Sonntag, 16. September 2018

Rezension "Petunia"

Titel: Petunia
Autor: Roger Duvoisin / Sabine Ludwig (Übersetzerin)
Verlag: Thienemann
Seitenzahl: 40
ISBN: 978-3-480-23477-6
Einbindungsart: Hardcover
Preis: 12,99 €
Alter: ab3

(c) Thienemann
Meine Meinung:
Heute habe ich noch eine zweite Bilderbuchrezension für euch. Und zwar zu einem echten Klassiker. Der Thienemann-Esslinger-Verlag hat den Klassiker "Petunia" wieder aufgelegt. Obwohl es dieses Buch schon recht alt ist, sogar über 50 Jahre alt, kannte ich es bisher nicht. Und so war ich ganz gespannt, was mich hier erwarten würde.

Erzählt wird die Geschichte der "dummen Gans" Petunia, die ein Buch findet und meint dass sie allein durch den Besitz dieses Buches nun schlau ist und alle Fragen beantworten kann. Auch bei den anderen Tieren verliert sie schnell den Ruf, dumm zu sein und wird häufig um ihren Rat gebeten. Das Problem jedoch ist, dass Petunia gar nicht lesen kann und dadurch jede Menge Probleme entstehen. Denn ihre Ratschläge sind, um es nett auszudrücken, durchaus ausbaufähig. Keine Frage, allein dadurch ist dieses Bilderbuch schon eine Liebeserklärung ans Lesen und an Bücher. 

Allerdings muss ich zugeben, dass ich dem Buch etwas zwiegespalten gegenüber stehe. Ich finde die Thematik eigentlich total schön. Ich finde es klasse, dass den Kindern hier vermittelt wird, das Bücher und Lesen etwas tolles und bei weitem nicht verstaubtes und langweiliges ist. Auch das Lesen bildet steht ja außer Frage.

Allerdings muss ich zugeben, dass ich die Gans Petunia recht anstregend und arrogant finde. Mir ist bewusst, dass dies durchaus Absicht ist, denn sie soll ja eitel und eingebildet erscheinen. Zudem verändert sie sich im Laufe der Geschichte und beschließt sogar zum Ende hin, wirklich lesen zu lernen um ihren Freunden echte Ratschläge geben zu können. Die ein oder andere Situation die sie mit ihren falschen Ratschlägen verursacht fand ich dann auch ziemlich amüsant und auch meine Tochter hatte Spaß beim Vorlesen.

Hier bin ich mir jedoch auch nicht ganz sicher, ob das Alter "3" nicht zu früh angesetzt ist. Meine Tochter ist fast 3, wir lesen hier extrem viel vor und trotzdem hatte ich stellenweise das Gefühl, dass sie nicht wirklich versteht, um was es in dem Buch geht. Der Humor ist ebenfalls so gewählt, dass er bei Kindern in dem Alter eher nicht ankommt, weswegen ich sagen würde, dass ich das Buch eher ab 4 empfehlen würde.

Die Illustrationen sind nicht ganz mein Fall. Hier merkt man, dass das Buch schon recht alt ist. Sie sind mir zu "hart" gezeichnet und wenig kindgerecht. An diesem Buch kann man wunderbar sehen, wie sehr sich der Stil von Kinderbüchern bzw. Bilderbüchern in den letzten Jahrzehnten immer mehr verändert und gewandelt hat. Legt man dieses Buch neben eines, welches heute erschienen ist, so merkt man definitiv, dass man hier einen Klassiker vor sich hat. Auch die Farbauswahl und die Art der Zeichnungen gefällt mir nicht besonders, wobei ich jetzt nicht das Gefühl hatte, dass das meine Tochter irgendwie stört. Die Tiere sind gut zu erkennen und zu unterscheiden und das ist für sie das Wichtigste.

Fazit:
Ein Bilderbuch, das mich nicht komplett begeistern konnte, da mir die Optik nicht wirklich gefällt. Auch die Altersangabe des Verlages finde ich etwas zu niedrig angesetzt. Ansonsten vermittelt das Buch aber eine schöne Botschaft, es geht ums Lesen, um die Liebe zu Büchern, um die Bildung, die man durch Bücher bekommt und das ist doch einfach mal ein ganz tolles Thema.

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