Sonntag, 3. Juni 2018

Rezension "Mit anderen Augen"

Titel: Mit anderen Augen
Autor: Fabian Sixtus Körner
Verlag: Ullstein
ISBN: 9783864930607
Seitenzahl: 240
Einbindungsart: Klappenbroschur
Preis: 15,00 €



(c) Ullstein

Meine Meinung:
Fabian Sixtus Körner legt hier einen weiteren Reisebericht vor. Doch eigentlich ist das Buch viel mehr als ein Reisebericht. Viel mehr ist es eine Reise zu den wirklich wichtigen Dingen im Leben und die Geschichte seiner Tochter.

Fabian und seine Frau reisen für ihr Leben gerne. Sie sind rastlos, selten hält es sie länger an einem Ort. Trotzdem beschließen sie irgendwann eine Familie zu gründen. Doch als Nico dann schneller schwanger wird als erwartet, steht ihre Welt doch erstmal Kopf. Die Fragen und Gedanken häufen sich. Wird ihr Leben arg anders werden? Werden sie trotzdem noch weiter reisen können? Trotz dieser Unsicherheiten freuen sie sich auf die Geburt ihrer Tochter und sind gespannt auf das Abenteuer Eltern.

Dies alles ändert sich mit einem Schlag, nämlich mit der Geburt ihrer Tochter Yanti. Denn diese wird leider nicht gesund geboren. Die Ärzte stellen schnell fest, dass sie am Down-Syndrom leidet und für Fabian und Nico bricht erstmal eine Welt zusammen. Alles, was sie sich erträumt hatten scheint hinfällig zu sein. Ihr Leben praktisch zu Ende. Doch vom ersten Schock erholen sie sich schnell und lernen, dass ihre Tochter ein ganz besonderes Mädchen ist und sie in keinster Weise daran hindert zu reisen, das Leben zu genießen und glücklich zu sein.

Eigentlich lese ich sehr selten Reiseberichte, da mich diese einfach nicht interessieren. Doch hier war ich besonders auf die Geschichte von Yanti gespannt. Allerdings erzählt Fabian Körner auch viel von der Zeit vor Yanits Geburt und so kommt man gemeinsam mit ihm ganz schön rum. Und ich muss sagne, dass mir dieser Reisebericht richtig gut gefallen hat. Körner kann extrem gut schreiben und nahm mich mit auf eine unglaubliche und spannende Reise. Ich war fasziniert, was er und seine Frau alles erlebt haben und fühlte mich so, als wäre ich selbst dabei gewesen. Jeder der schon einmal Tagebuch geschrieben hat, weiß, wie schwer es sein kann, auf den Punkt zu bringen, was man erlebt hat. Nicht zu ausschweifend zu werden, sich auf das wesentliche zu konzentrieren. Und Körner kann dies in einer Weise, die mich extrem beeindruckt hat. Ich habe das Buch richtig gerne gelesen und flog nur so durch die Seiten.

Als dann die Geschichte von Yanti beginnt, wurde es zudem sehr berührend.  Bisher habe ich noch keine Erzählung oder Biografie gelesen, in denen es um Kinder mit Down-Syndrom geht. Und auch im realen Leben kam ich damit nicht wirklich in Berührung. Umso eindrücklicher und faszinierender fand ich Körners Schilderungen. Schonungslos ehrlich erzählt er auch von seinen weniger schönen Gedanken, die jedoch absolut menschlich sind. Er lässt uns Leser an seinem Seelenleben teilhaben und brachte auch mich immer wieder zum Nachdenken. Denn auch das Bild der Gesellschaft wird immer wieder thematisiert.

Bunte Fotos von Fabian und seiner Familie untermalen die Geschichte und so hat man als Leser endlich auch Gesichter vor Augen. Man weiß, wen man auf seinen Reisen begleitet. Ich würde mich freuen, wenn Körner irgendwann noch eine Fortsetzung schreiben würde. Denn ich würde zu gerne wissen, wie Yanti sich weiterentwickelt und welche Reisen Fabian und seine Frau noch unternehmen werden.

Fazit:
Ein eindrücklicher und extrem gut geschriebener Reisebericht, der durch die schonungslosen Schilderungen über des Autors Tochter mit Down-Syndrom berührend und nachdrücklich zu gleich ist.

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