Freitag, 30. März 2018

Rezension "Eine Geschichte der Zitrone"

Titel: Eine Geschichte der Zitrone
Autor: Jo Cotterill
VerlagKönigskinder
Seitenzahl: 256
ISBN: 978-3-551-56036-0
Einbindungsart: Hardcover / ebook
Preis: 16,99 € / 11,99 €

(c) Königskinder
Zum Inhalt:
Calypso wächst bei ihrem Vater auf. Ihre Mutter starb einige Jahre zuvor an Krebs. Diese Tragödie hat ihr Vater nie verkraftet und sich in sein Schneckenhaus zurück gezogen. Seine einzige Passion ist das Schreiben seines eigenen Buches "Eine Geschichte der Zitrone". Calypso ist komplett auf sich gestellt. Sie kocht, sorgt für ihren Vater und übernimmt auch sonst alle Aufgaben eines Erwachsenen. Wirklich Kind sein darf die 11-jährige nicht. Dies ändert sich, als sie Mae kennenlernt. Sie und ihre lebensfrohe Familie nehmen Calypso bei sich auf und zeigen ihr, dass das Leben aus mehr besteht, als Einsamkeit und Büchern und dass jeder es verdient einen  Freund zu haben.

Meine Meinung:
Dieses Buch wurde mir von Katrin von kathrineverdeen ans Herz gelegt. Und da ich mich immer über gute Buchempfehlungen freue und vor allem, wenn es den Königskinder-Verlag angeht sehr auf Katrins Meinung vertraue, habe ich mir dieses Buch natürlich zugelegt.

Das Cover finde ich richtig cool. Es ist ein absoluter Blickfang und macht, gemeinsam mit dem Titel, total Lust darauf, das Buch zu lesen.

Ich muss zugeben, dass ich mich zu Beginn ein ganz kleines bisschen schwer getan habe und etwas gebraucht habe, bis ich in die Geschichte rein kam. Doch von einer auf die anderen Seite war ich plötzlich mitten im Geschehen. Sobald ich mich auf Calypso, ihren etwas verschrobenen und auch depressiven Vater und ihre interessanten Lebensverhältnisse eingelassen hatte, war die Geschichte kein Problem mehr. Viel mehr fing sie an, mir plötzlich sehr nahe zu gehen und mich sehr zu berühren.

Dass ein Elternteil an Krebs stirbt, begegnet mir zur Zeit in recht vielen Büchern. Aufgrund privater Erfahrungen, konnte ich mich sehr gut in Calypso reinversetzen und mit ihr mitfühlen. Der Umgang ihres Vaters schockierte mich gleichermaßen, wie ich auch Verständnis für ihn aufbrachte. Über seine Trauer um seine Frau, vergisst er ganz einfach seine Tochter und zieht sich in sein Schneckenhaus zurück. Calypso versucht das Beste aus der Situation zu machen, ist aber sehr einsam und findet lediglich in ihren Büchern Trost und Rat.

Durch die Geschichte vermittelt die Autorin das Thema Depressionen sehr kindgerecht. Als erwachsener Leser nimmt man Calypsos Vater sicherlich anders war, als als Kind. Ich denke jedoch sollte es Kinder in ähnlichen Situationen geben, die dieses Buch lesen, dann finden sie hier Trost und vielleicht auch Rat, wie sie mit der Situation umgehen können. Denn kein Kind sollte Angst um seine Eltern haben. Dass Calypso Angst hatte, nach der Schule nach Hause zu kommen und ihren Vater vielleicht nicht mehr lebend zu finden ist absolut grausam und sowas wünscht man wirklich keinem Kind. 

Als sie Mae kennenlernt, merkt man als Leser sehr schnell wie sie auftaut. Sie merkt, dass jeder - im Gegensatz zur Meinung ihres Vaters - jemanden im Leben braucht und nicht nur innere Stärke wichtig ist. Dass innere Stärke viel mehr aus Freundschaft und Liebe entwächst und keiner alleine zurecht kommen kann. Berührend schildert die Autorin wie Maes und Calypsos Freundschaft immer weiter wächst und die beiden Mädchen plötzlich nicht mehr ohne einander können.

Der Kontrast zwischen Maes und Calypsos Welt ist erschreckend und durch die Helligkeit und Fröhlichkeit von Maes Welt und Familie merkt man erst recht wie dunkel Calypsos Leben wirklich ist. Mir ging das richtig zu Herzen und ich stellte mir meine eigenen Töchter in dieser Situation vor. Dies führte dazu, dass ich gerne in die Geschichte reingekrochen wäre und Calypsos Vater an der Schulter gepackt und geschüttelt hätte.

Was ebenfalls schön an diesem Buch ist, ist dass es um Bücher geht. Ich lese so gerne Geschichten, in denen Bücher eine große Rolle spielen. Hier sind sowohl Calypso, als auch Mae große Buchliebhaber. Sie lesen und unterhalten sich über Bücher. Diese Stellen gefielen mir besonders gut. Zudem schreiben die beiden Kinder eine Geschichte und ihre kindliche Naivität bei dieser Sache, war einfach zur herzerfrischend zu beobachten.

Nachdem die Geschichte stellenweise durchaus von tragischen - jedoch auch sehr berührenden - Stellen geprägt ist, ist das Ende richtig schön und stellte mich total zufrieden. Man nimmt der Autorin alles ab. Glaubhaft schildert sie, wie auch Calypsos Vater von Maes Familie verändert wird, dass jedoch längst nicht alles gut ist, da Depressionen bekämpfen ein Prozess ist und so viel Arbeit bedeutet. Als Leser atmet man sichtlich auf, als man mitbekommt, dass alle gemeinsam einen Weg aus der Dunkelheit gefunden haben.

Fazit:
Eine berührende Geschichte, die mir sehr nahe ging. Sie erzählt von Calypso und ihrem Vater, der den Tod seiner Frau nicht verkraftet hat und dadurch vergisst, dass er auch noch eine Tochter hat. Gemeinsam mit Mae und ihrer Familie finden sie alle einen Weg aus dieser Dunkelheit. Dies alles schildert die Autorin berührend, authentisch und mit so viel Kraft, dass dieses Buch einfach eine Perle im Regal ist.

Kommentare:

  1. Hallo Caro,
    oh, du hast es also doch schon gelesen. Die LR bei mir beginnt ja erst am 9.4., aber deine Rezi lässt mich freudig hoffen =)
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Hi Martina,
      ja, ich wollte es für die Carlsen-Challenge lesen und habe es zum Glück noch geschafft ;)
      Dir aber viel Spaß bei deiner Leserunde. Vielleicht machst du ja mal wieder eine, bei der ich dabei sein kann ;)
      Liebe Grüße
      Caro

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  2. Hach ... ich freue mich, dass es dir gefallen hat. Mich hat dieses Buch mitten ins Herz getroffen und ich verrate lieber nicht, wieviele Taschentücher ich vollgeheult habe...

    Liebe Grüße

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