Mittwoch, 29. Oktober 2014

Rezension "Grimmbart"

Titel: Grimmbart
Autor: Klüpfel/Kobr
Verlag: Droemer
Seitenzahl: 479
ISBN: 978-3-426-19938-1
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 19,99 €

(c) Droemer
Zum Inhalt:
Kluftinger is back. Und das mit einem Fall der grausamer ist, als vieles, was Kluftinger bisher gesehen hat. Die Frau eines Barons wird auf brutale Art ermordet. Zunächst tappt Kluftinger im Dunkeln, bis er recht schnell auf eine heiße Spur stößt. Doch der Fall entpuppt sich als vielschichtiger als Kluftinger dachte. Ein düsterer Märchenwald und ein verschwundenes Bild spielen dabei eine nicht unerhebliche Rolle. Und gleichzeitig muss Kluftinger die Hochzeit seines Sohnes vorbereiten und sich um seine japanischen Gäste kümmern, was ihn nicht nur einmal ins Schwitzen bringt.

Meine Meinung:
Mein letzter Kluftinger ist schon ziemlich lange her. Damals war ich begeistert. Dann habe ich dieses Jahr mal wieder zu einem gegriffen, der mich so gar nicht fesseln konnte. Trotzdem wollte ich diesen neuen Fall gerne lesen. Und nun bin ich sehr froh darüber, denn er hat mich bestens unterhalten.

Zunächst einmal aber zum Cover. Das ist toll gelungen. Es ist zwar sehr düster, greift aber den Inhalt perfekt auf. Der Dachs ganz vorne, spielt in der Geschichte eine große Rolle, nicht zuletzt weil der Name des Dachses in der Fabel Grimbart ist. Zudem spielt auch das Schloss, das auf dem Cover zu sehen ist eine zentrale Rolle. Der Ort des Geschehens ist super in das Cover eingearbeitet und so finde ich, dass es die perfekte Stimmung ausstrahlt.

Die Geschichte selbst hat alles was ein guter Kluftinger-Krimi haben muss. Humor, Spannung und genau die richtige Portion Privatleben. Gerade die humorvolle Seite kommt dieses Mal wieder hervorragend zur Geltung. Häufig musste ich schmunzeln, nicht selten sogar richtig lachen. Die herrlich tollpatschige Art Kluftingers, die er privat an den Tag legt ist unnachahmlich. Beruflich ist er eine echte Leuchte, nur daheim steht er meistens ziemlich unter der Fuchtel seiner Frau. Doch genau dieser Kontrast macht die Geschichte aus. In diesem Band bekommt Kluftinger Besuch aus Japan. Die herrlichen Gespräche in gebrochenem Englisch trieben mir fast die Tränen in die Augen vor lachen. Missverständnisse sind hier vorprogrammiert. Das Privatleben des Kommissars steht in diesem Band besonders, aufgrund einer Hochzeit, im Vordergrund. Ich finde es toll, wie sich von Band zu Band diese Geschehnisse weiterentwickeln und man so das Gefühl hat man würde alte Verwandte wiedertreffen, sobald man wieder einen Kluftinger-Krimi aufschlägt. Dieses Gefühl des "Heimkommens" finde ich besonders gelungen.

Der Fall selbst war wahnsinnig spannend und packend. Es gab auch schon Kluftingerfälle, da plätscherte die Kriminalgeschichte nur so vor sich hin und der Fokus lag mehr auf dem Privatleben. Zwar war das Privatleben hier auch sehr im Vordergrund doch der Fall war trotz allem sehr sehr spannend. Bis zum Schluss war mir nicht ganz klar, wie die Auflösung sein würde. Zwar hatte ich zwischendrin auch so meine Vermutungen, doch bin ich Kluftinger auf viele seiner falschen Spuren gefolgt und wurde so am Ende doch noch überrascht. Die vielen Wendungen und die flotte Erzählweise machten die Geschichte packend, sodass mich nur der Schlaf vom Weiterlesen abhalten konnte.

Fazit:
Ein richtig spannender und humorvoller Kluftinger, der mir manchmal vor lachen fast die Tränen in die Augen trieb und mich von der ersten bis zur letzten Seite fesselte. Bitte mehr davon!
 

Sonntag, 26. Oktober 2014

Rezension "Saphirblau"

Titel: Saphirblau
Autor: Kerstin Gier
Verlag: Arena
Seitenzahl: 395
ISBN: 978-3401063478
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 8,99 €
Alter: 12-15

Achtung: Diese Rezension enthält Spoiler!

(c) Arena
Zum Inhalt:
Gwen ist verliebt und das nicht zu knapp. Gideon geht ihr einfach nicht mehr aus dem Kopf. Und so tritt alles andere in den Hintergrund. Die Zeitreisen, Menuett lernen, die Welt retten. Alles nicht so wichtig, so lange sie bei ihm sein kann!
Doch plötzlich fängt Gideon an, sich merkwürdig zu benehmen und Gwen weiß gar nicht mehr woran sie ist. Fühlt er vielleicht nicht das gleiche wie sie? Hat er sie vielleicht nur ... benutzt? Ein übler Verdacht keimt in Gwen auf, der schneller als ihr lieb ist, bestätigt wird.

Meine Meinung:
Auch dieser zweite Band steht dem ersten in fast nichts nach. Er kommt vielleicht nicht ganz an "Rubinrot" ran, hat aber trotzdem wahnsinnig viel Spaß gemacht.

Kerstin Giers einmalige Art zu erzählen, sticht hier wieder aufs Neue heraus. Selten konnte mich ein Autor so mit seinem Humor begeistern, wie sie. Auch in diesem Band musste ich an vielen Stellen wieder herzhaft lachen und habe mich köstlich amüsiert. Gwen wuchs mir immer mehr ans Herz und Gideon hätte ich gerne wieder das eine oder andere Mal in den Hintern getreten.

Mit eine meiner liebsten Figuren war auch in diesem Band wieder Xemerius. Der Wasserspeiher mit den herrlichen Kommentaren ist einfach herzerfrischend. Er bringt genau die richtige Portion Pepp in die Geschichte. Auch an dieser Stelle sei Giers Kreativität gelobt! Für mich ist es manchmal wirklich beeindruckend, was sich Autoren alles ausdenken können.

Bei der Spannung muss man vielleicht einen klitzekleinen Punkt abziehen. Hier kann die Geschichte nicht ganz  mit dem Vorgänger mithalten. Man merkt eben, dass es sich um einen Zwischenband handelt, der auf das große Finale in "Smaragdgrün" hinführen soll. Und so war ich hier nicht über die ganze Zeit komplett an die Geschichte gefesselt, habe sie aber trotzdem auf jeder Seite genossen und natürlich muss auch Band 3 verschlungen werden, denn was die Auflösung angeht, verrät dieser Band nicht sooo viel.

Fazit:
Ein toller zweiter Band, der zwar nicht 100% an den ersten heranreicht, aber trotzdem auf ganzer Linie überzeugt.

Samstag, 25. Oktober 2014

Rezension "Ich bin ein Kunde holt mich hier raus"

Titel: Ich bin ein Kunde, holt mich hier raus
Autor: Tom König
Verlag: KiWi
Seitenzahl: 227
ISBN: 978-3-462-04452-2
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 8,99 €

(c) Kiwi
Zum Inhalt:
Tom König hat in diesem Buch die lustigsten und absurdesten Geschichten aus der deutschen Servicewelt gesammelt. Ob es um die Verträge der Telefongesellschaft geht oder den Arztbesuch, all das und noch viele andere Beispiele aus der Servicewüste Deutschland findet man hier gesammelt. Mal zum Schmunzeln, mal zum Nachdenken, die gesammelten Beispiele bieten aus jeder Richtung etwas. 

Meine Meinung:
Leider hatte ich mir von dem Buch viel mehr erhofft, als es letztendlich zu bieten hatte.

Als ich den Klappentext las, erhoffte ich mir knackige, zum Teil vielleicht auch lustige oder auch ironische Beispiele aus der Servicewüste Deutschland. Zugegeben, es gab genug Themen in denen ich mich auch wiedergefunden und die mich zum Schmunzeln gebracht haben. Doch so richtig lachen konnte ich nie, was ich echt schade fand.

Manche Beispiele sind echt erschreckend. Es ist wirklich erstaunlich wie oft man sich wieder findet, wie viele Themen es gibt, die ganz vielen Menschen passieren. Und so bietet das Buch zumindest sehr viel interessanten Stoff. Man sieht, dass man mit vielem nicht alleine ist.

Doch leider kommen jetzt eigentlich nur noch Kritikpunkte. Der Autor beschreibt praktisch bei allen Beispielen, wie er etwas im Internet kauft. Das Internet scheint sein Allheilmittel zu sein, was ich als Buchhändlerin einfach gar nicht gut finden kann. Es nervt, dass laut ihm einfach alle Geschäft schlecht sind und es nicht drauf haben, denn ich finde es unfair, dass hier alle über einen Kamm geschert werden.

Und dann kommt gegen Ende ein Abschnitt bei dem mir fast der Kragen geplatzt ist. Ein Abschnitt über Buchhändler, der meinen Beruf richtig schlecht dastehen lässt. Der Autor schreibt in etwa: Wer Regionalkrimis verkauft hat es als Buchhändler einfach gar nicht drauf. Nonbooks sind sowieso Tand und haben im Buchhandelt nichts verloren und und und. Ich war beim Lesen so sauer, da ich es eine absolute Frechheit finde, auf dem Beruf rumzutrampeln, der eigentlich dieses Buch verkaufen sollte. Und auch hier ist natürlich wieder das Internet die Lösung schlechthin. Ich bin enttäuscht, dass gerade ein Autor, nur weil er vielleicht ein, zwei Mal eine schlechte Erfahrung gemacht hat, alle Buchhändler schlecht redet. Das ist ein Schlag ins Gesicht für jeden, der versucht seinen Job anständig zu machen und trotzdem jeden Tag aufs Neue ums Überleben kämpfen muss. Dafür leider Daumen runter von mir! 

Fazit:
Ein Buch, welches leider gar nicht hält was es verspricht. Der Autor trampelt auf allem rum, was ihm nicht passt und sein Fazit ist letztendlich, dass man sowieso nur im Internet gut einkaufen kann, was ein Schlag ins Gesicht für jeden Einzelhändler ist.



Freitag, 24. Oktober 2014

Rezension "Berge, Chaos, Happy End"

Titel: Berge, Chaos, Happy End
Autor: Irene Zimmermann
Verlag: Planet Girl
Seitenzahl: 204
ISBN: 978-3-522-50432-4
Einbindungsart: Broschiert
Preis: 9,99 €
Alter: 10-13

(c) Thienemann
Zum Inhalt:
Henri is back. Und das erstmal mit einer schlechten Nachricht. David macht einfach so Schluss mit ihr. Henri kann es nicht fassen, waren sie doch eigentlich so glücklich miteinander. Doch scheinbar ist er eifersüchtig auf ihren Ex, Tom. Henri fragt sich, wie er bloß darauf kommt. Um ihrem Liebeskummer zu entfliehen beschließt sie ihre Schwester in den Urlaub zu begleiten. Doch der geht nicht wie erhofft ans Meer, sondern in die Berge. Henri scheint ein langweiliger Urlaub, ausgefüllt mit Babysitten bevor zu stehen.

Meine Meinung:
"Berge, Chaos, Happy End" ist der letzte Band aus der Henri-Reihe.

Schon als Jugendliche war ich ein absoluter Henri-Fan. Umso mehr freute ich mich, auch am Finale teil haben zu können. Nostalgische Gefühle kamen hoch und ich fühlte mich viele Jahre zurück versetzt.

Die Geschichte hat sich flott lesen lassen. In einem Rutsch bin ich durch die Geschichte geflogen und hoffte so auf ein Happy End für Tom und Henri. Denn das Tom Henris große Liebe ist, wusste ich noch. Ich konnte mich zwar nicht mehr an alles erinnern, was in den Bänden passiert ist, die ich vor relativ langer Zeit gelesen habe, doch trotzdem hatte ich keine Probleme der Geschichte zu folgen.

Ich fand es spannend zu beobachten, wie sich die Protagonisten im Laufe der Jahre weiterentwickelt haben. Eigentlich fast schade, dass die Geschichten um Henri damit nun beendet sind, denn als Hauptperson finde ich sie richtig sympathisch. Ein bisschen tollpatschig und manchmal ein bisschen durchgeknallt, aber irgendwie erinnert sie mich auch an mich selbst. Ich mag sie echt gern.

Natürlich merkt man dass die Geschichte für eine viel jüngere Zielgruppe gemacht ist, aber das finde ich auch gut so. Sie ist genau altersgerecht gemacht und bringt die nötige Portion Spannung, Humor und Liebe für dieses Alter mit. Wäre ich noch im "Freche Mädchen - Freche Bücher" - Alter, wäre das sicher eine meiner Lieblingsgeschichten. So kann ich das Buch guten Gewissens an junge Mädchen empfehlen und auch die Autorin, deren Schreibstil ich sehr gerne mag ist absolut empfehlenswert.

Das Ende war toll! Genauso musste es sein. Es bildet einen perfekten Abschluss zu der Henri-Reihe und lässt mich und sicherlich viele andere Leserinnen zufrieden zurück!

Fazit:
Schöner und sehr gelungener Abschluss der Henri-Reihe, mit der perfekten Mischung an Spannung, Humor und Liebe.

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Rezension "Tafiti und das Riesenbaby"

Titel: Tafiti und das Riesenbaby
Autor: Julia Boehme/Julia Ginsbach (Illustratorin)
Verlag: Loewe
Seitenzahl: 80
ISBN: 978-3785575512
Einbindungsart: Gebunden
Preis: 7,95 €
Alter: 5-7

(c) Loewe
Zum Inhalt:
Und wieder geht es auf in ein neues Abenteuer für das Erdmännchen Tafiti. Dieses Mal bekommt er es mit einem Riesenbaby zu tun. Genauer gesagt einem Elefantenbaby, das seine Herde verloren hat. Gemeinsam mit Pinsel, einer Giraffe namens Gina und einem Erdferkel, das den lustigen Namen Kukukifuku trägt, versucht Tafiti die Familie des Elefantenbabys zu finden. Das ist gar nicht so einfach, wie Tafiti dachte und so beginnt ein weiteres spannendes Abenteuer. 

Meine Meinung:
Schon vom ersten Band *KLICK* war ich total begeistert. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis ich auch zu diesem Band gegriffen habe.
"Tafiti und das Riesenbaby" steht dem ersten Band in nichts nach. Erneut punktet die Geschichte durch liebevolle Zeichnungen und humorvolle Texte. Namen wie "Kukukifuku" sind sicherlich auch für Erwachsene beim Vorlesen ein echter Spaß. 

Das Abenteuer, welches Tafiti dieses Mal erlebt ist wieder einmal wunderbar gelungen. So bietet die Geschichte viel Spaß und natürlich ein wunderbares Ende, mit dem alle zufrieden sein können. 

Da ich auch bei diesem Band finde, dass es vor allem die Zeichnungen sind, die diese Geschichte besonders machen, möchte ich nochmal hervorheben, wie gelungen ich diese finde. Auf jedem Bild kann man viel entdecken, deswegen denke ich, dass Kinder sicherlich auch an den reinen Bildern schon ihre Freude haben werden. 

Auch hier wurde wieder das komplette Buch als Erlebnis gestaltet. So findet man im hinteren Umschlag ein Spiel, das man nach dem Lesen der Geschichte gemeinsam spielen kann. Vorne im Umschlag werden alle Figuren mit Namen vorgestellt, sodass es nicht nötig ist die Vorgängerbände zu lesen und man alle Bücher unabhängig voneinander erleben kann. Doch natürlich lohnt es sich absolut, sich einfach alle Bände anzuschaffen. Die Bücher machen so viel Freude, dass sie sicher immer wieder aus dem Regal gezogen werden.

Fazit:
Weiteres tolles Abenteuer von Tafiti und seinen Freunden! Absolut empfehlenswert! 

Dienstag, 21. Oktober 2014

Rezension "Loops - Schlauchschals, Kragen und mehr"

Titel: Loops häkeln
Autor: Béatrice Simon
Verlag: Frech
Seitenzahl: 31
ISBN: 978-3-7724-6928-2
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 8,99 €


(c) Frech
Meine Meinung: 
Loops sind gerade voll im Trend, häkeln sowieso. Dieses kleine Buch mit Anleitungen hat mich richtig überrascht. Zwar war klar, dass es etwas gibt was ich ausprobieren will (Loop vom Cover), aber dass man aus so wenigen Seiten so viel herausholen kann, finde ich total klasse.

Ich habe jetzt drei Loops ausprobiert, von denen ich hier auch gleich ein paar Bilder zeigen werde und hätte noch viel mehr ausprobieren können. Die Anleitungen sind klar und verständlich aufgebaut. An der linken Seite, sieht der Leser auf einen Blick welche Materialien er für die Arbeit benötigt und - was ich ganz wichtig finde - welchen Schwierigkeitsgrad die Anleitung hat. So sind in der linken oberen Ecke 1-3 Wollknäuel abgebildet, an denen man sehen kann, wie schwer der jeweilige Loop ist.

"Drunter & Drüber"
Dieser Loop gefällt mir besonders gut, da er total einfach zu machen ist, aber ein echt raffiniertes Muster hat :) 
 "Zart in Pastell"
 (ich habe andere Farben genommen, als die im Buch vorgeschlagenen)
Hat mir ein bisschen Kopfzerbrechen gemacht, ist auch noch nicht ganz fertig. Ich ärgere mich ein bisschen, dass ich nicht die vorgeschlagenen Farben aus dem Buch genommen habe, aber mal sehen, wie er aussieht, wenn er ganz fertig ist.
"Harmonie pur"
Dieser Loop gefällt mir am besten. Nach kleinen Anfangsschwierigkeiten, dank Häkelschrift ganz einfach zu machen. Sieht toll aus und passt wunderbar zu einfarbiger Kleidung. Auch hier habe ich anderen Farben, als die vorgeschlagenen genommen. Die Glitzerwolle gefällt mir wirklich gut!
Hier ist das Muster nochmal ein bisschen besser zu sehen!

Auch die Anleitungen selbst finde ich gut verständlich. Jede Reihe wird einzeln beschrieben und so hatte ich keine Schwierigkeiten diesen zu folgen. Einzig der Loop mit der höchsten Schwierigkeitsstufe stellte mich vor eine kleine Herausforderung, was aber eher an meinem Talent, als dem Buch liegt. Die schönen Fotos, auf denen die Loops abgebildet sind komplettieren die Anleitung.

Außerdem findet man in der Mitte des Buches einen Vorlagenbogen, auf dem die Häkelschrift zu den jeweiligen Loops abgebildet ist. Ich habe mich bisher nie groß mit Häkelschrift beschäftigt, konnte aber gerade bei diesem Buch feststellen, wie nützlich sie doch ist. Als mir eine Anleitung nicht ganz klar war, schaute ich einfach in der Häkelschrift nach, welche mir super half. Da die einzelnen Zeichen auch gut erklärt sind, war es für mich als Anfänger, was Häkelschrift angeht, überhaupt nicht schwer, diese zu verstehen. Dieser Vorlagenbogen ist für mich ein dicker Pluspunkt.

Das einzige was mir ein bisschen gefehlt hat, waren ein paar Grundanleitungen. Sicher, das Buch ist recht dünn und wahrscheinlich hätte es dafür auch einfach keinen Platz mehr gegeben, somit ist das Buch jedoch nicht für blutige Anfänger geeignet. Da eben die einfachen Dinge, wie Stäbchen und feste Maschen usw. nicht erklärt sind. Was jedoch erklärt ist, sind die wichtigen Dinge, die man für die Anleitungen braucht. Beispielweise einen Magic Ring, den ich jetzt endlich verstanden habe oder auch wie man Motive aneinander häkelt. Insofern ist das Buch lediglich für komplette Anfänger nicht geeignet, ansonsten ein tolles Buch, mit wunderschönen und zumeist sehr einfach nach zu machenden Anleitungen.

Fazit:
Kleines Buch, toller Inhalt. Für diesen Preis einfach unschlagbar. Der Vorlagenbogen mit der Häkelschrift komplettiert das Buch und sorgt dafür, dass hier einfach jeder etwas findet. Lediglich komplette Anfänger, sollten sich zunächst mit den Grundschritten des Häkelns vertraut machen. Dann jedoch sollten auch sie keine Schwierigkeiten mehr mit diesem Buch haben.

Montag, 20. Oktober 2014

Rezension "Das Lächeln der Leere"

Titel: Das Lächeln der Leere
Autor: Anna S. Höpfner
Verlag: cbt
Seitenzahl: 254
ISBN: 978-3-570-30926-1
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 7,99 €
Alter: ab 13


(c) cbt
Zum Inhalt:
Sofia ist magersüchtig. Sie wiegt nur noch um die 40 Kilogramm. Deswegen kommt sie in eine Klinik für Essstörungen. Dort muss sie das Essen neu lernen, lernen das es nicht schlimm ist, dass es sogar Spaß machen und schmecken darf. Doch der Weg dahin ist schwerer als gedacht. Zu lange hat Sofia auf Essen verzichtet, sich regelrecht davor geekelt. Zu lange wollte sie nicht dick sein und empfand es trotz 40 Kilo so. Und so wartet ein harter und steiniger Weg auf Sofia, während dem ihr nicht immer nur Verständnis entgegen gebracht wird.

Meine Meinung:
"Das Lächeln der Leere" ist ein authentisches Buch, ein trauriges und dabei zugleich hoffnungsvolles Buch.

Es ist die autobiographische Geschichte einer jungen Autorin, die selbst einmal wegen Essstörungen behandelt wurde. Und genau das macht die Geschichte so authentisch. Man merkt auf jeder Seite, in jedem Satz, wie viel von ihr selbst darin steckt. Dass sie das meiste so oder so ähnlich selbst erlebt hat. Ich persönlich finde solche Bücher unglaublich wichtig. Sie öffnen unser Blickfeld für Themen, die uns sonst nicht so wirklich allgegenwärtig sind. Klar, jeder hat schon mal etwas von Essstörungen gehört, doch wie es wirklich in solch einer Klinik zugeht, wie es den Patienten dort geht, was für ein tragisch falsches Bild sie vom Essen und ihren eigenen Körpern haben, genau dies schildert die Autorin hier auf eine Weise, die mir sehr nahe ging und mich immer wieder innehalten ließ.

Die einzelnen Abschnitte im Buch sind in Wochen und dann nochmal in Tage eingeteilt, so hat man das Gefühl ein Tagebuch zu lesen. Man ist mitten im Geschehen, kann die Fortschritte, jedoch auch die Rückschläge genau beobachten und bekommt so viel von dem Klinikalltag mit. Vieles scheint für "normale" Esser ziemlich merkwürdig zu sein, doch weckt es auch Verständnis für einen für uns so fremden Bezug zum Essen. Die Autorin schildert zwar nicht im Detail, wie es zu ihrer Essstörung kam, doch sagt sie selbst, dass sie sich damit auch schützen wollte, was ich sehr gut nachvollziehen kann. Ich finde das hier auch gar nicht so wichtig. In dieser Geschichte liegt der Fokus auf etwas anderem. Der Behandlung, dem Klinikalltag, dem Auf und Ab, den Zweifel, den Ängsten.

Dies alles ist der Autorin ziemlich gut gelungen. Ich habe für das Buch kaum einen Tag gebraucht, so hat es mich gefesselt und in eine Welt mitgenommen, die mir bis dahin ziemlich fremd war. Ich litt mit der Protagonistin, bangte und hoffte so sehr auf einen guten Ausgang. An der Geschichte sieht man auch, wie lange so ein Prozess dauert. Wie klein die Fortschritte und wie wichtig sie trotz alledem sind. Jedes Gramm mehr auf der Waage, jedes Stückchen Schokolade ist Stück mehr eine Rückkehr in die Normalität. Ich finde es beeindruckend, wie jemand, der selbst mit dieser Krankheit zu kämpfen hatte, den Mut aufbringt, ein so authentisches und ehrliches Buch zu schreiben.

Die Geschichte beschönigt nichts. Sie erzählt nicht das, was vielleicht viele lesen wollen. Sie gibt die harte Realität wieder und zeigt infolge dessen auch kein Happy End im klassischen Sinn. Viel mehr bleibt die Geschichte offen. Sie zeigt einen Anfang in ein neues Leben. Ob es funktioniert, muss sich jeder selbst vorstellen. Zudem kommt das Ende sicher auch so zustande, da die Autorin selbst noch nicht am Ende dieses Weges angekommen ist, wie sie selbst sagt.

Mir hat das Buch auf jeder Seite sehr gut gefallen. Kleine Gedichte, die die Autorin während ihres Klinikaufenthalts geschrieben hat, runden die Geschichte ab. Sie geben einen weiteren Einblick in ihre Persönlichkeit und zeigen so auch ein Stück ihrer Entwicklung. Mit ihrem schonungslos offenen Schreibstil, der auch die Schattenseiten zu zeigen vermag, fesselte mich die Autorin von der ersten bis zur letzten Seite. Bücher dieser Art sind wirklich wichtig, denn sie zeigen oft eine Welt, die man sich so vorher gar nicht vorstellen konnte, wenn man nicht selbst schon mal in solch einer Situation war.

Fazit:
Ein mutiges, ein schonungslos ehrliches und authentisches Buch, das mich mitgenommen hat auf eine Reise in eine Welt, die mir so bisher völlig fremd war.

Dienstag, 14. Oktober 2014

Rezension "Legend - Fallender Himmel" Hörbuch

Titel: Legend - Fallender Himmel
Autor: Marie Lu
Verlag: Hörcompany
Seitenzahl: 6 CDs = 7 Std. 43 Minuten
ISBN: 978-3-942587-37-2
Einbindungsart: Hörbuch
Preis: 14,95 €
Alter: ab 13


(c) Loewe
Zum Inhalt:
Junes Bruder wurde ermordet. Und nun ist June verzweifelt auf der Suche nach dem Täter. Im Verdacht steht der weltbekannte Rebell Day, der immer wieder versucht die Regierung zu sabotieren. June begibt sich auf eine gefährliche Suche in den Untergrund, um Day ausfindig zu machen und seiner gerechten Strafe zuzuführen.
Davon ahnt Day natürlich nichts, der seit Jahren gemeinsam mit dem Straßenmädchen Tess die Gegend unsicher macht und alles dafür tut, dass sie überleben. Als er auf June trifft, ahnt er nicht, dass sein Schicksal damit besiegelt ist.

Meine Meinung:
Seit kurzem habe ich ziemlichen Gefallen an Hörbüchern gefunden und dieses Hörbuch ist ein Grund dafür.

Zunächst einmal lasse ich die Geschichte außen vor und gehe einfach nur auf das Hörbuch ein. Die Idee, die Geschichte von zwei Sprechern lesen zu lassen, finde ich ziemlich genial. Einem männlichen für Day und einem weiblichen für June. So hat man ein richtig authentisches Gefühl, viel mehr, wie wenn es nur einen Sprecher gäbe.

Die beiden Sprecher selbst empfand ich als sehr angenehm zum Hören. Beide lesen sehr klar und deutlich und können auch die Spannung toll rüberbringen. Hat mir so gut gefallen, dass ich jetzt sofort den zweiten Teil angefangen habe zu hören.

Doch die Sprecher könnten noch so gut sein, wenn es die Geschichte nicht wäre. Und das ist zum Glück nicht der Fall. "Legend" hat mir richtig gut gefallen. Ich fand die Story vom ersten Moment an unfassbar spannend und packend und konnte mich teilweise gar nicht richtig aufs Häkeln konzentrieren so gebannt war ich davon.

Dass die Geschichte zunächst sowohl aus der Sicht von Day, als auch aus der von June erzählt wird, fand ich sehr gelungen und toll. Die beiden Charaktere gefielen mir gleichermaßen. Und so fieberte ich mit beiden Seiten mit und konnte mich nur schwer für eine entscheiden.

Bis zum Ende hielt mich die Geschichte gefangen. Einiges wird aufgeklärt, anderes bleibt offen, sodass ich extrem froh war, den zweiten Teil schon hier zu haben und gleich weiter hören zu können. Ich bin sowieso ein Dystopienfan, aber hier ist mir zudem auch mal wieder eine richtig gelungene untergekommen. Ich bin schon sehr gespannt, wie die Geschichte weitergeht und freue mich, dass ich gerade diese als Hörbuch höre, denn das passt einfach richtig gut.

Fazit:
Toll gesprochenes Hörbuch, zweier genialer Sprecher, die eine packende Geschichte, super erzählen.

Montag, 13. Oktober 2014

Rezension "Linkshänderland"

Titel: Linkshänderland
Autor: Lara De Simone
Verlag: Bastei Lübbe
Seitenzahl: 351
ISBN: 978-3-8339-0117-1
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 12,99 €
Alter: 12-15

(c) Bastei Lübbe
Zum Inhalt:
Das Linkshänderland ist eine virtuelle Welt, ausschließlich für Linkshänder. Jeder Linkshänder auf der Welt, bekommt mittels eines Chips im Gehirn Zugang dazu und führt ab diesem Zeitpunkt zwei Leben. So auch die 13-Jährige Trix, die von einem auf den anderen Tag von der Existenz des Linkshänderlandes erfährt und mit einer zweiten Realität konfrontiert wird. Ihr Mentor, Liam, versucht das Beste, sie mit dieser Welt vertraut zu machen und ihr Sicherheit zu geben. Doch hat er nicht mit seinem nächsten Auftrag gerechnet. Ein Auftrag bei dem er die Abtrünnigen infiltrieren muss und dabei nicht nur sein Leben aufs Spiel setzt. Zeitgleich lernen wir Jannik kennen, der eben jenen Abtrünnigen angehört und nichts davon ahnt, dass seine Welt bald aus den Angeln gehoben wird.

Meine Meinung:
Der Klappentext von "Linkshänderland" weckte recht schnell mein Interesse und so freute ich mich sehr, als ich das Buch endlich in den Händen hielt. Leider kam dann zunächst einmal die große Enttäuscht und ich wurde überhaupt nicht mit der Geschichte warm.

Der Beginn war mir einfach etwas zu konfus, zu durcheinander. Bevor ich mich an Trix gewöhnen konnte sprang die Geschichte weiter zu Liam, dann zu Jannik und zu Björn. Und das immer in, für mich, etwas zu schneller Geschwindigkeit. So kam ich schnell durcheinander und wusste nicht mehr, wer genau zu wem gehört und was die einzelnen Personen machen. Vor allem wurde ich aus dem Wechsel zwischen Linkshänderland und Realität überhaupt nicht schlau.

Doch als ich dann Zeit hatte, etwas mehr an einem Stück zu lesen, kam ich plötzlich total schnell in die Geschichte rein. Nach dem doch sehr holprigen Anfang, hatte ich das so gar nicht mehr erwartet. Die Geschichte begann mich zu fesseln und so flogen die Seiten immer schneller dahin.

Vor allem als die Geschichte sich dann an einer Stelle bündelt, fand ich sie richtig spannend und habe sie total gerne gelesen. Da es mehr oder weniger nur um vier Personen geht, hatte ich diese auch recht bald auf dem Schirm und konnte sie gut auseinander halten. Und so war die Geschichte plötzlich gar nicht mehr so verwirrend, wie sie mir zu Beginn erschien.

Die Idee des Linkshänderlandes finde ich irgendwie ein bisschen abgefahren, aber auch ziemlich genial. Leider wird hier nicht wirklich viel verraten, warum es diese virtuelle Parallelwelt überhaupt gibt. Daher vermute ich ganz stark, dass es sich hier um einen ersten Teil einer Reihe handelt, auch wenn ich nirgends Informationen dazu finden konnte.

Ich hoffe wirklich, dass es eine Fortsetzung geben wird, denn die Geschichte endet mit einem ziemlichen Paukenschlag und ich hätte doch sehr gerne noch ganz viele Hintergrundinformationen, was es mit dem Linkshänderland, der Bestimmung und und und auf sich hat.

Eine spannende Geschichte, die ich sehr gerne gelesen habe. Die toll und flüssig geschrieben ist und mit einer genialen Idee punkten kann.

Fazit:
Zunächst ziemlich verwirrend, dann nachdem ich in der Geschichte drin war, ziemlich spannend und fesselnd. Geniale Idee!

Ich bedanke mich herzlich bei  Bastei Lübbe und Blogg dein Buch für die Bereitstellung des Leseexemplars!

Dienstag, 7. Oktober 2014

Rezension "Kiss me, kill me"

Titel: Kiss me, kill me
Autor: Lucy Christopher
Verlag: ChickenHouse
Seitenzahl: 377
ISBN: 978-3-551-52033-3
Einbindungsart: Broschiert
Preis: 14,99 €
Alter: 14-18

Zum Inhalt:
Ashlee ist tot. Unter Mordverdacht steht Emilys Vater. Ein Kriegsveteran mit posttraumatischen Belastungsstörungen. Er findet Ashlee, trägt sie nach Hause. Doch beweisen, dass er nicht ihr Mörder ist, kann er nicht. Und so beginnt für Emily und ihre Familie die schlimmste Zeit ihres Lebens. Steine fliegen durchs Fenster, in der Schule wird Emily gemieden, zum Außenseiter. Doch sie glaubt weiterhin an die Unschuld ihres Vaters und versucht diese mit allen Mitteln zu beweisen. Und dann ist da auch noch Damon. Damon, Ashlees Freund zum Zeitpunkt ihres Todes. Er scheint irgendetwas zu verbergen, doch Emily ist nicht ganz klar was und so beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn die Verhandlung ihres Vaters steht kurz bevor.

Meine Meinung:
"Kiss me, kill me" ist eine Geschichte über Unschuld und Schuld und letztendlich auch was Schuld überhaupt ist.

Ich muss zugeben, dass ich zu Beginn ziemliche Schwierigkeiten hatten in die Geschichte rein zu finden. Zwar ist der Schreibstil letztendlich sehr angenehm, doch auch sehr speziell. Auch an den ständigen Perspektivewechsel zwischen Damon und Emily musste ich mich erst einmal gewöhnen. Nach einer Weile jedoch konnte ich das Buch genießen, denn ich kam recht schnell vorwärts.

Mit "Kiss me, kill me" schafft Lucy Christopher eine Geschichte, die ein sehr düsteres Setting hat. Und das war auch eines meiner größten Probleme. Die Geschichte ist so düster, der Wald in der sie spielt, ebenso und auch die Charaktere scheinen psychisch alle etwas angeschlagen zu sein. Und so kam es schnell, dass die Geschichte begann, mich runter zu ziehen. Kein Funken Licht am Horizont war zu sehen, kein Hoffnungschimmer, keine schöne Liebesgeschichte oder sonst etwas, was mir ein halbwegs positives Gefühl gegeben hätte. Mir ist natürlich klar, dass die Geschichte mit ihrer schweren Thematik, genau darauf ausgelegt ist und dass man dann nicht auf jeder Seite lachen muss ist natürlich auch klar. Doch trotz allem hatte ich mit dem Düsteren schwer zu kämpfen.

Was ich jedoch sagen muss ist, dass die Geschichte fast über die komplette Zeit ziemlich spannend war, wozu sicherlich auch das düstere Setting seinen Teil beigetragen hat. Zwischendrin gab es jedoch auch da für mich einen Hänger. Die Spaziergänge durch den Wald kamen mir fast endlos vor und die Geschichte trat ziemlich auf der Stelle. Trotz allem schaffte es die Autorin mich weiter an das Buch zu fesseln, denn ich wollte unbedingt wissen, wie das ganze ausgeht, wer Ashlee nun wirklich ermordet hat.

Und so baut Christopher eine Geschichte auf, die bis zum Ende geradlinig auf die Lösung zuführt. Im Nachhinein versteht man viele Hinweise und das Ende ist ziemlich schlüssig. Mir gefällt das Ende auch in der Hinsicht gut, dass es zwar kein rosarotes Happy End ist - was zu dieser Geschichte im Übrigen auch nicht gepasst hätte -, jedoch für jeden Protagonisten in der ein oder anderen Weise befriedigend ist und auch für mich einen guten Abschluss bildete.

Fazit:
Spannende Geschichte, mit kleinem Durchhänger in der Mitte, welche mir jedoch stellenweise etwas zu düster und hoffnungslos war.