Donnerstag, 26. Mai 2016

Rezension "Ziemlich unverbesserlich"

Titel: Ziemlich unverbesserlich
Autor: Frauke Scheunemann
Verlag: Page & Turner
Seitenzahl: 350
Einbindungsart: Broschiert
Preis: 14,99
ISBN: 978-3-442-220414-4

(c) RandomHouse
Zum Inhalt:
Seit dem Tod ihres Mannes hat Nikola Petersen alle Hände voll zu tun. Ob in ihrer Kanzlei, ihrem kleinen Sohn oder ihrer Teenagertochter. Eigentlich ist sie Anwältin für Zivilrecht, doch um ihren Nachbarn einen Gefallen zu tun übernimmt sie das erste Mal eine Strafverteidigung. Dabei geht es nicht nur darum, die Unschuld ihres Mandanten zu beweisen, nein sie hat ganz plötzlich zu viele Verehrer, dann ist da noch ihre nervige Schwiegermutter und zu allem Übel verschwindet dann auch noch ihre Tochter, die sich mitten in der Pubertät und natürlich überhaupt nicht von ihrer Mutter verstanden fühlt. Und dann sind da ja noch die Rentner in ihrem Dorf, die gar nicht so harmlos sind, wie sie aussehen.

Meine Meinung:
Frauke Scheunemann hat sich ja inzwischen einen Namen in der Unterhaltungsliteratur gemacht. Seit dem Erscheinen von "Dackelblick" wollte ich ein Buch von ihr lesen und nun habe ich es endlich geschafft.

Frauke Scheunemann versteht ihr Handwerk, keine Frage. Mit ihrem leicht zu lesenden Schreibstil trifft sie genau meinen Geschmack. Zwar habe ich am Anfang kurz gebraucht um mit den Personen und der Geschichte warm zu werden, aber dann habe ich das Buch echt gerne gelesen.

Natürlich darf man hier keine weltbewegende Literatur erwarten, aber gute Unterhaltung ist es allemal. Was mir besonders gefallen hat, ist das Gefühl, welches das Lesen nach einer Weile bei mir ausgelöst hat. Ich habe mich richtig wohl gefühlt, es war so ein bisschen wie nach Hause kommen. Und dieses Gefühl habe ich nicht oft bei Büchern. Scheunemann schafft eine Atmosphäre, in die ich immer wieder gerne eingetaucht und zurück gekehrt bin. Jetzt bin ich echt traurig, dass ich schon fertig bin.

Die Personen wuchsen mir schnell ans Herz. Besonders vor Nikola Petersen entwickelte ich schnell großen Respekt. Sie verlor ihren Mann als ihr Sohn noch klein war und hat nun mit einer pubertierenden Tochter zu kämpfen. Was sie alles allein bzw. mit ein bisschen Hilfe ihrer Schwiegermutter schafft, ist beeindruckend und so mochte ich sie wirklich sehr gerne. Auch ihre Empfindungen dem männlichen Geschlecht gegenüber werden glaubwürdig dargestellt. Einerseits der Wunsch nach Nähe und Liebe, andererseits, das schlechte Gewissen ihrem verstorbenen Mann gegenüber. Scheunemann schafft somit authentische und glaubwürdige Personen, denen ich jedes Wort abnehme und die die Geschichte richtig rund machen.

Im Prinzip ist die Gerichtsverhandlung, obwohl sie das ist, was alle Personen verbindet, doch eher nebensächlich. Natürlich geht es um den Fall, aber viel mehr Spaß hat es mir gemacht, die Personen einfach so bei ihrem Handeln zu beobachten. Zu sehen, wie sich Beziehungen entwickeln und letztendlich auch die Liebe nicht zu kurz kommt.

Ein schönes Buch, das mir Lust darauf gemacht hat, noch mehr von Frauke Scheunemann zu lesen. Ihr Schreibstil ist toll, die Personen authentisch. Die Geschichte hat so viel Spaß gemacht und mir ein so gutes Gefühl gegeben, dass ich sehr traurig bin, mich nun von ihr verabschieden zu müssen. Sie wird mir sicher noch eine Weile im Gedächtnis bleiben.

Fazit:
Toller Unterhaltungsroman, mit authentischen Protagonisten, der ein wunderbares Wohlfühlgefühl hinterlässt. 

Dienstag, 24. Mai 2016

Rezension "Sommersturm"

Titel: Sommersturm
Autor: Carrie Price
Verlag: Droemer
Seitenzahl: 301
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 8,99
ISBN: 978-3-426-51814-4
 
(c) Droemer
Zum Inhalt:
Jen kommt aus gutem Haus. Seit dem Tod ihrer Mutter ist sie das Ein und Alles ihres Vaters. Sie tut alles um ihn glücklich zu machen und verliert sich dabei fast selbst. Als sie auf Patrick trifft, ist es um sie geschehen. Patrick, den eine tiefe Düsternis umgibt und sie trotzdem wie magisch anzieht. Zwischen den beiden knistert es gewaltig, doch nicht allen in Oceanside gefällt das. Und so funken ihnen immer wieder Zufälle oder aber auch Menschen, die ihnen nicht wohl gesonnen sind dazwischen und es dauert lange bis sie tatsächlich eine Bindung aufbauen können. Als Jen denkt, sie wäre am Ziel ihrer Träume angelangt, wird ihr der Boden unter den Füßen weg gezogen, denn Patricks Geheimnis könnte alles zerstören, was sie sich aufgebaut haben.
 
Meine Meinung:
Wieder ein Roman aus der Make it Count Reihe. Juhu! Die Reihe ist mir echt ans Herz gewachsen und ich bin gerade ein bisschen traurig, dass es keine weiteren Bände bei Droemer gibt. Hoffentlich kommt da noch was. 
 
Jeder der Romane läuft natürlich irgendwie nach dem gleichen oder ähnlichen Schema ab. Mädchen aus gutem Haus trifft Bad Boy, es knistert, wird schwierig und am Ende doch alles gut. Aber irgendwie liebe ich genau das. Für mich sind die Bücher mittlerweile fast wie nach Hause kommen, ich fühle mich mit ihnen einfach richtig wohl. Ich weiß genau was ich bekomme und manchmal brauche ich genau das. 
 
Sowohl Ally Taylor als auch Carrie Price (beides Autorinnen der Make it count Reihe) haben einen tollen Schreibstil, der klasse zu lesen ist. Ich muss zugeben, dass mir nach drei vorherigen Bänden gar nicht so viel einfällt, was ich noch in diese Rezension packen könnte, außer, dass mir die Reihe super gefällt.
 
Zudem ist dieser Band einer meiner Lieblingsbände. Ich mag sowohl Jen, als auch Patrick. Vor allem Jen kann ich in ihrer Gefühlswelt so gut verstehen, da ich vor kurzem genau das gleich erlebt habe. Auch ich habe meine Mutter verloren und so ging mir das Buch näher als ich erwartet hatte. Einige Aussagen von Jen trafen mich mitten ins Herz und auch das gibt noch weitere Pluspunkte für dieses Buch.
 
Natürlich gibt es auch in diesem Buch die prickelnde erotische Spannung. Allerdings halten sich diese Szenen sehr in Grenzen, was ich toll finde. Der Fokus liegt auf der eigentlichen Handlung und die knisternden Szenen runden das ganze perfekt ab. Ich bin rundum zufrieden mit diesem Buch. 
 
Fazit:
Die perfekte Urlaubslektüre. Die Make-it-count-Reihe ist für mich inzwischen wie Nach Hause kommen. Ich liebe die Kulisse von Oceanside, ich liebe die Charaktere und ich liebe den Schreibstil der Autorinnen. Sooo schön ;) 

Montag, 23. Mai 2016

Rezension "Zehn kleine Krabbelfinger - Erste Lieder für unsere Kleinsten" (CD)

Titel: Zehn kleine Krabbelfinger - Erste Lieder für unsere Kleinsten (CD)
Autor: Marianne Austermann/Gesa Wohlleben
Verlag: Kösel
Seitenzahl: 25 Lieder
Einbindungsart: CD
Preis: 9,99
ISBN: 978-3466458578

(c) RandomHouse
Meine Meinung:
Vor kurzem habe ich euch das Buch "Zehn kleine Krabbelfinger" vorgestellt. Ein gelungenes Buch mit vielen tollen Reimen und Spielen für Kinder *KLICK*. Heute stelle ich euch die passende CD dazu vor.

25 Lieder, die man auch in dem dazu gehörigen Buch findet, gibt es auf dieser CD zu hören. Gesungen werden diese unter anderem von den Autorinnen selbst.

Ich muss gestehen, dass ich es fast schöner finde, wenn solche Lieder von Kindern gesungen werden, das macht einfach mehr her. Doch bei dieser CD verstehe ich den Beweggrund der Autoren, das von Erwachsenen singen zu lassen. Dadurch sind die Lieder nämlich sehr "klar" und ohne viel Schnick Schnack eingesungen. Für kleine Kinder ist das so glaube ich deutlich besser.

Zudem kommen die Melodien so richtig schön raus und man kann super mitsingen. Was ich allerdings sehr schade finde, ist, dass es kein Textbuch gibt. Ich kenne das so, dass bei CDs mit Kinderliedern vorne oft ein Booklet mit dabei ist, in dem man alle Texte findet. Natürlich gibt es die Texte zu den Lieder in dem passenden Buch, aber erstens muss ich sie da erst suchen und zweitens hat nicht jeder das Buch. Darum hätte ich es besser gefunden, wenn bei der CD selbst, auch die Texte mit dabei gewesen wären.

Die Lieder werden abwechselnd von weiblichen und männlichen Stimmen gesungen, so gibt es eine schöne Abwechslung. Meine Tochter (5 Monate) reagiert zwar noch nicht so arg auf die CD, sie findet es noch schöner, wenn ich selbst singe. Aber ich denke, diese Musik eignet sich perfekt als Hintergrundmusik und als Beruhigung.

Eine CD zu solch einem Buch finde ich immer gut. Denn so kann man sich diese auch als Erwachsener anhören und lernt so, wie die Lieder klingen sollen. Man kann mitsingen, nur die CD laufen lassen oder auch mal alleine singen. Kombiniert mit dem Buch ist diese CD tolle Unterhaltung für Kinder, auch wenn mir teilweise die Art zu singen nicht ganz so gut gefällt, wie wenn es, wie oben schon erwähnt, Kinder eingesungen hätten.

Fazit:
Eine CD, die passend zum Buch Anregung gibt, wie man die verschiedenen Lieder singen kann. Leider fehlt bei der CD ein Textbuch, was ich echt schade finde. Der Gesang würde mir von Kindern deutlich besser gefallen, als wie hier von Erwachsenen, doch trotz allem ist diese CD eine nette Beigabe zu dem dazu gehörigen Buch. 

Sonntag, 22. Mai 2016

Rezension "Sehnsucht Schwerelos"

Titel: Sehnsucht schwerelos
Autor: Ada Mea
Verlag: Books on demand
Seitenzahl: 378
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 11,99
ISBN: 978-3-738614619

(c) Ada Mea
Zum Inhalt:
Sarah ist 40 Jahre alt. Hat zwei Kinder, einen liebenden Ehemann und genug Geld, sodass sie völlig sorglos leben könnte. Doch Sarah ist nicht glücklich. Ihre Kinder überfordern sie, ihre Ehe ist schon lange ziemlich lieblos. Und genau zu diesem Zeitpunkt lernt Sarah Roman kennen. Roman, ein junger Student, der all das zu sein scheint was Sarah gerne wäre. Frei, ungebunden, leidenschaftlich. Schnell entspinnt sich zwischen den beiden eine Affäre, die ihresgleichen Sucht. Doch schon nach kurzer Zeit ist Sarah innerlich zerrissen. Zerrissen zwischen ihrem Familienleben, welches sie eigentlich nicht aufgeben möchte und Roman, der ihr genau das gibt, was sie braucht. Sie tut alles dafür, dass ihre Affäre nicht auffliegt, doch irgendwann ist das Roman nicht mehr genug und Sarah muss sich entscheiden.


Meine Meinung:
Bei "Sehnsucht schwerelos" handelt es sich um einen erotischen Roman und zwar um einen der es richtig in sich hat. Ich habe inzwischen ja schon einige Bücher aus diesem Genre gelesen, doch keines war so "krass" wie dieses hier.

Die Autorin spart nicht mit erotischen Szenen, weswegen das Buch auf keinen Fall für Jugendliche geeignet ist. Natürlich wusste ich schon vorher was mich erwartet und natürlich habe ich auch mit solchen Szenen gerechnet, doch ich muss zugeben, dass ich nicht so mit dieser Häufigkeit gerechnet habe. Zudem sind die Szenen sehr detailliert beschrieben und Sarah und Roman sind sehr, nun nennen wir es mal kreativ, was ihre geheimen Wünsche und Sehnsüchte angeht. Die Szenen selbst haben mich zwar stellenweise überrascht, doch keinesfalls gestört. Sind sie doch in einen passenden Rahmen verpackt.

Etwas gestört hat mich die vulgäre Sprache. Ich mag es einfach nicht wenn so schmutzig über erotische Szenen geschrieben wird. Das hat mich schon immer gestört, gerade weil man auch einfach andere Begriffe verwenden könnte. Für mich strahlt das immer so ein bisschen etwas negatives aus und das finde ich schade.

Denn die Autorin hat sich hier wirklich eine gute Geschichte überlegt, die ich zudem noch ziemlich gut geschrieben finde. Ada Mea kann schreiben und sich ausdrücken, keine Frage. Sie vermischt hier Erotik mit Poesie und spannt einen schönen Rahmen darum. Ich verfolgte gerne die Geschehnisse um Sarah und Roman, auch wenn mir Sarahs Ehemann Sam extrem Leid tat. Für mich selbst käme fremdgehen niemals in Frage, weswegen ich auch nicht ganz verstehen konnte, wie Sarah das tatsächlich mit ihrem Gewissen vereinbaren kann.

Viele von Sarahs Gefühlen verstehe ich sehr gut. Der immer ewig gleiche Trott, die Kinder die anstrengend sind, die Ehe, die nicht mal das war, was sie zu Beginn gewesen ist. All das beschreibt die Autorin sehr glaubwürdig und authentisch und man bekommt als Leser einen tiefen Einblick in Sarahs Gefühlswelt. Auch Roman wird von der Autorin toll beschrieben, sodass die Geschichte aus zwei sehr starken Charakteren besteht, die der Geschichte den nötigen Tiefgang verleihen.

"Sehnsucht schwerelos" ist ein erotischer Roman, der mit expliziten Szenen nicht gerade sparsam umgeht. Für meinen Geschmack hätten es gerne etwas weniger erotische Szenen und etwas mehr Handlung sein dürfen. Es hätte auch nicht alles ausprobiert und immer heftiger werden müssen. Doch trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen. Der Stil der Autorin gefällt mir, das Buch ließ sich super lesen und hat mich gut unterhalten.

Auf der Homepage der Autorin habe ich entdeckt, dass im Juli ein zweiter Teil erscheinen wird. Darauf bin ich schon sehr gespannt, denn er soll ein Jahr nach den aktuellen Ereignissen spielen. Und natürlich bin ich sehr gespannt, wie es nach diesem Ende mit Sarah weitergeht.

Fazit:
Ein erotischer Roman, der mit prickelnden Szenen nicht spart, für meinen Geschmack sogar ein bisschen zu viele davon hat. Die Handlung selbst ist aber toll und gut geschrieben und ich habe das Buch gerne gelesen.

Donnerstag, 19. Mai 2016

Rezension "Geborgen wachsen"

Titel: Geborgen wachsen
Autor: Susanne Mierau
Verlag: Kösel
Seitenzahl: 176
Einbindungsart: Broschiert
Preis: 16,99
ISBN: 978-3-466-31062-3


(c) RandomHouse
Meine Meinung:
Zur Zeit lese ich total gerne Bücher in denen es um Babys geht. Eigentlich habe ich mir ja immer geschworen, die Finger von Ratgebern zu lassen, da sie - zumindest bei mir - immer eher das Zeug dazu haben, zu verunsichern oder einem zu zeigen, was man alles falsch macht.

Bei "Geborgen wachsen" ist dies glücklicherweise nicht der Fall. Ohne erhobenen Zeigefinger, ohne zu Verurteilen zeigt die Autorin verschiedene Modelle auf, wie man Kinder glücklich aufwachsen lassen kann und dabei ist keines dieser Modelle falsch. Stillen oder nicht, tragen oder nicht, sind hier nur zwei Beispiele, die ich nennen möchte. Die Autorin macht deutlich, dass jede Familie für sich ihren Weg finden muss, mit dem alle glücklich sind. Mir tat es gut zu lesen, dass man richtig handelt, sobald man das beste für sein Kind möchte und dafür alles tut.

Ich denke jeder Mutter bzw. jedem Elternteil ging es schon mal so, dass er/sie sich für den absoluten Versager gehalten hat und das Gefühl hatte einfach alles falsch zu machen. "Geborgen wachsen" sorgt dafür, dass diese Gefühle ein stückweit kleiner werden. Es gibt kein richtig oder falsch. Die Autorin gibt natürlich Anregungen, auf was man achten, wie man etwas vielleicht besser machen kann. Aber dabei bleibt es auch - bei Anregungen. Nicht alles ist für jeden umsetzbar und das macht die Autorin hier sehr deutlich.

Ich habe das Buch total gerne gelesen. Als ich es das erste Mal in der Hand hatte musste ich sofort anfangen darin zu blättern. Das Buch wirkt sehr hochwertig, das Papier ist ein bisschen dicker, als das sonst übliche und auch sonst gefällt mir die Optik des Buches sehr gut. Klare Aufteilungen in den Kapiteln mit Zusammenfassungen jeweils am Ende jedes Kapitels machen das Buch schön übersichtlich. Jedes neue Kapitel startet mit einem sehr schönen Foto und einer kleinen Einführung.

"Geborgen wachsen" ist wirklich ein sehr gelungenes Buch. Ich würde es nicht mal so sehr als Ratgeber bezeichen, sondern eher als Leitfaden, an dem man sich entlang hangeln kann aber auf keinen Fall muss. Die Autorin deckt alle relevanten Themen ab. Das beginnt schon mit der Schwangerschaft und Geburt und geht weiter mit den Themen schlafen, stillen/Flasche füttern, Körperpflege usw. Die einzelnen Themen sind jedes für sich toll zu lesen und so hatte ich richtig Spaß mit dem Buch. Nicht nur einmal musste ich meinem Mann aufgeregt berichten, was ich jetzt wieder interessantes entdeckt hatte. Mit "Geborgen wachsen" hält man einen kleinen Schatz an wertvollen Tipps in den Händen, der klar macht, dass ein Baby/Kind gar nicht so viel braucht um glücklich aufzuwachsen und dass jeder für sich den Weg gehen muss, der ihn und somit auch das Kind glücklich macht. 

Fazit:
Ein toller Leitfaden, der es schafft wertvolle Tipps zu geben und dabei völlig ohne erhobenen Zeigefinger auskommt. Die Autorin macht deutlich, dass alles kann aber nichts muss und dass es keinen falschen Weg gibt. Sie schafft es Unsicherheiten zu nehmen und Vertrauen in die eigene Stärke aufzubauen. Wirklich toll!


Mittwoch, 18. Mai 2016

Rezension "Weil wir zusammen gehören"

Titel: Weil wir zusammen gehören
Autor/Herausgeber: Anouska Knight
Verlag: Mira Taschenbuch
Seitenzahl: 380
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 9,99
Bezogen über: Blogg dein Buch
Hier bestellen *KLICK* 

(c) Mira Taschenbuch
Zum Inhalt:
Amy kann keine eigenen Kinder bekommen. Und so beschließen sie und ihr Partner, dass eine Adoption der richtige Weg ist. Trotz vieler Hürden und Hindernisse ist es irgendwann soweit und sie stehen kurz davor ein Kind zu adoptieren. Amy könnte nicht glücklicher sein, bis sie ihren Mann James in flagranti mit einer Kollegin erwischt. Von einem auf den anderen Tag ist nichts mehr wie es einmal war. Und nicht nur Amys Beziehung steht vor dem Aus, sondern auch ihr Wunsch nach einem Kind ist so nicht mehr realisierbar. Amy muss sich entscheiden. Verlässt sie James oder ist ihr Wunsch nach einem Kind so stark, dass sie über seinen Fehltritt hinwegsehen kann.

Meine Meinung:
Auf dieses Buch habe ich mich gefreut, klang es doch nach einer leichten, netten Lektüre für zwischendurch. Leider wurde ich zu Beginn erstmal ein wenig enttäuscht.

Ich kam nicht so richtig in die Geschichte rein. Die Erzählung bleibt lange recht belanglos und tritt auf der Stelle. James Seitensprüng füllt gefühlte 200 Seiten und so legte ich das Buch ständig weg, weil ich nach wenigen Seiten schon keine Lust mehr hatte weiterzulesen. Ich war schon kurz davor das Buch abzubrauchen, weil ich nicht das Gefühl hatte, dass noch irgendetwas nennenswertes passiert.

Doch ich wurde eines besseren belehrt. Natürlich ist die Geschichte jetzt kein Buch von dem man wahnsinnigen Tiefgang erwarten kann und die mich aus den Socken gehauen hat. Doch nach einer Weile kam ich plötzlich viel besser mit der Geschichte klar und die Seiten flogen schneller dahin. Das Geschehen fesselte mich und ich hatte das Gefühl die Handlung kommt endlich voran.

Amy bei ihrem inneren Kampf zu beobachten und zu begleiten war spannend und unterhaltsam zugleich. Ich konnte sie und ihre Gefühle total gut verstehen. Teilweise ist sie zwar etwas wankelmütig, was mich etwas genervt hat, aber im Großen und Ganzen ist sie gut beschrieben und man kann als Leser eine gute Beziehung zu ihr aufbauen.

Der Stil der Autorin ist gut zu lesen. Sehr leicht, sehr locker. Wie eben die Geschichte auch. Man darf an die Geschichte wirklich nicht mit der Erwartung rangehen, dass man hier hoch anspruchsvolle Kost bekommt. Viel mehr haben wir hier ein Buch, welches sich wunderbar für einen Strandurlaub eignet. Ein paar Stunden abschalten, Amy bei ihren Problemen, ihrem Kampf um ihre Ehe begleiten, mit ihr fühlen und hoffen, bangen und weinen.

Das Ende gefällt mir ebenfalls gut. Ich war mir lange Zeit nicht sicher, ob sie wohl zu James zurück geht oder ob sie ihn verlässt. Denn Amy weiß es selbst nicht wirklich. Ihr Wunsch nach einem Kind ist so stark, dass sie es durchaus lange in Betracht zieht ihre Beziehung mit James fortzuführen, als ob nichts passiert wäre. Diesen inneren Kamp, dürfen wir als Leser mit verfolgen und jeder hat wohl so seine eigene Präferenz wie er ausgehen mag.

Alles in allem nette Lektüre für zwischendurch. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Hohe Literatur ist es wahrlich nicht, aber zum Abschalten eignet es sich richtig gut. Eine Bemerkung noch zum Cover, das gefällt mir wirklich sehr gut. Es verspricht eine Geschichte, die zum Träumen und Schwelgen einlädt und die bekommt man auch.

Fazit:
Leichte Lektüre, die mich zu Beginn überhaupt nicht überzeugen konnte, dann aber immer fesselnder wurde und mit einem schönen Ende abschließt.

Dienstag, 17. Mai 2016

Rezension "Die Falle"

Titel: Die Falle
Autor: Melanie Raabe
Verlag: btb
Seitenzahl: 352
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 9,99
ISBN: 978-3442714179

(c) RandomHouse
Zum Inhalt:
Linda Conrads ist eine erfolgreiche Schriftstellerin. Seit sie ihre ermordete Schwester tot aufgefunden hat, lebt sie völlig zurückgezogen, verlässt nie ihr Haus. Obwohl sie den Mörder gesehen hat, konnte er auch mehr als 10 Jahre später nicht gefasst werden. Eines Abends traut Linda ihren Augen kaum, als sie genau diesen Mann in den Nachrichten erkennt. Von einem Moment auf den anderen bleibt ihre Welt stehen und sie will nur noch eines, den Mann zu Verantwortung ziehen, der ihre kleine Schwester so brutal aus dem Leben gerissen hat. Und sie stellt ihm eine Falle, der er nicht entgehen kann.

Meine Meinung:
Schon auf dem Buchcover ist zu erkennen, dass Sebastian Fitzek und Charlotte Link begeistert sind und ich schließe mich ihnen uneingeschränkt und ohne jeden Kritikpunkt an.

Für mich ist "Die Falle" eine psychologische Meisterleistung, die mich nicht nur einmal in tiefe Zweifel gestürzt hat, was den Täter angeht. Melanie Raabe kommt hier so gut wie ohne Blut aus. Lediglich der Mord an Lindas Schwester wird kurz beschrieben, der Rest beruht auf der psychologischen Ebene, was ich unglaublich gut gelungen finde.

Von der ersten Seite an zog mich die Geschichte in ihren Bann und ließ mich nicht mehr los. Jede freie Sekunde nutzt ich, um in "Die Falle" abzutauchen. Linda Conrads ist auf ihre Art recht speziell, hat aber durchaus ihre Gründe dafür, warum sie etwas komisch ist. Da es recht wenige Protagonisten gibt, lassen sich diese sehr gut auseinander halten und zudem kann man schnell eine Beziehung zu ihnen aufbaut. Neben Linda Conrads sind das nur ihr Personal und der Mann, den sie in den Nachrichten erkennt.

Als ich das Buch das erste Mal in der Hand hatte und den Klappentext las begannen die Fragen in meinem Kopf zu wirbeln. Hat Linda Conrads wirklich den Mörder ihrer Schwester im Fernsehen erkannt oder hat sie sich das alles nur eingebildet? Und wie geht die Sache mit der Falle aus? Wird sie unbeschadet aus dieser Geschichte rausgehen? Fragen über Fragen, die nur beantwortet werden konnten, in dem ich ganz schnell begann das Buch zu lesen.

Die Spannung ließ zu keinem Zeitpunkt nach und auch der Schreibstil von Raabe ist einfach klasse. Ich bin richtig begeistert von diesem Thriller. Ich habe lange nach einem Autor gesucht, der bzw. die Sebastian Fitzek das Wasser reichen kann. Und Melanie Raabe kann es definitv. Die psychologische Spannung, der Schreibstil und dieses unbändige Verlangen meinerseits unbedingt wissen zu müssen, was hinter der Geschichte steckt.

Immer wieder schaffte es Raabe mich in die Irre zu führen. Kaum dachte ich, dass mir der Sachverhalt klar ist, kam sie schon mit einer neuen Überraschung um die Ecke. Natürlich fing ich dann gegen Ende an zu ahnen, wie die Story ausgehen könnte, doch Raabe überraschte mich mit großen Teilen der Auflösung trotz alledem.

Es kommt nicht so oft vor, dass ich wirklich rundum zufrieden mit einer Geschichte bin. Dass ich einfach gar nichts auszusetzen habe. Und hier geht es sogar so weit, dass ich so begeistert von dem Buch bin, dass es mir extrem schwer fiel diese Rezension zu verfassen. Denn meine Begeisterung in Worte zu fassen, scheint mir kaum möglich. Und so verbleibe ich einfach mit einer absoluten Leseempfehlung und hoffe, dass diese Geschichte noch ganz viele Leser finden und begeistern wird.

Fazit:
Toll! Toll! Toll! Eine extrem spannende und richtig gut erzählte Geschichte, die mich komplett umgehauen und gefesselt hat. Sebastian Fitzek muss sich definitiv in Acht nehmen, denn hier kommt eine Autorin, die zu einer ernsthaften Konkurrenz werden könnte.

Donnerstag, 5. Mai 2016

Rezension "Mit Kindern essen"

Titel: Mit Kindern essen
Autor/Herausgeber: Edith Gätjen/Verbraucherzentrale
Verlag: Verbraucherzentrale
Seitenzahl: 224
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 12,90
Bezogen über: Blogg dein Buch
Hier bestellen *KLICK* 

(c) Verbraucherzentrale
Meine Meinung:
"Mit Kindern essen" ist ein Buch, welches umfangreich informiert und zudem einen Teil mit vielfältigen Rezepten bietet. Zunächst einmal sollte man wohl dazu sagen, dass es sich bei den Rezepten um ausschließlich vegetarische Rezepte handelt, was mich allerdings nicht gestört hat.

Rund 80 Seiten des Buches beschäftigen sich mit dem Thema Essen und Kindern. Hier findet man wirklich alles, was zu diesem Thema interessant sein könnte. Von der Rubrik "Kinder essen, was ihnen schmeckt" über die Bedeutung der verschiedenen Mahlzeiten und "Vollwerternährung" bis hin zu "Allergien". Zudem werden zum Abschluss häufige Elternfragen beantwortet.

Ich selbst habe noch einen Säugling daheim, der inzwischen schon ein bisschen Brei bekommt, insofern werden die Rezepte aus diesem Buch erst in einiger Zeit wirklich interessant. Trotz allem fand ich es schon jetzt ganz spannend mich darüber zu informieren, was man beim Essen alles beachten kann und soll. Die Rezepte werde ich natürlich erst umsetzen können, wenn mein Kind dann auch wirklich feste Nahrung zu sich nimmt. Aber ganz abgesehen davon denke ich, dass das was für Kinder gut und gesund ist, sicher auch für uns Erwachsene nicht schlecht sein kann.

Und so fand ich die "Reise" durch dieses Buch durchaus interessant. Ich muss zwar zugeben, dass ich es ziemlich schwierig und vielleicht auch etwas übertrieben finde, alles in diesem Buch vorgeschlagene umzusetzen. Zucker und Süßigkeiten sollten demnach z.B. so gut wie vermieden werden. Das ist zum Beispiel eines der Dinge, die ich ziemlich schwer umzusetzen finde. Manches wirkte auf mich ziemlich zwanghaft und so als könnte es einem das Leben ziemlich schwer machen. Denn so ein bisschen Genuss gehört doch immer dazu oder? Und wenn ich mal schlemmen will, dann möchte ich das meinem Kind zumindest nicht ganz verbieten.

Trotz alledem ist es ziemlich hilfreich wenn man mal darauf hingewiesen wird, was man alles falsch machen oder auf was man alles achten kann. So kann jeder das für sich richtige rausziehen und umsetzen. Nach jedem Abschnitt sind die wichtigsten Punkte übersichtlich zusammengefasst, sodass man alles auf einen Blick hat. Allerdings muss ich zugeben, dass ich diesen ganzen theoretischen Teil doch recht trocken zum Lesen fand und somit das Buch öfters mal zur Seite legen und immer nur häppchenweiße lesen konnte.

Der Rezeptteil ist ziemlich umfangreich und nimmt ungefähr zwei Drittel des Buches ein. Frühstück, kalte und warme Hauptmahlzeiten, sowie Zwischenmahlzeiten und Ideen für Kindergeburtstage, alles ist hier zu finden. Bei jedem Rezept findet man eine übersichtliche Zutatenliste, zudem ist ersichtlich wo und wie lange man das Essen aufbewahren kann. Die Rezepte selbst sind ziemlich gesund, so ist alles mit Vollkorn und wenig Zucker. Inwieweit das bei Kindern gut ankommt, kann ich im Moment noch nicht beurteilen, doch werde ich es sicherlich mal ausprobieren.

Fazit:
Ein umfangreiches Buch zum Thema "Essen mit Kindern". Zwei Drittel des Buches besteht aus Rezepten, der Rest gibt detaillierte Informationen über gesundes Essen mit Kindern, was ich manchmal recht trocken und doch "sehr gesund", aber durchaus sehr interessant fand.

Sonntag, 24. April 2016

Rezension "Die Kinder vom Birnbaumhaus"

Titel: Die Kinder vom Birnbaumhaus
Autor: Anna Herzog
Verlag: Coppenrath
Seitenzahl:180
Einbindungsart: Hardcover
Alter: ab 9
Preis: 9,99
ISBN: 978-3-649-66890-9
Bezogen über: Blogg dein Buch
Hier bestellen *KLICK*

(c) Coppenrath
Zum Inhalt:
Mieke wünscht sich nichts sehnlicher als eine eigene Bande zu ihrem Geburtstag. Doch wie soll sie das anstellen, steht doch das Nachbarhaus seit Ewigkeiten leer. Doch kurze Zeit später zieht dort eine Familie mit zwei Jungen ein, die genau in Miekes Alter sind. Perfekt für eine Bande, oder? Doch weit gefehlt. Der eine ist ein Kotzbrocken und der andere zu schüchtern. Mieke ist enttäuscht und wütend und als dann auch noch ihr Baumhaus zerstört wird, ist es mit der Ruhe endgültig vorbei.

Meine Meinung:
Seit ich selbst ein Kind habe, ist mein Interesse an Kinderbüchern total gewachsen. Zwar ist meine Tochter noch ein bisschen klein für "Die Kinder vom Birnbaumhaus" aber man kann ja nie früh genug anfangen, geeignete Bücher für die Kleinen zu suchen, denn Bücher werden ja zum Glück nicht schlecht. 

Leider konnte mich "Die Kinder vom Birnbaumhaus" nicht so richtig überzeugen. Zunächst einmal jedoch das Positive. Die Bilder gefallen mir total gut. Das Cover ist richtig niedlich, die Figuren total schön gezeichnet. In dem Buch selbst gibt es einige schwarz/weiß Bilder die immer zu der entsprechenden Textstelle passen. Auch diese sind wirklich super. Die Bilder passen klasse zu der Geschichte.

Der Stil der Autorin ist sehr speziell. Leider wurde ich damit über die komplette Zeit nicht so richtig warm. Was toll ist, ist die sehr bildhafte Sprache. Man kann sich die Orte und Personen in der Geschichte total gut vorstellen. Doch ich fand den Stil mit der Zeit leider ziemlich anstrengend. Ich hatte immer wieder das Gefühl, die Autorin muss unbedingt eine besonders tolle Beschreibung für die Textstellen finden, das wirkte auf mich sehr gewollt. Manche Sachen wirkten auf mich einfach viel zu übertrieben und deswegen war ich mit der Zeit eher genervt von der Geschichte.

Was ich aber leider am "schlimmsten" fand, ist die Hauptperson. Ich finde Mieke irgendwie ganz schrecklich. Ich weiß gar nicht so genau warum, aber sie konnte mich auf keiner Seite wirklich überzeugen. Sie ist ziemlich energisch und macht sich dadurch nicht nur einmal bei ihrer Umgebung unbeliebt. Zudem denkt sie so Sachen wie, dass sie einen anderen verprügeln oder gar umbringen möchte, was meiner Meinung nichts in einem Kinderbuch zu suchen hat. Auch ein anderes Kind sieht seine Lösung für Probleme immer darin etwas kaputt zu machen oder zu stehlen. War für mich für ein Kinderbuch irgendwie nicht so richtig passend.

Bei der Altersangabe bin ich mir nicht ganz sicher, ob das tatsächlich für ein 9-Jähriges Kind geeignet ist, dafür fehlt mir im Moment noch die Erfahrung, aber vor allem gegen Ende hatte ich das Gefühl dass das Buch doch ein bisschen zu dramatisch für dieses Alter ist. Denn der Showdown endet fast mit einem tödlichen Unfall.

Alles in allem bin ich irgendwie enttäuscht. Die Geschichte selbst ist ganz nett erzählt, die Umgebung toll und bildhaft beschrieben, die dazu passenden Illustrationen sind ebenfalls gelungen. Die ziemlich unsympathische Hauptperson gibt der Geschichte leider einen ziemlich starken Knick, die Beschreibungen, die irgendwann dann doch zu übertrieben wurden, tun ihr übriges, dass mir dieses Buch leider nicht so gut gefällt. Ich werde es meiner Tochter im entsprechenden Alter sicher trotzdem mal vorlesen, Kinder selbst sehen das ja oft ein bisschen anders.

Fazit:
Leider ein etwas enttäuschendes Kinderbuch, bei dem mir weder der Stil noch die Protagonisten sonderlich gefallen.

Mittwoch, 20. April 2016

Rezension "Wer war Alice"

Titel: Wer war Alice
Autor: T. R. Richmond
Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 443
Einbindungsart: Broschiert
Preis: 14,99
ISBN:  978-3-442-20508-0

(c) RandomHouse
Zum Inhalt:
Alice ist tot. Ertrunken in einem kalten Fluss. War es Selbstmord, Mord oder doch nur ein tragischer Unfall? Diese Frage beschäftigt alle Personen in dieser Geschichte. Alice war ein Mensch mit vielen Facetten und keiner kannte sie wirklich. Sie hatte ihre dunklen Geheimnisse und viele Wünsche, die sich nun niemals erfüllen werden. Was geschah in der Nacht in der Alice starb? Immer wieder verstrickt sich jemand in Widersprüche, doch bis wirklich geklärt wird, was geschah vergeht eine lange Zeit. Der mysteriöse und auch etwas unheimliche Professor Cooke spielt hier eine nicht unwesentliche Rolle. Doch auch er wird am Ende mehr als überrascht. 

Meine Meinung:
"Wer war Alice"? Dieser Frage wollte ich unbedingt auf den Grund gehen. Schon das Cover gefällt mir total gut, passt es doch erschreckend gut zu meinem Bild von der ertrunkenen Alice.

Und auch die Geschichte selbst finde ich absolut grandios. Der Stil des Autors ist unglaublich gut und packend. Er erzählt die Geschichte nicht aus der Sicht einer Person, ja eigentlich auch nicht aus der Sicht mehrerer Personen. Nein, die komplette Geschichte besteht aus Briefen, Interviews, Chats, SMS usw. Was vielleicht zunächst etwas gewöhnungsbedürftig klingt, ist schlussendlich einfach nur genial.

Richmond erschafft mit diesem Stil nach und nach ein Bild von Alice, das so von den unterschiedlichsten Seiten beleuchtet werden kann. Jeder hat eine andere Meinung von ihr, jeder kennt eine unterschiedliche Seite, einen unterschiedlichen Charakterzug. Und so hatte ich nach und nach das Gefühl langsam ein vollständiges Bild von Alice, ihrer Vergangenheit, ihrem Leben, ihren Wünschen und Sehnsüchten zu bekommen. Sicher bleibt einiges trotzdem im Verborgenen, denn kein Mensch ist komplett durchschaubar.

Was diese Geschichte außerdem zu etwas sehr besonderem macht sind ihre Charaktere. Der Autor arbeitet diese wunderbar heraus. Mit ihren Macken und kannten sind sie alle unverwechselbar, wenngleich mir auch keiner wirklich sympathisch war. Und das ist das "witzige" an der Geschichte. Ich fand fast alle Charaktere wirklich unsympathisch oder nervig, der eine ein Stalker, der andere ein Fremdgänger, einer unheimlich besessen von Alice, die anderen dem Alkohol sehr zu getan oder depressiv. Und trotz alledem macht das in diesem Buch gar nichts aus. Ich kenne das eigentlich auch so, dass ich immer einen Protagonist brauche, den ich liebe, mit dem ich mitfiebere. Hier war das überhaupt nicht der Fall. Selbst Alice war mir ziemlich unsympathisch. Doch dem Lesefluss tat dies überhaupt keinen Abbruch, denn alleine die Frage, was mit Alice geschah ist so fesselnd, dass ich völlig vergaß genervt von den Charakteren zu sein.

Die Frage, was mit Alice geschah, beschäftigt die Protagonisten und den Leser bis zum Schluss. Hier überzeugt der Autor nicht nur durch seinen einmaligen Stil, auch seine immer wieder frischen und neuen Ideen tragen ihren Teil dazu bei, dass die Geschichte nie langweilig wird. Durch die Zeitsprünge, die immer wieder stattfinden, erfordert das Buch zwar ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit, damit man nicht durcheinander kommt. Doch diese sind nötig um Alice wirklich richtig kennenzulernen. Denn wenn man ihre Vergangenheit nicht kennen würde, würde man vieles aus der Gegenwart nicht verstehen.

Obwohl es kaum Action in dem Buch gibt, war es von der ersten bis zur letzten Seite spannend und fesselnd. Auch dass hier meine obligatorische Liebesgeschichte fehlt, hat mich überhaupt nicht gestört. Zu spannend war es den vielen offenen Fragen auf den Grund zu gehen. Zu spannend mit zu verfolgen, was mit Alice tatsächlich geschah. Ich will unbedingt mehr von dem Autor, wenn er immer so klasse schreibt.

Tja und die Frage, was mit Alice geschah? Das wird hier natürlich nicht verraten, im Buch jedoch wird diese Frage umfassend geklärt. Das Ende ist überraschend und ich wäre da so nicht drauf gekommen. Doch alles ist schlüssig und rund und bringt die Geschichte zu einem gelungenen Abschluss.

Fazit:
Ein packendes Buch, das mich nicht losgelassen hat. Der einmalige Stil des Autors und die ausdrucksstarken Charaktere machen dieses Buch zu einem echten Erlebnis. Lesen!