Mittwoch, 29. August 2018

Rezension "Let's play"

Titel: Let's play - verspieltes Herz
Autor: Jennifer Wolf
Verlag: Carlsen
ISBN:  978-3-646-60310-1
Seitenzahl: 275
Einbindungsart: ebook
Preis: 3,99 €
Alter: ab 14

(c) Impress
Zum Inhalt:
Helena hat keine ganz einfache Vergangenheit. Vor ihrem gewaltätigen Exfreund flüchtete sie von München nach Köln. Seitdem versucht sie ihren Platz im Leben zu finden, was gar nicht so leicht ist. Ihre Freunde Jean und Emilie helfen ihr dabei, wo sie nur können. Und nicht nur diese beiden, eine weitere große Hilfe ist Helena tatsächlich ein Youtuber, der sich beim Spielen verschiedener Games filmt und dies online stellt. Das Schauen seiner Videos holt Helena aus ihrem tiefen Loch, sie fühlt sich geborgen und nicht alleine, wenn sie ihm beim Spielen zuschaut. Zudem ist da noch die Bibliothek, die ihr Halt gibt. Und nicht nur die, nein in junger Mann in ihrem Alter ist ebenfalls häufig dort anzutreffen und dieser löst bei Helena ein Kribbeln aus, welches sie schon lange vergessen zu haben glaubt.

Meine Meinung:
Dies ist mein erstes Buch von Jennifer Wolf. Nachdem sie gerade überall im Gespräch ist mit ihrer "No-Return"-Reihe, musste es zunächst mal dieses sein, da es einfach schon viel zu lange auf meinem SUB liegt.

Ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Jennifer Wolf kann unheimlich toll schreiben. Ihre Charaktere sind lebensnah und authentisch, ich fühlte mich Helena stellenweise so nah, dass ich sie persönlich zu kennen glaubte. Ihr Schicksal machte mich unfassbar wütend und traurig zu gleich. Ich konnte es nicht glauben, was ihr alles passiert ist. Die Gewissheit, dass es so etwas tatsächlich gibt, macht mich unglaublich traurig. Umso schöner ist es die Entwicklung von Helena im Verlauf der Geschichte zu beobachten. Als sie Josh kennenlernt, der ihr schon so oft in der Bibliothek begegnet ist, als sie Aiden persönlich begegnet, der ihr durch seine Youtube-Videos schon immer sehr nah war. Und als sie den Kampf gegen ihren Exfreund Tom auf sich nimmt und sich endlich beginnt zu wehren. Stellenweise muss ich zwar zugeben, dass ich Helena etwas anstrengend fand, da sie doch recht weinerlich und impulsiv ist, auf der anderen Seite ist das bei ihrer Geschichte auch nicht groß verwunderlich.

Die Liebesgeschichte die sich zwischen Helena und einem jungen Mann entwickelt ist total schön zu beobachten, aber auch sehr sehr kitschig. Die beiden können kaum die Finger, geschweige denn die Blicke voneinander lassen. Ich glaube wenn ich einer ihrer Freunde gewesen wäre, wäre ich leicht wahnsinnig geworden. Mit kitschiges Mädchenherz schmolz jedoch von Seite zu Seite immer mehr dahin und ich gönnte es Helena so sehr, dass sie endlich einen anständigen Kerl gefunden hatte.

Nachdem die Liebesgeschichte doch einen sehr großen Raum in der Story einnimmt, war ich doch recht überrascht als es dann nochmal richtig spannend wurde, als Tom auf den Plan tritt. Ich fieberte total mit und hoffte dass Helena die richtige Entscheidung für sich und ihr Leben treffen wird. Das Ende passt völlig zu der Geschichte und machte mich rundum zufrieden.

Ein weiteres Hauptthema neben der Liebesgeschichte, sind die vielen Games, die Aiden spielt und auf seinem Youtube-Kanal vorstellt. Da ich früher selbst viel gezockt habe, konnte ich mich recht schnell in diese Welt einfinden, auch wenn ich keines der Spiele kannte, die er gespielt und vorgestellt hat. Man sollte vielleicht schon ein kleiner Nerd sein, ansonsten könnten einem die Thematik vielleicht etwas auf die Nerven gehen. Ich jedoch fand es mal einen spannende Abwechslung zu dem sonstigen Einheitsbrei und habe das Buch sehr gerne gelesen.

Fazit:
Ein Buch mit einer recht kitschigen Liebesgeschichte, die aber runter geht wie Öl, einer Handlung, die spannender ist, als ich zunächst erwartet hatte und dem Thema Zocken, welches ein schönes Neuland im Einheitsbrei der Jugendbücher ist.

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