Sonntag, 23. April 2017

Rezension "Beerenglück für Genießer"

Titel: Beerenglück für Genießer
Autor: Karl Newedel
Verlag: Bassermann
Seitenzahl: 75
ISBN: 978-3-8094-3632-4
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 4,99 €

(c) Bassermann
Meine Meinung:
Jetzt kommt ja dann endlich der Sommer wieder. Warme Temperaturen, was könnte besser dazu passen, als leckere süße, oder auch mal saure Beeren. Genau aus diesem Grund, konnte ich mich sofort für dieses Buch begeistern, als ich es zum ersten Mal sah.

Allein das Cover ist schon der absolute Hingucker. Hier hat der Fotograf sich alle Mühe gegeben und die Beeren so superlecker in Szene gesetzt, dass man am liebsten sofort loslegen müsste. Kaum hatte ich das Buch aus der Verpackung geholt, musste ich auch sofort darin blättern.

Der Autor beginnt mit einer kurzen Einführung, zu den wichtigsten Beeren und dann geht es auch schon mit dem Rezepteteil los. Dieser ist, nicht wie ich es kenne, in verschiedene Kategorien unterteilt. Die Rezepte folgen einfach nacheinander, was ich zunächst etwas irritierend fand, da dadurch so ein bisschen der Überblick fehlt.

Jedes Rezept ist gleich aufgebaut. Eine Seite nimmt das Rezept selbst ein, die andere Seite ziert ein schönes Foto, das wirklich sehr ansprechend gemacht ist. Die Zutaten sind oberhalb des Rezeptes wunderbar ersichtlich. Zudem sieht man auf den ersten Blick, wie lange man für die Zubereitung braucht und wie viele Portionen das Rezept ergibt.

In diesem Buch findet man wirklich die verschiedensten Dinge, die man mit Beeren machen kann. Ob gebackenes, Getränke oder verschiedene Cremes. Auf den ersten Blick dachte ich erst, dass da gar nicht so viel dabei ist, was meinem Geschmack entspricht, doch beim zweiten Blättern änderte sich dieser Eindruck sehr schnell. Ob Himbeerpavola, Himbeer-Tiramisu-Torte, Schoko-Johannisbeer-Schnitten oder Waffeltorte mit Zitronencreme. Wem läuft da nicht das Wasser im Mund zusammen? Ich finde der Sommer kann definitiv kommen und diese erfrischenden Köstlichkeiten werden nicht nur einmal auf unserem Tisch landen.

Fazit: 
Ein Beerenkochbuch zu einem supergünstigen Preis, das superleckere Rezepte und wunderschöne Bilder bereithält. Die wichtigsten Dinge sind in jedem Rezept auf den ersten Blick ersichtlich, lediglich die Gesamtstruktur des Buches könnte etwas besser sein.

Samstag, 22. April 2017

Rezension "Magische Smoothies"

Titel: Magische Smoothies
Autor: Gabriele Redden
Verlag: Bassermann
Seitenzahl: 76
ISBN: 978-3-8094-3777-2
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 7,99 €

(c) Bassermann
Meine Meinung:
Smoothies sind gerade im Sommer besonders lecker. Und jetzt kommt ja dann endlich wieder die Zeit, in der man entspannt, im Garten in der Sonne sitzt und so ein gekühlter Smoothie nicht nur lecker schmeckt, sondern auch noch gesund ist.

Ich besitze zwar schon das ein oder andere Smoothiebuch, doch natürlich bin ich auch immer wieder auf der Suche nach Inspiration. Und so stieß ich auf dieses neu erschienene Buch aus dem Bassermann-Verlag.

Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich alleine das Cover schon richtig schön finde. Es macht Lust auf Smoothies, Lust, diese selbst auszuprobieren. Die schönen Fotos setzen sich im Inneren des Buches fort. Die Gestaltung der einzelnen Seiten gefällt mir wirklich gut. Die Bilder sind ansprechend, die darauf abgebildeten Smoothies schön in Szene gesetzt.

Auch die Rezepte selbst klingen schon auf den ersten Blick ansprechend. Die Namen sind wirklich schön gewählt. Ob "Schneewittchen", "Elfensommer", "Walpurgisnacht" oder auch "Prinzessin Papaya". Diese Namen machen einfach Lust darauf, die Smoothies selbst auszuprobieren. Schaut man sich die Zutaten an, läuft einem in den meisten Fällen das Wasser im Mund zusammen. Ich denke jeder wird in diesem Buch etwas finden, was den eigenen Geschmack trifft und das bei dem nur kleinen Preis von 7,99 €.

Zusätzlich zu den Zutaten, die wirklich sehr präzise aufgezählt sind, findet man noch die Nährwertangaben und interessante Infos zu in einem kleinen Kreis. Hier steht, dann entweder, welche Früchte man gegeneinander austauschen kann, oder auch einfach nur interessante Vitamininformationen zu den jeweiligen Smoothies.

Trotz dieser vielen positiven Punkte, konnte mich das Buch nicht vollständig überzeugen. Dies liegt vor allem am Grundton den die Autorin in diesem Buch auffährt. Man könnte natürlich schon vom Titel "magische" Smoothies daraus schließen, dass hier mehr in die Getränke interpretiert wird, als ich es tun würde. So finde ich die Texte die jeweils unter den Titel stehen häufig sehr merkwürdig und irritierend. Die Eigenschaften wie mehr Schönheit, Selbstvertrauen und und und, die einigen dieser Smoothies zugesprochen werden, halte ich gelinde gesagt für Quatsch.

Nach dem Rezepteteil geht es dann genau in dem Ton weiter. "Die Magie der Früchte, Gemüse und Kräuter" beschreibt genau das, was man nach dieser Überschrift erwartet. Da findet man dann zu jeder Zutat den passenden Planeten, das passende Element und  die passenden magischen Kräfte. Dies ist einfach ein Thema, das mich nicht wirklich erreicht und mit dem ich nichts anfangen kann. Hier will ich gar nicht anzweifeln, dass Obst, Gemüse und Kräuter gewisse "Dinge" können, doch die Formulierungen in diesem Buch finde ich einfach ein bisschen over the top.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass die Autorin natürlich noch beschreibt, was man für die Zubereitung von Smoothies benötigt und wie diese am besten gelingen. Zudem gibt sie auf den letzten beiden Seiten 10 Tipps rund um die Smoothieszubereitung, die durchaus hilfreich sind.

Bis auf die magische Komponenten in dem Buch, mit der ich einfach nichts anfangen kann, ist dieses Buch von der Optik und den Rezepten her, gelungen und animiert dazu jedes einzelne Rezept selbst auszuprobieren. Ich freue mich schon auf heiße Sommertage und gekühlte Smoothies. 

Fazit:
Ein Smoothiebuch, das vor allem durch die Optik, die schönen Rezeptnamen und die leckeren Kreationen punkten kann. Die magische Komponenten die die Autorin in das Buch mit einbringt, war mir etwas zu übertrieben, aber das muss jeder selbst entscheiden, ob er damit etwas anfangen kann, oder eben auch nicht.


Rezension "Fast perfekt ist gut genug"

Titel: Fast perfekt ist gut genug
Autor: Kristan Higgins
Seitenzahl: 304
ISBN: 9783956495342
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 9,99 €

(c) HarperCollins/Mira Taschenbuch
Zum Inhalt:
Jenny designt Brautmode. Doch während sie für andere das Kleid für den schönsten Tag ihres Lebens entwirft, ist ihr eigenes Leben alles andere als rosig. Geschieden, der Ex hat eine perfekte neue Frau und selbst immer noch alleinstehend. Zu allem Überfluss scheint die neue Frau ihres Ex Gefallen an ihr gefunden haben. Sie muss zwar zum Glück nicht deren Brautkleid entwerfen, doch um die Babyparty kommt sie nicht herum. Für Jenny gibt es nur eines. Sie muss unbedingt umziehen. Sie sehnt sich selbst nach einer Familie und hofft, diesem Traum mit einem Umzug ein Stückchen näher zu kommen.

Meine Meinung:
Uff, heute muss ich mal wieder eine Rezension schreiben, wie ich es eigentlich so gar nicht mag. Eine Rezension, die kaum ein gutes Haar an einer Geschichte lässt.

Zwischendurch lese ich ja eigentlich wirklich gerne leichte Frauenunterhaltung, doch wenn sie dann so seicht und belanglos wird, wie dieses Buch, dann kann auch ich nur noch mit den Augen rollen. Schon der Beginn, die Babyparty ließ mich einfach nur entnervt die Haare raufen. Ich weiß nicht, ob die Szene in irgendeiner Form lustig gedacht gewesen ist, aber mein Humorzentrum konnte sie definitiv nicht erreichen. Zudem sind die Schilderungen der Geburt, sowas von platt und aus der Luft gegriffen, dass ich aufgrund der riesigen Absurdität herzhaft lachen musste.

Der Schreibstil der Autorin passt sich der Geschichte an. Natürlich ist er locker und leicht zu lesen, alles andere wäre hier auch verschwendete Liebesmüh. Doch ich wurde einfach nicht warm damit. Trotz des leichten Schreibstils kam ich nicht wirklich vom Fleck. Ich quälte mich durch die Seiten, alles ging nur schleppend vorwärts. Die Geschichte kam nie richtig in Fahrt und hielt sich viel zu sehr mit Belanglosigkeiten auf, als dass sie mir in irgendeiner Form im Gedächtnis bleiben wird.

Ich finde es selbst immer schade, wenn ich solch eine Rezension schreiben muss und oftmals fällt es mir auch schwer die richtigen, faire Worte zu finden. Denn wenn ein Buch so sehr nervt, wie dieses, dann ist es nicht leicht wirklich sachlich zu bleiben. Wenn man einfach keine einzige Stelle findet die einem gefällt, dann fällt es schwer, in Worte zu fassen, was man da gelesen hat.

Die Protagonisten, die für mich in Büchern immer eine tragende Rolle spielen und oftmals den Ausschlag geben, ob ich eine Geschichte gut finde oder nicht, können auch hier in keiner Form überzeugen. Vor allem Jenny sorgte wieder einmal für Augenrollen auf meiner Seite. Wie man so naiv und aufopfernd durchs Leben gehen kann, war mir nicht begreiflich. Wie man so selbstzerstörerisch veranlagt sein kann, dass man sich ernsthaft mit der neuen Frau des Ex anfreundet und dabei zusieht, wie dieses Paar alles bekommt, was man selbst gerne hätte, war für mich ein echtes Rätsel.

Und auch Jennys Schwester, in deren Nähe sie dann zieht und von deren Familienglück sie hofft eine Scheibe abzubekommen, ist oberflächlich und nervig. Vom Rest der Protagonisten schreibe ich jetzt einfach mal nichts, denn die machen die ganze Sache nicht besser.

Fazit:
Ein Buch, welches durch seine Belanglosigkeit auf ganzer Linie enttäuscht. Nervige Protagonisten und eine Handlung die mich häufig genervt den Kopf schütteln ließ tun ihr übriges, dass ich dieses Buch wohl ganz schnell wieder vergessen werde.

Freitag, 21. April 2017

Rezension "Mein Löwenkind"

Titel: Mein Löwenkind
Autor: Elena Pirin
Verlag: Patmos
Seitenzahl: 216
ISBN: 978-3-8436-0767-4
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 19,99 €

(c) Patmos
Meine Meinung:
Elena Pirin und ihr Mann können keine eigenen Kinder bekommen. Also entschließen sie sich zur einer Adoption. Als diese dann tatsächlich klappt, sind sie wie im 7. Himmel. Endlich ein eigenes Kind, endlich jemand den man umsorgen kann, dem man seine Werte mitgeben kann.

Sie sind überglücklich, haben jedoch das erste Lebensjahr eine Betreuerin vom Jugendamt, die schaut, ob sie wirklich mit dem Kind zurecht kommen. Diese stellt dann irgendwann fest, dass das Kind sich nicht "normal" entwickelt. Zumindest nicht so wie es die Gesellschaft vorsieht. Und schneller als sie gucken können stehen Elena und ihr Mann vor einer viel größeren Herausforderung. Sie lieben ihren kleinen Leo (dass sie ihn wie einen Löwen genannt haben ist dann wohl auch ein Zeichen des Schicksals), doch die Herausforderungen, die ein Kind mit Handicap mit sich bringt, sind ganz andere, als die die man sowieso schon als Neueltern zu meistern hat.

Doch Elena und ihr Mann meistern auch diese Herausforderungen. Völlig unaufgeregt und mit genau der richtigen Mischung aus Ernsthaftigkeit und Humor, beschreibt Elena genau diese Stolpersteine, die ihr nun von der Gesellschaft in den Weg gelegt werden. Als Leo älter wird werden diese Herausforderungen nicht leichter. Er begreift, dass er anders ist und Elena bricht es fast das Herz ihm das erklären zu müssen. Hier beschreibt die Autorin wunderschön, die zarte, liebevolle Beziehung, die sie zu ihrem Sohn hat. Man kann als Leser regelrecht spüren, wie tief ihre Liebe zu ihrem Löwenkind geht.

Ich selbst habe kein Kind mit Handicap, doch ich finde, dass dieses Buch unglaublich viel Mut macht. Oft wird das Eltern ja als Katastrophe verkauft, oft werden Eltern bemitleidet, wenn ihr Kind nicht dem "normalen Bild" (und wer entscheidet bitte, was normal ist?) entspricht. Doch Elena Pirin schafft es, dies alles aus einer andere Perspektive, einer mutmachenden und unglaublich positiven Perspektive zu beschreiben. Natürlich ist nicht alles eitel Sonnenschein und natürlich hat sie auch ihre Probleme. Doch hier stellt sich mir die Frage, ob sie sich damit wesentlich von anderen Eltern unterscheidet? Ich denke nein. Jedes Kind ist so individuell und bringt seine ganz eigenen Aufgaben mit sich, egal ob es ein Kind mit oder ohne Handicap ist. Und genau das vermittelt Pirin mit diesem Buch wunderschön.

Ich war überrascht, wie toll das Buch geschrieben war. Ich las es sehr gerne und konnte mich wunderbar in die Autorin hinein versetzen. Sie ist auf keiner Seite auf irgendeine Form von Mitleid aus, denn wieso auch, ihr Leo ist schließlich das Beste, was ihr passiert ist. Das wunderbare Bild, dass diese kleine Familie abgibt, ist ein wunderbares Beispiel, wie Familie funktionieren kann.

Fazit:
Ein gut geschriebenes Sachbuch, das großen Unterhaltungswert hat und das Leben mit einem Kind mit Handicap wunderbar unaufgeregt und ehrlich beschreibt.

Donnerstag, 20. April 2017

Rezension "Keine Ahnung, wo wir hier gerade sind - Mit dem Fernbus unterwegs"

Titel: Keine Ahnung, wo wir hier gerade sind - Mit dem Fernbus unterwegs
Autor: Sina Pousset
Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 256
ISBN: 978-3-442-15907-9
Einbindungsart: Broschiert
Preis: 12,99 €

(c) Goldmann
Meine Meinung:
Fernbusreisen. Liegt gerade ja voll im Trend. Ich muss gestehen, ich habe selbst noch nie eine gemacht. Zum Einen weil ich nicht mehr so viel unterwegs bin und zu Anderen weil ich mich die Vorstellung und die Erzählungen von anderen doch etwas abgeschreckt haben.

Ich weiß jetzt nicht, ob dieses Buch meine Einstellung besser gemacht hat *haha*. Die Autorin beschreibt ziemlich offen und schonungslos, was ihr alles so während ihrer Fernbusreisen passiert ist und vor allem, jedes Mal aufs Neue passiert. Dabei bleibt sie aber immer humorvoll, sodass man als Leser extrem viel zu lachen hat.

Der Schreibstil der Autorin ist locker leicht und super zu lesen. Er macht das Buch zu einem sehr kurzweiligen Vergnügen, auch wenn mich die Erzählungen nicht über die komplette Zeit fesseln konnten. Ich denke, wenn man selbst öfters Fernbus fährt, hat man noch mehr Spaß an dem Buch, da man sich in einige Situationen gut hinein versetzen kann.

Mit ihrem erfrischenden Schreibstil beschreibt die Autorin viele verschiedene Situationen, die einem während einer Reise mit einem Fernbus passieren können. Sei es grundsätzlich die Suche nach dem Bus, die Mitfahrenden mit ihren verschiedenen Macken, die Suche nach dem WLan oder dem Klo. Immer wieder musste ich herzlich lachen und fühlte mich gut unterhalten.

Das Buch eignet sich durch seine Kurzweiligkeit bestens für ebenso eine Fernbusreise. Die 250 Seiten sind schnell verschlungen und man traut der Autorin durchaus zu noch mehr Bücher mit ihrer herrlichen Schreibweise zu schreiben.

Fazit:
Ein kurzweiliges Buch, das unterhaltsam die verschiedenen Probleme und Situationen schildert, die einem bei einer Fernbusreise begegnen können. Gerade für Menschen, die selbst öfters mit Fernbussen unterwegs sind ist dieses Buch ein wahres Vergnügen. Mich selbst hat es auch gut unterhalten, konnte aber nicht über die komplette Zeit fesseln.

Dienstag, 18. April 2017

Rezension "Verzerrte Sichtweisen - Syrer bei uns"

Titel: Verzerrte Sichtweisen - Syrer bei uns
Autor: Kristin Helberg
Verlag: Herder
Seitenzahl: 272
ISBN: 978-3-451-31157-4
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 24,99 €

(c) Herder
Meine Meinung:
Ein Buch das aktueller und wichtiger nicht sein könnte. Seit einiger Zeit beschäftigt uns Deutsche doch kaum etwas so sehr wie die Flüchtlingsdebatte. Doch meistens ist es so, dass das was man so mitbekommt, sehr negativ behaftet ist. Alle werden über einen Kamm geschoren, wenn auch nur einer der Flüchtlinge aus der Reihe tanzt.

Genau dagegen möchte die Autorin mit ihrem Buch vorgehen. Sie beschreibt die Flüchtlingsdebatte, hier aus Sicht der Syrer, aus einer ganz anderen Perspektive. Selbst hat sie jahrelang in Syrien gelebt, kennt also das Land, seine Leute und Verhältnisse und kann dadurch sicher besser beurteilen, als viele von uns, was die Menschen hierher führt.

Völlig unaufgeregt beschreibt sie den Umgang mit den Syrern aus verschiedenen Perspektiven. Sie beschreibt die Gefühle der Flüchtenden und die Situationen die in diesem Land herrschen. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir hierbei sehr gut. Für ein Sachbuch ließ sich das Buch erstaunlich leicht und locker lesen und war zudem äußerst interessant.

Ich muss zugeben, dass ich mich selbst noch nicht wirklich ausführlich mit der Flüchtlingsdebatte beschäftigt habe. Umso interessanter war dieses Buch für mich. Die Autorin versteht es exzellent Hemmungen und Ängste abzubauen und Verständnis zu schaffen, was in diesen Zeiten mehr wert ist, als vieles andere. Natürlich gibt es überall schwarze Schafe, doch die Autorin zeigt, dass die Mehrzahl der Flüchtenden einfach in Frieden leben wollen und keiner Fliege etwas zu leide tun. Aus diesem Grund finde ich, dass sie hier ein so wichtiges Buch geschrieben hat, dass alle, die der Flüchtlingsdebatte vielleicht auch sehr kritisch gegenüber stehen, unbedingt lesen sollten.

Die offenen und klaren Worte der Autorin sind präzise und auf den Punkt gewählt und tragen hoffentlich zu einem Weg in eine andere, in eine bessere Welt bei. Die Autorin hat eine Stimme, die gehört werden muss und verarbeitet ein sehr wichtiges Thema auf eine interessante und packende Art und Weise. Ich wünsche diesem Buch noch viele Leser, denn die hat es auf jeden Fall verdient.

Fazit:
Ein Buch zu einem unglaublich wichtigen Thema, welches von einer Autorin geschrieben wurde, die selbst jahrelang in Syrien lebte. Dies macht das Buch zu einem authentische und ausdrucksstarken Werk, welches toll geschrieben und sehr interessant ist.

Donnerstag, 6. April 2017

Rezension "Between the lines - Wie du mich liebst"

Titel: Between the lines - Wie du mich liebst
Autor: Tammara Webber
Seitenzahl: 316
ISBN: 978-3-95649-569-4
Einbindungsart: Taschenbuch
Preis: 9,99 €

Achtung: Hierbei handelt es sich um einen zweiten Band, die Rezension kann Spoiler enthalten.

(c) Mira Taschenbuch - Harper Collins
Zum Inhalt:
Nachdem Emma in einem Hollywoodfilm mitgespielt hat, beendet sie ihre Karriere vorerst, um zu studieren. Um ihren Film zu bewerben muss sie jedoch noch einmal in die Glitzerwelt zurück. Dort trifft sie erneut auf ihren Co-Star Graham und zwischen den beiden beginnt es sofort zu knistern. Alles könnte so schön sein, wenn da nicht auch der Bad Boy Reid Alexander wäre, der schon während den Dreharbeiten Interesse an ihr hatte. Obwohl Emma dieses nie erwidert hat, drängt er sich zwischen sie und Graham.

Meine Meinung:
Dieser zweite Band ist Teil einer Reihe um Graham und Emma. Es handelt sich um recht leichte Lektüre, die mich jedoch nicht vollständig überzeugen konnte.

Der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen, ich kam leicht in die Geschichte rein und hatte auch keine Schwierigkeiten mit ihr, obwohl ich den ersten Band gar nicht kenne. Man hat als Leser nicht das Gefühl etwas verpasst zu haben, viel mehr gibt einem die Autorin das Gefühl, dass die Geschichte gerade erst beginnt.

Graham und Emma zusammen zu beobachten war total süß. Wie die beiden sich annähern, die Liebe der beiden. All dies bringt die Autorin toll rüber, als Leser kann man das geradezu fühlen. Jedoch plätscherte die Geschichte für meinen Geschmack etwas zu sehr dahin. Es passierte nicht wirklich viel. Natürlich darf man bei dieser Art von Buch nicht wirklich viel erwarten, doch dass mich das Buch über die meiste Zeit fesselt ist ein Anspruch den ich auch an solch leichte Lektüre habe.

Leider war dies nicht immer der Fall und so kam ich stellenweise nur langsam vorwärts und legte das Buch immer wieder zur Seite. Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass es eben nicht reicht sympathische und liebenswerte Charaktere zu präsentieren. Nein, viel mehr muss die Geschichte schon einen gewissen Tiefgang haben.

Ich bin mir nicht sicher ob ich die Reihe weiter verfolgen werde, aber im Moment gehe ich eher davon aus, dass es bei diesem einen Band bleiben wird. Es ist zwar nette Lektüre für Zwischendurch, leider eben aber auch nicht mehr und nicht weniger. Und so konnte mich das Buch trotz gutem Schreibstil und interessanten Protagonisten nicht vollständig überzeugen, was mich daran zweifeln lässt, die weiteren Bände zu lesen.

Fazit:
Ein "nettes" Buch für Zwischendurch. Umhauen konnte es mich nicht, unterhalten dagegen schon. 

Mittwoch, 29. März 2017

Rezension "Die Ungehörigkeit des Glücks"

Titel: Die Ungehörigkeit des Glücks
Autor: Jenny Downham
Seitenzahl: 480
ISBN: 978-3-570-10292-3
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 19,99 €

(c) C.Bertelsmann
Zum Inhalt: (übernommen von Randomhouse.de)
Das Leben der 17-jährigen Katie nimmt eine dramatische Wendung, als ein Anruf ankündigt, dass ihre Großmutter Mary bei ihr zu Hause einziehen wird. Ihre Mutter Caroline hat dem widerwillig zugestimmt, denn sie hatte seit vielen Jahren keinen Kontakt zu Mary und ist nicht gut auf sie zu sprechen. Katie muss mit der ihr fremden Großmutter das Zimmer teilen. Und sie fängt an, sich für Marys Geschichte zu interessieren. Katie will dem Familiengeheimnis auf die Spur kommen. Das ist nicht einfach, weil Mary an Alzheimer leidet. Doch Katie erkennt verblüffende Ähnlichkeiten zwischen sich und Mary: beide haben eine ungehörige Vorstellung vom Glück … (c) Randomhouse.de

Meine Meinung:
Bisher habe ich noch kein Buch von Jenny Downham gelesen, doch immer wieder gehört, dass sie richtig toll schreiben kann.

Dies kann ich nun nach dem Lesen dieses Buches definitiv bestätigen. Die Autorin weiß das Leben der 17-jährigen Katie auf eine berührende Art zu schildern, die wohl niemanden kalt lassen wird. Besonders viele Emotionen erhält die Geschichte durch die Alzheimerkranke Oma von Katie. Das dies kein einfaches Thema ist, weiß wohl jeder von uns. Umso beeindruckender ist es, wie Downham mit dem Thema umgeht. Sie beschönigt nichts und zeigt die nackte Wahrheit. Die Großmutter macht mal peinliche, mal unverständliche Dinge und dann ist sie kurze Zeit wieder sie selbst. Dies schildert Downham auf ihre ganz eigene Art und trifft dabei genau den richtigen Ton.

Von der ersten Seite an nahm mich die Geschichte um die drei Frauen gefangen. Katie und Caroline haben sowieso kein ganz einfaches Leben, da Caroline Katie und ihren etwas zurückgebliebenen Bruder alleine erzieht. Als dann auch noch Mary in ihr Leben platzt passt das vor allem Caroline so gar nicht. Katie ist dem allen gegenüber deutlich mehr aufgeschlossen. Schon durch den Klappentext wird klar, dass es ein Geheimnis gibt. Dieses zu ergründen macht Katie sich zur Aufgabe. Zudem ist sie nicht bereit ihre Großmutter einfach so vor sich hin vegetieren zu lassen, viel mehr möchte sie ihr noch viele Momente des Glücks schenken.

Dies machte Katie von der ersten Seite an zu einer beeindruckenden Persönlichkeit. Natürlich hat auch sie zunächst Schwierigkeiten mit der Alzheimererkrankung umzugehen. Jedoch merkt man als Leser schnell, wie reif Katie für ihr Alter schon ist und wie schnell sie sich zudem entwickelt. Alle drei Frauen haben ganz eigene tiefe Persönlichkeiten, die Downham ebenfalls wunderbar zu schildern weiß.

Dieses Buch hat wahrlich kein leichtes Thema. Doch dem Alzheimer gegenüber steht die Ungehörigkeit des Glücks. Dies ist ein wunderbarer Gegensatz, der das Buch zu einem wunderbaren Erlebnis macht. Dieses Buch wird sicher nicht mein letztes der Autorin bleiben.

Fazit:
Ein gut geschriebenes Buch mit Tiefgang, welches ein nicht ganz einfaches Thema sensibel behandelt. 

Sonntag, 19. März 2017

Rezension "Drei (fast) perfekte Wochen"

Titel: Drei (fast) perfekte
Autor: Christina Erbertz
Verlag: Beltz
Seitenzahl: 160
ISBN: 978-3-407-82173-7
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 12,95 €
Hier bestellen *KLICK* 

(c) beltz&gelberg
Zum Inhalt:
Nele macht drei Wochen Sportferien. Sie trainiert dort ein ganz bestimmtes Lauftraining. Schnell findet sie in Rita eine Freundin und auch die Liebe macht keinen Halt vor ihr. Nico hat es ihr vom ersten Tag an angetan, doch auch Rita interessiert sich für ihn. Nachdem diese Sache geklärt ist, wird Rita jedoch beim Training im Wald angegriffen. Da sie nicht darüber redet, weiß keiner, was wirklich passiert ist. Nele will ihr helfen, doch Rita möchte sich nicht helfen lassen. Und so scheinen die Sportferien einen ganz anderen Ausgang zu nehmen, als Nele dachte. 

Meine Meinung:
Erneut habe ich einen Titel aus dem Hause beltz&gelberg für euch und endlich war ich mal wieder nicht enttäuscht von einem Buch aus diesem Verlag.

Das Buch ist mit nur 160 Seiten wirklich sehr kurz. So hat es nicht viel Zeit seine Geschichte zu erzählen, in Fahrt zu kommen. Zum Glück schafft es das Buch, trotz des geringen Umfangs zu fesseln. Die Geschichte selbst ist jetzt nicht wahnsinnig spannend, aber sie ist einfach gut geschrieben.

Zudem hat sie einen weiteren Pluspunkt. Die Protagonisten wissen zu überzeugen. Vor allem Nele war mir von Anfang an sympathisch und als sie mit Nico anbandelt drückte ich den beiden natürlich die Daumen, denn wie meine Leser wissen, liebe ich so kleine, zarte Liebesgeschichten. Und genau diese bekam ich auch. Auch Nico weiß von der ersten Seite an zu überzeugen. Zudem sind die Protagonisten wunderbar unterschiedlich und toll herausgearbeitet. Rita war mir zwar nicht wirklich sympathisch, aber das müssen Protagonisten auch nicht immer sein. So lange sie Charakter haben und ausdrucksstark sind und zudem nicht permanent nerven, sind sie für mich gelungen. Dies kann man von dieser Geschichte absolut sagen. Mir gefällt vor allem, dass sie wirklich alle unterschiedlich sind. Jeder hat seinen eigenen Charakter mit dem er zu überzeugen weiß.

Die Umgebung, in der die Geschichte spielt ist ebenfalls sehr gelungen und gefällt mir gut. Sie ist gut beschrieben und passt zur Geschichte. Obwohl das Buch nur so dünn ist, weiß es trotzdem eine gute Geschichte zu erzählen, die überzeugt. Von Anfang an fragte ich mich, was Rita wohl passieren wird, doch dies ist gar nicht unbedingt der zentrale Punkt der Erzählung. Viel mehr geht es um das Sportcamp selbst, die Protagonisten und wie diese sich im Verlauf der Handlung weiterentwickeln .

Auch das Ende bietet einen befriedigenden Abschluss der Geschichte. Eigentlich hätte ich gerne noch mehr über die Protagonisten erfahren, noch etwas mehr Zeit mit ihnen verbracht, doch das ist ja immer ein gutes Zeichen und spricht für die Geschichte.

Fazit:
Ein gutes Jugendbuch, das sogar noch ein paar Seiten mehr vertragen hätte. Es strotzt jetzt nicht so vor Spannung, hat mir aber trotzdem viel Spaß gemacht, besonders weil mir die Protagonisten und die Umgebung richtig gut gefallen haben.

Samstag, 18. März 2017

Rezension "Das schwarze Loch in mir"

Titel: Das schwarze Loch in mir
Autor: Anders Johansen
Seitenzahl: 295
ISBN: 978-3-407-82172-0
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 14,95 €

(c) Beltz & Gelberg
Zum Inhalt:
David ist Autist. Er lebt in seiner eigenen kleinen Welt, in einem kleinen geschützten Dorf. Als diese heile kleine Welt plötzlich nicht mehr dieselbe ist ändert sich alles für David. Doch das Dorf, in dem er wohnt verändert sich ebenfalls, sein Vater kämpft dagegen an. Sein Bruder ist für ihn da, doch trotzdem verursacht er einen tragischen Unfall und sein Leben ändert sich aufs Neue.

Meine Meinung:
Diese Rezension fällt mir echt schwer. Ich lese total gerne Jugendbücher und auch wirklich sehr gerne Jugendbücher über Jugendliche mit Problemen aller Art. Darum dachte ich, dass dieses Buch genau das richtige für mich sein könnte. Zudem steht der Verlag Beltz&Gelberg für gut geschriebene und tiefgreifende, anspruchsvolle Literatur für junge Leute.

Leider hat mir dieses Buch überhaupt nicht gefallen. Ich finde auch nicht wirklich einen Punkt, den ich positiv finden kann. Von der ersten Seite an nervte mich dieses Buch einfach nur. Der Schreibstil ist total schrecklich und hat mir überhaupt nicht gefallen. Schon nach 5 Seiten verdrehte ich genervt die Augen und beschwerte mich bei meinem Mann über den unerträglichen Schreibstil. Ich konnte dieses Buch einfach nicht genießen oder irgendeinen Spaß daran finden.

Auch die Personen konnten mich nicht überzeugen. Natürlich ist es klar, dass ein autistischer Junge merkwürdige Dinge macht, die man als Leser nicht sofort nachvollziehen kann. Doch auch die restlichen Personen, die Bewohner des Dorfes waren nicht überzeugend und sehr anstrengend.

Auch das komplette Konstrukt des Buches, die Welt in der David lebt, ist komisch und überzeugte mich nicht. Natürlich ist es trotzdem interessant über einen autistischen Jungen zu lesen, doch wenn einen der komplette Rest nicht überzeugen kann, dann ist auch die Grundidee nicht hilfreich um Freude an dem Buch zu haben.

Fazit:
Ein Jugendbuch, welches mich nicht überzeugen konnte. Weder der Schreibstil, noch die Personen oder die Umgebung konnten mich in irgendeiner Weise fesseln. Die Grundidee ist nicht schlecht, wurde aber für meinen Geschmack nicht gut umgesetzt, sodass das Buch leider so gar nicht mein Fall war.