Hause Carlsen vorstellen, für die Carlsen-Summer-Reading-Challenge. Und zwar "These broken Stars - Lilac und Tarver". Mittlerweile habe ich erfahren, dass dieses Buch der Beginn einer 3-teiligen Serie ist. Allerdings stehen in jedem Band zwei andere Protagonisten im Vordergrund. In Band 1 sind es Lilac und Tarver. Die beiden Autorinnen erschaffen eine gänzlich neue Welt im Weltraum und nehmen uns Leser so mit auf eine abenteuerliche Science-Fiction-Reise durch Raum und Zeit. Schon allein das Cover ist der Hammer und lädt zum Lesen ein, wie ich finde.

Freitag, 17. Juni 2016

Kulinarisches Lissabon - Blogspecial "Portugiesisches Erbe"

(c) Anka's Geblubber
Hallo ihr Lieben,

heute macht das Blogspecial zu "Portugiesisches Erbe" aus der Feder von Luis Sellano auf meinem Blog halt. Das Buch ist klasse, schaut selbst unbedingt auch rein. Nachdem ihr der Hauptperson Henrik schon durch Lissabon gefolgt seid, die Personen, die Stadt und den Autor näher kennengelernt habt, wird es nun endlich Zeit für eine Stärkung, oder was meint ihr?

Während seiner Ermittlungen stärkt sich Henrik immer wieder mit portugiesischen Köstlichkeiten, falls er es nicht mal wieder über den ganzen Trubel vergisst. Ich möchte euch nun eine paar dieser Spezialitäten vorstellen, sowohl Gerichte, als auch Getränke.

Gleich an seinem ersten Abend stillt Henrik seinen Hunger in einem portugiesischen Restaurant. Ehe er es sich versieht, hat er schon eine kleine Vorspeise vor sich auf dem Tisch stehen, die er gierig vertilgt. Zu spät fällt ihm ein, dass es sich dabei keineswegs um einen Gruß aus der Küche handelt, ihm diese Vorspeise teuer berechnet wird. Trotzdem genießt er sie, denn den größten Hunger stillt sie trotz alledem.

So ungefähr könnte diese Vorspeise ausgesehen haben. Ein bisschen Brot, Käse und Oliven. Lediglich die Fischpaste, die in der Geschichte auch dazu gehört, fehlt auf dem Bild.

Nach der Vorspeise muss es natürlich auch etwas ordentliches zu essen geben. Verschiedene Dinge versucht Henrik während seiner Zeit in Lissabon. Mit einem Klick auf die jeweiligen Gerichte, kommt ihr zu einem Rezept.


oder aber auch 
Ein Thunfischsandwich

Zu dem ganzen leckeren Essen muss natürlich unbedingt auch etwas zu trinken her. 

Zitronenlimonade mit Basilikum
Vino verde = traditioneller Weiswein

Nachdem Henrik nun gut gestärkt ist, getrunken und gegessen hat, wird es Zeit für etwas Süßes. Und was eignet sich hierfür besser als die traditionellen Pasteis de Nata. Hierbei handelt es sich um Blätterteigtörtchen, gefüllt mit Pudding. Natürlich darf auch Zimt nicht fehlen und so handelt es sich auch um ein perfektes Weihnachtsgebäck.

Wo eine Süßspeise ist, da sind natürlich die Kaffeespezialitäten nicht weit. Bei Mazagran handelt es sich um kalten Kaffee mit Zitronensaft. Für viele Menschen ist ja alleine die Vorstellung von kaltem Kaffee schon ein Graus, doch Henrik muss besonders mit dieser ganz speziellen Mischung kämpfen. Wundert er sich zunächst noch, dass er zu dem Getränk zwei Päckchen Zucker gereicht bekommt, so wird ihm nach dem ersten Schluck schnell klar, wofür dieser gedacht ist. Trotzdem verzichtet er tapfer.

Ein weitaus weniger spezielles Kaffeegetränk ist der Galao. Hierbei handelt es sich um portugiesischen Milchkaffee.


So, ich finde, Henrik ist nun ausreichend gestärkt. Er muss sich nun wieder auf den Weg machen und weiter zu Ende bringen, was sein Onkel Martin begann. Warum begleitet ihr ihn nicht dabei? Hier könnt ihr das Buch erwerben *KLICK*

Hier seht ihr nochmal alle Stationen unseres Specials im Überblick:

Der Stuttgarter Bücher- und Blubberstammtisch proudly presents:

Folgt Protagonist Henrik auf dem Weg zu seinem Erbe und erhaltet einen Überblick über tolle Sehenswürdigkeiten von Lissabon.

Dienstag: Licentia Poetica
Wer erwartet Henrik im Antiquariat? Michelle stellt euch die verschiedenen Charaktere vor.

Mittwoch: Buchwellenreiter
Live-Schalte nach Lissabon! Unser Reporter Martin spricht mit dem Autor Luis Sellano.

Donnerstag: lit.marcel
In Lissabon wird Henrik mit allerlei für ihn ungewohnten Gepflogenheiten konfrontiert. Marcel nimmt euch mit und weiht euch in die Geheimnisse der portugiesischen Hauptstadt ein.

Freitag: Bücher ohne Ende
Nach all dem Trubel muss sich Henrik erstmal ordentlich stärken. Ich zeige euch, was Lissabon kulinarisch zu bieten hat.

Samstag: Ankas Geblubber
Den Sundowner-Abschiedsdrink gibt es gemeinsam mit einer Zusammenfassung der Woche & unseren Leseeindrücken bei Anka.

Gewinnspiel

Wir freuen uns sehr darüber, dass wir euch anlässlich unseres Specials auch ein kleines Gewinnspiel anbieten können. Wer nämlich während unserer Lissabon-Reise neugierig auf "Portugiesisches Erbe" geworden ist, der hat nun die Chance eines von drei nigel nagel neuen Exemplaren + je einer kulinarischen Überraschung aus Lissabon vom Autor persönlich zu gewinnen.

Was ihr dafür tun müsst, das steht in den folgenden Teilnahmebedingungen:
  • Füllt das unten eingebundene Formular mit allen erforderlichen Angaben aus.
  • Ihr könnt pro Blog 1x am Gewinnspiel teilnehmen (z.B. heute hier bei mir, Dienstag bei Michelle, Mittwoch bei Martin,...), insgesamt also 5x, um so eure Gewinnchance zu erhöhen.
  • Teilnahmeschluss ist Samstag, der 25. Juni 2016 um 18:00 Uhr.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Die 3 Gewinner werden nach Einsendeschluss unter allen gültigen Einsendungen per Zufallsgenerator ermittelt. Wir behalten uns vor, die Gewinner namentlich auf unseren Blogs zu erwähnen.
  • Eure Adressen benötigen wir lediglich für den Versand der Gewinne und werden im Anschluss an das Gewinnspiel direkt wieder gelöscht. Sie werden weder an unbeteiligte Dritte (nur an den Versender der Gewinne) weitergeleitet noch für Werbezwecke gespeichert oder verwendet.
  • Eine Teilnahme an diesem Gewinnspiel ist ab 18 Jahren möglich. Teilnehmer, die unter 18 Jahre alt sind, benötigen im Gewinnfall eine Einverständniserklärung der Eltern.
  • Eine Teilnahme an diesem Gewinnspiel ist innerhalb Deutschlands möglich.
  • Keine Barauszahlung möglich.
  • Durch die Teilnahme an diesem Gewinnspiel akzeptiert ihr diese Teilnahmebedingungen.

V I E L   G L Ü C K

Donnerstag, 16. Juni 2016

Rezension "Portugiesisches Erbe"

Titel: Portogiesisches Erbe
Autor: Luis Sellano
Verlag: Heyne
Seitenzahl: 363
Einbindungsart: Broschiert
Preis: 14,99

(c) RandomHouse
Zum Inhalt:
Sein Leben lang hatte Henrik keinen Kontakt zu seinem Onkel Martin, hat ihn nie kennengelernt. Umso mehr überrascht ihn die Nachricht, dass sein Onkel ihm etwas vererbt hat. Umgehend reist er nach Lissabon, um diesem Erbe auf den Grund zu gehen. Doch was ganz harmlos beginnt, wird schon nach kurzer Zeit brandgefährlich. Schnell merkt er, dass es jemand auf sein Leben abgesehen hat und das Erbe irgendetwas damit zu tun haben muss. Als ehemaliger Polizist ist es für ihn selbstverständlich diesem Geheimnis auf den Grund zu gehen, koste es was es wolle.

Meine Meinung:
"Portugiesisches Erbe" ist der erste Fall für den ehemaligen Polizisten Henrik Falkner. Gemeinsam mit dem Leser reist er nach Lissabon, lernt die Stadt kennen und gerät in Lebensgefahr.

Schon von der ersten Seite an merkt man unterschwellig, das irgendetwas nicht stimmt. Spätestens als auf Henrik ein Mordanschlag verübt wird, ist die Sache klar. Hier geht irgendetwas nicht mit rechten Dingen zu. Und so fieberte ich mit Henrik mit. Witterte hinter jeder Ecke eine neue Gefahr, zitterte mit ihm um sein Leben.

Henrik ist eine sehr charakterstarke Person. Er ist nicht unbedingt jemand, der dazu da ist, dass man ihn wahnsinnig gerne hat. Mitleid ja, denn er hat eine schwere Vergangenheit, die letztendlich auch dazu führte, dass er kein Polizist mehr ist. Aber ein Everbodys-Darling ist er definitiv nicht. Er hat seine Ecken und Kanten. Diese werden von Luis Sellano toll und authentisch beschrieben. Obwohl ich ihn nicht direkt sympathisch fand, wuchs er mir doch auf eine ganz spezielle Art ans Herz. Und auch die anderen Charaktere sind extrem gut und unverwechselbar beschrieben.

Und nicht nur die Charaktere. Sellano hat einen unfassbar guten Schreibstil, der in meinem Kopf nicht nur einmal das Bild Portugals, bzw. Lissabons entstehen ließ. Er erzählt von bekannten Plätzen, nennt Straßennamen und verschafft so dem Leser die Gelegenheit ihn direkt in Lissabon zu begleiten. Ich muss zugeben, dass ich den Ausführungen nicht immer 100% folgen konnte, da die ausländischen Namen durchaus eine gewisse Konzentration erfordern, die bei mir aufgrund von Müdigkeit nicht immer gegeben war. Trotzdem bin ich beeindruckt von der Liebe zum Detail, die Sellano an den Tag legt. Das macht da Buch auf eine einmalige Weise authentisch.

Zeitweise hatte ich das Gefühl, ich würde Henrik persönlich kennen, als würde er mir selbst berichten, was er erlebt hat. Als Leser begleitet man ihn durch die Gassen Lissabons, man ist dabei als er regionale Spezialitäten ausprobiert und lernt mit ihm all die Freunde seines Onkels kennen.

Auch die Spannung lässt nicht lange auf sich warten. Sellano hat sich hier einen richtig guten Plot überlegt, mit dem ich so nicht gerechnet hatte. Nach und nach kommen immer mehr schockierende Details ans Licht. Stellenweise musste ich aufpassen, dass mir der Mund vor Entsetzen nicht offen stehen bleibt. Bis zum Ende bleibt diese Spannung aufrecht, nur nach und nach werden die Geschehnisse aufgeklärt.

Das Ende ist ein ganz kleines bisschen gemein. Sellano klärt nämlich nicht alles auf. Der Hauptfall wird natürlich gelöst, doch andere Teile bleiben im Dunkeln und versprechen auf jeden Fall noch weitere Abenteuer von Henrik Falkner in Lissabon.

Fazit:
Ein gelungener, höchst authentischer Lissabonkrimi, der mir viel Spaß gemacht hat. Henrik Falkner war zwar nicht der Sympathieträger schlechthin, aber eine extrem charakterstarke Persönlichkeit, die Sellano wunderbar treffend beschreibt und mit dem ich auf jeder Seite mitgefiebert habe.